Antwort schreiben

Zum Voten von Antworten musst du angemeldet sein.

Logge dich ein oder registriere dich.

×

Wie sieht Schule heute aus?

Frontalunterricht war gestern – oder? Wir diskutieren, welche Konzepte heute in der Schule angewandt werden und welche Materialien dafür zur Verfügung stehen. Teilen Sie uns mit, wie Sie sich Schule heute wünschen.

Antwort schreiben

Jutta Bauer, Leserin

Ratschlag

Ein einfacher Ratschlag direkt aus der Praxis: Eine Obergrenze von maximal 20 Schülern pro Klasse und viele Probleme sind gelöst.

Christof Kuhbandner, Professor für Pädagogische Psychologie, Universität Regensburg

Potenziale erkennen und fördern

Was erwarten wir eigentlich von Schulen? Sie sollen Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und dazu befähigen, in ihrer zukünftigen Lebenswelt sachgerecht, kreativ, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst gegenüber der sozialen und natürlichen Umwelt zu handeln, verbunden mit der Gestaltungslust, die Welt ein Stück besser zu machen. Wie müssten Schulen dazu gestaltet sein? Der Grundstein ist die Überzeugung, dass jedes Kind über ein reichhaltiges Potenzial verfügt. Da heute „Wissen“ über digitale Geräte überall verfügbar ist, wird durch Auswendiglernen von Definitionen und Theorien dieses Potenzial vergeudet. Stattdessen müssen Schulen ein Lernen fördern, bei dem Definitionen und Theorien mit dem Erleben und Handeln in der Welt verknüpft werden. Unerlässlich dafür sind reale Erfahrungen mit der Welt, welche von einer mentalen Reflexion auf der Basis aktuellen Fachwissens begleitet sind. Angesichts der kaum mehr überblickbaren Fülle an Wissen macht das Bestreben wenig Sinn, in allen Bereichen vertieftes Wissen aufzubauen. Vielmehr müssen Kinder auf der Basis vielfältiger Anregungen darin unterstützt werden, ihr Potenzial in den Bereichen optimal zu entfalten, die ihren eigenen Interessen entsprechen. Dabei ist dafür Sorge zu tragen, dass die eigenen Interessen von anderen wertgeschätzt und mit deren Interessen in Einklang gebracht werden – auf der Basis einer Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens.

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender Verband Bildung und Erziehung (VBE)

Seid fair miteinander

Früher waren es kleine Zettel mit Nettigkeiten oder Bosheiten, die am Ende der Stunde im Papierkorb landeten. Längst vorbei. Heute werden diese Nachrichten über Messenger versendet. Schöne Dinge liest auch dort jeder gerne, aber die andere, dunkle Seite dieser Aktivitäten trifft die Opfer hart und nachhaltig. Cybermobbing, also die Verleumdung, Belästigung und Nötigung anderer Menschen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel, ist ein Problem. In der aktuellen JIM-Studie von 2018 gab etwa jeder fünfte Jugendliche an, dass schon einmal beleidigende oder falsche Inhalte über die eigene Person im Netz kursierten. Auch drei von vier Lehrkräften sagen laut einer vom Verband Bildung und Erziehung in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage, dass Cybermobbing gegen sie in den letzten fünf Jahren zugenommen habe. Was kann dagegen getan werden? Soll den Schülerinnen und Schülern einfach das Handy weggenommen werden? Sicher nicht. Erstens können sie in ihrer Freizeit weiter andere über das Internet diffamieren und zweitens ist das Problem ein anderes: das fehlende technische Verständnis – und die mangelnde Empathie. Dagegen hilft kein Smartphone-Verbot, sondern nur Aufklärung. Für mehr Medienkompetenz braucht es die Vermittlung technischen Wissens genauso wie Gespräche über Auswirkungen und Langlebigkeit von einmal Gepostetem. Und natürlich darf auch etwas anderes nicht vergessen werden: dass ein guter Umgang online offline beginnt.

Dominik Schott, Leser

Lernen braucht Freiraum

Meine Töchter durch das bayerische Gymnasium zu begleiten war und ist frustrierend. Denn leider sieht Schule erschreckend ähnlich aus wie zu meiner Schulzeit vor 40 Jahren: viel Frontalunterricht, Stofffülle, Notendruck, didaktisch wenig versierte Lehrkräfte. Mit anderen Worten: institutionalisierte Demotivation. Dabei macht Lernen von Natur aus allen Kindern Spaß. Und viele Lehrer könnten tollen Unterricht machen, wenn man sie aus dem engen Korsett aus Lehrplan, Leistungsnachweisen und 45-Minuten-Takt befreien würde. Fünf Mal pro Vormittag auf ein völlig neues Themenfeld umschalten – das würde sich kein Angestellter gefallen lassen. Meine Wünsche basieren auf den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie: weniger abfüllen, mehr erarbeiten. Mehr lebendiges und vernetztes Wissen als trockene Einzelfakten. Weniger Noten- und Anpassungsdruck, mehr Wertschätzung und Freiräume für kreative Talente und Forschergeist. Dazu brauchen wir keine weitere von oben gesteuerte Reform, sondern nur die Abschaffung der föderalen Kultusministerialebene. Ein Irrsinn, so etwas Wichtiges wie Bildung Regionalpolitikern zur Profilierung zu überlassen. Bundesweit einheitliche Bildungsziele reichen. Über den Weg, wie diese Ziele erreicht werden, sollte jede Schule autonom im Rahmen gewisser Standards selbst bestimmen können. Und Unterrichtsbeginn frühestens um neun Uhr – damit die Kinder und Teenager ausgeschlafen sind. Wir brauchen jeden klugen Kopf.

Klaus Kellner, Leser

Individuell lernen dürfen

Bei schulischem Lernen unterscheide ich aus Schülersicht vier Grundimpulse: Ich muss etwas lernen, ich soll etwas lernen, ich will etwas lernen und ich will etwas nicht lernen. Im Prinzip sind sie alle vier berechtigt. Die Gesellschaft hat allerdings legitime Erwartungen. Eltern und Schule müssen einiges für Kinder entscheiden, die (noch) nicht die Konsequenzen von Nichtlernen eigenverantwortlich übersehen können. Jetzt gibt es aber bei jedem Kind oder Jugendlichen immer wieder den Grundimpuls, als bedeutsam empfundene Dinge lernen beziehungsweise können zu wollen. Und das beachtet Schule nicht ausreichend. Es gilt also, bei Lerninteresse genau hinzuhören und sinnvolles Lernen zu ermöglichen, wenn es nachgefragt wird. Schule muss Strukturen schaffen für individuelles Lernen. Es braucht ausreichend Zeit und Raum, gute Materialien und das richtige Personal. Lernen geschieht nicht gleichförmig oder normiert. Wenn ich etwas lernen will und dabei Unterstützung erhalte, besteht eine große Erfolgswahrscheinlichkeit. Gelungenes Lernen ist die beste Voraussetzung für weiteres Lernen. Auch für die Dinge, die ich lernen soll.

Juliane Homburger, Leserin

Besonderer Ort

Schule ist ein Ort der Bildung. Ideologie und Pseudowissenschaft haben hier nichts verloren. Beispielsweise stellen Parteien ihnen nicht genehme Lehrer an den virtuellen Pranger oder Tatsachen werden in Frage gestellt und es wird behauptet, dass der Mensch gottgemacht ist und nicht eine Kreatur der Natur. Es muss allen bewusst sein, dass Schulen besondere Orte sind, die den Schutz der Gesellschaft verdienen.

Ernst Fritz-Schubert, Pädagoge, Philosoph und Autor

Wenn Schule glücklich macht

Die Förderung von Zuversicht, Selbstvertrauen und Freude am Lernen und an guter Leistung ist in den Bildungsplänen fest verankert. Genau darum geht es im Projekt „Schulfach Glück“, das seit 2007 an mittlerweile über 100 Schulen in Deutschland unterrichtet wird. So auch an der Mittelschule in der Perlacher Straße und an vielen anderen Mittel- und Realschulen der Stadt München. Das Fach hilft den Jungen und Mädchen, ihre eigenen Potenziale und die Freude am eigenen Tun zu entdecken, um so den Weg zu einem gelingenden, sinnvollen Leben zu finden. Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse über psychische Gesundheit und deren Förderung steht die Entwicklung der Persönlichkeit zur Stärkung von Eigenverantwortlichkeit und Selbstachtung sowie von sozialer Eingebundenheit und nachhaltiger Lebensweise im Vordergrund. In vielen erlebnisorientierten und zugleich kognitiv geerdeten Übungen erfahren sie bis dahin unbekannte eigene Stärken. Aber auch die Offenbarung vermeintlicher Schwächen – zum Beispiel in der Übung „Markt der schlechten Eigenschaften“, bei der selbst empfundene Schwächen von der Gruppe positiv aufgenommen und gedeutet werden – helfen ihnen, sich und andere wertzuschätzen und sich selbst anzunehmen. Oder wie es eine Schülerin an einer Münchner Schule beschreibt: „Nicht wie eine graue Maus durchs Leben zu laufen.“ Schule und Glück passen zusammen, wenn es Schule gelingt, Lern- und Lebensfreude zu vermitteln.

Franz Huber, Leser

Zeitgemäß Lehrpläne

Die Bedingungen in unseren Schulen sind so unterschiedlich, dass man das Prinzip von zentralen Lehrplänen infrage stellen muss.

Heiko Barske, Leser

Altbewährte Rezepte

Die Schule sollte in ihren Grundzügen heute nicht viel anders aussehen als bisher. Die Aufgabe der Schule hat sich in ihren Grundzügen nämlich nicht verändert. Aufgabe der Schule ist, den Kindern Wissen und Bildung beizubringen, und die Fähigkeit zu trainieren, mit dem Wissen kreativ umzugehen, also zu denken und die Bildung zur Entwicklung eigener sozialer Standpunkte und Kompetenzen zu nutzen. Das Erwerben von Wissen geht nicht ohne Mühe und erfordert Konzentration. Es wird am nachhaltigsten in unser Gehirn eingespeichert, wenn es über möglichst viele unserer Sinnesorgane eingeleitet wird. Das geschieht am besten, wenn es von einer mit natürlicher Autorität ausgestatteten Lehrkraft an der Tafel mit Hand visualisiert wird, die Kinder dem folgen können und es sich durch eigenes Schreiben einprägen können. Der Stoff wir dann im Unterricht von den Schülern interaktiv nachgearbeitet und in (Haus-)Aufgaben vertieft. Digitale Instrumente können als leider viel Energie verbrauchende und teure Hilfsmittel eingesetzt werden, wo es didaktisch vorteilhaft und die Konzentration nicht negativ beeinflussend erscheint.

Rolf Wehrle, Leser

Der rote Faden bleibt

Ein neues Trugbild wird durch das Land gejagt: dass, wenn nur erst genug Tablets und schnelles WLAN an allen Schülertischen installiert sind, in der Bildung goldene Zeiten anbrechen. Gott sei Dank gibt es auch noch Pädagogen und Wissenschaftler, die dagegenhalten. Die Phasen mit gutem, erklärendem, im besten Fall fesselndem Frontalunterricht und das Arbeiten mit guten Schul- und Wissenschaftsbüchern nicht für Teufelszeug aus dem letzten Jahrtausend halten. Lehrerpersönlichkeit und den für das Lernen und Wohlfühlen so wichtigen zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Schüler und Lehrer kontra Algorithmen mit hohem (Weg-)Wisch-Faktor. Gezielte, altersgerechte Aufbereitung von Inhalten kontra völlige Überforderung durch Tausende von mehr oder weniger geprüften Internetseiten. Natürlich muss der Computer eine Rolle in der Schule spielen – vom Medien- und Methodenwechsel im Unterricht über die Möglichkeiten des individualisierten Übens bis zum Anleiten zum verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien. Aber daraus ein Allheilmittel für die moderne Bildung zu stilisieren, ist für mich ein gefährlicher Irrweg, der eher einer weiteren Unkonzentriertheit und Verflachung Vorschub leisten wird. Von den noch nicht endgültig geklärten Gefahren der Strahlung der Netze für das kindliche Gehirn, dem hemmungslosen Verbrauch wertvoller Ressourcen und den unverantwortlich hohen Bergen von anfallendem Elektronikschrott gar nicht zu reden.

Christian Müller, Leitungsteam Didaktisches Labor Universität Passau

Didaktische Werkzeuge

Die Digitalisierung birgt für alle Bereiche des Schullebens große Chancen, als Mediendidaktiker interessiert mich vor allem die Unterrichtsgestaltung mit digitalen Medien. Häufig dreht sich die aktuelle Diskussion um Substitutionsgedanken: Das Buch wird durch Tablets ersetzt, die Kreidetafel durch interaktive Tafeln, der Overheadprojektor durch Dokumentenkameras. Das didaktische Potenzial digitaler Medien wird dadurch noch nicht ausgeschöpft. Darüber hinaus praktizieren viele Lehrkräfte jetzt schon sehr guten, digital gestützten Unterricht. Es wird in Teams gearbeitet und gleichzeitig das Lernen der einzelnen Schülerinnen und Schüler pädagogisch professionell in den Blick genommen. Digitale Medien eignen sich hervorragend dafür, diese beiden pädagogischen Ziele zu erreichen. Aktuell fördern viele Initiativen die Digitalisierung im Bildungswesen und das Thema wird sehr gehypt. Keine Schule, keine Lehrkraft kommt aktuell an diesem Thema vorbei. Schon allein deshalb wird es zukünftig mehr Unterricht mit digitalen Medien geben. Gleichzeitig muss man dies aber auch problematisch sehen, da eine sinnvolle Integration von digitalen Medien im Unterricht aus der eigenen Überzeugung von Lehrkräften heraus geschehen sollte und nicht durch Druck von außen, etwa durch Politik oder Wirtschaftsunternehmen. Und selbstverständlich gibt es sehr guten Unterricht auch ohne digitale Medien und manchmal leider auch sehr schlechten trotz Digitalisierung.

Ilka Hoffmann, Leiterin des Organisationsbereichs „Schule“, Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Gleiche Chancen für alle

Internationale Studien attestieren dem deutschen Schulsystem immer wieder den engen Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Auch die jüngste PISA-Studie hat diesen Befund noch einmal bestätigt. Es fehlt eine bildungspolitische Strategie, die soziale Benachteiligung im Bildungssystem zu überwinden. Kinder und Jugendliche aus armen Stadtvierteln sind sogar gleich zweifach benachteiligt: Sie besuchen in der Regel Schulformen außerhalb des Gymnasiums und die betreffenden Schulen sind dazu noch schlechter personell und materiell ausgestattet. Weder ein Digitalpakt, sollte er endlich einmal umgesetzt werden, noch die immer wiederkehrenden Vergleichstests werden daran etwas ändern. Die Verbesserung von Bildungschancen und Teilhabe für alle ist kein Randthema. Es geht um den sozialen Zusammenhalt und die Stärkung der Demokratie. Denn: Immer mehr junge Menschen fühlen sich abgehängt und glauben nicht mehr, dass sie in dieser Gesellschaft etwas zählen. Das treibt sie in die Arme von Populisten und Extremisten, die ihre Probleme angeblich aufgreifen. Die Demokratie braucht gleiche Lebens- und Bildungschancen für alle und ein Miteinander der verschiedenen Menschen von klein an. Hier hat die Schule von heute noch einen großen Reformbedarf in Richtung eines gut ausgestatteten inklusiven Systems.

Jennifer Stier, Bloggerin, Lehrerin und Mutter

Besser als ihr Ruf

Vorurteile gegenüber Schulen? Ich kenne viele. Der irgendwann erfolgte Besuch einer Schule scheint viele Menschen dazu zu befähigen, sich anhand der eigenen Erfahrungen über die furchtbaren staatlichen Schulen zu äußern. Doch häufig geht es dann um etwas, das heute gar nicht mehr anzutreffen ist. Als Lehrerin und Mutter kenne ich beide Seiten. Schule heute ist nicht so schlecht wie ihr Ruf und befindet sich im stetigen Wandel. Und das ist gut so. Tagtäglich sehe ich Lehrer, die ihre Schüler bestmöglich und individuell fördern wollen, die abwechslungsreichen Unterricht gestalten möchten und dafür einen Großteil ihrer Freizeit aufbringen. Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei? Ein Märchen. Ich sehe Lehrer, die ihren Schülern auf Augenhöhe begegnen, ihre Meinung wertschätzen und sich um sie sorgen. Die viel Zeit in Beziehungsarbeit investieren und ihre Schüler zu kompetenten, reflektierten und kritischen Menschen machen möchten. Dabei agieren wir als Lehrer in einem Spannungsfeld zwischen Inklusion, Digitalisierung und individueller Förderung, ohne dass uns die notwendigen Voraussetzungen gewährt werden würden. Das ist häufig nicht leicht. Dennoch sind wir gerne Lehrer – sonst würden wir es sicherlich nicht bleiben. Für mich persönlich ist die Schule Ausgangsort lebenslangen Lernens für Schüler. Und ihre Lehrer. Ein Ort, an dem wir alle miteinander und aneinander wachsen. Und das ist etwas ganz Wundervolles.

Jan-Hendrik Jendrusch, Leser

Mehr Autorität

Ich wünsche mir für die Schule von heute, dass die Lehrer wieder stärker nach einem gewissen autoritären Erziehungsmodell verfahren. Disziplin, Gehorsamkeit und Pflichtbewusstsein sind zeitlose Werte, aber vielerorts in Deutschland leider nicht in Mode. Und das schon nicht mehr, seit die 68er-Bewegung das Gegenteil von autoritärer Erziehung propagiert hat. Die später aus der antiautoritären Erziehung entwickelte demokratische Erziehung scheint auch nicht zu funktionieren. Mich wundert es zumindest nicht, wenn ein Lehrer, der 37 Kindern gegenübersteht, ins Schwimmen kommt. Kinder brauchen erwachsene, starke Vorbilder, um selbst erwachsen werden zu können. Das bedeutet, zunächst einmal müssen Kinder den Vorstellungen von Erwachsenen folgen. Im umgekehrten Fall kann von Erziehung nicht die Rede sein.

Hubertus Kneilmann-Uekötter, Leser

Fair, bunt, wertig

Schule hat heute immer noch einen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Sie muss alle Schüler ausgehend von den individuellen Voraussetzungen fördern und fordern. Jede Schule versucht diesen Auftrag durch ihr spezifisches Profil auszuüben. Die heute vielgeschätzte Heterogenität in den Klassen der Sekundarstufe eins ist dabei eine Chance, die aber wohldosiert eingesetzt werden sollte. In Nordrhein-Westfalen werden Haupt-, Real- und Gymnasialschüler zusammengefasst in einer Klasse einer Sekundarschule unterrichtet. Hier versucht die Lehrkraft allen gerecht zu werden. Das bleibt häufig ein aussichtsloses Unterfangen, denn das Ideal, dass die Starken den Schwachen helfen und die Schwachen von den Starken lernen, bleibt leider häufig eine Utopie. Homogenere Lerngruppen zeigen in der Realität größere Erfolge. Damit einher geht die Idee der Bildungsreformer, die Lehrkraft solle nur Moderator sein. Auch hier ist die Grenze im Schulalltag schnell erlebbar: Eine starke, werteorientierte Lehrerpersönlichkeit ist immer noch prägend für die Lernentwicklung. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule ist aber auch heute noch ohne eine Unterstützung der Eltern nicht durchführbar. Durch die Unterschiedlichkeit der Elternhäuser wird es auch ein „Abitur für alle“ nicht geben. Es fehlt an Wertschätzung den Hauptschulabschlüssen und der Fachoberschulreife gegenüber. Schule ist so vielfältig ausgerichtet wie die Menschen, die in ihr lernen und lehren.

David Simon, Schüler und Initiator der Petition „#ModerneSchule statt #SteinzeitSchule“

Neue Konzepte braucht das Land

Schule sieht heute genauso aus wie vor 100 Jahren. Gerade war ich in einem Schulmuseum und überrascht darüber, dass sich im Kern nichts verändert hat. Natürlich, wir schreiben nicht mehr auf Schiefertafeln, aber Lehrer unterrichten immer noch rund 30 Schüler unabhängig vom jeweiligen Wissensstand und der Zeit, die sie für das Lernen benötigen. Das ist kein zeitgemäßes Lernen. Modern wäre es, die Schüler dort abzuholen, wo sie sind. Ich kann von meinem Rechner weltweit mit Menschen kommunizieren und mein Wissen erweitern. Ich muss aber falsche von richtigen Informationen unterscheiden lernen. Das bringt mir die Schule leider nicht bei. Stattdessen sitze ich vielleicht in der letzten Reihe der Klasse und bekomme kaum etwas mit, denn zwischen mir und dem Lehrer sitzen meine Mitschüler, die mich vom effektiven Lernen abhalten. Da kann ich doch besser mit auf meine Fähigkeiten abgestimmten digitalen Medien lernen. Um Mathe oder Deutsch zu lernen, müssen wir nicht in Reihen gestaffelt nach vorn schauen. Ich will nicht genau so unterrichtet werden wie meine Eltern. Deshalb habe ich die Petition gestartet, bei der mich viele Bürger mit derselben Kritik an deutschen Schulen unterstützen. Dabei geht es natürlich auch um die Anknüpfung an die digitale Welt. Damit ist aber nicht gemeint, überall in der Schule WLAN zu haben, damit ich mit meinem Handy in sozialen Netzwerken rumchatten kann. Es geht um eine Veränderung des Lernkonzepts.

Christoph Pienkoß, Geschäftsführer Verband Bildungsmedien

Digitale Baustelle

Tablets, Laptops, Lernplattformen – die Ausstattung in Deutschlands Klassenzimmern steht zunehmend unter kritischer Beobachtung, während sich der Alltag darin aber kontinuierlich verändert. Statt Schreibblock, Kreidetafeln und Taschenrechner finden sich heute mehr und mehr digitale Geräte. Doch Bildung muss auch und gerade im digitalen Umfeld primär den gesetzten pädagogischen Ansprüchen genügen. Um diesen gerecht zu werden und die Chancen zu nutzen, die das digitale Klassenzimmer für pädagogisch hochwertigen Unterricht zweifellos bietet, investieren Bildungsmedienverlage massiv und mit hohem Risiko in digitale Angebote: Unterrichtsassistenten, Online-Diagnose-Tools, Simulationssoftware oder interaktive Schulbücher werden entwickelt, erprobt und in den Markt gebracht – oder auch wieder verworfen. Die Unsicherheit, die viele Lehrkräfte spüren, betrifft die Branche gleichermaßen: Die politischen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die es Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften ermöglichen, digitale Medien gezielt und pädagogisch sinnvoll einzusetzen, sind noch längst nicht geschaffen. Von der Zulassung dieser Medien über den Schutz sensibler Schülerdaten und die technische Leistungsfähigkeit im Bildungssystem bis hin zu der Vernetzung von IT-Systemen und pseudonymisierter Identifikation von Schülern, Lehrkräften und auch Schulen sind noch viele Aufgaben zu erledigen, bevor die Schule von morgen Alltag geworden ist.

Chris Hartmann, Leser

Zeiten ändern sich

Heute sieht Schule so aus, dass eigentlich die Lehrer von den Schülern lernen müssen, wenn es um die Handhabung von Smartphones geht und um die Möglichkeiten, die in digitalen Tools stecken.

Michael Heckelmann, Leser

Schule fürs Leben

Die Digitalisierung sollte auch vor der Schule nicht Halt machen. Da gibt es noch viel zu tun. Die entsprechende Ausstattung fehlt. Deutschland hinkt hinter den skandinavischen Ländern her. Das ist eigentlich ein Skandal. Unter Schule verstehe ich gemeinsames Lernen in Arbeits- und Projektgruppen, keinen Frontalunterricht. Kleinere Klassen mit viel praktischem Anteil. Davon habe ich zu meiner Schulzeit auf einer Berufsfachschule profitiert. Schule sollte dazu dienen, Kompetenzen zu vermitteln, die für eine zukunftsfähige Gestaltung des Lebens erforderlich sind und die Schüler auch dazu befähigen, für sich später notwendige Lebensentscheidungen treffen zu können, kritisch zu sein und sich auch zu äußern, wenn es gegen den aktuellen Trend gerichtet ist. Soziales Lernen, ökologisches Verstehen, Bewahrung der Natur, globale Zusammenhänge erkennen. Das hört sich viel an und erfordert engagierte, auch in Pädagogik gut ausgebildete und gut bezahlte Lehrerinnen und Lehrer.

Susanne Lin - Klitzing, Bundesvorsitzende Deutscher Philologenverband (DPhV)

Alter Auftrag, neue Medien

Schulische Bildungsangebote sind immer schon Bildungsmedienangebote. Das gilt für die bildende Auseinandersetzung mit dem ausgewählten literarischen Medium Buch oder mit dem ausgewählten naturwissenschaftlichen Experiment ebenso wie mit dem über Skype, Beamer und Laptop vermittelten fremdsprachigen Dialog mit einer Partnerschaftsklasse im Ausland. Für das Gymnasium ist es ein besonders anspruchsvoller Auftrag, zum Beispiel die durch Digitalisierung veränderten neuen wissenschaftlichen Recherchemöglichkeiten und interdisziplinären Kooperationsnotwendigkeiten in die Vermittlung von Fachwissen und Forschungsmethoden aufzunehmen. Denn ausgewiesener Bildungsauftrag der Gymnasien ist die Vermittlung von Wissenschaftspropädeutik, allgemeiner Studierfähigkeit und vertiefter Allgemeinbildung. Dazu ist eine adäquate Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte sowie eine Ausstattung der Schulen mit professioneller Wartung der digitalen Infrastruktur nötig. Die Gymnasien sind höchst unterschiedlich ausgestattet. Hier liegt die Herausforderung: Die Landespolitiker müssen sich kontinuierlich ihrer inhaltlichen und monetären Verantwortung für die Schulen stellen, dazu die Anschubfinanzierung des Bundes nutzen und mit den Schulträgern das kommunale Verteilungsproblem für eine hoch- und gleichwertige Ausstattung der Schulen für jeden Schüler in jeder Ecke ihres Landes lösen.

Udo Goldstein, Leser

Bedingungen ändern sich

Die Metapher Schule sollte für kindliche Bildung auf höchstem Niveau stehen. Wobei unterschieden werden muss zwischen Gebäuden und deren sachgerechten Ausstattung und dem eigentlichen Bildungsauftrag. In Zeiten immer heterogenerer Klassenzusammensetzungen durch unterschiedliche Milieus ist es essenziell, dass einerseits angehende Lehrer schon im Studium auf die Vielfalt und damit auf die andersartigen kulturellen und sozialen Anforderungen vorbereitet werden, andererseits die bereits tätigen Lehrpersonen die Möglichkeiten der adäquaten Weiterbildung erhalten. Wobei die richtige Klassengröße eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Denn nur dann haben die Lehrkräfte die Möglichkeit, auf die einzelnen Kinder sachlich wie emotional angemessen einzugehen. Dazu gehört auch, dass je nach Schulform, auch gegebenenfalls Sozialarbeiter in die schulische Arbeit integriert werden müssen, um die Lehrkräfte zu entlasten. Die vielbeschworene digitale Bildung kann erst dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn die hier genannten Basics bundesweit einheitlich vorhanden sind. Denn nur dann werden die Kinder eine sowohl schulische wie emotionale Bildung erhalten, die es ihnen ermöglichen, einen Schulabschluss und gleichzeitig einen angemessenen gesellschaftlichen Platz zu erreichen und damit die Grundlagen für eine Gesellschaft geschaffen werden, in der sich jeder Mensch anerkannt und aufgehoben fühlt.

Jörg Mehlhorn, Leser

Wunschzettel „Schule“

Im Prinzip noch so wie vor 50 Jahren. Deshalb wünsche ich mir eine Schule, in der: - das Kind im Mittelpunkt steht und nicht der 45-Minuten-Takt, - die vier K in allen Fächern verankert sind, also Kreatives Denken, Kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation, - die Lehrkräfte gesellschaftlich hoch angesehen sind, - die Lehrer wissen, wie Lernprozesse im Gehirn ablaufen, - die Lehrer viel kleinere Klassen haben und weniger Stoff, - die Lerninhalte altersgerecht vermittelt werden, - der Schulbeginn und der Medieneinsatz altersabhängig sind, - die Lernschwachen besonders gefördert werden, - die Schulgebäude nicht wie Kasernen aussehen, - Sportflächen, Bühnen und Schulgärten normal sind, - die Toiletten so sauber sind wie in den Rathäusern - und der Staat sich aus den Lerninhalten raushält, den Pädagogen vertraut und endlich seiner Pflicht nachkommt, die in Artikel zwei des Grundgesetzes seit 70 Jahren formuliert ist: die freie Entfaltung der Persönlichkeit zu gewährleisten.

Ingo Leipner, Wirtschaftsjournalist und Autor („Die Lüge der Digitalen Bildung“)

Zurück in die Realität

Es gibt keine digitale Bildung. Gerade in Kindergarten und Grundschule müssen Kinder reale Erfahrungen machen. Das fördert ihre kognitive Entwicklung – und ist evolutionär so vorgesehen. Es geht um die sensomotorische Integration: Erst das aktive Zusammenspiel von Sinneserfahrungen und körperlicher Betätigung schafft die nötige Grundlage, damit sich Kinder geistig entwickeln. Sitzen sie lange Zeit vor Bildschirmen, reduziert sich die Zahl der Sinneseindrücke; am Ende bleiben visuelle und akustische Reize übrig. Die Kinder „erstarren“ in ihren Bewegungen, weil sie wie gebannt auf den Bildschirm blicken. Das Gegenargument: Es geht beides, analoges und virtuelles Leben. Nein! Die hohe Nutzungszeit bei Kindern zeigt: Virtuelle Erfahrungen verdrängen zunehmend das reale Leben. Und weiterführende Schulen? Da ist eine aktive statt passive Medienarbeit gefragt. Passiv bedeutet: Scheinbar individualisierte Lernprogramme zerstören das klassenöffentliche Lernen und werden zum Datenstaubsauger für kommerzielle Anbieter. Statt individueller Förderung durch Menschen droht eine Atomisierung sozialer Bezüge durch Algorithmen. Aktiv heißt: Medienmündigkeit entwickeln. Indem Schüler die Vielfalt digitaler Technologie beherrschen lernen, um selbst Medienprodukte zu erstellen. Voraussetzung dafür: kritisches Denken und Reflexionsfähigkeit, die man laut dem Schweizer Entwicklungspsychologen Jean Piaget etwa ab dem 12. bis 14. Lebensjahr erwarten kann.

Reiner Scholz, Leser

Kopf frei fürs Lehren

Da meine Frau Lehrerin ist, bekomme ich den Schultag zwar nicht direkt, aber unmittelbar aus Lehrersicht mit. Das Unterrichten ist nach wie vor das Schönste, Anstrengendste aber auch Sinnvollste am Lehrerberuf. Natürlich gibt es auch Konflikte mit Schülern, aber bis auf wenige Ausnahmen sind die Schüler nett und geben sich Mühe. Im Kollegium herrscht ein großer Zusammenhalt und man hilft sich gegenseitig. Das größte Ärgernis am Lehrerberuf ist allerdings der administrative Rattenschwanz, der immer länger wird und immer mehr Zeit für den Kontakt mit Schülern und Kapazitäten für die Unterrichtsvorbereitung frisst. Jede Kleinigkeit muss aufwendig dokumentiert werden und die Schüler werden doppelt und dreifach beurteilt. Rundschreiben, Anweisungen und E-Mails mit mehr oder minder wichtigem Inhalt verstopfen den Posteingang und den Kopf.

Horst Maier, Leser

Veraltete Realität

Unsere Schulen sehen noch immer so aus wie vor Jahrzehnten – leider. Ein Beispiel ist hier ein fortwährender und stets aktueller Vorwurf, der oft auch von Schülern selbst formuliert wird: dass in den Schulen viele Dinge nicht gelehrt werden, die für das Leben wichtig sind. Also lieber noch ein Jahr Kurvendiskussionen pauken, statt das Finanz- und Steuersystem zu erarbeiten. Lieber die Kinder mit Detailunterricht über einzelne Teile des menschlichen Körpers langweilen, als den kompletten Zusammenhang von Körper, Geist, Ernährung und Schlaf zu thematisieren. Es scheint fast so, als könnte es zu anschaulich werden, wenn man die Lebensrealität der Schüler berücksichtigt. Was soll dieses Zerstückeln und Separieren von Wissen, um es in unterschiedlichen Fächern kleinteilig zu lehren? Die Schüler dürfen dann im „richtigen Leben“ schauen, wie sie das Schulwissen miteinander verknüpfen. Gleichzeitig liest man immer mal von engagierten Lehrern, die dafür ausgezeichnet werden, dass sie es doch irgendwie schaffen, ein fächerübergreifendes Projekt in die Vorgaben der veralteten Lehrpläne zu pressen. Diese Lehrer haben meine Hochachtung!

Jürgen Blum, Leser

Eigentlich zählt nur eines

Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie untersuchte über viele Jahre in rund 800 Metastudien, was die wichtigsten Faktoren für guten Unterricht sind. Das Beeindruckende an seinen Studien ist nicht nur ihre empirische Breite, sondern vor allem die Eindeutigkeit ihrer Ergebnisse. Was macht die Qualität einer guten Schule aus? Ist es die Hinführung zu eigenverantwortlichem Arbeiten und Lernen ohne Lehrer? Überschätzt. Die Frage nach privater oder staatlicher Schule ebenso. Sind es die finanziellen Ressourcen einer Schule? Nein. Didaktische Reformen? Auch nicht entscheidend. Das Wichtigste ist die einzelne Lehrperson. Nichts vermag den Menschen mehr zu motivieren als der Mensch. Lehrer, die für ihr Fach brennen, haben die größte Chance, das Interesse ihrer Schüler zu wecken. Manche Pädagogen schaffen das auch mit einem Vortrag. Insofern ist es fragwürdig, den Frontalunterricht per se zu verdammen, wie es in der Lehrerausbildung seit Jahrzehnten geschieht. Niemand wünscht sich die Zeiten zurück, in denen Unterricht ausschließlich lehrerzentriert war. Aber lernerzentrierten Unterricht zum alleinseligmachenden Dogma zu erklären, heißt nach meiner Auffassung, Kompetenzen eines Lehrers ungenutzt zu lassen. Ein Pädagoge wird von den Lernern nur dann ernst genommen, wenn er authentisch ist. Das kann er jedoch nur sein, wenn man ihm die Freiheit lässt, die Methoden anzuwenden, die seinen individuellen Fähigkeiten entsprechen.

Schreib' uns deine Antwort!

Welche Überschrift willst Du Deiner Antwort geben?

Wie intelligent kann Verkehr sein?

Wir lassen den Dieselskandal hinter uns und wagen einen Blick in die Zukunft der Mobilität. Auf der Straße, in der Luft, im Wasser oder auch unter der Erde: Schreiben Sie uns, welche Ideen und Lösungen Sie für unsere Fortbewegung besonders interessant finden.

Antwort schreiben

Markus Petersen, Gründer des ersten Carsharing-Unternehmens in Deutschland

Die Welle rollt

Die Intelligenz des Verkehrs verhält sich proportional zur Kommunikationsfähigkeit seiner Elemente: der Leute, der Mittel und des öffentlichen Raums. Erst komplett vernetzte, demokratisch regulierte Verkehre werden intelligent sein. Mit dieser Vernetzung haben wir mit Stattauto 1988 angefangen. Zunächst mit Autos und Leuten. Ich kaufte einen Opel für 2.800 Mark, einen Anrufbeantworter zum Buchen der Autos und einen Computer, jeweils für 5.000 Mark. Bei der Eröffnungsparty tauften wir das Auto, noch ganz fetisch, mit Sekt. Aber nur eine wollte den komplizierten Vertrag unterschreiben. Sie wurde Mitglied Nr. 1. 1989 half der Mauerfall, 1990 „Der Spiegel“, Stattauto wuchs. Ab 2000 buchten wir die Stattautos im Netz. 2004 verkaufte ich das Unternehmen. Das moderne Carsharing der Autoindustrie ist ein Kind des Smartphones. Das Smartphone und in seiner Folge das autonome Fahren werden nun – nach 150 Jahren – das Ende des Privatautos und damit der großen Autoindustrie bedeuten. Wenn das letzte der drei Elemente des Verkehrs, der öffentliche Raum, digitalisiert und vernetzt sein wird, wird das Privatauto nicht mehr kostenlos herumfahren und parken dürfen. Jedes Auto wird dann für jeden Meter und jede Minute, die es belegt ist, bezahlt. Das wird in den Städten so teuer, wie die Wohnungen es schon sind. Das private Auto wird wieder das sein, was es am Anfang war: ein Spielzeug für Reiche. Wir anderen werden öffentliche Autos fahren.

Stefan Lieb, Geschäftsführer FUSS e.V.

Smart zu Fuß

Welche Eigenschaften sollte ein intelligentes Stadtverkehrsmittel haben? Es sollte im dichten urbanen Raum die Mobilität möglichst vieler Menschen gewährleisten. Die Nutzer des intelligenten Verkehrsmittels sollten sich bei ihren Begegnungen nicht behindern oder gar gefährden, sondern sich auch auf engstem Raum reibungs- und konfliktarm bewegen. Das Verkehrsmittel, das diese Kriterien erfüllt, muss nicht noch erfunden werden. Es funktioniert bereits bestens seit Millionen Jahren. Es geht um das Gehen – immer parkplatz- und fast immer staufrei, flächensparend, umweltschonend, gesund, fahr- und führerscheinfreie Basismobilität für alle. Wie kann das Gehen intelligent unterstützt werden? Smarte Stadt- und Verkehrsplanung sorgt für geräumige, sichere und angenehme Infrastruktur zum Gehen und damit für mehr Platz für Menschen und weniger für individuelle Fahrzeuge. Ziel sollte ein möglichst dichtes Netz von Gehwegen und sicheren, bequemen Übergängen über Fahrbahnen sein. Der öffentliche Raum sollte nach dem Prinzip „Design für alle“ gestaltet werden: Niemand wird behindert oder gefährdet. Der Raum ist für alle angenehm zu nutzen, alle profitieren von Barrierefreiheit. Und wenn es doch was mit blinkender Technik sein soll, dann nützen zwei Apps: eine, die für lange Wege zu einem öffentlichen oder Leihfahrzeug verhilft. Und eine, mit der Hindernisse und Missstände direkt an die Zuständigen gemeldet werden können.

Heinrich Schmidt, Leser

Verkehrspolitik von gestern

Verkehr kann nur so intelligent gesteuert werden, wie die darunterliegende Infrastruktur es zulässt. Und die ist heute nicht vorhanden, veraltet und/oder zu wenig leistungsfähig. Schon Ihre Fragestellung ist autofixiert, ihr fehlt komplett die Schiene und die Radinfrastruktur. Also müssen erst die Prioritäten anders gesetzt werden, um eine Verkehrswende einzuleiten. Während der Etat für den Ausbau von Bundesstraßen und Autobahnen auf 133 Milliarden Euro bis 2030 aufgestockt wurde, liegt das Jahresbudget des Bundes für den Radverkehr derzeit nur bei 130 Millionen Euro. Erst wenn hier ein Gleichgewicht entstanden und eine vernünftige Infrastruktur geschaffen ist, können intelligente vernetzte Systeme ihren Vorteil ausspielen. In den Innenstädten muss der individuelle (auch elektrisch) motorisierte Verkehr weitgehend zugunsten des Öffentlichen Personennahverkehrs und des Radverkehrs reduziert werden. Nur so können wir eine lebenswerte urbane Umwelt schaffen, in der sich die Menschen sicher fortbewegen können, eine atembare Luft vorfinden und sich wohlfühlen können. In der Fläche muss der Schienenverkehr für Personen und Waren massiv ausgebaut werden, um die Bundesstraßen und Autobahnen zu entlasten. Erst wenn diese Aufgaben erledigt sind, können wir über intelligente Verkehrssteuerung nachdenken.

Leonie Müller, Digitale Nomadin und Autorin

Der Weg wird zum Ziel

Die Zukunft der Mobilität – das klingt nach menschlicher Rohrpost im Hyperloop, freien Wegen im luftigen Flugtaxi und spacigen Beamstationen. Während das ein oder andere davon Realität werden mag, geht es im Kern um die Essenz unseres Alltags: Mobilität ist oft das Mittel zum Zweck, manchmal das notwendige Übel, manchmal die pure Freiheit. An der Form unseres Unterwegsseins, von der Elektromobilität über Sharing-Angebote bis hin zum autonomen Fahren, wird bereits intensiv geforscht, gearbeitet und darüber berichtet. Der Inhalt jedoch – warum sind wir wann wie wohin unterwegs – rückt erst langsam ins Rampenlicht. Jede Reise hat einen Grund. Wir leben in dieser interessanten Übergangsphase, in der diese Gründe sich verändern und hinterfragt werden: Wie gut arbeitet es sich wirklich nine-to-five im Büro? Was hat der alltägliche Rushhour-Stau mit Freiheit zu tun? Die Mobilität der Zukunft kann nur erfolgreich gedacht werden, wenn wir sie ganzheitlich verstehen: Als Bewegung und Vernetzung von Menschen, Ideen, Daten und Gütern. Diese gilt es, neu und intelligent zusammenzusetzen, um Umwelt, Ressourcen und unsere Nerven zu schonen. Insbesondere die Mobilität unserer Daten verändert unsere eigene physische Mobilität, ermöglicht uns flexible Arbeitskonzepte, diverse soziale Kontakte, einen neuen Blick auf die Welt. Und so ist Mobilität selbst die Zukunft, die schon jetzt unser Berufs- und Privatleben prägt.

Daniela Drüge, Leserin

Bremse im Kopf

Ein Großteil der Fahrzeuge in den Rushhour-Blechlawinen kann vermieden werden, sobald sich auch in den Köpfen der Insassen etwas ändert. Um maximale Unabhängigkeit und Flexibilität zu wahren, will jeder lieber autark alleine in seinem Auto zur Arbeit und den Nachwuchs in den Kindergarten, in die Schule oder wo auch immer hin fahren. Für Fahrgemeinschaften oder den Umstieg auf Rad, Bus und Bahn ist der Egoismus und die Bequemlichkeit einfach zu groß. Klar gibt es Ausnahmen, wo es eben nicht anders geht, aber der Großteil könnte problemlos auf Alternativen umsteigen. Wenn ich so etwas im Kollegen-, Freundes- oder Bekanntenkreis anspreche, kommen immer dieselben Ausreden: „Für die Umwelt wäre das toll, aber ...“

Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF)

Die Summe der Einzelteile

Alle in unseren Verkehrssystemen vorhandenen Abläufe sind nur Algorithmen. Und da die menschliche Verarbeitungskapazität komplexer Zusammenhänge recht begrenzt ist, wird die Digitalisierung und die Automatisierung des Verkehrs viele Dinge vereinfachen. Sind die Algorithmen intelligent konfiguriert und aufeinander abgestimmt, sind alle wesentlichen Dinge miteinander vernetzt und nehmen aufeinander Rücksicht, könnte es funktionieren. Es wird nicht so sein, dass nie mehr Unfälle passieren – aber es werden deutlich weniger werden. Auf der anderen Seite kann Verkehr nur so intelligent sein, wie die intelligent programmierte Software, die Hardware und die notwendigen technischen Rahmenbedingungen das zulassen. Ein optimal vernetzter Zug, dessen Pünktlichkeit an veralteten Gleisen, ein paar Schneeflocken oder einem entwurzelten Baum scheitert, der kippt auch das komplette aufeinander aufgebaute Verkehrssystem. Grundvoraussetzung und dringender Wunsch aller Fuhrparkbetreiber muss daher sein, von der Politik und allen Akteuren zu erwarten, Investitionen rechtzeitig zu tätigen und in die richtigen, zukunftsweisenden Kanäle fließen zu lassen. Intelligent ist Verkehr dann für alle Beteiligten, wenn er gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Interessen und Bedürfnisse erfüllt, leicht zu verstehen und einzusetzen ist und durch intelligente Vernetzung optimale Lösungen für alle Menschen zu erzielen sind.

Christian Stupka, Mobilitätsvordenker

Mobil im Quartier

In Wohnquartieren der Zukunft können die Menschen stets neu überlegen, wie sie ihren nächsten Weg am bequemsten zurücklegen wollen. Ein Blick ins Smartphone zeigt, wann der nächste Bus oder die nächste Tram fährt, welche E-Autos oder Zweiräder gerade in der Tiefgarage verfügbar sind. Ein weiterer Klick und schon ist das Lastenrad für die Fahrt zum Getränkemarkt gebucht. Die multimodalen Mobilitätsangebote fließen bereits in die Gebäudeplanung ein. Die Zahl der privaten Pkw-Stellplätze in den Tiefgaragen wird drastisch reduziert, dafür der Platz für Sharing-Angebote deutlich ausgeweitet. Fährt Familie Meier in den Süden, schaltet sie ihren Stellplatz für Dritte frei. Das entlastet die Wohnstraßen und bessert die Urlaubskasse auf. Photovoltaik-Module auf den Dächern und an Fassaden fangen die Energie der Sonne ein und speisen die E-Mobile in den Garagen mit Strom. Oberirdisch sorgen handfeste Angebote für Verkehrsvermeidung. In der Quartierszentrale werden Pakete angenommen oder auf den Weg gebracht. Wer einen freien Coworking-Platz bucht, verkürzt seinen täglichen Arbeitsweg maximal. Ein platter Fahrradreifen? Kein Problem. Im Radlstützpunkt sorgt man für Abhilfe und hält auch die Leihräder in Schuss. In Münchner Neubauquartieren hat diese Zukunft längst begonnen, weil Bauherren, Stadtverwaltung und Mobilitätsdienstleister eine integrierte Mobilitätsplanung ganz oben auf die Agenda gesetzt haben .

Toni Jukic, Teamleiter Hyperloop, Technische Universität München

Alles ist machbar

Von München nach Berlin in 30 Minuten? Was wie eine Utopie klingt, soll der Hyperloop ermöglichen. Nachdem der Unternehmer Elon Musk diese Idee 2013 in einem Whitepaper veröffentlichte, trug er die Entwicklung dieses Konzepts nicht einer seiner Firmen auf, sondern rief einen weltweiten Studentenwettbewerb aus, um angehenden Ingenieuren die Möglichkeit zu geben, die Zukunft des Transports mitzugestalten. Wir als studentisches Team arbeiten seit über drei Jahren an der Entwicklung von Prototypen und konnten uns bei allen drei bisherigen Wettbewerben gegen die Konkurrenz durchsetzen. Da sich die Regeln und Vorschriften wie in der Formel eins jedes Jahr ändern, bleiben uns gerade einmal zehn Monate, um ein neues Konzept zu entwerfen und dieses tatsächlich zu fertigen. Eines der wenigen Teams zu sein, die nach der einwöchigen Testwoche alle Sicherheitstests bestanden und sich somit für den finalen Lauf qualifiziert haben, ist ein besonderes Gefühl. Während dieses Laufs den Pod zum ersten Mal mit voller Leistung zu betreiben, ist atemberaubend. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viel möglich ist, wenn man all seine Kraft auf ein Ziel fokussiert. Ob das Konzept des Hyperloops in naher Zukunft realisiert werden kann, lässt sich schwer beurteilen. Technologisch ist meiner Meinung nach alles machbar. Eine Infrastruktur zu etablieren, bleibt dabei die größte Herausforderung. Die wichtige Frage ist, ob der Wille zur Umsetzung besteht.

Frank Köster, Professor für Intelligente Transportsysteme, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Gelenkte Ströme

Automatisierte und vernetzte Fahrzeuge werden prägend für das Verkehrssystem von morgen sein. Zudem mündet der Trend zur Digitalisierung auch in digitalen Repräsentationen physischer Bausteine der Verkehrsinfrastruktur wie Beschilderungen, Lichtsignalanalgen und Spurmarkierungen sowie in der Neudefinition etablierter Systeme des Verkehrsmanagements. Dies ist zum Beispiel Grundlage für weitgehend automatisierte kooperative Systemverbünde, welche die Gestaltung intelligenter Kreuzungen in unseren Städten ermöglicht: Fahrzeuge stellen in diesem Zusammenhang unter anderem Informationen zu ihren Zielen bereit, sodass Kapazitätsbedarfe auf einzelnen Streckenabschnitten und eine entsprechende Koordination von Verkehrsströmen im Form einer bedarfsgerechten Priorisierung am Knoten oder im Sinne eines kooperativen Routings – also einer Lastverteilung im Verkehrsnetz – abgeleitet werden können. Die Kreuzung liefert Informationen zur Verkehrssituation, etwa zu Fußgängern und Radfahrern sowie zu Wartezeiten und Restsignalzeiten, sodass Kreuzungen ohne unnötig starkes Verzögern oder Beschleunigen und, wenn nötig, bei spezieller Berücksichtigung schwächerer Verkehrsteilnehmer passiert werden können. Die Umsetzung hierzu notwendiger Funktionen wird auch mit Künstlicher Intelligenz erfolgen, welche zum Beispiel Veränderungen der Nutzung des Verkehrssystems smart abfedert. Sicherheit, Effizienz und Komfort sind dabei wichtige Bewertungskriterien.

Violeta Bulc, EU-Kommissarin für Verkehr

Auf gutem Weg

Intelligentere Verkehrssysteme sind kein Selbstzweck, sie sollen den Menschen nützen. Intelligenter bedeutet mehr Effizienz, bessere Vernetzung, mehr Inklusion und Klimaschutz und größere Sicherheit. So können wir „Vision 0“ Realität werden lassen: null Emissionen und null Verkehrstote auf europäischen Straßen bis 2050. Die EU fördert bereits zahlreiche innovative Projekte, zum Beispiel die Erzeugung von Algorithmen, mit denen Fahrzeuge das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer im Voraus erkennen können, oder die Entwicklung moderner Sichtsysteme für Flugzeuge, die eine sichere Landung bei schlechtem Wetter ermöglichen. Im nächsten EU-Haushalt konzentrieren wir uns darauf, die digitale Verkehrsinfrastruktur weiterzuentwickeln, nachhaltige Verkehrsträger miteinander zu verlinken und Synergien zwischen Energie, Verkehr und Telekommunikation zu fördern. Auch auf regulatorischer Seite bereiten wir uns auf die Zukunft vor. Wir haben Vorschläge für den digitalen Informationsaustausch entlang logistischer Lieferketten und für die Überarbeitung elektronischer Mautdienste verabschiedet und werden noch im Laufe des Jahres weitere rechtliche Grundlagen zur kooperativen, vernetzten und automatisierten Mobilität legen. Die Größe der Herausforderung ist uns allen bewusst, aber die Möglichkeiten sind es auch. Wir müssen die Digitalisierung annehmen, wenn wir als EU die Führungsrolle im Bereich Verkehr behalten wollen – und das tun wir.

Markus Lewe, Präsident Deutscher Städtetag

Allzeit mobil

Wer heute Busse oder Bahnen nutzen will, muss rechtzeitig an einer Haltestelle stehen. In Zukunft brauchen wir auch den „Verkehr auf Anfrage“ als Zubringer für den ÖPNV und Ersatz in den Randstunden. Passagiere bestellen ihre Verkehrsmittel einfach per Smartphone zu einer großen Auswahl von Knotenpunkten. Algorithmen berechnen dann eine Route, auf der möglichst viele Passagiere möglichst zeitnah eingesammelt und zügig zu ihren Zielen gebracht werden. Das Ziel muss sein, mehr Menschen in ein Fahrzeug zu bekommen und unabhängiger vom individuellen Autoverkehr zu werden. Wir müssen Schiene, Nahverkehr und auch Fahrrad- und Fußgängerverkehr besser verknüpfen. Wir brauchen eine kluge Verkehrsführung mithilfe digitaler Techniken. Dazu gehört auch die E-Mobilität. Allerdings werden E-Autos bislang kaum gekauft. E-Fahrräder hingegen boomen. Daher sollten Subventionen stärker für E-Fahrräder als für E-Autos aufgewendet werden . Das entspricht den Verbraucherinteressen offensichtlich eher. In meiner Heimatstadt Münster besteht der Verkehr zu 40 Prozent aus Fahrradfahrern, 32 Prozent Pkw-Verkehr, der Rest fährt Bus und Bahn. Das geht nur, wenn die Infrastruktur darauf ausgerichtet ist. Für eine Verkehrswende brauchen die Kommunen in den nächsten zehn Jahren insgesamt mindestens 20 Milliarden Euro vom Bund und von den Ländern, um neue Verkehrskonzepte zu realisieren. Ohne diese Mittel wird uns ein grundlegender Wandel nicht gelingen.

Schreib' uns deine Antwort!

Welche Überschrift willst Du Deiner Antwort geben?

Wie wollen wir alt werden?

Über das Alter nachzudenken, gleicht für manche dem berühmten Blick in die Glaskugel. Dabei sollte man diese Frage nicht dem Schicksal überlassen. Wir sind gespannt auf Ihre Meinungen und ganz persönlichen Rezepte für Ihre goldenen Jahre.

Antwort schreiben

Josef Aldenhoff, Psychotherapeut, Autor und Berater

Nimm dein Glück in die Hand

Wie wir alt werden, ist entscheidend. Denn das können wir beeinflussen. Alt werden heißt vieles: mehr Freiheit, das Leben zu bestimmen, aber auch weniger werden, ein höheres Krankheitsrisiko haben und sterben. Diese Perspektiven verändern das Leben: Ich kann es bestimmen, unabhängig von Arbeitszwängen. Doch dann stellt sich die Frage: Was will ich? Nur ich. Wenn ich arm bin, habe ich weniger Möglichkeiten, aber ganz ohne Mittel bin ich nie. Gegen das Wenigerwerden kann ich durch Bewegung etwas tun und indem ich Herausforderungen annehme. Der Krankheit kann ich begegnen, indem ich gesund lebe. Ich kann abnehmen und meinen Bluthochdruck, meine Zuckerkrankheit, meine Gefäßerkrankung – an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben immer noch die meisten Menschen –, meine Gelenkprobleme positiv beeinflussen. Und ich kann mich bewegen, schon wieder. Dazu kann ich mir Ärzte suchen, die mir zuhören, mich und nicht nur ihren Geldbeutel wertschätzen. Denn im Alter brauche ich Ärzte, die gut für mich sind. Überhaupt: Ich brauche Menschen, die gut für mich sind. Freundschaften finden und erhalten – das ist das große Thema. Und dann das Sterben. Es macht das Leben kostbarer. Wir gehen wacher mit dem Leben und Erleben um, jeder Moment ist einzigartig. Wie es sich stirbt, können wir nicht wissen, wir werden es erfahren. Nach dem ersten Schreck werden wir gelassener. Alles in Allem bedeutet Altern: dieses Leben ernst nehmen und etwas dafür zu tun.

Marsel Mesulam, Direktor Center for Cognitive Neurology and Alzheimer's Disease, Northwestern University (USA)

Die Verjüngungsformel

Altern ist kein perfekter Prozess, aber alternativlos. Wenn wir älter werden, nimmt unsere kognitive Schärfe meist ab. Solche Veränderungen mögen frustrierend sein, sie schreiten in der Regel aber nur langsam voran, sodass ein einigermaßen erfülltes Leben weiter möglich ist. Dementgegen stehen anormale Alterungsprozesse, die oft mit Alzheimer verbunden werden und aufgrund des viel schnelleren Verfalls der Gedächtnisleistung zu Demenz führen. Kann die Alterung aber auch ungewöhnlich langsam verlaufen, weil das Gehirn weniger anfällig für altersbedingte Veränderungen ist? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns in unserem Projekt „Super-Aging“. Super-Ager sind Menschen ab 80 Jahren, deren Gedächtnisleistung mindestens so gut ist wie normalerweise bei 50- bis 60-Jährigen. Wir fanden heraus, dass Super-Ager weniger anfällig für die allmähliche Ausdünnung der Großhirnrinde im Alter sind. Der Gyrus cinguli, eine Hirnregion, die unter anderem an Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt ist, ist bei Super-Agern dicker als bei 50- bis 60-Jährigen. Zudem verfügen sie über eine größere Zahl an Von-Economo-Neuronen. Diese Nervenzellen kommen am zahlreichsten bei höherentwickelten Spezies mit komplexen sozialen Beziehungen vor. Ein Resultat des Super-Aging-Projekts könnte die Identifikation von Faktoren sein, die die kognitive Leistung des jungen Gehirns noch im Alter möglichst lange erhalten. Das wäre für viele von uns eine willkommene Erkenntnis.

Marion Neef, Leserin

Aktiv teilhaben

Aufgewachsen bin ich in der DDR. Meine Berufsausbildung zählte im vereinten Deutschland nicht mehr. Als alleinerziehende Mutter fiel für mich die Ausbildungsanpassung in Ermangelung einer Betreuungsmöglichkeit für meine Töchter aus. Ich habe ihnen trotzdem eine solide Ausbildung ermöglicht. Dafür musste ich meine Fähigkeiten selbst weiterentwickeln, einschließlich ihrer gesellschaftlichen Einbindung. Meine soziale Arbeit setzte dort ein, wo staatliche und freie Träger nicht griffen. Ich habe Kindern und Familien zur Seite gestanden und unmittelbar unterstützt. Der Haken: Damit habe ich weder Vermögen noch angemessene Rentenpunkte erworben. Je älter ich werde, umso bedrohlicher wird meine finanzielle Situation. Den Erwartungen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt nicht (mehr) zu erfüllen, sorgt dafür, dass ich meine sozialen Fähigkeiten nur begrenzt einbringen kann. Mein Kapital: Zeit, innere Ruhe und Geduld. Was es braucht, um in Würde alt werden zu können? Eine minimale Existenzsicherung, ein sicheres Dach über dem Kopf und angemessene medizinische Versorgung für ein selbstbestimmtes Leben. Egal wie alt oder jung ich bin, als Mensch brauche ich das Eingebundensein in den gesellschaftlichen Kontext und die Möglichkeit, Wissen und Können generationsübergreifend auszutauschen. Dieser Austausch ermöglicht den Älteren den Erhalt der geistigen und intellektuellen Beweglichkeit und ein Verständnis für das Leben mit all seinen Veränderungen.

Alojz Abram, Senior und Instagram-Model

Von innen jung

Erstmal eins vorweg: Alt zu werden ist ein Geschenk. Vor allem gesund alt zu werden und im fortgeschrittenen Alter immer noch selbstbestimmt agieren zu können, ist ein Ziel, das sich viele vornehmen, aber nur wenige erreichen. Ich hatte vor kurzem das große Glück, mit meinen 73 Jahren die Welt nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ich habe mir nie wirklich Gedanken über das Altwerden gemacht. Ich fühle mich nicht müde, nicht abgeschafft und kann noch alles machen. Vor allem mein Enkel Jannik trägt zu meiner inneren und mittlerweile auch äußeren Jugend bei. Wir haben vor zwei Jahren angefangen, Bilder von mir in Streetwear zu machen. Seit die Bilder über soziale Netzwerke wie Instagram viral gegangen sind, erleben ich quasi eine zweite Jugend. Ich fühle mich selbstbewusst und voller Energie wie noch nie zuvor und habe eine neue Seite an mir entdeckt, die ich so bisher noch nicht kannte. Unser gemeinsames Hobby hat mir gezeigt, dass es nie zu spät ist, etwas Neues auszuprobieren oder sich neu zu entdecken. Für mich ist jedenfalls klar, dass das Alter nur eine Zahl ist, die keinen Einfluss auf die Lebensqualität haben sollte. Um auf die Frage „Wie wollen wir alt werden“ zurückzukommen: Ich möchte gesund und zufrieden alt werden. Um das zu erreichen, bedarf es täglich neuer Ideen, Herausforderungen und ganz viel Spaß. Es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen. Altwerden ist eine Frage der Geisteshaltung – es liegt ganz bei dir.

Martha Pawlitzki, Leserin

Im Kreis der Familie

Als unsere Pensionierung näher rückte, beschlossen wir, der Großstadt den Rücken zu kehren. Und da eine unserer Töchter als Ärztin in der Stadt keine Niederlassung fand, suchten wir uns etwas zusammen. Wir fanden einen Bauernhof auf dem Land, in dem schon eine Ärztin tätig gewesen war. Das Haus hatte genug Platz für ihre Familie und eine Praxis. Mein Mann und ich bauten unser Haus in die Scheune. Mittags kamen alle zum Essen zusammen, Familienfeste feierten wir gemeinsam. Wir achteten darauf, dass die junge Familie ihre Freiräume hatte und sie achteten die unsrigen. Einige Jahre später zog unsere älteste Tochter 400 Meter entfernt in ein Haus. So waren häufig noch mehr Kinder auf dem Hof. Es ist ein besonderes Erlebnis, das Heranwachsen mitzuerleben und auch Freud und Leid zu teilen. Davon gab es genug. Der große Garten wartete auch auf mich. Wenn die Arbeit zu viel wurde, war immer einer bereit, mit anzufassen. Jeder freute sich, die eigene Ernte auf dem Tisch zu haben und zu genießen. Mein Mann war beschäftigt mit den Reparaturen, die bei alten Gebäuden tagtäglich anfallen. Wir leben jetzt 25 Jahre gemeinsam auf dem Hof. Wir sind glücklich, alle um uns zu haben, aber auch alleine sein zu können. Alle Kinder sind in der Lehre oder studieren. Aber am Sonntag ist unser Tisch immer noch mit bis zu zwölf Personen besetzt. Alle sind willkommen. Wir haben immer ein offenes Ohr und so unendlich viel Schönes erlebt.

Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Teil der Gemeinschaft

„Hauptsache, gesund!“ ist wahrscheinlich das Erste, woran man denkt. Der nächste Gedanke ist: nicht allein, nicht einsam. Wir wünschen uns Menschen, mit denen wir reden und etwas unternehmen können. Wir wollen uns gebraucht fühlen, uns mit unseren Fähigkeiten einbringen, aber auch Zuwendung und Unterstützung erfahren, wenn wir etwas brauchen. All das bietet die Familie. Aber was, wenn die Kinder weit entfernt wohnen oder wenn man keine Kinder hat? Es gibt rund 540 Mehrgenerationenhäuser bundesweit, die das Bundesfamilienministerium fördert. Es sind Begegnungsorte für Ältere und Jüngere. Menschen treffen einander, helfen sich gegenseitig und gestalten ihr Umfeld mit. Sie kümmern sich um andere und können sich darauf verlassen, dass sich jemand um sie kümmert. Ältere Menschen werden im Mehrgenerationenhaus beispielsweise zu Wunschgroßeltern: Ihr Leben wird bereichert durch ein Kind, dessen Eltern dank der Wunschoma oder dem Wunschopa Familie und Beruf besser vereinbaren können. 33.000 Menschen engagieren sich in den Mehrgenerationenhäusern: Schülerinnen und Schüler zeigen Älteren den Umgang mit digitalen Medien, in einer Geschichtswerkstatt werden Lebenserfahrungen weitergegeben. Ich will die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser weiter unterstützen. Wie gesund wir alt werden, liegt nur zum Teil an uns selbst. Dafür, im Alter nicht einsam zu sein, kann jede und jeder etwas tun. Gehen Sie doch einfach mal ins nächste Mehrgenerationenhaus.

Rolf-Jürgen Simon, Leser

Rein in den Selbstversuch

Im Oktober 2019 beginnt mein Ruhestand. Ob das Rentenalter „goldene Jahre“ werden, wird sich noch herausstellen. Die voraussichtlichen gesetzlichen Rentenbezüge werden wohl eher mau als golden ausfallen. Damit meine ich, dass eine gewisse finanzielle Sicherheit schon einmal eine grundlegende Säule eines angenehmen Lebens im Alter darstellt. Noch wichtiger ist natürlich Gesundheit, die durch eine aktive, bewusste und nachhaltige Lebensweise gefördert werden kann – wenn denn nicht das Schicksal dazwischenfunkt. Zu meinem persönlichen Rezept für ein glückliches Leben im Alter gehören auch intensive Erfahrungen in der Natur und das Reisen. Schließlich hoffe ich, dass meine freundschaftlichen Kontakte bestehen bleiben und weitergeknüpft werden, denn Gemeinschaft ist für mich ebenfalls Bestandteil eines erfüllten Alterns.

Jutta Harms, Leserin

Das Leben ist ein Geschenk

Unverhofft bin ich nach einer schweren Erkrankung schon mit 56 Jahren erwerbsunfähig verrentet. Und zwar mit einer sehr kleinen Rente. Jetzt könnte ich bereuen, nicht besser für diesen Fall vorgesorgt zu haben. Dafür aber blicke ich auf ein Erwerbsleben zurück, in dem ich (fast) jeden Tag gern zu meiner Arbeit in einem kleinen Verlag gegangen bin. Ich hatte viel Gestaltungsspielraum, habe die allerschönsten Bücher herausgegeben und wunderbare Veranstaltungen organisiert. Wir haben alle zusammen junge Autorinnen und Autoren auf ihrem Weg unterstützt sowie den Diskurs in unserem Feld vorangebracht. Das kann ich einfach nicht bedauern. Ich bin jetzt zwar nicht mit finanziellem, dafür aber mit kulturellem Kapital reich ausgestattet. Und habe – was mir am meisten bedeutet – ein reißfestes soziales Netzwerk aus Freunden und früheren Kollegen. Materiell komme ich über die Runden, kulturell und sozial bin ich mehr als gut versorgt. Ich genieße jeden einzelnen Tag und bin dankbar für das Geschenk des Lebens. Dieses kann sich plötzlich als viel kürzer erweisen, als man immer gedankenlos vorausgesetzt hatte. Also lerne ich, im Moment zu leben und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Das wird mich auch im Alter tragen oder mir helfen, falls die Krankheit wieder schlimmer wird. Allerdings sollte man nie auf „goldene Jahre“ warten. Das Leben ist nicht teilbar in „Alter“ und eine Zeit davor.

Susanne Tyll, Leserin

Hier kann ich bleiben

Die meisten Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Viele müssen das wegen der Entwicklung der Mietpreise auch. Das Umfeld sollte so gestaltet sein, dass es diesem Bedürfnis Rechnung trägt – nicht nur bei Mobilitäts-, sondern auch bei Sinneseinschränkungen. Weniger Barrieren bedeuten mehr Komfort für alle Menschen. Der Bewegungsradius wird mit zunehmendem Alter häufig kleinräumiger. Barrieren bedeuten nicht nur für viele Ältere Bewegungseinschränkung. Eine bedürfnisgerechte und sichere Wohnumgebung ist mitentscheidend für alltägliche Routinen und Rituale. Wichtig sind kostenfreie Trefforte zur Kontaktaufnahme, ausreichende Versorgungsangebote, Bewegungsmöglichkeiten und somit Gesundheitsprävention, Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit. Notwendig ist zudem eine professionelle Wohnberatungsstelle in der Nähe mit kostenlosem und unabhängigem Beratungsangebot zu allen Fragen des Wohnens – auch präventiv. Das beschleunigt und unterstützt die möglichst barrierefreie Anpassung der Wohnung an die jeweiligen individuellen Bedürfnisse. Ziel einer solchen Entwicklung des Wohnumfelds ist auch, möglichst allen Menschen den Verbleib in ihrer vertrauten Wohnung dauerhaft zu ermöglichen oder gegebenenfalls individuelle Alternativen wie zum Beispiel Hausgemeinschaften in hoffentlich funktionierender Nachbarschaft anzubieten.

Dieter Leyk, Leiter Forschungsgruppe Leistungsepidemiologie, Deutsche Sporthochschule Köln

Elixier des Lebens

Weltweit boomt der Anti-Aging-Markt – ein Milliardengeschäft, das täglich durch Bilder von gutaussehenden, fitten Menschen in Medien und Werbung angekurbelt wird. Es gibt über 30 Theorien zum Altern und noch viele offene Fragen. Fest steht: Menschen altern von Geburt an und sie altern unterschiedlich. Kann Sport Alterungsprozesse verlangsamen? Sportler leben rund vier Jahre länger als Nichtsportler. Viele Sportler fühlen sich „biologisch“ jünger, empfinden mehr Lebensfreude, Vitalität und weniger Stress. Neben den bekannten Effekten auf Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit hat regelmäßiges Training positive Wirkungen auf die Psyche, und auch diese hat beträchtlichen Einfluss auf das Altern. Es gibt mit Blick auf Bewegung und Sport zwei gute Nachrichten: Wenig hilft viel, und es ist (fast) nie zu spät. Unsere „PACE-Studie“ mit über 500.000 Ausdauertrainierten zeigt etwa, dass jeder Fünfte der 60- bis 70-jährigen Marathonläufer erst seit wenigen Jahren trainiert. Und ein Viertel der Senioren war schneller als die Hälfte der 20- bis 50-Jährigen. Nein, man muss keinen Marathon laufen. Der Schlüssel ist regelmäßige Bewegung. Jeder sollte einfach ausprobieren, was ihm gefällt: Walken, Gymnastik, Tanzen, Radfahren, Tennis, Krafttraining uns so weiter. Wenn es Spaß bringt und keine Verletzungen oder Schäden auftreten, hat man alles richtig gemacht. Altern wird durch Sport positiv beeinflusst. Dem Alter davonlaufen kann man aber nicht.

Rolf Rieniets, Leser

Anstiftung zum Selbermachen

Gesund und rüstig, materiell abgesichert, freundliche Umgebung. So oder ähnlich ist das gängige Bild vom Älterwerden. Zu schön, um wahr zu sein? Oder kann man sich entscheiden, den Traum vom Altwerden aktiv zu gestalten? Man kann. Man muss nur wissen, dass Lösungen nicht vom Himmel fallen. Ich habe das Entstehen eines Mehrgenerationen-Wohnprojektes selbst miterlebt. Die Initiativträger wollten ihr Bild vom Wohnen in der Gemeinschaft in die Tat umsetzen. Von der Idee bis zum Einzug haben wir etwa acht Jahre gebraucht. In dieser Zeit haben wir viel erlebt, zum Beispiel einen Architektenwechsel, Verzögerungen am Bau und Überraschungen bei der Sanierung einer alten Schule. Es wurde eine Genossenschaft gegründet und ein Weg gefunden, das Projekt der Spekulation zu entziehen. 19 Wohnungen entstanden. Ins Projekt integriert ist eine WG für neun pflegebedürftige Menschen. Und: Die Alten freuen sich über die Kinder. Regelmäßige Treffen während der Planungsphase und der Arbeitseinsatz in der Bauphase haben das Gemeinschaftsbewusstsein befördert. Ja, man hat die Freiheit, seinen Traum vom Altwerden selbst zu gestalten. Was gebraucht wird, sind Aktivität, Wille und Mut. Frei nach den Worten von Antoine de Saint-Exupéry: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Sylvia Fohrer, Programmabteilung Hamburger Volkshochschule

Folge der Neugier

Dank Internet und digitaler Assistenten wird es immer einfacher, den Alltag zu organisieren, sich in neuen Umgebungen zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – auch im Alter. Sprachassistenten finden wir in Smartphones, Computern oder Autos. Ob Heizung, Notruf oder Unterhaltung: Vernetzte Geräte können per Zuruf, aus der Ferne oder durch intelligente Systeme gesteuert werden. Über das Internet können wir Informationen suchen, Reisen buchen, einkaufen und bezahlen. Auch „Behördengänge“ können online einfach von zu Hause aus erledigt werden. Die sozialen Medien bieten einen Austausch mit der Familie, mit Freunden und Gleichgesinnten über beliebige Distanzen. Deshalb sollten wir uns all den digitalen Möglichkeiten mit Neugier zuwenden, um ihre Vorteile zu nutzen. Auch wenn ein kritischer Umgang sinnvoll ist, zum Beispiel nicht notwendige Messungen auf dem Handy auszuschalten, um nicht alle Informationen zur Datensammlung freizugeben. Wir begleiten in den Volkshochschulen alle Interessierten in Kursen, Sprechstunden, Computercafés und Clubs bei neuen digitalen Erlebnissen, auch beim Einstieg in die digitale Welt. Ich denke, dass wir Mobilität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe mit einfach bedienbaren digitalen Assistenten sowie mit gemeinsamem Lernen vor Ort oder im Netz immer besser verwirklichen können. Vorausgesetzt, wir können die Nutzung von Assistenten und Daten mitbestimmen und bezahlen.

Schreib' uns deine Antwort!

Welche Überschrift willst Du Deiner Antwort geben?