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Welcher Trend bleibt?

Die Schlaghose der Hippies war damals der letzte Schrei, heute trägt Mann Bart, wenn er hip sein möchte. Trends kommen und gehen. Schreiben Sie uns, was für Sie einen Trend zum Dauerbrenner macht.

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Jil Sander, Modedesignerin

Individualität trifft Zeitgeist

Wenn man einen Trend als unwiderstehliche Tendenz versteht, dann ist in der saisonalen Mode noch kein Trend geblieben. Aber in einer historisch weiter gefassten Perspektive sind kontinuierliche Großtrends festzustellen, weg von einengender, komplizierter Kleidung und von gesellschaftlicher Klassen- und Geschlechterdistinktion. Ob es auch einen Trend weg vom Ornamentalen gibt, muss man gerade wieder sehr infrage stellen. Die zeitübergreifenden Trends spiegeln die Emanzipation des Individuums in der Demokratie, den technischen Fortschritt und die industrielle Massenproduktion wider. Ich persönlich war immer der Ansicht, dass all diese Entwicklungen uns die Chance für eine moderne Schönheit eröffnen, die auf starke Statements im Sinne modischer Exzentrik gut verzichten kann. Mode war lange auch eine Ersatzhandlung - vor allem für Frauen, die ihren eigenen Weg noch nicht gehen durften. Doch in einer Zeit, die der individuellen Selbstverwirklichung weniger Hindernisse entgegenstellt, nimmt auch das Bedürfnis ab, durch laute Modeakzente Aufmerksamkeit zu erzwingen. Deshalb habe ich Kleidung entworfen, die ihre Trägerin und ihren Träger durch Qualität, Komfort, innovative Materialien, dynamische Eleganz und Understatement bei ihren Aufgaben unterstützt. Was eine Kollektion von der anderen unterschied, war weniger ein Trend als die subtile Handschrift des Zeitgeistes.

Friederike Müller-Friemauth, Professorin für Innovationsmanagement,

Trends bleiben nie...

... sonst wären sie keine. Sie präsentieren Veränderungen, in der Wirtschaft meist als optisch hochgetunte, hip gelabelte Gedanken- und Datenfetzen zu Entwicklungen unklarer Geltung. Sie sollen orientieren, Zeit und Denken sparen, ein Gespür vermitteln für Phänomene, die anders sind als das Bekannte. In Deutschland dominiert diese US-amerikanische Business-Denkweise praktisch den gesamten Zukunftsdiskurs. Trends sind Splitter kybernetischen Denkens: auf Verwertbarkeit getrimmte Information. Die Wirtschaft liebt es. Wissenschaftliche Zukunftsforschung, die „Evaluation of Newness“, existiert hierzulande nicht. Wäre das anders, würden Phänomene von Dauer genauso diskutiert wie volatile. Was also bleibt? Soziokulturelle Evolutionen wie Wertewandel, Lernkurven aus Unfällen, auch technologische Basisinnovationen. Und Wechsel der Weltanschauung. Kopernikus heliozentrisches Weltbild war kein Megatrend, sondern Basis eines neuen Selbstverständnisses. Das aktuelle Akronym der „VUCA-Welt“ kündigt die nächste Stufe an: eine Welt, die unumkehrbar instabiler wird, schwankend, dynamisch, komplex, ungewiss, mehrdeutig. Fürs Erste bleibt davon nur, dass die keiner will. Dagegen geht die Wissenschaft in Science-Märschen auf die Straße und die Politik baut auf Mauern anstatt auf Komplexitätsbewältigung. Das verzweifelte Aufbäumen des Westens gegen den explodierenden Strukturreichtum unserer Weltwahrnehmung ist kein Trend, sondern – Angst.

Jutta Harms, Leser_In

Weniger ist mehr

Für mich zählt – auch wenn es mittlerweile abgedroschen klingen mag – Nachhaltigkeit mehr als Hipness. Das ist für mich der Trend, vielleicht der einzige, der dazu beitragen kann, dass wir unseren Planeten nicht vollends ruinieren. Leider ist der Begriff zu einem Marketing-Schlagwort umgenutzt worden. So liegt es an uns Verbrauchern: Wir müssen uns selbst informieren und nicht unbedingt jeden kurzlebigen (Mode-)Trend mitmachen. Das heißt für mich, dass ich sorgfältig und stilbewusst auswähle, wenn ich Kleidung kaufe. Nur so kann ich sicher sein, dass mir die Sachen die nächsten Jahre noch gefallen. Weniger kaufen ist immer am nachhaltigsten. Das widerspricht zwar dem Wachstumsdiktat herkömmlicher Ökonomie, ist für mich aber der beste Trend überhaupt. Zumal das unbegrenzte Wachstum gerade sowas von aus der Mode kommt.

Philip Marschal, Leser,

Selbstbesinnung

Ich denke, der Trend zur Rückbesinnung auf Vergangenes bleibt der Menschheit immer erhalten. Vergangenes meint dabei nicht alles, sondern Ideen, Einstellungen und Werte. Schon vor tausenden Jahren machten sich Philosophen die gleichen Gedanken wie wir heutzutage. Wie werde ich glücklich? Wie führe ich ein zufriedenes Leben? Wer bin ich wirklich? Auch wenn wir uns als Menschheit weiterentwickeln und aus der Balance kommen, werden wir uns nach einer gewissen Zeit wieder bei den gleichen Fragen einpendeln. Die Geschichte zeigt, dass wir die positiven Dinge der Vergangenheit immer wieder aktivieren. Egal, wie technisch und wissenschaftlich wir voran schreiten, am Ende besinnen wir uns doch zurück auf unsere Wurzeln, die Natur. Auch alles Neue der Welt und des Universums wird uns auf Dauer nicht weit weg von unserem Kern, unserem Sein und der Verbundenheit zur Natürlichkeit entfernen.

Ingo Froböse, Professor am Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation, Deutsche Sporthochschule Köln,

Teil unserer Kultur

Betrachtet man Sport als Trend, so hat er sich immer wieder verändert. Lag der Fokus in den Anfängen primär bei der Körperbildung, kam ab den 1960er-Jahren das Thema Herz-Kreislauf-Training auf. Dieser Trend schwappte in den 1980ern in Form von Aerobic in unsere Fitnessstudios über. Zur gleichen Zeit entdeckten die Menschen das noch heute so beliebte Joggen für sich. Auch das Fitnesstraining hat sich verändert. Standen früher dicke Muskeln im Mittelpunkt, erleben wir heutzutage einen gegenläufigen Trend – hin zu Fitnessstudios, die sich zu regelrechten Gesundheitssporteinrichtungen entwickeln und den Körper als Ganzes betrachten. Sie ergänzen ihr Angebot um Yoga, Tai-Chi oder Qigong, um dem Wunsch gerade der jungen Bevölkerung nach definierten, gesunden Körpern zu entsprechen. Ein noch junger Trend begegnet uns, wenn wir den Blick auf den elektronischen Sport richten, den sogenannten E-Sport. Hier werden Wettkämpfe und Spiele auf die Konsole verlagert. Auch wenn es unter dem Begriff des traditionellen Sports nur schwer zu verstehen ist, zeichnet sich hier eine Jugendkultur ab, die sicherlich deutlich mehr Raum in der Gesellschaft einnehmen wird. Sport wird in seinen Dimensionen also immer weiter ausdifferenziert und ist mehr als reine körperliche Aktivität. Sport ist ein Trend, eine Kultur, die sich über alle Altersgrenzen hinweg in allen möglichen Formen manifestiert und sich weiterentwickelt, aber immer Bestand haben wird.

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Wie alt werden wir?

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@seinsartmagazin, Leser_In

Wir alle fragen uns: #Wiealtwerdenwir https://t.co/i2QaHiEPf7

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