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Wie altert man in Würde?

Wir leben in einer Gesellschaft, die notwendige Vorkehrungen fürs Alter gerne beiseiteschiebt. Teilen Sie uns mit, wie sich ein Übermorgen voller Lebensfreude sichern.

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Frank Schulz-Nieswandt, Professor für Sozialpolitik und Methoden der qualitativen Sozialforschung, Universität Köln

Integrierte Lebensräume

Altert man in Würde in einem Pflegeheim? Ja, wenn sich Pflegeheime in ihrer Kultur des Wohnens weiterhin wandeln zu Orten der Selbstbestimmung und Teilhabe am sozialen Leben. Auch in privater Häuslichkeit kann der alt werdende Mensch isoliert sein, vereinsamen und verwahrlosen, verzweifeln, an der Aufgabe, die Endlichkeit des Lebens anzunehmen, scheitern. In allen Wohnformen geht es um eine zentrale Frage: Bietet die dortige Umwelt, in die der Mensch gestellt ist, eine anregende, aktivierende Atmosphäre, die Möglichkeiten bietet, dass der Mensch weiter in seiner Persönlichkeit wächst und sein Werden bis weit ins hohe Alter hinein nicht gehemmt wird. Er soll am Leben teilhaben und sein eigenes Selbst-Sein im sozialen Miteinander erleben können. Er muss allerdings auch zu dieser anregenden Umwelt hin offen sein. Das ist sein eigener Beitrag zum Gelingen des würdevollen Alterns. Aber die soziale Umwelt ist ebenso gefordert: Heime können so eine Kultur der Teilhabe in ihrem Innenraum als Erlebnisraum sein. Sie müssen aber auch geöffnet sein zur Außenwelt der Heimanlage, offen hin zum Quartier in der Stadt, zum Dorf hin, die Begegnung mit dem Leben im umgebenden Sozialraum möglich machen. Gelingt diese Beziehung zwischen Mensch und Umwelt nicht, bleibt der alte Mensch abgedrängt, ausgegrenzt und erleidet, bereits einen sozialen Tod, bevor er biologisch stirbt. Er ist bedeutungslos geworden. Aber es geht auch anders.

Walter Hömberg, Leser

Neue Möglichkeiten

Der Eintritt in den sogenannten Ruhestand ist ein großer Einschnitt. Die längste Phase im Leben war bestimmt vom Beruf – und diese ist jetzt offiziell abgeschlossen. Wenn man gesund ist und noch voller Energie, dann bedeutet die Verabschiedung in den Ruhestand nicht selten auch eine narzisstische Kränkung. Wie geht man damit um? Hier lassen sich drei Typen beobachten: Der erste Typ ist der „Weitermacher“. Ein Onkel von mir, ein bedeutender Archäologe, ging auch jenseits der 80 noch jeden Tag in „sein“ Institut. Er hielt Vorträge und schrieb Aufsätze über sein Fachgebiet – als wenn sich nichts geändert hätte. Der zweite Typ ist der „Anknüpfer“. Er knüpft an seine Erkenntnisse und Erfahrungen an, freut sich aber, dass er jetzt all die Pflichtübungen auf dem Eis der beruflichen Routinen nicht mehr laufen muss, sondern sich ganz der Kür widmen kann. Der dritte Typ ist der „Neubeginner“. Er beginnt vielleicht ein Liebhaberstudium in einem Orchideenfach. Oder er schultert den Rucksack und geht endlich auf die lange verschobene Weltreise. Ich versuche, Typ 2 und Typ 3 miteinander zu verbinden – anzuknüpfen an alte Erkenntnisse und Einsichten und sie zu ergänzen durch neue Erfahrungen und Exkursionen in unbekanntes Land. Die Lebensfreude ist dabei wichtiger als die Würde.

Monika Fischer, Leserin

Viele verstärken im Alter ihre Eigenheiten. Wollen wir ihnen die Würde lassen, müssen wir eins werden: toleranter.

Simone Rethel-Heesters, Schauspielerin, Buchautorin und Witwe von Johannes Heesters

Kein Selbstläufer

Kürzlich stellte mir eine Journalistin etwas provozierend die Frage: „Gibt es überhaupt ein Altern in Würde?“ Sie weiß, das ist mein Thema, da bin ich wie elektrisiert. „Ja, das gibt es!“, habe ich geantwortet. Aber wir alle müssen endlich etwas dafür tun. Schon seit Jahren kämpfe ich dagegen an, dass der Mensch sich im Alter zur Ruhe setzen muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser vielgelobte Ruhestand zum Abbau des Körpers und des Geistes führt. Alter ist kein Horrorszenario, das nur mit Krankheit und Gebrechlichkeit gleichgesetzt werden kann, aber es ist auch kein Selbstläufer. Richtige Ernährung und Aktivitäten jeglicher Art sind Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben. In meinen Augen ist der Schlüssel für gesundes Altern ohnehin die Arbeit. Deshalb bin ich für die Abschaffung der Altersgrenzen. Ich protestiere dagegen, dass Menschen, die nicht in den Ruhestand treten wollen, nachgesagt wird, sie könnten nicht loslassen. Ich bin dafür, dass jeder Einzelne selbst entscheiden kann, wie lange er arbeiten möchte. Ich bin dafür, dass niemand mehr verpflichtet wird, sich mit 65 aus dem (Berufs-)Leben zurückzuziehen. Ich bin dafür, dass niemand mehr die Worte hören muss: „Du bist zu alt, du musst gehen.“ Ich hoffe, dass einmal die Zeit kommt, in der man selbst entscheiden kann, ob und wann man für etwas zu alt ist. Doch hoffen allein reicht nicht. Solche Veränderungen müssen von der ganzen Gesellschaft getragen werden.

Susanne Tyll, Leserin

Lebenslang lebenswert

Die meisten – nicht nur ältere – Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Wohnumfelder sollten so gestaltet sein, dass sie diesem Bedürfnis entsprechen. Weniger Barrieren bedeuten höheren Komfort für alle. Ältere Menschen bewegen sich viel zu Fuß, mit Fahrrad oder Gehhilfen. Das direkte Wohnumfeld gewinnt mit steigendem Alter an Bedeutung. Der Bewegungsradius wird häufig kleinräumiger. Viele ältere Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkungen tun sich mit Barrieren schwer. Die Wohnumgebung ist mitentscheidend für alltägliche Routinen: Rituale, Kontaktaufnahme, allgemeine Versorgung, Sicherheitsgefühl, Bewegungsmöglichkeiten und somit Gesundheitsprävention, Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit. Alle Quartiere sind unterschiedlich. Die Bedürfnisse der jeweiligen Menschen sind verschieden, deren Beteiligung unabdingbar. Wünschenswert wäre ein flächendeckendes Angebot von professionellen Wohnberatungsstellen mit kostenlosem und unabhängigem Beratungsangebot zu allen Fragen des Wohnens – präventiv und bei Mobilitätseinschränkungen. Das beschleunigt und unterstützt die Anpassung der vorhandenen Wohnungsbestände und Quartiere an die individuellen Bedürfnisse. Ziel einer solchen Quartiersentwicklung ist auch, möglichst allen Menschen den Verbleib in ihrer vertrauten Wohnung dauerhaft zu ermöglichen oder zumindest individuellen „Ersatz“, zum Beispiel Wohngemeinschaften in der Nachbarschaft, anzubieten.

Karin Unkrig, Leserin

Gute Vorsätze

Was ich mir für das Alter vorgenommen habe? Nicht über Neues schimpfen, die „gute alte Zeit“ ruhen lassen. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Wer weiß, vielleicht rückt Besseres nach? Nicht über Zipperlein klagen, es macht sie weder kleiner noch erträglicher. Junge Leute interessieren sich nicht dafür, ältere Semester kämpfen selber damit. Nicht Verlorenem nachtrauern, sondern etwas anbieten: Du hast zu viel Zeit, deine Kinder meist zu wenig. Nicht in Sack und Asche gehen, in Popelinejacken und Beigegrau. Chic und Charme verblassen von allein, ehe du dich versiehst. Nicht unablässig vergleichen, mit Blick auf den eigenen Vorteil. Einer scheidet immer aus, am Ende bist du es selbst. Nicht an Materiellem festhalten, du kannst es nicht hinüberretten in die „andere Welt“. Aber krachend verlieren unterwegs.

Matthias Haninger, Leser

Nutze deine Zeit

Wie definiere ich altern? Verhaltensweisen, Aussehen oder Lebensstile sind dafür nicht mehr geeignet, weil die Grenzen zwischen den Generationen heutzutage zu fließend sind. Aber wenn ich merke, ich bin körperlich oder mental nicht mehr in der Lage, etwas zu tun, obwohl ich es möchte, hängt es mit dem Alter zusammen. Der Verzicht hierauf ohne Reue, das Bewusstsein zu haben, dass Fähigkeiten endlich sind, und damit Dinge jetzt zu tun, bevor es zu spät ist, bedeutet in Würde altern. Es ist vorwiegend eine Einstellung.

Herbert Kubicek, Wissenschaftlicher Direktor Stiftung Digitale Chancen

Angemessen digital

Digitalisierung gilt Wirtschaft und Politik als Schlüssel zum Fortschritt. Doch vielen älteren Menschen macht sie Angst. Die vertrauten analogen Wege der Teilhabe am wirtschaftlichen und sozialen Leben werden reduziert. Die digitalen Alternativen für Bankgeschäfte, Arzneimittelkauf oder Arztbesuche wollen oder können viele nicht wahrnehmen. In der Altersgruppe 70 plus waren circa zehn Millionen Menschen noch nie im Internet. Die offizielle Antwort lautet: Förderung digitaler Kompetenzen. Bisher gibt es jedoch kaum altersgerechte Angebote. Eine Studie der Stiftung Digitale Chancen und Telefonica hat zudem gezeigt, dass sich viele Unsichere die Nutzung nur zutrauen, wenn sie auf Hilfe durch Sprechstunden zurückgreifen können. In Würde alt werden können muss aber auch die zunehmende Zahl älterer Menschen im vierten Alter, wenn die körperlichen und geistigen Kräfte nachlassen. Einer 90-jährigen gehbehinderten Dame kann man nicht ernsthaft einen Internetkurs zumuten. Hier stehen diejenigen, die analoge Angebote ausdünnen, in der Verantwortung, angemessene analoge Alternativen zu schaffen, das heißt konkret, eine persönliche Assistenz anzubieten, die Dinge, die nur noch online gehen, für diejenigen erledigt, die das selbst nicht mehr können. Wann ein solcher Anspruch gewährt und wie er umgesetzt wird, ist ein Prüfstein für eine responsive Digitalisierungspolitik, die dem demographischen Wandel gerecht wird.

Dagmar König, Mitglied des Bundesvorstands, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

Die Rente muss reichen

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll sicher sein können, dass die Rente im Alter reicht. Leider ist das häufig nicht der Fall. Betroffen sind vor allem Menschen in Niedriglohnberufen oder in Teilzeit, die krank und erwerbsgemindert sind oder Brüche in ihrer Erwerbsbiografie haben. Ihnen hilft zumeist nicht das von der Politik favorisierte Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge. Auch die Anerkennung von Erziehung- und Pflegeleistungen trägt nur teilweise zur Entlastung bei. Stattdessen wächst der Anteil von Rentenbeziehenden, denen zusätzliche staatliche Transferleistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung zustehen. Viele nehmen diese aus Unkenntnis oder Scham aber nicht in Anspruch. Eigentlich sollte sich die Lebensleistung eines Menschen auch in der Rente widerspiegeln und im Alter ein Leben in Würde ermöglichen. Genau dafür setzt sich ver.di unter dem Motto „Die Rente muss reichen“ ein: Wir brauchen gute Löhne, damit mehr Geld in die Rentenkasse fließt und etwas für private Vorsorge übrigbleibt. Wir wollen, dass mehr Beschäftigte eine betriebliche Altersversorgung erhalten. Wir brauchen ein stabiles Rentenniveau nicht unter 48 Prozent, um Altersarmut entgegenzuwirken. Und kleine Renten müssen angehoben werden, um von staatlichen Transferleistungen unabhängig zu werden. Erst wenn möglichst viele dieser Forderungen umgesetzt sind, können wir in Ruhe in den Ruhestand gehen.

Thomas Evers, Professor für Pflegewissenschaft und Vizepräsident, Hochschule für Gesundheit Bochum

Teilhabe ermöglichen

Möglichst alt werden wollen viele Menschen, alt sein jedoch deutlich weniger. Diese Erfahrungen machen Studierende unserer Hochschule regelmäßig bei Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern. Die Sorge vor dem Altsein wird dabei immer wieder mit Aspekten wie Verlusterfahrungen, Pflegebedürftigkeit oder dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, in Verbindung gebracht. Ältere Menschen hingegen bewerten – wie Studien zeigen – ihre Lebenssituation zumindest bis zum 85. Lebensjahr deutlich besser. Sie ziehen in der Mehrheit eine vorwiegend positive Gesundheitsbilanz, fühlen sich im Durchschnitt erkennbar jünger als ihr tatsächliches Lebensalter und zeichnen sich insgesamt durch ein positives Lebensgefühl aus. Diese Einschätzungen sind dabei wesentlich von den Möglichkeiten abhängig, trotz vorhandener altersbedingter Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Um in Würde altern zu können, bedarf es folglich einer intensiveren und vor allem bewussteren Auseinandersetzung mit den Einschätzungen der älteren Menschen. Wenn es dabei gelingt, den Blick weg von möglichen Defiziten hin zu den vorhandenen individuellen Ressourcen, die eine Teilhabe und Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens ermöglichen, zu lenken, wäre allen geholfen – dem älteren Menschen, aber auch der restlichen Gesellschaft, die so vielleicht weniger sorgenreich auf die letzte Lebensphase blicken könnte.

Anton Günther Krabbenhöft, Model

A wie aktiv

Im Gespräch mit Freunden stelle ich fest, dass sich auch bei ihnen im Alter das fortsetzt, wofür sie brannten und was sie durchs Leben begleitete – auch wenn ihr Weg Abzweigungen bot. Bei mir verbindet sich dies mit einer Neugierde auf Neues, Unbekanntes. So machte mir Tanzen immer Spaß. Dass ich aber nun meine Leidenschaft für Techno und das Berliner Clubleben entdeckt habe, hätte ich mir früher nicht träumen lassen. Das ist sicherlich nicht „alterstypisch“, aber genau dieses Schubladendenken sollte jeder hinterfragen. Warum nicht einfach das tun, worauf man Lust hat, und schauen, ob es einem gut tut? Am wichtigsten finde ich, dass man sich nicht selbst aufgibt, weder innerlich noch äußerlich. Ich achte auf meine Kleidung, meinen Stil und schaue mit Freude in den Spiegel. Die meisten Komplimente bekomme ich dafür sogar von jüngeren Menschen, die ich in den Clubs treffe. Hier verschmelze ich mit den anderen Tänzern. Was sich mit zunehmendem Alter jedoch ändert, ist das, wofür man Verantwortung trägt. Ich habe früher viel gearbeitet und mich auch gerne um meine Familie gekümmert. Aber jetzt habe ich die Verantwortung für mich selbst. Ich lebe kein passives Leben, sondern schöpfe Energien aus dem, was mir Spaß macht: Wild und ungestüm sein, auch, weil das Leben immer auf dünnem Eis stattfindet. Deswegen will ich mein Leben auch weder im Gestern noch im Morgen verlieren – sondern ganz bewusst im Moment leben.

Biosse Kioffi, Leser aus Togo

Gute Vorbilder

In diesem Leben hängt es meiner Meinung nach davon ab, in wessen Fußstapfen du getreten bist. Würde ist ein wundervoller Wert, der Selbstrespekt, Ehre, Demut, Rechtfertigung und Engagement fordert. Würde erlangen Personen oftmals erst dann, wenn sie eine höhere Geistesstufe erlangen und einen gewissen Erfahrungshorizont erreicht haben. Solche Personen überlegen erst, bevor sie handeln und bewahren, egal ob reich oder arm, fortwährend ihre Persönlichkeit. Ihr Motto lautet: Charakter ist mehr wert als Geld. Ich kann sagen, wer auch immer seine eigene Würde kennenlernen möchte, sollte sich in die Fußstapfen deren begeben, die das wahrhaftig Würdige zu ihrer Domäne gemacht haben.

Teresa Larrain, Leserin aus Santiago de Chile

Selbsterfahrung

Würde ist subjektiv und abhängig von jeder Person, sie folgt unterschiedlichen Bedeutungen, gepaart mit dem zugehörigen Glauben der Person. Für mich liegt Würde in der Verbindung aus Ehre und der eigenen Wertstellung. Sie spiegelt sich in meinen Handlungen wider. Wenn ich mich respektiere, dann lebe ich in Würde. Um mit Würde altern zu können, ist es notwendig für mich, ein Gefühl dafür zu entwickeln, woher ich komme. Das heißt auch, ich war nicht überall richtig, jedoch habe ich daraus gelernt. Bei jeder Entscheidung, die ich tätige, und jeder Handlung, die darauf folgt, versuche ich daran zu denken, an was ich glaube und welche Person ich sein möchte. Ich probiere, stets meiner Linie treu zu bleiben. Natürlich bleibe ich neuen Gedanken gegenüber immer offen. Ich versuche, meinen Wörtern Ehre zu schenken. Die Erfahrungen der letzten Jahre brachten mir sehr viel neues Wissen über mich und im Umkehrschluss sehr viel Selbstrespekt. Ich reise seit drei Jahren durch die Welt. Ich bin mir jetzt mehr bewusst, was meine Entscheidungen angeht als früher.

Volker Siehr, Leser

Teil der Gesellschaft

Würde ist ein großes Wort. Aber vielleicht kommt man dem würdevollen Altern am nächsten, indem man versucht, ähnlich bewusst und verantwortungsvoll zu leben wie vorher – auch wenn sich möglicherweise die Schwerpunkte etwas verschieben – nicht so viel an sich zu denken, sondern für andere, egal ob in der Familie oder in der Gesellschaft, da zu sein, die immer kostbarer werdende Zeit bewusst und sinnvoll zu nutzen, sich an den täglichen Dingen und der Natur zu erfreuen, sich durch Sport, Bewegung und ausgewogene Ernährung gesund zu erhalten und, wenn es dann doch soweit kommen sollte, dass Krankheiten das Leben bestimmen, zu versuchen, das Los anzunehmen und nicht zu erwarten, dass man im Mittelpunkt steht.

Helmut Muthers, Landesgeschäftsführer NRW, Bundesverband Initiative 50plus e.V.

Scheuklappen runter

Auch ältere Mitarbeiter erwarten von ihrem Unternehmen Wertschätzung und eine Arbeit, die ihren Fähigkeiten entspricht. Diese Erwartungen können oder wollen viele Arbeitgeber oft nicht bieten. Wenn der Eindruck entsteht, wegen des Alters nicht mehr gebraucht zu werden, fühlen sich Mitarbeiter hilflos. Abfällige Bemerkungen und frühe Gespräche über vorzeitigen Ruhestand tragen dazu bei, Engagement zu zerstören. Es sind der Sarkasmus und altersbestimmte „Angebote“: Wie fühlt sich ein Mensch, wenn ihm ab dem 50. ein Sportprogramm für Betriebssenioren angeboten wird? So werden Mitarbeiter, die sich wie 35 fühlen, zum „Senior“ abgestempelt. Sie werden über Nacht ausgegrenzt – in einem Alter, in dem sie privat als Trainer oder Großeltern gefragt sind. Während sie im Unternehmen aufs Abstellgleis geraten, besteigen sie in der Freizeit den Mount Everest. Lässt die Arbeitsleistung nach, zeigen sich Führungskräfte enttäuscht, obwohl sie selbst die Situation herbeigeführt haben. Das haben ältere Mitarbeiter nicht verdient. Sie haben Jahrzehnte lang geleistet, waren loyal und erfolgreich. Das hat Anerkennung verdient. Übrigens: Es gibt weltweit keine wissenschaftliche Studie, die beweisen würde, dass mit zunehmendem Alter die Produktivität der Mitarbeiter abnimmt. Das Gegenteil ist der Fall. In einer Wissens- und Informationsgesellschaft ist Erfahrung der Schlüsselfaktor für den Erfolg. Und davon haben die älteren Haudegen mehr als genug.

Regina Scholten, Leserin

Gelebte Verantwortung

Wenn ich mit meinen 59 Jahren an das Alter denke, fallen mir zwei Begriffe ein: Respekt und Disziplin. Ich wünsche mir, dass man mit mir im Alter, wenn ich auf andere Hilfe angewiesen bin, respektvoll umgeht. Respekt ist etwas, was ich von klein auf in meinem Elternhaus gelernt habe. Man achtete die Eltern, Lehrer und älteren Personen. Und so haben auch wir unsere Eltern und Schwiegereltern bis zum Tode respektvoll begleitet. Ich kann mein Alter nicht planen, ob in einer WG, im Umfeld von unseren Kindern oder in einem Heim. Aber mit Disziplin versuche ich, mit Sport, gesunder Ernährung und strukturiertem Tagesablauf möglichst lange gesund zu leben, um keinem zur Last zu fallen.

Rainer Hauck, Koordinator des Programms „sicher mobil“, Verkehrsclub Deutschland (VCD)

Sicher mobil

Ruhestand war gestern. Die Generation 60 plus ist aktiv, engagiert und vor allem eins: viel unterwegs. Das ist gut so, denn wer mobil ist, nimmt am öffentlichen Leben teil und pflegt soziale Kontakte. So bleibt man auch im Alter unabhängig und selbstbestimmt. Wie und womit wir uns fortbewegen, hat große Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt und Klima. Für viele ältere Menschen ist der (eigene) Pkw nach wie vor die erste Wahl. Doch fünf Prozent aller Wege, die in Deutschland mit dem Auto zurückgelegt werden, enden bereits nach einem Kilometer – gute Strecken, um etwas Neues auszuprobieren. Wer häufiger zu Fuß, mit dem (E-)Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, bleibt länger körperlich und geistig fit und senkt das Risiko von Herzkreislauf- und Demenzerkrankungen. Für alle, die sich unsicher fühlen, gibt es ÖPNV-Trainings der örtlichen Verkehrsbetriebe, geführte Stadtteilspaziergänge oder Rad- und Pedelec-Kurse zum Üben. Bereits das Wohnumfeld muss es allen Menschen erlauben, selbstbestimmt und sicher mobil zu sein. Mehr Sitzbänke, zu Fuß erreichbare Einkaufsmöglichkeiten, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer – damit jeder gut im eigenen Tempo unterwegs sein kann – sowie ein attraktives Angebot an öffentlichem Nahverkehr halten fit, sind gut fürs Klima und machen Städte für alle Generationen lebenswert.

Alexander Held, Leser

Sozial integriert

Für mich stellt sich viel eher die Frage, wie ich „würdevoll“ in der Zukunft definiere. Was wird in 20, 30 Jahren für mich würdevoll sein? Wie viel brauche ich im Alter noch von dem, was ich im bisherigen Leben angehäuft habe? Sollte ich mich nicht eher von vielem befreien und „mit leichten Gepäck“ in den Endspurt gehen? Wenn ich sehe, wie meine Eltern sich um ihren Besitz gesorgt haben, statt besser von dem zu leben, was sie Zeit ihres Lebens erwirtschaftet haben, stimmt mich das nachdenklich. Derzeit denke ich, ich würde es gern anders machen. Schaffe ich es, den Verlust von Teilen meiner Freunde zu verkraften? Und gelingt es mir, neue Freundschaften zu bilden und mir die Neugierde auf mir unbekannte Menschen zu bewahren? Wo und wie werde ich diese neuen Freunde finden? Bestimmt wird das Leben im Alter entschieden besser sein, wenn man teilen und sich mitteilen kann. Ich lebe derzeit in einem Bauprojekt mit vielen Familien – dieses lebendige und soziale Miteinander würde ich gern behalten. Ich hoffe auf eine stabile Gesundheit, die es mir erlaubt, in Würde und selbstbestimmt zu altern. Denn leider muss ich aus Erfahrung davon ausgehen, dass auch zukünftig die Würde des Alters an der Kante des Krankenbetts enden wird.

Rainer Fassnacht, Leser

Würde ist das Bewusstsein des eigenen Wertes. Daher gibt es hierfür keine gesellschaftliche Lösung, sondern nur ganz individuelle.

Ute Blessing-Kapelke, Leiterin des Fachbereichs „Sport der Generationen“, Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB)

Fit für’s Alter

Klar möchte jeder Mensch im Alter noch selbstständig und agil sein. Sport und Bewegung können dies aktiv befördern, denn Bewegung ist die einzige – wissenschaftlich gesicherte –Möglichkeit, um sich funktionell jünger zu erhalten, als es dem Lebensalter entspricht. Es ist nie zu spät, mit Sport anzufangen. In den mehr als 90.000 Sportvereinen bundesweit kann man seine Ausdauer, Koordination und Kraft trainieren. Körperliche und geistige Fitness hängen eng zusammen. Schwimmen oder Wandern sind zum Beispiel Sportarten, die man bis ins hohe Alter ausüben kann. Darüber hinaus zählt der aktive Lebensstil: lieber die Treppen zu nehmen anstatt des Fahrstuhls, auf das Fahrrad zu steigen oder regelmäßig längere Wege zu gehen. Hat man noch nie oder lange nicht mehr Sport betrieben, eignen sich Angebote im Gesundheitssport. Oft übernehmen die Krankenkassen sogar die Kosten. Ein regelmäßiges Bewegungstraining hilft, Stürze zu verhindern und die alltäglichen Dinge bewerkstelligen zu können. Zudem gibt es den sozialen Aspekt des gemeinsamen Sporttreibens. Sportvereine sind Mehrgenerationentreffpunkte, in denen man neue Kontakte in der Nachbarschaft knüpfen kann. Man trifft sich regelmäßig, wird gemeinsam aktiv und sorgt sich umeinander. Auch die Potenziale der Älteren können hier in ehrenamtlichem Engagement eingebracht werden und werden wertgeschätzt. In Würde zu altern ist für mich, körperlich und geistig in Bewegung zu bleiben.

Uta Böttcher, Vorsitzende Akademischer Verein der Senioren in Deutschland (AVDS)

Wach im Kopf

In meinen Augen beinhaltet ein Leben in Würde stets auch geistige Anregung. Gerade das Alter kann dafür sogar verstärkt Chancen bieten: Endlich hat man die Zeit, sich mit Fachgebieten zu befassen, die einen schon immer interessiert haben. Die Möglichkeiten zur geistigen Auseinandersetzung sind vielfältig, eine davon ist ein Studium für Senioren. Die Teilnahme wird dabei immer unkomplizierter. Rund 55.000 Seniorinnen und Senioren studieren heute an den Hochschulen in Deutschland, bei steigender Tendenz. Neben dem Vollzeitstudium mit Pflichtveranstaltungen und Abschlussprüfung stehen auch das Gasthörerstudium und an einigen Universitäten spezielle Seniorenangebote zur Verfügung. Das Verhältnis zu den jüngeren Studierenden ist mittlerweile entspannt. Man hat sich an die unterschiedlichen Altersgruppen an den Universitäten gewöhnt. Besonders beliebt sind die Fächer Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik und Religionswissenschaften, aber auch Archäologie und Alte Sprachen. Die Seniorinnen und Senioren von heute wollen aktiv sein, mitreden und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Wird diesem Bedürfnis nachgekommen, sehe ich auch einem Altern in Würde frohen Mutes entgegen.

Holger Pohl, Leser

Vorbereitet

Wir haben unser Haus vor zwölf Jahren so geplant, dass wir durch den Einbau einer einzigen Wand zwei Wohnungen schaffen und die untere barrierefrei für uns im Alter nutzbar ist. Die verbliebene Wohnung ist von der Größe her ausreichend mit freiem Zugang in den Garten. Die obere Wohnung ist für eine Familie groß genug. Wir würden diese im Zweifel vermieten und die Einnahmen für Reisen nutzen, hoffen aber, dass eines unserer Kinder später mal mit seiner Familie dort einziehen wird. Das ist allerdings Zukunftsmusik. Die Kinder sind erst sechs und neun Jahre.

Evi Krickel, Leserin

Mit sehr viel Liebe und Unterstützung durch Freunde und meine Familie.

Daniela Böhm, Leserin

Bei dieser Frage denke ich an meine Uromi. Ich habe sie als sehr lieben Menschen in Erinnerung und alle, die sie bis zu ihrem Tod gepflegt haben, haben sie sehr geschätzt und wollten ihr das geben, was sie vorher von ihr empfangen hatten: Liebe und Würde.

Harald Gruber, Leser_In

Weiterhin an der eigenen Bildung arbeiten

Walter Hömberg, Leser_In

Der Eintritt in den sogenannten Ruhestand ist ein großer Einschnitt. Die längste Phase im Leben war bestimmt vom Beruf – und diese ist jetzt offiziell abgeschlossen. Wenn man gesund ist und noch voller Energie, dann bedeutet die Verabschiedung in den „Ruhestand“ nicht selten auch eine narzisstische Kränkung. Wie geht man damit um? Hier lassen sich drei Typen beobachten: Der erste Typ ist der Weitermacher. Ein Onkel von mir, ein bedeutender Archäologe, ging auch jenseits der Achtzig noch jeden Tag in „sein“ Institut, er hielt Vorträge und schrieb Aufsätze über sein Fachgebiet – als wenn sich nichts geändert hätte. Der zweite Typ ist der Anknüpfer. Er knüpft an seine Erkenntnisse und Erfahrungen an, freut sich aber, dass er jetzt all die Pflicht-Übungen auf dem Eis der beruflichen Routinen nicht mehr laufen muss, sondern sich ganz der Kür widmen kann. Der dritte Typ ist der Neubeginner. Er beginnt vielleicht ein Liebhaberstudium in einem Orchideenfach. Oder er schultert den Rucksack und geht endlich auf die lange verschobene Weltreise. Ich versuche, Typ II und Typ III zu verbinden: anzuknüpfen an alte Erkenntnisse und Einsichten – und sie zu ergänzen durch neue Erfahrungen und durch Exkursionen in unbekanntes Land. Die Lebensfreude ist dabei wichtiger als die „Würde“.

Oliver Breuer, Leser_In

Selbstbestimmt, aber nicht vereinsamt und – so gewünscht – mit Hilfestellungen.

Frank F., Leser_In

ich habe keine Riesterrente ich habe kein Vermögen das man erwähnen könnte und morgen ist ein neuer Tag, übermorgen der nächste, .......

Susanne Tyll, Leser_In

Die meisten – nicht nur älteren - Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Viele müssen das auch. Wohnumfelder sollten so gestaltet sein, dass sie diesen Bedürfnissen entsprechen. Weniger Barrieren bedeuten höheren Komfort für alle Menschen. Ältere Menschen bewegen sich viel zu Fuß, mit Fahrrad, Gehhilfen oder Rollator. Das direkte Wohnumfeld gewinnt mit steigendem Alter an Bedeutung. Der Bewegungsradius wird häufig kleinräumiger. Viele ältere, aber auch jüngere Menschen mit und ohne Mobilitätseinschrän-kungen (auch: Kinderwagen, schwere Einkaufstaschen etc.) tun sich mit Barrieren schwer. Die Wohnumgebung ist mit entscheidend für alltägliche Routinen: Rituale, Kontaktaufnahme, allgemeine Versorgung, Sicherheitsgefühl, Bewegungsmöglichkeiten und somit Gesund-heitsprävention, Selbstbestimmtheit und Selbständigkeit. ALLE Quartiere sind unterschiedlich. Die Bedürfnisse der jeweiligen Menschen sind verschieden, de-ren Beteiligung unabdingbar. Wünschenswert wäre ein flächendeckendes Angebot von professionel-len Wohnberatungsstellen mit kostenlosem und unabhängigem Beratungsangebot zu allen Fragen des Wohnens - präventiv und bei Mobilitätseinschränkungen. Das beschleunigt und unterstützt die Anpassung der vorhandenen Wohnungsbestände bzw. Quartiere an die individuellen Bedürfnisse. Ziel einer solchen Quartiersentwicklung ist auch, möglichst allen Menschen den Verbleib in ihrer vertrauten Wohnung dauerhaft zu ermöglichen oder zumindest individuellen „Ersatz“ wie z. B. Wohngemein-schaften in der Nachbarschaft anzubieten.

Alexander Held, Leser_In

Für mich stellt sich viel eher die Frage, wie ich „würdevoll“ in der Zukunft definiere. Was wird in 20, 30 Jahren für mich würdevoll sein? Wieviel brauche ich im Alter noch von dem, was ich im bisherigen Leben angehäuft habe? Sollte ich mich nicht eher von vielem befreien und „mit leichten Gepäck“ in den Endspurt gehen? Wenn ich sehe, wie meine Eltern sich um Ihren Besitz gesorgt haben, statt besser von dem zu leben, was sie Zeit ihres Lebens erwirtschaftet haben, stimmt mich das nachdenklich – derzeit denke ich, ich würde es gern anders machen. Schaffe ich es, den Verlust von Teilen meiner Freunde zu verkraften? Und gelingt es mir, neue Freundschaften zu bilden und mir die Neugierde auf mir unbekannte Menschen zu bewahren? Wo und wie werde ich diese neuen Freunde finden? Bestimmt wird das Leben im Alter entschieden besser sein, wenn man teilen und sich mitteilen kann! Ich lebe derzeit in einem Bauprojekt mit vielen Familien – dieses lebendige und soziale Miteinander würde ich gern behalten. Ich hoffe auf eine stabile Gesundheit, die es mir erlaubt, in Würde und selbstbestimmt zu altern. Denn leider muss ich aus Erfahrung davon ausgehen, dass auch zukünftig die Würde des Alters an der Kante des Krankenbetts enden wird.

Wolf Allihn, Leser_In

Da ich bei dieser Frage sagen darf und muss, dass ich 85 Jahre alt bin, kann ich sie nicht nur theoretisch, sondern aus der gelebten Erfahrung eines ‚Alterns in Würde‘ heraus beantworten. Ich bin rundum gesund und munter, freue mich des Lebens und denke diesen Zustand noch lange beibehalten zu können (kleinere Wehwehchen, wie ich sie auch schon vor 50 Jahren hatte, werden behandelt und müssen hier nicht erwähnt werden). --- Natürlich muss dieser Zustand erarbeitet und ‚verdient‘ sein. Ich zähle kurz auf, was ich dabei für besonders förderlich halte: Das Wichtigste ist, dass man beim Eintritt in den Ruhestand schnell eine Aufgabe findet, die einen ausfüllt – Selbständige haben damit weniger Probleme, da sie einfach ihren Betrieb weiterführen. Arbeitnehmer müssen da herangeführt werden bzw. sich selbst auf diese Aufgabe schon während ihrer Berufstätigkeit vorbereiten. Herumsitzen und auf den nächsten Frühschoppen warten bedeutet Konservierung von Leere. Die zahllosen Möglichkeiten muss ich nicht aufzählen, das Hobby z. B. kann man zum 2. Beruf machen, eine ehrenamtliche oder Sozialhelfer-Tätigkeit kann übernommen werden. Das macht Sinn, kann erfüllend sein und gibt im Erfolgsfall Lebenssinn, und darauf kann der Mensch nicht verzichten. Die Versorgung der Enkel allein wird das nicht leisten können, auch Reisen dienen mehr dem Müßiggang als wirklicher Fortbildung und dem Erreichen von Zielen selbstgestellter Aufgaben. Zur Erhaltung der körperlichen Frische ist Bewegung wichtig, und zwar als sportliches Training. Übliche Gartenarbeit oder Spaziergänge mit dem Hund leisten das meist nicht, da v. a. die Organe (Herz u. Kreislauf!) durch Übung heftig in Gang gebracht werden müssen, damit sie in Form bleiben. Das können alle Sportarten leisten. Herzklopfen und Schwitzen sind die Gradmesser - wo, wie beim Schwimmen, Schweißbildung auf der Haut nicht möglich ist, sollte die Sauna für Ausgleich sorgen. Hinzu kommt: Sport ist schon an sich Lebensfreude. - Meine Situation, das gebe ich zu, war und ist extrem günstig, da ich im Beruf auch Sportlehrer war, und sportliche Bewegung ist bis heute für mich quasi Lebenselixier. Wer solches nicht vorweisen kann, sollte sich im jugendlichen und mittleren Alter darauf vorbereiten, einer älteren Dame oder dem bejahrten Herrn fällt es schwer, noch den richtigen Dreh zu kriegen. Als weiterer essentieller Punkt gilt: Die geistige Aktivität muss erhalten, gepflegt, fortgebildet und möglichst zu neuen Einsichten geführt werden. Lesen, Schachspielen, Kreuzworträtsel raten, Schreiben, sich neue kulturelle Welten erarbeiten usw. halten wach und frisch und verzögern die Demenz-Entwicklung. Wichtig ist die denkerische Anstrengung bei der Tätigkeit, die am Ende auch befriedigend ist. Verführerisch, aber nivellierend sind die meisten Unterhaltungsveranstaltungen, da sie immer dieselben Denk- und Verstehensmuster ansprechen und die Großhirnzellen nicht stimulieren und ihnen Reaktionen abringen. Hierzu gehören zweifellos viele Fernsehsendungen, die ohnehin zur Passivität zwingen, vor allem auch reißerische oder seichte Filme. – Meine Situation ist gekennzeichnet durch vielerlei geisteswissenschaftliche Uni-Studien mit Abschlüssen einschl. Promotion und Berufstätigkeit. Da habe ich im ‚Ruhestand‘ weitergemacht, lese viel, schreibe Briefe und Belletristik, mache Musik und gebe privat akademische Autorenfortbildungs-Seminare. Schließlich ist es wichtig, das persönliche Lebens-Umfeld zu gestalten und selbst in Gang zu halten. Ob in Partnerschaft lebend oder als Single, der Haushalt muss weiterlaufen, vom Ordnung machen über das Einkaufen und Kochen (beides sind jetzt besonders freudvolle Tätigkeiten!), Schriftkram erledigen, Geburtstage von Angehörigen wahrnehmen, Gäste versorgen, Freundschaften pflegen, die Liebe nicht zu vergessen. Und so weiter. --- All dieses ist nicht nur als Spaß und Vergnügen zu betrachten, sondern als rhythmisch entspannende Abwechslung von den anderen, manchmal anstrengenden Aktivitäten. Es kann bewusst als Leben in Schönheit gestaltet werden, im achtsamem Umgang mit geistigen Inhalten, Blumen und Kunst.

Regina Scholten, Leser_In

Wenn ich(59J.) an das Alter denke, fallen mir zwei Begriffe ein. Respekt und Disziplin Ich wünsche mir, dass man mit mir im Alter, wenn ich auf andere Hilfe angewiesen bin,respektvoll umgeht. Respekt ist etwas, was ich von kleinauf in meinem Elternhaus gelernt habe. Man achtete die Eltern, Lehrer und älteren Personen. Und so haben auch wir unsere Eltern und Schwiegereltern bis zum Tode respektvoll begleitet. Ich kann mein Alter nicht planen, ob in einer WG, im Umfeld von unseren Kindern oder in einem Heim. Aber mit Disziplin versuche ich, möglichst lange gesund zu leben, (Sport, gesunde Ernährung,strukturierter Tagesablauf), um keinem zur Last zu fallen.

Markus H, Leser_In

indem man nicht peinlich versucht, immer noch so zu sein wie die Jungen.

Regine Wilms, Leser_In

In erster Linie, indem man zu seinem Alter steht und sich die Vorzüge klar macht. Jedes Alter hat seine eigenen Stärken. Ich werde gelassener, ich kann jedes Jahr besser Dinge an mir abperlen lassen, die mich in jüngeren Jahren in Aufruhr versetzt hätten. Ich steige nicht mehr auf jede Provokation ein, sondern auf die, die mir sehr am Herzen liegen. Da kann ich mich mit Maß und Leidenschaft und Zeit! Engagieren. Ich kann mich besser schützen gegen Überforderung, unausgesprochene Erwartungen und kann besser mit einem Lächeln Nein sagen. Im Alter kann man wesentlich besser unterscheiden, was man ändern kann und was nicht. Man wächst in den Luxus hinein, nur noch Dinge zu machen und Kontakte zu pflegen, hinter denen man steht und die Freude machen. \"Anstandshalber\" muss gar nichts mehr sein. Die Kleidung wird bequemer oder auch kühner, lange uneingestandene Wünsche erfüllt. Diese Alterswürde ist völlig unabhängig vom Gesundheitszustand oder Portemonnaie.

Thomas Sturm, Leser_In

Top 1 :Ein ständiger Kampf gegen den biologischen Prozess des Altern ist sinnlos und frustrierend - küssen wir lieber unsere Runzeln. Top 2 :Lasst die Erotik im Alter nicht sterben- auch im Alter machen Berührungen, Umarmungen, Sex noch Freude und erhalten Lebenslust und Sinnlichkeit. Top 3 : Werdet nicht zu Couch Potatoes - im Sarg könnt ihr noch lange genug liegen. Top 4 : Schöpft eure Potentiale aus - reist, macht Sport, geht Hobbies nach, lest, geht ins Theater und Kino, spielt ein Instrument (auch Spielen im Lazarettorchester macht Freude.. Top 5 : Akzeptiert Zipperlein wie ein schlechter werdendes Gedächtnis- solange ihr noch die Namen eurer Partner und euren eigenen Namen kennt, ist alles okay. Top 6 : Humor ist unglaublich wichtig um mit unseren nachlassenden Fähigkeiten witzig und damit entlastend umzugehen. Top 7 : Widerlegt das Vorurteil \" Alt und doof\". Redet mit , streitet mit, mischt euch politisch ein, kommuniziert ( das durchschnittliche deutsche Ehepaar spricht angeblich nur noch vier Minuten am Tag miteinender- z.B. \" noch vier Minuten am Tag miteinander z. B. \" Das Bier ist alle \") Top 8 : Dresst euch gut- spielt aber nicht den Berufsjugendlichen bis zum 90. Geburtstag. Hinweis an der Disco: \"Opa, der Friedhof ist 100 Meter weiter\". Wichtigste Prämisse für die Zukunft: Oben klar und unten dicht, dann ist alles okay !

Holger Pohl, Leser_In

Wir haben unser Haus vor 12 Jahren so geplant, dass wir durch den Einbau einer einzigen Wand zwei Wohnungen schaffen und die untere barrierefrei für uns im Alter nutzbar ist. Die verbliebene Wohnung ist von der Größe her ausreichend mit freiem Zugang in den Garten. Die obere Wohnung ist für eine Familie gross genug. Wir würden diese im Zweifel vermieten und die Einnahmen für Reisen nutzen - hoffen aber dass eines unserer Kinder später mal mit Ihrer Familie dort einziehen wird. Das ist allerdings Zukunftsmusik. Die Kinder sind 6 und 9 Jahre.

Matthias Haninger, Leser_In

Wie definiere ich altern ? Verhaltensweisen, Aussehen oder Lebensstile sind dafür nicht mehr geeignet, weil die Grenzen zwischen den Generationen zu fließend sind heutzutage. Aber wenn ich merke ich bin körperlich oder mental nicht mehr in der Lage etwas zu tun, obwohl ich es möchte hängt es mit dem Alter zusammen. Der Verzicht hierauf ohne Reue, das Bewusstsein zu haben das Fähigkeiten endlich sind und damit Dinge jetzt zu tun bevor es zu spät ist, bedeutet in Würde altern. Es ist vorwiegend eine Einstellung.

Rolf-Jürgen Simon, Leser_In

Ich versuche schon jetzt fit zu bleiben; geistig und körperlich. Natürlich ist auch fininazielle Sicherheit unabdingbar um lebensfroh zu altern. Für mich gehören auch Reisen, Wandern und gutes Essen dazu.

Karin Unkrig, Leser_In

Was ich mir für das Alter vorgenommen habe Nicht über Neues schimpfen, die «gute alte Zeit» ruhen lassen. Die Dinge nehmen ihren Lauf, wer weiß – vielleicht rückt Besseres nach? Nicht über Zipperlein klagen, es macht sie weder kleiner noch erträglicher. Junge Leute interessieren sich nicht dafür, ältere Semester kämpfen selber damit. Nicht Verlorenem nachtrauern, sondern etwas anbieten: Du hast zu viel Zeit, deine Kinder meist zu wenig Nicht in Sack und Asche gehen, in Popelinejacken und Beigegrau. Chic und Charme verblassen von allein, ehe du dich versiehst. Nicht unablässig vergleichen, mit Blick auf den eigenen Vorteil. Einer scheidet immer aus, Am Ende bist du es selbst. Nicht an Materiellem festhalten, du kannst es nicht hinüberretten, in die «andere Welt». Aber krachend verlieren, unterwegs.

Volker Siehr, Leser_In

Würde ist ein grosses Wort. Aber vielleicht kommt man dem würdevollen Altern am nächsten, indem man versucht ähnlich bewusst und verantwortungsvoll zu leben wie vorher auch nur dass sich möglicherweise die Schwerpunkte etwas verschieben: nicht so viel an sich zu denken, sondern für andere ob in der Familie oder der Gesellschaft da zu sein, die immer kostbarer werdende Zeit bewusst und sinnvoll nutzen, sich an den täglichen Dingen und der Natur erfreuen, durch Sport, Bewegung und ausgewogene Ernährung sich gesund erhalten und wenn es dann doch soweit kommen sollte, dass Krankheiten das Leben bstimmen, versuchen das Los anzunehmen und nicht zu erwarten, dass man im Mittelpunkt steht.

Rainer Fassnacht, Leser_In

Würde ist das Bewusstsein des eigenen Wertes, daher gibt es hierfür keine gesellschaftliche Lösung sondern nur individuelle, ganz persönliche.

Roland Dopfer, Leser_In

indem man die einschränkungen des alters akzeptiert und nicht immer auf krampf versucht jung zu bleiben. lebenserfahrung ist ein wichtiges gut.

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Was will ich verändern?

Eine schlechte Gewohnheit ablegen, sich besser ernähren oder endlich den großen Traum verwirklichen: Schreiben Sie uns, was Sie in Ihrem Leben im Jahr 2018 umgestalten wollen.

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Yetnebersh Nigussie, Inklusionsaktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2017

Zusammen wachsen

Die größte Gefahr für unsere Wirtschaft und Gesellschaft ist die Exklusion von Menschen. Wir haben früher in klassenlosen und inklusiven Gesellschaften gelebt, aber als die Weltbevölkerung anwuchs, wurde leider Exklusion zur Norm. Am schwierigsten ist es, Denkweisen zu verändern, und das ist genau das, was ich erreichen will. Die Menschen müssen eine inklusive Denkweise entwickeln, um die gesellschaftliche Vielfalt als positiv zu sehen. Hier müssen wir bereits bei Kindern im frühen Alter beginnen. 32 Million Kinder mit Behinderungen gehen in Entwicklungsländern nicht in die Schule. Inklusive Bildung – also gemeinsame Bildung für Kinder mit und ohne Behinderungen in denselben Klassenzimmern – ist die effektivste Methode, weil sie meiner Meinung nach der beste Weg in zweierlei Hinsicht ist: Wir schaffen damit die Trennung von Menschen mit und ohne Behinderungen ab. Und Millionen Kinder mit Behinderungen weltweit können endlich zur Schule gehen – weil sie Schulen in ihrer Umgebung besuchen können. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Bildung ein Wendepunkt in meinem Leben war, der meine Blindheit in eine Chance verwandelte. Millionen von jungen Menschen mit Behinderungen wollen und können lernen und arbeiten. Doch indem man sie davon abhält, können sie weder für sich sorgen, noch tragen sie zu einer erfolgreichen Wirtschaft bei – was einen Milliardenverlust gerade für einkommensschwache Länder bedeutet.

Wolf Allihn, Leser

Wir alle sind gefragt

Materielles, Äußeres möchte ich nicht verändern, sondern eher das kritische Denken der Menschen dahingehend stärken, dass sie nicht alles, was ihnen an Fake News und Parolen vorgeblasen wird, für bare Münze nehmen, sondern nach gründlicher Sachinformation Vorurteile durchschauen und Kritik und Klarstellung auch zur Geltung bringen. Ich möchte, dass der Mensch als Bürger, wenn er ein Problem hat, zuerst fragt, was er selber tun kann, um sich zu helfen. Und dass er tätig wird und das verändert, was er anders haben möchte. Der soziale Impuls ist missverstanden, wenn immer gleich eine übergeordnete anonyme Organisation für die eigene Schlaffheit einstehen soll. Wünschenswert wäre auch, wenn die Menschen ihre geistigen Ansprüche nicht auf dem niedrigsten Niveau einparken und sich mit dem trivialsten, oberflächlichsten und lautesten Angebot zufriedengeben würden, sondern sich dem scheinbar Schwierigen und Anspruchsvollen zuwenden. Eine Entwicklung zur sprichwörtlichen „Life-long-learning“-Bereitschaft wäre dabei sehr hilfreich. Wie ich das erreichen kann? Indem ich durch Sprechen und Schreiben – zum Beispiel durch Leserbriefe wie diesem – Aufklärung leiste, kritisch Stellung nehme und zur sachlichen Stellungnahme anrege. Dabei versuche ich, mich nicht durch gleichmacherische und falschen Frieden fordernde Einwände einschüchtern zu lassen. Freilich braucht es dazu Mut und Standhaftigkeit, über die ich nicht immer verfüge.

Thomas D, Musiker und Naturschützer

Die Veränderung steckt in dir

Wir treten die Welt, von der wir behaupten, es sei unsere, mit Füßen. Das ist aus so vielen verschiedenen Gründen dumm – nicht zuletzt, weil es die einzige Welt ist, die wir haben. Ich verstehe zum Beispiel den Typen nicht, der seit einigen Wochen bei uns am Wegesrand seinen Müll deponiert. Zum einen gibt es in der Eifel durchaus eine funktionierende Müllabfuhr, zum anderen muss der Typ ja auch irgendwo hier in der Nähe wohnen. Die kleine, persönliche Ebene kann man natürlich ohne Probleme auf das große Ganze ummünzen: Dort geht es dann eben nicht mehr um die illegale Verklappung von Müllsäcken, sondern um die schamlose Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen. Ich wünsche mir, dass wir damit aufhören, und dafür brauchen wir einen Perspektivwechsel. Regeln und Vorschriften helfen dabei kaum, viel wichtiger ist die Persönlichkeitsentwicklung jedes Einzelnen. Musik spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle: Manchmal reicht ein Song, um ein ganzes Leben zu verändern – im Guten wie im Schlechten. Ähnlich verhält es sich mit Geld: Für viele ist es das Böse schlechthin, dabei kann Geld ein wunderbares Vehikel für Veränderung sein und Innovationen möglich machen. Dass Geld in den falschen Händen fatal sein kann, versteht sich von selbst. Und schon sind wir wieder bei unserem Verständnis von der Welt: Sobald das stimmt, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Es könnte so einfach sein.

Oliver Breuer, Leser

Glücklicher werden – mit mir selbst und meinen Lieben. Und neugierig bleiben auf das Leben und die Welt.

Martin Zeppler, Leser

Geld oder Zeit

Im meiner Brust schlagen zwei Herzen: Zum einen bin ich froh, dass ich wieder viele Aufträge habe und das Geschäft super läuft. Zum anderen bin ich damit gleich wieder in die Falle der schlechten Ernährung getapst, weil ich wieder auf Fertigpizzen und Aufgieß-E-Stoff-Suppen zurückgreife. Und das Sportprogramm blieb auch auf der Strecke. Es war mein Neujahrsvorsatz, mehr Geld zu verdienen, und das habe ich auch geschafft, was mich schon irgendwie stolz macht. Aber nun werde ich sehen, ob ich im nächsten Jahr wieder alles zurückändern will. Denn schließlich ist die Gesundheit das Wichtigste, was wir haben. Und nicht alle Lebensqualität kann man sich mit Geld erkaufen.

Jessica Frohmut, Leserin

Ende der Hängepartie

In der langen Zeit ohne Regierung dachte ich: Bitte keinen Stillstand mehr. Ich habe gewählt, damit sich etwas ändert. Das war mein „Das will ich verändern“. Ich konnte es gar nicht fassen, dass dann Politiker, die hätten verändern können, dies soweit von sich geschoben haben. Jetzt will ich, dass unsere Regierung, sofern sie denn einmal steht, auch endlich zu Taten schreitet.

Katrin Freitag, Leserin

Lektion gelernt

Mein Urvertrauen in mir wichtige Menschen ist vor Jahren zerstört worden. Und zum Jahresende bin ich von einer vermeintlichen Freundin so aus heiterem Himmel verletzt worden, dass mein langsam wiedergefundener Glaube erneut erschüttert wurde. Um mich nicht erneut zu zerfleischen, habe ich für mich beschlossen, mich zukünftig nur noch daran zu erfreuen, was ich habe und nicht, was ich verloren oder nicht habe. Und das sind an erster Stelle zwei wunderbare Kinder, zwei zauberhafte Enkel, eine harmonische Beziehung, ein Job, der zu mir passt, Gesundheit. Es gibt immer einen Grund, warum es Menschen und Begegnungen in deinem Leben gibt – entweder es sind Bereicherungen oder Lektionen. Ich konzentriere meine Energien auf letzteres und möchte mir gegenüber achtsamer sein. Ich hoffe, meine Authentizität und Natürlichkeit zu behalten und weiterhin in den Spiegel schauen zu können. Ich glaube, wenn mir das gelingt, habe ich viel mehr erreicht als viele andere. Was braucht es mehr?

Stefan H., Leser

Auf zum Horizont

Ich würde gerne mehr aus meinem Leben machen und Neues kennenlernen, unbekannte Wege gehen. Seit es in meinem Umfeld in diesem Winter einige Schicksalsschläge gab, weiß ich, dass man nicht immer darauf setzen kann, erst nach der Rente alle Träume zu verwirklichen. Einen ersten Schritt habe ich deswegen schon einmal gemacht: Ich habe mich in meiner Firma für eine Versetzung ins Ausland beworben. Ich hoffe, es klappt noch in diesem Jahr.

Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin a. D.

Veränderung ist möglich

Ich bemühe mich sehr, dass die Nachhaltigkeitsentwicklungsziele, die die Vereinten Nationen im Jahr 2015 beschlossen haben, auch in Deutschland verstanden werden als Ziele für die gerechte Gestaltung der Globalisierung. Denn ich habe den Eindruck, dass diese Ziele das bestgehütete Geheimnis in der deutschen Politik darstellen. Aber sie binden auch unser Land in seinen internationalen Beziehungen. Es geht darum, Armut drastisch zurückzudrängen, die Klimaziele durchzusetzen, Ungleichheit in unserem Land und auch global zu bekämpfen, die Frauenrechte voranzubringen. Dafür arbeite ich als Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Praktisch engagiere ich mich noch immer dafür, dass HIV/Aids endgültig ausgerottet wird und vor allem junge Frauen und Mädchen in Afrika die Möglichkeiten erhalten, sich vor der Ansteckung selbst zu schützen – zum Beispiel durch einen Ring, der eine antiretrovirale Substanz abgibt, die die Vermehrung des HI-Virus blockiert, und den die Frau selbst einsetzen kann. Und ich unterstütze mit anderen zusammen den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose, der in den 15 Jahren, seit er besteht, immerhin 20 Millionen Menschenleben gerettet hat. Es geht darum, das Menschenrecht auf Gesundheit zu verwirklichen, so dass endlich dem Skandal ein Ende gemacht wird, dass in Entwicklungsländern Hunderttausende Frauen nur deshalb sterben, weil sie ein Kind zur Welt bringen.

Regine Wilms, Leserin

Im Ruhestand ist man versucht, nur noch möglichst wenig zu verändern. Mir graust es aber davor. Ich möchte auch 2018 Neues entdecken und mich Herausforderungen stellen. Ich möchte mehr Kontakte suchen, mit denen ich politisch diskutieren kann. Ich möchte mit neuen Freunden auch andere Lebenswelten kennenlernen und mich darauf einlassen. Vielleicht entdecke ich ja auch 2018 wieder ein neues Hobby. Ich will mir meine Neugier erhalten und mich noch mutiger auf Veränderungen einlassen.

Edoh Yawovi, Leser aus Togo

Endlich Veränderung

Wir wollen den Menschen mehr Bildung ermöglichen, damit sie ein besseres Verständnis für den Wert von Demokratie erlangen. Es wäre wertvoll, wenn in den afrikanischen Ländern Frieden herrschen würde, um in Ruhe darüber nachdenken zu können, politische Lösungen für unsere Probleme zu finden. Dadurch hätten wir bessere Regierungen und daraus resultierend auch bessere Auswahlmöglichkeiten. Es würde ein realer Wechsel eintreten, mit vielen Optionen für Afrika. Dieser Wechsel würde helfen, die vielen Auswanderer auf dem Weg über das Mittelmeer nach Europa zu verhindern. Wir müssen diesen Menschen die Möglichkeiten geben, damit sie bleiben und ihre Länder entwickeln können.

Tilman Santarius, Soziologe und Autor („Smarte grüne Welt?“)

Jeder kann anpacken

Die Digitalisierung, so wird oft behauptet, würde alles in unserem Leben und unserer Gesellschaft verändern. Und nicht wenige Menschen glauben, dass wir mit zunehmender Digitalisierung sozusagen automatisch die großen Probleme der Menschheit lösen werden, zum Beispiel den Klimawandel, die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft, internationale Ungerechtigkeiten. Doch ich denke, das ist bestenfalls naiv. Zunächst mal werden unsere digitalen Geräte oft unter miserablen Arbeits- und Umweltstandards im globalen Süden hergestellt. Bringen sie uns in der Anwendung so viel soziale und ökologische Vorteile, dass diese Probleme ausgeglichen werden? Ich sehe durchaus einige Chancen der Digitalisierung, um etwa nachhaltigen Konsum durch Sharing statt Neukauf oder umweltfreundliche Mobilität voranzubringen. Aber von alleine wird das nicht kommen. Was ich daher ändern möchte: Erstens eine gesellschaftliche Debatte anfachen zu der Frage „Welche Digitalisierung wollen wir?“. Damit wir erst Nachdenken und nicht „Digitalisierung first, Bedenken second“ praktizieren. Zweitens Politik und Nutzer dazu bewegen, die Digitalisierung viel stärker in eine nachhaltige Richtung zu lenken. Wir alle können sofort anfangen: Whatsapp deinstallieren, grüne Apps nutzen; Startpage statt Google für die Internetsuche nutzen; unsere Politiker auffordern, die Digitalisierung im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten. Let\'s do it: Eine andere Digitalisierung ist möglich.

Halina Frederick, Leserin

Ökonomische Logik

Es ist ein schwerer innerer Kampf, Dinge zu verändern, von denen man weiß, dass man sie ändern müsste, Dinge, die der Welt, in der wir leben, nicht guttun. Und trotzdem verändern wir nichts, weil unsere Wirtschaft so funktioniert. Wenn man beruflich für ein Meeting nach Österreich geschickt wird, morgens mit dem Billigflieger hin und am nächsten Tag ebenso zurück, wer wird da schon sagen: Darf ich den viermal so teuren Zug nehmen und länger von der Arbeit freigestellt sein, weil das besser für die Umwelt ist? Man sagt sich: Es ist ein Geschäftstermin, da muss ich hin. Und es ist eine Auszeichnung, dort hingeschickt zu werden. Viele Dinge will man also gar nicht verändern, aber man müsste es.

Eva Brenner, Innenarchitektin und Moderatorin

Tage der Selbstbefreiung

2018 werde ich mich von einigem trennen – von Kleidung, Deko und auch Möbeln. Um Raum zu schaffen für Neues oder auch um Freiraum zu gewinnen für meine kreative Arbeit. Mir fällt es nicht leicht, mich von Altem zu trennen. Gerade wenn man wie ich das Vorbeirauschen der Trends erlebt, hält man gerne am Gewohnten fest. Oder es ist bei mir einfach so – Typsache. Aber hat man sich überwunden und befreit, gibt es nichts Wohltuenderes als diese neu gewonnene Ordnung oder das erfrischte Umfeld. Die Umsetzung ist bei mir fest eingeplant in meinem Terminkalender und soll gleich in den ersten Wochen des Jahres passieren. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – aber zu oft ist es dann doch bei Ersterem geblieben. Also haben wir zwei, meine Wohnung und ich, ein Date über Tage, um diesen Ballast abzuwerfen und um ein kleines Make-over umzusetzen. Beginnen werde ich mit dem Unliebsamsten – dem Ankleide- und Gästezimmer, in dem sich das meiste angehäuft hat. Beginnt man mit dem Schwierigsten, kann es nur leichter werden – und ich hoffe der Keller wird, nachdem ich mich durch alle Räume gearbeitet habe, voll sein mit Dingen für den Flohmarkt oder karitative Einrichtungen. Und meine Seele zufrieden mit dem Ergebnis. Während dieser Zeit möchte ich auch auf Dinge verzichten, die meinen Körper belasten. Ich werde sozusagen doppelt Ballast abwerfen: sowohl für den Körper als auch für die Seele. Auf diesen Luxus freue ich mich.

Cornelia Zimmermann, Leserin

Konkret werden

Ich glaube nicht, dass man als Erwachsener grundlegend seine Persönlichkeit verändern kann. Aber man kann sich Dinge vornehmen und dann an der Umsetzung arbeiten. Im Job kann das bedeuten, dass man sich in einem Bereich weiterqualifizieren will und deswegen nach Arbeitsschluss weiter zu Themen recherchiert. Es kann auch ein Vorsatz im Alltag sein: Ich spende jeden Tag einer Person etwas Geld und mache so ihren Tag ein wenig besser. Das waren jedenfalls zwei Dinge, die ich verändern wollte, und ich bin froh, dass es etwas sehr Greifbares war, das ich auch wirklich umsetzen konnte.

Yasmine Orth, Entrepreneur im Bereich „Bewusstes Leben“

Im Gleichgewicht

Angesichts der vielen Krisen, der beschleunigten globalen und digitalen Transformationsprozesse fragen wir uns: Warum ist unsere Welt so aus der Balance geraten? Warum sind wir immer so gestresst und haben Angst vor der Zukunft? Wie kommen wir wieder in Balance? Für mich gibt es zwei wichtige Handlungsbereiche für innere Balance. Es braucht eine Menge Entschleunigung, um eigene Bedürfnisse wahrzunehmen – freie Zeit, in der wir nicht im Minutentakt reagieren müssen und lernen, uns wieder zu spüren. Yoga, Meditation, Tanz und viel Natur sind da mein erster Schlüssel. Veränderung fängt bei uns selbst an – im Außen können wir nur das kreieren, was wir in uns selbst finden. Positiv wie negativ. Der Zustand unserer Erde fordert uns dazu auf, aufzuwachen. Die fehlende Wertschätzung für die Natur liegt in meinen Augen historisch gesehen auch in der fehlenden Wertschätzung für „feminine“ Qualitäten, in der globalen Unterdrückung. Da bewegt sich schon viel die letzte Zeit. Die Förderung von „Female Empowerment and Leadership“ und somit einer Balance von „femininen“ und „maskulinen“ Aspekten in jedem Menschen sind ein zweiter Schlüssel für mich. Wir sind aktuell mehr denn je gefragt, unsere Fähigkeiten für etwas Sinnvolles – privat wie beruflich – einzusetzen, das größer ist als wir selbst, und den Mut zu kultivieren, unserem Herzen zu folgen und uns treu zu sein. Wir gestalten die Zukunft unserer Kinder – für die nächsten Generationen.

Michael Gregor, Leser

Den Anfang finden

Ich möchte weg von der Aufschieberitis, nicht mehr erst auf die letzte Mahnung des Finanzamts meine Steuererklärung abgeben. Und beim Gewicht sollen auch ein paar Kilos runter. Die Hosen zwicken doch immer mal wieder. Was mir und meiner Umwelt auch ganz gut tun würde: etwas mehr Gelassenheit. Ich denke, das sind nur drei Dinge, aber irgendwo muss man ja anfangen.

Stefanie Hofmeister, Leserin

Ich möchte wieder lernen, selbst bei heftigem Sturm die Schönheit des Lebens wahrzunehmen und zu schätzen, um dem Gefühl der Zufriedenheit einen Raum zur Entfaltung zu bieten.

Niko Paech, Hochschullehrer für Plurale Ökonomik, Universität Siegen

Am Ende des Regenbogens

Der Planet leidet unter Modernisierungsstress. Gemessen an ihrer Gesamtbilanz sind alle Nachhaltigkeitsbemühungen fehlgeschlagen. Es findet sich kein ökologisch relevantes Handlungsfeld, in dem die Summe bekannter und neuer Schadensaktivitäten nicht permanent zugenommen hätte. Vormals ökologisch verträgliche Lebensstile sind den Verlockungen des digital-kosmopolitischen Komforts anheimgefallen. Die Anzahl gebildeter, sich moralisch korrekt gerierender Menschen, deren globaler Aktionsradius einen individuellen CO2-Fußabdruck hinterlässt, der alles Bisherige übertrifft, explodiert. Demokratische Regulative, ganz gleich ob Politik, Bildung, Erziehung oder Medien, sind willfährige Erfüllungsgehilfen einer öko-suizidalen Daseinsform, die als sozialer Fortschritt verklärt wird. Sie wetteifern darin, jede beliebige Klientel mit ständig neuen Freiheits- und Wohlstandsangeboten zu beglücken: Genug ist nicht genug, denn die Gier scheint mit dem bereits Erreichten zu wachsen. Politische Gestaltungsprinzipien sind auf das dumpfe Niveau des Geschenkeausteilens herabgesunken. Nur keine Konflikte oder Einsichten in die Notwendigkeit einer Selbstbegrenzung riskieren! Die Moderne scheitert an der Heuchelei, ihre egozentrischen Mittel mit einem vermeintlich aufgeklärten Zweck zu heiligen. Nun hängt die Zukunft an einer Avantgarde, die es erträgt, dafür beschimpft zu werden, dass sie sich der trügerischen Fortschrittsideologie verweigert.

Michael Sieben, Leser

Besinnt euch

Gestern folgte ich dem Rat der Tochter, nachzuschauen, ob es bei Firma XY für Mami, meine Frau, passende Sale-Angebote gebe für ihr Projekt „Jakobsweg“. Heute leide ich wieder unter der Unruhe auf meinem Monitor. Denn am rechten Rand tauchen alle gestern nicht gewählten Produkte in sich ständig wiederholender Folge auf so schrecklich ablenkende Weise wieder auf, dass ich ein Blatt aus dem Drucker nehme, um es, raffiniert geknickt, so über den Monitor zu hängen, dass ich mich auf meine Antwort-Gedanken konzentrieren kann. Was aber, nimmt man es konservativ genau, in seiner ganzen banalen Belanglosigkeit doch auch ein sinnvolles Ereignis darstellt. Denn ganz fest habe ich mir, der 1949 Geborene, für die enger werdende Zukunft – das statistisch noch mögliche letzte Dutzend Lebensjahre – wirklich nur das vorgenommen, was sich hoffentlich auch viele Millionen andere vorgenommen haben. Erstens: In der eigenen Medienwelt noch stärker versuchen, dass eines unserer wertvollsten Güter, nämlich der Augenblick, so weit wie möglich vor Durch- und Einblicke erschwerenden Beschädigungen und Überfütterungen geschützt wird. Zweitens: Daran zu denken, dass man grandiosen persönlichen Zielsetzungen aus früheren Jahren und Jahrzehnten unbedingt treu bleiben, sie nie vergessen, sie immer erneuern sollte. Bei mir ist es zum Beispiel der Vorsatz, genau zu überprüfen, ob es sich für die europäische Kulturgeschichte lohnt, wenn ich berühmt werde.

Fritz Gold, Leser

Erst mein Leben und dann die Welt.

Michael Gregor, Leser_In

Ich möchte weg von der Aufschieberitis, nicht mehr auf die letzte Mahnung des Finanzamts meine Steuererklärung abgeben. Und beim Gewicht sollen auch ein paar Kilos runter. Die Hosen zwicken doch immer mal wieder. Was mir und meiner Umwelt auch ganz gut tun würde: Etwas mehr Gelassenheit. Ich denke, das sind nur 3 Dinge, aber irgendwo muss man ja anfangen.

Michael Sieben, Leser_In

Gestern folgte ich dem Rat der Tochter, nachzuschauen, ob es bei Firma XY für Mami, meine Frau, passende Sale-Angebote gebe für ihr Projekt \"Jakobsweg\". Heute leide ich wieder unter der Unruhe auf meinem Monitor. Denn am rechten Rand tauchen alle gestern nicht gewählten Produkte in sich ständig wiederholender Folge auf so schrecklich ablenkende Weise wieder auf, dass ich ein Blatt aus dem Drucker nehme, um es, raffiniert geknickt, so über den Monitor zu hängen, dass ich mich auf meine Antwort-Gedanken konzentrieren kann. Was aber, nimmt man es konservativ genau, in seiner ganzen banalen Belanglosigkeit doch auch ein sinnvolles Ereignis darstellt. Denn ganz fest habe ich mir, der 1949 Geborene, für die enger werdende Zukunft, das statistisch noch mögliche letzte Dutzend Lebensjahre, wirklich nur das vorgenommen, was sich evtl. und hoffentlich, auch viele Millionen der zwischen 1949-1999 Geborenen vorgenommen haben: ERSTENS: In der eigenen Medienwelt noch stärker versuchen, dass eines unserer wertvollsten Güter, nämlich die AUGENBLICKE, so weit wie möglich geschützt werden vor Durch- und Einblicke erschwerenden Beschädigungen und Überfütterungen. ZWEITENS: Daran zu denken, dass man grandiosen persönlichen Zielsetzungen aus früheren Jahren und Jahrzehnten unbedingt treu bleiben, sie nie vergessen, sie immer erneuern sollte. Bei mir ist es zum Beispiel der Vorsatz, genau zu überprüfen, ob es sich für die europäische Kulturgeschichte lohnt, wenn ich berühmt werde.

Stefanie Hofmeister, Leser_In

Ich möchte wieder lernen, selbst bei heftigem Sturm die Schönheit des Lebens wahrzunehmen und zu schätzen, um dem Gefühl der Zufriedenheit einen Raum zur Entfaltung zu bieten.

Harald Gruber, Leser_In

Für Menschenrechte einsetzen

Oliver Breuer, Leser_In

Glücklicher werden – mit mir selbst und meinen Lieben und neugierig bleiben auf das Leben und die Welt.

Frank F., Leser_In

Ja ich wil die schlechte Gewohnheit ablegen ALLES auf die laange Bank zu schieben und zu warten bis .................. und ja besser ernäheren ist schon fortgeschritten, aber noch nicht vollkommen. und um den Traum zu erfüllen muss ich erst den \"Alptraum\" loswerden!

Katrin Freitag, Leser_In

Mein Urvertrauen in mir wichtige Menschen ist vor Jahren zerstört worden. Ich bin zum Jahresende von einer vermeintlichen Freundin so aus heiterem Himmel verletzt worden, dass mein so langsam wiedergefundene Glaube daran erneut erschüttert wurde. Um mich nicht erneut zu zerfleischen, habe ich für mich beschlossen, mich zukünftig nur noch daran zu erfreuen, was ich habe und nicht, was ich verlor oder nicht habe. Und das sind an erster Stelle zwei wunderbare Kinder, zwei zauberhafte Enkel, eine harmonische Beziehung, ein Job, der zu mir passt, Gesundheit. Es gibt immer einen Grund, warum es Menschen/Begegnungen in deinem Leben gibt, entweder es sind Bereicherungen oder Lektionen. Ich konzentriere meine Energien auf letzteres und möchte mir gegenüber achtsamer sein. Ich hoffe, meine Authenzität und Natürlichkeit zu behalten und weiterhin in den Spiegel schauen zu können. Ich glaube, wenn mir das gelingt, habe ich viel mehr erreicht als viele. Was braucht es mehr?

Wolf Allihn, Leser_In

Materielles, Äußeres möchte ich nicht verändern (das überlasse ich den dafür Zuständigen), sondern ich möchte eher das kritische Denken der Menschen stärken dahingehend, dass sie nicht alles, was ihnen die Medien (Werbung, TV, Zeitungen, Internet, Parteien usw.) an Fake News und Parolen vorblasen, für bare Münze nehmen, sondern nach gründlicher Sach-Information Vorurteile durchschauen und Kritik und Klarstellung auch zur Geltung bringen. Ich möchte, dass der Mensch als Bürger, wenn er ein Problem hat, ehe er nach dem Staat, der Versicherung, der Gewerkschaft, den Maltesern, der Feuerwehr usw. ruft oder die Nachbarn um Hilfe bittet, ehe er also öffentliche Institutionen bemüht, zuerst sich selbst fragt, was er selber tun kann, um sich zu helfen. Und dass er tätig wird und das anpackt und verändert, was er anders haben möchte. Der soziale Impuls ist missverstanden, wenn immer gleich eine übergeordnete, anonyme Organisation für die eigene Schlaffheit einstehen soll. Wünschenswert wäre auch, wenn die Menschen ihre geistigen Ansprüche nicht auf dem niedrigsten Niveau einparken, sondern sie ab und zu steigern würden, sich z.B. in Film und Musik nicht mit dem billigsten (trivialsten, oberflächlichsten, lautesten) Angebot zufriedengeben, sondern sich dem scheinbar Schwierigen und Anspruchsvollen zuwenden, was auch wert- und gehaltvollere Bestätigungen ergäbe. Eine Entwicklung zur sprichwörtlichen ‚life-long-learning‘- Bereitschaft wäre dabei sehr hilfreich. WIE ich das erreichen kann? Indem ich durch Sprechen und Schreiben (z.B. Leserbriefe wie diesem) Information und Aufklärung leiste, kritisch Stellung nehme und zur sachlichen, ruhig vorgebrachten Stellungnahme anrege. Dabei versuche ich mich nicht durch gleichmacherische und falschen Frieden fordernde Einwände einschüchtern zu lassen. Freilich braucht es dazu Mut und Standhaftigkeit, über die ich nicht immer verfüge.

Gundi Günther, Leser_In

Mit fast jedem Wunsch erreicht uns auch der, nach einer guten Gesundheit; aber ganz klar ist, der Wunsch allein reicht nicht. Wir müssen etwas tun für unsere Gesundheit: gesunde Ernährung, mehr Bewegung und ein gutes Karma. Aber schon mit dem ersten Punkt geht \' s los. Einkaufen! Mehr denn je zeitaufwendig, weil gerade die knapp ist, wenn man noch einen Job macht. Jetzt kommt das Kleingedruckte! Man muss es lesen, um zu wissen was drin ist. Und es ist so einiges drin. Z.B. Zitronensäure in Marmeladen und die zahlreichen E´s ! - ohne ökotrophologische Vorkenntnisse auch schwer. Also geht´s nur in der Bioabteilung. Aber von dort hört man auch nicht nur ehrliche Sachen. Zugegeben neige ich manchmal aus Zeitmangel auch dazu, nicht drauf zuschauen und ein wenig zu fudeln, aber mein Mann, unser Koch, mein Ernährungs-Scout und ein Hardliner was den guten und gesunden Geschmack angeht, „ist auf der Hut“. Ein zweiter wichtiger Punkt: ausreichender Schlaf. Mit zu viel „Kopfkino“ und noch mehr Gedanken im Kopf manchmal nicht einfach, aber machbar. Fakt ist, ich schlafe besser, wenn ich laufen oder mit meinen 3 Enkeln an der frischen Luft unterwegs war. Deshalb soll das Credo meines Mannes auch künftig meines sein: gesundes Essen, mehr Bewegung und genug Schlaf, dann bleiben wir gesund.

Markus H, Leser_In

ich will noch achtsamer im Augenblick sein und mir weniger Sorgen machen

Regine Wilms, Leser_In

Im Ruhestand ist man versucht, nur noch möglichst wenig zu verändern. Mir graust es aber davor. Ich möchte auch 2018 Neues entdecken und mich Herausforderungen stellen. Ich möchte mehr Kontakte suchen, mit denen ich politisch diskutieren kann. Ich möchte mit neuen Freunden auch andere Lebenswelten kennen lernen und mich darauf einlassen. Vielleicht entdecke ich ja auch 2018 wieder ein neues Hobby? Ich will mir meine Neugier erhalten und mich noch mutiger auf Veränderungen einlassen.

Rolf-Jürgen Simon, Leser_In

Ich will gelassener und achtsamer sein: weniger Aufregung, weniger Stress, mehr Ruhe.

Roland Dopfer, Leser_In

nichts, ist doch gut so, immer diese hehren vorsätze, die man eh nicht umsetzt

Eduard Ditzler-Jagusch, Leser_In

ich möchte mich selbst mehr wertschätzen und so mein Selbstvertrauen stärken.

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Welchen Wert hat Freizeit?

Entspannen oder mit dem Mountainbike die Berge hochradeln? Lesen oder die Welt entdecken? Erklären Sie uns, wie Sie den Kopf frei und den Akku wieder aufgeladen bekommen.

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Claus-Heinrich Clausen, Leser_In

Zur Zeit des Berufslebens war Freizeit, die Zeit zum “Runterkommen, Erholen, Kraft und Ausdauer tanken um, eben möglichst ausgeruht und mit vollem Tank wieder zu funktionieren. Jetzt, im Ruhestand, wird die freie Zeit in dem Sinne genutzt, wie sie es verdient. Wofür sie wohl auch da ist. Nach wie vor wird gewandert, geradelt. Aber eben nicht ab Wohnort, wo man ahnen kann, wer einem nach der nächsten Biegung entgegen kommt oder wie die Landschaft nach der nächsten Kurve ausschaut. Nein, zum Start fährt man ein paar Kilometer mit Auto und/oder Bahn und startet dann. Fast immer etwas neue entdeckend, egal, ob Flora oder Fauna, Architektur oder Landschaft. Aber das wichtigste: bei jeder Gelegenheit, bei jeder Rast mit Menschen ins Gespräch kommen. Eine Bereicherung die wir nicht mehr missen möchten.

Harald Gruber, Leser_In

Stille genießen

Renate Fuhrmann, Leser_In

Freizeit hat großen Wert. Wir brauchen sie auch als Rentner. Dies ist die Zeit, die uns Kraft schenkt. Die unsere Kreativität zutage bringt. Die uns selber sein lässt.

Oliver Breuer, Leser_In

Musik hören und Musik machen, Sport treiben, mit Freunden und/oder Familie die Zeit genießen – all das macht Freizeit aus und ist Erholung.

Frank F., Leser_In

Freizeit - alleine die Zeit ist wichtig, frei sollte man natürlich auch sein und somit bike ich in der Freizeit wohin mich die Winde tragen....... Ab und zu lese ich auch entspannte Lektüre Dahl oder Coelhos

Markus H, Leser_In

erst die Trennung zwischen Freizeit und Arbeitszeit ist doch das Elend

Regine Wilms, Leser_In

Der Wert der Freizeit hängt von der Lebenssituation ab. Ich lebe als Rentnerin alleine und werde von meinen Enkeln immer wieder gefragt, ob das nicht schrecklich langweilig sei. Für sie besteht mein Leben aus Freizeit. Deren Freizeit und die aller Berufstätigen und Eltern schrumpft auf die Zeit zusammen, die nach Erfüllung aller Aufgaben bleibt. Zeit für Freunde, Hobbys und Relaxen. Als Gegengewicht auch zum Tempo des Alltags unverzichtbar. Freizeit darf langsam sein, sie sollte keiner Pflicht unterworfen sein. Für Aufgaben und Tätigkeiten in der Freizeit entscheidet man sich aktiv. Hier darf Platz sein für das selbst und seine Bedürfnisse.

Rolf-Jürgen Simon, Leser_In

In der Stille passiert am meisten!!! Nichts tun, wirklich entspannen. Das ist wichtig. Aber auch wandern in der Natur, im Wald oder an einem See macht den Kopf frei und lässt die Seele singen.

Sylvie Delègue, Leser_In

Freizeit wird überschätzt, wenn etwas Freude macht ist es egal ob dies unter der Überschrift Arbeit oder Freizeit steht.

Roland Dopfer, Leser_In

die strikte trennung von arbeit und freizeit ist schlecht. arbeit sollte spass machen und in der nicht-arbeit-zeit sollte man dinge machen, die während der arbeit nicht möglich sind, wie \"die berge hochradeln.\" der akku darf durch arbeit nicht entladen werden.

Eduard Ditzler-Jagusch, Leser_In

unschätzbaren Wert, den ich erst erkannt habe, nachdem ich feststellen mußte, dass Freizeit nichts Selbstverständliches ist, sondern immer einmalig. Eine Mißachtung wiegt schwerer als man denkt.

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