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Was spart CO2?

Knapp 800 Millionen Tonnen CO2 wurden in Deutschland 2011 emittiert. Zu viel, um die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. So wie bisher geht es nicht weiter. Aber wie dann? Antworten geben der 2010 mit dem alternative Nobelpreis ausgezeichnete Nnimmo Bassey, der Professor für Gebäudetechnik, Bert Oschatz und Ferdinand Dudenhöffer, Automobil-Experte.

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Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen

Regulierung als Innovationsmotor: Menschliches Verständnis bringt die Einsparungen auf die Straße“

Drei Dinge sparen CO2: Erstens die Produkt- und Produktionstechnik, zweitens Regulierungen und gesetzliche Vorgaben, wie die Kraftstoffbesteuerung oder CO2 -Vorgaben für Neuwagen, und drittens das Verständnis und Verhalten der Menschen. Die beste Technik bringt wenig, wenn der Fahrstil des Einzelnen nur die beiden Zustände Bleifuß und Vollbremsung kennt. Unser Kopf und damit unser Umweltbewusstsein prägen den CO2-Verbrauch. Regulierende Vorgaben, wie die Kraftstoffbesteuerung, die in großen Teilen Europas etwa aus unerfindlichen Gründen Dieselkraftstoff deutlich geringer besteuert als etwa Ottokraftstoff, führt dazu, dass Innovationen wie Hybridsysteme wenig in der Entwicklung beachtet und sämtliche Budgets auf Dieselmotoren gesetzt werden. Die falschen Regulierungssignale blockieren CO2-sparende Technik. Man könnte auch sagen, der politische Preis für CO2 ist zu niedrig angesetzt. Und dann natürlich die Grundla- ge aller Einsparungen – unsere Produktund Produktionstechnik.

Bert Oschatz, Geschäftsführer des Instituts für technische Gebäudeausrüstung Dresden

Das Dilemma der Energiewende

Wer CO2 sparen will, denkt zuerst an den Umstieg auf erneuerbare Energie bei der Stromerzeugung. Der ist aber nur ein Aspekt der Energiewende. In Deutschland ist der Gebäudebereich mit 40 Prozent am Energiekonsum beteiligt. Das Einsparpotential ist immens. Etwa 90 Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland entsprechen nicht dem Stand der Technik. Sie sind mitunter mehr als 40 Jahre im Einsatz. Wer seine bestehende durch eine moderne Anlage ersetzt, etwa Gasbrennwerttechnik in Verbindung mit Solarthermie, senkt seinen Energieverbrauch um 25 bis 40 Prozent. Diese Maßnahme ist auch wirtschaftlich, je nach Objekt dauert es drei bis acht Jahre, bis sich eine neue Anlage refinanziert hat. Derzeit können die Fördermaßnahmen die finanziellen Mehraufwände für die In- stallation innovativer Technologien nicht kompensieren. Hier wird das Dilemma der Energiewende deutlich: Jeder will CO2-sparende Technologien, doch dafür zahlen wollen nur die wenigsten. Jetzt steht die Bundesregierung in der Verantwortung und muss beweisen, dass sie ihr Energiekonzept umsetzen will. Denn bisher ist es ihr nicht gelungen, wirksame Anreize für eine flächen deckende Sanierung im Gebäude- und Gebäudetechnikbereich zu schaffen. Um diese zu erreichen, muss sie die neuen Technologien fördern und die Bürger über die Vorteile einer Anlagensanierung informieren. Denn mit vergleichsweise geringen Investitionen können große Potentiale erschlossen werden.

Nnimmo Bassey und Team, Friends of the Earth in Europa und Nigeria

Feuer und Flamme: „Durch das Abfackeln wird Gas im Wert von mehreren Milliarden Euro verschwendet.“

Ein weltweiter Stopp des Abfackelns von Gas würde mehr CO2 -Emissionen einsparen als das Kyoto-Protokoll vorsieht. Das Abfackeln von Gas wird von Ölfirmen benutzt, um Gas, das während der Ölförderung freigesetzt wird, zu verbrennen. Wenn dieses Gas gesammelt würde, könnte es von privaten Haushalten sowie der Industrie genutzt werden, so wie dies in Europa bereits geschieht. Jedes Jahr wird Gas von Ölunternehmen in der ganzen Welt abgefackelt und abgeblasen. Die Emissionen, die durch diesen Vorgang ausgestoßen werden, belaufen sich auf schätzungsweise 400 Millionen Tonnen CO2. Durch das Abfackeln wird Gas im Wert von mehreren Milliarden Euro verschwendet. Die Reduzierung des Abfackelns ist ein praktischer Schritt um die Erderwärmung abzubremsen. Nun hat die EU hat einen Entwurf vorgelegt, mit dem die Ölindustrie verpflichten werden soll die Abfackelung von Gas einzudämmen, um die CO2-Emissionen von Treibstoffen zu senken. Auch in Länder wie Nigeria, wo weltweit die zweitgrößten Mengen Gas abgefackelt werden, ist dies inzwischen illegal. Doch die Ölunternehmen zögern die Beendigung des Abfackelns hinaus. Sie nutzen in Ländern wie Nigeria die Schwäche des Staates aus, um sich über geltende Gesetze hinwegzuset- zen. In der EU treten dieselben Unternehmen dafür ein, die entsprechende Klimagesetzgebung zu blockieren.

Marcus Klippgen, Leser_In

Bis vor Kurzem schien es, als führen wir alle demnächst nur noch elektrisch – womit das weltweite CO2-Problem seitens des Autos gelöst sei. Inzwischen herrscht Ernüchterung: Die Antriebsbatterien bleiben auf absehbare Zeit sündhaft teuer, defektanfällig und erreichen in praxi nur Reichweiten von etwa 100 Kilometern. Überdies fährt man mit Elektroautos keineswegs CO2-frei, solange der Ladestrom aus der Dose zu 80% (D) aus fossilen Energien kommt (Kohle, Gas). Der Unterschied ist nur der, dass das CO2 beim Eletroauto aus dem Schornstein des Kraftwerkes kommt. Langfristig interessanter Energieträger ist Wasserstoff, der in einer bordeigenen Brennstoffzelle in Antriebstrom umgewandelt wird, wobei nur Wasser abfällt. Die elektrolytische Gewinnung von Wasserstoff braucht allerdings Unmengen an Strom. Daher ist Wasserstoff erst dann ökologisch sinnvoll, wenn der Elektrolysestrom allein aus regenativen Quellen kommt (Wind, Sonne, Meereskraft). Einstweilen beträgt deren Anteil am Strom-Mix in D gerade mal 20%. Deshalb führt kein Weg am Verbrennungsmotor vorbei – zumindest im vor uns liegenden Jahrzehnt. Frage ist nur: Welcher Verbrennungsmotor? Da die Menge des verbrannten Kraftstoffs mit der CO2-Emmission korreliert, müssen Autos möglichst sparsam werden. Das lässt sich z. B. durch Motor-„Downsizing“ erreichen, indem Hubraum und Zylinderzahl (und damit motorinterne Verluste) verringert werden, jedoch Turboaufladung für Leistung sorgt. Oder durch „Hybrid“-Technik, bei welcher der Verbrennungsmotor von einem Elektromotor unterstützt wird und so sparsamer ausgelegt bzw. streckenweise sogar abgeschaltet werden kann. Diese Techniken lassen sich sowohl bei Benzin- oder Gasmotoren, als auch bei Dieselmotoren anwenden. Der Dieselmotor hat allerdings einen prinzipbedingten Vorteil: Er verbraucht weniger, weil sich bei ihm der Kraftstoff im Brennraum von selbst entzündet. Dieses Selbstzünderprinzip nutzt die im Kraftstoff enthaltene Energie besser aus, als ein Ottomotor, bei dem es eine Zündkerze braucht, die das Gemisch erst „anzünden“ muss, damit es zur Explosion kommt, die den Kolben nach unten treibt. Deshalb verbrauchen Dieselmotoren rd. 30% weniger Kraftstoff und stoßen 25% weniger CO2 aus, als in der Leistung vergleichbare Ottomotoren (Die Prozentwerte sind nicht identisch, weil die Energiedichte von Dieselkraftstoff höher als die von Benzin ist). Entwicklungen wie Direkteinspritzung und Turboaufladung, die der Dieselmotor bereits hinter sich hat, kommen jetzt auch zunehmend bei Ottomotoren zum Tragen, sodass sich der Ver- brauchs- und CO2-Vorteil des Diesel auf rd. 25% bzw. 20% verkürzen könnte. Aber bei diesem Abstand wird es bleiben – einfach prinzipbedingt. Wer also zur Reduktion anthropogener CO2-Emissionen beitragen will, sollte einen Diesel fahren.

Jean-Claude Jenowein, Leser_In

Ich bin bis jetzt noch nie mit dem Flugzeug geflogen. Das ist mein Beitrag zur Einsparung von CO2. Die interaktive Sendung \"ZDF-log in\" befasste sich mit dem selben Thema: \"Macht verzichten glücklicher?\". Zu Gast waren Udo Walz, der Starfrisör und Nico Paech, der mit seinem sparsamen und nachhaltigen Lebensstil den ökologischen Fußabdruck verringern möchte. Ich finde die Menschen, die mit dem Flugzeug fliegen, sollten dafür auch eine Abgabe leisten. Vergleichbar mit der Ökosteuer, die jeder Autofahrer bezahlen muss.

Investiert die Billion in Brasilien oder Madaskar!, Leser_In

Auf das kleine Deutschland entfallen mal gerade 0,5% der weltweiten Emissionen an Kohlendioxid. Mit der Billion Euro, die uns jetzt der Aktionismus der Energiewendehälse kostet, hätte man das ganze Amazonasbecken retten können und Papua-Neuguinea noch dazu. Vielleicht auch noch Madaskar wieder aufgeforstet. Zur Erinnerung: Jedes Jahr wird in Brasilien Regenwald von der Flächengröße der alten BRD abgeholzt. Denkt endlich mal über den Tellerrand hinaus!

Willi Lübke, Leser_In

Ich stimme Herrn Dudenhöfer zu. Regulierung! Zwingen wir unsere Industrieunternehmen dazu, ihr Wissen und Können auch tatsächlich umzusetzen. Freiwillig tun sie es in der Regel nicht, es sei denn sie versprechen sich Marktvorteile. Beispiel Autoindustrie: Warum hat sich unsere Regierung einer schärferen Regelung bei den CO2 Emissionen verweigert? Wettbewerbsnachteile sind Lobbyistengeschwätz. Niemand braucht solche Dreckschleudern wie die Panzerartigen SUV`s im normalen Strassenverkehr. Zudem, mehr Stahlverbrauch bei der Produktion bedeutet schon hier unnötige Ressourcen- und Energieverschwendung. Hoher Verbrauch geht immer zu Lasten der Umwelt, ebenso wie zu hohe Geschwindigkeit. Warum kein Tempo 130 und obendrauf max 130g CO2-Ausstoß? Weg vom Benziner und Diesel, hin zum Gas als Übergang. Elektromotoren sind keine gute Lösung, solange auch nur 1 KW Strom mit fossilen Energieträgern erzeugt wird. Das ist widersinnig. Aus Primärenergie Sekundärenergie zu machen und dann unterwegs zum Endkunden das meiste davon zu verlieren. Solange die Brennstoffzelle noch nicht reif für Verbrennungsmotoren ist, heißt Sparen die Devise. Die Technik ist vorhanden, auch bei elektrischen Geräten. Weg mit langen Übergangsfristen. Verbot der Produktion von energiefressenden Geräten. Dann steigen die Stückzahlen für die bessere Technik und damit auch der Gewinn pro produzierter Einheit bei gleichzeitiger Möglichkeit, die Preise zu senken. Das erhöht den Anreiz, etwas Neues zu kaufen. Aber bitte keine Verschrottungsanreize, wie bei den Autos. Das war eine ökologisch gesehen katastrophale Entscheidung. Die Energiebilanz ist verheerend. Kein Altauto verbraucht bis zum Ende seiner Gebrauchsdauer soviel Energie wie die Produktion eines Neufahrzeuges und dieses schafft es auch nicht, das zu kompensieren. Dazu kommt der ökonomische Wahnsinn. Die unsinnige Vernichtung von Arbeit und Arbeitsplätzen in den Werkstätten auf lange Sicht.

coco, Leser_In

Der Experte Ferdinand Dudenhöffer schreibt das \"falsche Regulierungssignale\" die CO2 sparende Technik blockieren. Die Frage ist nur: Welche Regulierungsmaßnahmen gibt es denn ?! Die Bundesregierung hat eine Zielvereinbarung bis 2020 mit den Automobilbauern vereinbart in der es heißt das sie 1 mio. Elektroautos auf die straßen bringen sollen. vor nicht mal einem halben jahr wurde diese zahl schon inoffiziell nach unten korrigiert. da ich selber bei daimler arbeite weiß ich wie die gespräche zu solchen themen ablaufen: es gibt einfach kein Interesse an elektroauto da sie nahezu keine verschleißteile haben abgesehen von den reifen. Das würde heißen das tausende arbeitsplätze alleine um das Daimler hauptwerk bei Stuttgart herum gefährdet sind. Außerdem weiß Daimler als mitbegründer des Lobbyismus in Europa sich sehr wohl zu wehr zusetzen gegen CO2 Regulierungen. neustes Beispiel: die 95mg/km co2 austoß regulierung Die EU hat das ziel die CO2 Emissionen bis 2025 bei allen autos auf 95mg/km zu limitieren. Das ist ziel ist durchaus erreichbar für autos bis zur kompaktklasse, aber die gewinnspanne beim verkauf von SUV\'s liegt deutlich höher also möchte man sich diesen Markt auch langfristig aufrecht erhalten, gerade aufgrund des enorm wachsenden marktes. deshalb sind derzeit s.g. thinktanks damit beschäftigt die EU regulierung zu kippen und zwar dahingehend das weiterhin alle sorten von Autos verkauft werden koennen, und für den verkauf von Hybriden und Elektroautos eine Art credit Point vergeben wird. konkret heißt das: wird ein Hybrid verkauft liegt der durchschnittliche verbrauch rund 20-30% unter dem einer Kombis. Dieser hybrid soll als 1,2 verkauftes auto gerechnet werden da er ja circa 60 mg/km co2 ausstößt. diese 0,2 - 0,3 \"Autos\" werden dem verkauf von SUV\'s gegen gerechnet die langfristig nicht unter die regulierungsgrenze von 95 mg/km co2 kommen werden.

Jochen Gerdts, Leser_In

Veränderungen müssen zu aller erst von den Menschen selbst kommen bzw. gewollt werden. Das Bewustsein hat sich in den letzten 10 Jahren schon bedeutend verbessert, nur reicht das bekanntlich nicht. Ich erlebe es täglich bei der Kundenberatung über Fenstersanierungen. Wie beim Autokauf wird grundsätzlich die Mittelklasse gewählt. statt zukunftsfähiger Modelle. \"stuck in the middle\" sagt der Amerikaner. Das Bauteil ist zu gut um einen erneuten Austausch zu rechtfertigen - aber ebenfalls zu schlecht um damit Passivhausqualität jemals erreichen zu können. Vielfach werden die KfW-förderbedingungen als Richtschnur für Entscheidungen genommen. Warum gibt es für Einzelmaßnahmen keine Staffelung wie bei den Effizienzhäusern ?

Peter Menke, Leser_In

Nur ein waches Bewusstsein über die Konsequenzen des eigenen Verhaltens führt zu einer Veränderung - jeder Einzelne muss etwas tun, damit insgesamt etwas geschieht. Die Summe aus weniger Auto fahren, weniger Wegwerfprodukte kaufen, weniger Energieverschwendung im Alltag (Heizen, Standby, ...), weniger (Billig-)Fleisch ... dürfte eine enorme CO2-Einsparung zur Folge haben. Mehr noch: Es dürfte ein Mehr an Lebensqualität dabei herauskommen!

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Wie entsteht Innovation?

Der Volksmund weiß, Ideen sind das Kapital der Zukunft. Nur was braucht es, damit Innovation entsteht? Neugier, glaubt Karlheinz Brandenburg, Miterfinder der mp3-Technologie, kontinuierliche Arbeit, sagt Josef Pauli, Professor für Intelligente Systeme. Und Start-up-Unternehmer Lukasz Gadowski rät neuen Angestellten: „Macht Fehler!“

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Karlheinz Brandenburg, Miterfinder der mp3-Technologie

Von Neugier getrieben: „Es braucht Durchsetzungskraft und den Willen, nicht aufzugeben.“

Innovation ist die Realität gewordene Invention, die Umsetzung neuer Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen. Was dazu verhelfen kann, hat einmal der Journalist Max Rauner in einem Beitrag für „Die Zeit“ geschrieben: Vision, Überstunden und Sturheit – das seien die Schlüssel zum Erfolg des Teams gewesen, das das mp3-Format mitentwickelt hat. Was braucht es also alles? Zunächst Ideen. Diese werden aus Neugier getrieben, vor allem aus dem Blick über den Tellerrand, über die eigenen Fachgrenzen hinaus. Dazu braucht es Phantasie und Kreativität. Das alles sind für mich andere Worte für die Fähigkeit, weiter zu denken. Damit neue Ideen entstehen, braucht es aber auch die gute Fachkenntnis, die harte Arbeit an den Grundlagen und das intensive Verständnis für den Stand der Technik. Heute wird viel über zu viel Stress geschimpft, aber auch hier gilt: Ohne Einsatz geht es nicht. Das müssen nicht durchgearbeitete Nächte sein, sind es in vielen Fällen aber doch. Und dann habe ich eine tolle Idee, den Beweis, dass es funktioniert, und bin trotzdem noch lange nicht am Ziel angekommen: Es braucht Durchsetzungskraft, die richtigen Verbündeten und den Willen, nicht aufzugeben, auch wenn andere weiter zu sein scheinen und ihre Ideen schon im Markt platzieren. All das ist, wie Mathematiker sagen, notwendig, aber nicht hinreichend: Für echte Innovationen braucht es dann noch das Quäntchen Glück, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein.

Lukasz Gadowski, Start-up-Unternehmer und Investor

Auf fremden Pfaden: „Wir fordern neue Mitarbeiter auf, Fehler zu machen.“

Innovation entsteht aus Kombination und Rekombination. Vorhandenes wird neu kombiniert, daraus entsteht Neues. Das mit der Innovation beginnt auf der subatomaren Ebene. Alle schwereren Elemente sind aus Helium und Wasserstoff entstanden. Aus Elementen wurden Moleküle, etc. etc. etc. Das lässt sich fortsetzen, bis hin zu komplexen sozialen Systemen. Greifen wir uns eines dieser sozialen Systemen heraus: das Unternehmen, oder genauer: das Start-upUnternehmen. Hier atmen wir Innovation. Das muss auch kulturell verankert sein! Ein solcher Anker ist es, zu Entscheidungen zu ermutigen. Wer neues erschaffen will, muss von gewohnten Pfaden abweichen. Wenn wir bei „Team Europe“ einen neuen Mitarbeiter einweisen, ermutigen wir ihn, Entscheidungen zu treffen. Wir fordern ihn explizit dazu auf, Fehler zu machen! Die Angst vor Fehlern, der Anspruch, alles hundertprozentig richtig zu machen, ist ein starker Instinkt. Ein smarter Mitarbeiter wird in Konsequenz weniger entscheiden, weil er so Fehler am einfachsten vermeiden kann. Er darf also Fehler machen; wir bitten ihn nur freundlich, den gleichen Fehler nicht zweimal zu tun; nicht jede Fehlermöglichkeit wahrzunehmen, und keine absolut dämlichen Fehler zu machen. (lat.: tolpatschuss extremus). Positiver Nebeneffekt: Wer seine Fehler akzeptiert und offen über sie spricht, wird sie schnell revidieren. Es wird öfter kombiniert und rekombiniert. Die Innovationsrate nimmt zu, und Innovation entsteht.

Josef Pauli, Professor für Intelligente Systeme an der Universtität Duisburg-Essen

Sinn und Verstand

Innovation entsteht, wenn eine Idee kontinuierlich weiterentwickelt wird, etwa die der kognitiven Systeme. Ihnen gehört die Zukunft: Kognitive Systeme verfügen über Sensoren und Kameras zur digitalen Erfassung ihrer Umgebung und der darin stattfindenden Abläufe. Die örtlichen Gegebenheuten und temporären Situationen werden von Computern und den zugehörigen Programmen automatisch erkannt. So könnte beispielweise ein Brandherd mit Hilfe von Geruchssensoren, Videokameras und dem zugehörigen Computerprogramm lokalisiert und eine Feuerkatastrophe abgewendet werden. Dafür wird zunächst das auf der Wahrnehmung basierende Wissen gesammelt, strukturiert und weiterverarbeitet. Aus diesen Daten wird anschließend ein Verhaltensvorschlag generiert. So könnte das kognitive System die Feuer-wehr automatisch mit Hinweisen zur gezielten Brandbekämpfung versorgen. Es wäre also vorteilhaft, eine private Wohnumgebung mit einer derartigen kognitiven Fähigkeit ergänzen zu können. In Zukunft sollen kognitive Systeme auch in unterschiedlichste Geräte und Umgebungen integriert werden, von Haushalts- und Handwerksgeräten bis hin zu großräumigen, komplexen Produktionsanlagen. Kognitive Systeme sollen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Flexibilität schaffen. Sie sollen dem Menschen insgesamt dienlicher werden. Zur Gewährleistung der Benutzerakzeptanz muss das System zusätzlich die Fähigkeit haben, die beabsichtigen Aktionen transparent zu erklären, und fortwährend im Betrieb die Möglichkeit der menschlichen Interaktion anbieten.

Dr. Michael Frey, Leser_In

Ideen im Kopf auf Papier bringen. Sich wieder und wieder ansehen und wenn es nach einer Woche noch überzeugt. Die notwendigen Schritte zur Umsetzung planen.

Sven, Leser_In

Sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn es schwierig wird.

Gerd Krebs, Leser_In

Die Augen offen halten und Dinge nicht als gegeben oder unveränderbar betrachten. Die größten Innovationen entstanden wohl bei Gesprächen mit Freunden, die dann die Dimensionen ihres Geistesblitzes erkannten und daran glaubten.

Marya Beyer, Leser_In

Neugierig bleiben, Trends und Problem erkennen. Ich denke heutzutage geht es darum Zeit zu sparen, denn diese wird immer kostbarer.

Sandy Lerche, Leser_In

Jeden Tag auf dieser Welt entstehen Innovationen. Manche schaffen es, die meisten nicht. Dahinter stehen Menschen die daran glauben und sich der Aufgabe widmen den Rest davon zu überzeugen, dass ein neuer Weg auch ein besserer sein kann.

Caspar Madiou, Leser_In

Innovation entsteht in den Köpfen von Menschen, die etwas verändern wollen. Einen neuen Weg gehen - fernab von bekannten Pfaden - auf der Suche nach neuen Möglichkeiten Zeit zu sparen.

Gisa, Leser_In

Glück + Zufall + Verstand

Andreas Heck, Leser_In

Man muss ein Gespür für Trends haben, aber gleichzeitig den Mut, sich ihnen zu verweigern, um neue Wege und Möglichkeiten zu entdecken.

Meister, Leser_In

Eine Innovation muss durchdacht sein und intern wie extern absolut überzeugen. Sie muss die Anforderungen der Anwender erfüllen und sogar übertreffen.

Rene Parastandeh, Leser_In

Mit Mut und Verstand Dinge zu verändern ist der Weg zur Innovation.

Holger Jung, Leser_In

Innovation entsteht im Wesentlichen durch Mut, ein Risiko einzugehen.

Dr. Mertens, Leser_In

Am Anfang einer Innovation steht immer eine Idee, die bestehende Produkte verbessert.

Ulrike Berlin, Leser_In

Verzichten auf starre Prozesse! Verzichten auf quälende Festlegungen von Innovationsbereichen nach Metatrends! Innovationsfähigkeit ist keine Frage von Trends sondern eine Frage der Lebenseinstellung.

Jetzt aber, Leser_In

Innovativ sein, heißt, nicht innerhalb von Grenzen, sondern mit den Grenzen spielen, frei von Angst und Mangelmustern, vertrauend auf Fülle und Potentiale.

Martina Heidmann, Leser_In

Wer innovativ sein will, muß werden wie ein Kind, allerdings wie ein erwachtes Kind, das sich in seiner Naivität und Spielfreude bewußt ist und sich gleichzeitig über die Schulter schauen kann.

Michael, Leser_In

Glücklicherweise gibt es eine Menge von Werkzeugen, die diese Fähigkeit fördern. Das Schwierige an diesen Werkzeugen ist allerdings, man kann sie nicht nutzen ohne sich zu verändern. Ausgehend von dem Modell, daß das Wissen nicht im Kopf, sondern der Kopf im Wissen steckt, bedeutet heutzutage Innovation, die Möglichkeiten unseres Neuropotentials in neuer und eleganterer Weise zu nutzen.

Heinz Betling, Leser_In

Auf dem Weg vom Bekannten zum Unbekannten gibt es eine entscheidende Kluft, die anscheinend die Deutschen schwer überwinden können. Die Mutigen, die sich trauen, diese Kluft zu überbrücken, haben große persönliche Mühen vor sich und treffen immer wieder auf einen Sumpf von Bedenkenträgern, Zauderern, Bremsern, engstirnigen Moralisten, Mahnern, Gewissenskontrolleuren.

Sebastian Meindl, Leser_In

Es gibt eine Vielzahl von unternehmerischen Tätigkeiten, die das Entstehen einer Innovation fördern. Innovationen müssen daher nicht dem Zufall überlassen werden, sondern können systematisch geplant werden. Ein Unternehmen braucht dazu nur ein ausgereiftes Innovationsmanagement das die Planung, Umsetzung und Kontrolle von Ideen zur Aufgabe hat.

Sabine Herting, Leser_In

Just do it!

Karsten Mey, Leser_In

Organisationen, die ihre Innovationskraft steigern möchten, sind gut beraten, sich gründlich mit agilen Methoden und Denkweisen auseinanderzusetzen und diese anzuwenden.

Martin Walz, Leser_In

Um innovativ zu werden, bedarf es natürlich eines fachspezifischen Know-Hows, einer innovationsfördernden Umgebung und Unternehmenskultur sowie der Anwendung von Innovationstechniken, die einer handwerklichen Grundausstattung entsprechen.

Hendrik Ette, Leser_In

Innovation entsteht, wenn geistiger Freiraum mit Leidenschaft, Fleiss und Ausdauer zusammen trifft. Etwas Glück darf natürlich auch nicht fehlen.

Dr. Annette Mund, Leser_In

In sozialer Hinsicht ist Innovation ein Paket, dessen zeitgemäße Verpackung einen neuen und bis dahin nicht möglichen Zugang zum altbekannten Inhalt ermöglicht.

Willi Lübke, Leser_In

Auch hier ist die Politik und mit ihr, die Gesellschaft gefragt. Gute Bildung für Alle und die Möglichkeit sich frei zu entwickeln. Wissen erzeugt Neugierde noch mehr wissen zu wollen. Fragen erzeugen den Druck, Antworten zu finden, Ideen zu entwickeln. Durch die Lösung entstehen neue Fragen. Das ist der Motor für Innovationen. Eigentlich ein \"Perpetuum Mobile\"! Wir müssen ihn lediglich gemeinsam in Gang setzen.

Peter Menke, Leser_In

Innovation ist nach meiner Erfahrung mal das Ergebnis intensiver Arbeit, Forschung/Recherche, mal das Ergebnis einer im Austausch mit anderen geborenen Spinnerei und ganz oft reiner Zufall. Damit Innovation erkannt wird, sind die wichtigsten Voraussetzungen wohl geistiger Natur: die Fähigkeit zum Querdenken, Neugier, Mut und schließlich Überzeugungskraft.

Margitta Heinecke, Leser_In

Innovation? Das ist was für Tüftler und Wissenschaftler, für die MINT-Fächer. Innovation im Dienstleistungsbereich gehört zu den Exoten und hat oft mit IT zu tun. Außerhalb von Informatik und Technologie ist es nahezu unmöglich ein Patent anzumelden. Eine neue Dienstleistung ist entweder Schrott und lässt sich nicht verkaufen. Oder sie ist genial und wird auf der Stelle abgekupfert. Dagegen ist nichts zu machen. Aber. Es gibt ein Aber, dieses liegt in der Person des Anbieters und die ist bekanntlich einmalig. Sie kann nicht übernommen werden. Nehmen wir das klassische Beispiel eines Unternehmensberaters. Was er tut, tun alle anderen auch. Er berät in Marketing, Finanzierung und vielleicht in Personalfragen. Er bemüht sich für seine Kunden um bestmögliche Beratung. So weit so gut. Ein innovativer Unternehmensberater verlässt spätestens hier den klassischen Weg und fordert den Kunden auf, alte Denkmuster zu verlassen und ungewöhnliche Pfade einzuschlagen. Es werden vermeintlich paradoxe Ideen aufgelistet Statt Marketing zu machen wie bisher wird über Guerillamarketing nachgedacht. Statt eines Bankkredits wird Crowdfunding recherchiert. Statt Personal wie bisher über Anzeigen und XINg zu rekrutieren, wird es bei der Konkurrenz abgeworben. Statt Mitarbeiter zu maßregeln, werden sie ausdrücklich gelobt für Eigeninitiative. Innovative Ideen werden auch dann gefördert, wenn sie nicht auf Anhieb zum gewünschten Ergebnis führen. Statt auf Einhaltung der Arbeitszeiten wird auf Einhaltung von Leistung Wert gelegt. In Meetings wird offen über eigene Fehler gesprochen. Innovation kann erst dann entstehen, wenn alle bereit sind, gewohnte Wege zu verlassen und neues zu probieren. Nachdenken findet selten am Schreibtisch statt. Schicken Sie Ihre Mitarbeiter zum Joggen. Fordern Sie sie auf, sich vorzustellen, das Unternehmen zu führen. Was würden sie anders machen? Sie würden mehr arbeiten. Richtig. Aber sie arbeiten gern mehr. Innovation ist harte Arbeit. Aber eine die sich lohnt.

Karlheinz Brandenburg, Leser_In

Innovation ist die Realität gewordene Invention, die Umsetzung neuer Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen. Was dazu verhelfen kann, hat einmal der Journalist Max Rauner in einem Beitrag für „Die Zeit“ geschrieben: Vision, Überstunden und Sturheit – das seien die Schlüssel zum Erfolg des Teams gewesen, das mp3 entwickelt hat. Was braucht es also alles? Zunächst Ideen. Diese werden aus Neugier getrieben, vor allem aus dem Blick über den Tellerrand, über die eigenen Fachgrenzen hinaus. Dazu braucht es Phantasie und Kreativität. Das alles sind für mich andere Worte für die Fähigkeit, weiter zu denken. Damit neue Ideen entstehen, braucht es aber auch die gute Fachkenntnis, die harte Arbeit an den Grundlagen und das intensive Verständnis für den Stand der Technik. Heute wird viel über zu viel Stress geschimpft, aber auch hier gilt: Ohne Einsatz geht es nicht. Das müssen nicht durchgearbeitete Nächte sein, sind es in vielen Fällen aber doch. Und dann habe ich eine tolle Idee, den Beweis, dass es funktioniert, und bin trotzdem noch lange nicht am Ziel angekommen: Es braucht Durchsetzungskraft, die richtigen Verbündeten und den Willen, nicht aufzugeben, auch wenn andere weiter zu sein scheinen und ihre Ideen schon im Markt platzieren. All das ist, wie Mathematiker sagen, notwendig, aber nicht hinreichend: Für echte Innovationen braucht es dann noch das Quäntchen Glück, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein.

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Was lernen wir aus der Krise?

Erst waren es die Banken, dann die Staaten, die wie Domino-Steine umkippten. Das Ende der Krise ist absehbar. Welche Lehren können wir aus ihr ziehen? Bankenverband-Geschäftsführer Michael Kemmer glaubt an starke Banken, der Ökonom Max Otte traut keiner Regierung und Ethik-Professor Nikolaus Knoepffler hofft auf den europäischen Geist.

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Max Otte, Professor für internationale Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Worms

Der Blick des Gärtners: „Sinnvolle Reformmaßnahmen wurden bis zur Unkenntlichkeit verwässert.“

Die ökonomische Dauerkrise der letzten Jahre ist von Menschen gemacht, ein „man-made-disaster“. Sie ist ausschließlich auf vermeidbare Fehlkonstruktionen im Wirtschaftssystem zurückzuführen. Bei der Finanzkrise waren dies die Subprime-Kredite und Derivate, bei der Eurokrise war die Konstruktion des Euros selber fehlerhaft. Offensichtlich lernt die Menschheit nicht allzu viel, wenn es um ökonomische Krisenprävention geht. Die Jagd nach Gewinnen hat die Sicherheit des Systems gefährdet. Wir haben – wieder einmal – vergessen, Sicherheitsmechanismen und Sicherheitszonen in unser Wirtschaftssystem einzubauen. In der Folge der Krise hat sich die Politik erstaunlich schwach gezeigt. Sinnvolle Reformmaßnahmen wurden von der Finanzlobby verhindert oder bis zur Unkenntlichkeit verwässert. Nach 1929 war dies anders gewesen: mit dem Glass-Steagall-Act führten die USA ein Trennbankensystem sowie weitere drastische ordnungspolitische Maßnahmen ein, die mehr als 50 Jahre Bestand hatten. Die aktuelle Krise war anscheinend noch nicht schwer genug, um wirklich ein Umdenken im Wirtschaftssystem herbeizuführen. In diesem Fall bleibt für den Einzelnen nur, wirksame Krisenprävention zu betreiben und sich, wenn möglich, finanziell soweit abzusichern, dass er auch die eine mögliche Verschärfung der Krise übersteht. Ich persönlich habe mit dem Gärtnern angefangen – nicht unbedingt, weil ich Angst um meine Nahrungsmittelversorgung habe, sondern weil ich Abstand und eine an- dere Perspektive auf das heutige Wirtschaftssystem gewinnen will.

Nikolaus Knoepffler, Professor für Angewandte Ethik an der Universität Jena

Die Vereinigten Staaten von Europa: „Verhalten sich einzelne Staaten wie Egoisten, scheitert das Projekt ‚Europa’ “.

Das Wort „Krise“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Entscheidungssituation“. Wie auch bei den aus dem Griechischen kommen- den Begriffen „Demokratie“ und „Politik“ lässt bereits die Sprache erkennen, wie eng wir durch griechisches Denken geformt und gefördert wurden. Nach Whitehead besteht die philosophische Tradition Europas aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon. Unsere medizinischen Fachbegriffe sind vielfach griechischen Ursprungs. Das Neue Testament ist in Griechisch verfasst. Die griechischen Tragödien sind der Boden der klassischen deutschen Literatur. Die Liste lässt sich fortsetzen. Doch was soll damit gesagt sein? Die Eurokrise ist die Chance neu zu entdecken, dass wir in Europa zusammengehören. Es geht darum, jetzt den entscheidenden Schritt zu Vereinigten Staaten von Europa zu wagen. Dieser Schritt darf aber nicht dazu führen, dass wir Missstände tolerieren und mit hart erarbeiteten Geldern durch Finanzausgleiche Anreize zu weiterer Verschwendung geben. Vielmehr gilt es die europäische Vielfalt als Chance zu begreifen. Die Aufgabe besteht dann darin, die jeweiligen Stärken der einzelnen europäischen „Bruderstämme“, um ein Wort der Bayernhymne auf die europäischen Völker anzuwenden, in rechter Weise einzusetzen. In diesem Fall gehen wir mit neuer Kraft aus der Krise hervor. Verhalten sich die einzelnen Staaten dagegen wie Egoisten, die nur auf das eigene Wohl bedacht sind, scheitert das Projekt „Europa“.

Michael Kemmer, Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken

Unter Aufsicht: „Einheitlichkeit in der EU ist gut, aber nicht ausreichend.“

Wirtschaftskrisen können in einer globalisierten Wirtschaft in einem Land entstehen, sich aber rasch ausbreiten und ihren Charakter verändern. Aus einer Finanzmarktkrise kann eine Staatsschuldenkrise werden und umgekehrt. Die wichtigsten Lehren heißen deshalb für mich: 1. Ohne internationale Abstimmung geht in der Krisenprävention nichts. Einheitlichkeit in der EU ist gut, aber nicht ausreichend. 2. Eine an Tatsachen und nicht an politischem Kalkül orientierte Analyse ist unverzichtbar. Daran muss sich die Therapie anschließen: international abgestimmt, sachgerecht und stringent. 3. Es gibt kein Patentrezept. Banken und Gesetzgeber haben seit Krisenausbruch viel getan. Wer anderes behauptet liegt falsch, gerade auch in Deutschland. In den Banken wurden das Risikomanagement und – wo erforderlich – auch das Geschäftsmodell überprüft und angepasst. Die Regulierung hat keinen Bereich des Aufsichtsregimes ausgespart. Überall wurden wesentliche, teils grundlegend neue Regelungen getroffen. Die Banken haben dies konstruktiv begleitet. Manchmal geht der Schuss aber über das Ziel hinaus. Dies gilt etwa für den Entwurf der Bundesregierung für ein Trennbankengesetz, der in dieser Form die gesamte deutsche Wirtschaft schwächen würde. Alle neuen Regeln müssen ihren Praxistest noch bestehen. Wird dieser nicht bestanden, muss nachgesteuert werden. Die Analyse braucht den Austausch aller Beteiligten. Die privaten Banken stehen dafür bereit.

Sven Becker, Geschäftsführer der Trianel GmbH

Erdgas hat Zukunft: „Umweltschonendes Erdgas ist ein idealer Partner der erneuerbaren Energien.“

Mit der Energiewende hat sich die Bundesregierung ambitionierte klimapolitische Ziele gesetzt: Bis 2020 will sie den Ausstoß der Treibhausgase um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 senken, bis 2050 sogar um mehr als 80 Prozent. Damit dies gelingt, sollen erneuerbare Energien den Hauptanteil der deutschen Energieversorgung bereitstellen. Als große Herausforderungen gelten dabei die schlechte Regel- und Speicherbarkeit von regenerativ erzeugtem Strom aus Wind und Sonne. Idealer Partner der erneuerbaren Energien ist umweltschonendes Erdgas. Im Energiemix der Zukunft nimmt es mit seinen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten eine Schlüsselrolle ein, denn Erdgas lässt sich sehr effizient und komfortabel für die Heizung, die Warmwasserbereitung oder die Stromerzeugung einsetzen. Außerdem bietet das umfangreiche Erdgasnetz die Möglichkeit, als gigantischer Speicher und optimaler Verteiler für erneuerbare Energien zu dienen. Überschüssiger Strom kann zu Gas umgewandelt werden und dann über das Erdgasnetz von der Einspeisestelle zum Ort des Bedarfs transportiert werden. So gelangt regenerativer Strom in Form von Gas zu den Verbrauchern, die es beispielsweise hocheffizient mit Strom erzeugenden Heizungen nutzen können. Hier ermöglicht dann die Kraft- Wärme-Kopplung (KWK), gleichzeitig dezentral Wärme und Strom bereitzu- stellen. Dank innovativer Erdgas-Technologien bringen Immobilienbesitzer die Energiewende im eigenen Heizungskeller entscheidend voran.

Nico H., Leser_In

Anscheinend lernen wir wenig aus der Krise, denn sie ist keine Überraschung. Wer sich ein wenig mit Zins- und Zinseszinseffekten auseinandersetzt, wird schnell bemerken, dass alle Jahrzehnte wieder eine Krise kommen muss! Es ist unglaublich, dass unser auf Zinsen basierendes Wirtschaftssystem nicht ansatzweise ein Thema der Politiker oder Medien ist und wir Zinsen als etwas \"Gottgegebenes\" ansehen. Dabei gibt es gerade im Islam ein Zinsverbot und auch im Christentum hatte dies bis vor einigen Jahrhunderten noch bestand. Es bleibt demnach immer nur die Frage wer zwischen den Krisen den größten Teil vom Kuchen in seine Privattasche (lat. privare, „abgesondert, beraubt, getrennt\") packen kann, um anschließend im Luxus (lat. luxus ‚Verschwendung‘, ‚Liederlichkeit‘) zu schwelgen während Staaten bzw. Gesellschaften zusammenbrechen.

Willi Lübke, Leser_In

Leider nicht viel um nicht zu sagen, Gar nichts! Hier geben die Denkanstöße von Sarah Wagenknecht die Richtung vor. Wir brauchen einen radikalen Umbau des Finanzsystems mit strenger Regulierung. Eine immerwährende Steigerung des Shareholder Value darf nicht die Maxime des Handelns sein. Ein Manager der zuerst an die Anteilseigner denkt, arbeitet nicht im Sinne des Unternehmens, das ihn bezahlt. Treibende Kraft sollte die ihm zugewiesene Verantwortung für die Firma und ihre Mitarbeiter sein und nicht ein völlig überhöhtes Gehalt, das zu Fehlentscheidungen verleitet, die der Gesellschaft und mit ihr, der gesamten Volkswirtschaft schaden. Statt hohe Dividenden auszuschütten, sollte reinvestiert werden. Neue Ideen zur Entwicklung besserer Produkte zum Nutzen der ganzen Gesellschaft, brauchen zur Umsetzung Geld. Daraus entsteht echte Produktivität und mit ihr Wettbewerbsfähigkeit. Diese stärkt das Unter- nehmen,sichert das eingebrachte Kapital der Aktienbesitzer ab oder vermehrt es sogar. Viel Geld auf den Konten weniger nutzen der Gesellschaft nicht. Es richtet lediglich immensen Schaden an, der anschließend noch nicht einmal von den Verursachern bezahlt wird. Das Verursacherprinzip sollte hier oberste Maxime sein! Zurück zu den Wurzeln. Geld sollte nicht mit Geld verdient werden sondern mit realer Ware. Eine Bank sollte nur Kredite vergeben dürfen, wenn das entsprechende Eigenkapital vorhanden ist. Warum nicht 20 - 30%, wie es jedem Häuslebauer abverlangt wird. Das schafft Sicherheit. Das Gleiche gilt für die Kreditnehmer. Firmenübernahmen wie zum Beispiel Continental durch Schaeffler müßen unmöglich gemacht werden!Bei Porsche hat es glücklicherweise nicht geklappt. Reine Finanzspekulationen machen volkswirtschaftlich keinen Sinn und gehören unterbunden. Eine Bank, die mit Steuergeldern gerettet werden muß, gehört verstaatlicht. Ansonsten sollte der Staat keine Haftung übernehmen. Verluste die durch das Handeln Einzelner verursacht werden, dürfen nicht auf den Steuerzahler übertragen werden.

coco, Leser_In

In keinem der Artikel wird darauf eingegangen welche rolle der staat spielte und welchen fehler er immer wieder begeht: Die subventionierung von finanzgeschäften und einzelnen wirtschaftssektoren: aktuellstes beispiel ist die subventionierung von schifffonds: tausende von anlegern sind begeistert von der staattlichen subventionierung die s.g. tonnagesteuer des geld geschäfts, wie auch die schiffwerften die immer mehr schiffe durch die fonds mieten koennen: problem dabei: das überangebot ruiniert nicht nur den Wert des Fonds und führt somit zu einer neuen finanzblase wie schon in der vergangenheit der filmfonds und die subeventionierung der solarindustrie die dazu geführt hat das die technik gar nicht oder nur langsam weiter entwickelt wurde und nun fast gänzlich ausgestorben ist in deutschland, das gleiche problem wird auf langesicht bei windkraft aufkommen.

Peter Menke, Leser_In

Jede Krise ist eine Störung des Normalen oder für normal gehaltenen. Das scheint zunächst unangenehm und führt ja in den allermeisten Fällen auch zu unangenehmen Veränderungen - zumindest für einige. Wichtig ist es, eine Krise früh als solche zu erkennen, um Schlimmeres zu verhindern - aufhalten kann man eine aufkeimende Krise m.E. im Grunde nicht. Veränderung als positiv zu sehen und Lösungen zu suchen, die die geringsten Schäden und den höchsten Nutzen für die Gesellschaft als Ganzes (oder gar die Menschheit / den Planeten ...) erbringen, ist die zentrale Aufgabe. Krise ist in diesem Licht nicht eine vorübergehende, gelegentliche Erscheinung, sondern ein Dauerzustand - jeder Tag stellt von Neuem die Aufgabe, die Welt wie wir sie kennen zu verbessern oder zumindest zu erhalten. So verstanden lernt jedes Kind / jeder Jugendliche / jeder Erwachsene / jede Gruppe und jede Gesellschaft aus jeder Krise nur dann, wenn es das Bewusstsein für die Krise und die Krisenlösung gibt. Ich glaube, dass die Menschheit insgesamt lernfähig ist und auch die teilweise gigantischen Krisen unserer Zeit lösen wird.

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