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Wie ökologisch ist die Stadt?

Kann städtisches Leben ökologisch gedacht und gelebt werden? Wie schätzen, pflegen, hegen wir sogenannte grüne Lungen in der Stadt? Haben wir als getriebene Städter überhaupt noch Bewusstsein für ökologisch nachhaltiges Leben im urbanen Raum? Wir möchten eine Diskussion über die sinnvolle ökologische Gestaltung urbaner Lebensräume entfachen – und zwar vor dem Hintergrund des weltweiten Trends wachsender Städte.

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Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG

Energieversorgung entscheidet: „Die Bürger wollen zukunftsfähige Lösungen und bezahlbare Energie.“

Rund 74 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Städten. Die zunehmende Urbanisierung stellt Städte vor vielfältige Herausforderungen. Da es an dieser Stelle um den Aspekt der Ökologie geht, ist der Übergang zu einer CO2-ärmeren Energieversorgung ein wichtiger Punkt. Einerseits müssen die Städte die Klimaschutzziele und die Umsetzung der Energiewende vorantreiben, andererseits haben die Bürger klare Bedürfnisse: Versorgungssicherheit, zukunftsfähige Lösungen und natürlich bezahlbare Preise. Viele Stadtwerke haben sich dieser Aufgabe mit großem Engagement gestellt und trotz fehlender Sicherheit, was die politischen Rahmenbedingungen anbelangt, hohe Investitionen in innovative Technologien getätigt. Damit stärken wir die regionale Wertschöpfung! Als Beispiel: Im Landkreis Ravensburg betreiben wir drei große Nahwärmenetze mit dezentralen Blockheizkraftwerken, die dank der Kraft-Wärme-Kopplung sehr effizient Wärme und Strom produzieren. Damit versorgen wir rund 700 Wohn- und Geschäftsgebäude und senken gleichzeitig die CO2-Emissionen, teilweise um bis zu 84 Prozent. Auch im Verkehrssektor wollen wir mit der Förderung des Umstiegs auf Erdgasfahrzeuge mehr Energieeffizienz erreichen. Der Betrieb von 26 Erdgasbus- sen in Ravensburg ist bereits ein sehr erfolgreicher Schritt dazu. Ökologische Stadtentwicklung hat immer auch mit deren Energieerzeugung zu tun. Es wäre schön, wenn die dazu nötigen Anstrengungen etwas mehr honoriert würden.

Marco Clausen, Mit-Initiator der Prinzessinnengärten Berlin

Gärten auf Parkplätzen: „Urbane Gärten sind Experimentierfelder einer gerechten Stadt.“

Rund um den Globus sprießen Hunderte urbaner Gärten aus unwirklichen Betonwüsten. Nur „Kinderkram der Ökos und Sozialromantiker“, wie es in einem Leserbrief hieß? Oder „Utopien im Kleinen“ und „Versuchslabore der nachhaltigen Stadt von morgen“, wie die Presse schreibt? Neu an den urbanen Gärten ist der bewusste Bezug auf drängende ökologische und soziale Herausforderungen der Gegenwart: Klimawandel, soziales Auseinanderdriften, Verlust der biologischen Vielfalt, ungleicher Zugang zu gesunden Lebensmitteln und ungebremster Ressourcenverbrauch, um nur einige zu nennen. Die in den Gärten vermittelten Praktiken des lokalen Eigenanbaus, des Kompostierens, des Einmachens, des Recyclens und des Reparierens sind getragen von der gemeinschaftlichen Sorge um das, was wir und zukünftige Generationen zu einem guten Leben brauchen: urbane Gemeingüter. Es entstehen „Oasen“ in der Stadt, naturnahe Orte der Entschleunigung und des ungezwungenen Gesprächs. Dort, wo angesichts globaler Herausforderungen und einander ablösender Krisen das Vertrauen in die Steuerungsfähigkeit des Marktes, der Institutionen schwindet, stellen urbane Gärten die pragmatische Frage: Wie können wir gemeinsam und mit den uns lokal zur Verfügung stehenden Mitteln dazu beitragen, unsere Städte ökologischer, sozialer, partizipativer, ressourcenschonender zu gestalten? Urbane Gärten hegen eine Kultur der zukunftsorientierten Urbanität.

Saskia Sassen, Professorin für Soziologie an der Columbia University New York

Bakterielle „Stadtbegrünung“.: „In Städten entsteht die Möglichkeit einer ganz neuen Form ökologischer Governance.“

Die Stadt als Struktur eignet sich ganz besonders für den Einsatz neuer Mischungen aus wissenschaftlichem Fortschritt und technologischen Fähigkeiten. So gibt es zum Beispiel ein Bakterium, das aus Haushaltsabwässern ein Plastikmolekül produzieren kann. Sogar ein biologisch abbaubares. Und Braunwasser wird von uns allen gerade in Städten in riesigen Mengen in Küche und Bad produziert. Es zu reinigen, ist eine Last für Kommunen und die Umwelt. Es wäre machbar, daraus eine wirklich „städtische“ Industrie zu entwickeln. Wir produzieren den Rohstoff selbst und er ist bereits hochkonzentriert in den „Lagern“ der Stadt gespeichert. Mit Hilfe dieser Bakterien können Städte also Produzenten und Exporteure biologisch abbaubaren Plastiks werden. Die einzige Gefahr besteht in den allgegenwärtigen Privatisierern und dem Finanzkapital mit seiner Tendenz, aus allem ein Wirtschaftsgut zu machen und damit zu spekulieren. Ein zweites Beispiel ist die Entdeckung von in Beton lebenden Bakterien, die den CO2-Ausstoß von Gebäuden neutralisieren können – extrem wichtig, weil Gebäude für weit über die Hälfte solcher Emissionen weltweit verantwortlich sind. Eine weitere in der Entwicklung befindliche Technologie ist sich selbst reparierender bakterieller Beton. Hier versiegeln im Beton lebende Bakterien Risse und verringern die Durchlässigkeit der Betonoberfläche, indem sie dichte Schichten von Kalk und anderen Mineralstoffen ablagern. Die vielfältigen Umwelten der Stadt machen solche Kombinationen unterschiedlichster Wissensgebiete und Technologien erst möglich. Dadurch entsteht in Städten auch die Möglichkeit einer ganz neuen Form der ökologischen Governance, die einen vom üblicherweise bevorzugten Ansatz des internationalen Kohlenstoffhandels radikal neuen Ansatz verfolgt. Dessen Ziel wäre es, die Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe direkt vor Ort anzugehen, indem Maßnahmen ergriffen werden, die Umweltzerstörung in radikal neuer Art zu verringern versuchen.

Tim, Leser_In

Mehr urban gardening! Dann wird alles gut ...

Gerd Riedner, Leser_In

Positiv denken: Viel besser als Großteil der Landwirtschaft!

Walter Siebel, Leser_In

Drei Thesen zur nachhaltigen Stadt 1. Sie kostet Geld, was Arme mehr belastet als Wohlhabende. Ihre Verteilungswirkungen müssen in Rechnung gestellt werden. 2. Sie erfordert mehr als passive Duldung. Recycling z.B. ist nur in dem Maße effizient, wie die Bürger es aktiv mittragen. Nicht alle aber verfügen über die nötigen Informationen und das nötige Maß an Disziplin, um als Mitproduzenten der nachhaltigen Stadt zu handeln. Die Erfordernisse der Nachhaltigkeit müssen zur Allgemeinbildung werden. 3. Sie verlangt Änderungen der städtischen Lebensweise. Zwang reicht da nicht. Die nachhaltige Stadt muß mit einem Bild vom besseren Leben verknüpft sein. Das aber ist eine Frage, auf die nur Utopien Antwort geben. Mit der Vertreibung aus dem Paradies ist die Natur dem Menschen zum Feind und sein Leben zu Schweiß und Mühe geworden. Städtisches Leben ist der Versuch, sich von diesem doppelten Fluch zu befreien. Der erste Städter war der, der sich nicht tagtäglich mit einer feindlichen Natur auseinandersetzen musste, und wer über genügend Geld und die nötigen Mittel verfügt, dem liefert die Stadtmaschine Güter und Dienstleistungen zur Befriedigung noch der intimsten Bedürfnisse. Soweit der ökologische Umbau mit Notwendigkeiten argumentiert und nicht mit dem Versprechen auf ein Reich der Freiheit jenseits des Reichs der Notwendigkeit, gerät er in Widerspruch zum utopischen Versprechen der Stadt auf Befreiung vom Natur- wie vom Arbeitszwang. Vor allem daran kann er scheitern.

Rod Franklin, Leser_In

Urbane Logistik: Ist es nicht an der Zeit, Waren auf \"demokratische\" Weise zu liefern? Die Aufnahme und Lieferung von Waren in der Stadt von heute ist eine schwierige Aufgabe. Staus, unzulängliche Infrastruktur, Gesetze und Verordnungen sowie schlecht ausgelegte Gebäude - dies alles trägt dazu bei, dass sich Anwohner belästigt fühlen und bei Logistikunternehmen erhebliche Ineffizienzen entstehen. Einige Städte versuchen jedoch, diese Probleme anzugehen. Sie wollen sicherstellen, dass Logistik im urbanen Raum künftig ohne negative Auswirkungen auf Anwohner, Unternehmen und Logistikdienstleister abgewickelt werden kann. Ein Ansatz dieser Städte, die urbane Logistik zu verbessern, besteht in der \"demokratischen\" Nutzung bestehender Lagereinrichtungen, Lieferfahrzeuge und der öffentlichen Verkehrssysteme. Derzeit besteht der Ansatz bei urbaner Logistik darin, dass die meisten privaten Logistikunternehmen ihre eigenen Lagerhäuser und Lieferfahrzeuge zur Lagerung und Auslieferung von Waren an ihre Kunden nutzen. Das Ergebnis sind nicht genutzte Anlagen und die Zunahme von Staus, da Lagerhäuser und Lieferfahrzeuge nicht bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet sind. Gleichzeitig nutzen Städte ihre Systeme des öffentlichen Nahverkehrs ausschließlich für die Beförderung von Personen und übersehen dabei die Möglichkeit, dieselben Systeme für andere Zwecke einzusetzen, wie für die Lieferung von Waren an Unternehmen vor Ort. Durch die Verpflichtung von Unternehmen, ihre Lagereinheiten und Lieferfahrzeuge mit anderen zu teilen und den öffentliche Nahverkehr in den Lieferprozess einzubinden, erleben die Pioniere unter den Städten, dass sie Staus erheblich reduzieren und die Nutzung sowohl ihrer privaten als auch der öffentlichen Infrastruktur verbessern können.

Philipp Kain, Leser_In

Ökonomie geht leider meistens vor Ökologie.

Klaus Münster, Leser_In

In einer von IT und Internet geprägten Welt sollte das Ziel sein, diese Technologien zu nutzen, um den Menschen unnützes zu ersparen, bspw. Fahrzeiten zu optimieren, Zeit zu schenken und Stress zu reduzieren. Doch das Gegenteil ist der Fall..

Olaf, Leser_In

Umweltzonen sind ein erster Schritt in Richtung saubere Luft und mehr Lebensqualität für Stadtbewohner. Generell weniger Ausstoß und geförderte e-Mobilität wären weitere Lösungen.

Martha Steingreber, Leser_In

Freizeitmöglichkeiten hin oder her. Die meisten Städte trumpfen vor allem mit Lärm, Gestank und Dreck auf.

Sebastian Hammers, Leser_In

Durch Niedrigenergiehäuser, hohem Baumbestand und Freiflächen ließe sich urbaner Raum in grüne Oasen verwandeln. Möglichkeiten sind vorhanden, doch Stadtplaner denken oftmals in wirtschaftlichen Mustern und ziehen Luxusimmobilien und Einkaufszentren einem neuen Park und glücklichen Bewohnern vor.

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Wie grün kann Luxus sein?

Inwieweit ist es in einer Welt der Superlative möglich, nachhaltig und fair luxuriös zu leben? Welche vorbildlichen Lösungsmodelle gibt es? Wie kann auch materieller Luxus grün gedacht und gelebt werden? Nicht zuletzt da im Hinblick auf ökologischer Nachhaltigkeit Luxus neu definiert werden kann und wird.

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Magdalena Schaffrin, Modedesignerin

Luxus braucht Zeit: „Das Zusammenspiel von Qualität, Design, Ökologie definiert Luxus neu.“

Zeit zu haben ist Luxus, denn sie ist eines der kostbarsten Güter unserer heutigen Gesellschaft. Zeit in die Entwicklung von Produkten zu investieren, um eine möglichst hohe Qualität zu erreichen, ist Luxus, so, wie sich Zeit zu nehmen, hochwertige Produkte zu genießen und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Daher bedeutet Luxus, außergewöhnlich gute Qualität zu erleben und einen zusätzlichen Nutzen zu gewinnen. Zeit wird benötigt, um gute Produkte zu entwickeln. Denn die Designer, die gute Produkte entwickeln, erfüllen nicht nur alle Anforderungen an das Produkt, wie in Bezug zu Gestaltung, Qualität und Vermarktung, sondern sie machen sich darüber hinaus Gedanken, die Produktion so menschenfreundlich wie möglich zu gestalten. Das erhöht die Lebensqualität der Menschen, die in der Produktionskette arbeiten, aber auch in weniger verschmutzer Umwelt leben, sowie der Menschen, die saubere Produkte konsumieren. Mehr Zeit in die Entwicklung von Produkten zu investieren, erhöht deren Qualität, so wird der Aspekt „nachhaltig“ zum Qualitätsmerkmal. Das äußert sich zuweilen in Attributen wie beispielsweise angenehmere Haptik, längere Lebensdauer oder stimmigeres Design. Luxus in seiner neuen Definition ist das Ergebnis von Qualitätsbewußtsein, einem guten Designkonzept und dem Einsatz von ökologischen Materialien, die in einer humanen Produktionskette hergestellt werden.

Rudolf Wötzel, Hüttenwirt, Publizist und Ex-Investmentbanker

Leben mit allen Sinnen: „Vom Luxus Haben zum Luxus Sein.“

Wer in Sachen grüner Luxus den „State- of-the-Art“ sucht, wurde auf der diesjährigen Millionärsmesse in Amsterdam fündig: sündhaft teurer, aber nachhaltiger Öko-Luxus. Naturprodukte, Biogas für den Edelkamin, Designer-Solarpanels für den Carport des Elektro-Sportcabrios. Grüner Luxus? Wohl kaum, man wird höchstens grün vor Neid ... Einen Schritt zurück. Der Duden verortet Luxus im „den normalen Rahmen übersteigenden, nur zum Vergnügen betriebenen Aufwand“. Wer sich Luxus gönnt, tut sich selbst etwas Gutes, liebt sich also selbst, und das ist völlig in Ordnung. Jeder Glücksratgeber wird das bestätigen. Die Crux liegt am Bezugsrahmen. Wer das eigene Luxusbedürfnis am Mainstream ausrichtet, landet vielleicht in Amsterdam, eher aber in einer neidzerfressenen Depression. Glücklich, wer Luxus nach seiner Façon bestimmt. „Was ist mir kostbar?“ Grüner Naturluxus als Meta-Luxus. Still archaische Alpenlandschaften durchwandern – vom Luxus „Haben“ zum Luxus „Sein“; wohltuende Harmonie von Körper und Geist. Beeren und Pilze sammeln, Holz hacken – vom Luxus „Outsourcing“ zum Luxus „Selbermachen“. Wer sich der Natur öffnet, erblickt ein Kaleidoskop menschlicher Grunderfahrungen und erfährt die Wurzeln von Inspiration und Energie: Loslassen bereichert, höhere Mächte Anerkennen befreit, Umkehr ist Stärke – vom Luxus „Wissen“ zum Luxus „Lernen“. Gönnen wir uns den grünen Luxus, unbegrenzt!

Brigitte Zypries, Bundesministerin der Justiz a.D.

Im Zweifel Grün: „Grün ist (leider häufig) Luxus!“

Als Luxus empfinden wir, wenn etwas rar, selten ist. Deshalb ist mein ganz persönlicher Luxus Zeit – für Familie, Freunde und mich. Telefon und PC werden abgestellt. Das ist auch noch ein bisschen „grün“, weil es Energie spart. Vielleicht ist „grüner“ Luxus im Sinne von Nachhaltigkeit heute generell der Verzicht. Wenn ich weiß, dass es nicht der Achtzylinder sein muss, sondern Fahrrad und Bahn auch prima Transportmittel in den Urlaub sind – mit einem guten Buch und dem Sonderabteil für die Familie. Ist das nicht echter Luxus? Sogenannte „Minimalisten“ sind mittlerweile weit verbreitet. Das Internet unterstützt diese Lebensweise. Weniger Eigen ist ein Trend, dem viele folgen. Natürlich kann Luxus – wörtlich: Verschwendung – auch grün sein. Er sollte es im Zweifel auch sein. Denn es geht um die Dinge, die wir über das übliche Maß konsumieren. Gerade diese sollten nachhaltig sein. Für mich ist das aber nicht die entscheidende Frage – ich würde es genau anders herum formulieren: Grün ist (leider häufig) Luxus! Muss ein Energiesparhaus mit Solaranlage und Regenwassernutzung für die WCSpülung Luxus sein? Müssen Bio-Eier oder Milch vom regionalen Landwirt teurer sein als Produkte beim Discounter? Nachhaltige und „grüne“ Produkte müssen sich auch Menschen mit kleinen Einkommen leisten können. Es genügt nicht, Bio-Produkte anzupreisen. Wir müssen dafür sorgen, dass sie eben kein Luxusgut sind!

Gerd Riedner, Leser_In

Positiv handeln: Sehr! Vom teuren \"Jute\"-Einkaufsbeutel über das \"Bambus-Fahrrad\", das Passiv-Haus, bis zum ökologisch und fair gewonnenen Gold-/Diamant-Ring

Eugen Eugenjeni, Leser_In

Ich glaube einige der Luxuriösesten Dinge der Welt hab eine sehr gute Klimabilanz, die Maßschuhe aus Pferdeleder von meinem Schuster zum Beispiel, oder mein Stadthaus so konzipiert das es beim Bau keine negative Klimabilanz mehr gab. So ausgetüftelt das es kaum Energie braucht um mir Wärme oder Kälte zu geben. Grünen Luxus kann man an vielen Beispielen fest machen und den Leuten zeigen das es Ihn gibt, wenn den ein Markt dafür da ist. Leider ist dieser Markt oft nicht da oder es fehlt der Klientel an dem nötigem Geschmack, und sie bevorzugt lieber den teuren Einheitsbrei von Versace oder Prada welcher somit zum Luxus erhoben wird, trotz Kinderarbeit und der Verwendung extrem Giftiger Stoffe in der Produktion. Was den ungesättigten Markt angeht gibt es noch ein gutes Beispiel, als ich vor einiger Zeit bei dem Autohändler meines Vertrauens war, und Ihn unvorbereitet gefragt habe ob es die Limousine auch mit einem Elektro. bzw. Wasserstoffmotor gibt. Gibt es leider nicht und man denke auch nicht in nächster Zeit darüber nach, es wäre möglich das in 1 bis 2 Jahren ein Kleinwagen kommt der seine Kraft aus dem Akku hat. Vielleicht wird das mein Luxus, den ich der Natur widme indem ich auf einen Kleinwagen mit Elektromotor umsteige und somit meinen Materiellen Luxus etwas zurück schraube um den unbezahlbaren Luxus zu geniessen in einer Intakten Natur zu Leben.

Nadine Steffen, Leser_In

Wir haben uns für ein Hybridauto entschieden. Weniger Co2 Ausstoß und einen kleinen Beitrag zu leisten geben ein wenig Rückenwind.

Sabrina, Leser_In

Der größte Luxus ist für mich Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen kann. Picknick ist meine Antwort:)

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Was kostet ein Kind?

Kinder sind die Zukunft und Grönemeyer singt noch immer „Kinder an die Macht“. Doch wer soll das bezahlen? Kosten sie uns die Welt oder nur ein paar Nerven? Oder sind Kinder und Kindheit schlichtweg unbezahlbar?

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Johannes Werling, Hausmann und Vater einer zehnköpfigen Familie

Viel Zuwendung, Zeit, Energie: „Wir müssen jeden Tag sehr gut durchplanen.“

Als unser erstes Kind geboren wurde, war ich 48 Jahre alt. Dass ich so spät geheiratet habe, hing mit meiner 25jährigen Tätigkeit als katholischer Priester und Theologieprofessor zusammen. Mit der Eheschließung wurde ich suspendiert und verlor damit die Lehrerlaubnis. Seitdem bin ich Hausmann mit inzwischen acht Kindern. Meine Frau und ich wollten viele Kinder, haben uns aber jedes Mal überlegt, ob wir uns ein weiteres Kind ideell und materiell leisten können. Denn ein Kind kostet nicht nur Geld, sondern auch viel Zuwendung, Zeit und Energie. Wir müssen jeden Tag, vom Aufstehen angefangen bis zum Zu-Bettgehen, sehr gut durchplanen. Da die Zahnarztpraxis meiner Frau mit dem Wohnhaus verbunden ist, leistet sie ebenfalls ihren ständigen Beitrag zur Arbeit im Haushalt. Trotz der guten Einnahmen meiner Frau ist es nicht einfach, eine zehnköpfige Familie zu finanzieren. Wir müssen uns genau überlegen, was wir uns leisten können. Luxus und kostspielige Urlaube sind nicht drin. Da wir auf eine ganzheitliche Förderung unserer Kinder Wert legen, investieren wir viel in ihre musische und sportliche Entwicklung. Es ist wünschenswert, dass solche Ausgaben zumindest steuerlich absetzbar sind. Auch sollte eine einheitliche Regelung für die Familienermäßigung bei Fahrten oder Eintrittsgeldern gelten. Eine Familienkarte gilt meist für zwei Erwachsene und maximal zwei Kinder. Nur ein kleines von vielen familienunfreundlichen Problemen.

Miki Mistrati, Autor und Regisseur des Dokumentarfilms „Schmutzige Schokolade

Kindheit für Schokolade: „Ein Kind kostet bloß 230 Euro und noch habe ich nicht gefeilscht.“

Ich kann es noch immer nicht fassen: „230 Euro“, sagt der Mann ohne mit der Wimper zu zucken. Ich versuche, einen klaren Kopf zu behalten, kann jedoch mein Erstaunen kaum verbergen, als ich mir den Schweiß von der Stirn wische. Wir befinden uns inmitten einer Kakaoplantage in der Elfenbeinküste, Westafrika, bei sengender Hitze. Wir diskutieren nicht über den Preis für die Kakaobohnen. Es geht um den Preis für ein Kind – ein sogenanntes Sklavenkind aus dem benachbarten Burkina Faso. Ein Kind, das zwölf Stunden pro Tag bei 30 Grad auf der Kakaoplantage schuftet: giftige Schädlingsbekämpfungsmittel ohne Arbeitsschutz sprühen, mit Hilfe gefährlicher Macheten ernten, schwere Säcke schleppen, während tödliche Schlangen wie Kobras oder Vipern seinen Weg kreuzen. Das Kind wird niemals zur Schule gehen oder gar entlohnt. Ich verhandle mit dem Besitzer der Kakaoplantage. Er glaubt, ich sei internationaler Kakaohändler und werde ein Kind kaufen. Er beliefert die größten multinational agierenden Schokoladenfabriken, die für Sie, werte Leser, und Ihre Kinder Schokolade produzieren. Er kann einen Kindersklaven für mein vorgetäuschtes Unternehmen besorgen – problemlos. Ist dieser Mensch herzlos? Wie geht die internationale Schokoladenindustrie damit um? Handelt es sich lediglich um kalte Geschäftemacherei? Die Industrie weiß von Kinderhandel und Kinderarbeit, aber sie tut nicht genug dagegen. Sie bleibt dabei, dass Schokolade billig sein soll. Ein Kind ist genauso preiswert. Es kostet bloß 230 Euro und noch habe ich nicht gefeilscht.

Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe

Schutz – selbstverständlich: „Einen gesellschaftlichen Willen kann keine Norm der Welt generieren.“

Nichts kann den Wert eines Kindes aufwiegen. Jedes Kind der Welt hat die gleichen Rechte, jedes Kind muss geschützt werden. Der rechtliche Schutz in Deutschland ist zweifelsfrei hoch. Dennoch sollten wir nie aufhören, die Praxis zu hinterfragen. Wir müssen insbesondere dann hinschauen, wenn es um Kinder geht, deren Familien in prekären Situationen leben: Welchen Zugang zu Ärzten haben Kinder von Eltern ohne Papiere? Welchen Schutz erfahren Kinder von Asylbewerbern und anderen Flüchtlingen? Bieten wir genügend Bildungsperspektiven für Kinder von Migranten? Entscheiden die Behörden immer mit Blick auf das Wohl des Kindes? Viele Gesetze haben das Ziel, die Rechte von Kindern zu schützen. Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes zeigt, dass – zumindest in der Theorie – Einigkeit besteht, Kinder zu schützen. Deutschland hat dieses Jahr das Zusatzprotokoll zu dieser Konvention ratifiziert. Damit bekommt jedes Kind, das in Deutschland lebt, die Möglichkeit, seinen Fall vor den Ausschuss für Kinderrechte der Vereinten Nationen zu bringen. Aber internationale Konventionen und Gesetze sind nur ein Baustein. Erst die Umsetzung zeigt, wie ernst Staat und Gesellschaft ihre Verantwortung für Kinder nehmen. Einen gesellschaftlichen Willen kann keine Norm der Welt generieren. Die tägliche Anstrengung jedes Einzelnen von uns, Kinder in ihren Rechten zu schützen, kann durch kein Gesetz der Welt ersetzt werden.

Petita Fleur, Leser_In

1,34 Millionen EUR.

Patrick Xoco, Leser_In

habs letztens noch iwo gesehen/gelesen. denke aber, es geht eher in richtung 900.000 EUR.

Cloudy Sun, Leser_In

Ein Kind ist rein ideell augenscheinlich unbezahlbar - doch will man ihm jedwede Perspektive in eine aussichtsreiche, sichere Zukunft ebnen, rollt der Rubel oder sollte es zumindest - meint unsere Gesellschaft. Doch wie kann so Chancengleichheit gewährleistet werden? Alle und alles auf Anfang und Augenhöhe ?! Wie??

Daniel Reiß, Leser_In

20.000-30.000€ hab ich mal gelesen, je nach dem welche Ansprüche es hat

Sebastian Schmidt, Leser_In

In Kambodscha soll es Kinder schon für 500 Dollar geben..

Petita Fleur, Leser_In

Na ich dachte Klavierunterricht, Auslandsaufenthalt und Ausbildungsversicherung...

Dominique Stoll, Leser_In

Es wird wohl so ungefähr eine Doppelhaushälfte sein

Gerd Riedner, Leser_In

langfristig und gesamthaft denken: nicht nur Nerven, auch (fast) lebenslang viel Geld, aber auch sehr viel Freude, seelische, körperliche und - z.B. im Alter - auch materielle Hilfe.

Lisa Jaspers, Leser_In

Meine erste intuitive Antwort auf diese Frage ist natürlich: „Ein Kind ist unbezahlbar! Wie kann man so etwas nur fragen…“. Durch unsere Kampagne „Schulen für Haiti“ wissen wir, dass man diese Frage aber auch ganz anders beantworten könnte. Denn auch wenn grundsätzlich jedes Kind unbezahlbar ist, egal wo und wie es lebt, so ist es leider doch so, dass ein kleiner Betrag in einem Land wie Haiti über dessen Zukunft entscheidet. Meine erste intuitive Antwort war also die eines Menschen, der in Deutschland aufgewachsen ist und nie darüber nachdenken musste, was es eigentlich kostet, mit dem Menschenrecht auf Bildung ausgestattet zu werden. Wir finanzieren durch „Schulen für Haiti“ zwei Straßenschulen in der Hauptstadt Port-au-Prince für Kinder, die in absoluter Armut aufwachsen. Obwohl nach dem Erdbeben viele Hilfsgelder nach Haiti geflossen sind, kann auch heute hier nur jedes vierte Kind zur Schule gehen. Das ändern wir. Dabei ist die Finanzierung der Schulen nur ein Ziel. Wir versuchen durch die Kampagne Schülerinnen und Schüler für das Thema Armut zu sensibilisieren und vor allem dafür, welch wichtige Rolle Bildung in einem armen Land wie Haiti spielt.

Werner Winterholler, Leser_In

Auf diese provokante Frage gebe ich eine ebensolche Antwort:: Das Leben Think about it.

Kristina Schroeder, Leser_In

Eine Familie zu gründen heißt, die Aussicht auf viel menschliches Glück zu gewinnen, aber dafür natürlich auch persönlich eine gute Portion zurückzustehen. Denn Kinder kosten: Zum Beispiel Schlaf - nach der Geburt sind die Nächte erst mal kurz und zerhackt, und nicht wenige Kinder haben bis ins Grundschulalter den Spitznamen „der fröhliche Wecker“. Zum Beispiel (Frei-)Zeit – weil man kleine Kinder nie alleine lassen kann, auch nicht für 10 Minuten, müssen Vater und Mutter über Jahre hinweg wechselseitig den „Kinderdienst“ mit oder ohne fremde Hilfe organisieren. Ungeplante Momente nur für einen selbst sind in dieser Zeit nicht drin - das weiß eigentlich jeder, aber praktisch ist das eine enorme Umstellung. Zum Beispiel Geld – viele Eltern haben kein Sparschwein, sondern stecken jeden Euro in ihr Kind. Kinder kosten – aber wir sollten sie weniger von dieser Seite betrachten, sondern mehr als Gewinn in jeder Hinsicht. Die Statistik gibt dem Recht: Die Kinderwünsche der Deutschen sind deutlich gestiegen. Damit aus mehr Kinderwünschen am Ende Wirklichkeit werden kann, müssen wir vor allem bereit sein zur Offenheit für die Wünsche der jungen Generation und zum Respekt für die Wahlfreiheit von Eltern. Das kostet nichts - außer den Verzicht auf politisch einseitig bevorzugte Familienmodelle. Aber diesen Verzicht sollten wir uns gönnen. Dann lohnen sich alle Kosten, die wir als Gesellschaft oder ganz privat für unsere Kinder auf uns nehmen.

Thomas, Leser_In

Meiner Meinung sind Kinder eine Investition in die Zukunft und zwar für die Gesellschaft. Die BWL lehrt uns, dass Investitionen keine Kosten sind, sonder definitiv einen Ertrag bringen. Neben den hier genannten absolut richtigen Dingen wie Liebe, Vertrauen und leuchtende Augen, kann man aber auch ganz pragmatisch das Fortbestehen der Gesellschaft anbringen. Sie werden unsere Rente zahlen, die Brötchen backen und die Autos bauen und weiterentwickeln.

Farg Otof, Leser_In

Ich bin 28 Jahre alt in vielerlei Hinsicht ist das nicht mehr so Jung. Man wird erwachsen hört somit auch selber auf Kind zu sein und vielleicht seinen Eltern auf der Tasche zu liegen. Denkt selber an Kinder und konfrontiert sich mit der frage kann ich mir das leisten, hindert mich das nicht an meiner Selbstverwirklichung? Fragen die einen dabei Bremsen das Glück des Elternseins zu erfahren. Das was ein Kind braucht ist Zeit, und nicht die Finanziellen Güter seiner Eltern. Das es nicht umsonst ist ein Kind groß zu ziehen ist im doppeltem Sinne bekannt, aber ... Es wird auch für ein paar Euro satt, man wird auch mit einem Tuch um den Hintern Trocken und brauch nicht unbedingt teure Windeln, auch lernt das Balg eine ganze Menge wenn es nicht gleich, in der 1. Klasse die neusten Air Max trägt. Was die Kinder von heute oft zu wenig haben, ist die Zeit ihrer Eltern diese Zeit die wohl zuviel Kostet und nicht im Einklang steht mit Beruf und Selbstverwirklichung der Eltern.

Brigitte Bonifer, Leser_In

Kinder kosten Zeit, sehr viel Zeit, die eine oder andere Entbehrung, Nerven (zumindest manchmal) und sie kosten Geld, ja, sehr viel Geld. Aber wer will das aufrechnen gegen ihr Lächeln und das grenzenlose Vertrauen, das sie einem entgegenbringen?

MonAlisA, Leser_In

Ein Kind kostet viel Geld, das ist wahr. Ein Kind kostet jedoch vor allem sehr viel Zeit und Mühe, Nerven, Kraft und eigene Wünsche.

Carlo Dräger, Leser_In

Mein Sohn geb. 1982, ab 1991 Halbwaiser, hat nach Abitur zwei Orientierungssemester im Rheinland verbracht. Zurückgekommen ein Jurastudium in 2013 gerade beendet, hat 250.000 € gekostet. Vor zwei Jahren geheiratet, im Frühjahr Zuwachs bekommen, sind bis zum 1. Job mtl. weiere 500 € als Unterstützungsleistung erforderlich.

Joachim Albrecht, Leser_In

EIn Kind kostet ohne Luxusgegenstände wie Designer Kleidung, Smart-phone und teure Hobbies knapp 200.000 Euro oder etwas plastischer: einen Ferrari. Kinder und Kosten fangen zwar beide mit K an, haben aber auf dieser Ebene wenig Anknüpfungspunkte. Es handelt sich vielmehr um eine nebensächliche Korrelation. Kinder kosten vor allem: Aufmerksamkeit, Liebe, Zuneigung und manchmal auch Geduld und Nerven. Als Psychologe weiß ich, dass Kinder Kummer und Segen zugelich sein können. Das macht genau den Reiz der \"kleinen Biester\", die uns ständig fördern und gleichzeitig oft unsere besten Lehrmeister sind aus.

Eberhard Dach, Leser_In

Sehr viel Geld (für Windeln, Essen, Schule, Urlaube, Ausbildung oder Studium), Das Kind ist \"unbequem\", kostet Nerven und sehr viel Kraft, oft muss man sich in seiner Zeitplanung einschränken, sorgt sich bei Krankheiten, über die Gefahr von Drogenkonsum und es gibt noch tausend solcher Argumente. Jedes Kind mehr vervielfacht die Einschränkungen. Wer so an das Thema herangeht, sollte sicher verhüten. Die eigentliche Frage ist doch: Was können Kinder uns geben? Hier meine Auswahl: Lebensfreude, Verantwortung und Menschenführung lernen, Selbsterkennung, Sozialverhalten, Eingestehen eigener Unzulänglichkeit, Zufriedenheit, Mitgefühl mit Anderen, Erfahrung mit dem Durchleben von Krisen, Kontakte, die über die Kinder hinausgehen. Es kommt nicht drauf an, was es kostet: Kinder sind unsere Zukunft!

Frank Schilling, Leser_In

Ein Kind ist eine Investition in die Zukunft, und wie jede größere Investition nicht vorab nummerisch exakt bestimmbar. Sicher jedoch ist, je mehr Zeit und Geld ich in Erziehung, Bildung, emotionale Stärkung, gesunde Ernährung, medizinische Versorgung usw. ich investiere, desto wahrscheinlicher wird der Aufwand auch einen entsprechend erfreulichen \"Return on Investment\" erbringen, der sich zur Freude aller Beteiligten gelohnt hat.

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