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Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen?

Wie werden alle Menschen satt? Eine Frage, die mehr polarisiert, als man glaubt.
Also eine perfekte Möglichkeit für Sie, mitzudiskutieren. Wenn sich
Susanne Lüttmer-Ouazane von Monsanto Deutschland, die Politikwissenschaftlerin
Bettina Engels und Stefanie Möde vom Fraunhofer-Institut der Frage stellen,
ist Diskussionsstoff vorprogrammiert!

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Ernst Ulich, Leser_In

Wir in den reichen Ländern essen heute ca. drei Mal so viel Fleisch wie z.B. vor dem Krieg. Warum? Damals war es, relativ zum Lebensstandard, wenigstens dreimal so teuer. Und wie kommt es, dass Fleisch so billig ist? Es liegt an der Massentierhaltung, die es früher nicht gab. Kein Wunder, dass aller Tier- und Naturschutzvereine diese wahnsinnige Tierquälerei heftig bekämpfen. Aber es geht ja nicht nur um den Tierschutz. Die Auswirkungen dieser Massenproduktion erstrecken sich auf Natur und Umwelt, auf Klima, Wasserverbrauch und Böden, auf die menschliche Gesundheit und nicht zuletzt auf den Hunger bei den armen Völkern. Mehr als die Hälfte aller pflanzlichen Erzeugnisse auf dieser Welt wird als Tierfutter verbraucht. \"Das„ Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen.“ Das ist ein uralter Sprich, den schon fast jedes Kind kennt. Bestes Beispiel ist Südamerika, wo Urwälder abgeholzt werden, um Sojafelder anzulegen – weniger für den menschlichen Verzehr, sondern in erster Linie als Tierfutter zum Export nach Europa. Und dabei ersticken wir in Deutschland in billigem, meist minderwertigem Fleisch – man denke nur an die zahlreichen Skandale der vergangenen Jahre. Und trotzdem werden vor allem in Ostdeutschland neue Mastanlagen für Schweine und Hühner errichtet. Die investoren sind meistens Holländer. Wieso das? In ihrem Heimatland dürfen sie nicht mehr. Dort sind die Böden bereits verdorben. Aber bei uns noch nicht. Warum aber immer neue Tierfabriken, wo wir sowieso schon mehr als genug haben? Für den Export. Unsere Regierung subventioniert sogar die Ausfuhr noch Schweinefleisch, z.B. nach China. Denn dort steigt der Verbrauch im Zuge des Wirtschaftswunders rasant. Desgleichen in Russland, Brasilien, Indien. Das sind etwa 3 Milliarden Menschen. Wollen wir diesen Leuten etwa verbieten, ebenso viel Fleisch zu essen wie wir? Und was haben wir davon, wenn wir Fleisch für andere Menschen produzieren? Schafft Arbeitspläte? Zehn Leute für 40.000 Schweine! Bringt Geld? Für die Investoren! Eines ist sicher: Der Dreck, die Gülle, die Luftverschmutzung, die Verkehrsbelastung – die bleiben bei uns. In Niedersachsen werden neue Megaschlachthöfe für Geflügel angelegt. In Wietze z.B. sollen pro Sekunde dereinst fünf Hühnchen geschlachtet werden. Aber so viele Tiere sind noch gar nicht da, der Schlachthof ist nicht ausgelastet. Also werden Bauern ermuntert, neue Hühnchenmastanlagen zu errichten, sie bekommen sogar Kredite. Vorläufig holt man das lebende Geflügel auch aus Dänemark. Das Schlachten ist bei uns sowieso viel billiger wegen der Fremdarbeiter, die bei uns erbärmlich über Werksverträge bezahlt werden. Nun lesen wir in dem Aufsatz von Bertram Brökelmann: „Der Mensch muss seine Verhaltensweisen … ändern“. Glaubt er das selber? Seit Jahrtausenden muss sich der Mensch ändern, er tut es nicht. Das weiß eigentlich jeder. Auch wenn der Fleischverbrauch bei uns geringfügig zurückgegangen ist, auch denn die Zahl der Vegetarier in den letzten Jahren erfreulich angestiegen ist, auch wenn man heute die Veganger bewundert, die es vor 20 Jahren noch gar nicht gab – sie werden immer in der Minderheit bleiben. Wer also könnte was ändern an dieser verhängnisvollen Entwicklung? Nur die Politik könnte etwas bewirken, und zwar durch Gesetze, Richtlinien Verordnungen. Man könnte die Massentierhaltung verbieten, indem sehr strenge Haltungsbedingungen vorgeschrieben werden. Man könnte eine saftige Fleischsteuer erheben. Warum eigentlich nicht? Es gibt Tabak-, Alkohol-, Benzin- und Kaffeesteuer. Alles, was in größeren Mengen schäflich ist, sollte besteuert werden. Natürlich kennen die Politiker das Problem. So dumm sind sie nicht. Sie wissen von den wissenschaftlichen Untersuchungen, sie nehmen Kenntnis von den Aufrufen, Eingaben, Unterschriftensammlungen, Demonstrationen der Vereine und Umweltverbände. Sie reagieren nicht. Alles läuft von ihnen ab wie Wasser von einer Ölhaut. Es gibt einige einsichtige Politiker, doch die sind machtlos. Was ist der Grund? Jeder kennt die Antwort.

Leonie Kumpf, Leser_In

Sehr geehrte +3-Redaktion, ich habe mit Interesse die drei Antworten auf die Frage „Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen“ gelesen, doch bin bin empört über die Einseitigkeit dieser Darstellung. Sie haben zwei Wissenschaftlerinnen und eine Konzernvertreterin sprechen lassen. Für eine faire Darstellung ist es meines Erachtens notwendig, dass, sobald eine Konzernvertreterin spricht, in jedem Fall auch eine explizite Konzernkritikerin zu Wort kommen muss. Ich möchte konkret zeigen, welche Punkte meiner Meinung nach fehlen: Bettina Engels benennt als Gründe für den Hunger: Kriege, Dürrekatastrophen, der steigende Ölpreis in Verbindung mit Agrarkraftstoffen, Spekulationen und politisch-ökonomische Verhältnisse. Stefanie Möde konzentriert sich auf die gesellschaftliche Entwicklungen, Transportprobleme und vermeidbare Lebensmittelabfälle. Die Monsanto-Vertreterin Susanne Lüttmer-Ouazane preist in ihrer Darstellung die Arbeit von Monsanto an und erklärt, dass Monsanto sich für die Versorgung der Bevölkerung einsetze und soziale Verantwortung übernehme. Folgende Aspekte werden also nicht benannt: 1) Landgrabbing: Oft werden Menschen enteignet und große Konzerne bewirtschaften das Land, dass bedeutet für enteignete Kleinbauern oft den Verlust der Lebensgrundlage. Des Weiteren bewirtschaften Konzerne oft die Böden nicht nachhaltig und die Gewinne kommen nicht der Bevölkerung zu gute, sondern werden ins Ausland abgeführt. 2) Durch die Ausfuhr subventionierter deutscher Lebensmittel, werden in vielen afrikanischen Ländern die Märkte zerstört. Die Kleinbauern sind die Verlierer. 3) Durch bessere Kenntnisse über Lagerung könnte in vielen sogenannten „Entwicklungsländern“ der Ernteverlust deutlich minimiert werden. 4) Monsanto macht viele Landwirte und Kleinbauern von sich abhängig, indem das Saatgut patentiert ist und nur mit dem Monsanto-Pflanzenschutzmittel behandelt werden kann. Somit hat Monsanto eine klare Monopol- und Machtposition. 5) Anderen Großkonzernen wie zum Beispiel Nestlé wird es ermöglicht/ ist es möglich Trinkwasser-Lizenzen zu kaufen. Das bedeutet zum Beispiel in Südafrika, dass Nestlé das Wasser abfüllt und abtransportiert und der Bevölkerung kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. 6) Imperialismus und Kolonialismus etablierten das Brot in Weltregionen, in denen das Brot kein ursprüngliches Nahrungsmittel ist. Diese Weltregionen sind nun auch von den steigenden Getreidepreisen betroffen. 7) Übermäßiger Fleischkonsum in westlichen Ländern ist auch ein Grund für steigende Getreidepreise. Ich möchte diese Liste nicht weiter fortführen. Ich hoffe es wird deutlich, dass ich darauf hinaus möchte, dass durch die Auswahl der Expertinnen, wie sie sie getroffen haben, viele problematische Aspekte gar nicht genannt werden Es wird in keiner Darstellung deutlich, dass imperialistische, politische und kapitalistische Verhältnisse, der Grund für den Hunger sind und dass westliche Staaten und Unternehmen, die konkreten Akteure hierbei sind. Ich wünsche mir, dass sie in Zukunft auf eine sorgfältiger Auswahl der Experten und Expertinnen achten, um eine faire Darstellung aus verschiedenen Perspektiven zu gewährleisten. Mit freundlichen Grüßen, Leonie Kumpf

Juergen Kaehler, Leser_In

Sperrt man 2 Ratten in einen kleinen Karton,arrangieren sie sich,-bei 20 Ratten im Karton zerfleischen sie sich gegenseitig. Das Problem der Ueberbevoelkerung loest sich,-so brutal es klingt, in schrecklichen Kriegen um Wasser-Resourcen,Land und Religionen. Wenn aber der sogenannte zivilisierte Rest der Welt dem nicht zusehen kann,bleibt nur die grossindustrielle Produktion von Nahrungsersatz-Stoffen aus Proteinen,Eiweissen und Ballaststoffen,sowie Vitaminen. Die Herstellung und Umwandlung biologischer Grundstoffe in,fuer den menschlichen Organismus verdaulicher Ersatznahrung hat bereits begonnen............ Wer kennt nicht Soja-Steaks,Ersatzkaese auf Pizza,Formfleisch,kuenstliche Vitamine,Geschmacksstoffe?! Wer kennt noch Holzmehl in Brotteig in den Notjahren zu Ende des 2.Weltkrieg?!

Juergen Kaehler, Leser_In

Staendig zunehmend sind Nahrungs-Ersatzstoffe in der Produktion. Wer kennt nicht leckere Steaks aus Soja oder Pizza-Kaese,welcher nichts mehr mit Kaese zu tun hat. Diese,- fuer den menschlichen Organismus verdaulichen Ersatzstoffe / Proteine / Eiweisse sind der Markt der Zukunft! Ebenso wie Proteine und Eiweisse,verbunden mit Ballaststoffen aus Insekten-Extract (Fernost) oder Zellulose,tierischer und pflanzlicher Abfaelle, werden diese im zunehmenden Masse unseren Teller fuellen! Die Grossindustrielle Produktion hat schon seit laengerem begonnen! Um Ihre Meinung hierzu wird gebeten.

Bettina Engels, Leser_In

Genauso wie sieben oder neun Milliarden: Indem man ihnen das Recht zugesteht, sich selbst zu ernähren. „Menschenrecht auf Nahrung“ und „Ernährungssouveränität“ lauten die Schlüsselbegriffe. 870 Millionen Menschen hungern aktuell, die allermeisten im Globalen Süden. Dabei übersteigen die Ernten derzeit die Menge, die für die ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung notwendig wäre, um etwa ein Drittel. Trotzdem sterben täglich mehr als 6.000 Kinder an den Folgen von Unterernährung. Die Ursachen sind nicht primär Dürrekatastrophen oder Kriege – der größte Anteil an Unterernährung und Hunger ist chronisch, strukturell bedingt durch globale politisch-ökonomische Verhältnisse. Kein Wunder also, dass die Menschen weltweit und besonders in Afrika auf die Straße gehen, um gegen rasant steigende Nahrungsmittelpreise zu protestieren. Die Preise für Reis oder Weizen haben sich von 2007auf 2008 vielerorts verdoppelt. Neben dem hohen Ölpreis liegen die Ursachen in der gestiegenen Nachfrage nach Agrarkraftstoffen und in Spekulationen. Über 900 Organisationen verabschiedeten deshalb beim Weltsozialforum in Dakar 2011 den „Dakar-Appel gegen land grabbing“. Die Regierungen reagieren mit Preiskontrollen, Subventionen und anderen wirtschafts- und agrarpolitischen Maßnahmen. Das Argument für die Bekämpfung des Hungers sollte allerdings nicht die Verhinderung von Aufständen sein, sondern die Gewährleistung des Menschenrechts auf Nahrung.

Stephanie Moede, Leser_In

Wenn die Nahrungsmittel nicht vor Ort selbst angebaut werden, was angesichts einer zunehmenden Urbanisierung, 67% der Weltbevölkerung werden bis zum Jahr 2050 in Städten leben, immer weniger der Fall sein wird, müssen sie zu Menschen transportiert werden. Die urbane Landwirtschaft leistet insbesondere in Entwicklungsländern einen Beitrag zur Ernährungssicherung, doch sie deckt nicht den gesamten Lebensmittelbedarf ab. Im Welthandel wird in der Regel das Seeschiff als Transportmittel eingesetzt, wenn es die Haltbarkeit des Lebensmittels erlaubt. Der CO2-Ausstoß beim Seeschiff ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln relativ gering. Zur Versorgung der Verbraucher– zur Überwindung der letzten Meile – gibt es jedoch bislang kaum Alternativen zum Lkw. Insbesondere die Flexibilität ist der große Vorteil dieses Verkehrsmittels.Demgegenüber steht der relativ hohe CO2-Ausstoß von ca. 95g je Tonnenkilometer. Die Umweltverträglichkeit von Nahrungsmitteltransporten per Lkw kann über alternative Antriebe (bspw. Elektro-Lkw) und kürzere Wege zum Verbraucher (regionale und saisonale Lebensmittel) verbessert werden. Ganz entschieden aber über die Vermeidung von Verschwendung und Verderb, die deutschen Verbraucher erzeugen ca. 4,3 Mio. t vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Jahr. Allein dies zu verhindern würde über 170 000 Lkw-Transporte jährlich einsparen, eine Lkw-Schlange fünfmal von Berlin nach München.

Ursula Luettmer-Ouazane, Leser_In

Diese Frage stellen wir uns täglich – egal für wieviel Menschen! Monsanto erzeugt seit Generationen Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Um so mehr Menschen ernährt werden sollen, um so wichtiger ist es, die vorhandenen Resourcen bestens auszuschöpfen. Wir orientieren uns an den drei Säulen einer nachhaltigen Landwirtschaft: Kontinuierliche Steigerung von Erträgen, gleichzeitige Schonung von Resourcen zur Erhaltung des ruralen Umfelds bei Verbesserung der Lebensqualität. Wir sind nur eine kleine ‚Schraube‘ im Getriebe. Innovation beruht auf Partnerschaften und Vertrauen in der gesamten Wertschöpfungskette. Monsanto investiert ca. 4,2 Mio US $/ Tag, um in Zusammenarbeit mit Universitäten, innovativen Firmen und zahlreichen anderen Institutionen neue Produktkonzepte für die Landwirtschaft zu entwickeln. In Deutschland und Europa konzentrieren wir uns auf die Züchtung und Produktion von konventionellem Saatgut und Pflanzenschutzprodukten. Durch den regelmäßigen Austausch mit Landwirten sind unsere Pflanzenzüchter in der Lage, auf drei Zuchtstationen in Deutschland die Sorten zu züchten, die den lokalen Klimabedingungen entsprechen. Auch die von uns vertriebenen Pflanzenschutzmittel sind unerlässlich zur Ertragsabsicherung. Mit diesen Betriebsmitteln stellen wir uns gemeinsam mit der deutschen Landwirtschaft der Aufgabe, die Versorgung der Bevölkerung aber auch die soziale Verantwortung weltweit im Agrarbereich zu meistern.

Martin Wöhrle, Leser_In

Die Frage ist falsch gestellt: wie ernähren wir 8 Mrd. Menschen? Wie finden wir den Weg dorthin? Weder das Rad noch das Feuer, noch der Strom noch der Ackerbau u. a. sind die größten Erfindungen des Menschen. Nein, keine davon. Auch nicht, wie man 8 Mrd. Menschen ernähren könnte. Die größte Erfindung wird eine dauerhafte Geburtenkontrolle und Begrenzung der Weltbevölkerung auf max. 1 Mrd. Menschen/ Erde sein. Mehr verträgt unser Kügelchen dauerhaft nicht. Diese Erfindung gibts noch zu finden. Alle anderen bisherigen Erfindungen einschließlich der sog. großen haben uns Menschen nur erlaubt, so zahlreich und verschwenderisch zu werden, daß wir uns selbst in Gefahr bringen. Auch daher kann es bisher die größte Erfindung gar nicht geben.

Marc, Leser_In

Die Menschen, die im Überfluss Leben, sollten etwas weniger Essen, übriges Essen sollte man teilen,also weitergeben. Solange es nicht verderblich ist. Man sollte keine Lebensmittel zum billigeren Preisen exportieren, sonst nimmt man den Bauern die Grundlage. Den armen Ländern vor Ort helfen, damit nicht so viele flüchten müssen. Weniger Mais als Tierfutter verwenden, den Menschen zugänglich machen. Statt Waffen sollten mehr Menschlichkeit zu Einsatz kommen. Ist ein langer Weg würde aber funktionieren. Die Reichen sollten etwas mehr für das Allgemeinwohl tun

Maria Gubisch, Leser_In

Eine Antwort auf diese Frage finden wir im Weltagrarbericht (www.weltagrarbericht.de). Darin haben über 500 Wissenschaftler/innen aus allen Kontinenten geforscht, wie Hunger und Armut verringert werden können. Die zentrale Botschaft: Hunger ist vor allem ein ländliches Problem und kann nachhaltig nur vor Ort überwunden werden.Selbstversorgung vor Ort und Produktion mit den dort verfügbaren Mitteln und Möglichkeiten sind das sicherste Rezept. Landwirtschaft ist bis heute die wichtigste Erwerbsquelle.Milliarden von Kleinbauern bauen auf kleinster Fläche den größten Teil aller Nahrungsmittel an. Großtechnik und Agrarchemie haben in die Sackgasse geführt. Die Grüne Revolution hat den Hunger nicht besiegt. Die Gentechnik wird und kann ihre Versprechen nicht einlösen. Wie bitte soll Saatgut, das gezielt nicht reproduzierbar gemacht wird und teuer eingekauft werden muss, auch nur einen Armen satt machen? Menschen haben das Recht auf ausgewogenen Ernährung. Kleinbäuerliche Strukturen ermöglichen eine nachhaltige Lebensmittelversorgung - sozial, wirtschaftlich und ökologisch. Unterstützen wir sie nach Kräften! Ich habe es satt, dass es immer noch 1 Milliarde ( das sind 1.000.000.000!) Menschen gibt, die Hunger leiden. Ein Kind, das an Hunger stirbt wird ermordet, sagt Jean Ziegler. Verlassen wir die falschen Wege. Beenden wir das Töten mit Nachdruck!

Karlheinz Hassis, Leser_In

\"Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen\" Würde ich auf profitgierige Firmen wie Monsanto und Co. hören, würde ich zur obigen Frage den dummen Spruch „mit Gentechnik“ bringen. In Veröffentlichungen lese ich zur Agrogentechnik oft, sie sei notwendig, um zukünftig 9 Milliarden Menschen zu ernähren. Haben diese Befürworter wirklich nicht begriffen, dass wir bereits heute je nach Ernte für 12 bis 14 Milliarden Menschen Lebensmittel erzeugen, aber nur ca. 7,05 Mrd. Erdenbürger sind. Wir reiche Industrieländer werfen fast die Hälfte der Lebensmittel sinnlos in den Müll. Da stimmt doch was nicht. Es reicht für Alle, wozu dann zu den Pestiziden im Gemüse auch noch Gentechnik im Essen? Es ist ca. ¾ des gentechnisch veränderten Terminator-Saatguts nur so verändert, dass es hochgiftiges Spritzmittel verträgt. Die Landesuntersuchungsämter CVUA meldeten im Dez. 2012 Pestizidrückstände in Trauben (siehe www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=1639 ) und wieder Spuren von Gentechnik im Senf. Ökotest beanstandete im Septemberheft 2012 Glyphosat in bekannten Mehl- und Müsli-Produkten, ja selbst in gebackenen Brötchen, was bisher als unmöglich dargestellt wurde! Durch spritzen von Getreide, Kartoffeln usw. als Reifebeschleuniger mit Roundup 2 Wochen vor der Ernte, wie Monsanto es anpreist, nehmen wir mit deutlichen Spätfolgen Spritzmittel über die Nahrung auf. Bereits heute sind im Urin von ca. 70 % der Bundesbürger (lt. Uni Bremen und Uni Leipzig) Herbizide / Pestizide wie Glyphosat nachweisbar. Bei Überschreiten des Schwellenwertes kann bei Schwangerschaften zwischen dem 5. bis 12. Tag der Fötus geschädigt werden. Die starke Zunahme der Missbildungen und Sterblichkeit von Kindern mit Krebs zwischen 2000 und 2009 in einigen Roundup verseuchten Landstrichen von Südamerika sprechen eine deutliche Sprache. Wollen wir uns wirklich vergiften oder die Krebsrate durch Roundup erhöhen? Glyphosat und U46 D-Fluid 2,4D Nufarm Unkrautvernichter schädigen nachweislich den Boden und behindern dort die nötige Bildung der Mikrobiologie und wir Verbraucher lassen uns weiter hinter’s Licht führen. Dass sich jährlich 15.000 Baumwollbauern das Leben nehmen, weil sie mal Monsanto vertrauten, wird auch nicht gerne gesagt (Siehe Video unter „ www.plusminus.de „ Welthandel zur Sendung vom 29.01.2014.) K. Hassis, Benningen

Alessa Heuser, Leser_In

Die Frage „Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen?“ ist vage und verleitet zu der Annahme, es werde nicht genug Nahrung für alle auf diesem Planeten geben. Diese Annahme ist falsch, denn die Landwirtschaft produziert weltweit mehr Lebensmittel pro Kopf als je zuvor (Weltagrarbericht). Das Ernährungsproblem wird als Produktionsproblem definiert, ist aber eigentlich ein Problem des Zugangs. Die Strukturen des globalen Ernährungssystems bestimmen, wie Nahrung verteilt und zugänglich gemacht wird. Mit anderen Worten: Hunger wird gemacht, es ist vermutlich das größte lösbare Problem, dem unsere Weltgesellschaft gegenübersteht. Interessant wird es bei der Frage, wer ein Produktionsproblem deklariert. Schnell landet man bei Agrarkonzernen wie Monsanto, die unter dem Deckmantel der Grünen Revolution und dem Rückenwind philanthropischer Institutionen ihren chemischen Dünger und ihr genmanipuliertes Saatgut verkaufen wollen. Anstatt zu einer Problemlösung beizutragen, bringen sie Millionen von Kleinbauern in ihre Abhängigkeit und verursachen verheerende Umweltschäden. Wie man 8 Milliarden Menschen ernährt? Mit einem globalen Ernährungssystem, das Nahrung für alle zugänglich macht und das Recht aller Staaten und Menschen anerkennt, ihre Ernährungs- und Agrarpolitik selbst zu bestimmen.

Helge Neuschwander-Lutz, Pressereferent von Mission EineWelt, Leser_In

Millionen Menschen verhungern jedes Jahr. Das liegt keineswegs daran, dass es nicht genügend Lebensmittel für alle gibt. Der eigentliche Skandal am millionenfachen Hungertod liegt im fehlenden Willen vor allem der so genannten entwickelten Welt, die vorhandenen Ressourcen gerecht zu verteilen. Nach Expertenmeinung könnte die Weltgemeinschaft bis zu 12 Milliarden Menschen ernähren, wenn es den Willen dazu gäbe. Mission EineWelt, das Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, hat schon vor einigen Jahren seine Ernährungskampagne mit dem doppeldeutigen Slogan \"Wir haben genug!\" überschrieben. Die Botschaft ist klar. Mehr dazu unter Kampagnen bei www.mission-einewelt.de

Tim, Leser_In

Alle sollten weniger Fleisch essen und die 4 Mrd. gut ernährten Menschen essen einfach weniger (ist auch gesünder). Außerdem benötigen wir den Studiengang \"Food-Logitics\" statt \"Kapital-Optimierung\".

Jürgen Stolz, Leser_In

Nach meiner Meinung sind die folgenden drei Punkte entscheidend: Wir müssen es schaffen, dass mehr Lebensmittel auf die Teller und weniger in die Mülltonnen wandern. Dies betrifft die gesamte Kette von den Produzenten, über den Groß- und Einzelhandel bis hin zum Endverbraucher. Jeder Einzelne wird dafür Einschränkungen hinnehmen müssen: Im Supermarkt ist mit einem schlankeren Sortiment zu rechnen, zum Ende der Öffnungszeit sind täglich frisch produzierte Waren nicht mehr vorrätig und auch nicht ganz perfektes Obst wird angeboten werden. Unser Fleischkonsum muss deutlich reduziert werden; er liegt auf einem absurd hohen Niveau, das weder physiologisch noch ethisch zu rechtfertigen ist. Der direkte Konsum pflanzlicher Nahrungsmitteln macht mehr Menschen satt als der Verzehr von Fleisch, das durch Verfütterung dieser Nahrungsmittel erzeugt werden kann. Wir müssen alle technologischen Möglichkeiten nutzen um mehr Nahrungsmittel zu produzieren. Dazu zählt die Zucht von Pflanzen für die zukünftigen klimatischen Bedingungen und für Anbauflächen, die bislang ungenutzt blieben. Gentechnik darf dabei kein Tabuthema sein: Sie beschleunigt nur das, was Pflanzenzüchter ohnehin schon seit Jahrzehnten machen.

Henrik Lube, Leser_In

Durch Umverteilung und durch mehr vegetarische Lebensmittel statt Fleischproduktion.

Ralph Weber, Leser_In

Zunächst einmal ganz sicher nicht mit den Mitteln der Gentechnik oder einer weiteren Intensivierung der Hochleistungs- Landwirtschaft mit ihrer stetigen Verengung auf wenige Pflanzen- und Tierarten. Mag dies auch kurzfristig zu Ertragssteigerungen führen, ist es schon mittelfristig nicht verantwortbar, die Ernährung der Welt von einem kleiner werdenden Genpool abhängig zu machen. Welche Folgen der einseitig auf Höchstertrag getrimmte Einsatz von Monokulturen hat, kann jedermann am Weizengürtel der USA begutachten, der in Teilen auf dem Weg in die Verwandlung in unbrauchbare Flächen ist. Natürlich kann jeder Konsument durch Reduzierung seines Fleischkonsums und die Regionalisierung seines Einkaufs von Nahrungsmitteln entscheidend dazu beitragen, die Ernährungsgrundlagen zu schützen. Wichtiger erscheint es aber, dass wirklich alle Ernteerträge auch zum Konsum genutzt werden. Wie viele Menschen ließen sich zusätzlich von dem ernähren, was bei uns in den Mülltonnen landet? Sowohl beim Endverbraucher, als auch schon zuvor bei den Erzeugern. Nur weil die Erzeugnisse irgendwelchen äußerlichen Normen nicht genüge leisten, werden tonnenweise Lebensmittel vernichtet. Von dem teilweise irrsinnigen Überbetonen des Mindesthaltbarkeitsdatums ganz zu schweigen. Wenn das hier vernichtete Geld in eine Erhöhung der Qualität der Nahrungsmittel gesteckt werden könnte, wäre manche Volkskrankheit weniger epidemisch und die Skandale in der Lebensmittelbranche gehörten zum Großteil der Vergangenheit an. Soll heißen, dass Fleisch auch wieder etwas kosten dürfen muss, wenn nicht halbe Kühlschränke voll in den Müll wandern würden. Dann müssten unsere Überschüsse auch nicht in den Markt der Entwicklungsländer gedrückt werden, so dass deren lokale Produzenten sich des Wettbewerbes nicht mehr erwehren können. Im Gegenteil sollte sich unsere Entwicklungshilfe wieder auf die Förderung solcher regionalen Märkte fokussieren, damit Anreiz vorhanden ist, die wachsende Weltbevölkerung mit den vor Ort üblichen Lebensmitteln zu versorgen und nicht von den Hilfslieferungen mit Weizen und Co abhängig zu werden. Wenn es gewollt wäre, ließe sich also auch eine Weltbevölkerung von 8 Milliarden Menschen ausreichend ernähren. Nichtsdestotrotz muss der Trend zu deren Wachstum gestoppt und umgekehrt werden. Mittels Aufklärung und Stärkung der Rechte von Frauen. Aber damit wären wir schon bei einem weiteren Thema.

Mathildis Schmitz, Leser_In

Indem wir auf Fleischkonsum verzichten und insgesamt bescheidener werden

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Wer pflegt uns im Alter?

Ein selbstbestimmtes Altern ist nicht jedem vergönnt. Wer loslassen soll, möchte wissen wer ihn auffängt. Bitte teilt mit uns, wie Ihr euren Lebensabend gestalten möchtet.

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S., Leser_In

Angst vor dem Altern habe ich keine - nur davor, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können, ohne meine Liebsten sein zu müssen, oder gar diesen zur Last zu fallen. Nun zur Pflege: Pflegeheime finde ich schrecklich. Mein Traum: so eine Art \"betreutes Wohnen\" mit Unterstützung. Am liebsten in wärmeren Gefilden. Aber, geht meine Frau mit? Bekomme ich dann überhaupt noch etwas mit? Werde ich nur \"dahinvegetieren\"?

A.R.Wolff, Leser_In

Gegen die Wand Wenn wir eine Pflege wollen die uns weder Zeit noch Geld wert ist, um die sich andere kümmern sollen - Hauptsache es funktioniert - , dann fahren wir gegen die Wand. Wenn wir endlich aufwachen, haben wir eine Chance. Dann kann Pflege wie Zähneputzen sein - einfach und selbstverständlich. Für alle.

Bernd Derenbach, Leser_In

\"Wir bestimmen selbst, wie wir im Alter gepflegt werden. Durch unser Verhalten in der Vergangenheit.\" Der erste Teil der Aussage von Herrn Hartmann ist nicht wirklich hilfreich. Sie unterstellt, dass wir alle Pflege im Alter brauchen, Paradigma gleich. Selbst die wissenschaftliche Physik weiß seit mehr als 50 Jahren, dass Denken Energie ist. Wenn wir also so denken wie Herr Hartmann, dann brauchen wir Pflege! Der zweite Teil ist dagegen sehr überzeugend. \"Wir bekommen zurück, was wir in die Welt gegeben haben.\" Meine Denke: Gesund und handelnd leben und sterben. Geht doch auch. Bis zum letzten Augenblick beweglich und wach, das ist mein Ziel.

Dietmar Hertrich, Leser_In

Meine Pflege im Alter soll möglichst in meinem Haus geschehen. Mein Haus gibt die Möglichkeit her eine Alters-WG einzurichten. Die Pflegepersonen möchte ich mir mit den Mitbewohnern aussuchen. Ich gehe davon aus daß bis dahin,hoffentlich noch 20 Jahre,das Umfeld besser als heute auf diese Vorstellung eingerichtet ist.

Peter Riedel, Leser_In

Erst mal wir selbst als Partner gegenseitig. Wenn`s nicht mehr geht oder partnerlos, mit Unterstützung Dritter, möglichst in den eigenen 4 Wänden.

Paul Reinhammer, Leser_In

Die staatliche Pflege reicht nicht aus, das hören wir jeden Tag. Schon im Leben werden wir also auf die auf die drohende last im Alter permanent hingewiesen. Wer im Leben Freunde hat wird diese auch im Alter haben. Hoffentlich spreche ich vielen aus der Seele, wenn ich sage: Darüber will ich mir keine Gedanken machen.

Elke Meinhard, Leser_In

Bei der Fragestellung fehlt ein bisschen die Entscheidung ob man überhaupt gepflegt werden möchte. Ich wünsche mir einen offeneren Umgang mit dem Tod, weniger Angst. Menschen die in einer Hospiz gearbeitet haben, erzählen mit, dass weniger die körperlichen Gebrechen Schmerzen bereiten, sondern vorallem die eigenen Verfehlungen im Leben. Wenn der eigene Vorteil nicht mehr wichtig ist, wird klar, was Unrecht war. Für die Pflege bedeutet das für mich, dass die menschliche Betreuung im Vordergrund stehen sollte.

Per Volkers, Leser_In

Unsere Gesellschaft altert, der demographische Wandel ist noch nicht da, aber die Ausläufer bekommen wir bereits zu spüren. Von den Pflegekräften zu landlichen Ärtzten zur einfachen krankenschwester besteht ein riesiger Bedarf, der nicht adressiert wird. Vielleicht pflegt uns einfach niemand im Alter. Oder zumindest nur die mit dem nötigen Kleingeld. Statt aber auf eine weitere Ausweitung des ganzen Aparts hinzuwirken sollte der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden. Früher gab es auch alte Menschen! Da hatte man von selbstwenden Betten und herzfrequenzmessenen Handys noch nichts gehört und trotzdem bleibt der Eindruck, die Menschen hätten mehr Würde gehabt. Wo Geld im Spiel ist hört die Menschlichkeit schnell auf. Die Stärkung der pflegenden Famillienangehörigen ist ein richtiger Schritt. Es kann nicht sein, dass ein solcher Beitrag nicht entsprechend gewürdigt wird.

Melinda H., Leser_In

Die Russen machen es vor, sie gehen mit ihren Babushkas und Dedushkas an den Strand. Das ist generationsübergreifende Sozialisazierung und die pflegt uns im Alter.

Doris Syrbe, Leser_In

Wir sind zwar „nur“ Senioren, aber unsere Begegnungsstätte „Stille Straße“ ist auf dem besten Weg zu einem Treffpunkt für Jung und Alt zu werden. Inzwischen ist unser 15. Jahr angebrochen. Entscheidend ist die Toleranz zwischen den Generationen. In Pflegeheimen bräuchten die Menschen viel Zuwendung. Das ist unter den aktuellen Voraussetzungen kaum zu leisten. Daher setze ich mich so stark für unser Haus ein. Für Initiativen wie die unsrige fehlt oft das Geld. Doch dass Menschen, wenn sie bei uns nicht Abwechslung fänden und fit blieben, anderweitig finanziert werden müssten – dann als teure Pflegefälle –, daran denken die wenigsten. Wir altern schneller, werden krank, wenn wir nicht aktiv bleiben. Unser Ältester ist 97, kommt immer zum Sport und sagt selbst: „Die jungen Frauen halten mich fit.“ 2012 wurden die Kosten für die Sanierung des Hauses zunächst offiziell mit 2,5 Millionen Euro bemessen. Heute sind es nur 250.000 Euro. Die Kosten wurden höher geschraubt, als sie in Realität sind. Auch unsere Hausbesetzung war letztlich in den Augen vieler für uns kaum durchzuhalten. Aber wir haben es geschafft! Der Wille ist entscheidend. Wir müssen uns in unserem Alter wehren! Daran änderte auch die vom Bezirk abgestellte Heizung nichts mehr – und das bei einem sozialdemokratischen Bezirksbürgermeister. Zudem war die Unterstützung der Anwohner enorm, ob nun per Wasserschlauch oder Stromanschluss. Alte und junge Generation wirken hier zusammen – in allen Lebensbereichen.

Martina Rosenberg, Leser_In

Viele Jahre habe ich mich um die Pflege meiner schwerkranken Eltern gekümmert. Gescheitert bin ich an meiner Multitasking-Funktion als berufstätige Mutter und Ehefrau. Die mangelnde Bereitschaft meiner Eltern Hilfen anzunehmen sowie die Depression meines Vaters führten dazu, dass unser Mehrgenerationenprojekt misslang. Politik und Gesellschaft müssen begreifen, dass die Pflege nicht allein Aufgabe der Angehörigen sein kann. Wir werden bald bis Ende Siebzig arbeiten, zwei Drittel der Frauen sind erwerbstätig, am Arbeitsmarkt wird größtmögliche Flexibilität erwartet und obendrein sind Eltern die Nachhilfelehrer ihrer Kinder. Da wird die Ressource Zeit knapp. Aber die Pflege baut auf die gleichen Säulen wie vor vierzig Jahren. Natürlich wollen Kinder helfen und sind sich ihrer Verantwortung gegenüber den Eltern bewusst. Aber wie hoch ist der Preis? Hartnäckig wird ignoriert, dass sich die Familienstruktur längst verändert hat. Die große Herausforderung unserer Zeit sind die psychischen Krankheiten im Alter, vor allem Demenz. Hier hilft die Pflegereform wenig. Ein erster Schritt wäre, dass sich jeder Einzelne über sein Altwerden Gedanken macht: Wo will ich alt werden? Was mache ich, wenn ich nicht mehr mobil bin? Muss ich umziehen? Wen kann ich ansprechen und um Hilfe bitten? Ein Gespräch darüber mit der Familie halte ich für unabdingbar. Von der Politik erwarte ich, dass die häusliche Pflege genauso wie die professionelle entlohnt wird.

Erich Schuetzendorf, Leser_In

Der Dienstleistungssektor Altenpflege wird an seinem eigenen Wachstum ersticken. Eine Rückentwicklung der sehr hohen und sehr teuren Standards ist vorhersehbar. Schlimm ist das nicht, denn Altenpflege kann einfacher gedacht und gehandhabt werden. Weniger kann auch mehr sein. Man wird das Paradigma des „Gesunden Sterbens“, an dem sich die medizinisch und ökonomisch ausgerichtete Pflege und die sie überwachenden Instanzen orientieren, aufgeben müssen. Auch das ist nicht schlimm, denn der Erhalt der funktionalen Autonomie ist eine Illusion. Alter ist auch die Zeit des Nachlassens, des Abbaus, des Verblühens, des Verfalls, der Vergänglichkeit und des Rückzugs. Ich brauche, wenn es soweit ist, keine hochqualifizierte Pflegeexpertin, die mich mobilisiert, die meine Wechseldruckmatratze auf mein Körpergewicht einstellen und diese Verrichtung korrekt dokumentieren kann. Ich wünsche mir einen Menschen, der neben der Pflegetätigkeit einen weiteren Beruf ausübt, der mich mit Anstand wäscht, der mich achtsam füttert, der mich regelmäßig mit meiner Lieblingsschokolade verwöhnt, der das normale Lebensrisiko in Kauf nimmt und der nicht immer für mich da ist, aber wenn, dann ganz. Menschen, die bereit und in der Lage sind, diese Ansprüche zu erfüllen, wird es immer geben. Die beste Pflege ist auch in Zukunft die, die ich mir wünsche und nicht die, die ein anspruchsvolles Pflegesystem am Leben erhält.

Ilka Ullmann, Leser_In

Mein Mutter ist .. ich nenne es mal \"leicht vergesslich\". Trotzdem ist sie für uns noch der liebenswürdige Mensch, den wir alle kennen und lieben. Über ihre Vorstellungen haben wir nie gesprochen aber sie hat einfach Zeichen mir zu sagen, wenn ihr etwas unangenehm ist. z.B. möchte sie ihr Geschirr nicht mehr in der Spülmaschine abgewaschen wissen. \"Oh nein, da lieber nicht rein\" sagt sie dann. Keine Ahnung warum aber es ist für uns kein Problem. Dann macht sie ihren Abwasch halt von Hand :) Vielleicht geht es irgendwann nicht mehr aber noch leben wir glücklich zusammen.

Heinz Vogel, Leser_In

Es graut mich bei der Frage! Keine Ahnung welche unterbezahlte, gehtzte \"Fachkraft\" mir in Windeseile den Brei einflößen, mich waschen und die Blumen gießen wird. Ohne mich..

Mila Andreas, Leser_In

Noch hab ich selbst keine Kinder, aber wichtig finde ich, dass man miteinander redet auch wenn das sehr sehr schwierig ist. Man muss über seinen Schatten springen!

Edmund Kolb, Leser_In

Ich möchte durch meine Lebensweise viel in eigener Verantwortung dazu beitragen, dass dieser Fall nicht eintritt. Ansonsten meine ich, dass viel mehr Geld - auch durch private Vorsorge, wenn dies möglich ist - in diesen Bereich fließen muss. Auch müsste die gesellschaftliche Anerkennung für Berufe in diesem Bereich mehr gefördert werden.

Gudrun Keim, Leser_In

Für mich ist dies eine Frage der Solidarität in der Gesellschaft. Wer sich stets nur um sich selbst, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche gekümmert hat, braucht sich nicht wundern, wenn sich im Alter keiner um ihn kümmert. Ich vertraue darauf, dass so wie ich mich jetzt für andere einsetze, es andere sein werden, die mir im Alter beistehen. Da ich kinderlos bin, erwarte ich das auch nicht vom eigenen Nachwuchs, der damit meist überfordert ist.

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Der Zauberkasten „Freier Markt“ ist so eine Sache. Setzt sich wirklich immer die beste Lösung für alle durch? Wir freuen uns auf eure Antworten zum Funktionieren des Konzepts „Markt“.

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Veronika Venema, Leser_In

Meine Meinung zu \"Nach dem Staat zu rufen, der\'s dann schon richten soll - auf Kosten aller - ist mir zu simpel\" \"zu simpel ist wiederum mir zu simpel. Die Frage darf lauten: wer oder was ist der Staat? Der Staat ist die Summe der handelnden bzw. Nicht-handelnden Einzelnen. Für mich ist alles eine Frage der Selbstverantwortung. Und es gibt für mich eine gute Botschaft: Ich brauche die Welt nicht zu ändern; was ich ändern kann, das bin ich selbst. Und das hat Wirkung im Zusammenleben. Mikrokosmos gleich Makrokosmos.

Dietmar Hertrich, Leser_In

Der Freie Markt ist nur für wenige privilegierte wirklich frei.Unser politisches System ist ohne WennundAber eine der besten Demokratien in der Welt.Unser gesellschftliches System ist eine moderne Form des Feudalismus.Wenige besitzende Kapitaleigner(Fürsten,Potentaten) bestimmen die gesellschftlichen Regeln indem sie durch hochbezahlte Verwalter(CEO´s ihr Vermögen und ihren Besitz mehren lassen.Für diese Klasse der Kapital und Vermögenseigner,für den Klerus und für unkündbare Beamte, ihnen als Vollstrecker von Staatswegen verpflichtet sind, gelten die Regeln und Gesetze nur in sehr beschränktem Umfang.Wer als Abhängiger sich diesen Regeln nicht unterwirft wird vom Markt nicht akzeptiert und ausgegrenzt.Der Markt,was oder wer immer das ist fordert gehorsam in Form von Mitmachen.Das Einfordern von verbrieften Grundrechten wird als Angriff gewertet und bestraft.Die Überwachung der PDS ist ein Beispiel dafür.Die Überwachung durch die NSA eine Perfektion der mächtigen Marktbeherrscher in den USA welche die ganze Welt als ihren Markt beanspruchen.

Peter Riedel, Leser_In

Berlin muß zurück zur SOZIALEN Marktwirtschaft. Jeder muß von seiner Arbeit leben und z.B. eine Familie ernähren können. Politische Eingrenzung des ungezügelten Finanzkapitalismus.

Stefan Schindler, Leser_In

Zunächst stellt sich die Frage: \"Wer ist der Markt?\". Die Antwort hierauf lautet: Die Konsumenten. Der Konsument seinerseits akzeptiert was A: Existiert, B: Er zu brauchen meint und C: Er sich leisten kann. Die gesellschaftliche Herausforderung ist es, neben diesen Aspekten, das Element der Ethik zu installieren und walten zu lassen.

Mick Knauf, Leser_In

Sicherheit, Vertrauen und Transparenz sind die Attribute, die nicht nur der Normalbürger, sondern auch der Anleger als Grundlage für sein tägliches Handeln an der Börse als Maßstab zugrunde legt. Vorbei die Zeiten in denen „Mineral & Minings“–Minenbetreiber aus den USA und Kanada mit billigen Schwarz-Weiß-Kopien in teuren Hotels versuchten, sich „stupid German money“ zu ergattern um damit ihre Aktienkurse nach oben zu treiben. Nachprüfbarkeit und Nachhaltigkeit sind heute der Mehrwert. Der Aktientipp des geneigten Stammtischbruders oder des völlig überteuerten Börsenbriefes ist noch nicht gänzlich verschwunden. Die Zahl der selbsternannten Gurus scheint jedoch mehr und mehr abzunehmen und das Vertrauen in die eigene Recherche und das persönliche Bauchgefühl finden wieder eine gesunde Akzeptanz. Der Markt und seine Teilnehmer sind also sensibler geworden, nüchterner und kritischer. Die alte Weisheit „der Markt hat immer recht“ ist de facto nicht mehr unabdingbar richtig – denn die Marktteilnehmer entscheiden heute anders: Sobald Vertrauen und Transparenz aufgrund von Lügen oder undurchsichtiger Firmenkommunikation weichen wird heute schneller an der Reißleine gezogen und auf „Enter“ gedrückt – heißt verkauft und das zeigt Grenzen auf. Letztlich geht es nicht nur darum was der Markt akzeptiert sondern vor allem was seine „Jünger“ zulassen und da hat wohl jeder seine eigene Vorstellung von der Investmentidee der Zukunft.

Klaus Angerbauer, Leser_In

Wenn alle, die bei Umfragen das Klima als schützenswert betrachten, entsprechend handelten, dann kämen die Automobilfirmen mit der Produktion von Elektroautos kaum hinterher. Wenn jeder, dem die Gesundheit wichtig ist, auch etwas dafür tun würde, dann wären die Joggingpfade und die Fitnessstudios hoffnungslos überfüllt. Was ist der Grund dafür, dass die Absichtserklärungen von Marktteilnehmern und deren tatsächliches Verhalten häufig nicht übereinstimmen. Es liegt am Konstruktionsprinzip unseres Gehirns. Wir verfügen über ein Bewusstsein, mit dem wir die tollsten Pläne schmieden und die sinnstiftendsten Handlungen planen können. Unser tatsächliches Verhalten wird aber von unserem Unbewussten gesteuert. Hier wird danach entschieden, ob eine Handlung im Moment entweder angenehme Emotionen produziert oder unangenehme reduziert. Um jemanden auch wirklich zu einer Handlung zu veranlassen, muss man erreichen, dass die Person in ihrem Unbewussten entweder positive Emotionen mit der Handlung oder zumindest negative Emotionen mit dem nicht Handeln verbindet. So, wie zum Beispiel jeder Lebensmittelskandal neue Biokonsumenten produziert, aus Angst, seinem Körper mit konventionellen Lebensmitteln zu Schaden. Solange der 500 PS SUV in der Gesellschaft als Statussymbol mit Anerkennung belohnt wird, wird es wohl bei den Lippenbekenntnissen der Konsumenten bleiben. Allerdings zeigt die Autoindustrie mit emotionalen Fahrzeugen wie dem BMW i8 und dem Tesla geschickte Beispiele, Elektroautos als Statussymbole positiv in unserem Unbewussten zu verankern.

Christian Rieck, Leser_In

Ein Markt funktioniert wie ein Ökosystem: Jeder versucht aus seinem kleinen Blickwinkel heraus das für sich selbst Beste herauszuholen und aus diesem individuellen Optimieren entsteht ein Gleichgewicht. Aber ein Gleichgewicht ist nicht unbedingt ein Optimum. Denn ob hierbei etwas „gut“ oder „schlecht“ ist, ist keine Frage für den luftleeren Raum, sondern hängt davon ab, was die vielen anderen machen. Wenn es gerade sehr viele Hasen gibt, dann ist es eine gute Strategie, Fuchs zu sein. Aber je mehr Füchse durch eine solche Gelegenheit angezogen werden, desto weniger lohnt es sich. Dass man dieses biologische Beispiel unmittelbar im übertragenden Sinn versteht, ist kein Zufall: Mathematisch lassen sich beide Systeme genau gleich beschreiben. Diese Systeme sind sehr anpassungsfähig und finden daher überraschend gute Lösungen. Aber manchmal wirken sie geradezu grotesk irrational, zum Beispiel wenn der Suchvorgang überschießt: Kommen die Füchse zu schnell, dann fressen sie zu viele Hasen auf einmal, woraufhin sie selber wieder wegsterben. Das System schießt dann über das Gleichgewicht hinaus anstatt es sofort zu erreichen. Das kann so aussehen als sei der Markt vollends verrückt geworden. Aber auch in diesen Fällen kann es sich in Wahrheit um einen sehr effektiven Anpassungsprozess handeln, der in seiner vermeintlichen Irrationalität sogar mögliche Neuerungen erkundet, an die man auf andere Weise niemals gedacht hätte.

Lukas Jammermann, Leser_In

Freie Marktwirtschaft bedeutet: Niemand ist gezwungen etwas zu kaufen. Ein kauf kommt zustande wenn die Bedingungen des Käufers mit denen des Verkäufers vereinbar sind. Das wunderbare daran ist, dass sich beide Seiten auf natürliche Weise anpassen.

Manu Glopert, Leser_In

Der Markt akzeptiert Fußbälle, die von nordindischen Kindern genäht werden. Er akzeptiert Fleisch von gequälten Tieren die lebend entbeint werden. Er liebt subventionierte EU-Lebensmittel wegen denen afrikanische Kleinbauern verhungern (Bauern die verhungern!!). Diese Frage ist so verlogen! Oder die Antworten..

Mannhold Pleissen, Leser_In

Der freie Markt ist ein Ungeheuer, das alles frisst was frei verkäuflich ist.

Uwe Kersten, Leser_In

Wenn nach volkswirtschaftlicher Meinung Angebot und Nachfrage auf dem Markt zusammentreffen , wurde ein Preis gebildet, zu dem ein Produkt angeboten und nachgefragt wurde. Der anzufassende Markt z.B. als Wochenmarkt oder Trödelmarkt akzeptierte all Das, was auf Ihm dargeboten wurde. Der mit der Frage hier sicherlich mehr gemeinte \"freie Markt\" scheint wohl als unsichtbarer Marktplatz ein vielfaches mehr zu akzeptieren !? Vor allem scheinen die Regeln von Angebot und Nachfrage irgendwie ausser Kraft gesetzt und von unsichtbaren Geldmächten geteuert. \"Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht\" ist vielleicht die neue Akzeptanzmarke.

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