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Was macht das Leben schön?

Vom „schönen Leben“ wird oft gesprochen. Aber welcher Luxus materieller oder nicht-materieller Art ist eigentlich Grundlage für das Glücklichsein? Verändern sich diese Ansprüche im Laufe eines Lebens?

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Martin Liebmann, Obmann des Vereins zur Verzögerung der Zeit

Hinter der Langeweile blüht die Muße

Heute habe ich fast alles versäumt. Von den Millionen Möglichkeiten habe ich nur eine Handvoll wahrgenommen. Mathematisch ist das nahezu null. Was würde sich allerdings ändern, wenn ich 100 oder 1.000 genutzt hätte? Rechnen Sie einmal nach! Angesichts der unendlichen Möglichkeiten versäumen wir ohnehin so gut wie alles. Immer mehr, immer schneller, immer sofort alles haben zu wollen führt dazu, dass wir den Sinn für das Schöne verlieren. Gefüllt ist nicht erfüllt – auch wenn uns die inzwischen alle Lebensbereiche durchdringende Ökonomisierung das Gegenteil verheißt. Das Schöne entfaltet sich erst in seiner Beziehung zu mir. Und Beziehungen lassen sich nun einmal nicht beschleunigen. Sie brauchen Zeit. Manchmal nur einen Augenblick, manchmal viele Jahre, bis sie ihr Geheimnis lüften. Mein Leben ist immer dann schön, wenn mich etwas berührt und in Schwingung versetzt. Das kann die Beziehung zu einem anderen Menschen sein, zu mir selbst, zur Natur, zu Dingen, zu Ideen, zu einem Bild, einer Melodie oder einer Tasse Kaffee. Damit es aber nicht nur an meiner Oberfläche rührt, sondern mich wirklich ergreift, muss ich mich darauf einlassen. Wenn ich verlerne, nirgends mehr lange zu verweilen, nehme ich mir die wunderbare Erfahrung dessen, was hinter der Langeweile verschwenderisch blüht: der Muße. Ihr Luxus ist nicht käuflich. Was für ein Glück.

Michael Michalsky, Designer

Ode an das Leben

Es geht nicht darum, alles im Leben mit einem Smiley zu überkleben. Die kleinen Dinge des Alltags machen das Leben lebenswert. You only live once! Koste jeden Moment aus, denn einzigartige Augenblicke spiegeln die Schönheit und Ästhetik unseres Seins wider. Der Geruch von Leder, die Haptik hochwertiger Seide, die Farbkomposition der kommenden Saison – all die großartigen Kleinigkeiten machen meine Arbeit als Designer einzigartig schön. Um Inspiration zu sammeln, gehe ich mit offenen Augen durch die Welt: Eine Reflektion an der Fensterscheibe, das neue Graffiti an der Hauswand gegenüber, der Sonnenaufgang nach einer durchtanzten Nacht, die klirrend-klare Kälte im Winter oder das Leuchten des Sommers – Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Und ich bin ein großer Fan von Individualität. Ein bunter Stilmix oder unkonventionell gestylte Looks begeistern mich genauso wie beeindruckende Architektur oder außergewöhnliche Malerei. Aus all den Eindrücken erschaffe ich neues Design, mit dem ich mich gerne umgebe. Das macht für mich das Leben schön. Dennoch liebe ich es auch, mich mit einem guten Buch auf meinem Sofa zu entspannen. In meinem Job ist Abschalten eine kostbare Ausnahme. Im Leben geht es nicht um Geld und Luxus, es geht vielmehr darum, dass man die wichtigsten Dinge zum Leben um sich hat: Geborgenheit, Familie, Gesundheit und Liebe. Meine Wohlfühlformel? Sorge dich nicht! Lebe!

Max Beer, Leser

Freiheit und Familie

Das Leben mit der Familie macht das Leben schön. Das Leben in einer freien Welt, in einem freien Staat mit Grundrechten und in einer geordneten Gesellschaftsstruktur ist Grundvoraussetzung für persönliches Glück. Das Leben wird aber erst wirklich schön, wenn man es teilen und weitergeben kann. Mein Sohn gibt mir jeden Tag ein schönes Leben. Frohe Weihnachten an alle, die das lesen.

Martin Schmidt, Akademischer Direktor i.R. Forschungs- und Praxisstelle für Paar- und Familientherapie an der LMU München

Better together

In der Weihnachtzeit suchen Menschen vermehrt nach Sinn, Zufriedenheit und Glück. Die demoskopische Frage „Braucht man eine Familie zum Glück?“ wird in Deutschland, in West und Ost, ausgesprochen positiv beantwortet. Auch familienpsychologische Forschungen zeigen, dass trotz aller Pluralisierung von Lebensformen der Familie eine zentrale Rolle für das persönliche Glück zugeschrieben wird. Paarbeziehungen repräsentieren die Basis des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ehepartner und Eltern sind, Großeltern waren und Kinder werden die Architekten von Familiensystemen sein. Solidarität zwischen den Generationen, eine Balance von Geben und Nehmen, ist ein Grundbaustein gelingender Familienentwicklung. Eine glückliche Paarbeziehung ist ein bedeutsamer protektiver Katalysator für die Gesundheit der Partner, ihrer Kinder und deren zukünftigen Nachfahren. Wechselseitige persönliche Akzeptanz und soziale Unterstützung der Partner stärken deren psychische Gesundheit und Wohlbefinden. Geteilte positive Ereignisse führen zu vermehrtem Erleben positiver Emotionen und einer erhöhten Lebenszufriedenheit. Was Männer und Frauen in einer Beziehung betrifft, ist es offenbar nicht schwer, Männer in einer Ehe glücklich zu machen. Für eine glückliche Partnerschaft scheint die Zufriedenheit der Frau wichtiger als die des Mannes. Für eine Frau spielte nicht die Zufriedenheit des Mannes die größte Rolle, sondern seine Gesundheit.

Monika K., Leserin

What we have is now!

Ist doch klar, dachte ich. Ich weiß doch, was ich für ein schönes Leben brauche: Freunde, Familie, Reisen, Gesundheit, einen Beruf, der mir Freude bereitet und der neue Sessel von Fritz Hansen. Gleichzeitig spürte ich diese leichte Beklemmung in der Magengegend. Ist ja eigentlich doch recht viel. Und wenn ich das alles nicht bekommen kann? Wenn ich es nicht halten kann? Wenn alles plötzlich weg ist? Ist das Leben dann noch schön? Es ist vielleicht dieses Streben, dieses Hetzen nach mehr – mehr Stimulation, mehr Konsum, mehr Haben wollen – was mir diesen Druck verleiht. Herr Fromm, was mach ich nochmal, wenn alles, was ich endlich habe, nicht mehr ausreicht? Bin ich wirklich, was ich habe und was ich konsumiere? Mein Leben kann doch bestimmt auch schön sein, ohne dass ich es mir schön machen muss? Aber wie lautet bitte die magische Formel dafür? Mir kam etwas in den Sinn, was ich in einem Buch über Camus gelesen hatte: Im Zusammenhang mit mediterranen Boule-Spielern ging es da um die „Eroberung des täglichen Glücks“, um eine Art von Bescheidenheit, „Achtung der inneren und äußeren Natur“, um eine Art friedlicher Koexistenz. Also doch die Beschränkung auf das Elementare? Liegt das Glück in der Kunst der Beschränkung? Keine großen Erwartungen zu haben. Keinen Vergleich. Keine Gier. Sagte doch schon Kierkegaard, dass der Vergleich das Ende des Glücks und der Beginn der Unzufriedenheit sei. Wenn ich es also schaffe, so bescheiden den Augenblick des Lebens auszukosten, dann geht das doch auch prima in dem neuen Sessel der Fritz Hansen Kollektion, oder?

Norbert Golomb, Leser

Kleine und große Freuden

Die Momente, die ich mit meinen Freunden erlebe und dann unvergesslich werden! Egal ob es sich um Kleinigkeiten oder den gemeinsamen Urlaub handelt! Und lächelnde Menschen: Da geht mir immer ein wenig das Herz bei auf, wenn mir andere zulächeln, egal ob bekannte oder fremde Menschen! Die meiste Freude aber macht mir das Tanzen, da kann man die Welt bei vergessen und sich auf die Frau in den Armen konzentrieren und mit ihr reden! Für einen Moment gehört die Welt nur uns Zweien.

Jan Mayer, Leiter der Zentralen Koordination Sportpsychologie des DOSB

Hochleistung als Kick

Die sportliche Aktivität auf höchstem Niveau an sich ist für die meisten Hochleistungssportler hochgradig attraktiv und mit einem sehr starken Glücksgefühl verbunden. An einer Tätigkeit Freude zu haben, kann auch beinhalten, mit ansteigendem Training zu erfahren, dass man diese Tätigkeit besser kann, oder sogar im Vergleich mit anderen zu erfahren, dass man diese Tätigkeit nahezu perfekt und am besten kann. Die Beobachtung, dass den Athleten ihr Sport prinzipiell viel Freude bereitet, gilt im Spitzensport durchgängig. Auf höchstem Niveau Sport zu treiben, ist für die Sportler hochgradig attraktiv. Sie machen es nicht mit Blick auf eine mögliche Belohnung von außen, sondern weil die Tätigkeit selbst für sie so reizvoll ist. Auch bei scheinbar sehr anstrengenden und mühsamen Tätigkeiten wie einem Marathonlauf berichten Läufer im Anschluss mit leuchtenden Augen vom Runner’s High, einem euphorischen Glücksgefühl während des Laufs. Und wenn Sportler solch ein Highlight erlebt haben, zum Beispiel den perfekten Abschlag im Golf, die perfekte Wende beim Surfen, den perfekten Freistoß in den Winkel geschafft haben, beschreiben sie sich oft als „süchtig“ danach, dieses Gefühl, diesen Zustand wieder und wieder zu erleben. Tätigkeitsorientierte Anreize findet man allerdings nicht nur bei Spitzenleistungen. So wurden bei verschiedenen Sportarten auf unterschiedlichem Niveau verschiedene Tätigkeitsanreize festgestellt, wie beispielsweise Bewegungsgeschmeidigkeit, Präzisionsgenuss, Krafterlebnisse oder auch Angstprickeln.

Alexandra Meller, Leserin

Die Perspektive zählt

Fragt man einen Workaholic „Was macht das Leben schön?“, wird er antworten: meine Arbeit. Fragt man dieselbe Frage einen Alkoholiker, wird er sagen: das Bier am Morgen. Die Antwort eines Bodybuilders ist wahrscheinlich: Sport. Die Dinge, die einem das Leben versüßen, sind einem ständigen Wandel der Zeit unterworfen. Sicherlich eine Zeit, in der Schokolade und der abendliche Sandmann schon völlig zum perfekten Glück genügten, später jedoch schon das erste Beziehungsaus die Welt zum einstürzten brachte. Heute kann ich mit Gewissheit sagen, dass nichts das Leben schöner machen kann als das eigene Kind, das einen – als eigentlicher Morgenmuffel! – morgens anblickt und sagt: „AUFSTEHEN! Liebe dich!“ und einem eine Kusshand zuwirft. Da fühlt man sich sogar nach vier Stunden Schlaf, als sei man Superwoman und könnte Berge versetzen.

Thomas Sommer, Gault Millau - Sommelier des Jahres 2013

Eingießen und genießen

Zu den essentiellsten und schönsten Seiten des Lebens gehört für mich das Schmecken! Es stimuliert mehrere Sinne zugleich und schult bei bewusstem Genuss die Wahrnehmung von uns selbst und unserer Außenwelt. Der gustatorische Geschmackssinn, der olfaktorische Geruchssinn und der taktile Tastund Temperatursinn des Mundraumes ergeben zusammen eine unendliche Anzahl an möglichen Geschmackserlebnissen. Acht Geschmacksrichtungen kennen wir, sechs davon sind wissenschaftlich bewiesen. Bitter, salzig, süß und sauer sind seit Langem bekannt. In den 1990er Jahren kam umami dazu, was für das Fleischige und Herzhafte steht und im asiatischen Raum als „Wohlgeschmack“ beschrieben wird. Zudem wurden vor wenigen Jahren auch Rezeptoren für Fett nachgewiesen. In meinem Berufskreis werden zusätzlich „Wasser“ und „Metall“ als Geschmacksrichtung behandelt, sie sind jedoch nicht bewiesen. Alle Geschmacksrichtungen werden von den Geschmackspapillen im Mundund Rachenraum wahrgenommen. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Geschmacksbereiche nicht klar voneinander abgegrenzt, sondern gehen ineinander über. Genauso wichtig für das perfekte Genusserlebnis sind die Duftstoffe. Sie werden von einer briefmarkengroßen Rezeptorfläche in der Nasenhöhle wahrgenommen und direkt an das Gehirn gesendet. Dieses setzt dann die Empfindungen des Geschmacks und des Geruchs zum Aroma zusammen. Diesen Vorgang immer wieder bewusst zu erleben und zu fühlen, das macht mein Leben schön.

Felicitas Then, TV- und Eventköchin

Feuerwerke auf dem Gaumen

Gemeinsam einkaufen, gemeinsam kochen, gemeinsam genießen. Ich liebe es, Menschen mit meinem Essen eine Freude zu bereiten. Darüber hinaus gibt es für mich nichts Schöneres, als andere mit meiner Leidenschaft anzustecken und sie von der Wertigkeit von guten, selbstgekochten Lebensmitteln zu überzeugen. Für mich ist Essen und Kochen viel mehr als nur eine Überlebensstrategie. Das wunderbare Gefühl eines cremigen Schokoladenkuchens auf der Zunge, der Duft von knusprigen Bratkartoffeln in der Küche, die Erleichterung, wenn man die Kellnerin mit dem bestellten Essen zum Tisch kommen sieht. Wohlschmeckendes Essen richtet sich sofort an das Belohnungssystem des Gehirns und schüttet positive Hormone aus. Wenn ich koche, versuche ich deshalb stets, so viele Geschmäcker und Konsistenzen wie möglich in einem Gericht zu vereinen. Wenn die Kombination stimmt, ist es wie ein Feuerwerk auf der Zunge und das stimuliert das Gehirn auf eine sehr angenehme Art. So findet sich auf meinem Teller immer etwas Süßes, ein wenig Schärfe, eine gewisse Säure, eine leichte Salzigkeit sowie eine knusprige und eine cremige Komponente. Ich liebe es, mutig zu sein, mit meinen Gerichten Grenzen zu überschreiten und Abgefahrenes auszuprobieren, ohne dabei die geschmackliche Balance aus den Augen zu verlieren. Die drei wichtigsten Prinzipien in meiner Küche jedoch sind immer der Spaß, der Genuss und das Beisammensein.

Tina S., Leserin

Freude ist zum Teilen da

Für mich sind es besondere Momente im Leben, die ich mit den Menschen, die ich liebe, teilen kann. Sind wir doch einmal ehrlich zu uns selbst. Natürlich jammern wir gerne lauthals los bei dem Gedanken, das Weihnachtsfest mit der stressigen Großfamilie zu feiern, den Kindergeburtstag noch vorzubereiten oder den Achtzigsten von Opa dieses Jahr in Eigenregie ausrichten zu müssen. Aber wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist, alle beisammen sitzen, lachen, trinken, Witze erzählen und man im Chaos sein eigenes Wort nicht mehr versteht, dann ist man besonders glücklich. Denn solche Momente werden erst zu etwas Unvergesslichem, wenn man sie mit lieben Menschen teilt. Ich versuche dann immer, etwas von diesem wohligen Gefühl in mir zu speichern, für die Zukunft. Denn der nächste Zeitpunkt, an dem man sich seines eigentlichen Glückes nicht mehr bewusst ist und wieder zu meckern anfängt, kommt bestimmt.

Marcel Hunecke, Professor für Umwelt- und Organisationspsychologie, Fachhochschule Dortmund

Mehr oder besser?

Eines unserer zentralen Motivsysteme ist auf das Erlangen lustvoller Erlebnisse ausgerichtet. Das hedonistische Potenzial des Menschen ist allerdings nicht unbegrenzt. So erhöht sowohl eine Steigerung der Erlebnisdichte als auch eine Intensivierung positiver Sinneserfahrungen das subjektive Wohlbefinden. Beide Strategien können jedoch weder grenzenlos noch beliebig parallel angewendet werden, weil der Mensch auch Erholungsphasen von positiven Sinneserfahrungen benötigt. Die modernen Konsumgesellschaften verfolgen ganz eindeutig die Strategie einer Maximierung der Quantität und Vielfalt von positiven Sinneserfahrungen. Allerdings gelingt es durch den hierbei verursachten Informations- und Entscheidungsstress mittlerweile immer weniger Menschen, ihr optimales Maß zu finden. In der Überfülle wird die zweite Strategie der Intensivierung von Sinnerfahrungen relevant. Praktisch lässt sich die Genussfähigkeit über das Anwenden von Genussegeln im Alltag erhöhen, wodurch Genuss gelernt und die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Über eine Steigerung von erlebten Genussintensitäten wird wenigstens teilweise die Häufigkeit von Genusserfahrungen kompensiert, ohne dabei gleichzeitig die hedonistische Erlebnisqualität zu verringern. Dies würde dem Nachhaltigkeitsziel entsprechen, weniger materielle Güter zu konsumieren und stattdessen mehr subjektives Wohlbefinden aus der sinnlichen und sensorischen Qualität von Gütern und Dienstleistungen zu ziehen.

Kim Mertens, Leserin

Unbezahlbare Momente

Ich denke, es ist eine Frage der Einstellung. Zum einen gehört die Sicherheit durch einen bestenfalls erfüllenden Job zum schönen Leben. Zum anderen wissen wir, dass das Wichtigste im Leben doch die Gesundheit ist. Beides zusammen ist also eine gute Basis, um über die wirklich schönen Dinge des Lebens nachdenken zu können. Etwas aufzubauen und eine kleine Spur auf der Erde zu hinterlassen, die gemeinsame Zeit mit Freunden oder der Familie bei einem guten Glas Wein – das ist erstrebenswert und unbezahlbar.

Tobias Plannerer, Leser

Ying und Yang

Das Leben ist schön, wenn Freude und Leid, Entspannung und Stress, Optimismus und Pessimismus, Sicherheit und Risiken ein Gleichgewicht bilden. Nur so sind die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Hallo Abraham, Leser_In

aufwachen,_ gucken was kommt. liegen bleiben sich selbst spüren, die launen des geistes frei entfalten sowie befolgen zu dürfen. die launen als positive zulassen zu können. keine zeit beschrenkungen zulassen, bzw weitestgehend diese selbstbestimmt und bewusst zu wählen. unabghängig von äusseren umständen, keinerlei glück an materie messen, sein. insich ist alles was es brauch immerwährend präsent. nichts erwartend und allem zu bereit. zufrieden, lässig, unerwartete umstände besonnen und suverän angehen.wettkampf ist illusion,gar unnötige hetzte. werten nur zur orientierung nutzen, denn ohne angelernte vorurteile und immer im \"jetzt\" lebt es sich erfüllter. desweiteren werden allerlei eindrücke prächtiger eingenommen. selbstbewusst über den dingen schweben, sie beobachten. abstand und nähe im interwall. bei bedarf reagieren. haupsächlich alle handlungen aus freude und wohlwollen gestalten, ohne sich in jedwehigster weise bedrückender beklemmungen und hemmungen aller art im keim hinzugeben denn schon durch das zulassen oder beschäftigen von und mit negativen memen, verunreinigt das helle gemüt. eigentlich kein problem wenn man weis. wenn allerdings nicht besteht die gefahr von angenehm unbefangenem zu unsicherheit und der gleichen abzurutschen. einfache progressive ideen welche keinerlei niedertracht unenterworfen sind oder unterwerfen. schöheit ist immer angenehm, wie wohltuend.\"immer versucht. immer gescheitert. einerlei. wieder versuchen. wieder scheitern. besser scheitern.\"(samuel beckett)

Claudia Sagafe, Leser_In

Zeit mitv der Familien und guten Freunden verbringen und dabei immer gesund bleiben.

Bernhard Müller, Leser_In

Ich!

Lara Bezdek, Leser_In

Schöne Momente im Leben machen unser Glück aus. Doch was genau sind denn eigentlich „schöne Momente“? Ganz besondere, einzigartige Momente, wie live dabei zu sein, wenn das Heimatland Fußball-Weltmeister wird? Oder einfach ein einzigartiges Konzert mitzuerleben? Solche Erinnerungen sind garantiert einzigartig, aber repräsentieren sie auch die Momente, die das Glück ausmachen? Können nicht auch scheinbar winzig kleine Dinge das Glück eines Menschen ausmachen? Natürlich offenbart sich dies als ganz individuelle Entscheidung, aber ich denke, wenn man sich darauf einlässt, werden nachfolgend erzählte Momente garantiert für jeden ein kleiner Moment des Glücks. Ich sitze im Zug. Der Weg zur Uni dauert lang und ich habe noch viel zu tun. Fast schon genervt von der Lautstärke und dem anscheinend nicht enden wollenden Text, den ich noch schnell vorbereiten muss, sitze ich da. Eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter steigt zu und sie setzen sich in den Vierer vor mir. Und genau dann passiert das, was wohl jeden lächeln lässt. Das kleine Mädchen steckt ihren Kopf zwischen den Kopfstützen hindurch und lacht mich an. Kann sich irgendjemand dagegen wehren zurück zu lächeln? Also, ich konnte es nicht. Unwillkürlich, hatte mir das kleine Mädchen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Danke. Alle Momente, die Jemanden aus dem Alltag reißen, seien es große Geschehnisse oder ganz kleine, scheinbar unbedeutende Momente, es sind diese welche das Glück zusammenbasteln. Egal, in welchem Alter! Es mag immer materielle Ansprüche geben, dich sich auch im Laufe des Lebens verändern. Und natürlich gibt es Menschen, die ihre Zufriedenheit aus Materiellem ziehen, aber bedeutet Zufriedenheit wirklich Glück? Ich sage nein. Aber immaterielle Dinge, die das Leben ausmachen und das Glück erschaffen, mögen mehr oder weniger Gewicht über das Leben hinweg zugerechnet bekommen, aber es zählt: sie werden bleiben und wohl niemals vergehen. Und jeder wird genau das erkennen, wenn nur der Anspruch nicht auf der Luxusvilla und dem millionenschweren Konto oder einfach der Erfüllung all der immateriellen Träume liegt, sondern das Herz sich an den kleinen Dingen erfreuen kann. Wenn ich ein „Guten Morgen“ von meinem Nachbarn früh morgens um kurz nach 5 Uhr bekomme und mich darüber freue und mein Lächeln wiederrum ansteckend wirkt auf den nächsten Menschen, dem ich daraufhin begegne, genau dann bin ich glücklich für einen kurzen Moment. Es mag viel Unheil geben auf dieser Welt, aber ist die Welt nicht einfach schön, wenn wir in das Gesicht eines offen lächelnden Menschen sehen?

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Wie werden wir wohnen?

Energiewende, technologische Entdeckungen und inklusives Denken beeinflussen die heutige Architektur: Wie soll Ihr Wohnraum der Zukunft gebaut sein?

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Reinier de Graaf, Architekt und Leiter von Rem Koolhaas' OMA Innovationlab

Nutzerbeteiligung statt Elfenbeinturm

Als Architekt zögere ich bei der Antwort auf diese Frage. Nicht die Architekten entscheiden, wie die Menschen leben sollten, sondern die Menschen selbst. Ein flüchtiger Blick auf die Geschichte unseres Berufes genügt, um zu erkennen, dass hier eine ungute Beziehung zueinander existiert. Hat der Nutzer als Mitschöpfer in anderen kreativen Bereichen stetig Fuß gefasst, ist in der Architektur „der Mensch“ als kreatives Element, das beim Planungsprozess mitwirkt, noch immer weitgehend außen vor. Nur wenige Architekten haben sich den Gedanken der Nutzerbeteiligung zu eigen gemacht, noch weniger haben ihn zu Ende geführt. Der „Nutzer als Planer“ gilt als Kuriosum aus den 1970ern, einer Ära, deren Hoffnungen und Ideale heute als naiv und passé erscheinen. Es gibt eine alternative Erfolgsgeschichte, doch deren Helden sind noch weitgehend unbesungen. Wir kennen die Namen Friedensreich Hundertwasser und Lucien Kroll, doch die Namen derjenigen hinter den „Baugruppen“ von heute, um nur ein Beispiel zu nennen, sind noch immer ungenannt. Die auflammenden populären Fantasien, die mit diesen Entwicklungen einhergehen, gelten als schlechter Geschmack, weswegen eine emanzipatorische Bewegung wie die moderne Architektur im Widerspruch mit der Emanzipation derer steht, denen sie doch dienen soll. Lieferte die moderne Architektur überzeugende Belege dafür, dass sie für die Massen da ist, hat sie bislang Mühe, gemeinsam mit den Massen zu arbeiten.

Hans-Walter Müller, Architekt

Leben im Luftschloss

Unser Wohnen wird ehrlicher, einfacher und reicher. Schlösser sehen heute schon anders aus als früher. Unsere Wohnung wird eine Wohnlandschaft sein, ständig veränderbar, gemäß unserer Laune. Seit über 40 Jahren lebe ich mit meiner Lebensgefährtin, Marie-France Vesperini, in einem Tragluftvolumen, einem wahren „Luftschloss“, auf dem Weg in die Zukunft. Das Volumen benötigt ständig eine Energiezufuhr, um zu existieren. Die Konstruktion beruht nicht mehr auf dem Prinzip der Schwerkraft, sondern gehorcht den Gesetzen der Gase und Flüssigkeiten. Der ständige Energiefluss ist äußerst gering. Der Strom wird im selben Augenblick verbraucht, in dem er entsteht. Ein Ventilator erzeugt einen differenzialen Überdruck, welcher sich in der Haut, einer Klimahülle, multiplizierend verbreitet, wie unser Herz, als Motor, mit ständiger Energiezufuhr, und den Adern, durch den Blutdruck gespannt. Das Haus ist fertig. Es fehlt noch das Skelett als Primärkonstruktion, über und unter der Erde. Denn wir werden unter und über der Erde wohnen und nicht mehr den Boden der Erdoberfläche missbrauchen. Ein- und Ausgänge befinden sich reduziert nur im Erdgeschoss. Ohne Grundbesitz können sie unter sich verbunden werden, um stabiler und ökonomischer zu werden. Ihre Morphologie verwandelt sich dann langsam, während 500 Jahren, metamorphosenhaft zu einer spektakulären Makrostruktur mit horizontalen und vertikalen „Straßen“.

Justina Kilinski, Leserin

Die soziale Realität abbilden

Das gängigste Wohnmodell ist heute das des Einzelhauses oder der Stadtwohnung. Es handelt sich um Wohnstrukturen, die an das System Familie angepasst sind und damit ein Lebenskonzept bedienen, das in der Gesellschaft längst nicht mehr tonangebend ist. Die Idylle der Kleinfamilie ist eine von vielen Lebensrealitäten der heutigen Zeit. Die Zahl der Singlehaushalte nimmt europaweit stetig zu. Hinzu kommt eine alternde Bevölkerung. Angesichts des in Zukunft zu erwartenden Bevölkerungswachstums ist hier neben architektonischem auch politisches Umdenken erforderlich. Es gibt neue Ideen vom gemeinschaftlichen Wohnkollektiv, die in beide Richtungen denken. Was der japanische Architekt Riken Yamamoto, Mitbegründer eines neuen Konzeptes gemeinschaftlichen Wohnens, als „Community Area Model“ bezeichnet, hat zum Ziel, mit geringen räumlichen Ressourcen maximalen Komfort für die Bewohner eines Wohnkomplexes zu schaffen. Wohnmodule wie Küche, Kinderspielzimmer oder Terrasse werden in den gemeinschaftlichen Raum verlegt. Private Räume werden so auf die wirklich notwendige Fläche reduziert. Das Teilen von Räumen vereint die ökonomische mit der sozialen Komponente: Teilhabe an einem Garten oder einem Schwimmbecken ist nunmehr auch finanzschwachen Menschen möglich. Auch wenn die Betriebskosten für gemeinschaftliche Flächen auf alle entfallen, ist für Einzelhaushalte die finanzielle Ersparnis, die die Auslagerung bestimmter Wohnmodule mit sich bringt, enorm. Zudem bietet das Modell sozialen Rückhalt und wirkt dem modernen Phänomen der sozialen Entfremdung entgegen.

Fritz Reusswig, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Klimaneutrale Metropolen

Wir haben die Wahl: Entweder wir wohnen 2050 in einer Welt des ungebremsten Klimawandels, mit Hitzewellen nie dagewesener Heftigkeit, gerade in den Städten, mit Klimaflüchtlingen, mit steigendem Meeresspiegel. Oder wir wohnen klimaneutral. Und das geht – sogar in einer Metropole. Für Berlin haben wir das mit einer ganzen Expertengruppe durchgerechnet. Knapp die Hälfte des Ausstoßes von Treibhausgasen geht in Berlin auf das Konto des Gebäudesektors, hauptsächlich sind das Heizung und Warmwasserbereitung. Das heißt nicht, dass wir in Zukunft frieren und kalt duschen müssen. Sondern dass wir deutlich mehr Wärmedämmung brauchen, auf viel mehr Dächer Solarzellen kommen, dass die verbleibenden Autos mit Strom fahren und dass viel mehr Keller Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen bekommen. Dafür müsste in erster Linie die Rate der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes von derzeit nicht mal einem Prozent pro Jahr auf eineinhalb bis zwei Prozent gesteigert werden. In einer Mieterstadt wie Berlin birgt so ein Umbau die Gefahr der Verdrängung alteingesessener Bewohner. Technik allein reicht deshalb nicht – mindestens genauso wichtig sind neue, intelligente Regeln und Geschäftsmodelle, um die Kosten zu strecken und zu verteilen. Hier findet die vielleicht wichtigste städtebauliche Innovation der nächsten Jahre statt: in den Köpfen, nicht auf den Baustellen.

Alexander Horch, Leser

Weniger Häuser

Etwas bescheidener. Wir werden es uns nicht mehr leisten können, große Häuser, die nur für eine Lebensphase „passen“ über Jahrzehnte zu heizen, instand zu halten, zu bewohnen etc. Wir werden flexibler werden, umziehen, wenn die Kinder das Haus verlassen haben. Wir werden bescheidener bauen, weniger energieintensiv, jedoch mit mehr Technologie, um Häuser effizient zu betreiben. Die ländlichen Gebiete werden schrumpfen, die Städte wichtiger werden. Die komplette Infrastruktur wird nicht überall betrieben werden können. Wer werden lernen, wie man Städte rückbaut.

Gabriele Sturm, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Lebensqualität auf dem Land

Ländlich geprägte Kommunen bieten ihrer Bevölkerung nach wie vor ein attraktives Wohnumfeld. Dennoch wirken sich ökonomischer und demografischer Wandel immer mehr auf die Lebensqualität aus. Das zeigen repräsentative Umfragen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Hinsichtlich des materiellen Wohlstandes wird auf dem Land auf Immobilieneigentum gesetzt: Insgesamt sind mehr als drei Viertel des Wohnungsbestandes in privater Hand. Die eigenen vier Wände bieten vielfältige Möglichkeiten, sich eigene Gestaltungswünsche zu erfüllen. Folglich ist die Zufriedenheit mit der Wohnung bei Befragten in ländlichen Kommunen höher als in mittelgroßen und großen Städten, wo der Anteil der Mieterhaushalte größer ist. Die Befragten in Kleinstädten und Landgemeinden schätzen zudem die typischen Qualitäten des Landlebens: Naturnähe, gute Nachbarschaften, Sicherheit aufgrund eines überschaubaren Lebensraums. Die Kehrseite: eingeschränkte Bildungsund Berufschancen – weshalb vor allem junge Erwachsene abwandern. Handlungsbedarf wird weiterhin im Hinblick auf Kultur, die medizinische Versorgung oder das Warenangebot gesehen. Wo immer mehr Wohnungen und Häuser leer stehen, sinken die Immobilienpreise und die einst erhoffte Absicherung der Familie schwindet. So stellt sich immer häufiger die Frage, wie kleinere Städte und Gemeinden als Wohnorte lebenswert zu halten sind.

Frank Oswald, Professor für Interdisziplinäre Alternswissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt/Main

Im Alter zählt der Kiez

Menschen jenseits des 65. Lebensjahres ziehen im Vergleich zu anderen Altersgruppen dreimal seltener um. Wer lang in derselben Wohnung lebt, altert mit ihr. Was das im Hinblick auf Barrieren bedeutet, hat jüngst das Kuratorium Deutsche Altershilfe berichtet: Nur ungefähr fünf Prozent der Altersklasse 65+ leben in Wohnungen ohne Barrieren und Bewegungseinschränkungen. Dennoch fühlen sich viele Menschen wohl in ihren eigenen vier Wänden. In der Studie „Hier will ich wohnen bleiben!“ der Goethe-Universität Frankfurt/Main wurden 70 bis 89 Jahre alte, allein oder zu zweit lebende Bewohner aus drei Stadtteilen Frankfurts zu ihrer Lebens- und Wohnsituation befragt. Resultat: Sie sind häufig zu Fuß an zentralen Orten im Stadtteil unterwegs und beständige und kritische Nutzer ihres Quartiers. Sie wohnen im Durchschnitt seit über 45 Jahren im selben Stadtteil und empfinden eine tiefe Verbundenheit zu ihrem Quartier. Teilhabe und sozialen Austausch bewerten sie als wichtig. Schließlich wächst mit dem Alter das Einsamkeitsrisiko, insbesondere für Alleinlebende. Schlussfolgerung: Um gutes und gemeinsames Altern in der Stadt zu erreichen, muss das Quartier geschützt und lebendig gehalten werden. Dazu gehört die Erhaltung günstigen Wohnraums, eine verbesserte Mobilität und Zugänglichkeit, kleinräumige Angebote der Versorgung so- wie Erholung an zentralen Plätzen im Quartier und mehr nachbarschaftlicher Austausch.

Christina Orion, Leserin

Technologie macht‘s möglich

Ich stelle mir vor, in der Zukunft in einem Haus zu wohnen, welches mit Hilfe einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Strom erzeugen kann, dabei hilft, energie-autark zu sein und ein Elektroauto lädt. Außerdem stelle ich mir vor, dass Röhrenkollektoren an der Hauswand die Wärme der Sonne einfangen und das Brauchwasser erwärmen und die Heizung unterstützen. Und ich stelle mir vor, dass ein wasserführender Kaminofen zusätzlich für Wärme sorgt. Wenn ich mich jetzt umschaue bzw. mit unserem Elektroauto fahre, weiß ich, dass ich bereits in meiner Zukunft lebe.

Rodrigo Capati, Industriedesigner

Der Luftstaubsauger

Saubere Luft ist eine Grundvoraussetzung für ein gesünderes Leben. Sowohl durch das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung als auch durch weiter beschleunigte Produktionsmechanismen stellt Luftverschmutzung eine immer größere Bedrohung für unsere Lebensgrundlage dar. Im Bestreben für sauberere, frischere Luft insbesondere in dicht besiedelten Gebieten bedeutet mein Entwurf, der Lotus Flow, eine willkommene Ergänzung dafür, jedes Heim zu einem sicheren Hafen vor den Schadstoffen der Außenwelt zu machen. Der Lotus Flow ist ein multifunktionaler Apparat, der Luftreinigung, dynamische Lichteffekte und Dekoration vereint. Die Blütenblätter des Lotus Flow bestehen aus elektrolumineszentem Material und besitzen eine wasserabweisende Verkleidung. Sie ziehen Staub und Schadstoffe ins Kerninnere und reinigen die Luft anhand eines Filtersystems aus Aktivkohle und Schwebstofffiltern. Der Lotus Flow greift außerdem auf UV-Licht zurück, um Bakterien abzutöten, und beherbergt einen Luft-Ionisator zur Produktion von sauberer Luft. Das Gerät überprüft unter Berücksichtigung der jeweiligen Umgebung und der Anforderungen der Bewohner die Luftqualität des Raums. Es lässt sich anhand so genannter Smart Devices in ein hausinternes Netzwerk integrieren und erlaubt dem Benutzer so die fortlaufende Luftqualitätssicherung. Menschen mit Asthmaleiden oder staubindizierten Allergien profitieren genauso wie die Allgemeinheit von diesem Konzept. Der Lotus Flow kreiert eine reinere, gesündere Umgebung für jeden.

Simon Fritz, Gemeinsam Leben Lernen e.V.

Wohnen wird sozial

Seit drei Jahren wohne ich in einer integrativen Wohngemeinschaft des Vereins „Gemeinsam Leben Lernen e.V.“ in München. Dort leben sechs ältere Menschen mit geistiger Behinderung mit vier Studenten und Auszubildenden zusammen. Wir zahlen 120 Euro Haushaltsgeld und unterstützen unsere Mitbewohner wöchentlich mit einem fünfstündigen Abenddienst sowie einem kompletten Wochenenddienst im Monat inklusive Nachtbereitschaft. In meinem Dienst kümmere ich mich gemeinsam mit einem Pädagogen, einer Pädagogin oder einer FSJ-Kraft um die Mahlzeiten, den Haushalt, die Anliegen der Bewohner, leichte pflegerische Tätigkeiten und um individuelle Unternehmungen. Die Menschen mit Behinderung helfen auch mit. Außerdem ist die Förderung sowie der Erhalt der Selbstständigkeit und der Fitness der Menschen mit Behinderung ein ständiges Ziel. Man wird manchmal sehr gefordert und hat eine gewisse Verantwortung. Deshalb ist es wichtig, immer mit voller Begeisterung dabei zu sein, jedoch ebenso die Privatsphäre anderer zu akzeptieren. Beweggründe für meinen Einzug waren mich menschlich weiterzuentwickeln, aber auch der finanzielle Aspekt. Meine mittlerweile abgeschlossene Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann wurde mir durch jene Wohnform ermöglicht, da ich sie an einer privaten Akademie mit einer monatlichen Gebühr absolvierte. Das Zusammenleben bedeutet natürlich mehr als nur seinen Dienst zu machen, es ist familiär und wir haben viel Spaß!

Claudia Sagafe, Leser_In

Nachhaltiger und umweltbewusster.Hochhäuser wird es nicht mehr geben,aber leider bestimmt zu hohe Mieten.

Bernhard Müller, Leser_In

Unsere Häuser werden mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Baumaterial wird weitgehend aus wieder verwendbarem und up-/recyceltem Material bestehen. Sie werden immer großzügiger werden, nicht zuletzt weil wir mit geerbtem Vermögen immer größer und komfortabler bauen können (sofern eine Katastrophe oder Krieg es nicht vernichtet). Überfluss wird sich von Ressourcenverschwendung trennen. Arbeiten und Wohnen werden wieder zunehmend an einem Ort stattfinden. (z.B. 1 Tag in der Firma, 4 Tage Homeoffice) Häuser werden flexibel auf unterschiedlichste Wohnformen oder Lebenssituationen reagieren können: Single, Kombi-Single, Familien, WGs, Alterswohnung. Mal so mal so. Altersgerechte Wohnungen mitten in der Stadt oder dem Viertel werden die Altersheime ablösen (bis auf echte Pflegeheime). Die Hausarbeit wird immer weiter reduziert und von Robotersystemen übernommen. Biologische Lebensmittel werden in Energie neutralen Hochhausfarmen erzeugt, zum Teil aber auch im eigenen Viertel oder Balkon. Aber wenn wir nicht aufpassen, wird dies nur die Wohnzukunft eines Teils unserer Gesellschaft sein. Der andere Teil wird evtl. verslumen, den Anschluss völlig verlieren. Ghettos und No-Go-Areas entstehen. Die 3. Welt kommt in die 1.Welt. In den USA kann man das schon besichtigen. Bei uns gibt es dazu erste Vorformen.

Carolin van Stadt, Leser_In

Ich beziehe mich bei dem \"wir\" auf die Deutschen - einfach weil ich über weltweites Wohnen zu wenig weiß. Wie wir wohnen ist ziemlich klar: unsere Wohnprobleme drehen sich \"nur\" um die Höhe der Miete, mit Balkon oder ohne, nette Nachbarn, passt die Einbauküche, wie hoch sind die Energiekosten und \"wie soll ein einzelner Mensch nur jemals ein Haus abbezahlen\". Unsere Regierung fördert Einheitlichkeit (\"der Neubau hat sich der umgebenden bebauung anzupassen\" - Herzlichen Dank!) und eine \"Wärmesanierung\", welche daraus besteht ein Haus mit Plastik (Erdöl, gell?) einzukleiden, unter der das Haus schimmelt. Fördert wiederum die Bauindustrie. Wachstum ist ja alles. Es ist absolut erstaunlich in was der moderne Mensch, der nicht mit Reichtum UND Geschmack ausgestattet oder ein vielleicht guter Architekt ist, so wohnt. Die pure Tristess, verfeinert mit unfassbarer Hässlichkeit. Grau in Grau, dunkles Holz an der Veranda, Beton, Maschendraht oder mannshohe benadelte Hecke. Ein bisschen Rasen und ein paar immergrüne Koniferen. Fertig ist das Wohnidyll. Man fragt sich ob die Häuslebauer vor hundert Jahren alle reich und verschwenderisch waren - oder dem wohnen einfach das zubilligten, was es so dringend braucht: Schönheit. Der Mensch wird erst zu dem, was er ist, wenn er gestaltet. Er ist ein Schöpfer. Nur braucht unsere Gesellschaft keine Schöpfer. Schöpfer sitzen nicht am Schreibtisch und kommen jeden Tag pünktlich zur Arbeit, ohne sich Gedanken über deren Sinn zu machen. Aber der Mensch will in seinem Innersten gestalten. Auch und gerade seine direkte Umgebung. Unsere Gesetzgebung hat das, zusammen mit unserem völlig unschöpferischem Schulsystem, inzwischen gut unterbunden. Ich wünsche mir also nichts sehnlicher für ein \"Wie werden wir...\" als, dass wir wieder gestalten, auch worin wir wohnen. Quadratisch, praktisch, gut = nicht gut! Es macht dumpf. Was fasziniert uns an alten Fachwerkbauten? Die Asymetrie! Oder auch: die wundervolle Schiefigkeit. Ungerade Balken, schräge Wände, schiefe Dächer. Wunderschön. Und was fasziniert uns an Gründerzeithäusern und Jugendstil? Die Oppulenz ohne \"Zweck\", nur mit dem \"Sinn\", das Auge und das Herz eines jeden Gestalters zu erfreuen. Wir brauchen keine Investoren mit verschachtelten Neubaugebieten inkl. Handtuchgarten und garantiertem Maximalgewinn, wir brauchen Wohnbauprojekte mit Gestaltern. Der wohnende Mensch soll sein Zuhause mitgestalten können. Und seine Straße, sein Dorf, seine Stadt.

Lara Bezdek, Leser_In

Wohne ganz, wie du es magst, mit 10 Leuten zusammen, oder ganz autark! In einem Hochhaus ganz oben, oder einem Reihenhaus, das viele loben. In einer alten Mühle, zum Energiesparen in ständiger Kühle oder doch innovativ und neu? Aber ist man nicht oft den Traditionen treu? Ja, ein Mix muss es sein! Jeder leben-vielleicht zu groß, oft auch zu klein. Doch bekommt dann auch jeder, was er möchte? Als Gegenfrage: offenbart sich hier Zufriedenheit - echte? Wenn man\'s hat, will man mehr, Zufriedenheit findet man im Materiellen nimmer mehr! Man bedenke, was man wirklich braucht! Es kann so wenig sein, auch wenn eine Wohnung scheinbar nicht taugt Sie ist vielleicht DEIN! Zur Umwelt sehr nett - mit Leben gefüllt eine Schrank, eine Küche, ein Bett und die Menschen, deren Lachen die Bude erfüllt. ;-)

Claudia Sagafe, Leser_In

Leider warscheinlich für viel zu viel Geld, der Geldbeutel bestimmt meine Wohnung.

Karsten Lehmann, Leser_In

Interessant ist hier auch die Frage \"Wo werden wir wohnen?\" Im Augenblick herrscht ein regelrechter Kampf um Wohnraum, gerade in den Großstädten. Die klassische Lösung der Ausdehung in das Umland ist nur begrenzt sinnvoll, da Versiegelung und lange Wege zur Arbeit, Freizeit und Kultur der Umwelt nicht gerade einen Gefallen tut. Die Verdichtung der Innenstädte stösst vielerorts auf berechtigten Widerstand, wenn Freiflächen oder Flächen, die nicht vom Mainstream genutzt werden, einem Wohnungsbau geopfert werden, der seelenlose, billig und nicht preiswert hochgezogene, Gebäude hervorbringt. Sinnvoll ist eine Verdichtung der Stadt an Stellen, die jetzt das Auge eher beleidigen als ihm zu schmeicheln. Gerade Berlin ist übersät mit zahllosen Garagenbauten, Parkplätzen, Discounter-Baracken und Nachkriegsprovisorien. Deren Nutzung wäre problemlos in nachhaltige Neubauprojekte integirerbar. So kann die klassische Mischung von Leben und Arbeiten auf kleinem Raum beibehalten werden.

T.L., Leser_In

wohnen morgen - wie gestern ----------- Wissen: wie eine Haustürklingel funktioniert Eingang: ein Entree und vom Verschlag für den Müll zu unterscheiden Flur: praktisch und Visitenkarte Schwarzküche: Farben von ‚bultgagenau‘ versus wohlriechend gebrauchstüchtig Lichtschalter: zu ertasten und das nicht unbedingt bustauglich Nordflanke: Energie speichernd und Südseite mit Lichteinfall Ost West Ausrichtung: Qualität und nicht Petitesse Präsident: Wohn- und Bauform vorlebend Tati und Orwell: keine Wärmeleitgruppen sondern Selbstironie vor ihrer Zeit Hundehütten: sind keine Vorstadtsiedlungen Garagen: gleich Werkstätten und nicht zwei Drittel der Strassenbreite pro Plot Status: heisst Standpunkt und nicht Protz und Prahl in gated communities Besitzverhältnisse: in Immobilen gesellschaftlich angegangen Gesperrte Uferwege: und aufzugebende Hof- und Hirschgärten arten nicht mehr aus Wohnen und Arbeiten: in der Wohnung, im Haus, im Quartier, in der Stadt sind erlebbar Wohnformen von Haus aus: können integrieren statt segregieren.

Nadine Ambrosch, Leser_In

Hoffentlich werden wir in Wohnungen und Häusern leben, die null Energie verbrauchen. Das ist das Wichtigste, wir produzieren selber, was wir verbrauchen und wir verbrauchen extrem wenig. So freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch unser Geldbeutel. Ich stelle mir vor, dass wir sehr hell wohnen, lichtdurchflutet, in Räumen, die ihre Bestimmung je nach Laune des Benutzers erhalten. Die Wohnfläche pro Kopf wird sich reduzieren, weil wir in der Stadt leben und Wohnraum dort knapp ist. Alle Generationen sollen in einem Quartier willkommen sein und sich auf der Straße begegnen können.

Dirk Woywodt, Leser_In

Der Wohnraum der Zukunft sollte darauf ausgerichtet sein, dass alle Generationen zusammen wohnen können und nicht mehr so stark getrennt sind. Dafür ist u.a. eine Architektur nötig, die weniger homogen ist und für jede Gesellschaftsgruppe und das Zusammenleben etwas bietet. Die Politik ist gefragt, den Investoren für eine durchmischte Wohnbauweise Anreize zu bieten und sich um den Nahverkehr zu kümmern.

Bindert, Dietrich, Leser_In

Die Frage nach dem zukünftigen Wohnraum ist seit jeher nicht nur eine Frage an die Architektur sondern im gleichen Teil auch eine Fragen an die Gesellschaftsform und ihre Anpassungsfähigkeit an technische und ethische Parameter. Während man bis vor wenigen Jahrhunderten zögerlich technische Neuerungen in den tradierten Handwerksformen heranzog um Bauen und Wohnen neu zu gestalten wurde im Spiegel eines gewandelten Gesellschaftsbildes die Architektur neu gedacht. Mit neuen Baustoffen wurden die veränderten Anforderungen an gebauten Raum auf experimentelle Weise neu erprobt. Das dabei Fehler gemacht wurden liegt in der Natur der Sache. Diese zu erkennen und in späteren Bauaufgaben zu umgehen hat in unserer Zeit zu kuriosen Situationen geführt. Allein das Thema Dampfdichtigkeit hat eine ganze Generation von Architekten in eine technische Zwickmühle geführt und läßt sie nun bei dem Spagat zwischen vernünftiger Bauphysik und gesunder Bauweise aufgrund der politisch oktroyierten Vorgabe \"schwitzen\". Leider ist auch im Bausektor die Verflechtung von Politik und Lobbyisten der Wirtschaftszweige erdölbasierter Produkte einer sinnvollen nachhaltigen Steuerung der Gestaltung unserer Umwelt im Wege. Während wenige Nutzer von hochtechnologisierten modernen Wohnbauten in einer ferngesteuerten Welt leben und über ihre mobilen Endgeräte die Immobile zu Hause verwalten wird das Gro der Bevölkerung in Plastik verpackten Altbauten mit den Zwängen und Kompromissen aus einer Zeit leben, die das Gesellschaftsbild vor den technischen Innovationen reflektiert. Der moderne Spagat von Stadtplanern und Architekten - so er den frei von politischen und lobbyistischen Vorgaben bestritten werden darf - wird zwischen dem individuellen Wohnanspruch und der verknappten Resource Siedlungsfläche in infrastrukturellem Gefüge positioniert sein. Mut macht mir die Beobachtung, das die nächste Generation ein eigenes Verständnis zur Individual-Mobilität entwickelt und dabei auch die Frage für sich beantwortet, von welchem Ort man zu einem anderen kommt und mit welcher notwendigen Intention. Auch die größer werdende Generation 65+ scheint sich davon beeinflussen zu lassen.

Andrea Wischnewski, Leser_In

grün, offen, für alle Generationen verwendbar. Miteinander verbunden sein.

Gabriele J., Leser_In

Wie werden wir wohnen ? Im April 2008 erkrankte mein Vater an Lungenkrebs. Da es auch meiner Mutter seit 2001 bereits durch mehrere Operationen, u.a. an einem Hirntumor, nicht besonders gut ging, war es für mich als älteste Tochter selbstverständlich, dass ich meine Eltern zu mir nehmen würde. Ich mietete daher eine fast 100 qm große Wohnung an, die noch entsprechend umgebaut werden musste, damit Papa mir dem Rollstuhl um die Ecken kam. Doch dann ging alles viel zu schnell: Noch bevor die Umbauarbeiten abgeschlossen waren, verstarb mein Vater Ende August. Ich selbst war durch Arbeit und Nebenjob viel zu sehr eingesprannt, als dass ich die große Wohnung überhaupt nutzen konnte. Als ich dann über ein Sprachenportal eine Engländerin kennenlernte, die nach Abschluss Ihres Studiums in Deutschland eine Stelle suchte, bot ich ihr an, doch für ein Wochenende nach Düsseldorf zu kommen und direkt hier vor Ort weiter zu suchen. Sie kam Ende Januar mit einem Billigflieger – und blieb. Ich half ihr, schnellstmöglich einen Platz in einer Sprachschule zu bekommen, und mit täglichen Übungen zuhause – wir sprachen fast ausschließlich Deutsch, bis auf ein paar Erklärungen, die für sie in ihrer Muttersprache einfacher zu verstehen waren – und so schaffte sie es innerhalb von 2 Monaten, ihren Integrationskurs mit Note 1 abzuschließen. Das Miteinander klappte ausgeprochen gut. Im Bad gab es morgens nie Probleme, denn während ich duschte, joggte sie eine Runde im Park, und während sie dann duschte, deckte ich rasch den Tisch fürs Frühstück. Nach Arbeit bzw. Schule ging diejenige einkaufen, die zuerst daheim war oder auch beide gemeinsam, gekocht haben wir abwechselnd oder eine kümmerte sich um den Hauptgang, die andere um Salat und Nachtisch. Beim Fernsehprogramm fanden wir entweder eine Einigung oder sie sah auf dem Bett sitzend englische Filme über ihren Laptop. Freizeitaktivitäten in der Woche abends plante jeder für sich, außer Sightseeingtours, die wir am Wochenende gemeinsam machten, um Land und Leute kennenzulernen und gemeinsam die Schönheit von NRW, Niederrhein, dem Bergischen Land und dem angrenzenden Ausland (B und NL) zu erkunden sowie Kultur und Spezialitäten aus Düsseldorf und Umgebung zu genießen. Leider gestaltete sich damals schon die Jobsuche auch für Akademiker relativ schwierig, so dass sie nach ½ Jahr mit Mini-Job als Zimmermädchen in einem Hotel und -zig erfolglosen Bewerbungen das Handtuch warf. Eigentlich schade. Das Miteinander fehlt mir irgendwie.

Marek Hirnich, Leser_In

Hallo :) ich wohne mit 5 Studenten in einem WG-Haus in dem schönen Bingen am Rhein. Die WG ist sehr bunt gemischt und es wird nie langweilig. In den zwei Wohnparteien wohnen jeweils drei Studenten. Im Erdgeschoss wohnen zwei nette Mädels, beide im Alter von 24 Jahren und mitten im Masterstudium mit dem Schwerpunkt Wirschaftsinformatik. Der dritte Mitbewohner ist 19 Jahre alt und studiert im ersten Semester Agrawissenschafften. Alle sehr nett und sympathisch. Jeder Tag bringt neue Geschichten und Erfahrungen mitsich und genau das macht es aus. Meine Mitbewohner im 1.OG sind ebenfalls sympathisch und sorgen dafür das es Tag für Tag spannend ist und somit uns nie der Gesprechsstoff ausgeht. In der zweiten Wohnpartei wohnt eine nette Frau im Alter von 32 Jahren die zurzeit Ihren Bachlor im Studiengang Gartenbau schreibt. Mein zweiter Mitbewohner ist 18 Jahre jung und studiert Landschaftsarchitektur im ersten Semester. Mit beiden Bewohnern macht es sehr viel Spaß eine Wohnung zu teilen. Nun zu mir. Ich bin 21 Jahre alt und studiere ebenfalls Landschaftsarchitektur in Geisenheim am Rhein. Es war für mich definitiv die richtige Entscheidung mir eine WG zu suchen, weil ich eine Person bin die ständig Abwechslung braucht. Die Erfahrung die man in der Studienzeit machen kann sind Gold Wert und meiner Meinung nach sollten alle die sich für ein Studium entscheiden, sich auch für eine WG entscheiden. Alles was man in dieser Zeit aufschnappt und erlebt, hat man für die Ewigkeit. Gute Zeit Marek

Oliver Kuti, Leser_In

Es wird keine Schuhschachtel-Siedlungen mit Passivhäusern geben; dagegen Wohnungsdurchbrüche und Kaufgemeinschaften verwaister Häuser auf dem Lande. Dort ereignen sich solidarische Wohnformen für das Alter, erschwinglich und mobil genug, um an die städtische Infrastruktur anzudocken. An eine Revitalisierung medizinischer Versorgung in der Provinz gar nicht zu denken.

attila penzes, Leser_In

Seit ich in Österreich lebe, bewohnen wir eine Wohnung mit einer Terasse. Der Innenhof ist begrünt und trotzdem suchten wir einen Garten. Vor 10 Jahren fanden wir einen, wo wir jede freie Minute verbringen. Ich suchte aber weiter und träumte von einem Bergbauernhof. Im letzten Dezember habe ich meinen Bergbauernhof auf 900 Meter Seehöhe gefunden. In einer kleinen Bergwerkssiedlung am Ortsrand mit eigener Quelle und ohne Handyempfang. 240 m² garantieren eine gewerbliche Nützung als Frühstückspension und der 5.000 m² Grund eröffnet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Die alte Gewölbeküche aus dem 18. Jahrhundert ist das Herz des Hauses und wir versuchen die moderne Welt mit der alten Substanz in Einklang zu bringen. Photovoltaik produziert den Strom für die Wärmepumpe und wir sehnen uns schon den Moment herbei, als sich Wohnort und Arbeitsplatz vereinen und unser Aussteigerdasein sich voll entfaltet.

Urs Kaiser, Leser_In

Ich möchte in einem Quartier wohnen, wo es eine caring community gibt, wo man sich unterstützt und gemeinsam Leben gestaltet im Verbund mit Behinderten, aäteren und jüngeren, wo es Kitas und Schulen gibt und Treffs für alt und jung. Das Ganze kann auch ökologisch sein, klar, aber das Soziale wird wichtiger sein, weil die Dmographie zuschlägt und wir bemerken werden, wie sehr wir in einer globalisieren Welt aufeinander angewiesen sind.

Andreas Büttner, Leser_In

Wir werden individueller wohnen. Ähnlich wie unsere Kleidung werden die Wohnung und dessen Ausstattung zunehmend als Aushängeschild unserer persönlichen Darstellung und Belange benutzt werden. Die großen Metropolen werden weitere Zuzüge erleben, zu Lasten der abseits gelegenen ländlichen Regionen und Kleinstädte. Angesichts von deutschlandweit rd. 40 Mio. Wohnungen wird die energetische Ertüchtigung und die Umrüstung auf bessere Dämmkomponenten sowie die Nutzung alternativer Energieerzeugungsarten noch lange Zeit benötigen. Sofern die Energiepreise nicht in gleicher Geschwindigkeit, wie in der jüngsten Vergangenheit steigen werden, so sind uns insgesamt gesehen Bedürfnisse, wie angemessener Wohnraum, Individualität, zentrale Lagen und Bezahlbarkeit wichtiger als die möglichst emissionsarme Versorgung unseres Wohnraumes mit Wärme und Strom. Mein Wohnraum der Zukunft soll hell, zentral und ruhig gelegen erbaut sein. Qualität und Nachhaltigkeit des Wohnkonzepts sollen mir das gute Gefühl geben, umweltschonend, wirtschaftlich und zukunftsstabil leben zu können.

Philipp Elsässer, Leser_In

Wir werden technischer wohnen. Alles wird kontrollierbar sein: Zugang, Raumklima, Einrichtung und Raumnutzung. Ich glaube nicht, dass es \"gemütlicher\" sein wird.

M.Derendorf, Leser_In

Wohnen in generationsübergreifenden Häusern, die gemeinsame Räume für Begegnungen haben, die uns für die Sorgen des anderen offen sein lassen, die die Möglichkeit bieten, einander zu ergänzen und zu helfen. Häuser, die energiearm gebaut sind, mit Photovoltaik und Solarenergie Strom gewinnen, da wo es möglich ist, auch mit Windkraft betriebene Stromgeneratoren nutzen, Flächen haben, die uns gemeinsam Obst und Gemüse anbauen lassen, vielleicht auch mit Tierhaltung zur Eier- und Milch- und Käseproduktion. Häuser, in denen Starke für Schwache einstehen, in denen Hautfarbe, Geschlecht und Religion keine Rolle spielen. Häuser, die grün sind, von Bäumen und Gärten umgeben sind, Häuser mit Spielmöglichkeiten für Kinder und Rückzugsmöglichkeiten für Menschen, die es ruhiger brauchen.

Detlev Elsinghorst, Leser_In

Mein Wohnraum der Zukunft wird nachhaltig gebaut sein. Geprägt von immer knapper werdenden Rohstoffen.

Rolf Gölitz, Leser_In

Es gibt Mitfahrzentralen, Agenturen die Menschen beim Dinner zusammenführen, zusammen Urlaube organisieren usw. Genauso wird es eines Tages die Mitwohnzentrale, vielleicht staatlich gefördert, geben, die versucht ungenutzte Quadratmeter Wohnfläche an Mitnutzer zu vergeben. Oder werden wir in Zukunft unsere ungenutzten Wohnressourcen zur Aufnahme von Flüchtlingen hergeben(müssen)? Zumindest ist eines sicher, nichts ist unökologischer als ungenutzter, vielleicht sogar sinnlos beheizter Wohnraum. Dieser verdient dann sowieso seinen Namen nicht mehr!

alfons dideldutz, Leser_In

wohnen sollte stattfinden wie Auto nutzen ... in jungen Jahren eine kleine Wohnung ... dann, mit partner/in etwas größer ... mit kind vielleicht ein Häuschen .. oder ein größeres bei mehren Kindern ... und wenn diese ausgeflogen sind wieder eine Nummer kleiner wohnen. diese gewünschte Flexibilität und auch Mobilität, wird durch staatliche gier an Grunderwerbssteuer und anderen kaufnebenkosten nicht gerade gefördert.

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Götz W. Werner, Gründer der Drogeriemarktkette dm

Lernen von den Müttern

Jeder Mensch ist ein Unternehmer! Ein Lebensunternehmer. Die Verantwortung, das eigene Leben zu gestalten, kann einem niemand abnehmen. Diese Erkenntnis sollten wir in unserer Gesellschaft viel mehr kultivieren. Heute wird viel zu oft Unternehmerschaft nur mit Geschäftsführern oder Firmengründern verbunden. Das ist ein Denkirrtum. Unternehmerisches Handeln bedeutet, in jeder Situation zu fragen, worauf es jetzt ankommt, um selbst erkennen zu können, was zu tun ist und eigeninitiativ tätig zu werden. Dies gelingt vielen Müttern besser als so manchen Managern. Der unternehmerische Kick oder das, was einen erfolgreichen Lebensunternehmer von einem weniger erfolgreichen unterscheidet, ist, sich nie mit einer Antwort zufrieden zu geben. Sich stets zu fragen: Kann ich das nicht auch anders, besser machen? Muss ich mehr machen oder reicht nicht auch weniger? Ein Unternehmer findet sich mit den Gegebenheiten nicht einfach ab. „Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, dersich überwindet“, schrieb Goethe. Der Freiraum, den es braucht, um die eigene Biografie gestalten zu können, entsteht in dem Augenblick, in dem man sich überwindet. Ein Unternehmer greift die Verhältnisse, die einen binden wollen, auf, um sie zu verwandeln. Es ist sehr einfach zu verstehen, doch sehr schwer zu praktizieren.

Margitta Heinecke, Unternehmensberaterin

Beherrsche das Kaufmannslatein

Ganz einfach: Man meldet ein Gewerbe oder einen Freien Beruf an. Doch vorher sollte ein längerer Prozess mit sich selbst stattgefunden haben. Bin ich ein Unternehmertyp? Habe ich das Zeug zu einem ordentlichen Kaufmann? Rechnet sich das Ganze auf absehbare Zeit? Habe ich ausreichend recherchiert? Bin ich bereit, hart zu arbeiten und mein Privatleben der Selbstständigkeit unterzuordnen? Habe ich einen Partner, der mich unterstützt, indem er versteht, dass ich auch abends und am Wochenen- de arbeite? Jetzt kommt der Begriff Arbeit ins Spiel. Es handelt sich hier anfangs kaum um konkrete Aufträge, sondern einzig um die Beschäftigung mit den Themen Kundenakquise, Preiskalkulation, Werbung und nochmal Kundenakquise. Mit der steten Webseitenpflege, mit täglichen Posts auf Facebook und anderen Social-Media-Kanälen und wieder mit Kundenakquise. Angebots- und Rechnungserstellung müssen unverzüglich erfolgen. Mahnungen versenden gehört zum täglichen Geschäft. Nachhaken.Unternehmertumistwie ein gelungenes Menü. Es kommt nicht nur auf die Zutaten an, sondern auch auf die richtige Dosierung. Man nehme eine gehörige Portion Selbstvertrauen, die doppelte Menge Fleiß und eine Prise Dreistigkeit, zwei Esslöffel Durchsetzungsvermögen und ausreichend Flexibilität. Nicht zu vergessen die Beherrschung dessen, was man anbietet. Der eigentliche Job macht maximal 50 Prozent aus, das Wichtigste bleibt das Kaufmannslatein.

Angela Schmidt, Gründerin von „Die Notfallmamas“ und Leserin

Call-a-Mum übers Netz

Das kann ganz schnell gehen, durch die Geburt einer kleinen Tochter zum Beispiel. Ein Jahr später wurde ich Unternehmerin, weil ich keine Lösung für mein Problem fand, nämlich eine Betreuungsmöglichkeit für unsere kleine Tochter während ihrer Rekonvaleszenz und meiner Berufstätigkeit. Ausführliche Recherche und ein Businessplan, der mich auf Kurs hält, führten zum Startschuss. Nun gibt es unsere Notfallbetreuung schon seit über zwei Jahren. Für mich als Mutter war es eine enorme Herausforderung, gesellschaftspolitisch Verantwortung zu übernehmen mit einem Angebot, das es in der Form noch nicht gab. Ein Anliegen ist mir außerdem, einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag dafür zu leisten, dass die sehr gut ausgebildeten Frauen, die wir am Arbeitsmarkt haben, Unterstützung dabei erhalten, auch nach der Geburt ihrer Kinder in ihren qualifizierten Jobs zu bleiben. Unternehmerisch also ein Traum: eine Win-Win-WinSituation für alle Beteiligten. Wichtig war auch, den Sprung von der Gründerin zur Unternehmerin nicht zu verpassen, dass heißt die Firma auf die nächste Ebene zu bringen mit einem ergänzenden Geschäftspartner, mehr Personal und höherer Finanzierung.

Julia Bösch, Gründerin und Geschäftsführerin von Outfittery

Schnell sein und schnell schalten

Meine Karriere als Unternehmerin fing am Bodensee an. Dort habe ich während meiner Schulzeit bei einem Internet Start-up gearbeitet. Ich war so fasziniert von der rasanten Entwicklung und der lockeren Atmosphäre, dass für mich klar war: Eines Tages möchte ich mein eigenes Start-up gründen. Die Idee für das eigene Unternehmen kam mir in New York. In den USA ist Personal Shopping schon länger ein Trend. Ein Freund von mir probierte es aus und war begeistert. Ich beschloss, die Idee nach Deutschland und ins Internet zu holen. Anfang 2012 war es dann soweit: Zusammen mit Anna Alex gründete ich Outfittery. Anfangs hätten wir allerdings nicht gedacht, dass wir mit unserer Idee so erfolgreich sein werden. Den Service der kostenlosen Stylingberatung im Netz bieten wir mittlerweile schon in acht Ländern an. Wir haben klein angefangen und stecken all unsere Energie hinein in Outfittery. Gerade als Internetunternehmer ist man sehr gefordert, denn die Branche ist sehr schnell. Um ein Unternehmen zu gründen und auch zu führen, braucht es meiner Meinung nach Mut. Man darf sich von Zweiflern nicht abhalten lassen. Neben einer guten Geschäftsidee für den Anfang ist es beim anschließenden Wachstumsprozess entscheidend, konsequent und kompromisslos auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Hervorragender Service ist heute gefragter denn je. Und den bieten wir.

Philipp Elsässer, Imker, Obstbauer und Leser

Lebensmittel aus Überzeugung

Ich führe eine kleine Imkerei und einen noch kleineren Obstbau im Ein- Mann-Betrieb. Mein Anstoß kam von der Liebe zur Sache her – in diesem Fall war es die Natur und die Idee, selbst schmackhafte und hochwertige Lebensmittel erzeugen zu können und andere davon zu überzeugen. Geld brauchte es dazu weniger, dafür umso mehr persönlichen Einsatz, Lernbegierigkeit und Akribie.

Tarek Kara, Inhaber von Mustafa‘s Gemüsekebap

Biete Qualität und bleib normal

Ich bin ein ganz normaler Typ, ein Einwandererkind aus der Türkei. Ich habe als Hotelkoch und in anderen Dönerbuden gearbeitet. Die Umschulung zum Koch habe ich nach einem Jahr abgebrochen. Sich entwickeln war gar nicht. Jeden Tag dasselbe. Kurz darauf hab ich mich selbstständig gemacht. Ich wusste genau, Gastronomie ginge so viel besser. Entscheidender Punkt war auf jeden Fall, dass wir vegetarische Kunden angesprochen haben. Anfangs waren 10 bis 15 Prozent unserer Döner vegetarisch. Jetzt sind es circa 40 Prozent. Klar, vegetarisch ist in. Durch die berühmte Curry 36-Filiale gegenüber ist es uns zusätzlich einfacher gemacht worden. Ich habe nie so einen konkreten Businessplan gehabt. Ich habe mich vielmehr auf mein Gefühl verlassen. Man muss dem Ganzen Zeit geben. Die Kunden spüren unsere Normalität, das Bodenständige. Das wird verlangt. Ganz wichtig für den Erfolg war mein Kumpel Joachim Bosse von der Werbeagentur. Der erste Beitrag in der B.Z. 2008 und der GalileoBericht waren ebenso wichtig. Das Phänomen Internet ist auch großartig. Ein Freund meinte neulich: „Werbung ist teuer. Keine Werbung ist noch teurer.“ Das ist total wahr. Entscheidend ist für mich, einen guten Döner zuzubereiten. Alles andere habe ich nie geplant. Woran ich geglaubt habe, ist der gute Geschmack. Vielleicht werden wir wachsen. Mustafa‘s Gemüsekebap in New York oder Rom fänd ich gut. Ziel ist es, bald auch Biofleisch anzubieten. Aber der Profit wird nie an erster Stelle stehen. Zufriedene Kunden sind super, aber glückliche Kunden sind das Beste, was einem passieren kann.

Anette Sievers, Leserin

Schwimm raus auf‘s Meer

Die Liebe war Schuld! Die Neugier war Schuld. Der Tatendrang war Schuld. Die Naivität war Schuld! Oder die Selbstüberzeugung. Jedenfalls war ich plötzlich nicht nur Studentin, sondern auch Verlegerin. Was das bedeutet, ahnte ich damals noch nicht. Mit 25 weiß man nur, dass man was Besonderes werden will. Und das war was Besonderes! Wir mussten nicht bei null anfangen, den Verlag gab es bereits, denn den hatte mein Partner gegründet, als er seinerseits 25 gewesen war. Das war 1976. Nun, 15 Jahre später, kam ich mit neuen Ansprüchen und Fragen dazu und wir gründeten unseren Reiseführer-Verlag einfach noch einmal neu: Umweltfreundlich, sozialverträglich und tiefgründig sollten unsere Inhalte sein, zwischen den Welten mit Toleranz vermitteln und Wissen weitergeben. Die Wellen haben uns mal hoch gespült, mal fast ertränkt. Heute, genau 25 Jahre später und nur zwei Jahre vom 40. Verlagsjubiläum entfernt, würde ich sagen, dass es genau unsere Ansprüche waren und sind, die uns einerseits gefesselt, andererseits gerettet haben. Und die Liebe, die Neugier, der Tatendrang, die Naivität und die Überzeugung, es stets noch besser machen zu können.

Paul Cvilak, Gründer des gemeinnützigen IT-Systemhauses AfB

Bringe zwei Nutzen in Einklang!

Gesellschaftliche Ziele in sozialer und ökologischer Hinsicht können im Wirtschaftsleben dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn man sie mit einem professionellen Konzept verbindet und Leistungen anbietet, die auch vom Markt nachgefragt werden. Konkret haben wir mit AfB eine Lösung entwickelt, die Firmen aller Branchen im Bereich Datenlöschung unterstützt. So bietet sich ihnen die Chance, sich durch die Überlassung ihrer nicht mehr benötigten IT-Geräte an AfB für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung einzusetzen und darüber hinaus aktiv die Umwelt zu schonen. Für die erfolgreiche Entwicklung von AfB war es sicher bedeutend, dass wir vor allem zu Beginn das notwendige Know-how von Profis genutzt haben, die uns beispielsweise in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ganz konkret unterstützt haben. Gemeinsam mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung haben wir in einem Pilotprojekt getestet, ob unsere Idee auch nachhaltig umgesetzt werden kann. Anschließend konnten wir unsere Organisation gemeinsam mit unseren Betriebssozialarbeitern für die solidarische Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung optimal aufstellen und dabei hochwertige Dienstleistungen anbieten. Heute sind wir ein ernstgenommener Wettbewerber im Bereich des IT-Remarketing. Von außen betrachtet unterscheidet sich AfB kaum von unseren Wettbewerbern. Auf diesem Weg wollen wir unser Ziel erreichen, gemeinsam mit großen Partnerunternehmen 500 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anzubieten.

Niklas Veltkamp, Geschäftsleiter des Branchenverbands Bitkom

Gründer brauchen Vernetzung

Ein Unternehmen zu gründen war noch nie so einfach wie heute. Und vermutlich war es auch noch nie so einfach, mit einer guten Idee die Welt zu verändern – oder zumindest eine ganze Branche zu revolutionieren. Viel mehr als einen Computer und Internetzugang braucht es dazu nicht. Gut, man muss noch zum Notar gehen und der Sache einen rechtlichen Rahmen geben. Warum werden dann in Deutschland nicht mehr Start-ups gegründet? Zum einen locken etablierte Unternehmen mit attraktiven Angeboten und entsprechender Sicherheit. Während Leute, die von ihrer Idee überzeugt sind, auf Wochenenden und Freizeit verzichten – und in der Anfangsphase der Gründung (und oft auch weit darüber hinaus) mit wenig Geld auskommen müssen. Dazu kommt: Unternehmer sind in Deutschland nicht besonders gut angesehen. Wichtig ist daher Unterstützung für Start-up-Gründer. In der Bitkom-Initiative „Get Started“ beteiligen sich inzwischen 250 Startups, die sich auf Events nicht nur untereinander austauschen können, sondern auch Kontakt zu etablierten Unternehmen aus der BitkomMitgliederschaft bekommen. Hier lassen sich Referenzkunden und Vertriebspartner finden – denn das sind zwei der drängendsten Probleme aus der Praxis für Gründer, neben den Themen Wachstumsfinanzierung, IT-Sicherheit und Datenschutz. Im Idealfall findet sich dabei ein erfahrener Unternehmer, der Mitglied im Beirat eines Start-ups wird – und so dabei hilft, dass aus der revolutionären Idee auch ein greifbares Produkt wird.

Markus Voigt, Präsident des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI)

Von Vorbildern und Mut zum Risiko

Mitreden, mitgestalten, Impulse geben – das war mir schon immer wichtig. Das Unternehmer-Gen ist mir in die Wiege gelegt worden: Mein Vater war selbständig, sieben Tage pro Woche ging es bei uns zu Hause um den Familienbetrieb, das hat mich geprägt. Mein Vater war für mich der Orientierungspunkt – wenngleich er mich nicht ermutigt hat, den gleichen Weg zu gehen. Es trotzdem zu wagen war für mich im Grunde eine Art Abgrenzung. Ich wollte mich beweisen, wollte zeigen, dass ich es genauso gut, ja besser machen kann. Ich selbst würde mich sehr freuen, wenn meine Kinder später in meine Fußstapfen treten – leider ist der Altersunterschied zu groß, als dass ich meine Rentenpläne darauf abstimmen könnte. Denn mit 60 ist für mich Schluss, soviel steht fest. Was macht nun einen Unternehmer aus? Ich würde sagen, in erster Linie eine gehörige Portion Mut. Mut zum Risiko. Man muss bereit sein, mit Blick nach vorne zu investieren und darauf vertrauen, dass sich das am Ende auszahlt. Wem eine Kreditaufnahme, eine Vorfinanzierung oder monatliche Lohnzahlungen schlaflose Nächte bereiten, der taugt nicht zum Unternehmer. Da muss man ein Stück weit gelassen bleiben und auch mal abschalten können. Sonst ist der Druck zu groß. Auch wenn natürlich das unternehmerische Denken nie aufhört – ich bin immer dabei zu bewerten und zu optimieren. Das liegt mir einfach im Blut. Ein extrovertiertes Wesen ist auch von Vorteil: Auf Menschen zugehen, Kontakte knüpfen und ausbauen – das ist essenziell.

Bernhard Müller, Leser_In

Ihre Frage ist falsch. Sie muss heißen: Wie wird man ein erfolgreicher Unternehmer? Meine Erfahrung als Unternehmer: 1. Durch eine klare Idee, Produkt oder Dienstleistung), von der man mehr als 100 % überzeugt ist. 2. Durch Glück 3.-10. durch Glück......siehe Bill Gates u.a. 11. die Bereitschaft Unternehmer zu bleiben, auch wenn es bedeutet müsste zu hungern - denn es wird fast immer eine Situation kommen, wo alles anders läuft wie gedacht und geplant und von tollen Profis beraten 12. Menschen um sich scharen, die die Fähigkeit, Energie und Durchhaltevermögen haben, die gemeinsam entwickelten Strategien und Aufgaben selbstständig erfolgreich umzusetzen.

Claudia Sagafe, Leser_In

Es muss mehr Unterstützung für Unternehmensgründer geben.

Tonia Fondermann, Leser_In

Unternehmer wird man durch die Wahrnehmung eines Mangels, durch die Unzufriedenheit mit den bestehenden persönlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen und durch ein Unbehagen, in vorgegebenen Strukturen arbeiten zu müssen. Die Initialzündung geben meines Erachtens also eher negative Gefühle. Als ich mein Unternehmen gründete, bafand ich mich in einer persönlichen Krise. Ich war arbeitslos und mein Traum zu promovieren hatte sich als nicht realisierungsfähig herausgestellt. Ich wollte mich weiterhin wissenschaftlich betätigen, sah aber die Schwierigkeit, in der Wissenschaft nicht richtige Fuß fassen zu können. Da ich schon Mitte 30 bin und zwei Kinder habe, konnte ich mir nicht vorstellen, weiterhin und auf Dauer nur befristete Verträge angeboten bekommen. Durch die Begleitung mehrerer wissenschaftlicher Arbeiten bei Freunden und in der Familie merkte ich einerseits, dass es den meistens Studenten an Strukturierungsfähigkeit mangelte und dass sie, wenn die Abgabe näher rückte, psychologischen Beistand brauchten, den sie von den Professoren nicht bekamen. In beidem bin ich unheimlich gut. Das Erkennen dieser Fähigkeiten gab letzlich den Ausschlag für die Gründung von Diss Dokor- einem Unternehmen für Coaching und (wissenschaftliche) Textberatung, das auch Studierenden mit wenig Geld durch sein Solidaritätsprinzip helfen kann. Über mehrere Umwege habe ich nun eine Möglichkeit gefunden, mein Interesse an Wissenschaft mit meinen Talenten zu verbinden. Dass ich darüber hinaus auch noch selbstbestimmt, als mein eigener Chef, arbeiten kann, empfinde ich als großen Luxus.

Christina Orion, Leser_In

Ich war mal Unternehmerin. Jetzt unternehme ich etwas anderes. ;-) Wir sparen jeden Monat 10 % von unserem Netto-Einkommen und beteiligen uns mit diesem Geld an Genossenschaften. Gerne in Energie-Genossenschaften.

T.L., Leser_In

anfangen ------- morgen, werde ich etwas unternehmen morgen bin ich dabei heute stehe ich in Deckung morgen trete ich heraus betrachte die Nische postkompetetiv in Gedanken voraus sein immer dabei sein die ganze Glashütte gewinnen wollen auch wenn von unten graviert wird: „ die Spielregeln werden nicht eingehalten, wir verleihen die Urkunde an…“ die Regeln selber bestimmen wollen umtriebig, die Augen offen „darf es sonst noch etwas sein - oder sonst noch was“

Annette Sievers, Leser_In

Verleger werden ------------------- Die Liebe war Schuld! Die Neugier war Schuld. Der Tatendrang war Schuld. Die Naivität war Schuld! Oder die Selbstüberzeugung. Jedenfalls war ich plötzlich nicht nur Studentin, sondern auch Verlegerin. Was das bedeutet, ahnte ich damals noch nicht. Mit 25 weiß man nur, dass man was Besonderes werden will. Und das war was Besonderes! Wir mussten nicht bei Null anfangen, den Verlag gab es bereits, denn den hatte mein Partner gegründet als er seinerseits 25 gewesen war. Das war 1976. Nun, 15 Jahre später kam ich mit neuen Ansprüchen und Fragen dazu und wir gründeten unseren Reiseführer-Verlag einfach noch einmal neu: umweltfreundlich, sozialverträglich und tiefgründig sollten unsere Inhalte sein, zwischen den Welten mit Toleranz vermitteln und Wissen weitergeben. Mein Freund – inzwischen mein Mann geworden – brachte sein kaufmännisches und großes technische Know-How sowie die nötige Reiseerfahrung mit ein, ich den intellektuellen Anspruch an Sprache und Inhalt. So wurden aus den »Selfpublisher«-Büchern die professionell lektorierten und gestalteten Peter Meyer Reiseführer. Die Wellen haben uns mal hoch gespült, mal fast ertränkt. Heute, genau 25 Jahre später und nur 2 Jahre vom 40. Verlagsjubiläum entfernt, würde ich sagen, dass es genau unsere Ansprüche waren und sind, die uns eineseits gefesselt, andererseits gerettet haben. Und die Liebe, die Neugier, der Tatendrang, die Naivität und die Überzeugung, es stets noch besser machen zu können.

Susanne Conradi, Leser_In

Mit einer Geige und einem Cello. ---------- 1987 gründeten wir unsere Meisterwerkstatt für Geigenbau in einem winzigen Laden mit einer Fläche von 24 qm in Augsburg. Wir besaßen eine alte Violine und ein Violoncello und einige Werkzeuge, die wir im Laufe unserer Ausbildungs- und Gesellenjahre erspart hatten. Mein Geschäftspartner lieh sich 5000,-- DM von seinen Eltern; ich brachte meine Aussteuer ein (ich hatte einen Monat vor der Geschäftseröffnung geheiratet). Damals gab es in Augsburg nur ein Musikgeschäft, sodaß wir von Anfang an viele Aufträge erhielten. Die Erlöse aus den Reparaturen, Restaurationen und dem Verkauf unserer gebauten Geigen investierten wir in Waren und Instrumente (auch zum Vermieten). Unsere Entnahmen hielten wir so gering wie möglich. Inzwischen sind wir auf 120 qm umgezogen, haben ca. 100 Instrumente, Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe in verschiedenen Preisklassen, sowohl alte als auch neue Instrumente, sowie ca. 150 Mietinstrumente und sämtliches Zubehör.

Walter Freudenstein, Leser_In

: Als Arzt habe ich mich lange davor gescheut, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen; nach der Krhs.-Ausbildung ergab sich eine Mitarbeit in einer Praxis, wo ich mich ausschließlich auf die Patientenbetreuung konzentrieren konnte. Mein Kollege und Praxisgründer hat die unternehmerische Seite voll abgedeckt – bis ich nach einigen Jahren merkte, dass ich weder beim Personal noch bei den Patienten die Anerkennung und den Stellenwert bekam, der für eine echte Partnerschaft notwendig ist. Der Frust über diese auf Dauer ausweglose Situation schlug um in Lust auf die eigene Praxis mit dem Risiko einer Neugründung; also bin ich auf der anderen Seite der Stadt neu angefangen mit einer kleinen Praxis für Allgemeinmedizin – plötzlich hatte ich Freude daran, mir meinen eigenen “Laden” zu organisieren, Räume und organisatorische Abläufe zu gestalten und meine Vorstellung von Hausarztmedizin umzusetzen. Die Bank musste überzeugt werden von diesem Konzept und dem anvisierten Standort – dabei habe ich die Investitionssumme gegenüber dem statistischen Mittel der Kosten einer Praxisgründung halbiert, da ich konsequent einfaches Mobiliar und zT gebrauchte Geräte angeschafft habe. Sehr geholfen hat mir eine routinierte Arzthelferin, die ich aus der alten Praxis loseisen konnte. Plötzlich hat es mir, hat es unserem Team, sehr viel Freude gemacht, ein kleines Unternehmen zu gründen und langsam zu wachsen – dies war sicher eine gute und tragfähige Entscheidung.

Oliver Kuti, Leser_In

Man will mit seiner Kreativität nicht länger auf die Einsichten eines Chefs warten!

Attila Penzes, Leser_In

Indem die betroffene Person, die drei Möglichkeiten der Arbeitswelt genau analysiert. Arbeitslos, angestellt oder selbständig. Ich war schon alle drei und die Selbständigkeit gefällt mir am besten. Hoher Arbeitsaufwand, wenig Verdienst, aber volle Kontrolle der Freizeit.

Ingo Hess - Gründer sustaino board advisors, Leser_In

Ich wurde von einigen meiner Kunden auf eine Stelle in deren Organisation angesprochen, das hat mir wieder zu verstehen gegeben, dass ich ja etwas kann, was Andere benötigen. Daraufhin habe ich nach einigen Gesprächen in meinem Umfeld die Entscheidung getroffen, mich selbständig zu machen. Nun bin ich froh endlich \"machen\" zu können. Endlich wieder spüren wie es ist, kurze Wege der Entscheidung zu gehen. Unternehmern direkt und somit den Unternehmen wirklich zu helfen, authentisch und individuell. Nicht politisch oder von der Stange. Eine Beratung bieten, bei der ich morgens wieder mit guten Gewissen in den Spiegel schauen kann und Freude habe, bei dem was ich tue. Ich bin froh diesen Schritt gegangen zu sein.

Andreas Büttner, Leser_In

Ein Weg Unternehmer zu werden, besteht sicherlich in der Kraft, die einen antreibt, anderen zu zeigen, dass es besser oder auch anders geht. Das Gefühl und der Antrieb, der sich in Jahren unselbständiger Tätigkeit herausgebildet hat, dass viele Sachen nicht optimal laufen aber man selbst nicht erhört wurde, da man keine Entscheidungsgewalt besaß. Die Anfänge waren kräftezehrend, voller emotionaler und persönlicher Niederschläge. Manche Tage war keinerlei Licht am Ende des Horizonts zu entdecken. Man fragte sich, wozu all diese Entbehrungen und persönlichen Verletzungen hilfreich sein mögen. Doch es war der Wille, es den Zweiflern und Skeptikern zu beweisen und die Freude daran, selbstbestimmt agieren zu können. Letztlich sind die größten Hürden überwunden und nichts ist schöner als recht behalten zu haben.

alfons dideldutz, Leser_In

Unternehmer wird man nicht, sondern ist dies per geburt. der eine hat die gene - der andere nicht. unternehmertum bedingt eine entscheidungsfreude, eigenverantwortlichkeit und intellektuelle Unabhängigkeit. ein Unternehmer kann somit niemals beamter sein ... und umgekehrt! auch wenn eine Vielzahl von unnützen aber populistischen Regulierungen das handeln erschweren ... es gibt nichts schöneres als Unternehmer zu sein!!

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