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Wie sicher ist die Zukunft?

Die Zukunft kann niemand kennen, was sie bringt ist unsicher. Wie können wir damit umgehen? Sollen wir überall Vorkehrungen treffen oder einfach ins Blaue leben? Gastbeiträge kommen aus dem Bereich Sport, Philosophie und von der WHO. Und von Ihnen – der Leserschaft!

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Guénaël R. Rodier, Leiter der Abteilung “Übertragbare Krankheiten” im Europabüro der WHO

Solidarität schützt uns: „Wir alle sind verletzlich, nur zusammen sind wir stark.“

Der Kampf gegen ansteckende Krankheiten ist auch in Europa noch längst nicht gewonnen. Während große Fortschritte erzielt wurden, bewirkten das exponentielle Wachsen der Weltbevölkerung, deren erhöhte Mobilität, die rasante Urbanisierung und Veränderungen der Lebensweise, dass Europa weiterhin den Risiken von ansteckenden Krankheiten ausgesetzt ist. Was sind diese Risiken? Auch wenn es anders scheint, sind exotische Krankheiten nicht unser Hauptproblem. Es sind viel eher totgeglaubte, altbekannte Krankheiten, welche sich wieder in Europa verbreiten können. Denn diese Erreger werden stärker, wie zum Beispiel bei multi-resistenter Tuberkulose, oder schneller, wie zum Beispiel bei den verheerenden Grippewellen der letzten Jahre. Dazu kommt die weite Verbreitung von krankheitsübertragenden Insekten durch die Klimaerwärmung. Das Rezept, um dies abzuwenden, ist der universelle Zugang zu qualitativer Gesundheitsvorsorge – ohne Diskriminierung. Unsere westlichen Gesundheitssysteme müssen auch Arme, Schutzlose, Migranten erreichen und sicherstellen, dass jeder Einzelne frühzeitige Tests, Prävention und Fürsorge erhält. Bei ansteckenden Krankheiten zeigt sich deutlich: Wir alle sind verletzlich, nur zusammen sind wir stark. Ein darauf besser vorbereiteter Gesundheitssektor, bessere Koordination mit anderen Bereichen und länderübergreifende Solidarität sind essentiell, um für alle die bestmögliche Gesundheit zu erlangen.

Ronny Ziesmer,

Das eigene Schicksal annehmen: „Was ich damals angefangen hatte, erreiche ich jetzt im Rahmen meiner Möglichkeiten.“

Eben noch turnte ich im dreidimensionalen Raum mit Höchstschwierigkeiten über der Reckstange, bereitete mich auf Olympia vor, und auf einen Schlag lag ich bewegungsunfähig auf dem Boden. Durch die Querschnittslähmung hat sich mein Leben geändert. Es dauerte, die Konsequenzen zu akzeptieren. Aber es nicht zu tun, mit dem Leben zu hadern, das wäre der Weg ins Unglück gewesen. Ich habe im Leistungssport eins gelernt: machen, machen, machen! Da ich nur ein Leben habe, möchte ich es so genießen wie es ist! Und über einen Mangel an neuen Herausforderungen konnte ich mich wirklich nicht beschweren. Als Profisportler hatte ich natürlich ein privates und professionelles Umfeld, das mich aufgefangen hat. So erhielt ich eine sofortige medizinische Betreuung auf höchstem Niveau. Der Stand der Forschung ist beeindruckend, es hat mir den Mut gegeben, weiter zu machen. So entstand die Idee, die Stiftung „Allianz der Hoffnung“ zu gründen, um anderen Wirbelsäulengeschädigten durch Fortschritte der Wissenschaft künftig helfen zu können. Heute übe ich meinen Beruf wieder aus. Als Tetraplegiker nahm ich schon mehrmals erfolgreich im Handbike am Berlin-Marathon teil. Mein Leben hat sich verändert, aber das Gefühl, das ich habe, wenn ich an meine mögliche Paralympics-Teilnahme 2016 im Rennbike über 100 Meter denke, ist das gleiche wie früher. Ich lasse mich nicht aufhalten. Was ich damals angefangen hatte, erreiche ich jetzt im Rahmen meiner Möglichkeiten.

Ansgar M. Oschwald, Leser_In

Menschen sind jeher von der Frage nach der Zukunft fasziniert. Wer die Zukunft vorhersagen kann, hat Macht. Von Naturbeobachtung, über Prophetiesysteme bis zu den heutigen Computermodellen – allen ist dieses Motiv gemein. Wir versprechen uns von Vorhersagen Vorteile. Zukunft kann nicht vorhergesagt werden. Sicherheit ist, sofern Natur als Risiko ausgeklammert wird, maßgeblich Produkt sozialer Konstruktion. Sie wird beeinflusst durch unsere heutigen Entscheidungen und basiert auf von Paradigmen beeinflussten Situationsanalysen und Erwartungswerten. Die größten Sicherheitsgefahren scheinen mir nicht Terrorismus, Klimaveränderung oder ökonomischer Natur zu sein, sondern deren Ursachen, die in unserem Unwillen zur Reflexion eines gewünschten künftigen Zustands liegen. Unsere Ratgeber sind Angst und Ideologie. Wir sollten uns die Zeit nehmen gesamtgesellschaftlich nachzudenken, welche Zukunft wir erreichen können und wollen. Wie der Weg dorthin aussieht und wie wir alle einen Beitrag leisten können. Wenn wir beginnen, die Lösung unserer Probleme nicht in Parteienpolitik, Ökonomie und Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe zu sehen, sondern in der Verantwortung und Selbsterkenntnis des Einzelnen, sind wir vielleicht bereit, das Andere nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung zu begreifen. Damit ist auch die Grundlage zur Lösung vieler Probleme gelegt, die unsere sichere und freie Zukunft durch ihre Symptome heute zu bedrohen scheinen.

Dr. Guénaël R. Rodier, Leser_In

Der Kampf gegen ansteckende Krankheiten ist auch in Europa noch längst nicht gewonnen. Während große Fortschritte erzielt wurden, bewirkten das exponentielle Wachsen der Weltbevölkerung, deren erhöhte Mobilität, die rasante Urbanisierung und Veränderungen der Lebensweise, dass Europa weiterhin den Risiken von ansteckenden Krankheiten ausgesetzt ist. Was sind diese Risiken? Auch wenn es anders scheint, sind exotische Krankheiten nicht unser Hauptproblem. Es sind viel eher totgeglaubte, altbekannte Krankheiten, welche sich wieder in Europa verbreiten können. Denn diese Erreger werden stärker, wie zum Beispiel bei multi-resistenter Tuberkulose, oder schneller, wie zum Beispiel bei den verheerenden Grippewellen der letzten Jahre. Dazu kommt die weite Verbreitung von krankheitsübertragenden Insekten durch die Klimaerwärmung. Das Rezept, um dies abzuwenden, ist der universelle Zugang zu qualitativer Gesundheitsvorsorge – ohne Diskriminierung. Unsere westlichen Gesundheitssysteme müssen auch Arme, Schutzlose, Migranten erreichen und sicherstellen, dass jeder Einzelne frühzeitige Tests, Prävention und Fürsorge erhält. Bei ansteckenden Krankheiten zeigt sich deutlich: Wir alle sind verletzlich, nur zusammen sind wir stark. Ein darauf besser vorbereiteter Gesundheitssektor, bessere Koordination mit anderen Bereichen und länderübergreifende Solidarität sind essentiell, um für alle die bestmögliche Gesundheit zu erlangen.

Ewald B., Leser_In

Global betrachtet, für uns Westeuropäer so sicher wir nirgends anders auf der Welt. Probleme des hiesigen Alltags lassen, von völlig überraschenden Ereignissen mal abgesehen, den Schluss zu, dass auch eine mittelfristige bis ferne Zukunft aus der Perspektive eines Menschenlebens dieser Zeit nur getrübt werden von Fehl- oder Schicksalsschlägen, die in der Bedürfnispyramide als Ziele definiert im mittleren bis oberen Bereich liegen. Wie schnell man ins Stocken gerät beim Beantworten dieser Frage nach Zukunftssicherheit, wird klar wenn man die Menschen auf der Krim aktuell befragt.

H. Schweitzer, Leser_In

Wie sicher oder unsicher jede individuell an unserer Gesellschaft teilhabende Person die Zukunft erfährt, kann davon abhängen wie sich diese Person einem wirklich unumstößlichen Umstand stellt, der Veränderung. So unabwendbar sie um und in uns voranschreitet, wohnt ihr aber aber eben auch das sichere in Form ihrer Unabwendbarkeit inne. Mit stets verändernden Lebensumständen auf eine persönlich gesicherte Zukunft zuzusteuern, heißt also auch neugierig und wissensdurstig zu bleiben, Veränderungen zu analysieren, Neuerungen aufzuschlüsseln um dann zu entscheiden ob man sie nutzt, gelassen ignoriert oder ihnen entschieden den Kampf ansagt. Wie sicher unsere Zukunft ist, hängt insofern davon ab, wie wichtig sie uns ist.

Marina Mertens, Leser_In

Also wenn man die Zukunft kennen würde, hieße das sein Schicksal zu kennen (wenn es denn eins gibt). Ich mag mein Leben, grade weil es so spannend ist. Manchmal tut es weh aber wenn ich morgens mit Freunden in der Sonne spazieren gehe und meinen zukünftigen Ehemann auf einer Bank sitzen sehe, dann bin ich froh, dass nicht vorher gewusst zu haben :)

Daniel Schuch, Leser_In

Was bedeutet sicher? Und was heißt Zukunft? Und vor allem wessen Zukunft? Das es ein Morgen geben wird ist klar, dass die nächsten 24 Stunden, die nächsten 365 Tage, die nächsten 100 Jahre sicher sind. Die Zeit hört nie auf, wenn es sie überhaupt gibt. Nur ob es dieses Morgen für mich, für meine Kinder, für die Menschheit, für die Erde, auf der wir leben, geben wird, bleibt die Frage. Denn wir sind schon sehr für unsere eigene Zukunft selbst verantwortlich. Wir werden auch eine Weile mit einer kaputten Umwelt leben können, mit aufgetauten Polkappen, ohne Gletscher und auch ohne Regenwälder und ohne Orang Utans. Wir werden auch eine Weile mit verseuchtem Trinkwasser und leer gefischten Meeren leben können. Fragt sich nur wie lange und wie gut. Was bedeutet also sicher? Dass wir einen Job haben? Dass wir noch nicht sterben? Dass es keinen Krieg gibt? Oder bedeutet sicher, dass wir auch gesund sind, die Natur gesund ist, das Wasser klar und sauber, wir alle genug zu Essen haben, von dem wir nicht krank werden? Die Antwort auf die Frage? Ich weiß es nicht. Aber ich werde alles dafür tun, dass sie sicher ist.

Rolf Jaeger, Leser_In

Die Zukunft ist nur eingeschränkt vorhersagbar. Wir können heute Weichenstellungen vornehmen - ob sie nachhaltig sind, weiß niemand. Dennoch bedeutet das,nicht in den Tag hinein zu leben, sondern verantwortlich im Sinne einer lebenswerten Zukunft zu denken und zu handeln. Uns Deutsche stört bei alledem die mangelnde Vorhersehbarkeit vielleicht besonders, weil wir mit Unsicherheit / Ungewissheit nicht gut umgehen können (und wollen)..

Hartmut Ayrle, Leser_In

Die Zukunft war nie sicher und wird nie sicher sein. Sie ist nicht vorhersagbar; auch die Wahrscheinlichkeitsrechnung verlängert nur Erlebtes in die Zukunft, was dann oft eintritt, aber eben nicht sicher immer. Diese existentielle Unsicherheit, dieser mögliche Einbruch des Unerwarteten in unser Leben macht uns Angst und ist ein starker Muskel für unser tägliches Handeln. Sätze wie \"Sorgt euch nicht um morgen - der nächste Tag wird für sich selber sorgen\" sind deshalb wunderbare Provokationen aus dem Kernbereich unserer Tradition, sie weisen darauf hin, dass das Unerwartete ja gar nicht negativ, sondern positiv sein könnte - wir entscheiden im Angesicht der Zukunft selbst, ob wir angstvoll oder freudig auf sie zugehen. Also: wer hat eigentlich gesagt, dass die Zukunft sicher sein könnte ? Oder gar sollte ?

Christian Mausbach, Leser_In

Extrem unsicher und nicht vorhersehbar.

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Wann ist alles vernetzt?

Die vernetzte Welt wird zur Realität. Wie wird sie aussehen und welche Auswirkungen hat sie? Diskutieren Sie mit unseren renommierten Experten aus dem Bereich Suchmaschinen, Werbung und Wirtschaft und wir veröffentlichen Ihre Meinung bundesweit in der Zeitung!

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Ralph Wuttke, Chefredakteur des Magazins „Flottenmanagement“

Unbegrenzte Möglichkeiten: „Wir brauchen auch Grenzen der Vernetzung.“

Hoffentlich ist bald alles vernetzt. Denn Vernetzung ist praktisch: Sie bietet Zugriff auf alle Medien, Daten, Dokumente, Kurznachrichten, Webcams, Kühlschrank, Auto oder Kaffeemaschine, von/zu jedem Gerät, weltweit. Die Daten helfen bei der Vermeidung von Staus und Unfällen, der automatische Notruf mit GeoKoordinaten rettet Leben. Unkontrollierte und unkontrollierbare Daten bringen auch Freiheit: Nachrichten und Meinungen können über das Internet leicht verbreitet werden. Keine Staatsmacht kann das lange und final verhindern. Journalisten dienen dabei nur noch als vertrauenswürdige Filter – alle Informationen sind nämlich schon da, allerdings auch viel Unsinniges. Unbedingt benötigen wir einen gesellschaftlichen Konsens darüber, wozu die ganzen gespeicherten Daten verwendet werden dürfen, und einen funktionierenden Datenschutz, der nicht an der Grenze zu Deutschland oder der EU aufhören darf. Das betrifft nicht nur die Geheimdienste in aller Welt, sondern auch Großunternehmen, die auf diese Art Milliarden verdienen – wie Google oder Facebook. Mit den neuen Big-Data-Technologien kann die Welt schnell zu Orwells 1984 werden! Was darf beispielsweise der Staat mit den gesammelten Daten? Terrorabwehr, klar. Generelle Polizeiermittlun- gen unterstützen? Steuerbetrüger jagen? Geschwindigkeitsübertretungen oder generelles Wohlverhalten online tracken? Alles schon möglich. Wir brauchen aber Grenzen. Sonst bringt die Vernetzung nämlich keine Freiheit.

Manuela Potthast, Leser_In

2003 begann ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin, seit dem bin ich digital vernetzt. Mit Gleichgesinnten in (Hilfe-)Foren, mit Interessierten und Kunden via Facebook. Später kam Twitter, Google+ und Pinterest dazu. Ausserdem blogge ich regelmäßig zu verschiedenen Themen und auf unterschiedlichen Plattformen. Im Internet habe ich übrigens auch meinen Mann kennengelernt, damals waren es gleiche Interessen, die uns näher brachten. Ich bin gerne vernetzt, versuche möglichst authentisch, sachlich und dennoch persönlich mit den Menschen im WWW zu kommunizieren. Es ist eine Welt, die sich vielen öffnen kann, die vielleicht auch anderer Ebene nicht so kommunikativ sind. Im Internet ist alles irgendwie freier, ungezwungener - was nicht immer vom Vorteil ist. Grundsätzlich aber habe ich bisher meist positive Erfahrungen gemacht. Das Internt und die technischen Möglichkeiten, die WLAN, Apps & Co. uns bieten, sind schier unermesslich und immer wenn man denkt, jetzt ist schon alles erfunden, gibt es wieder etwas Neues. Manches davon bringt sich ins eigenen Leben so ein, dass man gar nicht weiss, wie man vorher ohne gelebt hat ... Die Globalisierung, die Kommunikation mit Menschen aus der ganzen Welt, die man durch die verschiedenen Social Media Kanäle kennen lernen kann - dies alles sind Möglichkeiten, die vor dem Internet gar nicht in solchem Maße möglich waren. Dabei geht es nicht nur um private Beziehungen, die man aufbauen kann, sondern auch um Menschen mit denen man beruflich „auf einer Linie steht\" - Geschäftsbeziehungen vertiefen, Kunden binden ... eLearning - stellten Sie sich mal vor, man kann von zu Hause aus wunderbare Abschlüsse machen - nicht nur interessant für Menschen, die nicht so mobile sind, sondern auch berufsbegleitend vorteilhaft. Da sind Menschen aus anderen Städten oder sogar Ländern, die gemeinsam ein Ziel haben. Sich vernetzten, egal auf welcher Plattform, kann nur gewinnbringend sein. Sei es, um Kenntnisse zum erlangen oder sie weiter zu geben, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Hilfe einzuholen oder zu geben. Technisch gesehen ist es doch wirklich wunderbar, wenn man seine digitalen Geräte so miteinander vernetzt hat, dass man beinahe alles mit z.B. dem Smartphone bedienen kann. Sich unterwegs Musik anhören, während einer langen Zugstrecke vielleicht einen Film online gucken oder die Präsentation vorbereiten. Mit dem Unternehmen und den Kollegen aktiv kommunizieren, während man auswärts ist, mit der Familie verbunden sein, während man auf Dienstreise weilt. Ich find\'s super. Ich möchte es nicht mehr missen. Und nun geht\'s zur BARsession, offline Vernetzung mit vielen interessanten Menschen, die man sonst nur von Twitter, Facebook & Co. kennt ...

Marco Jansen, Leser_In

Wann ist alles vernetzt? Eine gute Frage. In der letzten Zeit, und ich bewege mich schon seit über 15 Jahren im Netz, stellt sich bei mir eher die Frage, wann sich alle(s) wieder trennt. Überall hört man, dass man dieses oder jenes Netzwerk nutzen soll. Nach der Euphorie kommt oft die Ernüchterung und ich selber stelle als Blogger fest, dass ich nicht alles nutzen muss, um meinen Blog im Social Web an den Leser zu bringen. Mittlerweile versuche ich damit aufzuhören, mich bei jedem Social Network anzumelden und lebe nach dem Motto \"Weniger ist manchmal mehr\". Denn immer öfters, aber das ist nur meine persönliche Beobachtung, herrscht bei mir zeitweise eine planlose Reise durch die digitale Landschaft, die mir am Ende nur wichtige Lebenszeit kostet oder Zeit, die ich lieber in einen Artikel hätte investieren sollen, anstatt dieses neue gehypte Netzwerk XYZ zu testen.

Christian Buggisch, Leser_In

Eigentlich ist doch heute schon fast alles vernetzt. Wissen ist via Google jederzeit, überall und meist kostenlos verfügbar. Soziale Netzwerke wie Facebook und Messenger wie WhatsApp verbinden weltweit Milliarden Menschen. Smartphone-Apps helfen uns jederzeit durchs Leben - was früher ein kiloschweres Kursbuch der Bahn war, ist heute ein kleiner digitaler Helfer. Einkäufe werden nicht nur online getätigt, auch die Produkte - etwa Bücher - landen gleich in virtueller Form auf dem digitalen Gerät. Ehemals lineare Medien wie Radio und Fernsehen stehen vor disruptiven Veränderungen: Musik kommt heute über Spotify, Fernsehfilme und -serien kommen über Watchever per Stream zum Kunden: nur zur Benutzung, nicht als Besitz, aber immer genau dann, wenn der Kunde es will und braucht (und nicht wenn ein Programmdirektor oder ein Sendeschema es vorgibt). Und auch in Unternehmen hat die Vernetzung in den letzten Jahren massiv zugenommen: Auf dem Weg zum Enterprise 2.0 werden interne soziale Netzwerke etabliert und Unternehmenskulturen hin zu mehr Offenheit, Transparenz und Dialog verändert. Und doch ist die Reise noch nicht zu Ende. Das \"Internet der Dinge\" wird die Zukunft prägen. Dann wird wirklich alles mit allem vernetzt und über IP-Adressen erreichbar sein. Von der kleinen Gesundheitsapp für den Alltag über die digitale Kontrolle eines Autos bis hin zum komplett vernetzten Eigenheim und der Steuerung komplexer industrieller Produktionsprozesse: Die Digitalisierung und Vernetzung wird enorme Vorteile und Chancen mit sich bringen. Aber natürlich auch Risiken, man muss sich nur die aktuellen Ausspähskandale und Sicherheitslecks vergegenwärtigen, um solche Szenarien ein wenig bedrohlich zu finden. Wenn aber die Rahmenbedingungen stimmen und insbesondere Datenschutz und Datensicherheit den nötigen Raum bekommen, blicke ich optimistisch in eine digitale vernetzte Zukunft.

Eva Landfreund, Leser_In

Bei aller Vernetzung: vergesst die Netzneutralität nicht!

Oskar Sander, Leser_In

Ich hoffe, dass besonders Energiehaushalte und individuelle Ernährung besser mit Technologie-Aspekten vernetzt sind. Dies ist wichtig, damit wir unsere Ressourcenverwendung optimieren.

Mario Ohoven, Leser_In

Mittelständische Unternehmer denken und handeln in vernetzten Strukturen. Das beginnt bei der IT-Ausstattung und kulminiert in der Einbindung in den internationalen Handel. Auch die traditionelle Verwurzelung der Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in der Region ist Ausdruck ihrer Vernetzung. Inzwischen verfügen fast alle Betriebe über eine IT-Grundausstattung mit PC, rund 96 Prozent mit Internetzugang. Mobilfunkgeräte nutzen neun von zehn Mittelständlern, im Handwerk liegt die Quote sogar bei 96 Prozent. Ebenso viele KMU präsentieren sich mit einer eigenen Homepage, über 80 Prozent sind im eBusiness unterwegs. Dennoch besteht im Mittelstand Nachhol- und somit Informationsbedarf. So nutzen erst 18 Prozent Online-Marktplätze oder -Portale, nur jeder zehnte Mittelständler ist in der Cloud. Würden nur zehn Prozent der KMU auf die neueste IT umsteigen, könnten 110 Milliarden Euro zusätzlicher Umsatz generiert werden. Zugleich entstünden einer Studie von Boston Consulting zufolge 670.000 neue Arbeitsplätze. Erfolgreich agieren unsere Mittelständler im weltumspannenden Handel. Rund 98 Prozent der 350.000 deutschen Exporteure sind Klein- und Mittelbetriebe. Auch hier schlummert Potenzial. Der Mittelstand erzielt erst knapp ein Drittel seines Umsatzes im Ausland. Umso wichtiger ist der Aus- und Aufbau von Netzwerken.

Peter Figge, Leser_In

„Wann ist alles vernetzt?“ ist für uns gar nicht mehr die wichtigste Frage. Im digitalen Zeitalter lässt sich leicht jeder mit jedem verbinden. Doch in einem Unternehmen reicht es nicht, einfach alle miteinander zu vernetzen und auf tolle Ergebnisse zu hoffen. Warum? Das lässt sich gut am Beispiel unseres Gehirns erklären: Ähnlich wie ein Unternehmen ist ein Gehirn ein eng geknüpftes Netzwerk. Handlungs- und entscheidungsfähig sind Menschen aber nur, weil es zusätzlich ein ausgefeiltes System gibt, mit dem das Hirn Verbindungen ignoriert und Eindrücke und Gedanken bewertet. Bei sehr kreativen Menschen funktioniert das (sehr vereinfacht gesagt) etwas schlechter als bei uns Normalbegabten. Ihre Gehirne sortieren nicht so zuverlässig Wissen und Eindrücke in bewährte Kategorien, blenden nicht so streng aus, was „offensichtlich“ nicht zum Thema gehört. Deshalb stellen sie Zusammenhänge her, die andere nicht sehen. Als Unternehmen funktionieren wir im Bestfall wie das Gehirn eines hochkreativen Menschen: Jeder bei uns soll Teil eines großen, lebendigen Netzwerks sein, in dem sich unterschiedlichste Menschen, Perspektiven, Themen miteinander verbinden. Denn nur dadurch finden wir kreative Lösungen. Damit wir Kreativen nicht unter der Last der Eindrücke, Informationen und Kommunikation zusammenbrechen, arbeiten wir ständig daran, die inspirierendsten Verbindungen zu erkennen und zu fördern. Genau das ist unsere Aufgabe.

Hartmut Ayrle, Leser_In

Zunächst: es ist jetzt schon in bestimmter Sichtweise alles miteinander vernetzt. Die Wirkungsgeflechte, die das Leben des Einzelnen und unserer Gesellschaft durchziehen, sind nur noch selten überschaubar, Einwirkungen an einer Stelle haben Auswirkungen an vielen anderen, auch völlig unerwarteten. Wir leben - und denken - in Netzwerken von Assoziationen und Reaktionen schon lange, eigentlich schon immer. Nur in den letzten paar hundert Jahren der Vorherrschaft wissenschaftlich-technischen Denkens haben wir in fast kindlicher Einfalt versucht, jede Wirkung auf möglichst genau eine Ursache zurückzuführen. Aber das Denken in monokausalen Strukturen geht gerade mit dem Fortschritt der Wissenschaft zuende. Und damit geht die bislang so gedachte Übersichtlichkeit unserer Welt zuende, und damit die Wirksamkeit der bislang geltenden Denk-, Arbeits- und Tugend-Strukturen. Diesem Wandel wohnen wir aktuell bei. Parallel dazu entwickeln wir mit der digitalen Signaltechnik die Möglichkeit, jedes unserer technischen Produkte mit einem Nervensystem aus Sensoren, Aktoren und Entscheidungsknoten auszustatten. Haben wir die letzten 100.000 Jahre tote technische Geräte geschaffen, die von Mensch oder Tier angetrieben wurden, haben wir seit der Dampfmaschine und dem Elektromotor technische Muskeln, und seit dem Morseapparat und dem Transistor technische Nervenstränge in unsere Maschinen eingezogen. Sie fangen bereits an, sich autonom und intelligent zu benehmen: mein Auto wischt schon die Scheiben wenn es regnet, zuverlässig, ohne mich. Dass die gemäss unserer Nutzungs- und Eigentumsregeln noch getrennten Maschinen sich gegenseitig informieren und abstimmen ist absehbar, wenn das Ziel der Entwicklung möglichst grosse Entlastung des Menschen ist. Als Motiv, das gegen die Vernetzung wirken könnte, kommt das menschliche Kontrollbedürfnis in Frage, das eng mit menschlicher Autonomie verbunden ist. Allerdings erhöhen durch Vernetzung intelligent agierende Maschinensysteme auch die Autonomie von Menschen, insofern sie ihm komplette unerwünschte Arbeitspakete abnehmen. Ich sehe also ein klares Fortschreiten der Vernetzung von technischen Geräten in den nächsten 100 Jahren, auch wenn es die Lebensvollzüge des einzelnen Menschen immer mehr nachvollziehbar macht. Dieses Problem der zu grossen oder schädlichen Informationsmengen werden technische Systeme genauso lösen wie der Mensch: durch Vergessen.

Christian Mausbach, Leser_In

In weniger als 10 Jahren

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Wie modern ist Tradition?

Diskutieren Sie mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft über alte Tugenden in der modernen Welt. Welche Werte können wir getrost über Bord werfen und welche sollten unbedingt wieder entdeckt werden? Ihre Antwort zählt und wird gedruckt!

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Katrin Sold, Leser_In

Seit Jahrhunderten herrschen Sultane und Könige in Marokko. Ein traditionelles Land also? König Mohamed VI. trägt Anzug, fährt Jetski und ist Großunternehmer. Ein moderner Monarch? An Feiertagen legt Mohamed VI. die Djellaba an und grüßt vom Pferderücken sein Volk. An der Person des Königs wird deutlich: Marokko ist gespalten zwischen Tradition und Modernität. Traditionelle Regeln bestimmen in vielen Landesteilen die Lebensweise der Menschen.

In den Großstädten aber wachsen Wirtschaft und Infrastruktur, das Leben beschleunigt sich und die alten gesellschaftlichen Muster verlieren ihre Bindekraft. Durch Bevölkerungswachstum, Globalisierung und den Arabischen Frühling sind die traditionellen Strukturen unter Druck geraten. Der König hat mit Reformen reagiert, vor allem in der Wirtschaft.

Zugleich tragen seine Symbolpolitik und seine Machtfülle als Staatschef und „Führer der Gläubigen“ den traditionellen Kräften in der Gesellschaft Rechnung. Definiert man Modernität als positive Grundhaltung gegenüber Veränderung, und Traditionalität als den Wunsch, an Bewährtem festzuhalten, so sucht der König die Synthese: Bewährtes durch Veränderung erhalten. Dies kann zunächst gelingen, Tradition und Modernität sind keine Gegensätze. Doch das Gleichgewicht ist fragil. Ob Monarchie und Tradition im fortschreitenden Modernisierungsprozess überflüssig werden oder als Stabilitätsanker in Zeiten neuer Unsicherheiten eine veränderte Bedeutung gewinnen, werden die kommenden Jahre zeigen.

Katrin Sold
Nordafrika-Expertin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)

Frank Dostmann, Leser_In

Um ein traditionsreiches Unternehmen erfolgreich zu führen bedarf es nicht nur dem Mut in die Fußstapfen der Eltern zu treten, man darf beim Erhalt der Grundwerte die Weiterentwicklung und Anpassung des Unternehmens an zukünftige Bedürfnisse des Marktes nicht aus den Augen verlieren. Die Gerüstbau Dostmann GmbH hat ihren Ursprung in einem Zimmereibetrieb, den der Zimmermann Ernst Dostmann um 1645 in Wertheim gründete. Das Außergewöhnliche daran ist, dass der Name erhalten blieb und es immer einen Nachfolger in der Familie gab, der die Tradition fortführte. Im Jahre 1872 bewies Peter Dostmann Weitsicht, indem er das Unternehmen nach Mannheim brachte um in einer aufstrebenden Industriestadt zu wachsen. Aus der kleinen Zimmerei wurde ein großes Unternehmen, zu dem noch eine Kistenfabrikation hinzukam. Nach dem 2. Weltkrieg baute Willy-Peter Dostmann die Zimmerei wieder auf und sah in den 50er Jahren die Chance im branchennahen Gerüstbau. 1962 erfolgte der Wechsel zum Gerüstbau und entwickelte sich bis heute zu einem der führenden Unternehmen im Industrie- und Sondergerüstbau tätigen Unternehmen der Region. Möglich ist dies nur durch ständige Modernisierung, Weiterbildung und Engagement für die gesamte Branche.

Jochen Tholen, Leser_In

In der Menschheitsgeschichte entwickelt jede nachfolgende Generation eigene Vorstellungen zur Übernahme von Traditionen. Diese sind zunächst oft konträr zu jenen der vorhergehenden Generationen. Mit dem Älterwerden passen sich diese Vorstellungen aber immer mehr an. Nun aber scheint dieser immerwährende Zyklus der teilweisen Übernahme von Normen und Werten durch die Jungen insbesondere im arabischen Raum ins Stocken zu geraten. Starkes Bevölkerungswachstum, gepaart mit einem ständig steigenden Bildungsniveau und eine zunehmende Veränderung der Rolle der Frau stoßen auf begrenzte Chancen einer adäquaten Beschäftigung. Globalisierung und Internet lassen internationale Vergleiche zu, die zu verstärktem Mitbestimmungsstreben in der Politik führen. In Algerien beispielsweise hat sich zwischen 1990 und 2009 die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte mehr als verdreifacht – ausgehend von einem relativ niedrigem Basisniveau. Zwar hat sich auch die Zahl der Arbeitsplätze erhöht – von 4,7 Millionen in 1990 auf 9,7 Millionen in 2009) – aber die Qualität der Arbeitsplätze blieb gering und bietet so den vielen jungen Menschen keine adäquaten Jobmöglichkeiten. Was bleibt den jungen Menschen, die in den vorherschenden Strukturen keine attraktive Zukunftsperspektive sehen? Entweder ziehen sie sich in die innere oder äußere Emigration zurück oder sie lehnen sich gegen die Missstände auf, auch wenn das den Bruch mit bisherigen Traditionenbedeutet.

Brun-Hagen Hennerkes, Leser_In

Kann man sich heute noch auf Tradition verlassen? Zu schnell scheint sich die Welt zu drehen, zu umgreifend die Veränderungen in allen Lebensbereichen, als dass Althergebrachtes und Werte noch Relevanz hätten. Insbesondere, so sagen viele, gelte dies für das Wirtschaftsleben und für Unternehmen. Doch gerade in Hochgeschwindigkeitszeiten ist die Rückbesinnung auf Tradition wichtig. Die gemeinsamen Werte einer Unternehmenskultur geben die Struktur vor, an der die Mitarbeiter und Geschäftspartner Orientierung in einer unsicheren Umwelt finden. An diesen Werten muss sich das unternehmerische Handeln messen lassen. Die deutschen Familienunternehmen kombinieren Tradition und Innovation auf weltweit einmalige Weise. Was für Unternehmen als Organisation gilt, muss auch für den Einzelnen, für den Unternehmer, den Manager, den Mitarbeiter gelten. Das Leitbild des „Ehrbaren Kaufmanns“ schien vor der Finanzkrise in Vergessenheit geraten zu sein. Doch es hat sich gezeigt: Ohne individuelle Ethik ist die Tür für opportunistisches und betrügerisches Handeln weit geöffnet. Das „Wertekarussell“, wie der Philosoph und Medienwissenschaftler Norbert Bolz den allfälligen Opportunismus bezeichnete, dreht sich immer schneller, es lockt mit Chancen, ohne Orientierung zu bieten. Doch eine Wirtschaftsordnung ohne Vertrauen ist nicht nachhaltig. Vermeintlich altmodische Traditionen wie der Ehrbare Kaufmann dürfen und müssen durchaus Leitbild sein.

Stephan Dorgerloh, Leser_In

Ohne Tradition als Hintergrundfolie ist Moderne kaum vorstellbar, ohne Moderne wiederum verkümmert die Tradition zur bloßen Konservierung des Bestehenden. Um modern zu sein, heben wir uns von Traditionen ab oder greifen gezielt darauf zurück. Aus meiner Sicht kann Tradition nur dann modern werden, wenn es gelingt, sie kreativ zu nutzen. Goethes berühmte Verse rufen dazu auf und verweisen zugleich auf ein aktuelles Problem: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Was man nicht nützt, ist eine schwere Last.“ Für Sachsen-Anhalt besteht eine große Herausforderung darin, Kulturerbe nicht nur zu erhalten, sondern auch Nutzungskonzepte zu finden, die den modernen kulturellen Ansprüchen gerecht werden. Das Land ist reich an kulturhistorischen Traditionen, ich will hier nur die vier UNESCO-Welterbestätten nennen: das Bauhaus Dessau, den Wörlitzer Park, die Altstadt Quedlinburgs, die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg. Aber wenn von Kultur innovative Impulse ausgehen sollen, sind auch bürgerschaftliches Engagement, Experimentierfreude und eine lebendige Kunstszene wichtige Faktoren. So gehört es schon bei der Lutherdekade zum Konzept, kulturhistorische Themen in einen aktuellen Kontext zu stellen. Auch beim Bauhausjubiläum 2019 muss unter Beweis gestellt werden, dass inzwischen alte Traditionen neu belebt werden können. Mitunter scheint die Ambivalenz sogar in der Sprache auf: Manche Traditionen modern vor sich hin, andere sind (wieder) ganz modern.

Hartmut Ayrle, Leser_In

Tradition ist das weiter Gegebene. Tradition ist das, was die Kinder tun, weil die Eltern es ihnen so weiter gegeben haben; meist geben Eltern das weiter, was gegenüber den Anforderungen der Welt nicht unmittelbar offensichtlich ist, sich aber doch bewährt hat. Solange die Anforderungen der Welt gleich bleiben, funktioniert Tradition prima. Wo sich die Welt aber ändert, entsteht immer wieder ein Spannungsverhältnis zwischen Tradiertem, aus der Vergangenheit weitergegebenem Verhalten, und den Anforderungen einer veränderten Gegenwart. In solchen Fällen muss eine Tradition verändert, angepasst oder aufgegeben werden - die Tradition Götter mit Menschenopfern zu besänftigen wurde zum Beispiel weitgehend aufgegeben (auch wenn manche das bezweifeln). Der Welt gefällt es aber, die Anforderungen an den Menschen in manchen Bereichen zu ändern, manchmal sehr rasch zu ändern, in anderen Bereichen aber lange konstante Anforderungen zu stellen. Daher ist nicht vorher zu sagen, welcher Teil unserer Traditionen morgen noch modern, also der Zeit angepasst ist, und welcher nicht mehr modern ist, weil er keine angemessene Antwort mehr auf die veränderten Anforderungen gibt. Trifft ein Mensch in seinem Lebensvollzug also auf eine neue, ihm noch unbekannte Anforderung, lohnt es sich durchaus zu schauen, ob die Tradition vielleicht eine Antwort, einen Hinweis auf hilfreiches Verhalten gegenüber dieser Anforderung bereit hält. Wenn das der Fall ist, kann er sich getrost bei seinen Vorfahren einreihen und sich traditionell verhalten. Ob es der Fall ist, oder ob die Traditiion zu ändern, gar zu brechen oder einfach zu ignorieren wäre, muss er leider selbst entscheiden. Derzeit ist es wieder modern, Traditionen zu befragen und gegebenenfalls auch zu leben. Besonders schön zeigt sich die dabei meist resultierende Widersprüchlichkeit menschlichen Handelns an Alice Schwarzers ganz traditionellem Umgang mit dem Geld, das sie mit ihren Traditions-brechenden Arbeiten für die Frauenemanzipation verdient hat.

Michael Maresch, Leser_In

Mode ist heute. Das Heute gestaltet die Zukunft. Tradition ist die Mode des Gestern im heute. Solange das Heute keine besseren Ideen zur Mode von Gestern entwickelt, entwickeln kann oder will, bleibt die Mode von gestern unter dem Namen Tradition die Mode von heute und gestaltet Zukunft. Tradition ist also das, was die Mehrheit, ohne die es keine Mode gibt, aus der Vergangenheit mitnehmen will. Ein zutiefst demokratischer Prozess. Und daher höchst modern.

Sylvia Ganter, Leser_In

In unserer modernen Gesellschaft muss sich m. E. nach alles, also auch Tradition, individuell bewähren! Wenn ich selbst den Wert einer Tradition erkannt habe und schätze, wird mir daran liegen, diese Tradition zu erhalten. So beispielsweise im familiären Bereich die Tradition des gemeisamen Essens und Feierns. Auch so genannte Übergangsrituale, wie etwa die Konfirmation o. ä., sind hilfreiche Brücken, um persönliche Entwicklungsschritte gemeinschaftlich zu unterstützen. Traditionspflege wirkt so einerseits der Vereinzelung entgegen und braucht doch andererseits die Überzeugung des Einzelnen zur Erhaltung. Traditionen müssen individuell auf Sinnhaftigkeit geprüft werden. Bewährtes bleibt!

Christian Mausbach, Leser_In

Ist in einigen Bereichen ziemlich aus der Mode gekommen, in anderen erleben wir eine Renaissance, wie z.B. Mundart, Karneval oder Oktoberfest.

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