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Wer pflegt uns im Alter?

Ein selbstbestimmtes Altern ist nicht jedem vergönnt. Wer loslassen soll, möchte wissen wer ihn auffängt. Bitte teilt mit uns, wie Ihr euren Lebensabend gestalten möchtet.

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Doris Syrbe, Aktivistin der Begegnungsstätte „Stille Straße“, Berlin/Pankow

Das machen wir zusammen: „Der Wille ist entscheidend. Wir müssen uns in unserem Alter wehren!“

Wir sind zwar „nur“ Senioren, aber unsere Begegnungsstätte „Stille Straße“ ist auf dem besten Weg zu einem Treffpunkt für Jung und Alt zu werden. Inzwischen ist unser 15. Jahr angebrochen. Entscheidend ist die Toleranz zwischen den Generationen. In Pflegeheimen bräuchten die Menschen viel Zuwendung. Das ist unter den aktuellen Voraussetzungen kaum zuleisten. Daher setze ich mich so stark für unser Haus ein. Für Initiativen wie die unsrige fehlt oft das Geld. Doch dass Menschen, wenn sie bei uns nicht Abwechslung fänden und fit blieben, anderweitig finanziert werden müssten – dann als teure Pflegefälle –, daran denken die wenigsten. Wir altern schneller, werden krank, wenn wir nicht aktiv bleiben. Unser Ältester ist 97, kommt immer zum Sport und sagt selbst: „Die jungen Frauen halten mich fit.“ 2012 wurden die Kosten für die Sanierung des Hauses zunächst offiziell mit 2,5 Millionen Euro bemessen. Heute sind es nur 250.000 Euro. Die Kosten wurden höher geschraubt, als sie in Realität sind. Auch unsere Hausbesetzung war letztlich in den Augen vieler für uns kaum durchzuhalten. Aber wir haben es geschafft! Der Wille ist entscheidend. Wir müssen uns in unserem Alter wehren! Daran änderte auch die vom Bezirk abgestellte Heizung nichts mehr – und das bei einem sozialdemokratischen Bezirksbürgermeister. Zudem war die Unterstützung der Anwohner enorm, ob nun per Wasserschlauch oder Stromanschluss. Alte und junge Generation wirken hier zusammen – in allen Lebensbereichen.

Martina Rosenberg, Autorin des Buches „Mutter, wann stirbst du endlich?“

Ich bitte nicht mehr: „Ich bin an der Pflege meiner Eltern gescheitert“

Viele Jahre habe ich mich um die Pflege meiner schwerkranken Eltern gekümmert. Gescheitert bin ich an meiner Multitasking-Funktion als berufstätige Mutter und Ehefrau. Die mangelnde Bereitschaft meiner Eltern Hilfen anzunehmen sowie die Depression meines Vaters führten dazu, dass unser Mehrgenerationenprojekt misslang. Politik und Gesellschaft müssen begreifen, dass die Pflege nicht allein Aufgabe der Angehörigen sein kann. Wir werden bald bis Ende Siebzig arbeiten, zwei Drittel der Frauen sind erwerbstätig, am Arbeitsmarkt wird größtmögliche Flexibilität erwartet und obendrein sind Eltern die Nachhilfelehrer ihrer Kinder. Da wird die Ressource Zeit knapp. Aber die Pflege baut auf die gleichen Säulen wie vor vierzig Jahren. Natürlich wollen Kinder helfen und sind sich ihrer Verantwortung gegenüber den Eltern bewusst. Aber wie hoch ist der Preis? Hartnäckig wird ignoriert, dass sich die Familienstruktur längst verändert hat. Die große Herausforderung unserer Zeit sind die psychischen Krankheiten im Alter, vor allem Demenz. Hier hilft die Pflegereform wenig. Ein erster Schritt wäre, dass sich jeder Einzelne über sein Altwerden Gedanken macht: Wo will ich alt werden? Was mache ich, wenn ich nicht mehr mobil bin? Muss ich umziehen? Wen kann ich ansprechen und um Hilfe bitten? Ein Gespräch darüber mit der Familie halte ich für unabdingbar. Von der Politik erwarte ich, dass die häusliche Pflege genauso wie die professionelle entlohnt wird.

S., Leser_In

Angst vor dem Altern habe ich keine - nur davor, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können, ohne meine Liebsten sein zu müssen, oder gar diesen zur Last zu fallen. Nun zur Pflege: Pflegeheime finde ich schrecklich. Mein Traum: so eine Art \"betreutes Wohnen\" mit Unterstützung. Am liebsten in wärmeren Gefilden. Aber, geht meine Frau mit? Bekomme ich dann überhaupt noch etwas mit? Werde ich nur \"dahinvegetieren\"?

A.R.Wolff, Leser_In

Gegen die Wand Wenn wir eine Pflege wollen die uns weder Zeit noch Geld wert ist, um die sich andere kümmern sollen - Hauptsache es funktioniert - , dann fahren wir gegen die Wand. Wenn wir endlich aufwachen, haben wir eine Chance. Dann kann Pflege wie Zähneputzen sein - einfach und selbstverständlich. Für alle.

Bernd Derenbach, Leser_In

\"Wir bestimmen selbst, wie wir im Alter gepflegt werden. Durch unser Verhalten in der Vergangenheit.\" Der erste Teil der Aussage von Herrn Hartmann ist nicht wirklich hilfreich. Sie unterstellt, dass wir alle Pflege im Alter brauchen, Paradigma gleich. Selbst die wissenschaftliche Physik weiß seit mehr als 50 Jahren, dass Denken Energie ist. Wenn wir also so denken wie Herr Hartmann, dann brauchen wir Pflege! Der zweite Teil ist dagegen sehr überzeugend. \"Wir bekommen zurück, was wir in die Welt gegeben haben.\" Meine Denke: Gesund und handelnd leben und sterben. Geht doch auch. Bis zum letzten Augenblick beweglich und wach, das ist mein Ziel.

Dietmar Hertrich, Leser_In

Meine Pflege im Alter soll möglichst in meinem Haus geschehen. Mein Haus gibt die Möglichkeit her eine Alters-WG einzurichten. Die Pflegepersonen möchte ich mir mit den Mitbewohnern aussuchen. Ich gehe davon aus daß bis dahin,hoffentlich noch 20 Jahre,das Umfeld besser als heute auf diese Vorstellung eingerichtet ist.

Peter Riedel, Leser_In

Erst mal wir selbst als Partner gegenseitig. Wenn`s nicht mehr geht oder partnerlos, mit Unterstützung Dritter, möglichst in den eigenen 4 Wänden.

Paul Reinhammer, Leser_In

Die staatliche Pflege reicht nicht aus, das hören wir jeden Tag. Schon im Leben werden wir also auf die auf die drohende last im Alter permanent hingewiesen. Wer im Leben Freunde hat wird diese auch im Alter haben. Hoffentlich spreche ich vielen aus der Seele, wenn ich sage: Darüber will ich mir keine Gedanken machen.

Elke Meinhard, Leser_In

Bei der Fragestellung fehlt ein bisschen die Entscheidung ob man überhaupt gepflegt werden möchte. Ich wünsche mir einen offeneren Umgang mit dem Tod, weniger Angst. Menschen die in einer Hospiz gearbeitet haben, erzählen mit, dass weniger die körperlichen Gebrechen Schmerzen bereiten, sondern vorallem die eigenen Verfehlungen im Leben. Wenn der eigene Vorteil nicht mehr wichtig ist, wird klar, was Unrecht war. Für die Pflege bedeutet das für mich, dass die menschliche Betreuung im Vordergrund stehen sollte.

Per Volkers, Leser_In

Unsere Gesellschaft altert, der demographische Wandel ist noch nicht da, aber die Ausläufer bekommen wir bereits zu spüren. Von den Pflegekräften zu landlichen Ärtzten zur einfachen krankenschwester besteht ein riesiger Bedarf, der nicht adressiert wird. Vielleicht pflegt uns einfach niemand im Alter. Oder zumindest nur die mit dem nötigen Kleingeld. Statt aber auf eine weitere Ausweitung des ganzen Aparts hinzuwirken sollte der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden. Früher gab es auch alte Menschen! Da hatte man von selbstwenden Betten und herzfrequenzmessenen Handys noch nichts gehört und trotzdem bleibt der Eindruck, die Menschen hätten mehr Würde gehabt. Wo Geld im Spiel ist hört die Menschlichkeit schnell auf. Die Stärkung der pflegenden Famillienangehörigen ist ein richtiger Schritt. Es kann nicht sein, dass ein solcher Beitrag nicht entsprechend gewürdigt wird.

Melinda H., Leser_In

Die Russen machen es vor, sie gehen mit ihren Babushkas und Dedushkas an den Strand. Das ist generationsübergreifende Sozialisazierung und die pflegt uns im Alter.

Erich Schuetzendorf, Leser_In

Der Dienstleistungssektor Altenpflege wird an seinem eigenen Wachstum ersticken. Eine Rückentwicklung der sehr hohen und sehr teuren Standards ist vorhersehbar. Schlimm ist das nicht, denn Altenpflege kann einfacher gedacht und gehandhabt werden. Weniger kann auch mehr sein. Man wird das Paradigma des „Gesunden Sterbens“, an dem sich die medizinisch und ökonomisch ausgerichtete Pflege und die sie überwachenden Instanzen orientieren, aufgeben müssen. Auch das ist nicht schlimm, denn der Erhalt der funktionalen Autonomie ist eine Illusion. Alter ist auch die Zeit des Nachlassens, des Abbaus, des Verblühens, des Verfalls, der Vergänglichkeit und des Rückzugs. Ich brauche, wenn es soweit ist, keine hochqualifizierte Pflegeexpertin, die mich mobilisiert, die meine Wechseldruckmatratze auf mein Körpergewicht einstellen und diese Verrichtung korrekt dokumentieren kann. Ich wünsche mir einen Menschen, der neben der Pflegetätigkeit einen weiteren Beruf ausübt, der mich mit Anstand wäscht, der mich achtsam füttert, der mich regelmäßig mit meiner Lieblingsschokolade verwöhnt, der das normale Lebensrisiko in Kauf nimmt und der nicht immer für mich da ist, aber wenn, dann ganz. Menschen, die bereit und in der Lage sind, diese Ansprüche zu erfüllen, wird es immer geben. Die beste Pflege ist auch in Zukunft die, die ich mir wünsche und nicht die, die ein anspruchsvolles Pflegesystem am Leben erhält.

Ilka Ullmann, Leser_In

Mein Mutter ist .. ich nenne es mal \"leicht vergesslich\". Trotzdem ist sie für uns noch der liebenswürdige Mensch, den wir alle kennen und lieben. Über ihre Vorstellungen haben wir nie gesprochen aber sie hat einfach Zeichen mir zu sagen, wenn ihr etwas unangenehm ist. z.B. möchte sie ihr Geschirr nicht mehr in der Spülmaschine abgewaschen wissen. \"Oh nein, da lieber nicht rein\" sagt sie dann. Keine Ahnung warum aber es ist für uns kein Problem. Dann macht sie ihren Abwasch halt von Hand :) Vielleicht geht es irgendwann nicht mehr aber noch leben wir glücklich zusammen.

Heinz Vogel, Leser_In

Es graut mich bei der Frage! Keine Ahnung welche unterbezahlte, gehtzte \"Fachkraft\" mir in Windeseile den Brei einflößen, mich waschen und die Blumen gießen wird. Ohne mich..

Mila Andreas, Leser_In

Noch hab ich selbst keine Kinder, aber wichtig finde ich, dass man miteinander redet auch wenn das sehr sehr schwierig ist. Man muss über seinen Schatten springen!

Edmund Kolb, Leser_In

Ich möchte durch meine Lebensweise viel in eigener Verantwortung dazu beitragen, dass dieser Fall nicht eintritt. Ansonsten meine ich, dass viel mehr Geld - auch durch private Vorsorge, wenn dies möglich ist - in diesen Bereich fließen muss. Auch müsste die gesellschaftliche Anerkennung für Berufe in diesem Bereich mehr gefördert werden.

Gudrun Keim, Leser_In

Für mich ist dies eine Frage der Solidarität in der Gesellschaft. Wer sich stets nur um sich selbst, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche gekümmert hat, braucht sich nicht wundern, wenn sich im Alter keiner um ihn kümmert. Ich vertraue darauf, dass so wie ich mich jetzt für andere einsetze, es andere sein werden, die mir im Alter beistehen. Da ich kinderlos bin, erwarte ich das auch nicht vom eigenen Nachwuchs, der damit meist überfordert ist.

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Was akzeptiert der Markt?

Der Zauberkasten „Freier Markt“ ist so eine Sache. Setzt sich wirklich immer die beste Lösung für alle durch? Wir freuen uns auf eure Antworten zum Funktionieren des Konzepts „Markt“.

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Christian Rieck, Professor für Finanzen an der Fachhochschule Frankfurt am Main

Ähnlich wie in der Natur: „Manchmal wirken Marktlösungen grotesk irrational.“

Ein Markt funktioniert wie ein Ökosystem: Jeder versucht aus seinem kleinen Blickwinkel heraus das für sich selbst Beste herauszuholen. Aus diesem individuellen Optimieren entsteht ein Gleichgewicht. Aber ein Gleichgewicht ist nicht unbedingt ein Optimum. Denn ob hierbei etwas „gut“ oder „schlecht“ ist, ist keine Frage für den luftleeren Raum, sondern hängt davon ab, was die vielen anderen machen. Wenn es gerade sehr viele Hasen gibt, dann ist es eine gute Strategie, Fuchs zu sein. Aber je mehr Füchse durch eine solche Gelegenheit angezogen werden, desto weniger lohnt es sich. Dass man dieses biologische Beispiel unmittelbar im übertragenden Sinn versteht, ist kein Zufall: Mathematisch lassen sich beide Systeme genau gleich beschreiben. Diese Systeme sind sehr anpassungsfähig und finden daher überraschend gute Lösungen. Aber manchmal wirken sie geradezu grotesk irrational, zum Beispiel wenn der Suchvorgang überschießt: Kommen die Füchse zu schnell, dann fressen sie zu viele Hasen auf einmal, woraufhin sie selber wieder wegsterben. Das System schießt dann über das Gleichgewicht hinaus, anstattes sofort zu erreichen. Das kann so aussehen, als sei der Markt vollends verrückt geworden. Aber auch in diesen Fällen kann es sich in Wahrheit um einen sehr effektiven Anpassungsprozess handeln, der in seiner vermeintlichen Irrationalität sogar mögliche Neuerungen erkundet, an die man auf andere Weise niemals gedacht hätte.

Mick Knauff, Vorstand der Deutsches Anleger Fernsehens AG (DAF) und Börsenkorrespondent bei N24

Bauchgefühl entscheidend: „Es wird heute schneller die Reißleine gezogen.“

Sicherheit, Vertrauen und Transparenz sind die Attribute, die nicht nur der Normalbürger, sondern auch der Anleger als Grundlage für sein tägliches Handeln an der Börse als Maßstab zugrunde legt. Vorbei die Zeiten, in denen „Mineral & Minings“-Minenbetreiber aus den USA und Kanada mit billigen Schwarz-WeißKopien in teuren Hotels versuchten, „stupid german money“ zu ergattern, um damit ihre Aktienkurse nach oben zu treiben. Nachprüfbarkeit und Nachhaltigkeit sind heute der Mehrwert. Der Aktientipp des geneigten Stammtischbruders oder des völlig überteuerten Börsenbriefes ist noch nicht gänzlich verschwunden. Die Zahl der selbsternannten Gurus scheint jedoch mehr und mehr abzunehmen. Das Vertrauen in die eigene Recherche und das persönliche Bauchgefühl finden wieder eine gesunde Akzeptanz. Der Markt und seine Teilnehmer sind also sensibler geworden, nüchterner und kritischer. Die alte Weisheit „der Markt hat immer recht“ ist de facto nicht mehr unabdingbar richtig – denn die Marktteilnehmer entscheiden heute anders: Sobald Vertrauen und Transparenz aufgrund von Lügen oder undurchsichtiger Firmenkommunikation weichen, wird heute schneller die Reißleine gezogen und auf „Enter“ gedrückt – heißt verkauft, und das zeigt Grenzen auf. Letztlich geht es nicht nur darum was der Markt akzeptiert, sondern vor allem was seine „Jünger“ zulassen und da hat wohl jeder seine eigene Vorstellung von der Investmentidee der Zukunft.

Klaus Angerbauer, Vertriebs- und Verkaufsberater

Das Unterbewusstsein entscheidet: „Wir verfügen über ein Bewusstsein, mit dem wir die tollsten Pläne schmieden.“

Wenn alle, die bei Umfragen das Klima als schützenswert betrachten, entsprechend handelten, dann kämen die Automobilfirmen mit der Produktion von Elektroautos kaum hinterher. Wenn jeder, dem die Gesundheit wichtig ist, auch etwas dafür tun würde, dann wären die Joggingpfade und die Fitnessstudios hoffnungslos überfüllt. Was ist der Grund dafür, dass die Absichtserklärungen von Marktteilnehmern und deren tatsächliches Verhalten häufig nicht übereinstimmen? Es liegt am Konstruktionsprinzip unseres Gehirns. Wir verfügen über ein Bewusstsein, mit dem wir die tollsten Pläne schmieden und die sinnstiftendsten Handlungen planen können. Unser tatsächliches Verhalten wird aber von unserem Unbewussten gesteuert. Hier wird danach entschieden, ob eine Handlung im Moment entweder angenehme Emotionen produziert oder unangenehme reduziert. Um jemanden auch wirklich zu einer Handlung zu veranlassen, muss man erreichen, dass die Person in ihrem Unbewussten entweder positive Emotionen mit der Handlung oder zumindest negative Emotionen mit dem nicht Handeln verbindet. So, wie zum Beispiel jeder Lebensmittelskandal neue Biokonsumenten produziert, aus Angst, seinem Körper mit konventionellen Lebensmitteln zu Schaden. Solange der 500 PS SUV in der Gesellschaft als Statussymbol mit Anerkennung belohnt wird, wird es wohl bei den Lippenbekenntnissen der Konsumenten bleiben. Allerdings zeigt die Autoindustrie mit emotionalen Fahrzeugen wie dem BMW i8 und dem Tesla geschickte Beispiele, Elektroautos als Statussymbole positiv in unserem Unbewussten zu verankern.

Timm Kehler, Vorstand Brancheninitiative Zukunft Erdgas

Emissionshandel bleibt wirkungslos: „Das Angebot an CO2-Zertifikaten ist größer als die Nachfrage.“

Die EU will bis 2020 gegenüber 1990 die Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent reduzieren. Um die Industrie zu Investitionen in klimaschonende Technologien zu drängen, hat die EU 2005 den Emissionshandel eingeführt. Dabei wird die festgesetzte Menge an emittierbarem CO2 fortlaufend reduziert, somit auch die Anzahl der Zertifikate. Ein Teil wird den Unternehmen kostenlos zugeteilt, um Wettbewerbsnachteile zu verhindern. Der Rest muss zugekauft, nicht benötigte Rechte können weiterverkauft werden. Der Markt regelt so, wer wie viel CO2 ausstoßen darf. Ein Zertifikat für eine Tonne CO2 kostete zwischenzeitlich bis zu 30, ak- tuell nur noch knapp 5 Euro. Gründe dafür sind, dass zu viele Rechte kostenlos zugeteilt werden, wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise Zertifikate ungenutzt blieben und durch Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zusätzliche Rechte generiert werden können. Das Angebot ist somit größer als die Nachfrage und der Preis verfällt. Der Markt funktioniert zwar, jedoch ohne die gewünschte Wirkung. Weil gleichzeitig die Preise für Kohle drastisch gesunken sind, stammt der zur Ergänzung der Erneuerbaren Energien benötigte Strom in Deutschland vielfach aus Kohlekraftwerken – trotz der hohen CO2-Emissionen. Um den CO2-intensiven Kohlestrom durch umweltschonende Gaskraftwerke zu substituieren, bedarf es einer Verknappung der CO2-Emissionsrechte.

Veronika Venema, Leser_In

Meine Meinung zu \"Nach dem Staat zu rufen, der\'s dann schon richten soll - auf Kosten aller - ist mir zu simpel\" \"zu simpel ist wiederum mir zu simpel. Die Frage darf lauten: wer oder was ist der Staat? Der Staat ist die Summe der handelnden bzw. Nicht-handelnden Einzelnen. Für mich ist alles eine Frage der Selbstverantwortung. Und es gibt für mich eine gute Botschaft: Ich brauche die Welt nicht zu ändern; was ich ändern kann, das bin ich selbst. Und das hat Wirkung im Zusammenleben. Mikrokosmos gleich Makrokosmos.

Dietmar Hertrich, Leser_In

Der Freie Markt ist nur für wenige privilegierte wirklich frei.Unser politisches System ist ohne WennundAber eine der besten Demokratien in der Welt.Unser gesellschftliches System ist eine moderne Form des Feudalismus.Wenige besitzende Kapitaleigner(Fürsten,Potentaten) bestimmen die gesellschftlichen Regeln indem sie durch hochbezahlte Verwalter(CEO´s ihr Vermögen und ihren Besitz mehren lassen.Für diese Klasse der Kapital und Vermögenseigner,für den Klerus und für unkündbare Beamte, ihnen als Vollstrecker von Staatswegen verpflichtet sind, gelten die Regeln und Gesetze nur in sehr beschränktem Umfang.Wer als Abhängiger sich diesen Regeln nicht unterwirft wird vom Markt nicht akzeptiert und ausgegrenzt.Der Markt,was oder wer immer das ist fordert gehorsam in Form von Mitmachen.Das Einfordern von verbrieften Grundrechten wird als Angriff gewertet und bestraft.Die Überwachung der PDS ist ein Beispiel dafür.Die Überwachung durch die NSA eine Perfektion der mächtigen Marktbeherrscher in den USA welche die ganze Welt als ihren Markt beanspruchen.

Peter Riedel, Leser_In

Berlin muß zurück zur SOZIALEN Marktwirtschaft. Jeder muß von seiner Arbeit leben und z.B. eine Familie ernähren können. Politische Eingrenzung des ungezügelten Finanzkapitalismus.

Stefan Schindler, Leser_In

Zunächst stellt sich die Frage: \"Wer ist der Markt?\". Die Antwort hierauf lautet: Die Konsumenten. Der Konsument seinerseits akzeptiert was A: Existiert, B: Er zu brauchen meint und C: Er sich leisten kann. Die gesellschaftliche Herausforderung ist es, neben diesen Aspekten, das Element der Ethik zu installieren und walten zu lassen.

Lukas Jammermann, Leser_In

Freie Marktwirtschaft bedeutet: Niemand ist gezwungen etwas zu kaufen. Ein kauf kommt zustande wenn die Bedingungen des Käufers mit denen des Verkäufers vereinbar sind. Das wunderbare daran ist, dass sich beide Seiten auf natürliche Weise anpassen.

Manu Glopert, Leser_In

Der Markt akzeptiert Fußbälle, die von nordindischen Kindern genäht werden. Er akzeptiert Fleisch von gequälten Tieren die lebend entbeint werden. Er liebt subventionierte EU-Lebensmittel wegen denen afrikanische Kleinbauern verhungern (Bauern die verhungern!!). Diese Frage ist so verlogen! Oder die Antworten..

Mannhold Pleissen, Leser_In

Der freie Markt ist ein Ungeheuer, das alles frisst was frei verkäuflich ist.

Uwe Kersten, Leser_In

Wenn nach volkswirtschaftlicher Meinung Angebot und Nachfrage auf dem Markt zusammentreffen , wurde ein Preis gebildet, zu dem ein Produkt angeboten und nachgefragt wurde. Der anzufassende Markt z.B. als Wochenmarkt oder Trödelmarkt akzeptierte all Das, was auf Ihm dargeboten wurde. Der mit der Frage hier sicherlich mehr gemeinte \"freie Markt\" scheint wohl als unsichtbarer Marktplatz ein vielfaches mehr zu akzeptieren !? Vor allem scheinen die Regeln von Angebot und Nachfrage irgendwie ausser Kraft gesetzt und von unsichtbaren Geldmächten geteuert. \"Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht\" ist vielleicht die neue Akzeptanzmarke.

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Was bedeutet Verantwortung?

Ohne Verantwortung zu übernehmen, also ohne den Willen es besser machen zu wollen, würde eine Gesellschaft zum Stillstand kommen. Aber heißt das bereits, einen Systemwandel zu fordern? Was bedeutet Verantwortung im täglichen Leben?

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Raúl Aguayo-Krauthausen, Aktivist

Versprechen halten: „Wir sollten anfangen unsere Versprechen einzulösen!“

Es gibt kaum größere Wörter als Verantwortung. Aber wie bei Liebe, Seele oder Frieden ist uns die genaue Bedeutung meist nicht klar. Daher fragte ich ein Kind, was Verantwortung ist und sie meinte: „Na, dass man Versprechen einhält!“ Wenn ich von gesellschaftlicher Verantwortung ausgehe, bin ich als Rollstuhlfahrer in einer schwierigen Situation. Ich will meiner Verantwortung nachkommen. Mit meinem Verein „Sozialhelden“ initiiere ich Projekte, die Lösungen für soziale Probleme anbieten. Doch wie soll ich das machen, wenn ich selbst an Barrieren scheitere? Die Umsetzung der Inklusion ist nicht nur politisches Händeschütteln, sondern ein Systemwandel. Diesen Stellenwert muss sie in Politik und Gesellschaft bekommen. Mit der Ratifizierung der UN-Menschenrechtskonvention für Menschen mit Behinderungen haben Politiker ein Versprechen gegeben, das nun einzulösen ist. Politiker, Architekten, Baubehörden, Betreiber öffentlicher Orte und Menschen mit Behinderungen – ich sehe zunächst gesellschaftliche Gruppen in der Pflicht, Barrieren abzubauen. Das fängt in der Schule an, in der gemeinsamer Unterricht gefördert werden muss. Dort wird Verantwortung frühzeitig ausgebildet. Wir sollten anfangen unsere Versprechen einzulösen, Orte für alle Menschen zugänglicher zu gestalten. Meine Verantwortung sehe ich darin, die Themen Barrierefreiheit und Inklusion so lange zu erwähnen, bis wir es geschafft haben. Versprochen.

Wolfgang Grupp, Textilunternehmer

Persönliche Haftung: „Die Unanständigsten sind am Ende meist fein raus.“

Viele Menschen wollen heute keine Ver- antwortung mehr übernehmen. Sie las- sen Gier und Größenwahn freien Lauf. Geht es gut, wird kassiert, geht es nicht gut, sollen andere zahlen. Wir müssen zurück zu einem verantwortungsvollen Handeln und das geht nur mit persönli- cher Haftung. Dafür habe ich mich schon während der New Economy, in den späten neunziger Jahren, eingesetzt. Ich kann aber nicht eine Haftung verlangen, die ich selber nicht habe. Deshalb führe ich mein Unternehmen als eingetragener Kaufmann. Dass heißt, wenn Trigema Verlust macht, dann muss ich diesen selbst zahlen und nicht ein anderer, mein Privatvermögen ist dann als erstes weg. Hätte Jürgen Schrempp persönlich haften müssen, hätte er Chrysler nicht so schnell gekauft. Aber finanzielle Verantwortung alleine reicht nicht. Wir müssen auch moralische Verantwortung für unsere Taten übernehmen. Wenn ich als Unternehmer in Bangladesch produzieren lasse, dann habe ich gegenüber den Arbeitnehmern dort eine gewisse Verantwortung. Lasse ich die asiatischen Zulieferer so auspressen, dass sie am Ende kein Geld mehr verdienen, dann zwinge ich sie indirekt dazu Dinge zu tun, die ich nicht akzeptiere. Soweit darf es nicht kommen. Wir müssen zurück zu einer sozialen Marktwirtschaft. Doch stattdessen haben wir derzeit einen ruinösen Wettbewerb. Die, die am unanständigsten sind, sind am Ende meist fein raus. Nicht selten muss dann der Anständige das Ganze allein ausbaden.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Klare Haltung zeigen: „Nicht hadern oder lamentieren, sondern die Dinge anpacken.“

Eines meiner Prinzipien: Verantwortung auch in schwierigsten Situationen übernehmen! Ich sehe mich in der Verantwortung, der Vision einer gerechten Gesellschaft durch meine Arbeit näher zu kommen. In der Politik geht es letztlich immer um konkrete Lösungsperspektiven: Wenn es Vorfälle von Gewalt oder Ausgrenzung gibt; wenn Menschen um ihre Zukunft fürchten, weil sie lange arbeitslos sind oder weil in Großstädten die Mieten besonders stark steigen. Nicht nur in diesen konkreten Fällen gilt es eine klare Haltung zu zeigen – eine, die auch Gegenwind aushält. Im sich ständig verändernden Berlin bedeutet das, Orientierung zu geben, im Sinne von Weltoffenheit, Liberalität, Solidarität. Denn sonst sehen viele nur ihre unmittelbare Umgebung und betonen Teilinteressen. Ich glaube, wir schaffen es hier gut, neben all den Lobbygruppen und ihren oft nicht unberechtigten Forderungen das Ganze zu sehen. Aber Missverständnisse, Fehler kommen natürlich vor. Die Debatte um den neuen Berliner Flughafen zeigt, wie schwierig es für die Politik sein kann, wenn in der öffentlichen Debatte schnell vereinfacht und den Politikern die Schuld für technische Probleme zugeschrieben wird. Politische Verantwortung bedeutet dann, nach positiven Wegen zu suchen: nicht hadern oder lamentieren, sondern die Dinge anpacken!

J.B. Haidinger, Leser_In

Ver-Ant-Wort-ung bedeutet, mit dem Wort verbunden. Der Schöpfer des gesprochenen Wortes soll sich seiner Verantwortung bewusst werden. Ein gesprochenes Wort hat Schöpfungskraft, die sich manifestiert und zu gegebener Zeit realisiert. Die dritte Lebensthese des ELPH lautet: Jeder Mensch trägt die unmittelbare Verantwortung für alle Konsequenzen aus seinen Schöpfungen, egal, ob ihm dies bewusst ist oder nicht bewusst ist.

Harald Hesse, Leser_In

Herr Grupp und Herr Wowereit haben Stellung zu der Frage \"Was bedeutet Verantwortung\" abgegeben. Herr Grupp betonte, daß er in seiner Firma auch mit seinem Privatvermögen voll haftet, was ich im übrigen auch in meiner Firma seit über 30 Jahren tue. Dies ist ehrlich, aufrichtig und verdient Respekt. Ganz im Gegensatz dazu Herr Wowereit. Seine Aussage \"Eines meiner Prinzipien : Verantwortung auch in schwierigen Situationen übernehmen! \" ist an Unehrlichkeit nicht zu überbieten. Wo hat er denn jemals Verantwortung gezeigt und die Folgen für sein Handeln übernommen ? Hier bitte ich um eine ehrliche Antwort. Herr Wowereit hat durch persönliche Unfähigkeit a.A. dem Steuerzahler Milliardenschulden (z. B. Flughafen) beschert und bezeichnet dies als Missverständniss und Fehler ohne daraus die persönlichen Folgen zu ziehen. Herr Grupp bemerkte treffend, dass man auch die moralische Verantwortung für sein Handeln übernehmen müsse. Dies ist Herrn Wowereit bis heute fremd. Solange Steuerverschwendung im Gegensatz zu Steuerhinterziehung-was in der Wirkung das Gleiche ist-nicht bestraft wird, werden wir mit vielen Wowereits leben müssen. Das Schwarzbuch lässt grüssen.

Iris Seidel-Galios, Leser_In

Verantwortung ist menschliches Handeln als Mensch, in der Menschheit

Dennis J, Leser_In

Ich übernehme Verantwortung. Mein Sohn ist jetzt 8,5 Monate und jeden Tag wird mir bewusst, was es heißt, Vater zu sein. Das Gefühl ist großartig und beängstigend.

Berliner, Leser_In

Herr Wowereit, haha heißt es nicht Verantwortung übernehmen?

Melanie, Leser_In

Für Familie und Freunde, Kollegen und Nachbarn, Dasein! wenn es darauf ankommt.

Dietmar Hertrich, Leser_In

Man muß wissen dürfen was man weiß. Wenn diejenigen die Vom Alter,von der Intelligenz,von der wirtschaftlichen Situatiuon in der Lage sind diesen Staat mitzugestalten würden sie ihrer Verantwortung für uns alle gerecht werden. Solange diese Menschen Kochkurse bei Lafer,Golfspielen in Florida,Tiefergelegte SUVfahren zu ihrem Freizeitinhalt machen haben sie keine Verantwortung übernommen. Egal ob Politik,Umwelt oder Recht. Wir alle müssen uns stärker einmischen.Wir wissen alles,wir können alles:Außer später sagen wenn uns unsere Enkel fragen: Das haben wir nicht gewußt!!!Da konnten wir nichts gegen tun.Da haben ja alle mitgemacht.

Peter Riedel, Leser_In

Gesellschaftliche Verantwortung ist ehrenamtliches Engagement, egal an welcher Stelle und in welcher Funktion. Verantwortung bedeutet aber auch Gegenleistung im Rahmen meiner Möglichkeiten, wenn ich auf staatliche Solidarleistungen zum Lebensunterhalt vorübergehend oder ständig angewiesen bin.

Robert Engstahl, Leser_In

Wer verantwortung übernimmt ist der Dumme!

Gerd Lpunkt, Leser_In

Im Alltag beobachte ich leider ständig das Nicht-Vorhandensein von Verantwortung. In der Schule wird das Spicken teilweise vom Lehrer erlaubt, in der Uni geht es weiter. Im Beruf lernt man dann schnell, die Schuld so schnell wie möglich jemand anderem in die Schuhe zu schieben. Wenn es gut geht, reckt man natürlich die Hand in die Höhe. ich selbst versuche wenigstens für meine Kinder ein Vorbild zu seien. Das fängt bei dem richtigen Rückgeld an und endet längst nicht bei der sofortigen Abgabe von Fundsachen.

Ina Maier, Leser_In

Verantwortung ist für mich etwas, das ich mit viel Tamtam um nichts verbinde. Immer wenn das Wort ausgesprochen wird, ist klar, dass eigentlich etwas verheimlicht werden soll. Natürlich ist das schade aber die Öffentlichkeit gibt sich auch mit zu wenig zu frieden. Erfreulich ist, dass unter dem Stichwort Salami-Taktik wenigstens eine dieser vielen Finten einen Namen bekommen hat.

Johannes Emsling, Leser_In

E bedeutet für mich Rückgrat, Haltung und zum eigenen Wort stehen. Selbst wenn es unangehnem ist.

Inga Lewandowski, Leser_In

Der Unterschied zwischen Moral (vorliegende Ausgabe) und Verantwortung (jetzt) ist für mich: Die eine hat man, die andere übernimmt man. Also ist Verantwortung etwas, das bereits geschehen ist und nun ist man eben \"verantwortlich\" dafür.

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