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Welche Innovation verändert die Welt?

Vom neuen technischen Gadget, das den Alltag erleichtert, bis zur revolutionären Idee, die unsere ganze Lebensweise prägen könnte. Welche Innovation sollten wir Ihrer Meinung nach in der kommenden Ausgabe würdigen?

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Wolfgang Friedt, Leser_In

„Wo bleibt die Ethik“ fragt Katja GRUNNER mit Bezug auf die CRISPR/cas9 Technologie. Keine Frage: Bei neuen Techniken sind immer gewisse Zweifel angesagt, das ist nach Jahrzehnten des „technischen Fortschritts“ gut verständlich und nachvollziehbar. Eine Aussage der Leserin ist jedoch zu korrigieren, wenn sie feststellt: „Außerdem kann in der Pflanzenzüchtung das Verfahren genutzt werden, auf diese Weise Gene einzufügen, zu entfernen oder auszuschalten.“ Es trifft zu, Gene können „ausgeschaltet“ werden. Die Methode ist jedoch nicht dazu geeignet, neue Gene einzuführen; insofern handelt es sich also nicht um eine Technik, die der „Grünen Gentechnik“ zuzuordnen ist. Vielmehr handelt es sich um eine neue Technik der Mutationsauslösung (Mutagenese), also einer gezielten Veränderung körpereigener Gene mit dem Ziel der Erzeugung neuer Genvarianten (Allele).

Adi Hübel, Leser_In

Die Vorstellung, jeder Mensch auf der Welt kann leben, ohne sich in ein abhängiges Arbeitsverhältnis zu begeben, ist faszinierend. Sicher werden nur die wenigsten ihre Hände in den Schoß legen und gar nichts tun. Ulrike Plaggenborg hat Recht, die kreativen Leistungen der Menschen werden zunehmen, sie werden nicht nur zufriedener sein, sondern auch gesünder und weniger gestresst. Ob sie sich dann auch mehr um ihre Umwelt kümmern, wird man/frau sehen, Zeit und Muße hätten sie ja. Allerdings dürfte das Grundeinkommen nicht auf die BRD begrenzt sein.

Ranga Yogeshwar, Leser_In

Wir werden in den nächsten Jahren mit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz konfrontiert werden. Manche Anwendungen des Deep Learnings sind inzwischen ungeheuer leistungsfähig: Bei der Auswertung von Röntgenbildern, dem Auffinden von Tumoren oder dem Erkennen von Verkehrsschildern übertreffen neuronale Netze bereits heute den Menschen. Bei künstlicher Sprache ist es uns inzwischen kaum möglich zwischen Mensch und Maschine zu unterscheiden. Selbstlernende Systeme können auch bei der Vergabe von Bankkrediten bereits besser urteilen als Menschen. Die Folge: Immer häufiger entscheiden Algorithmen. Doch nach welchen moralischen Prinzipien fällen sie ihre Entscheidung? Warum zum Beispiel jemand keinen Kredit bekommt, lässt sich nicht mehr genau sagen. Diese neuronalen Systeme funktionieren zwar in der Summe vielleicht besser, doch ihre genauen Entscheidungsmuster entziehen sich der klassischen Logik. Wir erleben also einen Übergang von der Kausalität zur Korrelation. Das entspricht einem Bruch mit den grundlegenden Prinzipien der Aufklärung. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit wir diesen neuen intelligenten Systemen vertrauen können. Wie viel Verantwortung geben wir ab? Das Evolutionstempo ist rasant und somit verbessert sich ihre Leistungsfähigkeit zunehmend. Doch die gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Entwicklung sind enorm und es braucht eine breite Debatte, denn es geht um unsere Rolle in der Zukunft.

Dagmar Wöhrl, Leser_In

Auf Youtube habe ich vor wenigen Tagen eine Rede der Facebook-Chefin Sheryl Sandberg angeschaut. Darin hat sie vor Tausenden Zuhörern in den USA einen kleinen Erlebnisbauernhof in Baden-Württemberg präsentiert, der mit Hilfe von Facebook die Attraktion im Ländle geworden ist. Eine 21-jährige Unternehmerin, nebenbei auch noch Social-Media-Managerin, zeigt uns allen, was alles heute möglich ist: Irgendwo am Küchentisch wird eine Geschäftsidee entwickelt und kann dann mit Hilfe von Internet und Digitalisierung innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden. Die erforderlichen Strukturen können im und mit dem Internet aufgebaut werden; Möglichkeiten und Märkte auf der ganzen Welt werden leicht gefunden. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten? Startups bringen diese Dynamik mit, sie ist Teil ihrer DNA. Viele etablierte Unternehmen tun sich mit der Digitalisierung deutlich schwerer. Von manchen wird sie regelrecht als Bedrohung bestehender Strukturen und Abläufe empfunden. Nicht zu Unrecht, denn in den nächsten Jahren wird die Wirtschaft, wie wir sie kannten, auf den Kopf gestellt werden. Die digitale Transformation ist Chance und Herausforderung zugleich. Wir müssen unseren traditionellen Unternehmen die Ängste vor Innovationen nehmen. Für die Gründerinnen und Gründen brauchen wir optimale Bedingungen und keine überbordende Bürokratie. Nur dann wird aus Deutschland eine echte Gründerrepublik.

Bas van Abel, Leser_In

Leider verändern nachhaltige Erfindungen nicht die Welt, wenn wir sie nicht auch nachhaltig einsetzen. Echte Innovation inspiriert dazu, neue Nutzungs- und Verhaltensweisen zu entwickeln. Deswegen wird Nachhaltigkeit ebenso von Technologie wie von Gewohnheiten angetrieben. Ein modulares Smartphone, welches man leicht öffnen und reparieren kann, wäre zunächst einmal eine nachhaltige Idee. Es gibt den Nutzern die Möglichkeit, ihr Telefon länger zu behalten. Doch welchen Nutzen hätte das, wenn sich die Leute nach einem Jahr einfach ein neues kaufen? Wir müssen uns bewusster werden, wie Menschen Technologie einsetzen und auf welche Art und Weise sie mit ihr umgehen. Wir müssen den weiteren Kontext der Technologie verstehen. Wie wurde sie hergestellt? Wer hat sie hergestellt? Welche Konsequenzen hat es, sie auf eine bestimme Weise zu nutzen? Wenn wir für diese Fragen ein Bewusstsein schaffen und das Gerät mit der Geschichte verknüpfen, die es erzählen kann, können wir dauerhafte Veränderung schaffen. Nachhaltigkeit dreht sich dann nicht mehr nur um Technologie, sondern vielmehr darum, das System zu verändern. Echte Innovation entsteht durch Erfindungen, die Menschen zu mehr Nachhaltigkeit bewegen. Und genau das sind die Erfindungen, die die Welt verändern können.

Stephanie Mittermaier, Leser_In

Der zunehmende Wettbewerb um Anbauflächen und die anhaltende Steigerung der Weltbevölkerung gefährden die nachhaltige Versorgung mit sicheren, gesunden und gut schmeckenden Lebensmitteln. Dabei kommt dem Verzehr pflanzlicher Produkte als Alternative zu Fleisch, Eiern und Milch eine steigende Bedeutung zu. Allerdings kann der Verzehr tierischer Produkte nur gesenkt werden, wenn wohlschmeckende pflanzliche Lebensmittel mit vergleichbarem Mundgefühl entwickelt werden. Lebensmittelzutaten aus Lupinen können eine dieser Alternativen sein. Das Fraunhofer IVV hat hierzu Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, die störenden Geruchs- und Geschmackskomponenten der Hülsenfrüchte freizulegen und mit ausgewählten umweltverträglichen und für Lebensmittel zugelassenen Lösemitteln wie CO2 und Wasser abzutrennen. Das Ergebnis sind geschmacklich nahezu neutrale Lupinenproteine. Diese können dann als vielseitig einsetzbare Zutaten in der Herstellung von rein pflanzlichen Lebensmitteln verwendet werden. Von dieser Entwicklung profitieren heimische Landwirtschaftsbetriebe und die deutsche Ernährungsindustrie gleichermaßen. Für Landwirte eröffnen sich neue lukrative Absatzmöglichkeiten. Für die Ernährungswirtschaft stehen mit den nahezu neutral schmeckenden Lupinenproteinen innovative Zutaten für die Entwicklung rein pflanzlicher Produkte zur Verfügung, die zu einer breit akzeptierten Alternative zu tierischen Lebensmitteln werden können.

Mark Lenz, Leser_In

Es wäre schön, wenn man mit einer simplen Innovation die Meere vom Plastikmüll befreien könnte: indem man ihn einfach einsammelt. Nur ist das aus vielen Gründen nicht sinnvoll. Viele Menschen glauben, dass im Ozean riesige Inseln aus Müll schwimmen, aber diese Vorstellung ist falsch. Zwar gibt es Meeresgebiete, die sogenannten ozeanischen Strudel, in denen sich treibendes Material ansammelt, aber die Dichte an Meeresmüll ist dort zum Glück nicht so hoch, dass es sich lohnen würde, ihn einzusammeln. Die höchste bislang gemessene Dichte liegt bei einem Stück Plastik auf drei Quadratmetern. Und die Müllteile sind im Durchschnitt nur wenige Millimeter groß. Denn sobald der Müll von den Küsten wegtransportiert wird, beginnt er sich auf einer riesigen Fläche zu verteilen und er zerfällt dabei in immer kleinere Teile. Diesen Müll großflächig einzusammeln, wäre sehr energieaufwendig und ist, wie jede Form der Fischerei, mit Beifang verbunden. Letzterer würde immensen ökologischen Schaden verursachen, der den Nutzen der Reinigung bei Weitem übersteigt. Wir müssen uns daher damit abfinden, dass Plastikmüll, der einmal in den offenen Ozean gelangt ist, nie wieder zurückgeholt werden kann – auch nicht durch eine technische Innovation. Deswegen müssen wir vor allem verhindern, dass noch mehr Müll in die Meere gelangt. Dies kann global nur durch eine Reduktion der Müllmengen und durch ein besseres Müllmanagement erreicht werden.

Anton Kummert, Leser_In

Ist des Deutschen liebstes Kind bald erwachsen und damit autonom? Mobil sein und gleichzeitig Mails checken, lesen oder schlafen: All dies verspricht uns die autonome und vernetzte Mobilität. Zudem ist sie gut für die Umwelt, reduziert die Zahl von Unfällen und vermindert Staus auf unseren Straßen – alles Vorteile, die man auch dem Öffentlichen Nahverkehr zuschreiben könnte. Für die individuelle Mobilität ist diese Zukunftsvision jedoch eine Revolution, die allerdings in der Praxis eher als Evolution in fünf Stufen voranschreitet. Die Emotionalität der Debatte um das Für und Wider fußt auf Kontrollverlust, der Abgabe von Entscheidungen an die „Intelligenz“ und Zuverlässigkeit eines vernetzten, rollenden Computers. Für die Generation der Digital Natives kein Problem, jedoch eine Horrorvorstellung für ältere Menschen. Aber gerade letztere werden enorm profitieren, da ihnen Mobilität und Teilhabe bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Für die Wirtschaft eröffnen sich neue Geschäftsmodelle, allerdings mit dramatischen Folgen – ähnlich jenen der digitalen Transformation – für zahlreiche Branchen wie Logistik, Automobilhersteller und Zulieferer. Die rechtlichen Konsequenzen der autonomen Mobilität sind in den Griff zu bekommen, viel kritischer sind Hackerangriffe und Datenschutz. Ob nun im positiven Sinne für die einen oder im negativen für die anderen: Das selbstdenkende Auto wird unsere Lebenswelt tiefgreifend verändern.

Wolfgang M. Heckl, Leser_In

Die großen Dinge, die unser Leben verändert haben, sind alle schon erfunden und im Deutschen Museum zu sehen. Dampfmaschine, Auto, Flugzeug, Rakete, Computer. Meinetwegen auch die Waschmaschine. Was kann danach noch kommen? Wird es uns noch einmal gelingen, etwas Epochemachendes zu erfinden, und nicht nur Gadgets und Verbesserungen des Bestehenden, die, bei Lichte betrachtet, oft so richtig wichtig nicht sind? Ich glaube, ja. Wir brauchen Innovationen, denn wirkliche Innovationen lösen Menschheitsprobleme. Sie können zwar auch neue schaffen, aber Erfindungen müssen heute auch nachhaltig sein – sonst haben sie keine Aussicht auf Erfolg. Innovationen müssen daran gemessen werden, ob sie uns in Zukunft ein lebenswertes Leben ermöglichen. Ob sie allen Menschen zugänglich sind und ihnen zum Vorteil gereichen. Dabei ist die naturwissenschaftlich-technische Kultur die Basis für alle Erfindungen und Entdeckungen. Diese Erfindungen sind häufig dann am wirkungsvollsten und nachhaltigsten, wenn sie sich am größten Erfinder orientieren, den es überhaupt gibt: der Natur. Ich träume von einer großen Innovation: dem molekularen und atomaren Recycling. Was das ist? Das ist das, was die Natur bereits kann. Sie verwertet alles wieder, in dem sie es in kleinste Teilchen zerlegt und daraus neue Strukturen und Ressourcen schafft. Wenn wir das nicht auch hinbekommen, schaffen wir uns auf einer Erde mit endlichen Ressourcen selbst ab.

Ralf Bartenschlager, Leser_In

Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) sind ein weltweites Problem. Viele Menschen sind mit diesem Erreger chronisch infiziert, ohne es zu wissen, und haben trotzdem ein hohes Risiko für einen schweren Leberschaden, bis hin zum Leberzellkarzinom. Glücklicherweise lassen sich seit etwa zwei Jahren HCV-Infektionen in nahezu allen Fällen erfolgreich therapieren. Das wurde möglich durch die Entwicklung hochwirksamer Medikamente, die gezielt die Virusvermehrung blockieren. Die entsprechenden Wirkstoffe sind das Ergebnis intensiver Forschungsarbeiten vor allem in der pharmazeutischen Industrie, die möglich wurden, weil die akademische Forschung wichtige Grundlagen lieferte. Eine davon ist die Entwicklung von Zellsystemen, die in der Virusforschung unabdingbar sind, weil sich Viren ausschließlich in lebenden Zellen vermehren. Leider war die Vermehrung des HCV in Zellkulturen im Labor lange Zeit nicht möglich. Erst zehn Jahre nach der Entdeckung des Virus ist es meinen Mitarbeitern und mir gelungen, ein Zellkultursystem für das HCV zu entwickeln. Dieses System, ein Ergebnis von fünfjähriger Arbeit mit vielen Rückschlägen, war erstmalig robust genug, um Medikamente zu testen und neue Wirkstoffe zu suchen. Die Bedeutung des Systems für die Medikamentenentwicklung lässt sich vielleicht daran ablesen, dass alle neuen Wirkstoffe, die heute für die Therapie der HCV-Infektion eingesetzt werden, mit unserem System entwickelt wurden.

Denniz Bentra, Leser_In

Den Bau des Gotthard-Basistunnels halte ich für eine der ganz großen Innovationen in der Verkehrsgeschichte. Er ist mit seinen 57 Kilometern nicht nur der längste Tunnel der Welt, sondern ingenieurstechnisch eine Meisterleistung, ein Jahrhundertbauwerk. Er hat zwar nicht den Verkehr der ganzen Welt verändert, aber als Nord-Süd-Verbindung für Europa ist er von zentraler Bedeutung – und seit beim deutschen Rastatt die Züge nach der Gleisabsenkung durch die dortigen Tunnelbauarbeiten wieder rollen, kann die Verlängerung dieser Nord-Süd- Strecke auch wieder genutzt werden.

Katrin Schneider, Leser_In

Ich würde mir eine Innovation wünschen, bei der Textilfasern oder Sensoren in Kleidung auf die jeweilige Außentemperatur reagieren und dann entsprechend mehr oder weniger wärmen, damit Klimaanlagen oder überhitzte Räume erträglich werden. Als Gag soll es diese Kleidung schon geben, leider wärmen oder kühlen sie aber nicht entsprechend, sondern wechseln dann nur ihre Farbe. Auch Textilien, die Wasser und Schmutz abweisen, sollen schon hergestellt worden sein. Gäbe es die hier günstig zu kaufen, würde ich die auf jeden Fall schon einmal meinem Sohn auf dem Spielplatz anziehen.

Katja Grunner, Leser_In

Mit der Entdeckung der CRISPR-Sequenzen und der daraus entwickelten CRISPR/Cas-Methode ist der Genforschung jüngst ein Meilenstein gelungen. Dadurch verändern sich die medizinischen Möglichkeiten und es wird geforscht, wie weit sich die Methode therapeutisch bei verschiedenen Krankheiten einsetzen lässt. Diese Forschungsergebnisse und die wohl auch einfache Anwendbarkeit haben aber auch die Möglichkeit geschaffen, das Verfahren zumindest in China an Embryonen zu testen. Außerdem kann in der Pflanzenzüchtung das Verfahren genutzt werden, auf diese Weise Gene einzufügen, zu entfernen oder auszuschalten. Es zeigt sich also wieder, dass eine Innovation zwar die Welt verändern kann, aber ob wir diesen Weg dann ethisch vertreten können oder wir damit ungewollte Risiken eingehen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Justin Schneider, Leser_In

Eine große Innovation ist das Smart Home. Es vereinfacht unseren Alltag.

Mario Pericchini, Leser_In

Die Erfindung des Tablets wird eine Generation hervorbringen, die mit Sicherheit sehr digital-affin sein wird, die daraus resultierenden Nachteile kennen wir aber noch nicht. Denn erst mit dem I-Pad wurde das Tablet wirklich attraktiv, vor sieben Jahren. Und in der Bevölkerung massenhaft verbreitet hat es sich vielleicht vor vier oder höchstens fünf Jahren. Das Erstaunliche dabei ist: Es lässt sich problemlos von Kindern bedienen; sie lieben es mehr noch als Erwachsene. Guckt man sich die Apps an, sieht man, dass sich darauf hauptsächlich Spiele befinden. Immer wieder hört man den Satz: „Das Tablet ist der beste Babysitter.“ Man hört auch immer mehr kritische Stimmen: „Immer, wenn ein Kind vor einem Tablet sitzt, stirbt auf einem Baum ein Abenteuer.“ Und es wird ebenfalls kritisch als „digitaler Schnuller“ bezeichnet, vor allem, weil es so viel Zeit ist, die Kinder damit verbringen, sofern man sie lässt. Diese jetzt noch jungen Menschen werden also die erste Generation sein, die sich schon von kleinsten Kinderbeinen, teils im Kindergartenalter an die digitale Welt gewöhnt haben. Dies ist noch einmal eine Stufe weiter als bei den Digital Natives. Wie werden sehen, wie dies die Menschen in der Welt verändern wird.

Jens Brüggemann, Leser_In

Wir nutzen sie tagtäglich und sie ist aus unserem Leben wohl nicht mehr wegzudenken: die Kaffeemaschine. Dabei hat sie jetzt schon einige Entwicklungen durch. Nach vielen Varianten hat sich die in Deutschland erfundene Filterkaffeemaschine in den 1970er-Jahren großflächig durchgesetzt. Abgelöst wurde sie meist von umweltschädlichen Portionskaffeemaschinen, aber erstaunlicherweise sah man auch teure Gastronomiemaschinen plötzlich hier und da bei Freunden stehen. Ein richtiger Hype um die Kaffeebraukunst entstand – es ist verrückt, wer sich alles für einen großen Gourmet hält und meint, diese oder jene Variante würde noch ein I-Tüpfelchen besser schmecken. Aber da die meisten mehrmals am Tag Kaffee trinken und damit auch die Frage im Raum steht, wie er am besten aufgebrüht werden sollte, werden auch hier neue Innovationen auf uns zukommen, denn der Markt ist da. Und dann hoffe ich auf eine Variante, die weniger Müll als diese Kapseln produziert.

Alexej Koslow, Leser_In

Die nächsten großen Innovationen erwarte ich in der Automobilbranche, im digitalen Bereich und in der Medizin. Warum? Weil hier die Unternehmen sehr viel Geld in die Forschung stecken und ohne Forschungsgelder bleiben meist auch die Innovationen aus.

Esther Hullmann, Leser_In

Schluss mit der Verschwendung Wenn man sich überlegt, wie viel Lebensmittel jedes Jahr weggeworfen werden, wäre eine Innovation in dieser Richtung sicherlich sehr wertvoll für die Menschheit. Vielleicht sollte es keine Erweiterung von Konservierungsstoffen sein, die doch keiner im Essen haben will. Ich denke da an innovative Formen der Einlagerung. Schließlich haben die Dose und die Möglichkeit des Einfrierens auch die Essensversorgung revolutioniert.

Mira Müller, Leser_In

Ich denke, es kann zu großen Innovationen führen, wenn man altbekannte Werkstoffe in ganz neuen Bereichen einsetzt. Ich habe gerade gelesen, wie vielseitig sich Bambus einsetzen lässt, sogar im Hausbau, weil es nicht so leicht entzündlich ist wie Holz. Da sich Bambus auch nachhaltig anbauen lässt, ist es doch ein großer Zugewinn für die Menschheit.

Günther Lisbentoll, Leser_In

Ich wünsche mir einen größeren Willen für umweltfreundliche Innovationen im Öffentlichen Nahverkehr. Alle sprechen von emissionsbelasteten Innenstädten, doch die Busse des Nahverkehrs sind immer noch nicht auf Elektromobilität umgerüstet. Dabei sollte doch der Öffentliche Nahverkehr genau da ansetzen, eine Alternative zum umweltverschmutzenden Individualverkehr mit dem Pkw bieten. Würden sich E-Busse weltweit durchsetzen, würden auch die Städte wesentlich lebenswerter werden – man könnte wieder durchatmen. Wobei hier auch zu bemerken ist, dass beispielsweise Hamburg da schon weiter ist als etwa Berlin, das im Übrigen auch noch auf Kohlestrom zurückgreift. Und man fragt sich natürlich, wo der Innovationsgeist der deutschen Autoindustrie geblieben ist, wenn die Berliner E-Busse in Polen hergestellt werden, weil es keinen Hersteller solcher Busse in Deutschland gibt.

Herta Rosenberg, Leser_In

Schaut man sich die demografische Entwicklung an, müssen wohl in der Pflege dringend Innovationen entwickelt werden. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass mich einmal überwiegend ein Roboter pflegen wird, denn menschliche Wärme und Nähe werden mir immer wichtig bleiben.

Regine Moordorf, Leser_In

Was wir brauchen, ist keine weiteres Gadget oder neues digitales Gerät, keine smarte Uhr oder digitale Brille. Diese Geräte haben bereits die Welt und unser miteinander in einem Maße verändert, dass kaum noch Raum für echtes Aufeinanderzugehen bleibt. Wie soll ich jemanden in die Augen schauen, wenn ich parallel dazu noch die Daten meiner smarten Brille abfrage? Wie kann ich jemandem wirklich zuhören, wenn ich parallel meine SMS checke? Was wir brauchen, ist ein gesellschaftlich-innovatives Miteinander, das wieder den Menschen mit seinen direkten sozialen Bedürfnissen und nicht die digitalen Möglichkeiten in den Mittelpunkt rückt.

Dieter Serbtrag, Leser_In

Ich glaube, dass es die einzelnen kleinen Schritte sind, die alle zusammengenommen zu einer weltverändernden Innovation heranreifen müssen. Es ist nicht der eine Wissenschaftler, der plötzlich die zündende Idee hat und puff, ist die heilsbringende Maschine da. Es bedarf vielmehr einer oft jahrelangen und inzwischen auch mehr und mehr interdisziplinären Zusammenarbeit, um gemeinsam etwas hervorzubringen, das auch auf Dauer Bestand haben wird.

Ulrike Binning, Leser_In

Die Digitalfotografie hat nicht nur die zuvor bestehende Technologie mit Filmrollen komplett verdrängt, sondern auch unser ganzes Verhalten beim Fotografieren geändert. Wir inszenieren uns auf Instagram und Facebook mit einem attraktiven, unangreifbaren Image, weil wir einfach solange Bilder löschen, bis das Makellose von der Schokoladenseite übrig bleibt. Selfies haben sich durchgesetzt, weil wir uns beim Fotografieren direkt sehen und dann abdrücken, wenn wir uns besondern hübsch finden. Und von dieser Bilderflut sind wir jetzt umgeben, sobald wir täglich unsere Social-Media-Apps nutzen: von einem Sammelsurium belangloser, aber tausendfach vorhandener Fotos.

Sven Birken, Leser_In

Welche Innovation sich offensichtlich durchgesetzt hat und damit auch ein Stück weit die Welt verändert hat, sind meiner Meinung nach Videoanrufe. Ich höre es immer häufiger aus dem Bekanntenkreis, wer ein Bewerbungsgespräch darüber geführt hat und dann aus dem Ausland heraus seinen Job erhalten konnte, ohne anreisen zu müssen. Vielleicht verändert das nicht die ganze Welt, aber es verändert das Leben und somit die Welt derjenigen, die es nutzen und dadurch erfolgreich einen Job bekommen.

Mareike Fischer, Leser_In

Eine Innovation, die nicht nur meinem persönlichen Wohlbefinden dient, sondern wirklich die Welt verändert, kann ich mir nur in einem Bereich der Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen vorstellen. Denn erst wenn auch ein Umdenken in den Köpfen stattfindet, ein Aufeinanderzugehen, werden nationale Interessen zurückgestellt und wir können gemeinsam die Welt verändern.

Nadja Fresenhöfer, Leser_In

Alle reden vom 3-D-Drucker, denn er hat in der Medizin für unglaubliche Fortschritte gesorgt: Vom Zahnersatz bis zu Gelenkimplantaten gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Für Laien hatte er bisher meist nur einen spielerischen Nutzen, aber ich kann mir vorstellen, dass hier genauso wie beim Computer, bei dem man früher auch zuerst noch nicht wusste, wozu man einen zu Hause haben sollte, immer mehr Ideen und Vorlagen entstehen, wie man einen 3D-Drucker auch privat einsetzen könnte.

Sybille Grahlmann, Leser_In

Was sich in Zukunft sicherlich immer weiter durchsetzen wird, ist die Sharing Economy. Durch die technischen Voraussetzungen des Internets konnten sich bereits Menschen zusammenfinden, für die es Sinn macht, etwas zu teilen. Es brauchte aber auch einen Wandel in der Gesellschaft, weg von einem Besitzdenken. Aber wenn man sieht, wie weit sich dieses Verhalten alleine auf dem Ferienwohnungsmarkt durchgesetzt hat und welche Potenziale noch darin schlummern, und das trotz starkem wirtschaftlichen Interessenskonflikt mit Akteuren, die diese Bereiche zuvor besetzt hatten, lässt sich erahnen, wieweit Sharing Economy unseren Alltag in der kommenden Zeit verändern wird.

Michael Neven, Leser_In

Mein klarer Favorit kommt von einer Messe die gerade zu Ende gegangen ist: DAS BUCH! Ganz gleich zu welchem Thema und in welcher (auch immer gearteten) Qualität und Form birgt das Buch etwas, das alle Gadgets dieser Welt meiner Meinung nach nur bedingt bietet: die eigenen Erfahrungen mit dem eigenen Sein. in keinem anderen Medium ist es einfacher Notizen, Kommentare, Ein- und Ansichten, Gedanken zu erfassen. Kein anderes Medium bietet dieses konsequent notwendige Auseinandersetzung mit dem eigenen Geist. Man bleibt alleine mit sich und dem Inhalt. (16.10.2017)

Paulina C., Leser_In

Meiner Meinung nach verändert Smartphone unsere Welt und zwar leider nicht nur in positive Richtung! Heutzutage verbringen Jugendliche Ihre \"gemeinsame\" Zeit online: via Instagram, Whatsapp, Snapchat oder Facebook. Ich würde sogar sagen, dass Smartphones unsere Welt in die Reale und Virtuelle aufteilt. In der letztgenannten Welt sind wir meistens glücklicher, was leider nicht der Realität entspricht. Manche von uns leben und lieben den Schein und verpassen das wahre Leben, welches heute und jetzt stattfindet. Ich finde, dass Smartphone eine tolle Erfindung ist, jedoch sollte man darauf achten, dass es unsere Welt positiv verändert.

Thomas Schauf, Leser_In

Seit der Einführung des ersten iPhone haben wir einen Vorgeschmack bekommen, wie eine \"smarte Welt\" aussehen könnte. Digitalisierung und Technisierung sind die bedeutensten Megatrends zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Beide bedingen einander und führen zu einer steigenden Innovationsdynamisierung. In den kommenden Jahren wird die Geschwindigkeit mit der digitale und technologische Innovationen weiter zunehmen. Die Herausforderung wird dabei sein, dass vor allem gesellschaftlich wertvolle Innovationen gefördert werden und ethische Bedenken offen reflektiert werden. Aber in Summe lohnt sich eine offene Hinwendung zur Digitalisierung und Technisierung: Wir stehen an der Schwelle, dass eine Vielzahl gesamtgesellschaftlicher Probleme angegangen werden können - in den unterschiedlichsten Bereichen, wenn wir uns der gesellschaftlichen Dimension nur real vor Augen führen. So können fahrerlose Fahrzeuge, die vernetzt agieren, die Zahl der Verkehrsopfer deutlich veringern oder Medikamente und deren Wirkstoffkombinationen an digitalen Doppelgängern getestet werden, so dass Nebenwirkungen an realen Patienten minimiert werden können. Wir stehen an der Schwelle, dass mit Digitalisierung und Technisierung ein grundlegender Paradigmenwechsel in unseren Gesellschaften im positiven Sinne eingeleutet werden kann oder wir als Gesellschaft eher mit technofoben Argumenten diesen Prozess nicht durchdringen und somit eher ablehnen.

M. Ehrmann, Leser_In

die Kreditkarte

Christiane Wolf, Leser_In

Ich denke schon, dass das Smartphone die einschneidenste Veränderung der letzten Zeit ist und weiter bleiben wird. Es ist zwar ziemlich offensichtlich, kaum jemand würde wohl diese Veränderung verleugnen. Ich selbst liebe mein gut funktionierendes Smartphone und könnte mir, wie all die anderen auch, ein Leben im Alltag ohne es, kaum vorstellen. Es ist an so vielen Stellen hilfreich und sehr praktisch. Natürlich muss man sich über den Umgang mit den eigenen Daten Gedanken machen. In der Welt können Menschen mit einem Smartphone einen Zugang zu Information bekommen wie nie zuvor. Ich merke dass Leute, wenn sie keines besitzen dauernd an Grenzen stoßen, die man nicht mehr erwartet. Ich finde es richtig gut, wenn man alles Mögliche mit dem Smartphone erledigen kann, aber ich sehe auch, wie Menschen, die es nicht haben oder nicht bedienen können, oft ziemlich abgehängt wirken. Dennoch will auch ich mich selbst nicht abhängig machen.

Newvisions, Leser_In

Das iPhone

Ulrike Plaggenborg, Leser_In

Ein Blick in die – nicht allzu ferne – Zukunft: Das bedingungslose Grundeinkommen wird unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unser ganzes Leben grundlegend verändern. Da niemand mehr gezwungen sein wird, zu arbeiten um Geld zu haben, kann jeder selbst entscheiden, was er mit seinem Leben macht. Das erfordert ein hohes Maß an Selbst-Verantwortung, die in ganz neuen Schulen trainiert wird, deren Ziel es ist, die Potenziale und Talente zu fördern, denn Kreativität wird sich entfalten wie nie zuvor. Die Unternehmen sind gefordert, ihren Mitarbeitern Arbeitsplätze zu ermöglichen, in denen sich diese kreativ geschulten Menschen verwirklichen können. Da Gewinnmaximierung nicht mehr an erster Stelle steht, können sich alle darauf konzentrieren, die Umwelt endlich wirklich in den Blick zu nehmen und der Erde wieder zu ihrem natürlichen Leben zu verhelfen. Viele Menschen werden sich wieder mehr um ihre Mitmenschen kümmern wollen, die nun aber viel gesünder leben, weil enorm viel Stress wegfällt. Und natürlich: jeder arbeitet nur soviel wie es gefällt und wer gar nichts tun will, braucht es ja auch nicht. Lang ist es nicht mehr hin, dass der Mensch auch ohne Leistungsdruck und „höher – schneller – weiter“ sehr gute Arbeit leisten wird, ja, sogar viel effizienter, da selbstbestimmt. Ich freue mich drauf!

Erwin Gillessen, Leser_In

Meiner Meinung ist das Thema Elektromobilität ein Thema, dass unsere Lebensweise prägen wird. Dazu gehören die Themen wie: - Automobil/Fahren ohne dass er Mensch lenken muss, sondern nur noch sein Ziel einprogrammiert. Verbunden mit keine Parkplatzsuche, keine Staus, saubere Umwelt, angepasste Städteplanung, etc. - Ausweitung/Optimierung von E-Bikes: Optimierung des bisher bestehenden Leihsystem, z. B. über mehr Angebot von Apps (einfache Handhabung).

heinz-jürgen gross, Leser_In

Das Gerät zu beschreiben erscheint mir schwierig, die Technik wird – m.E. – aus dem Bereich der Anwendung der bekannten Komponenten der Quantenmechanik kommen. Es könnte die Umsetzung von Wellen/Bewegungen u.ä. die in der “Natur oder bekannten Physik vorkommen” in (elektrische?) dem Menschen in seiner Ausweitungs- und Konsumgier nutzbare Energie sein. Keine Frage ist dumm.. aber : auch dieses Gerät wird in der Gesamtbetrachtung das vorherrschenden System des “Produktions- und Konsumsklaventums” um eine neue Komponente erweitern. Richtig innovativ wäre ein Gerät das den Menschen zu Empathie oder zum Nachdenken zwingt, mein ich ernst, in der Individual wie auch Gesellschaftsbetrachtung. Wäre zwar sowas wie den Geist u.ä. ausrichten und würde Mißbrauch (Programmierung) Tür und Tor öffnen, aber die Logik zwingt mir ein solches Gerät geradezu auf. Die Welt ist wie die Welt ist, ob sie wirklich veränderbar ist? Die Realität fragt nicht wie Du sie anschaust.. sie ist wie sie ist!

Gerd Riedner, Leser_In

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Wieviel Sicherheit braucht die Freiheit?

Freiheit braucht das Netz! Sicherheit braucht das Netz! Ein Dilemma? Keineswegs, denn Antworten lassen sich finden. Wir spüren in unserer Diskussion den Lösungen nach, die IT- Strukturen vor Hackern sichern, ohne die Freiheit und Kreativität des Internets einzuschränken. (mehr …)

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Wolfgang Welsch, Leser_In

Freiheit und Sicherheit bedingen sich gegenseitig, Freiheit kann es nur in einem stabilen Rechtsstaat geben. Diktaturen und auch autoritäre Systeme täuschen Sicherheit vor, und Menschen, die die Freiheit suchen, wurden und werden kriminalisiert. Für mich als Flüchtling und später als Fluchthelfer ist Freiheit die Voraussetzung für ein Leben in Würde. Der Rechtsstaat hat die Aufgabe, ein Leben in größtmöglicher Sicherheit zu ermöglichen; hundertprozentige Sicherheit kann es niemals geben, und deshalb dürfen die persönlichen Freiheitsrechte nicht zugunsten einer trügerischen Sicherheit durch unlautere Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen eingeschränkt werden. In einem funktionierenden Rechtsstaat mit ausgeprägter Gewaltenkontrolle kann dies funktionieren. Die meisten Menschen sind heute in der luxuriösen Situation, dass Freiheit für sie selbstverständlich ist und sie ihren Wert gar nicht zu schätzen wissen. Ich jedoch erinnere mich noch gut an meinen Freikauf nach siebenjähriger Haft, an das berauschende und unbeschreibliche Gefühl der Freiheit, der Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. Deshalb ist es heute so wichtig, auf die Einhaltung demokratischer Rechte und Regeln zu bestehen und nicht einfach die Verantwortung an den Staat abzugeben. Die Missbrauchsgefahr darf nicht unterschätzt werden, auch wenn die heutigen Sicherheitsmaßnahmen keinesfalls mit den kriminellen Machenschaften des MfS zu vergleichen sind.

Ursula von der Leyen, Leser_In

Freiheit ist unser höchstes Gut. In unserem sicheren und wohlhabenden Deutschland bedeutet Freiheit für viele inneres Freisein, die Abwesenheit gefühlter Zwänge. Wir schätzen kleine Freiheiten wie den Wochenendtrip, mobiles Arbeiten mit dem Smartphone, das beruhigende Notpolster auf dem Konto. Sicherheit ist so selbstverständlich da wie Luft. Die existenzielle Bedeutung des Wortes Freiheit ist uns fern. In meinem Amt reise ich viel. Freiheit ist in weiten Teilen der Welt nur eine Sehnsucht. Unzählige Menschen müssen Krieg, Terror, extreme Armut, ungesunde Umwelt erdulden. Sie wünschen sich „Freiheit von Angst“ und „Freiheit von Not“. Das Mädchen, das aus Angst vor religiösen Eiferern nicht zur Schule geht. Familien die nicht in ihre vom IS verminten Häuser können. Die mutige Journalistin in der Türkei, die aufschreibt, was ihre Meinung ist, und deswegen Schlimmes fürchten muss. Freiheit kann sich ohne Sicherheit nicht entfalten - nirgends. Unsere globalisierte Welt rückt zusammen. Wir spüren die Folgen von Unfreiheit und Unsicherheit in der Nachbarschaft direkter denn je. Eine ganze Generation hier, die mit offenen Grenzen in Europa aufgewachsen ist, spürt plötzlich wie schnell die Debatte über neue Barrieren auch an ihr Freiheitsgefühl rührt. Deswegen ist es klug und notwendig, uns beizeiten um die Sicherheit anderer zu sorgen, sei es im Irak, in Syrien, in Mali. Es ist auch unsere Freiheit.

Marcus Ruddies, Leser_In

Oft hört man von Frauen, die in der dunklen Jahreszeit abends nicht mehr auf die Straße gehen wollen und dadurch ihre sozialen Interaktionen einschränken. Das Gefühl von Angst und Hilflosigkeit beeinträchtigt damit ihre Lebensqualität. Viele von ihnen können ihre Ängste gar nicht genau benennen. Diese Ängste sind übrigens nicht neu, sondern waren auch vor zehn oder zwanzig Jahren schon die gleichen. Aktuelle Vorkommnisse und die dadurch ausgelöste Hysterie rücken sie aber weiter ins zentrale Bewusstsein. In solchen Momenten rufen Menschen schnell nach mehr Sicherheit, mehr Polizei, mehr Zugbegleiter oder Überwachungskameras. Die Wahrheit ist doch, dass ein lückenloser Schutz nicht möglich ist. Gute Selbstverteidigungskurse können hingegen helfen, die oft diffusen Ängste zu definieren und gezielte Lösungsstrategien zu erarbeiten. Die Teilnehmerinnen lernen den Unterschied zwischen gefühlter und realer Gefahr, sie lernen mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen, selbstbewusst aufzutreten und gleichzeitig eine Eskalation zu vermeiden. Sie lernen, sich Hilfe zu organisieren oder aber selbst Menschen in Not zu helfen, ohne sich dabei in Gefahr zu bringen. Und sie lernen die rechtlichen Rahmenbedingungen und legale Selbstschutzhilfsmittel kennen. Damit sie sich und andere im Notfall effektiv schützen können. Das ist eine enorme persönliche Bereicherung und relativiert viele der durch hochgeschaukelte Diskussionen erzeugten Ängste.

Julian Nida-Rümelin, Leser_In

Die politische Debatte ist von Gegensätzen geprägt, die sich bei genauerem Hinsehen auflösen. Der vermeintliche Gegensatz zwischen ökonomischer Effizienz und sozialer Gerechtigkeit: Jede vernünftige Gerechtigkeitstheorie befürwortet nur ökonomisch effiziente Verteilungen. Der zwischen Freiheit und Gleichheit: Vernünftigerweise sollten wir unter Gleichheit die Bedingungen gleicher Autonomie verstehen. Und schließlich der zwischen Sicherheit und Freiheit. Man stelle sich einen maximal unsicheren Zustand vor: Jeder kämpft gegen jeden, jeder muss jederzeit erwarten, mit Gewalt vom Leben zum Tode gebracht zu werden. Alles ist von Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht geprägt. Der Mensch ist in einem solchen Zustand „frei“, das zu tun, was er tun will. Es herrscht das natürliche Recht auf alles. Aber niemand wird sich in einer solchen Situation frei fühlen, denn Freiheit setzt voraus, dass ich das, was mir wichtig ist, auch realisieren kann, dass ich mein Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten und andere daran hindern kann, sich einzumischen. Freiheit setzt Sicherheit voraus. Die Sicherheit etwa, dass mich niemand mit dem Tode bedrohen kann, dass ich selbst bestimme, mit wem ich Bindungen eingehe, dass die Umstände meines Lebens planbar bleiben, dass es Polizei, Gerichte und notfalls Gefängnisse gibt, die mich vor Übergriffen schützen. Freiheit setzt Sicherheit voraus. Sicherheit ist um der Freiheit willen unverzichtbar.

Anke Neuber, Leser_In

Wie wertvoll Freiheit ist, wird einem erst bewusst, wenn sie eingeschränkt ist. Für junge Männer im Jugendstrafvollzug ist der Freiheitsentzug ein Schock und eine krisenhafte Erfahrung. Die Haft ist sehr oft eine weitere Station in ihren Lebensläufen, die durch Unsicherheiten und häufige Wechsel von Institutionen und Bezugspersonen geprägt sind. Vor diesem Hintergrund erleben die jungen Männer die Freiheitsbeschränkung des Gefängnisses zwar als autoritär und schmerzhaft, zugleich aber auch als unterstützend und haltend. Sie setzen große Hoffnungen in die Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, die der auf Resozialisierung und Erziehung gerichtete Jugendstrafvollzug bietet. Viele sehen hier eine Chance, sich über Arbeit in die Gesellschaft zu integrieren und artikulieren den Wunsch nach einem „ganz normalen Leben“ mit Arbeit und Familie. Aber nicht nur der Übergang von draußen nach drinnen ist konflikthaft, sondern auch der Weg zurück. Nach der Entlassung brechen die Lebensentwürfe der jungen Männer häufig wieder zusammen: Die Integration in Arbeit bleibt ein leere Hoffnung, der Wohlfahrtsstaat mit seiner Aktivierungsparole „Fördern und Fordern“ führt zu sozialstaatlichen Sanktionierungen und einer Individualisierung des Scheiterns, Beziehungen werden wieder brüchig. Wir sehen für diese Gruppe sozial verwundbarer junger Männer, dass Freiheit auch Sicherheit braucht – soziale, materielle und emotionale.

Katherine Maher, Leser_In

Der freie Zugang zu Informationen ist ein Grundrecht. Im Laufe der Geschichte diente die Kontrolle des Wissens dazu, gewaltige Imperien reich zu machen. Letztlich hat sich jedoch herausgestellt, dass das Teilen von Wissen uns allen nützt. Einige unserer bedeutendsten Institutionen wie das repräsentative Regierungssystem, das Justizsystem und die freie Presse fußen auf gemeinschaftlicher Nutzung von Wissen. Sie sind stärker, wenn sich Informationen im öffentlichen Raum verbreiten, und das führt zu mehr Frieden, Sicherheit und Wohlstand. Die Vision von Wikimedia ist eine Welt, in der jeder Einzelne an der Gesamtheit des Wissens teilhaben kann. Zwar sind Informationen heute prinzipiell leichter zugänglich als je zuvor, ihr Zugang wird jedoch weltweit nach wie vor zu stark eingeschränkt. Unter dem Einfluss von Interessen, die dem Informationsfluss Grenzen setzen wollen, wird das Internet zunehmend zu einem eingezäunten Garten. Das führt uns in die geistige Verarmung. Deshalb ist Wikimedia ein entschiedener Befürworter von offenen Standards und Netzwerken. Wir leben diese Offenheit – offene Kooperationen, Open Source, interkultureller Wissensaustausch. Indem wir unsere Infrastruktur, Software und Richtlinien offen gestalten, stellen wir sicher, dass wir stets dem öffentlichen Interesse verpflichtet sind. Ohne die Angst vor versteckter Einflussnahme. Diese Offenheit ist unsere Freiheit. Und unsere Freiheit ist unsere Sicherheit.

Manfred Jost, Leser_In

Einbruch! Es geht um mehr als Zerstörung und gestohlenen Schmuck. Fremde dringen in das Zuhause, in die Privatsphäre ein. Das verletzt unser Sicherheitsgefühl zutiefst. Der private Schutzraum ist plötzlich angreifbar. Die hohe Zahl von Wohnungseinbrüchen zwingt Hauseigentümer zu wirksamen Gegenmaßnahmen: Bewegungsmelder, Überwachungskameras, Zäune, Sicherungs- und Beleuchtungstechnik machen es den Tätern schwer, auch wenn sich Einbrüche nicht gänzlich verhindern lassen. Die Erfahrung zeigt, wenn das Einsteigen zu schwierig wird und zu viel Zeit beansprucht, geben die meisten Einbrecher auf. Ein solider mechanischer Grundschutz für ein Einfamilienhaus ist bereits für rund 2.000 Euro zu haben. Hierbei leistet die staatliche KfW-Bankengruppe mit Zuschüssen und günstigen Darlehen eine gute Unterstützung. Und die Polizei berät kostenlos vor Ort. Neben solcher Prävention ist ein wirksamer Abwehrmechanismus das „gepflegte Miteinander“ im Wohngebiet. Man kennt sich. Ohne sich zu sehr auf die Pelle zu rücken, schaut man als wachsamer Nachbar hin und fragt nach, wenn ein Fremder das Nachbargrundstück betritt, während die Eigentümer abwesend sind. Der Angesprochene wird den Rückzug antreten – Einbrecher stehen ungern im Rampenlicht. Die Statistik zeigt, dass Wohngebiete, in denen Eigentümer Mitträger eines stabilen sozialen Gefüges sind, weit weniger unter Einbrüchen leiden als anonyme Siedlungen. Gemeinschaft verschafft Sicherheit.

Stefan Glowacz, Leser_In

Rückblickend auf eine über 40-jährige Kletterkarriere, kann ich mir heute sehr gut meine Faszination für den Klettersport erklären. Es ist nicht nur die sportliche Herausforderung oder die Freiheit aufzubrechen, wann und wohin ich möchte. Vor allem fasziniert mich die Freiheit, meine eigenen Ziele zu definieren und die Verantwortung für das Risiko, welches ich bereit bin, dabei einzugehen, zu übernehmen. Dieses Privileg hatte ich bereits, als ich mit der Kletterei begann. In meiner jugendlichen Sturm-und-Drang-Zeit kletterte ich sogar „free solo“, also ohne jegliche Sicherung. Bei jeder Route hatte ich das Gefühl, als verschmelze Körper und Geist zu einer Einheit. Ein Zustand ähnlich einer tiefen Meditation, den ich in dieser Intensität nur beim Free-Solo-Klettern erlebte. Aber die ultimative Freiheit war das Privileg, die Entscheidung treffen zu können, mich freiwillig und bei vollem Bewusstsein in Lebensgefahr zu begeben. Jeder Mensch definiert den Begriff Freiheit für sich ganz individuell. Für mich bedeutet Freiheit, Erfahrungen und Lehren aus selbst getroffenen Entscheidungen ziehen zu können, in positiver wie negativer Hinsicht. Eines Tages bei einer Trainingstour, wieder ohne Sicherung, stürzte ich aus zehn Metern Höhe nach einem Griffausbruch auf den Boden und verletzte mich dabei schwer. Seit diesem Moment klettere ich nur noch gesichert. Ich habe gelernt, wie viel Sicherheit meine Definition von Freiheit benötigt.

Veronika Aulenbauer, Leser_In

Beim Gleitschirmfliegen spüre ich Freiheit, ist der Schirm sicher.

Kinga Klein, Leser_In

Die totale Sicherheit verhindert die Freiheit, denn sie führt letztlich – ähnlich wie in George Orwells Roman „1984“ – über eine allgegenwärtige Überwachung in die Diktatur. Absolut keine Sicherheit mündet in einer Anomie, einem Zustand ohne jegliche soziale Normen. Auch hier kann sich keine Freiheit entwickeln, da man nur angstfrei autonom sein kann. Um frei sein zu können, braucht man ein gesundes Maß an Sicherheit.

Luisa Speidel, Leser_In

Freiheit braucht die Sicherheit zur Selbstentfaltung und -verwirklichung, ohne das eigene Leben oder das Leben anderer zu gefährden oder Rechte Dritter einzuschränken. Freiheit braucht die Sicherheit einer uneingeschränkten Gewährung aller menschlichen Grundrechte.

Maurice Corbeck, Leser_In

Eine Frage, die sich die Menschen nicht erst in Zeiten des vermeintlichen Terrors stellen. Zur Zeit des alten Roms hatte ein Großteil Europas seine Freiheit eingebüßt. Im Gegenzug herrschte Frieden. Seitdem hat sich die Frage nach dem richtigen Verhältnis nicht verändert. Gebe ich einen Teil meiner Freiheit auf, um Sicherheit zu genießen? Der Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Sicherheit, aber nicht jeder Mensch ist bereit, einen Teil seiner Freiheit dafür herzugeben. Eine Gesellschaft, die sich dieser Frage ausgesetzt sieht, sollte immer bedenken, dass keine absolute Sicherheit existiert – genauso wenig, wie die vermeintlich omnipräsente Gefahr, der wir uns ausgesetzt sehen. Angst darf nicht unser Handeln definieren. Eine Gesellschaft, deren Werte auf Freiheit und Gleichberechtigung aufbauen, sollte den schmalen Grad erkennen, auf dem sie sich bewegt. In Zeiten der Vorratsdatenspeicherung bekommt man schnell den Verdacht, dass die Grundprinzipien der Unschuldsvermutung nach und nach zu Grabe getragen werden. Derjenige, der sich der Überwachung und dem damit einhergehenden Entzug seiner Freiheit widersetzt, gilt als verdächtig. Es schleicht sich die allgemeine Meinung ein, dass es in Ordnung ist, überwacht zu werden, wenn man nichts zu verbergen hat. Dieser Trend sollte mit äußerster Vorsicht beobachtet werden. Die Aufgabe von persönlicher Freiheit sollte keine Selbstverständlichkeit sein.

Justyna Stryczek, Leser_In

Kameras an öffentlichen Plätzen, bewaffnete Polizei an Bahnhöfen und bei großen Veranstaltungen, Ganzkörperscanner, Übermittlung von Daten, Vorratsdatenspeicherung und vieles mehr sind angebliche Reaktionen auf die Bedrohung durch Terrorismus. Aber wann werden wir uns völlig sicher fühlen? Wie viele Maßnahmen sind noch dazu nötig? Und vor allem, wie viel Freiheit möchte jeder von uns dafür opfern? Meiner Meinung nach handelt es sich dabei eher um Kontrollmechanismen, die unsere Gesellschaft „besser“, effizienter und gefügiger machen sollen. Freiheit braucht man zur Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Sicherheit erlangt man erst danach.

Aaron Hubig, Leser_In

Das erste Wort, das mir bei dieser Fragestellung durch den Kopf schoss, war: Komfortzone. Die Intuition ist für mich ein super Wegweiser und ein ständiger Begleiter. Ich vertraue ihr sehr oft und gerne, das gibt mir Sicherheit. In der heutigen Zeit bleiben viele Menschen in ihrem gewohnten Alltag, in der sogenannten Komfortzone. Dort, wo sie sich sicher fühlen. Man begeht keine Fehler, solange man im kuschelig gemachten Nest bleibt und seinen sicheren Wegen, die man kennt und schon oft gegangen ist, treu folgt. Neue Erfahrungen erlange ich durch Vertrauen auf meine Intuition. Gleichzeitig bekommt man mehr Zeit, an andere Dinge zu denken, und katapultiert sich raus aus dem Alltag. Das wiederum gibt mir ein Gefühl der Freiheit. Was ist kostbarerer als dieses Gefühl.

Michael Kuch, Leser_In

Zweifellos braucht Freiheit ein bestimmtes Maß an Sicherheit. Sicherheiten bilden den Rahmen, in dem sich die Spielräume unseres Lebens eröffnen. Doch bis zu welchem Punkt kann man das Gefühl der Freiheit absichern? Zur Erfahrung der Freiheit jedenfalls gehört das Spielerische, das Neue, das Wagnis auch. Wenn wir uns frei fühlen, dann probieren wir uns aus; wir erkunden und entdecken Möglichkeiten, die uns bislang vielleicht verschlossen geblieben sind. Der Zwang, sich ständig abzusichern, kann Freiheit auch ersticken. Wer in eine Steilwand klettert, tut gut daran, sich anzuseilen. Doch das Wagnis selbst kann man nur eingehen. Gerade deshalb verbinden sich mit ihm intensive Erfahrungen: Anstrengung, Ausdauer, Gipfelglück. Um das Leben zu wagen, braucht es vor allem eines: Vertrauen. Und Vertrauen erwächst an dem, was sich nicht mit Sicherheit beweisen, sehr wohl aber erfahren lässt: Ich bin geliebt, gemeint, angenommen – und zwar bedingungslos. Es sind solche Erfahrungen, die zum Beispiel Martin Luther als Gewissheiten des Glaubens entdeckt und beschrieben hat. Zwischen Sicherheit und Gewissheit besteht ein feiner, aber entscheidender Unterschied. Letzteres verweist auf das, was das Leben auch in seinen unsicheren, gefährdeten Momenten tatsächlich trägt. Wie viel Sicherheit braucht Freiheit? Zumindest so viel, um nicht abzustürzen. Doch gelebte Freiheit – mir selbst und Anderen gegenüber – entsteht aus dem Vertrauen.

Jan David Busch, Leser_In

Jeder Mensch definiert den Begriff Freiheit für sich und sein Leben anders. Für mich bedeutet Freiheit die freie und selbstbestimmte Entfaltung meiner Persönlichkeit. Doch um meine Persönlichkeit frei entfalten zu können, benötige ich einen Rückhalt, meine Familie. Meine Familie gibt mir immer die Sicherheit in meinem Leben, um meine Freiheit voll auszukosten. Denn ohne einen sicheren Rückhalt, kann ich nicht frei sein. Nur wer sich sicher fühlt, kann sein Leben genießen. Die Ausgangsfrage kann man sicherlich nicht allgemein beantworten, doch legt für mich meine Familie den Grundstein für meine Freiheit.

Susan Schütze, Leser_In

Für mich ist diese Frage derzeit eine ziemlich wichtige und gleichzeitig auch eine ziemlich interessante. Aufgrund meiner derzeitigen beruflichen Situation und aktuellen Zukunftsplänen beziehe ich diese Frage zuerst auf die Zeit, mit der ich den Großteil meines Tages verbringe. Noch bin ich im Öffentlichen Dienst angestellt, Sicherheiten werden hier groß geschrieben, Freiheiten hingegen eher klein – jedenfalls in meinem Fall. Genau das ist auch der Grund, warum ich mich dazu entschieden habe, die Freiheit im kommenden Jahr wieder wesentlich größer zu schreiben. Ich möchte wieder meine eigenen Entscheidungen treffen, kreative Lösungen finden und selbst für mich und meinen Erfolg verantwortlich sein. Auch auf die Gefahr hin, dass ich steinige Wege beschreiten und für den Erfolg und die Freiheit kämpfen muss. Der erneute Schritt in die Selbstständigkeit ist wohl nicht unbedingt die sicherste Entscheidung. Eine gute Planung ist eine Grundvoraussetzung, jedoch keine Sicherheit für ständige Aufträge oder den auf Anhieb gewinnbringenden Erfolg des Unternehmens. Und dennoch weiß ich schon jetzt, dass die Freiheit, zu tun und zu lassen, was ich entscheide, für mich jede Sicherheit ersetzen wird. Ich möchte die Frage abschließend gerne mit den Worten von Benjamin Franklin beantworten: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Christiane Nachtling, Leser_In

Ich habe schon das Gefühl, in großer Freiheit zu leben: Ich kann einen Beruf ergreifen, der zu mir ganz persönlich passt, ich kann ohne meine Verwandtschaft entscheiden, wen und ob ich heiraten will und ich kann sogar innerhalb der EU leben, wo ich will. Das sind nur drei Punkte, die mir spontan einfallen. Aber ich sehe hier eher eine Erweiterung des Horizonts, eine Entwicklung in der Gesellschaft als ein Sicherheitsbedürfnis, das doch eher be- und einschränkt.

Joon Reeser, Leser_In

Bei Freiheit muss ich gleich an einen Cowboy denken, der einsam durch die Prärie reitet. Warum steht er für mich für Freiheit? Er muss seine Arbeit verrichten und sich nach den Bedürfnissen der Tiere richten. Aber er hat sich entschieden, den Alltag nicht mehr mit anderen Menschen zu teilen, keine Beziehungen zu führen. Dies ist eine Freiheit, die die Sicherheit innerhalb einer Gesellschaft ablehnt. Eine Form der Freiheit, in die ich mich gerne hin und wieder träume – leben will ich aber dann doch lieber in meiner Welt.

Elisa Grieder, Leser_In

Ich glaube, wir haben ganz selten wirklich eine umfassende Freiheit. Meist sind wir innerhalb der Gesellschaft an bestimmte Rahmenbedingungen gebunden. Wenn wir eine Beschäftigung weiter wollen, sollten wir auf das hören, was der Chef sagt. Wenn wir in der Nachbarschaft akzeptiert werden wollen, sollten wir uns an gewisse Regeln halten. Aber meist sind wir mit diesen Einschränkungen völlig einverstanden, weil sie uns umgekehrt auch Sicherheit geben.

Horst Schwenk, Leser_In

Ich denke, wir können Freiheit erst dann als etwas Positives ansehen, wenn wir uns auch in Sicherheit wiegen.

Maja Langner, Leser_In

Ich arbeite gerne freiberuflich und sehe dies auch als ein Stück Freiheit an, die ich mir aufgebaut habe. Aber man ist natürlich nicht so abgesichert. Manche entschließen sich deswegen, irgendwelche Zusatzversicherungen abzuschließen, aber so sicherheitsbedürftig bin ich nicht. Vielleicht auch, weil ich glücklicherweise noch nie lange krank war. Aber man sollte auch nicht so naiv sein zu glauben, dass man gar keine Sicherheiten benötigt. Für mich habe ich es so gelöst, dass ich immer drei Monatsgehälter so angelegt habe, dass ich jederzeit an das Geld könnte, wenn doch einmal Aufträge ausbleiben oder weniger hineinkommen oder ich doch einmal länger arbeitsunfähig sein sollte.

Almut Weiler, Leser_In

Heutzutage ist nicht mehr nur allein in Erzieherkreisen bekannt, dass Kinder einer sicheren Bindung an mindestens eine Bezugsperson bedürfen, um eine gesunde psychologische Entwicklung zu durchlaufen. Schließlich ist ein Kind erst dann in der Lage, unbeschwert seine Welt zu erforschen, wenn es sich auf diese sichere Basis verlassen kann. Insofern lässt sich durchaus sagen, dass ein gewisses Maß an (Bindungs-) Sicherheit erst einmal vorhanden sein muss, das kindliche Bedürfnis nach Geborgenheit, emotionaler Sicherheit, Orientierung und Halt muss gestillt sein, damit die existierende Freiheit überhaupt genutzt werden kann. Mir stellt sich als Erzieherin und Mutter derzeit allerdings dringender die Frage: Wann beschneidet ein zu großes elterliches Sicherheitsbestreben auf unnötige oder gar ungesunde Art die kindliche Freiheit? Selbstverständlich liegen mir Sicherheit und Wohlergehen meines Kindes am Herzen. Gleichzeitig ist mir aber wichtig, es zu einem eigenständigen, selbstwirksamen und widerstandsfähigen Menschen zu erziehen. Ich bin der Auffassung, dass ein durch Überbehütung erzeugter unnatürlicher Schonraum die Entwicklung von Kindern nachhaltig behindert: Kinder können sich nur zu eigenverantwortlichen, selbstständigen Menschen entwickeln, wenn man ihnen nicht die Lern- und Entwicklungschancen versagt, die das Meistern von Schwierigkeiten, Konflikten und Frustrationen eröffnet. Wir müssen Kindern wieder mehr zutrauen.

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Wie macht Arbeit mehr Spaß?

Wider der monotonen Arbeitsroutine! Die moderne Berufswelt bietet attraktive Möglichkeiten, feste Schemata aufzubrechen. Verraten Sie uns, was Sie Ihre Aufgaben mit einem Lächeln erledigen lässt?

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Dominik Schott, Leser_In

Jeden Job kann ich nach 5 Kriterien bewerten. 1. Inhalt: was tue ich da? 2. Klima: mit wem tue ich es? 3. Lohn: wie viel Geld bekomme ich? 4. Wachstum: welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten werden geboten? 5. Rahmenbedingungen: Weg zur Arbeit (Pendeln oder um die Ecke?), Ausstattung des Arbeitsplatzes, gesundheitliche Belastung oder Gefährdungen usw. Meine Faustregeln: wenn 3 dieser Faktoren stimmen, kann ich bei 2 gut Kompromisse machen. Ich kann auch in 3 Kriterien gut Abstriche machen wenn die 2 für mich wichtigsten Aspekte attraktiv sind. Stimmt nur ein Aspekt werde ich da nicht lange bleiben. Es stimmen so gut wie nie alle 5.

Steffen Harlan, Leser_In

Alleine die Fragestellung verführt. Dadurch verbinden alle Arbeit mit Spaß. Nur Seite 18 Herr Fäller schreibt richtig. In meiner Arbeit kann ich Erfüllung erreichen. Spaß habe ich z.B. auf dem Oktoberfest. Ich habe ein Weisheit von einem Philosophen ( Tagore)an der Wand hängen. Die besagt die ganze Wahrheit. Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und sah, die Pflicht war Freude.

Saba Siami, Leser_In

Eines hatten alle Firmen, bei denen ich gearbeitet habe, gemein: unzufriedene Mitarbeiter. Dabei war es egal, ob dafür der Chef, andere Kollegen, die Arbeit an sich oder private Probleme verantwortlich gemacht wurden. Natürlich würde in einer perfekten Welt die Arbeit auch Spaß machen, wenn es all diese Gründe für Unzufriedenheit nicht gäbe. Aber wir leben nicht in einer Utopie, sondern in der Realität. Und wir sind zumeist nicht allein, sondern arbeiten mit unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen. 
Arbeit macht meines Erachtens dann mehr Spaß, wenn wir lernen, zufrieden zu sein. Dazu gehört auch, unser Umfeld zu akzeptieren und zu respektieren. 
Wir vergeuden viel zu viel Energie darauf, zu meckern und uns zu beschweren. Stattdessen sollten wir unsere Energie dafür nutzen, jenes zu verbessern, was uns stört und veränderbar ist. Zufriedenheit ist eine bewusste Entscheidung; wir machen uns bewusst, wer wir sind und was wir haben. 
Bewusstsein zu schaffen bedeutet auch harte Arbeit – an uns selbst, aber auch im Umgang mit unserer Umwelt. Denn bewusst werden uns die Dinge erst, wenn wir uns immer wieder mit beiden Sphären auseinandersetzen.
 Ich zitiere da gern Michael Jackson: „If you wanna make the world a better place, take a look at yourself and then make a change.“
 Mit dieser Devise können Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen dafür sorgen, dass der Spaß bei der Arbeit erhalten bleibt.

Knut Reinhardt, Leser_In

Früher kickte ich vor 60.000 Fans im Dortmunder Westfalenstadion. Das gab mir einen wahnsinnigen Kick. Dann aber kam das verletzungsbedingte Aus. Von heute auf morgen stand ich nicht mehr im Rampenlicht, sondern stürzte ins Bodenlose, denn ich kannte nichts anderes als Fußballspielen. Zum Glück hatte mein Vater mich zum Abitur, wie soll ich sagen, gezwungen. Ein Freund meinte, ich müsse Lehrer werden. Mit Kindern konnte ich immer gut. Also schrieb ich mich an der Uni ein, lernte das Lernen und quälte mich durchs Studium. Als ich den Abschluss hatte, war ich stolz und unglaublich motiviert. Das hat sich später auf meine Schüler übertragen. Dortmunder Nordstadt, sozialer Brennpunkt, großes Konfliktpotenzial. Meine Erfahrungen aus dem Sport kann ich hier wunderbar einsetzen, was ich auch in meinem aktuellen Buch detailliert beschreibe. Es ist toll zu erleben, wie leicht Kinder im Grunde zu begeistern sind, wenn man ihnen vertraut, wie leistungsbereit sie sind, wenn man sich ihnen zuwendet. Ich stelle klare Regeln auf, widme ihnen meine Aufmerksamkeit und fordere Respekt ein. Jedes Kind erhält bei mir das Gefühl, eine wichtige Rolle im Klassenteam zu spielen. Und eigentlich alle zahlen es doppelt und dreifach mit Liebe und Lernbereitschaft zurück. Viele schaffen sogar den Sprung auf eine weiterführende Schule. Was ich mit meinen Schülern heute täglich erlebe, bedeutet mir hundert Mal mehr als meine sportlichen Erfolge.

Mario Ohoven, Leser_In

Nicht Angst vor, sondern Freude auf – das sollte auch für Arbeit 4.0 gelten. Deutschland weist die dritthöchste Roboterdichte der Welt auf und hat dennoch einen neuen Beschäftigungsrekord aufgestellt. Neue Automatisierungsansätze der Industrie 4.0 setzen auf die Kombination spezifisch menschlicher und maschineller Stärken. Durch die fortschreitende Automatisierung werden Berufe in der Regel nicht entfallen, sondern sich verändern. Ein positives Beispiel dafür ist der Kfz-Mechaniker. Aus dem „Schrauber“ entwickelte sich aufgrund technischer Innovationen der Kfz-Mechatroniker. Die Digitalisierung bringt einen enormen Wandel für alle Lebens- und Arbeitsbereiche mit sich. Dabei kann es von Vorteil sein, wenn Maschinen im Schichtbetrieb arbeiten. Arbeit 4.0 ermöglicht es, mehr Flexibilität in den Arbeitsablauf zu bekommen, indem beispielsweise Maschinen aus der Ferne gesteuert werden können. Gerade für den Mittelstand bietet die digitale Vernetzung enorme Potenziale, wie die Möglichkeiten der individuellen Fertigung, also der kostengünstigen Produktion mit Losgröße eins. Im Mittelstand gibt es vor allem enge Kundenbeziehungen. Durch Digitalisierung können sie intensiviert werden. Mittelständler brauchen Beispiele, an denen sie sich orientieren können. Wir als BVMW unterstützen sie, etwa durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Berlin. Dort erfahren die Unternehmer praxisnah, wie sie von Arbeit 4.0 profitieren können.

Henry Maske, Leser_In

Freude ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir eine gute Arbeit machen. Verantwortlich sind dafür eine ganze Reihe von Personen und Faktoren: Der Chef, das Team, aber auch jeder Mitarbeiter selbst, der für sich als Individuum erkennen muss, was er gerne macht oder was er verändern will. Oft stellt sich aber Freude, vielleicht auch Spaß, erst ein, wenn wir Erfolg haben. Für diesen Erfolg wiederum kommt es darauf an, ob wir ein Motiv haben, das uns antreibt. Denn ist mein Motiv stark genug, dann entwickle ich auch die notwendige Motivation. Nicht jeder muss dazu in gleichem Maße angetrieben sein und ein Motiv haben wie ein Leistungssportler. Oft genügt es auch, wenn einer einfach einen ordentlichen und pünktlichen Lohn erwartet und dafür die Bereitschaft mitbringt, sachgerecht und standardmäßig zu arbeiten und pünktlich zu erscheinen. Denn gerade für diese Mitarbeiter ist man als Unternehmer wirklich dankbar. Sie bilden häufig das Rückrat einer Firma, weil sie bewusst daran mitarbeiten, gemeinsame Ziele erreichen zu können. Wenn ein Mitarbeiter mehr aus seinen Möglichkeiten machen und aufsteigen möchte und dazu auch die Fähigkeiten mitbringt, der sollte am besten darauf hinweisen, damit man gemeinsam die nächsten Schritte gehen kann. Aber letztendlich ist auch jeder selbst gefragt, in seinem Berufsalltag nicht die negativen Aspekte in den Mittelpunkt zu rücken, sondern die positiven. Und die wunderbaren Erlebnisse.

Jo Lendle, Leser_In

Arbeit macht mehr Freude, wenn sie sich nicht nur um sich selbst dreht, sondern wenn es Platz gibt für Momente der Nichtzielgerichtetheit. Dann entstehen die Gedanken und Einfälle, die einen über den Tag hinaus weitertragen, weil sie dabei helfen, die Grenzen des Gewohnten auszudehnen. Bedauerlicherweise neigt Arbeit dazu, die zur Verfügung stehende Zeit restlos auszufüllen. Das kennt jeder: Beim einen stapeln sich Steuerakten, beim anderen Überseecontainer oder Tierfutterkartons, in Buchverlagen stapeln sich eben Manuskripte und wollen gelesen sein. Damit lässt die Arbeit genau für solche Momente der Arbeitsverbesserung keinen Raum. Das ist fatal. Von Zeit zu Zeit muss man daher die Akten, Container, das Tierfutter und die Manuskripte zur Seite rücken und aus dem Fenster schauen. Oder auf den Flur gehen und die anderen fragen, worüber sie gerade nachdenken. Weil die Arbeit von drinnen ziemlich bald wieder unüberhörbar zu rufen beginnen wird, müssen solche Momente erkämpft werden – gegen die Stapel, aber auch gegen sich selbst. Lohnenswert ist es allemal. Eine andere Idee wäre natürlich, für einen Tag die Arbeit mit jemandem zu tauschen, der im Bereich Überseecontainer oder Steuerrecht tätig ist, um auf jene anderen Gedanken zu kommen. Allerdings kann es sein, dass ein solcher Plan erhebliche Auswirkungen auf das internationale Frachtgeschäft und das Steueraufkommen hätte. Oder auf die Qualität des Tierfutters.

Johann König, Leser_In

„Und? Was sind sie von Beruf?“ „Komiker.“ Es hat lange gedauert, bis ich diese Antwort ohne mit der Wimper zu zucken entgegnen konnte. Speziell bei Sparkassen- oder Notarterminen kam sie mir immer ein bisschen unseriös vor. Das hatte auch damit zu tun, dass ich meine Bühnentätigkeit zu Beginn nicht als Arbeit definiert habe. Als Lehramtsstudent bin ich einfach am Abend ins Erste Kölner Wohnzimmertheater gefahren und habe für 50 Mark eine Viertelstunde Quatsch erzählt. Das war ein lustiges Hobby. Und ich dachte damals noch, dass dieses Hobby noch mehr Spaß macht, wenn ich vor dem Auftritt fünf Kölsch trinke. Heute sage ich meinen Kindern, ich fahre zur Arbeit, und bin auf der Bühne stets nüchtern. Spaß macht es trotzdem. Meistens jedenfalls. Wenn diese Arbeit keinen Spaß macht, weil die Leute nicht lachen, dann kann es schon sehr einsam werden da oben im Scheinwerferlicht. Aber egal, wie der Abend läuft, am Ende fühle ich mich immer ziemlich leer. Die Leute haben die Show, also das Endprodukt meiner Arbeit konsumiert und gehen jetzt mit meiner Energie nach Hause. Mir bleiben ein Bier und ein müdes Lächeln. Am meisten Spaß macht die Unterhaltungsarbeit dann, wenn Publikum und Künstler für einen Moment Raum und Zeit vergessen und vereint sind in lachhafter Freude. In diesen Momenten denke ich: Du hast den geilsten Beruf auf der Welt. Und mal ganz im Ernst: Wenn es mein Publikum nicht geben würde, dann müsste ich richtig arbeiten.

Juliane Handschuh, Leser_In

Flow bezeichnet das subjektive Erleben bei einer Tätigkeit, die einen so erfüllt, dass man förmlich mit ihr verschmilzt und die Zeit vergisst. In genau diesem Zustand sind wir kognitiv effizient, höchst motiviert, zufrieden und leistungsfähig. Damit wir in diesen Zustand kommen und mehr Spaß in der Arbeit erleben, sollte man sich eine Tätigkeit suchen, die einem wirklich Freude bereitet und den eigenen Fähigkeiten entspricht. Diese sollten mit den Herausforderungen der Tätigkeit im Gleichgewicht stehen, damit weder Langeweile noch Überforderung entsteht. Das zu erkennen, bedingt, dass wir uns selbst bewusst sind. Wir sollten wissen, welche Motive uns antreiben. So fühlt sich der eine immer dann in der Arbeit wohl, wenn ein gutes Klima mit allen Kollegen besteht, der andere wird durch das permanente Streben nach Höchstleistung getrieben und der nächste ist motiviert, wenn er mit anderen in den Wettbewerb gestellt wird. Jede Motivationsstruktur ist individuell und besteht nie aus nur einem Motiv, aber Tendenzen kann jeder an sich sehen. Unterstützend wirkt zudem die Führungskultur in einem Unternehmen. Führungskräfte sollten über emotionale und soziale Kompetenz verfügen und jeden Mitarbeiter wertschätzend, mit klaren Zielen und Feedback führen. Wenn sie Mitarbeiter entsprechend ihrer Motivstruktur einsetzen und fördern, haben diese nicht nur mehr Freude an ihrer Arbeit, sondern erzielen auch bessere Leistung.

Patric Cramer, Leser_In

Mir macht Arbeit mehr Spaß, wenn ich auf echter Augenhöhe mit anderen tätig bin. Das Modell der Genossenschaft, das dafür steht, war mir schon als Kind vertraut, weil ich in einer aufwuchs. Als Erwachsener hatte ich mir zunächst andere Ziele gesetzt, in einem konventionellen Betrieb eine Lehre gemacht und in normalen Strukturen mit einem Chef und Abteilungsleitern gearbeitet – in einer klassischen Hierarchiekette. Auch hier wurde oft versucht, Mitarbeitern mehr Verantwortung zu geben und flachere Hierarchien einzuführen. Aber ich habe nie die Erfahrung gemacht, dass dies auch wirklich funktioniert hat. Ein Grund dafür war sicherlich, dass solch offenere Strukturen nicht gewachsen waren, sondern die Veränderungen von außen kamen. Dann erhielt ich die Chance, zunächst für ein Jahr in meiner vertrauten Genossenschaft zu arbeiten und aus dem einen Jahr sind jetzt schon 13 geworden. Hier hat jeder für seinen eigenen Bereich die Verantwortung und muss sehen, dass die Arbeit auch erledigt wird. Das Schöne ist, dass jeder jedem etwas sagen kann, ohne Hierarchien bedenken zu müssen. Durch gleiche Bezahlung entsteht kein Neid. Die Gemeinschaft betreffenden Beschlüsse werden nach dem Konsensprinzip im Plenum gefällt, also wenn wirklich alle zustimmen. Das können manchmal langwierige Prozesse werden, bei denen viele Seiten beleuchtet werden. Dafür kann aber schlussendlich auch jeder gut damit leben und das macht Spaß.

Michaela Brause, Leser_In

Betriebliche Gesundheitsförderung kann und sollte Spaß machen. Aber wie bekommen wir das hin? Ist Gesundheit nicht nur mit Anstrengung und durch Verzicht zu erreichen? Tatsächlich beziehen sich 41 Prozent der Maßnahmen, die von den gesetzlichen Krankenversicherungen 2016 unterstützt wurden, auf verhaltensbezogene Maßnahmen wie Bewegungsförderung, gesunde Ernährung oder Stressbewältigung. Betriebliche Gesundheitsförderung sollte jedoch auch die Verhältnisse, unter denen gearbeitet wird, in den Fokus nehmen. Denn wenn die Kantine nur Junkfood anbietet, erschwert das ein gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten auf Seiten der Mitarbeiter. Wenn Vorgesetzte immer mehr in immer kürzerer Zeit verlangen, werden die Untergebenen irgendwann unter Stress stehen. Und wenn in einer solchen Situation das Angebot der betrieblichen Gesundheitsförderung aus dem Klassiker „Rückenschule“ besteht, wird den Mitarbeitern Gesundheitsförderung keinen Spaß machen, weil sie in diesem Fall völlig an ihrem Bedarf vorbei geht. Um zu wissen, wo der Schuh drückt, müssen Mitarbeiter an der Umsetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung partizipieren können. Dann kann sie auch Spaß machen und effektiv sein. Denn den Mitarbeitern dürfte es weniger um Bewegung und gesundes Essen gehen, als vielmehr um Themen wie Führungsqualität, Betriebsklima und Work-Life-Balance. Ob das der Führungsetage dann noch Spaß macht, muss an dieser Stelle offen bleiben.

Angelika Tuber, Leser_In

Ich glaube, dass Arbeit dann am meisten Spaß macht, wenn sie nicht ein reiner Broterwerb ist, sondern eine Berufung. Bei künstlerischen Berufen kommt das häufiger vor, aber auch in anderen Sparten ist das zu finden. Wie? Man kann es mit „trial and error“ probieren, das ist ein Weg. Ich glaube aber, dass es besser gelingt, wenn man in sich geht und sich fragt, was man eigentlich von einer Arbeit erwartet, was man darin finden und für das eigene Leben wie auch für die Gesellschaft durch Arbeit erreichen will. Wenn man die Arbeit nach ihrem Sinn befragt und so auch die innere Ausrichtung justiert, kann dies meiner Meinung nach gelingen.

Stefanie Buchmann, Leser_In

Die glücklichen Umstände wollten es, dass ich mit Menschen zusammenarbeiten darf, mit denen ich sogar privat befreundet bin und die ich gerne um mich habe. Wir feiern gemeinsam Feste oder gehen nach Arbeitsschluss noch etwas Essen. Natürlich bin ich auch in der Lage, professionell mit Projektpartnern zusammenzuarbeiten, die nicht meine Sympathie haben. Aber jeden Tag mit ihnen in einem Büro zu sitzen, möchte ich nicht. Mir tun auch alle Menschen leid, die mit solchen Personen auf engem Raum zusammenarbeiten und deren Launen ertragen müssen. Da haben wir in unserem jetzigen Team einfach mehr Spaß bei der Arbeit.

Benjamin Windleder, Leser_In

Ich finde es für die Arbeitsatmosphäre ganz wichtig, dass die Räume schön eingerichtet sind und man sich wohl fühlt, wenn man sie betritt. Das fängt mit den Wänden an, die ich mit spannender Kunst oder sonst auch gerne weiß sehe, aber bitte keine Kalender. Weiter geht es mit den Schreibtischen. Es müssen nicht gleich die Designklassiker sein, es geht auch billiger, aber bitte nicht diese geschmacklosen Baumarktmöbel. Ich sitze lieber auf einem schönen Holzstuhl als auf diesen gepolsterten Ungetümen. Das Ganze geht hin bis zum eingebundenen Notizheft statt diesen Ringbüchern und dem Stift, mit dem ich schreibe. Wenn ich merke, dass der Stift sowohl gut aussieht, als auch gut schreibt, gehört selbst das zu den kleinen Dingen, die mir bei der Arbeit Spaß machen.

Tereza Novák, Leser_In

Ob ich mehr Spaß bei der Arbeit habe, hängt schon davon ab, wie ich dorthin gelange. Regnet es in Strömen und ich quäle mich durch überfüllte Busse, ist meine Laune meist schon recht angespannt, wenn ich ankomme. Scheint hingegen morgens die Sonne und ich kann bei schönem Wetter zur Arbeit radeln, komme ich dort wirklich immer mit guter Laune an. Und das Beste daran ist: Die ist dann sogar ansteckend bei meinen Kollegen.

Stefanie Sommer, Leser_In

Ich hatte einmal das Glück, mit einer Kollegin im gleichen Zimmer zusammenarbeiten zu dürfen, die genau den gleichen Humor besaß wie ich. Wir haben uns ohne Worte verstanden und mussten einfach loslachen, wenn wieder etwas Lustiges passiert ist – und es passierte ständig etwas Urkomisches. Manchmal muss ich jetzt noch lachen, wenn ich daran denke. Ich hatte viele inhaltlich interessante Jobs danach, aber in dieser Zeit hatten wir vor allem eins: unglaublich viel Spaß bei der Arbeit.

Michael Gregor, Leser_In

1. Auch der größte Stress ist nur halb so wild, wenn man ein paar nette Kollegen um sich hat, die tatkräftige Unterstützung bieten können. 2. Auch wenn man glaubt, es wäre gerade wirklich keine Zeit für Pausen, so muss man sie sich gerade dann nehmen. Die Kreativität kehrt alsbald zurück, die Kraft ebenfalls. 3. Auch schon auf dem Weg zur Arbeit kann man kleinen Umwegen oder neuen Fahrtrouten die Geistesfähigkeiten stärken und sich auf den neuen Arbeitstag gut vorbereiten. Alles außer Routine!

M. Ehrmann, Leser_In

wenn ich weiss, dass die Kohle dafür stimmt

Christiane Wolf, Leser_In

Ich bin Lehrerin an einer Montessori-Schule. Ich unterrichte vor allem in der 7./8. oder 9. Klasse. Offiziell ist unsere Schule eine Mittelschule, wir haben allerdings Kinder mit sehr unterschiedlichen Begabungen. Manche tun sich mit allen kognitiven Ansprüchen schwer, andere könnten auch auf eine Realschule oder ein Gymnasium gehen. Die Bedingungen an unserer Schule sind ausgesprochen günstig, um Spaß an der Arbeit zu haben. Jeder Tag verlangt große Eigenständigkeit und Kreativität, ich kann mich mit meiner ganzen Persönlichkeit einbringen. Fast jede Sekunde, die ich mit den Schülern arbeite, ist sinnvoll, sie ist frei von kapitalistischen Zwängen, und unabhängig von herkömmlichem Leistungsdruck. Ich versuche jeden Tag zumindest eine Einheit zu planen, bei der die Schüler in Kontakt mit ihren eigenen Erfahrungen und allem, was dazu gehört, kommen. Im günstigsten Fall gibt es die Gelegenheit sich selbst wiederum möglichst vielfältig auszudrücken. Dieser Austausch, das Erleben all dieser verschiedenen Menschen schafft fast immer kleine glückliche Situationen, die so bereichernd sind. Die gute Umsetzung der Aufgaben wird gefördert durch eine flache Hierarchie in der Schulstruktur. Wer möchte, kann sich engagieren und einbringen. Natürlich fördert all dies eine gute Zusammenarbeit und gute Kommunikation im Kollegium.

Gundi Günther, Leser_In

Eine erfolgreiche Arbeit ist für mich, wenn ich helfen kann. Allein der Versuch das zu tun, ist mir wichtig. Nicht immer ist das möglich und nicht immer gibt es eine Wahlmöglichkeit und eine Lösung, aber der Versuch vermittelt nicht nur meinem Gegenüber ein gutes Gefühl, sondern auch mir. Das Gefühl von Achtung und Wahrnehmung! Vielleicht hat nicht jeder in seinem Job diese Möglichkeiten, weil die (vermeintliche) Zielsetzung eine andere ist, aber das ernst gemeinte Kümmern, auch wenn es Zeit kostet und manchmal dennoch ohne Erfolg bleibt, macht den Umgang mit Menschen aus und hinterlässt sehr oft ein freundliches und dankbares Lächeln. In meinem kleinen Stadtteil gibt es ein Auszeichnung, die herzlich und liebevoll \"Kümmerling\" genannt wird.

Monika Menzel, Leser_In

Mary Poppins weiß hier Rat: In every job that must be done There is an element of fun (...) And every task you undertake Becomes a piece of cake.

Thomas Sturm, Leser_In

Mehr Spaß bietet selbstbestimmte, kreative Arbeit möglichst zuhause, da die üblichen Arbeitsumwelten oft demotivierend und eintönig sind. Routinearbeiten, die den Mensch nicht fordern, die geisttötend und langweilig sind, sollten allmählich abgebaut werden. Arbeit mit intrinsischer Motivation ist gefragt.

Newvisions, Leser_In

Wenn man Freiräume nutzen kann und Erfolge honoriert werden.

Erwin Gillessen, Leser_In

- Auswahlmöglichkeiten, seine Aufgaben zu erledigen durch Arbeiten im Büro und / oder HomeOffice. - Angebote von Firmen bzgl. Gesundheit (Obst, Getränke, gesunde Ernährung), Entspannung (Sport, Kicker, Yoga, „Feel good Manager“)

Elvira Neundorf, Leser_In

Ich bin eine Deutsche und weit über 50 Jahre jung. Nach meinem Schulabschluss habe ich eine Berufsausbildung als „Schriftsetzerin im Fotosatz“ mit Eifer und großem Interesse absolviert. Ab 1981 arbeitete ich sehr gerne als Gesellin der schwarzen Kunst in einer Layout-Setzerei. Ende der 1980er Jahre wechselte ich über in die Familienphase und der Vater meiner Kinder verdiente genug für uns alle. Zur Jahrtausendwende fing ich bei einem Zeitungsverlag als Teilzeitfachkraft im Anzeigenverkauf wieder an zu arbeiten, da die Kinder jetzt in weiterführenden Schulen gingen. Die Krise im Druckgewerbe und bei den Zeitungsverlagen führte zu meiner Kündigung Ende 2006. Zeitgleich verließ mein Mann die Familie und machte sich auf zu neuen Ufern... Nun durchlitt ich als Geschiedene, Mutter, Arbeitnehmerin und Arbeitslose alles was das Leben in Folge so bietet. Im Spannungsbogen Teil einer Gesellschaft sein zu wollen, die mich akzeptiert mit all meinen Qualifikationen, Erfahrungen und Fachkenntnissen war dies meine härteste Zeit ever. Ich mußte ein Selbstbewußtsein entwickeln, das auch jede Arbeit, egal was es war, mir half dranzubleiben und zuversichtlich nach vorne zuschauen… Pflegearbeit mit einer Familienangehörigen, Brötchen schmieren in einer Bäckerei, Sekretärin und Werbebüro Mitarbeiterin, schließlich Briefträgerin und Redressen-Bearbeiterin. Diese letzten 10 Jahre haben mich geformt und zu der selbstbewußten Arbeitnehmerin gemacht, die ich seit 2016 nun bin. Der Schlüssel für meine Vollzeit-Berufstätigkeit liegt in zwei konträren Arbeitswelten. Zu 75% bin ich als Bodenstewardess am Flughafen angestellt und die restlichen 25% darf ich in einem städtischen Museum am Empfang, einem Buchshop und an der Kasse mitarbeiten. In der Praxis bedeutet das für mich 5 Tage der Woche auf dem Flughafen zu sein und die restlichen 2 Tage im Museum. Dies zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, weil beide Berufstätigkeiten Renten- und Versicherungspflichtig sind. 2027 kann ich dann getrost in den mir dann wirklich verdienten Ruhestand gehen!

Karl Fäller, Leser_In

Ich habe mit dem Wort \"Spaß\" im Zusammenhang der Arbeitswelt so meine Schwierigkeiten, besser fände ich den Begriff \"Erfüllung\". Der Spaß sollte sich meines Erachtens auf das Privatleben und die Freizeit beschränken. Arbeit, wie wir sie kennen, ist eine Kombination aus Fleiß, Disziplin, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein. Der Wohlstand, den wir genießen, ist ohne diese Werte nicht denkbar. Wenn die Arbeit dann auch noch Erfüllung bieten soll, sollten drei Voraussetzungen gegeben sein: 1.: Identifikation (mit dem Betrieb, der Tätigkeit, dem Produkt) 2.: soziales Umfeld (verantwortungsbewusste Betriebsführung plus Kollegen mit gemeinsamen Werten = harmonisches Betriebsklima) 3.: ordentliche Bezahlung (entsprechend der Leistungsfähigkeit des Betriebes) Das Zusammentreffen aller drei Punkte wäre der Idealzustand, der allerdings in den seltensten Fällen erreicht werden dürfte. Bei alledem sollte nicht außer Acht gelassen werden, was schon John Locke sagte: \"Arbeit um der Arbeit willen ist wider die menschliche Natur.\"

heinz-jürgen gross, Leser_In

Wenn sie erfolgreich ist, andere fühlende Lebewesen sich daran erfreuen und ein Nutzen (für das Individuum selbst und/oder andere) entsteht.

Gerd Riedner, Leser_In

Mit der Überzeugung: „Fehler machen ist menschlich!“

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