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Wer hat noch Zeit?

Die Zeit ist DAS Trendthema der Medienlandschaft. Anlass für uns, Sie danach zu fragen, in welchen Berufen, Situationen oder Lebensphasen dem Menschen noch Zeit zur Verfügung steht?

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Jan Gustafsson, Schach-Großmeister

Die ewige Suche

Ich versteh die Frage nicht. Wir sind alle so ungefähr 16 Stunden am Tag wach, oder? Geht wahrscheinlich darum, dass wir alle länger arbeiten. Oder mehr und mehr Zeit in den Untiefen des Webs verloren geht? Ich bin in beiden Fällen keine Ausnahme. Dem Lebensstil aus meinen 20ern – eigener Chef, ausschlafen, um die Welt reisen und mit ein paar Schachturnieren ein bisschen Geld verdienen – habe ich abgeschworen und verbringe den Großteil meiner Zeit in einem Büro. Internet-Startup, Schachwebsite. Ok, vermutlich relativ normal, ab 30 „seriös“ zu werden und sich verstärkt dem Broterwerb zu widmen. Ich war gerade zwei Wochen in Thailand auf einem Schachturnier – so viel Zeit muss sein! – und ein weiser Mann hat mir dort das Leben so erklärt: „Wenn man jung ist, hat man Energie und Zeit, aber kein Geld. Dann fängt man an zu arbeiten, hat noch Energie und jetzt etwas Geld, aber keine Zeit. Im Alter hat man Geld und Zeit, aber keine Energie. Dazwischen kommt die Midlife Crisis: keine Zeit, kein Geld, keine Energie!“ Ist Zeit jetzt wichtiger als Energie und Geld? Keine Ahnung. Will immer das, was ich nicht hab. Und kenne genug Leute mit Zeit und Geld, die auch nicht glücklich sind. Zeit mit Nichtstun zu verbringen macht auch nur so mittel viel Spaß. „Im Moment leben“ und „sinnstiftende Arbeit ist das größte im Leben“ hab ich gelesen. Ob Schach jetzt so viel Sinn stiftet, wer weiß. Ich verbring meine Zeit immer noch gerne damit.

Sylvia Ganter, Leserin

Gestalter haben mehr vom Leben

Wenn man ein Kind beim Spiel beobachtet, fällt einem auf, mit welcher Hingabe es sich einer Sache widmen kann, denn der Zeitfaktor spielt meist noch keine Rolle. Das ändert sich schnell. Die Schulzeit und später Studium oder Lehrjahre werden mit zu Lernendem innerhalb einer begrenzten Zeitspanne verbracht. Steht man danach im Beruf, gilt es, sich dort in seiner freien Zeit weiterzubilden. Daneben möchte man auch Zeit mit dem Partner oder der Familie haben. Die Wahrnehmung verfließender Zeit durch Tag und Nacht, durch den Wechsel der Jahreszeiten, durch das Älterwerden geschieht durch unsere Sinne und vielleicht ist die existenziell so aufgeladene Bedeutung der Zeit erst mit der Erfindung der Uhr zu einem Stressor geworden, der uns das Gefühl gibt, immer zu wenig Zeit zur Verfügung zu haben. Was wäre denn, wenn ich mich aus aller Planbarkeit herausziehe? Ehrlich gesagt, würde mir das nicht gefallen. Vielleicht ist das alles nur eine Frage der Perspektive, ob ich Zeit als ein „Haben“ oder als ein „Verfließen“ empfinde. Ich muss dem Trend der Schnelligkeit und Gleichzeitigkeit nicht folgen, wenn ich den Wert eines strukturierten Tages erkannt und schätzen gelernt habe. Die Begrenzung der Zeit, die uns durch den Lauf der Natur vorgegeben ist, macht auch den Reiz der Lebensgestaltung aus. Auf die Frage „Wer hat noch Zeit?“ müsste also geantwortet werden: derjenige, der sich selbst als Gestalter seiner Zeit begreift!

Ulrich Mückenberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik

Schopenhauer weiß es

Auch im Alter fühle ich mich nicht auf der (Zeit-)Verliererspur. Die Verteilung meiner Zeit auf Wissenschaft, Musik, Politik, Freundschaft und Verwandtschaft fällt mir leichter als wäh- rend der Phase der Berufstätigkeit. Klar fühlt sich Zeit im Alter anders an, sie vergeht schneller als in der Jugend. „Warum“ – fragt Schopenhauer in seinen Aphorismen zur Lebensweisheit – „erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerung desselben ist. Aus dieser ist nämlich alles Unbedeutende und viel Unangenehmes herausgefallen, daher wenig übriggeblieben.“ Zeiterleben mit Erinnerungsfähigkeit in Verbindung zu setzen ist genial. Das macht Zeit im Alter knapp – was übrigens mit „allgemeiner Beschleunigung“ herzlich wenig zu tun hat. Es gibt moderne Zeitdiebe, mit denen die Generationen unterschiedlich umgehen – neue Medien, soziale Netzwerke; da sind wir Älteren mal auf der unterlegenen, mal auf der überlegenen Seite. Es kommt wirklich alles auf die Zeitkultur an – und diese zu ermöglichen und zu ermutigen ist ein Kernanliegen der Zeitpolitik. Wir sollten dafür sorgen, dass Menschen über ihre Zeit je nach Geschlecht und Herkunft, nach ihrer Lebenslage und Lebensweise selbst bestimmen können und dass sie individuell und gemeinsam zu selbstbestimmtem Zeitgebrauch und zu Widerstand gegen Zeitdiebstahl befähigt werden.

Jonathan S., Leser

Keine Ausreden gelten lassen

Wenn wir sagen „Ich habe keine Zeit gehabt“, meinen wir fast immer, dass wir sie uns nicht genommen haben. Wenn wir bewusster mit der verfügbaren Zeit umgehen, uns insbesondere mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge nehmen, dann werden wir auch seltener sagen müssen, dass wir keine Zeit haben.

Carola Lentz, Professorin für Ethnologie, Johannes-Gutenberg- Universität Mainz

Andere Länder, anderes Zeitmanagement

Als Professorin reise ich zu Feldforschungen mit eigenem Zeitmanage- ment im Gepäck. Semesterzeiten, Finanzen, Flugpläne: Solche Zwänge stecken den zeitlichen Rahmen ab, und am Ende soll ich ja daheim Greifbares berichten. Manchmal werde ich dann ungeduldig, wenn die Zeitorganisation meiner Interviewpartner so gar nicht zu meinen Plänen passt. In nordghanaischen Dörfern zum Beispiel sollte man Gespräche möglichst erst nach der harten Feldarbeit am Morgen führen, aber noch ehe sich der erschöpfte Bauer zum Markt aufgemacht und das wohlverdiente Hirsebier seine Wirkung getan hat. Auch wird niemand einfach so über die Dorfgeschichte sprechen, selbst wenn er gerade Zeit hätte. Die Höflichkeit gebietet mindestens zwei Besuche: einmal zum Grüßen und Verabreden, dann zum eigentlichen Gespräch. Wenn beim zweiten Termin aber eine Beerdigung zu begehen ist, muss ich mich noch ein drittes oder viertes Mal auf den Weg machen. Und in der Trockenzeit gibt es fast immer irgendwo eine Beerdigung. Das Zeitmanagement von Bürokraten und Politikern in der Stadt ist nicht einfacher. Auch hier kann man nicht mit der Tür ins Haus fallen, der Kalender ist eng getaktet. Manchmal komme ich nach endlosem Verkehrsstau im Büro an, nur um zu erfahren, dass der Gesprächspartner eben zu einem unvorhergesehenen Termin eilen musste. Gelegentlich ist das eine Ausrede, aber mir haben Informanten auch schon auf dem Weg zu meinem Rückflug Interviews gegeben.

Katja Hentschel, Bloggerin und Gründerin von travelettes.net

Berufung größer Beruf gleich Freizeit

Montags um zehn auf dem Balkon frühstücken, einmal im Monat verreisen, nur Dinge tun, auf die man auch Lust hat. Klingt paradiesisch, ist aber einfach, wenn man einen Beruf wählt, der sich nicht wie Arbeit anfühlt, der Unabhängigkeit schafft und den man selbstbestimmt ausführen kann. Als ich vor ein paar Jahren einen Party- und Streetstyle-Blog gründete, hatte ich keinen großen Plan oder Hintergedanken, was daraus werden würde. Dennoch, er schlug sofort ein. Fast über Nacht fanden sich viele Leser, Magazine wollten meine Fotos kaufen, große Marken mit mir kollaborieren. Schnell erkannte ich, was ich nie zuvor für möglich gehalten hätte – ich konnte meinen Beruf mittels eines Blogs meinen Interessen genau anpassen. Noch mehr als Fotos machen liebte ich Reisen und startete einen Reiseblog für Frauen. Dieser verbucht mittlerweile über eine halbe Million Hits im Monat und wir werden in alle Herren Länder eingeladen, um über diese zu berichten. Das Internet ist wie ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die Währung ist Ambition. Sie ist die einzige Investition, die man tätigen muss, um hier etwas zu erreichen. Ein Job im Netz bedeutet in der Regel selbstbestimmte Arbeitszeiten und Ortsunabhängigkeit. Und seien wir mal ehrlich – fühlt sich Arbeit noch wie Arbeit an, wenn man sie in einer Hängematte mit Meerblick verrichtet?

Jonathan, Leser

Macht kaputt, was ...

Studenten hätten noch Zeit. Wenn sie sich nicht so von Regelstudienzeit und irgendwelchen Wirtschaftsfuzzis ins Bockshorn jagen lassen würden. Nieder mit der „Regelstudienzeit“ – wer macht diese Regel überhaupt? Lobbyismusgeprägte Politiker. Neoklassische Alles-muss-wachsen-Philosophie zwingt den Mensch zur Eile. Macht euch frei davon, dann habt ihr auch Zeit!

Anton Bachl, Vorsitzender des Bundes der Strafvollzugsbediensteten

Sinnvoll investieren

Zeit ist das, worüber Strafgefangene im Überfluss verfügen, und so stellt sich die Frage, wofür sie die Zeit sinnvoll nutzen können. Um es vorwegzusagen: Zeit dient im Strafvollzug leider immer noch viel zu wenig der Resozialisierung. Trotzdem gelingt es bereits heute, dass die Mehrheit der Entlassenen entweder „geringfügiger“ oder gar nicht mehr straffällig wird. Doch mehr ist möglich: Jede intensive Betreuung, die eine sinnvolle Nutzung von Zeit ermöglicht, bedeutet einen Zugewinn an Sicherheit während und nach der Haftzeit. Jede verhinderte Straftat birgt keine Opfer und verursacht erheblich weniger Kosten als der Strafvollzug. Derzeit werden die Strafen viel zu statisch verhängt und gehandhabt. Die Strafzeit sollte aus einem festen Sühneteil und einem erfolgsabhängigen, flexiblen Resozialisierungsteil bestehen. Diese Zweiteilung der Haftstrafe ist im Strafgesetzbuch leider so nicht verankert. Gefangene sollten ihre Haftzeit dazu verwenden, sich mit ihren Taten auseinanderzusetzen und an therapeutischen Behandlungsmaßnahmen teilzunehmen. Wenn die Sühnezeit abgelaufen ist und der Gefangene die Zeit genutzt hat, um eine gute Sozialprognose zu erhalten, sollte er entlassen werden können. Denn bei entsprechend guter Prognose ist eine Inhaftierung eher kontraproduktiv. Ich bin überzeugt, dass dadurch der Strafvollzug erfolgreicher als bisher gestaltet werden kann und dadurch insgesamt an Bevölkerungsakzeptanz gewinnt.

Karlheinz Geißler, Zeitforscher

Zeit ist Honig

Der Mensch hat Zeit. Er muss nichts dafür tun. Täglich kommt neue nach. Er muss aber etwas tun, um keine Zeit zu haben. „Zeit ist Geld“ – Benjamin Franklins Erfolgsformel aus seinen „Ratschlägen an einen jungen Kaufmann“ – steht dagegen für die hektische und maßlose Suche nach mehr Tempo und immer mehr Geldund Güterwohlstand. „Verschwende weder Zeit noch Geld, sondern mach das Beste aus beidem“, mahnt dieser in seinem Traktat. Was aber, wenn das Beste gar nicht in Geld verrechen- bar ist? Was, wenn „Time“ nicht „Money“, sondern „Honey“ wäre? Dann hätten die wichtigsten Dinge und Zeiten des Lebens keinen Preis, wäre die Zeit, was sie ja auch ist, ein Lebens- und kein Zahlungsmittel. Die Zeiten der Liebe, der Freundschaft, des Genusses und des Geschmacks, die Luft, die Sonne, das Wetter, das Vertrauen, die Zuneigung und viele andere Zeiten mehr, sie alle sperren sich gegen ihre Verrechnung in Geld. Folgt man den „Zeit-ist-Geld“-Imperativen wird die „Liebe auf den ersten Blick“ zur Zeitsparstrategie, die Tiefkühlpizza zur Familienmahlzeit und der Klappentext zum Ersatz für die zeitaufwändige Romanlektüre. Wer in der Zeit ein monetäres Gut sieht, wird blind für die Farben und taub für die Töne der Zeiten, wird diese weder schmecken noch genießen können. Es ist Zeit, die Zeit aus ihrer Umklammerung durch das Geld zu befreien, um ihr ihre honigsüßen Qualitäten wiederzugeben.

Evita H., Leserin

Zurück zu den Anfängen

Wer hat noch Zeit? Bei dieser Frage musste ich augenblicklich an den Klassiker „Momo“ von Michael Ende denken und an die grauen Männer, die die Zeit stehlen. Ich denke, dieser Roman ist eine wunderbare Metapher für den heutigen Umgang mit der Zeit. Geht man etwa in ein Schulzentrum, so sieht man, wie die Kinder bei schönem Wetter in der Pause fröhlich auf dem Schulhof spielen. Betrachtet man aber die Mittelstufe, fällt auf, dass kaum welche auf dem Schulhof sind; viele sind im Gebäude, reden oder machen Hausaufgaben. Doch wo ist die Oberstufe? Die sind allesamt im Gebäude, machen Hausaufgaben, lernen, nur um am Nachmittag noch ein wenig Zeit zuhause zu haben. Mit zunehmendem Alter verlässt nicht nur die Energie unseren Körper, sondern auch die Zeit – erst schnell und dann immer langsamer. Wieso kann sich nicht jede Person auf dieser Welt etwas von den Kindern abschauen? Wir leben in einer solch ernsten Welt ohne Zeit, nur weil wir uns vormachen, dass wir uns mehr auf die Arbeit konzentrieren müssen. Spaß? Nur wenn man Zeit hat! Ich sage nur: Versucht ein Kind zu sein! Geht hinaus und seid Momo! Die grauen Männer, der Alltag, soll euch nicht davon abhalten, mal etwas anderes zu tun, etwas, was vielleicht Spaß machen könnte! Denn die einzigen, die heute noch Zeit haben, sind Kinder. Deshalb sollte man das Kindliche, sei es auch noch so klein, immer in sich bewahren.

Randulf Präter, Leser

„Willst du was gelten, mach dich selten!“ Stets tun, als hätte man keine Zeit. Und so verbauen wir uns oft genug die Chance auf schöne gemeinsame Momente.

Lorenz Caspinger, Sozialpädagoge

Arbeit frisst Leben

Die Zeit, in der ich Zeit hatte, ist eben zu Ende gegangen: ein ganzes Jahr, in dem ich mich nicht frühmorgens aus dem Bett schälen musste, nur um den Weg zu einer Arbeit anzutreten, die ich schon lange nicht mehr machen wollte. Dank Arbeitslosengeld I war das möglich. Ich sehe die Leser vor meinem geistigen Auge schon aufstöhnen – aber ganz so schwarz-weiß, wie die Sache nach den ersten Sätzen aussieht, ist sie nicht. Wer mich verstehen will, sollte meine Geschichte kennen: Fast zehn Jahre lang habe ich für eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland als Sozialpädagoge mit schwer erziehbaren Jugendlichen gearbeitet. Statt Nächstenliebe und Hingabe für die Kids standen vor allem Karrierestreben und KollegenHickhack auf der Tagesordnung. Das hat mich so schwer belastet, dass ich schließlich meinen Kompass neu ausrichten musste. Ein Sabbatical ist bei den Löhnen in unserem Sektor nicht finanzierbar – also habe ich eine einvernehmliche Kündigung mit meinem damaligen Chef ausgehandelt: Er war endlich den ewigen Störenfried los und ich konnte mich mit 60 Prozent meiner Bezüge ein Jahr lang neu orientieren. Ich bin viel gereist und habe endlich wieder gesehen, dass man auch anders leben kann. Mittlerweile habe ich meinen neuen Job bei einem freien Träger angetreten – mit Kollegen, denen es wie mir um die Kids geht und einem Klima, in dem sich auch lange Arbeitstage nicht nach verschenkter Lebenszeit anfühlen.

Dietmar Höffner, Leser

Entscheide selbst

Die Peitschen der modernen Sklaven sind Uhren und Terminkalender. Dies mündet in dem verbreiteten Gefühl, in der heutigen Arbeits- und Freizeitwelt keine Zeit zu haben. Wir haben zudem ein reichhaltiges und verführerisches Angebot an Zeitfressern, wie Fernseher und Smartphone-Apps. Allerdings leben wir nicht mehr im 19. Jahrhundert, als viele Menschen von den „Industriellen“ noch in 14-Stunden-Schichten ihrem baldigen Ende zugetrieben wurden. Es bleibt daher auch jedem selbst überlassen, ob er sich dem Gefühl, keine Zeit zu haben, hingeben will – oder eben nicht.

Veronika Langguth, Leser_In

Aphorismen über mehr Lebensqualität “Mein Atem fließt in feinem rhythmischem Strom er füllt meine Glieder mit göttlicher Macht ich trank das Unendliche wie eines Riesen Wein Zeit ist mein Drama - oder mein Festzugstraum” (Auszug aus der deutschen Übersetzung des Gedichtes “Transformation” des indischen Philosophen und spirituellen Lehrers Aurobindo Ghose) “Zeit ist mein Drama - oder mein Festzugstraum”- das sage ich mir, wenn ich glaube, dass meine Zeit zu schnell verrinnt – und es hilft! Verbringe ich meine Tage, Stunden mit Grübeln? Mit Sich- sorgen oder Sich-ärgern (das alles tue ich mir ja selber an...)? Lieber meinem Bauchgefühl folgen, als auf der Suche nach einer Lösung allzu lange herumzudenken, abzuwägen... Und positiv denken, wenn einmal etwas nicht klappt – die Situation als Lernprozess sehen und abhaken. Mit jedem Atemzug werde ich älter – wie kostbar ist mir mein Leben? Und Atem ist Leben! Genieße ich wärmende Sonnenstrahlen – aber wirklich!? Schmecke ich genüsslich mein tägliches Frühstück - immer wieder neu? Oder schlinge ich hastig mein Mittagessen hinunter, in Gedanken bereits mit meinem nächsten Projekt beschäftigt? Während Geschäftsessen bin ich, soweit wie möglich, die Fragende, damit ich meine eigene Mahlzeit genießen kann... Zeitmanagement bedeutet: Loslassen – immer wieder neu, wenn ungeplante Prioritäten auftauchen: das kranke Kind, ein dringender zu bearbeitender Auftrag, der unaufschiebbare Zahnarztbesuch... Lieber Experten bezahlen für Arbeiten, für die ich selber bedeutend mehr Zeit benötigen würde um damit “Zeit für das Wesentliche” zu schaffen, für das, was ich gut kann und tun möchte - (Zeit = Geld, und muss erst einmal verdient werden - Frage: nutzen Reiche Ihre Zeit besser??) Auf jeden Fall: NIE, nie, nie drängen lassen- und vor allem: weiteratmen ...! PS: Schon einmal aufgefallen? Vor Weihnachten sprechen die meisten Menschen schneller...

Kelly Lillian Falkenberg, Leser_In

Zeit, die hat eigentlich Jeder und immer - man muss sich diese nur nehmen. Macht man sich das bewusst, so liegt das Zeit-Management heutiger Zeit Jedem selbst in der Hand. \"Pausen zu machen ist ein absolutes \"Muss\" - nur so kommt man weiter, man mag es kaum glauben. Doch sich auch selbst genügend Zeit beim Pausieren zu geben, das bringt Einen noch viel, viel weiter, wie ich es heute beobachten durfte.\"

Karl Wilhelm, Leser_In

Zeit haben wir doch alle gleich viel: 24 Stunden am Tag. Es muss an was anderem liegen. Vielleicht fehlt manch einem der Mut, nein zu sagen zu dieser oder jener Zumutung. Oder man genießt das Lamentieren, weil es in fremden Ohren so schön nach Tatkraft klingt. Oder man plant schlecht. Andererseits: Wer den lieben Gott zum Lachen bringen will, macht einen Plan. Zeit hat also der mutig planlose, selbstbejahende Neinsager, dem die Anderen wurscht sind. Soweit die Theorie. Praktische Umsetzung folgt im nächsten Leben.

Ulrike Voss, Leser_In

Die Uhr tickt unaufhaltsam. Allerdings verliert Zeit für mich zunehmend ihre Bedeutung je mehr es mir gelingt, Erfüllung in meinen beruflichen und privaten Lebensbereichen zu finden, je häufiger ich mich daran erinnere den Augenblick wahrzunehmen und Gleichmut zu entwickeln wenn das Leben stressig wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zeit, die ich in mich investiere, sei es für Meditation, Yoga, Sport oder ähnliches mir ein Gefühl von viel Zeit gibt, auch wenn es objektiv betrachtet nicht so ist.

Tarik Özkök, Leser_In

Zeit hat, wer Zukunft als freien Gestaltungsraum ansieht und sie nicht mit technischem Fortschritt verwechselt, wer keine Angst vor Langsamkeit hat, wer Ruhe und Bewegung in ein freies Gleichgewicht bringen und den Moment achten kann. Zitat - \"Hätte die Welt eine Bremse, ich würde sie ziehen\". Rocko Schamoni in \"Tag der geschlossenen Tür\".

Nadine Ambrosch, Leser_In

So wie es aussieht, hat heutzutage niemand mehr Zeit: Rentner drängeln an der Kasse vor, weil sie es eilig haben. Studenten müssen studieren und jobben. Wer kleine Kinder hat, hetzt der Zeit ständig hinterher. Ein Vollzeitjob beschäftigt einen eben voll. Dann bleibt niemand mehr übrig. Das kann doch nicht wahr sein! Der Tag ist lang! Da kann man viel hineinpacken nach dem Motto „Carpe diem“. Wenn man also keine Zeit hat, dann ist das nur eine etwas nettere Art zu sagen, dass man sich keine Zeit nehmen will. Es gibt immer die Möglichkeit, sich Zeit frei zu schaufeln, für Dinge, die einem wichtig sind. Aber auch für unwichtige Dinge sollte man sich manchmal Zeit nehmen. Das entschleunigt, man ändert die Richtung und plötzlich tun sich einem ganz neue Zeiträume auf!

Jonathan, Leser_In

Studenten haben noch Zeit. Wenn sie sich nicht so von Regelstudienzeit und irgendwelchen-Wirtschafts-fuzzis ins Bockshorn jagen lassen würden. Nieder mit der \"Regelstudienzeit\" - wer macht diese Regel überhaupt? Lobbyismusgeprägte Politiker. Neo-klassische Alles-muss-Wachsen-Philosophie zwingt den Mensch zur Eile. Macht euch frei davon, dann habt ihr auch Zeit!

Jochen S., Leser_In

Wenn wir sagen: ‚Ich habe keine Zeit gehabt‘, meinen wir fast immer, dass wir sie uns nicht genommen haben. Wenn wir bewusster mit der uns verfügbaren Zeit umgehen, uns insbesondere mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge nehmen, dann werden wir auch seltener sagen müssen, dass wir keine Zeit haben.

Anton Stielow, Leser_In

Wir brauchen sozusagen gesetzlich Vorgeschrieben dringend eine Abkehr von dem ganzen multimedialen Hype. Kein guter Gedanke ohne Raum und Zeit zur Besinnung und Reflexion. Der Mensch ist nur noch abgelenkt und dermaßen unter Druck geraten durch die rein an Gewinnmaximierung orientierten Maßstäbe leistungsbezogene Definition seines Daseins, dass seine Intuition kollabieren muß und langfristig relevante Orientierung ausbleiben muß.

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Was ist das Zahlungsmittel der Zukunft?

„Geld regiert die Welt“ wird als Begriff immer abstrakter. Genau der richtige Zeitpunkt, um über das zukünftige Geldkonzept zu diskutieren.

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Joachim Bühler, Bitkom-Geschäftsleiter für Politik, Wirtschaft und Technologien

Das Smartphone zücken

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren fast sämtliche Wirtschaftsbranchen und Lebensbereiche umgekrempelt. Das Bezahlen bildet hier keine Ausnahme. Laut einer Bitkom-Umfrage sagt bereits heute fast jeder dritte SmartphoneNutzer, dass er gerne künftig mit seinem Handy für Fahrten in Bus, Bahn oder Taxi bezahlen würde. Und das ist erst der Anfang. Statt Scheine oder Kreditkarte werden wir künftig an nahezu jeder Kasse unser Smartphone zücken. Natürlich wird das Bargeld nicht ganz verschwinden, aber sein Anteil am Zahlungsverkehr wird deutlich sinken. Das Potenzial der sogenannten Mobile Wallet, also der Smartphone-Brieftasche, reicht aber weit über das Bezahlen hinaus. Zusätzlich werden wir uns mit der Mobile Wallet ausweisen, wir werden sie beim Arzt anstelle der physischen Krankenkassenkarte nutzen oder uns abends die Tür zu unserer Wohnung öffnen. Die Mobile Wallet bündelt und vereinfacht damit viele alltägliche Funktionen. Bis es soweit ist, müssen noch einige Voraussetzungen erfüllt werden. So muss die Zahl der stationären Akzeptanzstellen ausgebaut werden. Und natürlich muss beim Nutzer um Vertrauen geworben werden, schließlich enthält die Mobile Wallet zahlreiche sensible persönliche Daten. Diese Prozesse brauchen ihre Zeit. Klar ist aber: In einigen Jahren werden viele Menschen beim Verlassen des Hauses nicht mehr zu Portmonee, Schlüssel und Smartphone greifen – sondern nur noch zum Smartphone.

Georg Sigl, Co-Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit

Diebe lieben mobiles Bezahlen

Das Handy als Mobile Wallet kommt. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass Payment mit Handy sicher ist. Die größte Sicherheit wird durch Einsatz von Hardware-Secure-Elements erreicht. Da diese jedoch nur den Mobiltelefonherstellern (eingebautes Secure Element) oder den Netzbetreibern (SIM-Karte) zugänglich sind, existieren viele PaymentApps mit reinen Softwareschutzfunktionen. In solchen Apps müssen Sicherheitsfunktionen von Experten korrekt implementiert und umfangreich getestet werden. Die aktuellen Softwarearchitekturen erschweren es, Payment-Apps von anderen Apps zu isolieren. Solange keine Isolationsumgebungen für die Nutzer verfügbar sind, bleibt nur, alle Apps gründlich auf ihren Informationshunger zu untersuchen, bevor man sie auf dem Handy installiert. Damit reduziert man das Risiko, dass über andere Apps Payment-Informationen abgegriffen werden. Grundsätzlich kritisch ist das Bezahlen ohne Bestätigung, zum Beispiel durch eine PIN, auch wenn es nur bis 25 Euro zugelassen ist. Hier können zwei Angreifer durch sogenannte RelayAttacken ungewollte Bezahlvorgänge über eine größere Distanz auslösen. Ein Angreifer nähert sich dem Kunden etwa auf dem Parkplatz, während der andere vor der Kasse steht. Die Payment-Daten werden dann über ein Funknetz vom Parkplatz an die Kasse übertragen und der Komplize kann bezahlen.

Friedemann Brenneis, leitender Redakteur bei coinspondent.de

Kenias Vorzeigeprojekt

Die Idee hinter dem kenianischen Handy-Bezahlsystem M-Pesa ist denkbar einfach. An mehr als 40.000 offiziellen Tauschstellen im ganzen Land kann jeder, der über ein Handy verfügt, quasi Gesprächsguthaben kaufen, dieses aber auch wieder gegen Bargeld eintauschen. Das macht M- Pesa, das „mobile Bargeld“, gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern zu einem äußerst praktischen und alltagstauglichen Zahlungsmittel. Denn da das Guthaben über das Mobilfunknetz auch an andere Teilnehmer versendet werden kann, ersetzt M-Pesa klassische Überweisungsstrukturen, wie sie in Industrienationen durch ein flächendeckendes Bankennetz gewährleistet werden. Für Länder wie Kenia, in denen die wenigsten ein Konto, aber rund 72 Prozent ein Handy besitzen, hat ein niedrigschwelliges landesweites Geldsystem wie M-Pesa daher viele Vorteile. So laufen etwa Wanderarbeiter nicht mehr Gefahr überfallen zu werden, wenn sie große Summen Bargeld persönlich nach Hause bringen. Stattdessen können sie das Geld mit M-Pesa schnell und sicher per Telefon zu ihren Familien schicken. So werden Reiserouten im ganzen Land sicherer und den Arbeitern bleibt mehr Zeit, Geld zu verdienen. Aber M-Pesa hat auch Nachteile. Die Monopolstellung des verantwortlichen Mobilfunkanbieters Safaricom führt zu vergleichsweise hohen Transaktionsgebühren und einem protektionistisch abgeschirmten System, das wenig Innovation durch Dritte zulässt, obwohl gute Ideen existieren.

Bitcoiner, Leser

Digital gehört die Zukunft

Der aktuelle Trend geht in Richtung elektronische Zahlungsmittel. Da viele Anbieter wie Applepay, Paypal und Co. die alten Finanzstrukturen nutzen, werden sie sich aufgrund der hohen Kosten in Form von Gebühren nicht durchsetzen können. Bitcoin und die digitalen Währungen hingegen überzeugen durch Dezentralität, schnelle Überweisungen, geringe Gebühren, hohe Sicherheit und Pseudoanonymität. Deshalb bin ich überzeugt, dass Bitcoin das Zahlungsmittel der Zukunft sein wird. Be your own bank!

Michael Schmidt, Ex-Banker und Cypherpunk

Bitcoin ist Freiheit

Auf den ersten Blick sieht Bitcoin ziemlich gefährlich aus. Schwarzgeld, Drogen, Waffen, all das kann man damit über Ländergrenzen hinweg kaufen. Bisher bezahlte man diese Dinge mit Bargeld, das aber niemand als gefährlich bezeichnen würde. Anders als Bargeld ist allerdings die Grundlage von Bitcoin stabil. Sie kommt aus dem CypherpunkUmfeld und beruht auf unbestechlicher Mathematik, nicht auf einem vagen Versprechen von Staaten. Das normale Geldsystem kann leicht politisch missbraucht werden. Durch ein Junk-Rating eines Staates können Währungen abstürzen. Märkte können von Zentralbanken mit Geld geflutet werden. Bitcoin ist nicht an einen bestimmten Staat gebunden. Niemand kann so viele Bitcoins drucken, wie er will. Bitcoin unterstützt nicht die Konzentration von Macht, sondern lässt diese eher bei den einzelnen Menschen, beim Volk. Es ist wie gemacht für Demokratie im wahrsten Sinne des Wortes. Obendrein sind Open-Source-Systeme wie Bitcoin sehr preiswert zu haben. Wenn nur eine Milliarde Euro pro Jahr statt in die Bankenrettung in die Entwicklung von Open-Source-Projekten fließen würde, dann hätten wir Zehntausende Entwickler mehr. Es ist keine Alternative, ohne eine gute Alternative bei Geldsystemen in die Zukunft zu gehen. Wir sollten jetzt beginnen, sie aufzubauen und damit zu üben. Der bisher beste Versuch ist Bitcoin. Ein erster Schritt für jeden wäre, Bitcoins zu kaufen und sie den Entwicklern zu geben.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt, Commerzbank AG

Verlorene Unschuld

Die Suche nach besserem Geld, frei von politischer Einflussnahme, ist verständlich. Die globale Geldmenge aus Dollar, Yen, Euro und Pfund wurde seit 2007 verdreifacht. Es gibt mehr Liquidität als je zuvor – mit unabsehbaren Folgen für die Inflation, auch wenn sie bislang nur die Preise von Aktien und Immobilien erfasst hat. In dieser Situation hat die Vorstellung von virtuellem Geld, dessen Menge technisch begrenzt ist, einigen Charme. Aber Bitcoins haben ihre Unschuld schon verloren, als ihr Wechselkurs 2013 von Spekulanten in astronomische Höhen getrieben wurde und danach abstürzte, als Bitcoins für kriminelle Zwecke missbraucht und gestohlen wurden. Der Wert allen Geldes beruht auf Vertrauen, auf Wertbeständigkeit und breiter Akzeptanz im Zahlungsverkehr. Das genießt am ehesten Geld, das von staatlichen, aber unabhängigen Notenbanken herausgegeben wird. Dagegen lässt das starre Angebot an Bitcoins deren Wechselkurs beim Aufund Abspringen von Anlegern extrem schwanken. Das begrenzt ihre Verbreitung als Zahlungsmittel. Schließlich möchte niemand im Alltag Zahlungen in einer Währung tätigen, die ebenso Achterbahn fährt wie die in ihr ausgedrückten Güterpreise. Je mehr Anleger an Bitcoin & Co glauben, desto anfälliger werden sie für Übertreibungen und Rückschläge, was deren Eignung als Zahlungsmittel zusätzlich zerstört. Leider tragen Bitcoins den Keim des Scheiterns in sich.

Leo Wandersleb, Leser

Bitcoin verbindet

Eine Menge Finanztechnologie-Startups möchten das Zahlungsmittel der Zukunft kreieren, aber Geld benötigt viel Vertrauen. Der Vertrauensverlust in die großen Währungen und Schreckgespenster wie der Euroaustritt Griechenlands machen alternative globale Währungen attraktiver. Unter diesen spielt für mich der Bitcoin eine herausragende Rolle. Ich liebe Chile, bekomme mein Gehalt aus den USA und bezahle einen anderen Programmierer in Iran. Transaktionen brauchen wenige Sekunden. Ich muss nicht um Erlaubnis bitten und niemand kann mir mein Konto sperren. Nicht zuletzt bietet mir Bitcoin Anonumität, Micropayments und vieles mehr.

Christian Gelleri, Initiator der Regional- währung Chiemgauer

Regionale Konkurrenz

Kein Geldsystem der letzten 5.000 Jahre war nachhaltig. Immer wieder bauen sich Schulden über Zins und Zinseszins auf und kollabieren am Ende. Gebannt schauen wir auf Griechenland, die in den letzten 400 Jahren alle 40 Jahre einen Währungszusammenbruch hatten. Heute können wir wieder einmal die letzten Zuckungen live erleben. Aber auch Deutschland ist kein Musterknabe, denn in den letzten 200 Jahren kam es alle 50 Jahre zum Zusammenbruch der Währung. In Südamerika sind die Rhythmen mit 20 Jahren und weniger noch viel kürzer. Um sich von Geldsystemen zu lösen, die immer wieder zusammenbrechen und ständig Gefühle wie Mangel und Angst verbreiten, wird an vielen Stellen der Erde mit neuenGeldformenexperimentiert,die ein neues Bewusstsein zu Geld schaffen. Weltweit gibt es bereits Tausende sogenannter Komplementärwährungen, die ergänzend zur Landeswährung eingesetzt werden. Sie heißen Chiemgauer, WIR, Kangemi-Pesa oder Banco Palmas und beleben ihre jeweilige Region. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Geld wird gemeinsam demokratisch zum Vorteil alle Beteiligten gestaltet. Schenkgelder für Gemeinwohlprojekte werden zur Verfügung gestellt. Brachliegende Fähigkeiten werden zum Einsatz gebracht. Der Austausch erfolgt sozial ausgewogen und ökologisch nachhaltig. Und das Wichigste: Anstatt zu reden wird lokal gehanelt und das lokale Handeln global vernetzt.

Andreas Löffler, Professor für Bank- und Finanzwirtschaft, Freie Universität Berlin

Ein notwendiges Übel

Regionalwährungen werden nicht das Zahlungsmittel der Zukunft sein, obgleich es sie immer geben wird. Zuerst einmal versprechen Regionalwährungen dieIllusion, die Probleme einer globalisierten und scheinbar außer Kontrolle geratenen Wirtschaft mit einer einfachen Lösung in den Griff zu bekommen: Die Kaufkraft einer Region verbleibe dort und ein erzwungener Negativzins wie beim Chiemgauer verhindere Spekulation. Deshalb wird es immer wieder Anhänger einer Regionalwährung geben. Es gibt für die Probleme, die das Regionalgeld ansprechen will, bereits effiziente und wirkungsvolle Lösungen. Wer möchte, dass regionale Produkte ihren Absatz finden, muss die regionale Wirtschaft ankurbeln und sie wettbewerbsfähig machen. Menschen kaufen Obst aus fernen Ländern nicht etwa, weil sie regionale Produkte nicht mögen, sondern weil sie sich diese nicht leisten können, ihnen vielleicht nicht bewusst ist, dass regionale Produkte gesünder produziert wurden oder sie eventuell ihren Qualitätsansprüchen nicht genügen. Und ein Mindestmaß an Spekulation ist leider genauso notwendig wie ein volles Lebensmittelregal im Supermarkt, das nie leer wird: Nur DDR-Bürger erinnern sich noch an die Zeiten, in denen Milch ab Mittag „aus war“. Ein funktionierender Finanzmarkt braucht Spekulation. Sie darf nur nicht dazu führen, dassmanGewinneindieeigeneTasche steckt, Verluste aber die Gesellschaft tragen soll.

Irene Latz, Leser_In

Bargeld kann nicht zum Ausgrenzen verwendet werden, weil man bei Bargeld nicht mit seiner Identität bezahlt : es ist am Allerwichtigsten, dass ich überall mit Bargeld weiterhin bezahlen kann. Es gehört zu den Lektionen aus den Ausspäh-Skandalen westlicher Geheimdienste, und der GCHQ scheint ja auch schon einzugreifen: ein Geheimdienst kann meine digitalen Bezahlmöglichkeiten nach seinem Gefallen sperren => mich ausgrenzen, ohne dass ich mich dagegen gerichtlich wehren kann - denn ich kann nichts beweisen gegen Geheimdiensten !

Max Adam, Leser_In

Dogecoin und andere digitalen Währungen überzeugen durch minimale Gebühren, Dezentralität, ultraschnelle Überweisungen, extrem hohe Sicherheit sowie Anonymität (bei Bedarf). Ich bin überzeugt, dass Dogecoin das Zahlungsmittel der Zukunft sein wird. Wow!

Peter Jagusch, Leser_In

Die schnelle Antwort (bitcoin) scheint mir zu kurz gedacht. Ein Zahlungsmittel ist nur sinnvoll, wenn man sicher davon ausgehen kann, dass man dafür eine Ware oder Dienstleistung bekommt, sonst ist das Zahlungsmittel wertlos. Aber woran erkenne ich das? Schon jetzt ist klar, dass es für die Menge Geld, die als Buchgeld (z.B. bitcoin oder Kreditschulden) irgendwo festgehalten gar kein entsprechender Gegenwert existiert oder in absehbarer Zeit geschaffen werden könnte (jedenfalls nicht zu jetzigen Preisen).

Martin Mischke, Leser_In

Bitcoin, weil es einfach und schnell ist sobald...

Tim Wolf, Leser_In

Das Bitcoin und Co. keine stabilen Wertspeicher sondern eher hochspekulative Anlagen darstellen dürfte hinreichend bekannt sein. Aber genau das fehlt der digitalen Finanzwelt noch, um den Weg in ein freies, besseres Finanzsystem ebnen zu können. Stabile Wertspeicher die man innerhalb von Sekunden weltweit versenden und handeln kann, ohne zentrale Dienstleister oder Banken in Anspruch nehmen und vertrauen zu müssen. Das Zahlungsmittel der Zukunft werden Derivate sein, die Basiswerte aus der ganzen Welt abbilden und dadurch Wertstabilität erhalten. Es beginnt mit digitalen Assets die alle Vorteile der Bitcoin-Technologie mit klassischen Währungen verbinden, den sogenannten BitAssets.

Satoshi, Leser_In

Sie sollten sich einmal Bitcoin anschauen wenn Sie einen tiefgründigen Artikel schreiben wollen.

Tyler Durden, Leser_In

Bitcoin. Bitcoin ermöglicht es Geld innerhalb von Sekunden/Minuten rund um die Welt zu schicken, wobei sich die Transaktionsgebürhen (wenn überhaupt) im einstelligen Cent Bereich bewegen( unabhängig von der Größe der Transaktion). Das Bitcoinnetzwerk verarbeitet Transaktionen durch den dezentralen Charakter 24/7/365 ohne jemals auszufallen. Jeder Bitcoinnutzer ist seine eigene Bank, sodass jeder die volle Kontrolle über sein Geld hat. Produzenten können durch die niedrigen Transaktionskosen und die Umgehung von Zwischenhändern die Waren international und deutlich günstiger als bisher anbieten.

Jürgen Spiess, Leser_In

Der Bitcoin durch seine Deflationäre Eigenschaft. Auch bedingt dadurch, das Zahlungssystem der digital vernetzten Welt anzupassen und nicht noch Münzen und Zettel wie im alten Rom zu verwenden.

Karsten Holzner, Leser_In

Mobipay: Der Kunde gibt beim Kauf seine Handynummer an; der Händler meldet den Betrag an den Zahlungssystem-Betreiber. Der verifiziert Identität und Betrag und zieht ihn über das Konto des Nutzers ein.

Andrea Dierkes, Leser_In

Ich glaube, dass das Zahlungsmittel der Zukunft viel mehr ist als bloß Zahlungsmittel. Selbstverständlich bargeldlos, also nur noch mit Karte; und weil es praktisch ist, wird die Karte noch eine Reihe anderer Funktionen vereinen: Personalausweis, Führerschein, Krankenversicherung,... Nach und nach werden immer mehr Funktionen dazu kommen. Und irgendwann, wenn die komplette Identität auf der Karte versammelt ist, wird es natürlich gefährlich, diese Karte zu verlieren. Dann ist der nächste Schritt, den Chip unter die Haut zu implementieren, z.B. am Handgelenk, nicht mehr fern. Aber das erlebe ich hoffentlich nicht mehr. Dadurch werden aber auch Tauschgeschäfte, sei es von Waren oder Dienstleistungen, wieder an Bedeutung gewinnen.

Dana Brüggenkamp, Leser_In

Wir leben zur Zeit in einer Gesellschaft, welche gerade zu den Hang hat, alles zu vermarkten. Wenn man zum Beispiel ein öffentliches Klosett aufsucht, muss man für eines der doch so natürlichsten Bedürfnisse der Welt oft Geld bezahlen. Und wer sich die Stromkosten nicht leisten kann, friert im Winter. Dies alles sind Indizien für die nächste uns bevorstehende Epoche: Die, in welcher die Sauerstoff- und Wasservermarktung eingeführt wird. Die heutige Lage bezüglich der immensen Umweltverschmutzung und der starken Industrialisierung führt im Endeffekt dazu, dass sauberes Trinkwasser und reine Luft zum Atmen zwar nach den internationalen Menschenrechten einem jedem von uns zustehe, dennoch die nackte Wahrheit ganz anders aussehen wird. Denn wie soll in einer solch geldgierigen Welt ein Unterschied zwischen Arm und Reich verhindert werden? Das globale Süßwasservorkommen liegt momentan bei nur noch ca. 2,5% und durch Vorfälle wie 2011 in Fukushima oder 1986 in Tschernobyl fehlt unserer Luft mittlerweile der \"frische Atem\". Deshalb wird zusammenfassend ganz klar deutlich: Da reiche Unternehmer über die Welt regieren und die Grenze zwischen Reich und Arm immer schneller wächst, wird das zukünftige Zahlungsmittel aus den lebensnotwendigen Ressourcen wie Wasser und Sauerstoff entspringen.

Anton Stielow, Leser_In

Die Benötigung eines Zahlungsmittels an sich ,wird durch technische Entwicklung ad absurdum geführt. Wir können vom technischen Standpunkt her schon mittelfristig alle Bedürfnisse von allen zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort bereitstellen ,durch die Arbeit von Computern,Maschinen und Robotern. Durch das steigende Angebot fällt das Tauschbedürfnis weg, und damit auch die damit einhergehende gedankliche mentale Selbstlimitierung durch das stets auf´s geldverdienten fokussierte Denken. Der Mensch kommt der Freiheit einen Schritt näher. Der Mensch ist zunehmend aufgerufen sich weiterhin ideell, konzeptionell auf freiwilliger Basis kreativ sozusagen zu beteiligen

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Was bedeutet Arbeitsplatzkultur?

Der Geist eines Unternehmens wird meist beschworen, wenn es gilt, dessen Einzigartigkeit darzustellen. Uns interessieren deshalb die Auswirkungen auf die Arbeitnehmer. Was macht einen Arbeitsplatz besonders?

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Nicole Kobjoll, Geschäftsführende Gesellschafterin, Hotel Schindlerhof Nürnberg

Totale Transparenz ist Trumpf

Jedes neue Teammitglied erhält beim ersten Kontakt eine Zusammenfassung unserer Vision im Visitenkartenformat mit Statements auf einen Blick zu dem, was unseren Schindlerhof ausmacht. Während des Einstellungsprozesses sollte unter anderem das Wunschgehalt abgefragt werden. Falls es in den Lohnkorridor des Unternehmens passt, wird gezahlt, andernfalls nicht. Eine klare und offene Kommunikation ist hier besonders wichtig, Feilschen dagegen ein klares Tabu. Ein Unternehmen sollte seine Aufgabe nicht darin sehen, Teammitglieder zu motivieren – sondern bereits von vornherein auf Arbeitnehmer setzen, deren Antrieb von innen und aus Überzeugung statt durch äußere Reize kommt. Dieser Antrieb lässt sich dann durch Rituale der Wertschätzung noch steigern: Azubi-Welcome-Party, gemeinsame Kanutouren, Jahresauftaktfeier, Ausflüge mit Auszubildenden, Prämien für Führungspersönlichkeiten, die Finanzierung von Weiter- und Fortbildungsseminaren, I-Pads für alle, Online-Kommunikation vom Feinsten, zinsfreie Darlehen in Notfällen, Übernahme von Bürgschaften beim Kauf von Wohneigentum bei Führungskräften, die länger im Unternehmen sind, und vieles mehr. Totale Transparenz vom Umsatz bis zum Gewinn sorgt für spannenden Wettbewerb zwischen den Leistungsbereichen. Eine derart gestaltete Kultur zieht karriereorientierte Menschen an; solche mit freizeitorientierter Schonhaltung werden dagegen automatisch abgeschreckt.

Jörg Zeyringer, Motivationspsychologe und Autor von „Wie Geld wirkt“

Geld macht glücklich

Die Kultur an einem Arbeitsplatz bildet sich durch die Einstellungen und die daraus resultierenden Verhaltensweisen aus. Man denkt unweigerlich an Werte wie Vertrauen, Respekt und gute Führung, weniger an Bezahlung und Geld. Das hat seinen Grund: im in der Gesellschaft verankerten Denkschema, Geld würde nicht motivieren, Geld mache nicht glücklich bzw. sei nicht wichtig. Das halte ich für einen fatalen Irrtum. Kaum ein anderes Thema ist in Unternehmen so präsent. Dafür sorgen nicht nur Gespräche, sondern auch die sozialen Vergleiche, die in den Köpfen der Mitarbeiter vollzogen werden. Wer verdient wie viel? Wo stehe ich auf der Gehaltsskala? Natürlich sind die Auswirkungen des Gehalts kontextabhängig. In Unternehmen, die an der Wall Street ihr Geld verdienen, besteht die Arbeitsplatzkultur wohl nur aus der Forderung nach noch mehr Geld. Aber im Gesundheitswesen? Im Sommer 2013 wird in einem Krankenhaus den Mitarbeitern einer Station die Intensivzulage gestrichen. 180 Euro im Monat weniger. Die Auswirkungen: verstärkter Egoismus und schwindende Loyalität. Es wäre naiv zu glauben, dass sich dies nicht auf die Arbeitsplatzkultur auswirkt. Die Fokussierung auf die eigene Tätigkeit tritt in den Hintergrund, manchmal geht sie – zumindest temporär – ganz verloren. So bei Streiks im Frühjahr 2015: In Österreich gehen Ärzte auf die Straße, in Deutsch- land Lufthansapiloten. Weshalb? Mehr Gehalt!

Franz J. Heeg, Professor für Arbeitsgestaltung, Universität Bremen

Ein zweischneidiges Schwert

Sobald sich ein Unternehmen international aufstellt, ändert sich vieles – auch die sogenannte Kultur am Arbeitsplatz. Aber was bedeutet das genau? Bei deutschen Unternehmen, die entweder eine Tochter von nicht-deutschen Konzernen oder/ und international tätig sind, lassen sich unterschiedliche Phänomene beobachten. Einerseits nehmen die Möglichkeiten für die Beschäftigten zu, meist auf Zeit Aufgaben im Ausland zu übernehmen, andere Sichtweisen kennenzulernen und sich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln – mit positiven Folgen für das Unternehmen. Regionalität geht auf in Internationalität: Funktionsbereiche sind weltweit oder für Teile der Welt zuständig, verbunden mit großem persönlichem Kompetenzzuwachs für die Beschäftigten. Andererseits sinkt die Dimensionalität der Bewertungsgrößen für Unternehmen und die Beschäftigten. Im Vordergrund stehen Ertrag und Umsatz, während das Individuum und die Umwelt an Bedeutung verlieren und teils nahezu bedeutungslos werden – wiederum mit starken Auswirkungen auf die Beschäftigen aller Hierarchiestufen, insbesondere auf die Einstellungen diesen Themen gegenüber. Zudem steigt der Effekt stark an, scheinbar bewährte Lösungen aus anderen Konzernunternehmen oder Unternehmen der gleichen Branche komplett zu übernehmen, ohne auf die individuellen Besonderheiten – insbesondere Stärken – Rücksicht zu nehmen. Die Folgen sind dann häufig für das Unternehmen keineswegs positiv.

Walter Freudenstein, Leser

Stabilität siegt

Respekt und Verlässlichkeit sind die Grundpfeiler jeglicher Arbeitsplatzkultur: Respekt gegenüber dem Mitarbeiter, seiner Arbeitsleistung und seinen Lebensumständen. Verlässlichkeit in Bezug auf die Regeln, die Aufgabendefinition und die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Nichts ist schädlicher als häufige Strukturänderungen, Wechsel des Aufgabengebietes oder Unsicherheit des Arbeitsplatzes.

Brigitte Ruf, Leserin

Ein gut organisiertes Mit- und Durcheinander, das ist für mich Arbeitsplatzkultur. Es muss nicht alles perfekt sein, solang es nett bleibt

Sarah Miltenberger, Galeriedirektorin

Liebe zum Knochenjob

Ein Arbeitsplatz macht dann glücklich, wenn man sich selbst entfalten und seine Leidenschaft leben kann. Beim Einstieg ist Galeriearbeit interdisziplinär, was viele Möglichkeiten zur professionellen Persönlichkeitsentwicklung bietet. Warum macht mich mein Beruf nach zehn Jahren immer noch glücklich? Mein Job verlangt mich ganz, meine Persönlichkeit, meine Kompetenz und mein Engagement. Im Gegenzug gibt er mir zurück, was ich vom Leben erwarte: Inspiration und Entwicklung auf inhaltlicher sowie gesellschaftlicher Ebene. In meinem Beruf bin ich mit Menschen in der ganzen Welt in Verbindung, die ich auf internationalen Ausstellungen und Messen von Hongkong bis New York treffe und deren Lebensinhalt auf unterschiedliche Weise die Kunst ist; Künstler, Sammler, Kuratoren, Kritiker, Produzenten und Connaisseure. Mit jeder Begegnung erweitert sich mein persönliches Spektrum. Das gibt mir die Energie, weit über meine vertraglich festgelegte Arbeitszeit hinaus meinen Beruf aktiv zu leben. Allerdings verlangt der Arbeitsplatz Kunstbetrieb von vielen eine gesunde Portion Idealismus, vor allem die Gehälter von Berufsanfängern sind oft sehr bescheiden. Die Kunst und der Kunstmarkt sind dynamisch und unterliegen ständigen Veränderungen. Das erhält mir meinen Enthusiasmus.

Stephan Pichler, Leser

Ein Job für's Leben

Menschen ändern sich. Prioritäten verschieben sich. Und der Arbeitsplatz? Der ist der statische Faktor im Leben – meist oder oft zumindest. Das Haus der Zukunft soll modular konzeptioniert sein, um es den geänderten Lebensumständen der Bewohner anzupassen, diese also in ihrer Entwicklung nicht zu behindern. Warum gilt das nicht auch für den Arbeitsplatz, an dem ich mehr aktive Zeit verbringe als zuhause? Ohne das Unternehmen deswegen wechseln zu müssen. Ein Arbeitsplatz ist dann besonders (gut), wenn er möglichst individuell verschiedenen Lebensphasen angepasst werden kann. Damit denke ich an die allgemeinen Rahmenbedingungen, nicht an Beförderungen oder dergleichen. Umfangreiche Gleitzeitmöglichkeiten, Lebensarbeitszeit, Sabbatjahr, Familienzeit für Kinder oder pflegebedürftige Eltern. Zeit, sinnvoll nutzbar, ist auf Dauer gesehen das wichtigste Gut, denn sie wird mit jedem Tag im Leben weniger. Natürlich dürfen die Belange des Unternehmens auch nicht außer Acht gelassen werden. Mit entsprechendem Einsatz ist aber sicher für beide Partner viel zu erreichen. Und schließlich sind die Mitarbeiter die wertvollste Investition eines Unternehmens. Sind diese zufrieden, dann steigen auch Qualität und Produktivität.

Carsten Gerhards, Professor für Innenraumgestaltung und Designtheorie, Hochschule Darmstadt

Ein Raum zum Wohlfühlen

Unsere Lebenswelten nähern sich immer mehr an. Was früher getrennt war, die Wohnwelt und die Arbeitswelt, verschmilzt zu einer Einheit. Das Büro wird zum Wohnzimmer. Das Wohnzimmer wird abgelöst von einer multifunktionalen Kommunikationszone. Wohnen, Arbeiten, Kochen und Essen finden mittlerweile in einem Raum statt. Bezüglich unserer Arbeitswelt sprechen die Experten heute von „workscapes“. Die heutigen Arbeitslandschaften werden so gestaltet, dass sie ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Reizen bieten. Zonen der konzentrierten Einzel- oder Gruppenarbeit werden ergänzt durch Kommunikations- und Entspannungszonen. Sind viele Büros noch bis heute Arbeitszellen mit kaltem Leuchtstofflicht, grauem Nadelfilzboden und hautfarbenen, kunststoffbeschichteten Arbeitsflächen, in denen der Ficus Benjamini den einzigen sensorischen Reiz darstellt, so legen immer mehr Arbeitgeber Wert darauf, dass sich die Mitarbeiter in der Arbeitswelt des Unternehmens zu Hause fühlen. Das Leitbild ist der multisensorische Arbeitsplatz, der nicht nur den einschlägig bekannten DIN-Normen folgt, sondern durch eine Balance von Raumproportion, Material, Farbe und Licht alle Sinne des Menschen anspricht. Die Unternehmen haben erkannt, dass ein mit Sorgfalt gestalteter Arbeitsplatz zu einer höheren Identifikation des Mitarbeiters mit seinem Unternehmen und letztendlich zu einer höheren Produktivität führt.

Alexander Fischer von Mollard, Leser

Agil ist nicht stabil

Agile Arbeitsansätze sind nach wie vor der letzte Schrei in vielen Unternehmen. Scrum, Kanban, immer schön ergebnisoffen denken und um Gottes Willen nicht den nächsten Sprint verpassen. Die Aufgaben sind klar verteilt: Der Product Owner lenkt, der Scrum Master bewertet, der Team Coach baut auf, der Tribe schafft weg. Arbeit als Rollenspiel. Zielsetzung als basisdemokratisches Miteinander. Produkte schnell und effizient umsetzen: Ein trefflicher Ansatz und Basis des betriebswirtschaftlichen Denkens. Im operativen Tagesgeschäft aber tritt oftmals Ernüchterung ein: Zeit geht vor Qualität, Zielerreichung vor Innovation. Meiner Meinung nach löst agiles Arbeiten die Probleme eines Unternehmens nicht, zeigt sie aber zumindest auf. In vielen Fällen schafft sie auch welche.

Annika Meyer, Leserin

Gute Manieren am Arbeitsplatz

Arbeitsplatzkultur ist etwas sehr wünschenswertes. Insbesondere, wenn ich mich in ein Großraumbüro imaginiere und den Kollegen sehe, der nie aus dem Glas trinkt, sondern immer aus der PET-Flasche, die sich vor jedem absetzen zusammenzieht und dann geräuschvoll wieder ausdehnt. Ich sehe Männer in kurzärmligen Hemden und Kollegen, die ihr Mittagessen über der Tastatur hängend einnehmen. Ich bin für mehr Kultur am Arbeitsplatz!

Clemens Kühlem, Organisationsberater

Am längeren Hebel

Man kann Arbeitsplatzkultur nicht nicht beeinflussen – klingt logisch, ist aber so längst nicht allen klar: So wie gute Ehen nicht vom Himmel fallen, so ist gute Arbeitsplatzkultur kein Zufall. Alle in der Organisation beeinflussen die Arbeitsplatzkultur – immer, von Dienstbeginn bis Dienstende. Die Hebel der Führungskräfte sind dabei allerdings deutlich länger – ergo ist auch ihre Gestaltungsverantwortung größer. Viele Führungskräfte beherrschen die Disziplin der Kulturgestaltung und agieren kulturbewusst und sicher. Sie kombinieren Kulturarbeit als Erfolgsfaktor geschmeidig mit ihren anderen Aufgaben. Andere erkennen zwar das Gestaltungsfeld, fühlen sich jedoch unsicher und agieren unbeholfen. Manche fürchten eine Lawine unerfüllbarer Forderungen. Dabei sind viele Verbesserungen weder zeitnoch kostenintensiv und gute Arbeitsplatzkultur zahlt sich aus. Beim Herantasten an das Thema hilft oft schon, die Dinge besprechbar zu machen. Welche Dimensionen oder Kriterien sind hier relevant? Und wo sind wir unterwegs in den einzelnen Kriterien? Welche Erwartungen gibt es, wer kann welche Beiträge leisten? Sehr wichtig ist dabei die innere Haltung, damit Glaubwürdigkeit und Vertrauen entstehen können. Wahrscheinlich haben die, die heute schon gut sind, nur einfach früher angefangen, sich in der neuen Disziplin zu erproben und sind einfach schon weiter in der Lernkurve. Das macht doch Mut, oder?

Anonym, Leser*in

Eine Säule des Erfolgs: Wohlfühlen

Für mich besteht Arbeitsplatzkultur aus dem Platz, an dem Arbeit geleistet wird, und dem Begriff der Kultur. Die Arbeit ist vorgegeben durch die Tätigkeit, für die man bezahlt wird, und diese definiert auch zu einem Teil den Arbeitsplatz. Einerseits gibt es Randbedingungen, die gewisse Dinge verbieten, andererseits sollte es im Interesse einer Firma sein, ihren Mitarbeitern einen Platz mit angenehmer Atmosphäre zur Verfügung zu stellen. Wer sich wohlfühlt, arbeitet gerne und bringt mehr Leistung. Das bedeutet aber auch, dass die Mitarbeiter geschätzt werden und nicht nur ein Kostenfaktor sind. Dabei spielt auch deren Verhalten untereinander eine Rolle und wie mit dem Einzelnen umgegangen wird, auch von Seiten der Vorgesetzten. Wird Kritik akzeptiert oder nicht? Werden bei der Förderung von Mitarbeitern jene bevorzugt, deren Nase dem Chef passt oder bemüht man sich um objektive Kriterien? Ich hatte einmal die Gelegenheit, dem Vortrag eines Personalchefs eines erfolgreichen Unternehmens zu lauschen. Eine seiner Kernaussagen war: „Unser Erfolg gründet sich auf drei Säulen: Kommunikation, Transparenz und Respekt – sowohl innerhalb der Firma als auch nach außen.“ Das beschreibt eigentlich meine Vorstellung von Arbeitsplatzkultur am besten.

Anselm Grün, Benediktinerpater und Autor

Emotionaler Waschsalon

Zur Arbeitsplatzkultur gehört für mich ein menschliches Klima. Ich möchte gesehen werden von meinen Vorgesetzten. Ich möchte nicht nur für meine Leistung, sondern als Person wertgeschätzt werden. Und es gehört Vertrauen dazu. Nur wo Vertrauen herrscht, arbeite ich gerne. Außerdem braucht es eine wohlwollende Atmosphäre. Die entsteht nicht von alleine. Da sind alle Mitarbeiter gefragt, immer wieder ihre Emotionen zu reinigen und sich zu einem grundlegenden Wohlwollen den Mitarbeitern gegenüber durchzuringen. Es braucht in jedem Betrieb einen emotionalen Umweltschutz. Denn oft wird durch negative Emotionen, die wir mit uns tragen, die Umwelt emotional beschmutzt. Dazu braucht es die Sinnhaftigkeit. Ich muss wissen, wofür ich arbeite. Und es braucht eine Atmosphäre von Werten. Werte machen eine Firma wertvoll. Und Werte machen auch einen Arbeitsplatz wertvoll. Zur Arbeitsplatzkultur gehören aber auch äußere Bedingungen. Damit meine ich nicht nur gesunde Voraussetzungen wie genügend Lüftung, Licht und ergonomische Arbeitsmittel, sondern auch eine gewisse Schönheit. Schönheit wirkt heilsam auf den Menschen. Und die Schönheit bewirkt Freude bei der Arbeit. Schönheit zeigt, dass es nicht nur auf die Nützlichkeit ankommt, sondern dass der Mensch in seiner Würde geschätzt wird.

Ute Pannen, Leserin

Arbeit für Urlaub

Gute Arbeitsplatzkultur bedeutet ein gutes Klima, geprägt von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Das gilt für die Kollegen wie auch für Vorgesetzte. Mittlerweile verschwimmen in vielen Berufen Arbeit und Freizeit miteinander, was nicht nur positive Auswirkungen hat. Der Begriff Arbeitsplatzkultur besagt allerdings, dass damit die soziale und kulturelle Praxis an einem Ort gemeint ist. In Zeiten von Home-Office und ständiger Erreichbarkeit per E-Mail und Smartphone müssen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bewusst machen, dass Zeit und Ort der Arbeit nur positiv gestaltet werden können, wenn die Arbeit räumlich UND zeitlich begrenzt ist. Um eine Freundin zu zitieren: „Ohne Arbeit gibt es keinen Urlaub und umgekehrt.“

Evita H., Leserin

Die Regeln bestimmen das Spiel

„Arbeitsplatzkultur“ ist ein sehr abstraktes Wort für das Alltägliche; sie existiert, ohne dass wir sie wirklich wahrnehmen, und ist doch so vielseitig! Unsere eigene Kultur kennen wir alle immer am besten. Sie fließt überall mit ein, ob in unser Privatleben oder in die Arbeit, wie man an einem Beispiel sehr gut sehen kann: In Japan ist es ein gutes Zeichen, wenn man während der Arbeit einschläft. Dort wird es als ein Zeichen dafür gedeutet, dass man gut und schwer gearbeitet hat und zu erschöpft davon ist. Aber in Deutschland? Kündigungsgrund! Und dies ist nur eines von vielen Beispielen. Natürlich hängt die Arbeitsplatzkultur nicht nur von der Kultur eines Landes ab, sie ist auch etwas sehr persönliches und beeinflusst von der Tätigkeit, wie auf dem Bau nie dieselbe Atmosphäre herrschen wird wie im Büro. Und wie gehen Sie mit Ihren Mitarbeitern um? Oder sind Sie gar der*die Chef*in von einem Unternehmen und bestimmen die Spielregeln? Arbeitsplatzkultur kann man immer wieder neu definieren, fest steht nur, woraus sie besteht: aus Kommunikation, Nationalität, der Leitung des Unternehmens und der Frage, was am Arbeitsplatz erlaubt ist und was nicht. Daraus folgt eine Atmosphäre, die für jeden Arbeitsplatz eine ganz eigene Kultur schafft.

Udo Goldstein, Leser

Mit gutem Beispiel vorangehen

Arbeitsplatzkultur bedeutet bei allen Effektivitäts- und Effizienzgedanken, dass der Mensch als Individuum innerhalb einer Organisation wahrgenommen wird. Denn nur bei einer ihm gegenüber gelebten Empathie, Aufmerksamkeit und Wertschätzung, sowohl auf Führungsebene als auch innerhalb einer Gruppe, kann der Mitarbeiter die Leistung erbringen, die auch für das Unternehmen einen Mehrwert in Form von Innovationen und damit betriebswirtschaftlichen Mehrwert ermöglicht. Wobei es Aufgabe der Führungskräfte ist, dieses täglich vorzuleben und auch die Gruppe dazu anzuhalten, sich entsprechend zu verhalten – so schwer das im Alltag auch ist.

Egmont Schlieferbeck, Leser

Pragmatisch sein

Ein Arbeitsplatz muss zweckmäßig sein und das gilt auch für die Arbeitsplatzkultur. Sie muss zu den Personen passen, die sie füllen. Für den einen mag ein klares Regiment mit fixen Regeln und Routinen die ideale Kultur sein, während sich der andere gerne ständig neuen Herausforderungen stellt und sich stets neu erfindet. Wo sich Alpha-Männchen begegnen, muss keine „Bussi-Bussi-Kultur“ eingeführt werden. Wo es auf schnelle Umsetzung ankommt, muss nicht alles ausdiskutiert werden. Wie heißt es so schön: Zu jedem Topf passt ein Deckel. Doch in jedem Fall gehören angemessene Bezahlung und eine Perspektive zu jeder Arbeitsplatzkultur, sonst handelt es sich nur um einen Job – der bedarf keiner Kultur.

Ron Winter, Leser_In

Wie viel Zeit verbringt man am Arbeitsplatz? Kann man die Zeit in der Schule und der Uni auch dazurechnen? Vielleicht die Hälfte seines Lebens, vielleicht mehr geht man an einen Ort, weil man es „muss“. Nine-to-Five ist zu einem Begriff der Abneigung geworden. Wir suchen nach Freiheit, Selbstverwirklichung und unserer eigenen Erfüllung. Das gefragte Wort lässt auf das Bewusstsein hoffen, dass man selbst bestimmen kann, wo man die beste Zeit seines Lebens verbringt. Kultur entsteht wohl, wenn alle mitmachen. In diesem Sinne: Packen wir’s an.

Lisa Trosst, Leser_In

Als Hebamme habe ich festgestellt, wie unterschiedlich die Arbeitsbedingungen an Krankenhäusern sein können. Das fängt damit an, ob man bei Geburten aktiv eingesetzt wird und so auch die Spannung erleben, das Gelernte beweisen und hoffentlich das Glücksgefühl spüren kann, was den Beruf ausmacht. Aber auch das Gehalt sprach dafür, dass ich meinen jetzigen Arbeitsplatz verlassen und wieder in meine alte Heimat Österreich zurückkehren werde. Arbeitsplatzkultur ist so gesehen auch einfach von festgesetzten Rahmenbedingungen eines jeweiligen Landes abhängig.

Dagmar Sengeisen, Leser_In

Es ist schön, wenn man soweit ist, sich überhaupt Gedanken über eine Arbeitsplatzkultur zu machen. Das bedeutet ja, dass Unternehmen sich um Mitarbeiter bemühen, sie halten wollen. Soft Skills spielen dann eine Rolle, wenn es der Wirtschaft gut geht, wenn das Unternehmen floriert. Oder kann man Stolz auf die Leistung des Unternehmens sein, wenn es kurz vor der Insolvenz steht? Kann man Teamgeist entwickeln, wenn klar ist, dass ein Teil der Mitarbeiter entlassen werden muss und man selbst nicht dazugehören will? Will man eine offene Kommunikation, die einem nur sagt, wie schlecht die Lage des Unternehmens ist? Sollen alle Enthusiasmus entwickeln, wenn es keine Aufstiegschancen mehr gibt? Wie war denn die Stimmung in den Unternehmen Ende 2008? Eine Arbeitsplatzkultur ist meiner Ansicht nach dann gut, wenn die wirtschaftliche Lage es zulässt.

Jan-Peter Henz, Leser_In

Ich will in meinem Team keine Grabenkämpfe. Deswegen stelle ich schon beim Einstellungsgespräch Fragen, die mit zeigen, ob ein Bewerber teamfähig ist und man sich mit Respekt begegnen kann. Es sind schließlich erwachsene Menschen, die zwar durch Situationen lernen können, aber ihr Charakter ändert sich nicht mehr. Was nutzt mir ein neuer Mitarbeiter, der dann Teile meiner langjährigen, verlässlichen Belegschaft vertreibt. So sehe ich also die Aufgabe eines Arbeitgebers auch immer darin, für eine solide Substanz im Team zu sorgen.

Alexander Fischer von Mollard, Leser_In

Agile Arbeitsansätze, sind nach wie vor der letzte Schrei in vielen Unternehmen. Scrum, Kanban, immer schön ergebnisoffen denken und um Gottes Willen nicht den nächsten Sprint verpassen. Die Aufgaben sind klar verteilt: Der Product Owner lenkt, der Scrum Master bewertet, der Team Coach baut auf, der Tribe schafft weg. Arbeit als Rollenspiel. Zielsetzung als basisdemokratisches Miteinander. Produkte schnell und effizient umsetzen: Ein trefflicher Ansatz und Basis des betriebswirtschaftlichen Denkens. Im operativen Tagesgeschäft aber tritt oftmals Ernüchterung ein: Zeit geht vor Qualität, Zielerreichung vor Innovation. Darüber hinaus ist. Meiner Meinung nach löst agiles Arbeiten die Probleme eines Unternehmens nicht, zeigt sie aber zumindest auf. In vielen Fällen schafft sie auch welche.

Evita H., Leser_In

\"Arbeitsplatzkultur\" ein sehr abstraktes Wort für das Alltägliche, es existiert ohne, dass wir es wirklich wahrnehmen und ist so vielseitig! Unsere eigene Kultur kennen wir alle immer am besten, sie fließt überall mit ein ob in unser Privatleben oder in die Arbeit, wie man an einem Beispiel sehr gut sehen kann: In Japan ist es ein gutes Zeichen, wenn man während der Arbeit einschläft, dort wird es als ein Zeichen dafür gedeutet, dass man gut und schwer gearbeitet hat und zu erschöpft davon ist aber in Deutschland? Kündigungsgrund! Und dies ist nur eins der vielen Beispiele, natürlich hängt die Arbeitsplatzkultur nicht nur von der Kultur des Landes ab, sie ist auch etwas sehr persönliches und ist natürlich auch beeinflusst von der Tätigkeit wie auf dem Bau nie dieselbe Atmosphäre herrschen wird wie im Büro. Und wie gehen Sie mit Ihren Mitarbeitern um? Oder sind Sie gar der/die Chef/in von einem Unternehmen und bestimmen Sie die Spielregeln? Darf man private Beziehungen mit Kollegen eingehen? Und wie muss man sich in den Mittagspausen verhalten? Es gibt so viele unbeantwortete Fragen und man kann diese immer wieder neu definieren, es ist kaum zu definieren dieser Begriff: \"Arbeitzplatzkultur\", man kann nur sagen woraus er besteht: Kommunikation, Nationalität und der Leitung des Unternehmens, was am Arbeitsplatz erlaubt ist und was nicht. Daraus folgt eine Atmosphäre, die nicht zuletzt für jeden Arbeitsplatz seine ganz eigene Kultur schafft.

ohne Namensnennung, Leser_In

Was bedeutet Arbeitsplatzkultur – Für mich Das Wort Arbeitsplatzkultur hat zunächst mehrere Bestandteile: Die Arbeit, der Platz an dem diese geleistet wird und den Begriff der Kultur. Die Arbeit ist vorgegeben durch die Tätigkeit, für die man bezahlt wird und diese definiert auch zu einem Teil den Platz an dem die Arbeit stattfindet. Aber hier gibt es –natürlich- auch Unterschiede: Ein Mechaniker kann z. B. in einer zugigen, schmutzigen Halle arbeiten oder an einem Platz mit „Wohlfühl-Ambiente“, ähnliches gilt für Büros. Einerseits gibt es Randbedingungen, die gewisse Dinge verbieten (die Anwesenheit von Haustieren oder Musik z. B.), andererseits ist (oder sollte) es im Interesse einer Firma sein, Mitarbeitern einen Platz mit angenehmer Atmosphäre zur Verfügung zu stellen. Der Hintergedanke dabei ist: Wer sich wohlfühlt, arbeitet gerne und wer gerne arbeitet bringt auch mehr Leistung. Damit wären wir eigentlich schon beim Thema Kultur: Eine angenehme Atmosphäre impliziert auch den Betroffenen, dass sie geschätzt werden und nicht nur ein Posten auf der Liste der Unkosten sind. Außer den beschriebenen Randbedingungen spielt aber noch ein wesentlicher Faktor eine Rolle: Die Menschen am Arbeitsplatz bzw. deren Verhalten untereinander. Wenn ein Krawattenträger einer Putzfrau, die x Hierarchie-Ebenen unter ihm angesiedelt ist, am Gang begegnet, grüßt er sie oder nicht? Wie verhalten sich die Kollegen im Großraumbüro, wird Rücksicht genommen, z. B. in Bezug auf vermeidbare Störungen, Ordnung, Beleuchtung, Belüftung etc.? Wie wird mit dem Einzelnen umgegangen, auch von Seiten des/der Chef(s). Wird Kritik akzeptiert oder nicht? Wie sieht es mit der Förderung der Mitarbeiter aus, nur wenn dem Chef „die Nase passt“ oder bemüht man sich um objektive Kriterien? Vor langer Zeit hatte ich die Gelegenheit, dem Vortrag eines Personalchefs eines erfolgreichen Unternehmens zu lauschen. Eine seiner Kernaussagen war: „Unser Erfolg gründet sich auf drei Säulen: Kommunikation, Transparenz und Respekt – sowohl innerhalb der Firma als auch nach außen“. Das beschreibt eigentlich meine Vorstellung von Arbeitsplatzkultur am besten.

Walter Freudenstein, Leser_In

Respekt und Verlässlichkeit.. sind die Grundpfeiler jeglicher Arbeitplatzkultur: Respekt gegenüber dem Mitarbeiter, seiner Arbeitsleistung und seinen Lebensumständen (Kinder, Krankheit, Urlaub). Verlässlichkeit in Bezug auf die Regeln, die Aufgabendefinition und die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Nichts ist schädlicher als häufige Strukturänderungen, Wechsel des Aufgabengebietes oder Unsicherheit des Arbeitsplatzes.

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