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Welche Sicherheit suchen wir?

Das Bedürfnis nach Schutz vor Gefahren geht selten Hand in Hand mit dem Recht auf Privatsphäre und persönliche Freiheit. Verraten Sie uns, wie Sie für die richtige Balance sorgen würden.

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Sebastian Kurz, Leser_In

Krieg und bewaffnete Konflikte prägen unsere Gegenwart: Syrien, Irak, Jemen, Afghanistan, Südsudan, Ostukraine – um nur wenige zu nennen. Völkerrechtsverletzungen und isolationistische Tendenzen rütteln am Fundament zwischenstaatlicher Beziehungen. Konflikte wie jene um Bergkarabach, Transnistrien oder den abtrünnigen Regionen Georgiens sind seit Jahrzehnten ungelöst. Cyberangriffe, Terrorismus und organisierte Kriminalität stellen unser Lebensmodell Tag für Tag auf die Probe. Können wir mit Strukturen und Instrumenten, die wir nach 1945 entwickelt und mit denen wir die Gräben des Kalten Krieges überwunden haben, auch noch die heutigen Herausforderungen erfolgreich bewältigen? Ich meine ja. Denn der Ansatz, Sicherheit umfassend zu verstehen und Zusammenarbeit in den Vordergrund zu stellen, ist aktueller denn je. Aber: Zusammenarbeit erfordert politischen Willen. Nur so kann Vertrauen gebildet, gefestigt und nachhaltig gesichert werden. Angesichts der Aufgaben, vor denen wir stehen, bietet die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ein ideales Forum, um auf Basis gemeinsamer Werte und Verpflichtungen zu einer Friedens- und Stabilitätsordnung zurückzufinden. Was wir dazu brauchen ist ein ehrlicher, kritischer, aber stets konstruktiver Dialog zwischen Ost und West, Nord und Süd. Es liegt an uns, Verantwortung zu übernehmen – und dieser auch gerecht zu werden. Schritt für Schritt und gemeinsam.

Ute Hammer, Leser_In

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat 2007 mit seiner Sicherheitsstrategie „Vision Zero“ eine grundlegende Entscheidung für seine weitere Verkehrssicherheitsarbeit getroffen. Das Ziel: keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Kern der Strategie ist ein sicheres Verkehrssystem und die Einsicht, dass Menschen Fehler machen und ihre physische Belastbarkeit begrenzt ist. Fahrerassistenzsysteme sind wichtige Bestandteile der „Vision Zero“: Sie warnen oder greifen ein, wenn die Situation es verlangt beziehungsweise der Mensch ausfällt. Sie haben den Vorteil, immer aufmerksam und frei von Emotionen oder Müdigkeit zu sein. Insofern sind Fahrerassistenzsysteme „beste Beifahrer“. Sie bilden die Grundlage für alle weiteren Stufen des automatisierten Fahrens. Besonders effektiv für die Sicherheit sind Notbremsassistenzsysteme. Bei der weiteren Entwicklung dieser Systeme kommt es darauf an, dass der Notbremsassistent auch bei höheren Geschwindigkeiten, zum Beispiel auf Landstraßen oder Autobahnen, wirkt. Die meisten neuen Fahrzeuge können optional mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet werden, auch Klein- und Kompaktwagen. Dennoch lässt die Durchdringung des Marktes momentan noch zu wünschen übrig. Gemeinsam mit weiteren Partnern hat der DVR daher bereits vor mehr als zehn Jahren die Aufklärungskampagne „bester beifahrer“ ins Leben gerufen, mit der über Wirkung und Nutzen dieser aktiven Sicherheitssysteme informiert wird.

Uwe Jacob, Leser_In

Der durch die Polizei empfohlene mechanische Einbruchschutz ist für Täter überwindbar, wenn ihnen ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Smart-Home-Systeme eröffnen hier neue Möglichkeiten, den Einbruchschutz wesentlich zu verbessern. Smart Homes versenden Nachrichten an Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde und stellen Bilder zur Verifizierung des Geschehens bereit. Eine Alarmierung der Polizei kann dadurch auf gesicherten Erkenntnissen erfolgen und die Zahl der Falschalarme reduziert werden. Diese Systeme setzen damit zu einem frühen Zeitpunkt eine Interventionskette in Gang und nehmen Tätern die Zeit, den Einbruch zu vollenden. Bei der Betriebssicherheit bewegen sich viele Smart-Home-Systeme auf einem ausreichend hohen Schutzniveau. Zudem agieren Einbrecher überwiegend mit und auf dem Niveau „Hebelwerkzeug“ und nicht mit IT-Technik. Smart-Home-Systeme sind attraktiv, weil sie neben Warnfunktionen vor Gefahren durch Wasser, Brand und Einbruch auch Beiträge zur Energieeffizienz und zum Komfort leisten. Dadurch sprechen sie im Vergleich zu konventionellen Alarmanlagen breitere Käuferschichten an und können so zu einer höheren Akzeptanz für den elektronischen Einbruchschutz beitragen. Smart-Home-Systeme ersetzen keine professionellen Alarmanlagen für Risikoobjekte, bei denen die Versicherungen diesen Schutz vertraglich vorschreiben. Sie können aber eine sinnvolle Komponente zur Verbesserung des Einbruchschutzes sein.

Hans-Georg Maaßen, Leser_In

Durch die Globalisierung der Märkte hat die Bedeutung der Wirtschaftsspionage seit den 1990er-Jahren stetig zugenommen. Deutschland ist dabei ein besonders lohnendes Ziel wegen seiner zahlreichen Weltmarktführer und Unternehmen der Spitzentechnologie. Hauptsächlich werden jedoch kleine und mittelständische Betriebe Opfer von Spionage mit einem alljährlichen Gesamtschaden in zweistelliger Milliardenhöhe. Viele ausländische Nachrichtendienste haben den gesetzlichen Auftrag, ihre eigene heimische Wirtschaft mit Informationen über deren Konkurrenten zu versorgen oder eine technologische Vorherrschaft ihres Landes mit allen Mitteln zu verteidigen. Die nachrichtendienstliche Beschaffung geheimer Informationen erfolgt dabei über technische Mittel wie Lauschangriffe und Aktivitäten im Cyberraum oder über menschliche Quellen. In Anbetracht eines scheinbar allmächtigen Gegners fühlen sich viele Unternehmen hilflos und verschweigen Angriffe aus Angst vor einem Imageverlust. Dabei kann ihnen der Verfassungsschutz als kompetenter Partner mit Rat und Tat zur Seite stehen: Unsere Spionageabwehr beobachtet die Aktivitäten aller Nachrichtendienste und kann ihnen auf Augenhöhe begegnen. Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit und muss als Gemeinschaftsprojekt von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft jeden Tag neu erarbeitet werden.

Klaus Müller, Leser_In

Sicherheit ist ein abstrakter Begriff. Er spielt aber für alle Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag eine wichtige Rolle. Wir müssen erwarten können, dass beispielsweise Lebensmittel, die wir konsumieren, sicher sind und in Produkten drin ist, was drauf steht. Das ist nicht immer der Fall. Manche Hersteller tricksen mit cleveren Werbebotschaften und führen Verbraucher in die Irre. Hier bedarf es klarerer Vorgaben des Gesetzgebers. Auch in der digitalen Welt ist Sicherheit ein Thema. Neben dem Schutz persönlicher Daten ist es wichtig, dass Verbraucher im Netz nicht diskriminiert werden. Wie funktionieren Suchanzeigen im Netz und wer erhält Provisionen bei Preisvergleichen? Diese Informationen müssen für Verbraucher und Aufsichtsbehörden transparent sein. Sicherheit ist nicht nur ein Gefühl, sondern existenziell, wie etwa bei der Altersvorsorge. Um eine drohende Vorsorgelücke zu schließen, brauchen wir ein Vorsorgeprodukt, das nicht gewinnorientiert ist. Jeder Euro, der nicht in Marketing und Provisionen fließt, bedeutet mehr Rendite für Verbraucher. Beispiele wie diese gibt es in vielen lebensnahen Bereichen. Laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) fühlen sich 93 Prozent der Verbraucher mit gutem Verbraucherschutz sicher. Der vzbv fordert daher, die Interessen der Verbraucher stärker zu berücksichtigen. Verbraucher sind Wähler – das muss die Politik wissen.

Freddy Nock, Leser_In

Die Frage der Sicherheit klingt bei meinen Tätigkeiten ein bisschen paradox. Meine Sicherheit ist mein Vertrauen in meine Fähigkeiten und das Vertrauen in das verwendete Material. Obwohl ich meine Seilläufe immer „ungesichert“ laufe, fühle ich mich dadurch sicherer, als wenn ich zum Beispiel eine Fangleine hinter mir her ziehe. Die Gefahr des Verhedderns mit der Sicherheitsleine ist größer, als wenn keine da ist. Sämtliche Projekte und Weltrekorde, die ich bestreite, werden im Vorfeld genau auf ihre Machbarkeit abgeklärt. Ist der Augenblick dann da, wenn ich meinen ersten Schritt auf das Seil setze, bin ich mir sicher, dass ich alle möglichen technischen Eventualitäten abgesichert habe. Dann bleibt nur noch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Und das physikalisch Machbare. Kommen aber unvorhersehbare Situationen wie zum Beispiel extreme Sturmböen oder nicht behebbare Schwingungen des Seils, sagt mir meine innere „Sicherung“, dass der Punkt des Abbruchs erreicht ist. Wenn man diesen Punkt überschreitet, setzt man sich bewusst dem Risiko aus und das ist ungesund. Daraus lässt sich für mich ableiten: Meine Sicherheit ist „meine“ Sicherheit.

Dorothea Schäfer, Leser_In

In einem Niedrigzinsregime sind Finanzanlagen mit festen Zinsversprechen tendenziell weniger ausfallgefährdet als in einem Hochzinsregime. Das wird schnell klar, wenn man sich als Beispiel Staatsanleihen anschaut. Durch die Niedrigzinsen konnten die Eurostaaten ihre jährliche Zinslast massiv reduzieren. Ihre Schulden können die Staaten nun leichter bedienen, daher kann man auch davon ausgehen, dass ihr Ausfallrisiko gesunken ist. Die Staatsanleihen sind sicherer geworden. Dem steht gegenüber, dass Niedrigzinsen Unternehmen, Staaten und Privathaushalte auch immer dazu verleiten können, besonders viele Wertpapiere zu verkaufen, sprich besonders viele Schulden zu machen. Schließlich ist Schuldenmachen zur Zeit ja historisch „billig“. Dann entstehen trotz niedriger Zinslast hohe Tilgunsverpflichtungen, die ein Unternehmen, einen Privathaushalt oder auch einen Staat schnell mal überfordern können, wenn es auf der Einnahmeseite nicht so gut läuft. Hohe Tilgungsverpflichtungen des Schuldners gefährden die Sicherheit der ausgegebenen Wertpapiere, wirken also dem stabilisierenden Effekt von niedrigen Zinsen entgegen. Welcher Effekt nun überwiegt ist schwierig zu sagen. Zur Zeit muss aufgrund der hohen Schulden von Haushalten, Staaten und Unternehmen wohl eher davon ausgegangen werden, dass die Niedrigzinsen notwendig sind, damit das Pendant dieser Schulden, die Finanzanlagen, hinreichend sicher sind.

Boris Bidennter, Leser_In

Der 1. Mai steht vor der Tür und es ist wieder nicht zu erwarten, dass es überall in Berlin friedlich bleibt. Traditionell sind es die Linksextremen, die den Tag mit Steinewerfen und anderen Gewaltaktionen begehen. Auch wenn ich die Deeskalationsstrategien einen guten Weg finde und auch die Initiativen, an diesem Wochenende Feste und friedliche Events zu veranstalten: Für meine eigene Sicherheit ziehe ich es doch vor, an diesem Tag einfach die Stadt zu verlassen.

Mascha Petit, Leser_In

Nicht nur, weil es bei vierstöckigen Häusern die schönste Etage ist, auch aus Sicherheitsgründen wohne ich gerne im dritten Stock. Im vierten kommen die Einbrecher über das Dach. Warum die Angst? Mein Nachbar hatte einst die Tür zugeschlagen und den Schlüssel vergessen. Zum Glück waren Handwerker im Haus, die ihm helfen konnten: In unter zehn Sekunden war die Tür auf. Seit dem ich das gesehen habe, schließe ich jede Nacht von innen ab und verstehe jeden, der sich gegen Einbrecher wappnet.

Ludwig Nussbaum, Leser_In

Nach jedem Terroranschlag wird einem bewusst gemacht, dass es jeden jeden Tag treffen kann. Da die Medien mehr über diese Anschläge berichten als etwa über einen einzelnen Verkehrstoten, ist diese Angst aber präsenter. Aber ist es nicht viel wahrscheinlicher, durch ungesundes Verhalten, bei einer Extremsportart oder eben bei einem Autounfall zu sterben?

Silvia Schmidt, Leser_In

Einer meiner besten Freunde arbeitet öfter über lange Phasen in Konfliktregionen. Er liebt seinen Job, leidet aber darunter, dass er dort so wenig Besuch von engen Freunden bekommt. Früher, mit etwa 20 Jahren, hätte ich mir vorstellen können, ihn dort auch einmal zu besuchen. Schließlich bin ich auch nach Israel gereist, als es in den 1990er-Jahren dort häufig zu Anschlägen kam. Aber jetzt, wo ich Mutter bin, habe ich nicht mehr nur Verantwortung für mich, sondern auch für meinen Sohn. Ich würde nicht sagen, dass ich durch mein Kind ängstlicher geworden bin. Aber jetzt sehe ich, dass Sicherheit für mich durch meine Familie wichtiger geworden. Aber vielleicht ist es auch ganz typisch, dass man sich in jungen Jahren anders auf gefährliche Situationen einlässt.

Roxana Digitschenko, Leser_In

Frauen sind Männern physisch meist unterlegen. Daher macht es Sinn, dass sich Frauen mit der eigenen körperlichen Sicherheit beschäftigen. Ich würde jeder Frau raten, einmal einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen. Es gibt viele Techniken, die auch von schwachen Frauen ausgeführt werden können. Ich war zweimal in Situationen, in denen ich meine Fähigkeiten beweisen musste und einfach froh, mich wehren zu können.

Luisa Freye, Leser_In

Ich glaube nicht, dass es nur die persönliche Freiheit ist, die den Gegenpol zur Sicherheit bildet, sondern auch die Abenteuerlust und die Neugier. Natürlich können wir es uns gemütlich machen in unserer kleinen Hobbithöhle, aber wir wollen auch etwas erleben und begeben uns deswegen oft genug in Gefahr, die vermeidbar wäre. Der Balanceakt besteht dann darin, die Gefahr abzuwägen und Grenzen einzuhalten. Aber diese Schritte heraus aus der bequemen Sicherheit machen das Leben ja auch aus – nicht nur im Roman.

Nicole Heinemann, Leser_In

Ich halte Deutschland für eines der sichersten Länder der Welt. Aber es gibt Orte und Ansammlungen, die ich meide. Das sind weniger die Bezirke, von denen jeder weiß, dass dort mit Drogen gedealt wird, wie in den 90er Jahren das Frankfurter Bahnhofsviertel, wo ich immer durch musste, um zu meinem liebsten Club zu kommen, oder heute beim Durchqueren des Berliner Görlitzer Parks mit meinem Sohn. Hier lässt man sich gegenseitig einfach in Ruhe, sie können mir ja doch nichts verkaufen. Was mir aber Angst macht, wo ich mich nicht sicher fühle, ist, wenn ich etwa plötzlich mit Hooligans in einem S-Bahn-Wagon bin. Wenn Aggressionen im Raum sind und man sie nicht steuern kann. Und, wenn man den Ort nicht verlassen kann. Trifft man gewaltbereit-wirkende Fans bei der Anreise zu Fußballspielen, hilft es auch wenig, aus der Bahn auszusteigen, denn die nächste ist meist noch voller mit ihnen.

Emilio Fontana, Leser_In

Was den einen Schutz gibt, kann anderen Angst machen, wie etwa Hunde.

Knut Friedelmann, Leser_In

Privates Glück hatte früher vor allem mit Sicherheit und Geborgenheit zu tun. Die heutigen Scheidungsraten sprechen aber eher davon, dass den meisten heute die Freiheit wichtiger ist als die Sicherheit. Vielleicht, weil wir ansonsten doch recht sicher in unsere Gesellschaft leben?

Clemens Potocki, Leser_In

Totale Sicherheit hat man nur, wenn man tot ist. Im meinem Beruf, ich arbeite in einer Delegation der Europäischen Union, für die wir seit Ende September 2015 im Südsudan unter anderem Baumaßnahmen überwachen, gelten noch einmal ganz andere Regeln im Abwägen von Sicherheitsmaßnahmen als hier in Europa. Man muss das eigene Verhalten an die Lage vor Ort anpassen. Ein Beispiel ist die Reisesicherheit. Wenn man nach Bor oder Torit reist, kann man sich mit einem Pkw nur mit einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern fortbewegen, weil die Straßen nicht asphaltiert sind. Ein Schutz kann bei diesen Straßenverhältnissen nur gewährleistet werden, wenn man mit mindestens zwei Fahrzeugen unterwegs ist. Er funktioniert im Südsudan, oder auch in Afghanistan, wo wir ebenfalls eingesetzt waren, immer nur in einer Gruppe. Eine größere Sicherheit konnten wir von unserer Seite bieten, wenn wir Vertreter, etwa von Ministerien, im Flugzeug mitnahmen, um Strecken zu überbrücken. Aber auch hier muss man auswählen, mit wem man die Reise antritt. So ist es gerade bei unbeständigen Regierungsverhältnissen wichtig, mehrere Seiten bei sich zu wissen, aber auch immer eine Einzelentscheidung, auf wen man sich einlässt. Und es gibt Grenzen für unsere eigene Sicherheit, bis zu denen wir gehen: Im Juli letzten Jahres sind wir evakuiert worden und werden erst, so es die Sicherheitslage erlaubt, Mitte diesen Jahres zurückkehren.

Bernd M. Heinz, Leser_In

Sicherheit schaffen wir nicht durch das Speichern weiterer Daten, Überwachungskameras an allen Plätzen und Haltestellen. Präsenz & aufmerksames & schnelles Handeln von Ordnungs- & Polizeikräften gibt Sicherheit. Zum Beispiel das Einladen zm Schwarzfahren durch die Anbieter des Öffentlichen Verkehrs sollte beendet werden. Kein Bus-oder Straßenbahnfahrer sollte mehr alleine fahren. Schaffner in jeden Wagen. Ordnungsdienste auf jeden Bahnsteig. Des weiteren konsequentes Eintreiben der angezeigten Strafen. Konsequente & schnelle Strafverfolgung & Verurteilung. All das schafft Sicherheit & nebenbei Arbeitsplätze. Und außerdem würde ich an Karneval oder Silvester Orte wie den Kölner Hbf meiden (was erwartet man da wohl?), auch wenn ich nicht alleine Unterwegs bin.

Eva Krause, Leser_In

Mit Kindern ist es immer eine Gradwanderung zwischen einem Bedürfnis danach, sie in Sicherheit zu wissen, und der Freiheit, die man ihnen gewähren will. So will ich zum einen, dass meine Kinder selbstständig werden und ihnen Vertrauen schenken, ich will aber etwa auch wissen, dass sie sich dort befinden, wo sie gesagt haben, dass sie hingehen wollten. Als sie noch kleiner waren, war es kein Problem, von den Eltern der Freunde eine Nachricht zu bekommen, dass alle da sind und es allen gut geht. Mit der Pubertät wird es viel schwieriger, weil die Kinder nicht mehr kontrolliert werden wollen, sie genervt sind, wenn man sie auf dem Handy anruft, obwohl sie gerade mit der besten Freundin sprechen und man will das Handy ja auch nicht wie eine elektronische Fußfessel benutzen. So muss man sich als Eltern wohl daran gewöhnen, dass ihnen ihre Freiheit natürlich wichtiger ist als auf das Bedürfnis der Eltern einzugehen, sie in Sicherheit zu wissen. Und erst wenn man selbst Kinder hat merkt man meist, welche Ängste Eltern wegen ihrer Kinder ausstehen.

Massimo Franke, Leser_In

Solange es der Sicherheit dient, bin ich auch bereit, dass persönliche Daten von mir verwerten werden – solange dies im Geheimen geschieht und die Personen, die damit beauftragt werden, zu stillschweigen angehalten sind. Derzeit sehe ich das größere Problem darin, dass Daten gehakt und veröffentlich werden oder Bankdaten von Kriminellen ausgekundschaftet werden.

Annina Binder, Leser_In

Ich denke wir offenbaren viel zu viele persönliche Informationen. Dennoch wollen wir personalisierte Angebote. Wo ist die Sicherheit? In der Schweiz ist das Datenschutzgesetz viel strenger als in anderen Länder. Ich gebe gerne Daten her, solange man etwas daraus gewinne kann.

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Ziehen Geld und Macht immer noch oder sind es der Sinn, den wir in der Arbeit sehen und das Talent, das wir einbringen können? Schreiben Sie uns, für welchen Weg Sie sich entschieden haben.

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Gunter Dueck, Leser_In

Wir werden nur noch gut bezahlt für etwas, was Computer oder Roboter nicht selbst können. Hierarchien in Unternehmen werden unschärfer – sie mutieren zu Netzen, in denen die „Netzknoten“, also besondere Menschen die Fäden zusammenhalten. Wenn Menschen in höheren Berufen Fehler machen, entsteht ein hoher Schaden. Geld, Aufträge oder Vertrauen gehen verloren, Seelen werden geknickt, Demotivation ausgestrahlt. Wir brauchen also besondere Menschen, die keine Fehler begehen, die gleichzeitig gut verhandeln, managen, ermutigen, wagen, kreieren, überzeugen und gute Beziehungen knüpfen. All das wird schon immer erträumt oder gewünscht, aber Computer und Roboter erzwingen es so. Nun denn, sollte man denken, entwickeln wir also unsere Persönlichkeit und holen wir aus unseren Begabungen das Beste heraus. Nein, so sagen die Leute nicht. Sie fragen, was heute noch ein sicherer Beruf wäre. Sie wollen die Antwort nicht: Persönlichkeit und Besonderssein. Wir sehen aber doch überall, dass „die Mitte“ verschwindet, wo auch immer. Alles teilt sich: In Massenprodukte und Luxus oder in Roboterarbeit und Meisterschaftliches. Die Gesellschaft verliert ihre Mitte. Aber wir wollen doch eigentlich mehrheitlich alle einen Beruf oder eine Arbeit in der Mitte. Geht nicht mehr. Punkt. Bringen sie als Persönlichkeit Besonderes zustande. Das fühlt sich wirklich gut an, wenn es klappt.

Anja Lüthy, Leser_In

Jugendliche, die ihr Abitur 2017 ablegen, sind in der Regel 17 bis 18 Jahre alt und gehören zur Generation Z – eine Generation mit recht individuellen beruflichen Karriereplänen. Vor ihnen liegen – nachdem sie zunächst ein Bachelorstudium absolviert haben – fast 50 Jahre Arbeit. Befragt man junge Studierende, wie sie sich ihren ersten Arbeitsplatz vorstellen, nennen sie eine unbefristete, gut bezahlte Stelle, nette Kollegen, ein angenehmes Betriebsklima, interessante Aufgaben unter der Leitung eines kompetenten Chefs, der ihren Wert als Individuum schätzt. Solide individuelle Aufstiegschancen runden das Wunscharbeitgeberprofil ab. Familienfreundliche Arbeitszeiten, Unterstützung bei ihrer Mobilität und eine kluge Mitarbeiter-App, die sie schnell in das Unternehmen integriert, werden als selbstverständlich vorausgesetzt. Kein Wunder, dass heute einer von drei neuen Mitarbeitern das Unternehmen in den ersten zwölf Monaten verlässt, weil seine Erwartungen sich nicht erfüllten. Wenn sich die Jungen nicht mehr wohl am Arbeitsplatz fühlen, suchen sie sich ganz schnell einen neuen. Nun sind die Betriebe gefragt, sich ihnen als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren, deren Arbeitsplatzprofile mit den Wunschprofilen übereinstimmen. In Stellenanzeigen findet man bereits solche Formulierungen. Denn die Generation Z weiß, dass sich die Unternehmen in Zeiten des demografischen Wandels um sie bewerben und nicht umgekehrt – und das individuell.

Melanie Arntz, Leser_In

Flexibel Arbeiten, das ist zunächst einmal die Chance auf ein stärker selbstbestimmtes Arbeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben, etwa im Hinblick auf die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftige Eltern. So lässt sich jederzeit von jedem Ort aus noch bearbeiten und delegieren, was zuvor liegen geblieben ist. Wir können unsere Arbeitswelt somit individuell an unsere Bedürfnisse anpassen und gestalten. Das ist einerseits ein großer Fortschritt – und zugleich eine große Herausforderung. Denn es entsteht auch eine neue Erwartungshaltung der ständigen Erreichbarkeit, die auch vor Wochenenden, Urlaub und Krankheit nicht unbedingt halt macht. Wenn diese Haltung verinnerlicht wird und die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben immer mehr verschwimmen, kann das zu einer psychischen Beanspruchung führen. Tatsächlich zeigt unsere Forschung, dass Beschäftigte, die auch von zu Hause arbeiten, insgesamt mehr unbezahlte Überstunden leisten. Um der psychischen Beanspruchung entgegenzuwirken, schalten mittlerweile einige Unternehmen abends ihre Mailserver ab. Das ist gut gemeint, hindert aber nicht daran, dennoch bis in die Nacht E-Mails vorzubereiten, die dann am nächsten Morgen versandt werden. Wichtiger ist es, die Grenze zwischen Beruf und Privatem individuell neu zu ziehen. Gelingt diese innere Abgrenzung, kann flexibles Arbeiten im digitalen Zeitalter Lebens- und Arbeitsqualität verbessern.

Jutta Allmendinger, Leser_In

Ungleiche Bildungschancen Menschen unterscheiden sich voneinander, meist zu unserer Freude. Niemand will einen geklonten Freundes- und Familienkreis. Problematisch wird es, wenn aus Unterschieden soziale Ungleichheiten werden. Das heißt: Manche Gruppen haben einen einfacheren, andere einen schwereren Zugang zu Dingen, die für den weiteren Lebensverlauf wichtig und wertvoll sind. Zu Bildung zum Beispiel. Wie die Forschung zeigt, haben Kinder aus Elternhäusern mit niedriger Bildung systematisch schlechtere Chancen, gute und weiterführende Schulen und Hochschulen zu erreichen. Dies gilt sogar, wenn die kognitiven Fähigkeiten der Kinder gleich gut sind. Dann macht immer noch der Bildungshintergrund den Unterschied. Diese ungleichen Bildungschancen wirken sich auf das ganze Leben aus. Die berufliche Ausbildung hängt von den Schulabschlüssen ab. Die beruflichen Tätigkeiten werden ihrerseits durch die Ausbildung bestimmt. Nach wie vor sehen wir daher große Einkommensunterschiede zwischen Menschen mit geringer und mit hoher Bildung: über 1,2 Millionen Euro im gesamten Lebensverlauf. Doch Geld ist nicht alles. Auch Weiterbildung, Arbeitsplatzsicherheit, Rentenniveau, Gesundheit, Lebenserwartung und die Wahl der Partnerinnen und Partner werden von der Bildung bestimmt. Das größte Problem: So leicht lässt sich ein einmal erreichter Bildungsstand nicht verändern. Wir müssen mehr tun. Nicht nur, aber vor allem zu Beginn eines Lebens.

Michael Schanz, Leser_In

Selbst Frauen mit hohem schulischen MINT-Leistungsniveau haben im Allgemeinen weniger Vertrauen in ihre MINT-Begabungen und erhalten weniger Unterstützung durch Elternhaus und Schule. Der Grund dafür sind vor allem fehlende weibliche MINT-Rollenmodelle am Arbeitsmarkt. Dies hindert nicht nur junge Frauen daran, ein ingenieurwissenschaftliches Studium zu ergreifen, sondern auch daran, sich gut im späteren Beruf zu entfalten. Das muss sich ändern! Insbesondere im Fach Elektro- und Informationstechnik kämpft der VDE für eine stärkere weibliche Präsenz. Junge Frauen präferieren einen Beruf „mit Menschen“, der „wertvoll für die Gesellschaft“ ist. Die Berufsbilder von Elektroingenieurinnen bieten aber genau das – nur wissen das die Kandidatinnen nicht unbedingt. Daneben ist aus heutiger Sicht ein Beruf in der Elektro- und Informationstechnik krisenfest, bietet interessante Entfaltungsmöglichkeiten und ist gut bezahlt. Die Produkte machen das Leben sicherer, einfacher, gesünder, mobiler oder kommunikativer. Die meisten Jobs sind team- und schnittstellenorientiert. Seit 2011 steigt der Anteil an Studienanfängerinnen kontinuierlich. Ich glaube, dass ist kein Zufall: Es war das Jahr, in dem in Deutschland die Energiewende beschlossen wurde. 16 Prozent Frauenanteil ist aber noch ausbaufähig. Im Vergleich zu den 1980er-Jahren, als dieser im kleinen einstelligen Bereich dümpelte, sehen wir das jedoch als einen ersten Erfolg.

Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin, Leser_In

Kann man seine Zeit mit seinem besten Freund und Musik „verschwenden“ und trotzdem „erfolgreich“ sein? Es kommt wohl darauf an, wie man Erfolg definiert und ob Zeit überhaupt verschwendet werden kann, wenn man sie mit etwas füllt, das man liebt. Wir beide kennen uns, seit wir zwölf Jahre alt sind, machen seit dem ersten Tag zusammen Musik. Nie hatten wir dabei einen äußeren Erfolg im Blick, auch keinen kommerziellen. Es ging schlicht um den Moment, die Ideen und die Lieder. Hatten wir Spaß und es entstand dabei etwas, war das schon Erfolg. Schon zum zweiten Album 2006 fiel die Entscheidung, auf jegliche Zusammenarbeit mit Plattenfirmen zu verzichten, alles selbst zu machen. Wir hatten jetzt die Möglichkeit, unsere Musik zu veröffentlichen, und als Youtube an den Start ging, waren wir die erste deutsche Band, die dort ihre Selfmade-Videos veröffentlichte. Jahrelang machten wir dann Musik, ohne zu bemerken, dass über die Jahre im Internet eine Generation heranwuchs, die fern der klassischen Medien auf der Suche nach Neuem waren. Erst 2012 realisierten wir, dass wir tausende Fans hatten, die uns sehen wollten. Seit der ersten Tour 2013 geht es immer weiter. Das alles erleben zu dürfen, ist wie eine verrückte Reise in einem selbstgebauten Raumschiff. Und das ist der eigentliche Erfolg: die Momente, die wir erleben dürfen. Dass unser gemeinsamer Weg nun von anderen „Karriere“ genannt wird, ist immer noch seltsam.

Aletta Gräfin von Hardenberg, Leser_In

Welche Faktoren spielen eine Rolle bei der Entscheidung für eine Bewerbung bei einem Unternehmen? Sind nur die Jobbeschreibung, das Gehalt und die Karrierechancen ausschlaggebend? Für manche Bewerberinnen und Bewerber sind das sicher die entscheidenden Fakten. Andere schauen sich das Unternehmen genauer an, um einen Eindruck von den Arbeitsverhältnissen zu bekommen: Wie ist die Unternehmenskultur, welche Angebote werden gemacht und wirken die Arbeitsbedingungen fair? Im ausgerufenen „War for Talents“ können diese Themen das Zünglein an der Waage sein. Also lohnt es sich für Unternehmen, hier Engagement zu zeigen. Eine gute Strategie, um die Unternehmenskultur sichtbar positiv zu beeinflussen, ist Diversity Management. Dabei geht es um die Wertschätzung und die vorurteilsfreie Begegnung aller Beschäftigen, damit sich jeder und jede Einzelne mit ihren Talenten und Fähigkeiten entwickeln kann. Denn das ist die Grundlage für Zufriedenheit und damit motiviertes Arbeiten für den Erfolg des ganzen Unternehmens. Die Entwicklung eines Leitbilds, das Diversity mit einschließt und von Geschäftsführung oder Vorstand aktiv unterstützt wird, ist ein erster Schritt. Selbstverständlich muss es anschließend mit Leben erfüllt werden, um nachhaltig auf die Kultur zu wirken. So können ganz unterschiedliche Maßnahmen und Projekte dafür sorgen, dass sich Talente zukünftig für Ihr Unternehmen entscheiden – und nicht für die Konkurrenz.

Horst Birnard, Leser_In

Heute muss man für eine Karriere schon Abitur haben oder studieren. Als ich in den 1960er-Jahren nach neun Jahren Schule meine Ausbildung zum Buchhändler abschloss, konnte ich mit diesen Voraussetzungen in einer renommierten Agentur als Werbetexter arbeiten. Dann wurde ich als Kommunalpolitiker gewählt, beschäftigte mich mit Bauplanung und arbeitete schließlich als Bauträger. Das ist keine Karriere, wie man sie planen kann, schon gar nicht mehr heute. Aber ich konnte viel im Leben bewegen.

Nadja Piotrowski, Leser_In

Gehalt, Team, Aufstiegschancen, Fahrtweg, Urlaubstage, Arbeitszeiten – schön, wenn das meiste passt.

Simone Kowalski, Leser_In

„Du musst wieder einen Beruf haben, bei dem Du in die Rentenkasse einzahlen kannst!“ das klingt zunächst unglaublich spießig, aber diese Worte meiner Mutter nehme ich mit zunehmendem Alter ernst. Gerade als Selbstständige muss man aufpassen, dass man keine Milchmädchenrechnung aufstellt und denkt, man könne das verdiente Geld ausgeben anstatt sich auf eigenen Wegen abzusichern. So schön manche Berufe auch sind, die man nur als Selbstständige ausüben kann und man darin auch wirklich eine Erfüllung sieht, so sehr sollte man auch daran denken, dass es eine Zeit „nach der Karriere“ gibt und die sollen wir auch noch genießen können.

Mark R., Leser_In

Meinen Beruf, bei dem ich viel reisen und die verschiedensten Gegenden der Welt entdecken und Menschen vor Ort kennenlernen kann, finde ich unglaublich aufregend. Leider muss man dafür im Privaten auf vieles verzichten. Aber ich würde mich immer wieder dafür entscheiden und bin schon gespannt auf meine kommenden Aufgaben und die Zusammenarbeit mit den anderen Mitarbeitern in Puerto Rico.

Bianca Grimmener, Leser_In

Es brauche nicht die klassische Karriere, aber die Arbeit muss für mich sinnvoll sein, in einem netten Team

Nicola Semmerling, Leser_In

Mir ist es wichtig, mit kreativen Menschen zusammen an einem Projekt zu arbeiten. Da ich selbst nicht von der schöpferischen Seite komme, finde ich es umso wichtiger, hier den mir fehlenden Input zu erhalten.

Tavus Paulina Charyyeva, Leser_In

Bevor man sich für ein Studium entscheidet, gibt es oft eine Phase, in der man nicht weiß, wohin es mit einem geht. Wenn man sich dann aber gefunden und für eine Richtung entschieden hat und am Ende des Studiums steht, tritt eine ganz neue Phase ein. Eine Phase, in der ich mich derzeit befinde. Man will sich und der Welt beweisen, dass man das Gelernte, die ganze Theorie, auch anwenden kann. Auch wenn ich in meiner Bachelorarbeit schon gesehen habe, dass Theorie und Praxis nicht immer Hand in Hand gehen, hat diese intrinsische Motivation doch hohe Priorität: Für einen Job, in dem ich ernst genommen werde und mich zeigen kann, wäre ich bereit, Überstunden zu machen und auf eine Work-Life-Balance zu verzichten. Es gibt aber auch Erwartungen, die ich an einen Arbeitgeber habe: Ich wünsche mir eine Unternehmenskultur ohne veraltetes Hierarchiedenken, mit Gesprächen auf Augenhöhe, mit der Möglichkeit, sich vielfältig einbringen, von den unterschiedlichen Stärken der Kollegen lernen und den Austausch mit ihnen pflegen zu können. Ein ganz wichtiger Punkt ist mir auch die Transparenz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Motivation sinkt, wenn man zu wenig Informationen erhält. So ging es mir einst bei einer Firmenübernahme. Ob es nach meinem BWL-Studium mit Schwerpunkt „Finance and Banking“ nun die Big Four oder ein Start-up werden – eine Karriere, bei der ich gefördert und gefordert werde, ist das, was ich jetzt will.

Ulrike Diener, Leser_In

Seit 6 Jahren habe ich mein privates Grundeinkommen und kann frei entscheiden, was ich machen möchte. Ich kann meine Träume leben und realisieren. Ich bin zur Sennerin geworden und durch einen Zufall zu Pferd und Kutsche gekommen. Ich war mit diesen Jobs in der Schweiz und auf den Englischen Kanalinseln. Diesen Sommer geht es nach Hiddensee, natürlich mit Pferd und Kutsche. Man kann keine Reichtümer sammeln, Genügsamkeit und Verzicht gehören etwas dazu, aber alle schönen Dinge, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe, waren umsonst. Ich bin für das bedingungslose Grundeinkommen, für die selbst bestimmt Freiheit, auch für die Hängematte, die gehört bei mir, wie das Ehrenamt dazu.

Regina Scholten, Leser_In

Ich arbeite seit 25 Jahren im gleichen Betrieb und beim gleichen Chef und gehe immer noch gerne jeden Tag zur Arbeit. Für mich ist das Arbeitsumfeld, die Atmosphäre am wichtigsten. Ein harmonischer Umgang mit den Kollegen spiegelt sich in der Arbeit wider. Man muss nicht mit den Arbeitskollegen befreundet sein, aber persönliche Anteilnahme kann helfen, den anderen zu verstehen. Geld und Macht sind oft begleitet von Neid und Eifersucht, Faktoren, die krank machen. Wer Karriere macht, muss sich fragen, was er persönlich dafür aufgibt, und ob es das Wert ist.

Nicola Hengst-Gohlke, Leser_In

Wir tragen viele Potenziale in uns. Gleichzeitig besteht das Leben aus Entwicklung und Veränderung. So wünsche ich mir, dass jede/r die Möglichkeit hat, die ureigensten Potenziale in den jeweiligen Lebensphasen entfalten zu können. Wenn wir lieben, was wir tun, dann sind bzw. werden wir richtig gut darin. Ich wünsche mir, dass sich Familie und Karriere wirklich vereinbaren lässt. Oftmals geht eine steile Karriere zu Lasten der Familie. Was nützen Geld, Status und Macht, wenn man dafür die unbeschwerten Kinder die wunderbaren und weisen Alten verpasst?

Annina Binder, Leser_In

Ich bin eigentlich keine Karrierefrau. Trotzdem habe ich mich so ausgebildet, dass ich fast eine Karriere machen muss. Das heisst auch, das ich eine Frau bin, die gerne mit dem Mann die Kinderaufsicht teilt. Ich versuche die Balance zu halten und mein Leben zu geniessen.

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Wie viel Mensch braucht die Maschine?

In vernetzten Systemen sollen Roboter und künstliche Intelligenzen gefährliche Arbeiten erledigen oder einfach Arbeitskräfte ersetzen. Muss die Rolle des Menschen dabei neu gedacht werden? Teilen Sie mit uns Ihre Zukunftsvision.

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Wolfgang Wahlster, Leser_In

Schon als wir 2010 „Industrie 4.0“ konzipierten, hatte ich keinen Zweifel daran, dass der Mensch weiterhin im Mittelpunkt der vernetzten Fabrik steht, obwohl er von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Gestalt von Robotern und industriellen Assistenzsystemen unterstützt wird. Die neue Generation von Robotern arbeitet Hand in Hand mit dem Werker zusammen, weicht ihm intelligent aus, lernt von ihm und hört auf seine Anweisungen. Der Mensch bleibt im Team mit Robotern der Vorarbeiter, der das Team koordiniert, ihm neue Arbeitsabläufe beibringt und für die Qualität der Arbeitsresultate bürgt. Er wird zusammen mit seinen menschlichen Kollegen von Robotern im Team unterstützt. Diese nehmen ihm physisch sehr anstrengende Überkopfarbeit oder ermüdende repetitive Arbeitsabläufe ab. Die neuen KI-Roboter verhalten sich proaktiv und reichen dem Werker im richtigen Moment das passende Teil an, weil sie über ihre Sensoren die Aktivitäten ihres Chefs erkennen und dessen nächste geplante Handlung antizipieren können. Über Datenbrillen, Sensorjacken und Dialogsysteme kann der Facharbeiter künftig selbst von zu Hause aus Roboter als physische Avatare steuern und so eine Fernwartung von Fabrikanlagen durchführen. Die intelligente Fabrikumgebung erkennt digital das persönliche Profil des Werkers, passt die Arbeitsstationen ergonomisch an, adaptiert Arbeitsanweisungen an dessen Vorwissen und stellt sich auf dessen Arbeitstakt individuell ein.

Ruth Stock-Homburg, Leser_In

Serviceroboter sind auf dem Vormarsch. Heute checken sie schon Hotelgäste ein, beraten Kunden im Handel oder bekochen Restaurantgäste. Aber das ist erst der Anfang. Einer Studie zufolge könnten in Zukunft 50 Prozent der Jobs in den USA und Japan durch Roboter ersetzt werden. Viele Unternehmen setzen bereits verstärkt Roboter ein, ohne die Folgen für Mitarbeiter, Unternehmenskultur oder Kundenbeziehungen zu kennen. Doch wie offen stehen Menschen Robotern im Büro gegenüber und in welchen Rollen werden Roboter akzeptiert? Diesen Fragen sind wir im Rahmen der Studienreihe Robots@work4.0 der TU Darmstadt nachgegangen. 82 Prozent der Teilnehmer würden einen Roboter als Unterstützung bei Büroaufgaben befürworten. Als Kollege auf Augenhöhe kann sich aktuell nur ein Drittel einen Roboter im Büro vorstellen. Als Führungskraft sind Roboter sogar fast ein Tabu: Nur acht Prozent der Befragten würden einen humanoiden Roboter-Chef akzeptieren. Im Dienstleistungssektor läuten Roboter ein neues Zeitalter ein: 75 Prozent der Befragten würden als Kunden Dienstleistungen von einem Roboter akzeptieren. In Experimenten konnten wir zeigen, dass humanoide Rezeptionsroboter fast gleiche Zufriedenheitswerte wie menschliche Mitarbeiter erreichen. Bei sensiblen Dienstleistungen bevorzugen jedoch über 80 Prozent den Kontakt mit Menschen. Fazit ist also: Der Mensch bleibt Mittelpunkt, der Roboter ist vorerst nur Mittel.

Johanna Wanka, Leser_In

Technik und Maschinen sind heute fester Bestandteil der Medizin: Herzschrittmacher, intelligente Prothesen, Blutdruckmessgeräte – all diese Errungenschaften machen das Leben vieler Menschen sicherer, aktiver und komfortabler. Medizintechnik hilft, Patienten optimal zu behandeln. Ein Roboterarm zum Beispiel platziert Schrauben präziser als der fähigste Chirurg. Auch in Pflege und Rehabilitation kommen immer häufiger Assistenzsysteme zum Einsatz, die das Personal unterstützen, damit mehr Zeit für die Kranken bleibt. Jüngste Umfragen zeigen, dass Menschen diesen Fortschritt begrüßen. Aber sie fragen sich auch, ob die vielen technischen Geräte nicht eine Eigendynamik entwickeln. Wir nehmen diese zentrale Frage ernst. Nicht zuletzt deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seinem neuen „Förderprogramm Medizintechnik“ noch mehr als bisher den Patientennutzen im Fokus. In Innovationsclustern werden beispielsweise interaktive Implantate und intelligente Prothesen und Orthesen erforscht. Die Initiative „Pflegeinnovationen 2020“ setzt auf innovative Lösungen, um Selbstbestimmung und Lebensqualität von Pflegebedürftigen möglichst lange zu erhalten. Wir wollen künftig Technik noch besser zum Menschen bringen. Wenn wir gemeinsam dafür sorgen, dass Technik dem Menschen dient und nicht umgekehrt, dann kann sie Großartiges leisten – für unser aller Wohl.

Sebastian Weckmann, Leser_In

Eine zunehmend fluktuierende Energieerzeugung und damit verbundene schwankende Energiepreise sind neue Herausforderungen für eine nachhaltige und kosteneffiziente industrielle Produktion in Deutschland. Die wachsende Volatilität in der Energieversorgung führt dazu, dass industrielle Verbraucher zunehmend in die Balance des Energiesystems einbezogen werden müssen. Ziel ist es, Energie dann zu verbrauchen, wenn sie kostengünstig ist, und den Energieverbrauch in Zeiten hoher Energiepreise zu reduzieren. Auf Seiten der Industrie führt dies zu einem Spannungsfeld zwischen der flexiblen Nutzung von Energie und der Produktionsleistung. Die Ressource Energie ist hierbei kein alleinstehender Faktor, sondern vielmehr Teil eines komplexen Systems, das es zu optimieren gilt. Während die aktuell im Vordergrund stehenden Smart-Grid-Lösungen Angebot und Nachfrage für regionale und höher strukturierte Energienetze balancieren, fehlen noch Lösungen für das industrielle Umfeld. Gerade in diesem Bereich sind kreative und interdisziplinäre Ansätze gefragt – angefangen bei neuen Konzepten für die Energieversorgung und Produktionsplanung über die ingenieurtechnische Umsetzung bis hin zur Softwareentwicklung. Hier steht Deutschland als Trendsetter der Energiewende vor großen Herausforderungen. Die Gesellschaft muss es als Chance verstehen, die technologische Vorreiterrolle einzunehmen und neue Fachkräfte auszubilden.

Friedrich Hubert Esser, Leser_In

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt stellt alle Beteiligten – Politik, Unternehmen und Beschäftigte – durch den tiefgreifenden Wandel vor enorme Herausforderungen. Studien und Analysen des BIBB zu „Berufsbildung 4.0“ zeigen, dass die neuen digitalen Technologien die Arbeit abstrakter und anspruchsvoller machen. Das vernetzte Lernen, Arbeiten und Kommunizieren wirkt sich auf die Arbeitsanforderungen, die Berufsbilder, die Ausbildungsberufe, die Fachkräftenachfrage, die Lernformen und -umgebungen sowie nicht zuletzt auch auf die berufliche Weiterbildung aus. Überflüssig wird der Mensch nicht, Rolle und Aufgaben im Arbeitsprozess werden sich aber verändern. Routinetätigkeiten werden mehr und mehr von Maschinen übernommen. Das Profil des Facharbeiters entfernt sich immer weiter vom Produkt selbst, hin zu einer überwachenden und steuernden Tätigkeit. Dieses Arbeitsumfeld erfordert zunehmend soziale und kreative Intelligenz, grundlegende IT-Kompetenzen, Medienkompetenz sowie eine hohe Problemlösungs- und Kommunikationskompetenz. Gerade in solch bewegten Zeiten brauchen wir eine Berufsbildung der Balance, die Bewährtes mit Innovativem verbindet und Neuerungen behutsam, aber konsequent vorantreibt. „Berufsbildung 4.0“ ist die Chance, die berufliche Bildung in Deutschland noch attraktiver zu gestalten und sie wieder zu einer größeren Wertschätzung zu führen.

Jochen Köckler, Leser_In

Selbstlernende Roboter, die sich so einfach bedienen lassen wie ein Smartphone. Maschinen, die aus Fehlern lernen. Werkstücke, die eigenständig durch die Fabrik navigieren. Das sind einige der Topthemen der diesjährigen Hannover Messe. Doch der erste Eindruck täuscht. Selbst in Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung: Noch nie stand der Mensch so sehr im Mittelpunkt der weltweit wichtigsten Industriemesse wie heute. Er ist und bleibt der wesentliche Faktor für den Unternehmenserfolg. Denn die Industrie-4.0-Technologien, die in Hannover gezeigt werden, dienen dem Facharbeiter. Sie machen seinen Job abwechslungsreicher. Er ist zunehmend Problemlöser, Entscheider, Innovator und Treiber für mehr Wertschöpfung. Doch das geschieht nicht von allein. Entscheidend ist, dass Gesellschaft und Industrie den Weg in Richtung Arbeitswelt 4.0 gemeinsam bestreiten. So müssen Facharbeiter auf das neue Arbeitsumfeld vorbereitet werden. Es muss ein offener und konstruktiver gesellschaftlicher Diskurs darüber stattfinden, wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Wie wir unseren Wohlstand am Produktionsstandort Deutschland sichern wollen. Dazu ist die Hannover Messe die ideale Plattform. Hier wird die Fabrik der Zukunft erlebbar. Hier werden die Weichen für ein gewinnbringendes Miteinander von Mensch und Maschine gestellt.

Mario Ohoven, Leser_In

Die Digitalisierung bietet dem Mittelstand enorme Chancen. Die meisten Mittelständler haben dies erkannt: Vier von fünf haben erste Digitalisierungsprojekte mit starkem Nutzerfokus bereits umgesetzt. Rund 80 Prozent wollen zudem in diesem Jahr stärker in die Digitalisierung von Geschäftsprozessen investieren. Und gut 70 Prozent schätzen die Digitalisierung als positiv für die eigene Geschäftsentwicklung ein, Ende 2015 waren es nur 50 Prozent. Der BVMW begleitet die Unternehmer aktiv auf ihrem Weg in eine erfolgreiche digitale Zukunft. Dem dient insbesondere das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Berlin, mit dessen Leitung das Bundeswirtschaftsministerium unseren Verband betraut hat. Hier lernen Mittelständler praxisnah, ihre Geschäftsmodelle, Unternehmensstrategien und Kommunikationswege neu und digital zu denken. Auch die Arbeitswelt wird durch die Digitalisierung radikal verändert. Maschinen steuern sich selbst, auf den Straßen rollen selbstfahrende Autos, Software wertet Röntgenaufnahmen aus. Glaubt man der Unternehmensberatung A.T. Kearney, wird in 20 Jahren in Deutschland die Hälfte der heutigen Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt werden. Schwarzmalerei ist jedoch fehl am Platze. In anderen Branchen werden neue Jobs entstehen. Die mittelständischen Unternehmer und ihre Mitarbeiter werden die Digitalisierung meistern. Sie sollten sich von dem Motto leiten lassen: Nicht Angst vor, sondern Freude auf neue Herausforderungen.

Ralf Dudek, Leser_In

Auf Facebook kursiert gerade ein Video, das Roboter beim Sortieren von Päckchen in einem chinesischen Warenhaus zeigt. 200.000 Päckchen sollen diese Roboter am Tag sortieren können. Die vielleicht 20 Zentimeter hohen selbstfahrenden Maschinen werden von einem Menschen beladen und flitzen dann los, um Waren am richtigen Ort zu entladen. Sie wirken wie fleißige Ameisen, die auch genau wissen, wohin etwas soll, ohne dass man den Plan dazu von außen erkennen kann. Der Sinn des Menschen in dem Video ist dabei unklar, denn das vorsortieren sollte ja auch sehr einfach durch Maschinen ersetzbar sein. Vielleicht wird er gebraucht, um das Video etwas lebendiger zu gestalten.

Cora Klies, Leser_In

Dank der Maschinen konnte eine neue Musikrichtung entstehen: die elektronische Musik. Synthetische Klänge haben einer ganzen Generation nicht nur beim Zuhören weitere Dimensionen eröffnet, durch die Entwicklung von House und Techno hat sich auch das Tanzen in Clubs komplett geändert. Aber der Initiator ist immer der Mensch. Er ist es, der seine kreativen Ideen umsetzen will und die Maschine nur benutzt. Deswegen werden auch die DJs gefeiert und nicht die Maschinen.

Monika Stripp, Leser_In

Mein Arbeitsplatz ist durch Maschinen sicherlich nicht bedroht. Aber weil Maschinen heute immer schneller und passgenauer arbeiten können, stehen auch Angestellte immer mehr „unter Strom“ und müssen immer effektiver agieren. Dabei waren die maschinenbedingten Pausen früher durchaus schön.

Sven Beier, Leser_In

Robo-Advisory – so lautet seit einigen Jahren das Schlagwort aus dem Finanzwesen. Da ich in diesem Bereich arbeite, verfolge ich auch das Medienecho, den Hype um den Begriff. Robo-Advisory beschreibt allerdings einen Prozess, den es in meinen Augen schon jahrzehntelang gibt, nämlich der Maschine, hier also dem Computer, operative Aufgaben zu übertragen. Der Computer ist für die Algorithmen und für die Details zuständig, den Überblick behält der Mensch. Der Mensch wird dabei zunehmend ganzheitlich gebraucht. Neu in der Betrachtung ist sicherlich, dass der Computer nun auch Schnittstellen bearbeiten und eigenständig Probleme erkennen kann, trotzdem bleibt der Mensch der Systemregulierer. Die Arbeitstätigkeit wird kognitiver und intellektueller. Es entsteht Raum, sich neuen, größeren Problemen zu widmen. Allerdings für die Gesellschaftsschicht, die vornehmlich mit operativen Aufgaben betraut war, fallen damit unzählige Erwerbsfelder weg. Meine Vermutung ist, dass der technische Fortschritt weit schneller voranschreitet, als es das Bildungs- oder Weiterbildungswesen schafft, bei dieser Verschiebung der Aufgabengebiete mitzugehen. Dadurch werden Menschen, vielleicht Generationen, darunter leiden. Aber um eine augenscheinliche Analogie zu gebrauchen: Im Haushalt sind mit dem Einzug der Waschmaschine oder des Staubsaugers auch Arbeiten an Maschinen übergeben worden, deren Wegfall für den Menschen heute keiner mehr nachtrauert.

Susanna Krieger, Leser_In

Alle reden über das Für und Wider einer Robotersteuer – besonders, seid Bill Gates sich dafür aussprach. Denn durch den Einsatz von Robotern fallen in der Industrie Arbeitsplätze weg, der Mensch wird für einfache Tätigkeiten nicht mehr benötigt. Auch im Haushalt sind Roboter auf dem Vormarsch. Sie können saugen, wischen oder Fenster putzen. Auch dafür fallen kleine Jobs weg, zum Beispiel für die Putzkraft, die man dann nicht weiter beschäftigt. Oder man sagt sich, eine Putzkraft hätte ich mir auf Dauer gar nicht leisten können, die Einmalanschaffung eines kleinen selbstfahrenden Staubsaugers aber schon. Ist das nicht der gleiche Grund, nämlich eine Kosteneffizienz, der die Industrie meist auch dazu bringt, Roboter anstatt Menschen einzusetzen? Müsste man nicht diese kleinen Helfer dann auch besteuern? Wo zieht man dann die Grenze?

Hans-Arthur Marsiske, Leser_In

Höchste Zeit für eine Kursänderung Maschinelle Intelligenz wird der unerlässliche Partner des Menschen sein, wenn dieser sich mehr und mehr im Weltraum ansiedelt. Auf anderen Himmelskörpern und in frei fliegenden Raumstationen wird sie dafür sorgen, dass es stets ausreichend Luft, Wasser und Nahrung für alle gibt. Und was den Weltraumsiedlern recht ist, wird den Erdbewohnern billig sein: Auch hier wird niemand mehr sein Brot im Schweiße seines Angesichts essen müssen. Während Roboter den Lebensunterhalt sichern (ob in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens oder auf andere Weise wird sich zeigen), bekommt menschliche Arbeit eine neue Bedeutung, dient mehr dem persönlichen Ausdruck und dem sozialen Austausch als dem Befeuern eines sinnentleerten Wirtschaftswachstums. Früher oder später wird die künstliche Intelligenz die menschliche überflügeln. Aber da die Menschen sie von vornherein stets mit Liebe und Respekt entwickelt haben, wird sie uns auch als Superintelligenz weiterhin an ihren Erkenntnissen teilhaben lassen und vielleicht auch am Gedankenaustausch mit anderen Superintelligenzen im All. Das ist die Zukunft, die ich mir wünsche. Aber der gesellschaftliche Wandel kommt nicht automatisch mit zunehmender Automatisierung, sondern muss nach wie vor manuell vom Menschen gestaltet werden. Und da geht die Entwicklung mit der Bewaffnung von Robotern und der zunehmenden Beschleunigung des Wachstumskarussells derzeit leider in die entgegengesetzte Richtung. Doch vielleicht erwachen wir noch rechtzeitig aus dem jahrhundertelangen Rausch, in den uns Kanone und Dampfmaschine, Kohle und Erdöl versetzt haben, kratzen im letzten Moment die Kurve und wachsen heran zu einer kosmischen Zivilisation natürlicher und technischer Lebensformen, die sich nach und nach um ihren Heimatstern herum wie um ein nukleares Lagerfeuer versammeln. Zu spät ist es dafür wohl noch nicht, aber es ist auch keine Zeit zu verlieren.

Linda Melldreg, Leser_In

Es gibt Augenblicke, da ist es definitiv ein Segen, wenn Maschinen den Menschen gefährliche Arbeiten abnehmen können. Ein ganz eindringliches Beispiel ist Fukushima, wo Menschen Teile des Reaktors für die Aufräumarbeiten gar nicht betreten können und ferngesteuerte Roboter eingesetzt werden. Allerdings scheinen auch die der Strahlenbelastung nicht gewachsen und nur kurzzeitig nutzbar zu sein. Aber auch hier in Deutschland gibt es Bereiche, die man liebend gerne den Robotern überlässt wie im Umgang mit gefährlichen Chemikalien, mit krank machenden Keimen oder ganz banal bei der Asbest-Sanierung.

Frederick Jacobi, Leser_In

Die Arbeitswelt ist im Umbruch, schon durch die industrielle Produktion sind Jobs weggefallen. Bei der Industrie 4.0 ist viel die Rede davon, dass auch Jobs geschaffen werden, weil jetzt vor allen IT-Experten gefragt sind, die die Roboter programmieren. Doch es lässt sich kaum vorstellen, dass diese Jobs nicht bald ebenfalls von Maschinen ersetzt werden können. Welcher Job eignet sich mehr für eine Maschine als der eines Programmierers? Der Mensch hat dann vorwiegend eine andere Rolle: Er ist Konsument, für ihn werden die Güter produziert. Er muss sich dann andere Aufgaben suchen, etwa in der Bildung, Kultur, Erziehung, Altenpflege oder einem boomenden Freizeitsektor – denn als soziale Wesen werden wir immer Menschen um uns brauchen.

Udo Goldstein, Leser_In

Unter der Prämisse, dass wir unter technologischen Aspekten mitten in einer Entwicklung sind, in der noch nicht absehbar ist in wieweit in Zukunft menschliche Arbeitskraft definiert werden wird, müssen sowohl die soziologischen wie aber auch ethischen Auswirkungen dazu in einem Zusammenhang betrachtet werden. Das Primat der Wirtschaft und deren Philosophie, insbesondere unter dem Blickwinkel von Silicon Valley, muss auch unter politischen Aspekten begleitet werden. Das Mantra des homo oeconomicus wird unter diesem Gesichtspunkt neu gedacht werden müssen, da ansonsten die Herrschaft der Technik implizit rechtsstaatliche Usancen aushebeln könnte. Es wird in Zukunft darum gehen, dass der ökonomische Ansatz Mensch-Maschine ganzheitlich neu gedacht werden muss, dazu gehört auch, wie mit den vernetzten Daten, Stichwort Industrie 4.0, umgegangen wird.

Annina Binder, Leser_In

Ich habe gerade den Robotoer Pepper kennengelernt. Das ist ein Hotelroboter und wir haben darüber gesprochen, dass es in jedem Hotel dennoch den Human Faktor benötigt, da nicht jede Person von Robotern bedint werden will. Das heisst, es braucht beides und es kpmmt darauf an, welche Dienstleidtung der Roboter erbringen kann und welche nicht.. interessant..

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