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Was ist Transparenz?

244.237 deutsche Haushalte legten 2010 Einspruch gegen die Abbildung ihrer Häuser durch Google Street View ein. Gleichzeitig fordern Verbraucher immer mehr Informationen ein.Aus diesem Grund fragen wir: Was ist Transparenz und wo macht sie Sinn? Geantwortet haben unter anderem der Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands Hendrik Zörner, der Deutschland-Chef von Standard & Poor’s Torsten Hinrichs und der Professor für Digitale Medien Hendrik Speck.

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Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV)

Die Öffentlichkeit informieren

Spätestens die Affäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff hat gezeigt, dass die Bahauptung „Ich habe nichts Unrechtes getan\" als Erklärung für offensichtliche Ungereimtheiten nicht mehr ausreicht. Transparenz, mit anderen Worten Offenheit, ist gefragt. In der demokratischen Mediengesellschaft gibt es keine Persönlichkeiten, die über alle Fragen und Zweifel erhaben sind. Je informierter die Menschen sind, desto größer sind ihre Ansprüche an Prominenz und Prominente. Wer damit nicht einverstanden ist, kann durchaus ein glückliches und erfülltes Leben führen - aber nicht im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Die privatsphäre ist die letzte Tabuzone - sie muss es auch bleiben. Doch bis zum beginn der Privatheit müssen Antworten gegeben werden, darf nichts vertuscht werden. Das hat Christian Wulff nicht verstanden, das hat ihn das Amt gekostet. Was lehrt uns das? Zunächst, dass man offen sein muss, Fragen beantworten muss. Dann aber auch, dass nicht mehr die Paragrafen der Gesetze den auschließlichen Rahmen vorgeben, in dem sich Prominiente bewegen dürfen, sondern, dass die Akzeptanz von Handlungen und Worten möglicherweise viel stärker darüber entscheidet, wie es um das eigene Ansehen und die eigene Zukunft bestellt ist. Nur wer offen ist, stellt sich der Debatte, stellt sich auch der zu erwartenden Kritik. Sakrosankte Persönlichkeiten gibt es nicht. Das ist in der Demokratie auch gut so.

Torsten Hinrichs, Risiken verlgleichbar machen: „Wir bieten Transparenz an, indem wir bestehende Informationasymmetrien zwischen Schuldner und Gläubiger abbauen."

Risiken vergleichbar machen: „Wir beiten Transparenz an, indem wir bestehende Informationsasmmtrien zwischen Schuldner und Gläubiger abbauen."

Transparenz meint für unser Unternehmen die Vergleichbarkeit von Risiken auf Grundlage von öffentlich verfügbaren Kriterien. Emmitenten wie Unternehmen und Regierungen verwenden weltweit Kreditratings, um sich gegenüber anderen Emittenten zu positionieren. Anleger nutzen Ratings als weltweit einheitlichen Maßstab zur besseren Einschätzung, ob ein Kreditnehmer vollständig und pünktlich zahlen wird. Unsere Analyse muss daher auf öffentlich verfügbaren und weltweit konsistent angewandten Kriterien beruhen, sonst würden sie das Ziel verfehlen. Die aufgabe von Standard & Poor\'s ist es, Transparenz anzubieten, indem wie die bestehende Informationsasymmetrie zwischen Schuldner und Gläubiger abbauen. Klar ist, dass auch der Anbeiter von Transparenz seine Kriterien veröffentlichen muss. Weil wir die Bonität der Schuldner weltweit miteinander vergleichen, müssen wir jederzeit nachvollziehbar zeigen, wie diese Ratings im Detail entstanden sind. Unsere Fundamentalanalyse versucht, Entwicklungen durch einen Wirtschaftszyklus hindruch zu betrachten. Das schafft mehr Stabilität an den Finanzmärkten, da die Beurteilungen weniger volatil als bei einer Beurteilungen weniger volatil als bei einer kurzfristigeren Betrachtung sind. Die genauen Kritierien sollten dabei unbedingt von den bewertenden Agenturen selbst festgelegt werden. Schließlich würde sonst dem Anbieter von Transparenz vorgeschrieben, wie sein Maßstab für Transparenz im Detail auszusehen hat.

Hendrik Speck, Professor für Digital Medien

Wirtschftliche Interessen verhindern echte Transparenz

Transparenz bedeutet für mich Einsicht und, noch viel wichtiger, Kontrolle. Die Abwesenheit von Transparenz ist mittlerweile leider Grundbaustein sämtlicher wirtschaftlicher und politischer Prozesse geworden. Die erste Frage sollte daher besser: „Was ist nicht transparent?\" lauten? Wenn die von Ihnen (meist ohne Ihr Wissen) erhobenen Daten nicht nur Ihrer Sicht, sondern auch Ihrer Kontrolle entzogen sind, ist das nicht transparent. Genau dies geschieht aber, wenn Hersteller von Smartphones, Suchmaschinen oder sozialen Netwerken Daten erheben. Die Treiber hierfür sind fast immer wirtschaftiche Verwertungsinteressen. Ermöglicht werden solche Pratiken in Deutschland durch unverstänliche Generalklauseln (Verstehen Sie beim Lesen einer Datenschutzbestimung, welche Daten wie erhoben werden?), rasanten technischen Fortschritt aber auch durch unfähig erscheinende deutsche Juristen. Was also ist echte Transparenz? In meinen Augen ist sie die Grundvorausetung für demokratische Kontrolle von Politik und Wirtschaft. Deshalb fordere ich endlich ernsthafte Anstrengungen, um Technologie, Daten, Politik und Justiz wahrhaft transparent zu machen. Die Zeit ist reif dafür. Das sehen wir an den Forderungen der Occupy-Bewegung genauso wie an den Angriffen auf selbsternannte Transparenz-Anbieter (z.B. der Hackerangriff im Februar diesen Jahres auf das Informationsunternehmen Stratfor). Echte Transparenz ist für den sozialen Frieden unumgänglich!

Ein Freund des Datenschutz, Leser_In

Meine Antwort bezieht sich auf die Transparenz im Privaten. Hier zu mal ein paar Fakten, bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege: - Alle Seiten die sie besuchen und die Google Anzeigen beinhalten, speichern ihren Besuch in einem Cookie, also einem Protokoll. (das heißt dann Google Analytics) - Facebook speichert sowohl gelöschte freunde, als auch gelöschte I like´s - Gmail liest Ihre emails mit und bietet ihnen entsprechende werbung. Probieren sie es und schicken sich selbst eine email, mit einem kopierten Artikel über Fotografie. - Wenn sie auf eine Werbung geklickt haben, aber nichts gekauft/bestellt etc haben.. wird ihnen diese Werbung mit großer Wahrscheinlichkeit verstärkt auf anderen Seiten angezeigt. Sie selbst haben dann den Eindruck \"Hui.. die werben aber viel\". in echt werden aber nur sie ganz schön viel beworben. Tja.. so könnte das noch eine Weile weitergehen, ich würde mich freuen, wenn jemand noch weitere Beispiele für den gläsernen Nutzer hat! LG

knoppersfreund-.-, Leser_In

Der VP hat den Casus Knackus gut identifiziert: es gibt zwei gegensätzliche Strömungen in Sachen Transparenz! Anstatt zu wiederholen, möchte ich eine Erfahrung teilen (das würde ich gerne in der FAZ sehen..da glaube ich aber kaum dran^^): immer öfter habe ich das Gefühl, das in Rechnung Rabatte oder Gutschriften \"vergessen\" werden, manchmal sogar nach der Kündigung noch eingezgen wird. Da beschleicht einen doch der Verdacht, hier wird eine gewisse \"Eigenkulanz\" gewährt, nach dem Motto \"wenn der Kunde es merkt, können wir uns immer noch entschudligen und zurücküberweisen\". Ich sag nur *hust* 1und1. Naja.. das man damit nachhaltig die Beziehung zum Kunden zerstört und zusätzlich die Supportmitarbeiter beschäftigt, brauche ich wohl nicht zu sagen. Nach dem ein oder anderen Entrüstungssturm (na wer kennt die englische Übersetzung;) wird das aber glücklicherweise den Entscheidern immer klarer. In Sachen öffentliche Transparenz sind wir schon ein ganzes Stück weiter, finde ich.

look^around, Leser_In

Mir ist aufgefallen, dass sich aus den bisherigen Antwort zwei Positionen herauskristalisieren, die ich in der Diskussion vielleicht von einandern trennen würde: Transparenz im Privatn - schlecht; Transparenz im Öffentlichen - aber bitte. Ich hoffe ich konnte etwas beitragen. Diese Antwort bitte nicht in der FAZ veröffentlichen!

Transparenz braucht die richtigen Informationen..!, Leser_In

schönes konzept erstmal, irgendwo ist ihr konzept auch transparent.. ;-) zur oben genannten frage gibt es unzählige ansätze! nehemn wir mal den bereich wirtschaft: viele unternehmen wissen gar nicht, ob oder wo sie ein problem haben. da braucht es erstmal die richtigen strukturen, um überhaupt den ansprüchen 8die definitiv gestiegen sind) zu genügen. die frage nach den co2 emissionen ist vielleicht ein gutes beispiel: wie schnell ist hier eine falsche info rausgegeben, die aber doch nicht die kaffepause des fahres berücksichtigt und deshalb zu niedrig ist. bis man da alle daten zusammen hat... fragen über fragen, da sind sie auf der richtigen spur :-) viel erfolg!

Jörg Stoll, Leser_In

Manche Personen müssen Transparenz akzeptieren, andere nicht. Jeder Mensch hat die freie Wahl ob er in der Öffentlichkeit stehen möchte oder nicht. Wenn er (oder sie) es möchte dann muss er auch die Konsequenz akzeptieren. d.h. er ist Rechenschaft schudlig. Für ein Unternehmen ist das aber keine Entscheidung, es ist immer öffentlich (siehe den Artikel von transparenz.net, gute Seite).

Besttest, Leser_In

naja.. wie wärs damit http://de.wikipedia.org/wiki/Transparenz

Sabine Lanke, Leser_In

Transparenz ist für mich vor allem Ehrlichkeit. Bzw. Transperenz zwingt zu Ehrlichkeit. Das ist nicht immer gut. Ich möchte gerne für mich behalten, welche Krankheitsgeschichte ich habe und wie mein beruflicher Werdegang aussieht. Da halte ich es schon am ehesten mit dem Profesor, der eine Kontrolle über die eigenen Daten fordert. Ich habe dazu mal meine gesamten Daten von Facebook angefordert.. ein Albtraum. Man bekommt schöne Ausreden und wird auf die eigenen Privatsphäreneinstellungen verwiesen. Das aber jede Aktion gespeichert wird (z.B. auch Seiten, die einem nicht mehr \"gefallen\"), das will niemand zugeben.

Peter7, Leser_In

Die Frage finde ich interessant aber nicht sehr genau. Sie meinen wahrscheinlich die transparenz in dr Politik... Da finde ich haben die herren schin einiges dazu gelernt. Stuttgart21 zeigt nämlich das es ohne eine Beteiligung von Bürgern nicht geht! Also sollten Gesetzte und Initiativen einzusehen sein, wenn sie das Erste mal eingebracht werden. Letztlich hat sich doch die Geschwindigkeit des Feedbacks erhöht. Früher gab es alle 4 Jahre Wahlen und dazwischen konnten sich die Bürger nur über Massendemonstration, die schwer zu mobilisieren waren, Gehört verschaffen. Dies ist mittlerweile viel schenller möglich, so sind die politischen Handlungen viel enger an den Willen der Wähler gebunden, als früher.

jurek, Leser_In

Transparenz bedeutet für mich mehr als ein bloßes Offenlegen der Geschäftsberichte; es beginnt bei einer offenen und zeitnahen Kommunion zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern sowie Öffentlichkeit bezüglich der Unternehmensziele sowie der angestrebten Projekte sowohl kurz- als auch langfristig gesehen. In einer transparenten Unternehmenskultur lassen sich schneller die Unterschiede zwischen altruistischen und egoistischen Unternehmensphilosophien erkennen und die Klienten/Kunden haben mehr Möglichkeiten, auf Grund einer sorgfältigen Studie ihre Entscheidungen zu treffen.

Frank, Leser_In

Für mich ist Transparenz in einer immer komplexer werdenden Welt eine große Herausforderung. Daher wird in der Diskussion oft der Begriff Nachvollziehbarkeit verwendet, um den Sinn von Transparenz zu erklären. Transparenz ist für mich ein qualitativer Prozess. Transparenz sollte kein bloßer Selbstzweck sein, totale Sichtbarkeit produziert nicht zwangsläufig Nachvollziehbarkeit. Es braucht immer noch einen klugen und wachen Geist, um das, was wir transparent machen, auch verstehen zu können.

Toko-Fix, Leser_In

Transparenz stellt für mich einen Ausgleich bei assymetrischer Informationslage dar. Diejenige Partei, welche über den größeren Wissensfundus über ein bestimmtes Thema oder über bestimmte Prozesse verfügt sollte die andere beteiligte Partei ins Bild setzten. Ziel soll die Nachvollziehbarkeit dieses Themas bzw. dieser Prozesse sein und dient nicht zuletzt als Grundlage für weitere Entscheidungen. Im Prinzip gilt das für alle Konstellationen. Sei es auf geschäftlicher, privater oder öffentlicher Ebene. In meinem Gewerbe betrifft dies v.a. die Zusammensetzung von Preisen für logositische Dienstleistungen bzw. die zu erfüllenden Leistungsparameter.

Marcel, Leser_In

Transparenz ist für mich, die offene und uneingeschränkte Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Gruppen, indem sich jeder Teilnehmer bewußt ist, dass bei der Auseinandersetzung alle auf gleicher Augenhöhe agieren.

Moritz, Leser_In

Transparenz hat meiner Meinung nach viel mit Nachvollziehbarkeit zu tun. Warum wurde eine Entscheidung getroffen, welchen Nutzen kann daraus ziehen, welche Risiken für den Verbraucher sind zu erwarten, wo kommt das Produkt her etc.. Bei der Forderung nach mehr Transparenz sollte man eine klare Unterscheidung von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen auf der einen Seite und Privatpersonen an der anderen Seite vornehmen. Während die Privatperson gefühltermaßen immer transparenter wird, sind viele Entscheidungen u. Sachverhalte, die in der Öffentlichkeit stattfinden, für den Normalbürger leider nicht mehr transparent bzw. nachvollziehbar.

Rainer, Leser_In

Transparenz ist für mich Einfachheit, so dass Menschen Systeme ohne großen Aufwand durchschauen können. Damit werden diese verstanden und als gerecht empfunden. In Deutschland sorgt vor allem die Politik dafür, dass Transparenz verschwindet. Im Namen der Gerechtigtkeit wird vieles komplex gestaltet. Typisches Beispiel ist der Gesundheitsfond, dessen Verteilungsmachnismus nur wenige verstehen. Ganz deutlich und damit transparent ist die regionale Ungleichverteilung: Es gibt Regionen, in die mehr Geld fließt als ausgegeben wird und umgekehrt. Leicht zu erkennen auf einer Deutschlandkarte in grün und rot. Was macht die Politik? Sie ändert nicht die Verteilung, sondern erhebt in den Daten einfach ein Kennzeichen nicht mehr, das die regionale Zuordnung der Geldströme kennzeichnet. Liegt es vielleicht daran, dass viele der grün gekennzeichneten Gebiete im Osten liegen?

K.L., Leser_In

Man muss unterscheiden zwischen der Transparenz von Unternehmen und der Transparenz von Personen! Das ganze Geschrei nach T. führt doch zu nichts. Das bekannte Motto \"Tu es Gutes und sprich darüber\" findet eben auch andersrum Verwendung! Ich möchte den Sprecher sehen, der freiwillig einen geschäftsschädigenden Fakt veröffentlichen kann, ohne entlassen zu werden. Schade, dass Ihre neue Zeitung da in die gleiche Richtung denkt..

Paul, Leser_In

Für mich bedeutet dieser Begriff vor allem Ehrlichkeit und die Einstellung, zu Dingen die man tut und tat, zu stehen.

Prof. Hendrik Speck, Leser_In

Transparenz bedeutet für mich Einsicht und, noch viel wichtiger, Kontrolle. Die Abwesenheit von Transparenz ist mittlerweile leider Grundbaustein sämtlicher wirtschaftlicher und politischer Prozesse geworden. Die erste Frage sollte daher besser: „Was ist nicht transparent?“ lauten? Wenn die von Ihnen (meist ohne Ihr Wissen) erhobenen Daten nicht nur Ihrer Sicht, sondern auch Ihrer Kontrolle entzogen sind, ist das nicht transparent. Genau dies geschieht aber, wenn Hersteller von Smartphones, Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken Daten erheben. Die Treiber hierfür sind fast immer wirtschaftliche Verwertungsinteressen. Ermöglicht werden solche Praktiken in Deutschland durch unverständ- Wirtschaftliche Interessen verhindern echte Transparenz liche Generalklauseln (Verstehen Sie beim Lesen einer Datenschutzbestimmung, welche Daten wie erhoben werden?), rasanten technischen Fortschritt aber auch durch unfähig erscheinende deutsche Juristen. Was also ist echte Transparenz? In meinen Augen ist sie die Grundvoraussetzung für demokratische Kontrolle von Politik und Wirtschaft. Deshalb fordere ich endlich ernsthafte Anstrengungen, um Technologie, Daten, Politik und Justiz wahrhaft transparent zu machen. Die Zeit ist reif dafür. Das sehen wir an den Forderungen der Occupy-Bewegung genauso wie an den Angriffen auf selbsternannte Transparenz-Anbieter (z.B. der Hackerangriff im Februar diesen Jahres auf das Informationsunternehmen Stratfor). Echte Transparenz ist für den sozialen Frieden unumgänglich!

Torsten Hinrichs, Leser_In

Transparenz meint für unser Unternehmen die Vergleichbarkeit von Risiken auf Grundlage von öffentlich verfügbaren Kriterien. Emittenten wie Unternehmen und Regierungen verwenden weltweit Kreditratings, um sich gegenüber anderen Emittenten zu positionieren. Anleger nutzen Ratings als weltweit einheitlichen Maßstab zur besseren Einschätzung, ob ein Kreditnehmer vollständig und pünktlich zahlen wird. Unsere Analyse muss daher auf öffentlich verfügbaren und weltweit konsistent angewandten Kriterien beruhen, sonst würden sie das Ziel verfehlen. Die Aufgabe von Standard & Poor‘s ist es, Transparenz anzubieten, indem wir die bestehende Informationsasymmetrie zwischen Schuldner und Gläubiger abbauen. Klar ist, dass auch der An- Risiken vergleichbar machen bieter von Transparenz seine Kriterien veröffentlichen muss. Weil wir die Bonität der Schuldner weltweit miteinander vergleichen, müssen wir jederzeit nachvollziehbar zeigen, wie diese Ratings im Detail entstanden sind. Unsere Fundamentalanalyse versucht, Entwicklungen durch einen Wirtschaftszyklus hindurch zu betrachten. Das schafft mehr Stabilität an den Finanzmärkten, da die Beurteilungen weniger volatil als bei einer kurzfristigeren Betrachtung sind. Die genauen Kriterien sollten dabei unbedingt von den bewertenden Agenturen selbst festgelegt werden. Schließlich würde sonst dem Anbieter von Transparenz vorgeschrieben, wie sein Maßstab für Transparenz im Detail auszusehen hat.

Hendrik Zörner, Leser_In

Spätestens die Affäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff hat gezeigt, dass die Behauptung „Ich habe nichts Unrechtes getan“ als Erklärung für offensichtliche Ungereimtheiten nicht mehr ausreicht. Transparenz, mit anderen Worten Offenheit, ist gefragt. In der demokratischen Mediengesellschaft gibt es keine Persönlichkeiten, die über alle Fragen und Zweifel erhaben sind. Je informierter die Menschen sind, desto größer sind ihre Ansprüche an Prominenz und Prominente. Wer damit nicht einverstanden ist, kann durchaus ein glückliches und erfülltes Leben führen – aber nicht im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Die Privatsphäre ist die letzte Tabuzone – sie muss es auch bleiben. Doch bis zum Beginn der Privatheit müssen Antworten gegeben werden, darf nichts vertuscht werden. Das hat Christian Wulff nicht verstanden, das hat ihn das Amt gekostet. Was lehrt uns das? Zunächst, dass man offen sein muss, Fragen beantworten muss. Dann aber auch, dass nicht mehr die Paragrafen der Gesetze den ausschließlichen Rahmen vorgeben, in dem sich Prominente bewegen dürfen, sondern, dass die Akzeptanz von Handlungen und Worten möglicherweise viel stärker darüber entscheidet, wie es um das eigene Ansehen und die eigene Zukunft bestellt ist. Nur wer offen ist, stellt sich der Debatte, stellt sich auch der zu erwartenden Kritik. Sakrosankte Persönlichkeiten gibt es nicht. Das ist in der Demokratie auch gut so.

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Wozu gibt es Liebe?

Sex sells. Aber was ist mit der Liebe? Für den ewigen Playboy Rolf Eden ist sie ein Lebenselixier, der Neurologe Andreas Bartels versteht sie als chemische Reaktion und die Berliner Philosophin Ariadne von Schirach erinnert sie an die Beschränktheit des Menschen.

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Andreas Bartels, Neurologe an der Universität Tübingen

Liebe ist der biologische Schlüssel zur Intelligenz

Er ist erstaunlich, was uns die Biologie über die Liebe lehrt. Wenige Gene bestimmen, ob wir liebesfähig sind oder nicht, machen den Unterschied zwischen monogamen und polygamen Säugetieren, zwischen liebender Mutter oder einsamem Einzelgänger aus. Direkt ins Hirn gespritzt können moderne Liebestränke Tiere lebenslang aneinander binden, Blockademittel Kindverstoßung verursachen - dieselben Mechanismen binden auch uns. Eine Variation des Kritischen Gens halbiert beim Menschen die Wahrscheinlichkeit einer Heirat und verdoppt Partnerschaftskrisen. Auch Erfahrung prägt die relevanten Hirnregionen: Wer als Kind viel Liebe erfährt, entwickelt höhere Rezeptordichten der kritischen Neurohormone im Hirn, wird sozial aktiver und kümmert sich mehr um Kinder und Partner. Die Mechanismen der Liebe sind universell: Sie steuern romantische und elterliche Liebe, zwischenmenschliches Vertrauen, selbst das Gefühl der Gruppenzusammengehörigkeit und wer hätte das gedacht, die damit einhergehende Aggression gegnüber Nicht-Zugehörigen: biologisch fundierte Xenophobie. Der Zweck der Liebe ist im artübergreifenden Erfolg all ihrer Konsequenzen begründet: Als Garant bedingungsloser Zuwenung ermöglicht sie die Geburt unterentwickelter, dafür aber lernfähiger und -abhängiger Nachkommen. Liebe ist daher der Schlüssel zu unserem größten Gut: dem riesigen, mit dem Wissen der Vorgängergenerationen befütterten Hirn, und damit zu Kultur und Technik.

Adriane von Schirach, Philosophin

Die Einsicht unserer geteilten Ohnmacht

Er riecht ein bisschen nach Essen, Rasierwasser und altem Schweiß. Seine hände haben begonnen zu zittern und es fällt ihm schwer , Kleingeld abzuzälen. Ein besonders guter Zuhörer ist er nie gewesen, aber jetzt wird auch sein Gehör schlechter und schlechter, währende seine Monologe länger und länger werden. Er hat Angst. Am Anfang und am Ende des Lebens zeigt sich des Menschen Hilflosigkeit. Doch auch dazwischen sind wir Mängelwesen, unfertig, widersprüchlich und bedürftig, und nur die Liebe vermag die verlorene Ganzheit wiederherzustellen. Solange sie dauert. In Platons „Gastmahl\" spricht Sokrates vom Eros als einem Daimon, ein Mittler zwischen der vollkommenen Welt der Götter und der unvollkommenen Welt der Menschen. Eros\' Mutter ist Penia, die Personifikation von Armut und Mangel, sein Vater ist Poros, der Erfindungsreiche, dem es stets gelingt, einen Ausweg zu finden. Zum einen könnte man Liebe also beschreiben als Einsicht in unsere geteilte Ohnmacht und die damit einhergehende Verpflichtung und beizustehen, weil wir, seltsamerweise, der Liebe umso mehr bedürden, je weniger wir ihrer wert zu sein scheinen. Zum anderen aber zeigt sich auch in der Leidenschaft ihre Doppelnatur: Die Sehnsucht nach dem Geliebten macht ihn ebenso zur Krankheit wie zu ihrer Medizin. Zudem verweist das „daimonische\" der Liebe auf ihre kostbarste Essenz: die Menschen an ihre Beschränktheit zu erinnern und sie zugleich daraus zu erheben.

Rolf Eden, Unternehmer und Playboy

Liebe hält einen Mann gesund

Früher gehörten mir sechs Betriebe auf dem Kürfürstendamm. In einem allein waren jede Nacht 600 bis 700 Personen, davon mindestens 40 Prozent Mädels. Viele kamen, weil sich mich kennenlernen wollten. Ob eine Frau interessiert ist, erkennt man sofort am ersten Blick. Dann fragte ich: „Gnädige Frau, darf ich Sie auf ein Glas Champagner einladen?\" Waren wir bei mir zu Hause, spielte ich Klavier. Für die Russinnen gab es zum Beispiel „Kalinka\". Denn damen hat es immer sehr gut gefallen, wenn man ihre Lieder spielte. Ich hatte damals eine Menge feste Freundinnen. Geliebt habe ich sie alle nicht. Das ist der Unterschied zwischen Liebe und Sex. Wenn man liebt, will man immer in seiner Nähe haben. Heute habe ich meine wahre Liebe gefunden. Wir sind fast nie separiert, halten Händchen und machen häufig Liebe. Jetzt ist sie drei Tage weg und sie fehlt mir schon. Über mein Alter mache ich mir keine Gedanken. Ich war in meinem Leben noch keinen Tag krank. Liebe und Sex halten einen Mann gesund. Heute fühle ich mich wie vierzig. Ich treffe neben meiner Liebe noch andere damen. In meinem Testament habe ich für diejenige, mit der ich das letzte Mal Sex haben werde, 250,000€ ausgelobt. Stellvertretend für alle meine Liebschaften soll sie einen kleinen Preis bekommen. Das hilft, denn zumindest in Berlin wissen alle Frauen davon.

Ann-Kathrin, Leser_In

Liebe verändert uns. Liebe kann uns stärker, sensibler, glücklicher, unglücklicher, ängstlicher, verrückter, verletzlicher, besser, vollkommener, rosaner, witziger, intelligenter, dümmer, mutiger machen... die Liste kann beinahe endlos ergänzt werden. Neben dem selbsterklärten Hauptziel, dass Liebe uns Menschen glücklich(er) machen soll, sollte sie uns vor allem öfter mutiger machen. Denn wenn man nicht den Mut hat den gutaussehenden Kerl aus der S-Bahn, oder die zauberhafte Pharmazeutisch-technische Assistentin von letzter Woche anzusprechen, dann wird man die ganzen anderen Adjektive im Zusammenhang mit dem Wort Liebe vielleicht nie selbst auf ihre Richtigkeit hin überprüfen können. Also Leute, traut euch und riskiert, dass eure Liste unendlich wird!

sageichnicht, Leser_In

Liebe istkomplett UNÖTIG man muss nicht lieben um sich zuvermehren wer denkt sich diese scheiße denn aus?! HM?! Man wird doch eh nie den richtigen finden und wenn wird er keine interesse zeigen! Jz mal ohne scheiß liebe ist doch einfach nur ein gefühl wird total überbewertet!!!

Si, Leser_In

Liebe ist, wenn er jeden Tag aus meinem Schulranzen die Schokolade klaut und ich lege sie an der gleichen Stelle immer wieder hin.

Theodor Spehrlich, Leser_In

Es gibt die erotische Liebe, die gegenseitige Liebe und die Nächstenliebe. Bei einer Betrachtung müssen diese Kategorien stets in Erwähgung gezogen werden, denn jede existiert aus unterschiedliche Gründen. Ich empfehle in diesem Zusammenhang dringend die Lektüre der Bergpredigt (Matthäus 5-7). Dieser Ratschlag soll aber nicht belehrend gemeint sein, sondern zeigen, dass es bereits seit der Bibel Antworten auf die von Ihnen gestellte Frage gibt. Ich freue mich auf einen respektvollen Austausch, gerne gebe ich Ihnen weiter Beispiele aus historischen Schriften. Mit freundlichen Grüßen T.S.

leeraza89, Leser_In

Das verzwickte an dieser Frage ist: Nur wer verliebt ist/ liebt, kann sie beantworten. Die Liebe zu einer Sache oder Tätigkeit schliesse ich mal aus, das nennt man glaube ich auch besser Leidenschaft.

Winnie Poo, Leser_In

Manche Leute sorgen sich zu viel. Ich denke, das nennt man Liebe. =)

John da don, Leser_In

Immer wenn ich auf der Suche nach Liebe bin finde ich sie nciht. Wenn ich sie nicht suche, laufen sie mir hinterher. Ich denke das kennt jeder

veronique, Leser_In

Liebe gibt es überall, oft sehen wir sie nur nicht. Ob ich beim Bäcker nett grüße oder im Bus einer älteren Damen helfe, immer versuche ich so zu handeln, wie ich es mir selbst wünsche. Wenn wir alle zusammen mehr lächeln und uns unsere Fehler verzeihen, dann verschwenden wir keine negativen Energien mehr, sondern ermutigen uns gegenseitig. Versucht es ruhig, es kostet nichts außer eure Sorgen!

ahmad, Leser_In

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.. ich glaube man kann es nicht diskutieren, nur spüren. Wer auf sein Herz hört, der wird die Antwort finden. Wer seine Antwort gefunden hat, ist auf dem Weg zu einem besseren Menschen. So ist meine Meinung dazu.. Viele Grüße

eine gute Frage, Leser_In

Eine philosophische Beantwortung der Frage, wie Frau Schierach, finde ich interessant zu lesen. Mir persönlich geht es jedoch nicht um eine gegenseitige Absicherung oder \"Leidengenossenschaft\". Es heißt, die Liebe ist das einzige Gut, das mehr wird, je häufiger man es teilt. Nun, in Zeiten der diskussion um digitales Copyright könnte das die Einzigartigkeit überholt sein, sonst trifft es aber zu 100% zu. Liebe ist ein Gefühl, das glücklich macht. Die Formulierung \"jemandem seine Liebe geben\" finde ich in diesem Zusammenhang sehr verwirrend. Stattdessen trifft es eher zu, wenn man sagt \"jemanden seine liebe spüren lassen\". Durch das Erwirdern dieses Gefühles, hat sich die Liebe in der Tat verdoppelt! Das trifft leider für alle gefühle zu, Stichwort: Spiegelneuronen. Meine Antwort könnte also lauten: Liebe gibt es um sich selbst und andere glücklich sein zu lassen. Liebe Grüße ;) Ulli

jurek, Leser_In

Ich lege den Begriff \'Liebe\' weiter aus, als es normalerweise in unserer westlichen Gesellschaft üblich ist: Ich verstehe darunter ein Zugehörigkeitsgefühl zum \'Ganzen\' , wie es in fernöstlichen Religionen/Kulturen wie dem Buddhismus, Zen und den indischen Veden gelehrt wird. Liebe zu erfahren bedeutet demnach, sich Eins zu fühlen mit seiner Umwelt und zu spüren, \'dass das Leben (bzw Schöpferische) im jeden Atemzug, in jedem Windhauch zu finden ist\'. Dieser im Buddhismus Erleuchtung genannte Prozess ist langwierig und ohne garantierte Erfolgsaussicht, doch bereits der Versuch bietet gemäß dem Motto \'der Weg ist das Ziel\' eine neue Erfahrung und man spürt, wie eine wärmende, wohltuende Kraft den Körper durchdringt und diese Liebe in der Lage ist, negative Gedanken auszuschalten und neue Energien zu neuen Taten motivieren. All dies funktioniert ohne religiöse Dogmen oder Konvertion zu einer der oben genannten Glaubensrichtungen - eine kurze Recherche bezüglich Themen wie Meditation und ganzheitliches Denken genügen vollkommen, um auf eigenen Weg die \'wahre Liebe\' kennnenzulernen. PS: ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, dass zwischenmenschliche Liebe unbedeutend sei, im Gegenteil finde ich diese sogar äußerst wichtig für unser Wohlergehen und unsere Glückseligkeit - doch ich denke, dass es wichtig ist, \'Liebe\' auch unter einem anderen Aspekt verstehen zu können.

Manuela, Leser_In

Um den Lebensabend nicht allein zu verbringen und gemeinsam durchs Leben zu gehen. Durch dick und dünn.

Felicitas Hilbich, Leser_In

Es ist so eine Sache mit der Liebe: Sie verursacht höllische Schmerzen aber ohne sie ist alles sinnlos. Ich glaube es ist so gewollt, dass wir immer etwas zweifeln und leiden, sonst wäre es ja zu einfach. Wozu gibt es Liebe? Um zu merken, dass man lebt!

Tom, Leser_In

Liebe ist der Kit, der die Gesellschaft zusammenhält.

Anke Nehrenberg, Leser_In

Damit die Suche nach dem Sinn des Lebens eine Antwort findet.

Maria, Leser_In

Die Frage ist interessant formuliert:) Liebe begründen zu wollen fällt augenscheinlich gar nicht so leicht. Vielleicht weil es Menschen verbindet und das Leben zu Zweit doch schöner ist als allein.

Lisa Wahlbeck, Leser_In

Die Liebe ist ein Bindeglied zwischen den Menschen. Ohne die Liebe könnten wir nicht in einer Gesellschaft leben oder gar in einer Familie. Deswegen finde ich die Antwort von Herrn Dr. Bartels interessant, der sagt, dass Liebe der Schlüssel zu Intelligenz ist. Ich persönlich finde aber, es gibt Grenzen des Forschens und möchte gar nicht wissen ob es Möglichkeiten gibt, die Liebe \"auszuschalten\". Da stelle ich mir z.B. gleiche die militärischen Einsatzmöglichkeiten vor..

leo, Leser_In

rolf du hast so recht.

Sebastian, Leser_In

Wie gibt es Liebe? ist hier doch die Frage.

Rolf Eden, Leser_In

Früher gehörten mir sechs Betriebe auf dem Kurfürstendamm. In einem allein waren jede Nacht 600 bis 700 Personen, davon mindestens 40 Prozent Mädels. Viele kamen, weil sie mich kennenlernen wollten. Ob eine Frau interessiert ist, erkennt man sofort am ersten Blick. Dann fragte ich: „Gnädige Frau, darf ich Sie auf ein Glas Champagner einladen?“ Waren wir bei mir zu Hause, spielte ich Klavier. Für die Russinnen gab es zum Beispiel „Kalinka“. Den Damen hat es immer sehr gut gefallen, wenn man ihre Lieder spielte. Ich hatte damals eine Menge feste Freundinnen. Geliebt habe ich sie alle nicht. Das ist der Unterschied zwischen Liebe und Sex. Wen man liebt, will man immer in seiner Nähe haben. Heute habe ich meine wahre Liebe gefunden. Wir sind fast nie separiert, halten Händchen und machen häufig Liebe. Jetzt ist sie drei Tage weg und sie fehlt mir schon. Über mein Alter mache ich mir keine Gedanken. Ich war in meinem Leben noch keinen Tag krank. Liebe und Sex halten einen Mann gesund. Heute fühle ich mich wie vierzig. Ich treffe neben meiner Liebe noch andere Damen. In meinem Testament habe ich für diejenige, mit der ich das letzte Mal Sex haben werde, 250.000 € ausgelobt. Stellvertretend für alle meine Liebschaften soll sie einen kleinen Preis bekommen. Das hilft, denn zumindest in Berlin wissen alle Frauen davon.

Ariadne von Schierach, Leser_In

Er riecht ein bisschen nach Essen, Rasierwasser und altem Schweiß. Seine Hände haben begonnen zu zittern und es fällt ihm schwer, Kleingeld abzuzählen. Ein besonders guter Zuhörer ist er nie gewesen, aber jetzt wird auch sein Gehör schlechter und schlechter, während seine Monologe länger und länger werden. Er hat Angst. Am Anfang und am Ende des Lebens zeigt sich des Menschen Hilflosigkeit. Doch auch dazwischen sind wir Mängelwesen, unfertig, widersprüchlich und bedürftig, und nur die Liebe vermag die verlorene Ganzheit wiederherzustellen. Solange sie dauert. In Platons „Gastmahl“ spricht Sokrates vom Eros als einem Daimon, ein Mittler zwischen der vollkommenen Welt der Götter und der unvollkommenen Welt der Menschen. Eros’ Mutter ist Penia, die Personifikation von Armut und Mangel, sein Vater ist Poros, der Erfindungsreiche, dem es stets gelingt, einen Ausweg zu finden. Zum einen könnte man Liebe also beschreiben als Einsicht in unsere geteilte Ohnmacht und die damit einhergehende Verpflichtung uns beizustehen, weil wir, seltsamerweise, der Liebe umso mehr bedürfen, je weniger wir ihrer wert zu sein scheinen. Zum anderen aber zeigt sich auch in der Leidenschaft ihre Doppelnatur: Die Sehnsucht nach dem Geliebten macht ihn ebenso zur Krankheit wie zu ihrer Medizin. Zudem verweist das „daimonische“ der Liebe auf ihre kostbarste Essenz: die Menschen an ihre Beschränktheit zu erinnern und sie zugleich daraus zu erheben.

Dr. Andreas Bartels, Leser_In

Es ist erstaunlich, was uns die Biologie über die Liebe lehrt. Wenige Gene bestimmen, ob wir liebesfähig sind oder nicht, machen den Unterschied zwischen monogamen und polygamen Säugetieren, zwischen liebender Mutter oder einsamem Einzelgänger aus. Direkt ins Hirn gespritzt können moderne Liebestränke Tiere lebenslang aneinander binden, Blockademittel Kindsverstoßung verursachen – dieselben Mechanismen binden auch uns. Eine Variation des kritischen Gens halbiert beim Menschen die Wahrscheinlichkeit einer Heirat und verdoppelt Partnerschaftskrisen. Auch Erfahrung prägt die relevanten Hirnregionen: Wer als Kind viel Liebe erfährt, entwickelt höhere Rezeptordichten der kritischen Neurohormone im Hirn, wird sozial aktiver und kümmert Liebe ist der biologische Schlüssel zur Intelligenz sich mehr um Kinder und Partner. Die Mechanismen der Liebe sind universell: Sie steuern romantische und elterliche Liebe, zwischenmenschliches Vertrauen, selbst das Gefühl der Gruppenzusammengehörigkeit und wer hätte das gedacht, die damit einhergehende Aggression gegenüber Nicht-Zugehörigen: biologisch fundierte Xenophobie. Der Zweck der Liebe ist im artübergreifenden Erfolg all ihrer Konsequenzen begründet: Als Garant bedingungsloser Zuwendung ermöglicht sie die Geburt unterentwickelter, dafür aber lernfähiger und -abhängiger Nachkommen. Liebe ist daher der Schlüssel zu unserem größten Gut: dem riesigen, mit dem Wissen der Vorgängergenerationen befütterten Hirn, und damit zu Kultur und Technik.

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Wie gründet man ein Unternehmen?

Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 400.000 Gewerbe angemeldet – Tendenz steigend. Eine Antwort auf die Frage, wie man ein Unternehmen gründet, geben unter anderem der SAP-Gründer Hasso Plattner, der Berliner Professor für Unternehmertum Günter Faltin und Alexander Schumann, Chefvolkswirt des DIHK.

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Günter Faltin, Vorstand Stiftung Entrepreneurship

Heute hat jeder das Potenzial zum Gründer

Es stimmt nicht, dass Sie zum Unternehmer geboren sein oder zwölf Stunden am Tag arbeiten müssen, das Sie ein Patent, viel Kapital oder detaillierte Kenntnisse der Betriebswirtschaftslehre haben sollten. Was Sie wirklich brauchen, ist ein durchdachtes und ausgereiftes Gründungskonzept. Mit einem Einfall fängt es an Man recherchiert, arbeitet an der Idee, brütet darüber. Sie wächst, gewinnt an Tiefe und an Umfang. Man erlebt Durchbrüche und Rückschläge, schiebt Teile des Konzepts hin und her, bis sie zur Passung gebracht werden. Das Konzepts muss zu Ihrer Person passen, muss mit Ihren Fähigkeiten und Werten stimmig sein. Nur so bringen Sie die Kraft und das Durchhaltevermögen auf, ein tragfähiges Konzept zur Reife zu bringen und auch gegen Widerstände durchzusetzen. Drei Schritte müssen Sie gehen: 1. Entrepreneurship von Business Administration unterscheiden. (Das ist der leichteste Schritt.) 2. Eine Ausgangsidee finden, daran arbeiten, noch mehr daran arbeiten, so lange, bis Sie ein Ideenkonzept haben das deutlich überzeugender ist als die Konvetionen, die Sie vorfinden. (Das ist der schwierigste Schritt.) 3. Aus vorhandenen Komponenten gründen, statt alles selbst aufzubauen. (Das ist der schritt, der sie von Kapital fast unabhängig macht.) Wie befinden uns in einer historisch einmaligen Situation. Noch nie waren die Voraussetzungen so günstig und die Mittel für jedermann so zugänglich wie heute.

Hasso Plattner, Gründer von SAP

Die Ausbildung öffnet Tür und Tor

Für den dynamischen Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien kann ich gleich mehrere Ratschläge für potenzielle Firmengründer geben. Zunähst möchte ich jeden, der ein Unternehmen gründen möchte, ermutigen und ihm dringend empfehlen, sich eine solide Ausgansbasis zu schaffen, indem er oder sie erfolgreich eine fundierte Ausbildung absolviert. Eine wirtschaftsnahe und ingenieurwissenschftlich orientierte universitäre Ausbildung ist dabei von besonderem Vorteil. Es ist nicht nur wichtig, im Verlauf des Studiums exzellente fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, sondern auch die sogenannten Soft Skills und eine ausgeprägte Innovationsfähigkeit zu entwicklen. Eine derartige Top-Ausbildung, dgie auch Ausgangspunkt für eine steile Karriere in der Forschung oder als Nachwuchsführungskraft in einem Unternehmen ist, sollte beflügeln, als junger Entrpreneur in einem kreativen Team pfifige, möglichst weltmarktfähige Ideen zu entwickeln - für moderne Produkte und Diensteistungen, die von den Kunden wirklich gewünscht werden, technisch realisierbar sind und natürlich auch Vertriebserfolge versprechen. Damit kann man dann Business Angels oder Wagniskapitalfonds überzeugen, die Finanzierung der Frühphase und eine schnelle Internationaisierung zu fördern. Solche jungen Unternehmen können bei Erfolg dafür sorgen, dass auch hier in Deutschland viele neue Arbeitplätze geschaffen werden und ermöglichen den Gründern ein weitgehend selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln zum Wohle aller.

Alexander Schuhmann, Chefvolkswirt des DIHK

Sich fordern und fördern lassen: „Wie gründet man ein Unternehmen? Mit Kühlem kopf und heißen Herzen!"

Mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Will ich ein Unternehmen gründen, muss ich mir ganz am Anfang drei Fragen stellen: Habe ich eine Geschäftsidee, für die ich brenne? Kann ich Menschen für mein Angebot gewinnen? Kanne ich meine Idee in Zahlen fassen und Finanzpartner mit einem aussagekräftigen Businessplan überzeugen? Leuten alle drei Antworten „Ja\" dann lohnt sich der Weg zum eigenen Unternehmen. Ich muss nach möglichen Gründungspartnern Ausschau halten, die Finanzierung auf die Beine stellen, das Start-up beim Gewerbeamt oder freiberuflichen Einrichtungen anmelden, etwaige Genehmigungen bei Behörden beantragen, erste Investitionentätigen und mich und meine Idee potenziellen Kunden bekannt machen. Die To-do Liste ist lang und will systematisch abgearbeitet werden. Doch Bange machen gilt nicht - erst recht nicht für einen Firmenchef in spe. Unternehmer sein, das heißt über den Tellerand schauen, Chancen sehen und ergriefen, Risiken erkennen und managen. In Deutschland gibt es neben 200 Förderprogrammen auch ein dichtes Netz an Beratungsstellen in den Regionen, die Existenzgründern Orientierung bieten. Die 80 Industrie- und Handelskammern etwa stehen Gründern mit einem Rundum-Service zur Seite, einem Service aus einer Hand - von grundlegenden Erstinformationen über Gründerseminare und Hilfe bei Förderanträgen bis hin zum persönlichen Business-plan-Check. Doch bei allen Unterstützungsmöglichkeiten darf man eines nie vergessen: Entscheidend für den Gechäftserfolg ist nicht das Fördergeld, sondern immer die Geschäftsidee.

leeraza89, Leser_In

Franchiseprogramme sind auf jeden Fall eine Möglichkeit. Wenn man den richtigen Ort weiß, kann man schnell viel Erfolg haben. Das hat ein Freund und sein Vater zusammen gemacht mit einem Sandwichladen. Aber wer eine eigene Idee hat, sollte wirklich gut überlegen, wie er seine Produkte gut verkaufen kann. Da gehört Marketing an erste Stelle, den von alleine findet einen niemand. Ich wünsche aber allen, die es versuchen viel Glück und Erfolg!

Alexander Heinke, Leser_In

Eigentlich ganz einfach: Ab zum zuständigen Amt und ein Gewerbe eintragen? Und dann? Fängt die eigentliche Arbeit ja erst an. Je nach dem, ob man eigenes Kapital hat oder welches benötigt, wird man wohl an einem Business Plan nicht vorbeikommen. Der ist natürlich für die Kapitalaufnahme bei Investoren unerlässlich, andererseits bietet er dem Unternehmer selbst Sicherheit: Sind meine Ziele realsistisch? Reicht das Kapital? Wieviel muss ich bis wann erwirtschaften, um meinen Break-Even zu erreichen? Planung ist nicht alles, aber viel! Gründen geht schnell! Eine Idee in ein Konzept zu gießen und das umzusetzen, das ist die Herausforderung!

jurek, Leser_In

Mir fallen spontan diese 2 Punkte ein: 1. vor der Inbetriebnahme: Umfangreiche Recherche und Planungen durchführen. Ein sehr kritisches Auseinandersetzen mit den eigenen Buisnessplänen und Kalkulationen ist sehr zu empfehlen - bestenfalls durch außenstehende Fachleute. Generell neigen Menschen zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie zum Optimismus bezüglich eigener Projekte. So können leicht entscheidene Fakten oder Probleme übersehen werden, die sich später als geschäftshinderlich erweisen werden können. 2. zu Beginn geringes Risiko eingehen: der Schritt von der Theorie in die Praxis ist unvorhersehbar und gewissermaßen unplanbar, deshalb würde ich nach einem Stufenmodell vorgehen, dass mich klein anfangen lässt und mit der Zeit exandieren kann. Gerade bei begrenztem Kapital ist es wichtig, zu Beginn eine einfache Exit-Option zu haben, wenn das Unternehmen trotz aller Anstrengung nicht funktioniert.

Gregor, Leser_In

Wollen und Machen!

Sebastian Linde, Leser_In

Vor allem muss man den Schritt wagen. Zugegeben: In Deutschland wird einem durch gesetzliche Hürden, steuerliche Nachteile und erschwerte Finanzierung der Weg nicht gerade geebnet, ein Unternehmen in\'s Leben zu rufen. Man sollte sich jedoch nicht abschrecken lassen und es einfach tun. Deutschland braucht mehr \"Macher\". Und falls die nötige Motivation fehlt: Was denken Sie bereuhen Sie eines Tages mehr: Gescheitert zu sein, oder es nie versucht zu haben? In diesem Sinne: Viel Erfolg und packen Sie\'s an!

Iwan, Leser_In

Für mich war das Finden eines Geschäftspartners das wichtigste Puzzlestück. Ohne gegenseitige Unterstützung, schafft man es selten die benötigte Motivation dauerhaft aufzubringen.

Ruben Schmitt, Leser_In

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies nur funktioniert, wenn man immer an seine Idee glaubt und sich auch nach Rückschlägen auf die Vision der Selbstständigkeit konzentriert.

Alexander Schuhmann,

Mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Will ich ein Unternehmen gründen, muss ich mir ganz am Anfang drei Fragen stellen: Habe ich eine Geschäftsidee, für die ich brenne? Kann ich Menschen für mein Angebot gewinnen? Kann ich meine Idee in Zahlen fassen und Finanzpartner mit einem aussagekräftigen Businessplan überzeugen? Lauten alle drei Antworten „Ja“, dann lohnt sich der Weg zum eigenen Unternehmen. Ich muss nach möglichen Gründungspartnern Ausschau halten, die Finanzierung auf die Beine stellen, das Start-up beim Gewerbeamt oder freiberuflichen Einrichtungen anmelden, etwaige Genehmigungen bei Behörden beantragen, erste Investitionen tätigen und mich und meine Idee potenziellen Kunden bekannt machen. Die To-do-Liste ist lang und will systematisch abgearbeitet werden. Doch Bange machen gilt nicht – erst recht nicht für einen Firmenchef in spe. Unternehmer sein, das heißt über den Tellerrand schauen, Chancen sehen und ergreifen, Risiken erkennen und managen. In Deutschland gibt es neben 200 Förderprogrammen auch ein dichtes Netz an Beratungsstellen in den Regionen, die Existenzgründern Orientierung bieten. Die 80 Industrie- und Handelskammern etwa stehen Gründern mit einem Rundum-Service zur Seite, einem Service aus einer Hand – von grundlegenden Erstinformationen über Gründerseminare und Hilfe bei Förderanträgen bis hin zum persönlichen Businessplan- Check. Doch bei allen Unterstützungsmöglichkeiten darf man eines nie vergessen: Entscheidend für den Geschäftserfolg ist nicht das Fördergeld, sondern immer die Geschäftsidee.

Prof. Hasso Plattner, Leser_In

Für den dynamischen Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien kann ich gleich mehrere Ratschläge für potenzielle Firmengründer geben. Zunächst möchte ich jeden, der ein Unternehmen gründen möchte, ermutigen und ihm dringend empfehlen, sich eine solide Ausgansbasis zu schaffen, indem er oder sie erfolgreich eine fundierte Ausbildung absolviert. Eine wirtschaftsnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte universitäre Ausbildung ist dabei von besonderem Vorteil. Es ist nicht nur wichtig, im Verlauf des Studiums exzellente fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, sondern auch die sogenannten Soft Skills und eine ausgeprägte Innovationsfähigkeit zu entwickeln. Eine derartige Top-Ausbildung, die auch Ausgangspunkt für eine steile Karriere in der Forschung oder als Nachwuchsführungskraft in einem Unternehmen ist, sollte beflügeln, als junger Entrepreneur in einem kreativen Team pfiffige, möglichst weltmarktfähige Ideen zu entwickeln – für moderne Produkte und Dienstleistungen, die von den Kunden wirklich gewünscht werden, technisch realisierbar sind und natürlich auch Vertriebserfolge versprechen. Damit kann man dann Business Angels oder Wagniskapitalfonds überzeugen, die Finanzierung der Frühphase und eine schnelle Internationalisierung zu fördern. Solche jungen Unternehmen können bei Erfolg dafür sorgen, dass auch hier in Deutschland viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden und ermöglichen den Gründern ein weitgehend selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln zum Wohle aller.

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