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Wo bleibt der Genuss?

Selten geben wir und mit allen Sinne etwas hin. Dagegen wird ein Genussmittel allzu schnell zum Rauschmittel. Ist es die Muße, die uns so oft fehlt? Wie genießen Sie?

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Peter Burgard, Leser_In

Auf der Strecke der Jagd nach viel und billig.

Brigitte Bonifer, Leser_In

Der Genuss bleibt nicht auf der Strecke: er ist nah und gehört zum Alltag: Selber kochen, viele Gemüse, frische Zutaten und ich weiß, was drin ist! Dazu ein leckeres Glas Wein, Genuss im Alltag!

Franziska Wolffheim, Leser_In

Man kann Schokolade sehr langsam essen, sozusagen in Zeitlupe. Man lässt ein Stück auf der Zunge zergehen, wartet ab, wie es langsam schmilzt, schmeckt immer wieder hin und versucht, möglichst genau den Geschmack zu bestimmen. Blumig, nussig, karamellig, würzig? Wie hoch ist der Kakaogehalt? Probiert man erst ein Stück mit 35 und danach eines mit 75 Prozent Kakao, ist das wie Wechselduschen: Der Unterschied ist krass. Die Spanne zwischen süß und bitter erweist sich als immens. Man könnte sogar über den Geschmack von Schokolade meditieren, ganz fokussiert, ohne währenddessen andere Reize aufzunehmen. Dabei verstreichen die Minuten, die Schokolade gibt den Takt vor, man braucht eben so lange, bis sie geschmolzen ist. In dieser Zeit hätte man auch eine ganze Tafel Schokolade essen können oder sogar zwei. Aber warum? So ist es doch viel schöner, und der Magen ist kaum gestört in seiner meditativen Ruhe.

Stephan Averdung, Leser_In

Der Genuss bleibt da, wo ich genieße, mit der Familie Ruhe und Zeit zu haben.

Monika Menzel, Leser_In

Alles hat zwei Seiten, von denen aus man die Dinge betrachten kann. Das bekannte halb leere oder halb volle Glas. Ein tiefsinniger, intellektueller Mann? – Der kann doch nicht mal einen Witz erzählen! Was hat das mit Genießen zu tun? Es ist Abend und meine Kinder liegen im Ehebett rechts und links neben mir, ich in der Besucherritze. Die Vorlesezeit ist gerade vorbei und es beginnt unser Einschlafritual. Wie jeden Abend vergräbt mein Sohn seine Hand in meinen Haaren, zieht an einer Strähne, die er sich um den Finger gewickelt hat. Meine Tochter greift mein Ohrläppchen und knubbelt sich so in den Schlaf. Das kann schon mal dauern. Ich könnte jetzt mit der Tagesschau etwas für meine Bildung tun. „Mein Abend ist mir heilig. Es ist der einzige Moment am Tag, an dem ich für mich Zeit habe.“ Ich habe auch lange so gedacht. Mittlerweile bin ich ganz in diesem Moment, im Hier und Jetzt. Ich konzentriere mich mit allen Sinnen auf die Nähe zu meinen Kindern, auf die weichen Haarstoppeln meines Sohnes, den Geruch, das Schmatzen meiner Tochter. Ich mag es, zu hören, wie ihr Atem gleichmäßiger wird und die Kinder in den Schlaf gleiten. Wie der Griff sich vom Ohrläppchen und aus meinen Haaren löst. Den Beginn des Tatorts habe ich auch verpasst, reinschauen lohnt jetzt nicht mehr. Doch der Tatort läuft auch noch in 10 Jahren und die Tagesschau hole ich morgen früh im Auto mit der Presseschau nach. Die Zeit mit den Kindern ist kostbar. Oxytocin ist mein Rauschmittel.

Nessa Altura, Leser_In

Wo bleibt der Genuss? Der höchste Genuss ist das, was auf das Ausschalten von permanenter Anregung folgt. Letztere nämlich macht die Sinne stumpf. Langeweile ist der Auslöser von Kreativität. Und die zulassen zu können ist Genuss.

Anonym, Leser_In

Ich genieße, wenn ich mit nahe stehenden Menschen etwas ganz alleine genießen kann: Das Baden in einem stillen menschenleeren Moorsee, der Besuch von Museen, wenn wenn so gut wie keine Besucher sich in den Ausstellungen befinden, die drängeln laut kommentieren und einfach nur stören, oder Wanderrn in den Bergen und die Gipfel und Fernsicht genießen, ein gutes Essen mit Freunden und Freundinnen mit raffinierten Zutaten, deren Aromen nachgespürt werden kann, etc.

Claudia Heinrich, Leser_In

Schon Paracelsius sprach von der richtigen Ration der Dinge. Genussmittel...? Heute nur noch in extremen Sprachwendungen zu finden: Saufen, Quarzen und eh alles Sucht!

Claudia Heinrich, Leser_In

Der Genuss bleibt meistens versagt und er wird gesellschaftlich gerade abgeschafft. Es gibt nur noch Arbeit, Karriere,Fitness und Gesundheitswahn und das Altern wird verzögert, solange, bis der Tod heilbar ist. Darüber wird das LEBEN und der Genuss dessen und aller Dinge, die das LLEBEN ausmacht völlig vergessen. Schade, aber auch gut, dass ich der Generation angehöre, die noch genießen kann!

Klaus Katzenberger, Leser_In

Ganz individuell, mit anderen etwas schönes teilen, ein Erlebnis, ein Essen gemeinsam zubereiten und verzehren. Dabei spielt schon auch ein entspanntes Zeitverständnis eine große Rolle.

Markus Klemenz, Leser_In

Slow food, vegan leben und/oder Fleisch vom Bauern deines Vertrauens, heimischen Wein geniessen, wandern vor der Haustür (wir leben an einem Mittelgebirge), kochen mit Freunden und Kindern. Aber bitte: Küssen mit der (seit 20 Jahren) Liebsten ist immer noch Rausch, und mehr…

Erika Altmann, Leser_In

Da ich nicht mehr berufstätig bin, genieße ich, daß ich gesund bin und sehr gut meine Grenzen wahrnehmen kann was Alkohol und Essen betrifft. Der Verzicht gibt mehr Raum für Muße.

Karsten Holzner, Leser_In

Ich mache regelmäßig einen Termin mit mir selbst! Denke nach was gut, was schlecht läuft, setze negativen Gedanken gezielt positive entgegen und genieße diese. Einmal die Woche gönne ich mir etwas Besonderes: Lieblings-Café, Konzert, Theater oder Einkaufsbummel.

Sven Kaatz, Leser_In

Genießen ist immer subjektiv. Ich für meinen Teil genieße es, wenn ich Zeit finde, zur Ruhe zu kommen und den Alltag Alltag sein zu lassen. Dabei kann ich mich erden und mir bewußt machen, was ich eigentlich im Leben anstrebe. Danach habe ich wieder Kraft für neue Herausforderungen. Wenn das kein Genuß ist.

Heiner Kausch, Leser_In

Wohl dem, der eine Passion, eine Leidenschaft hat, oder sogar zwei, vielleicht sogar drei. Ich kann auch mit 70+ Jahren noch genießen, wenn ich aktiv die Augen schließe und dann passiv mich in oder von meiner Lieblingsmusik versenken lasse. Oder wenn ich mein Segelboot so getrimmt habe, dass ich - jetzt ohne in der Tiefsee zu versinken - von der Naturgewalt Wind über die Ostsee getrieben auf den Wellen ins Gleiten gerate. Da rauscht dann nicht nur das Meer, da rauscht`s auch in mir. Genuss stellt sich bei mir dann ein, wenn ich durch eine meiner Leidenshaften in eine Trance gerate, die mich für einen Zeitraum aus dem Alltag entführt und meine Genusssaiten in Schwingungen versetzen. Da hab ich ihn dann, den Genuss, der über die Trance hinaus ein wenig weiter wirkt und mich motiviert, meine Leidenschaften auch jetzt noch (im Alter) zu pflegen, sowei ich dazu in der Lage bin.

Rainer Baudermann, Leser_In

Für mich ist mein Fahrrad und seine Betätigung immer wieder ein Genuss. Selbst wenn ich mal weniger Lust und Motivation habe: Sobald ich aufgestiegen bin und die ersten Kilometer hinter mir habe, wird mir warm und auch an stressigen Tagen kommt automatisch ein Wohlgefühl auf – und die Erkenntnis: (Körperliche) Anstrengung und seelischer Genuss liegen oft nah beieinander.

Jürgen Simon, Leser_In

Genuss ist für mich mit Zeit und Hingabe verbunden. Bin ich allein im Wald oder in der Natur, gebe ich mich mit allen Sinnen hin, sehe, höre, rieche und staune. Außer dem Genuß der Stille genieße ich aber auch immer wieder Musik, weil ich auch beim Musikhören wunderbar zur Ruhe und zum Ineehalten komme.

Herberrt, Leser_In

Die Frage macht mir bewusst: Dümmer dich um das Genießen.

Wolfgang Unglaub, Leser_In

Wer auch immer gesagt hat \'Wer nicht zu genießen vermag, der wird ungenießbar\', er hat definitiv recht. Genießen hat viel mit Muse, mit Innehalten, mit Konzentration, mit Abkehr vom Alltag zu tun. Dazu sind viele Menschen nicht (mehr) fähig. Ein Verlust, der mit dem Verlust von Lebensqualität einher geht...

Dieter Burghaus, Leser_In

Genuss setzt die Kenntnis der Grenze zwischen Großzügigkeit und Verschwendung voraus.

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Was definiert unseren Stil?

Der Architekt in schwarz gekleidet, der Boxer vollkörpertätowiert und der Mittsechziger im Rausch seiner Jugendmusik. Alles nur Klischees? Verraten Sie uns, was Ihren Stil prägt.

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Merel Biebel, Leser_In

Stil hat vor allem etwas mit der eigenen inneren Haltung zu einem selbst zu tun. Stil zu haben bedeutet sich selbst zu kennen und erfordert persönliche Reife, dann überträgt sich diese Haltung auch nach außen. Guter Stil drückt aus, wie man sich selbst nach außen hin präsentiert, auch wie man sich zu artikulieren vermag, aber ebenso welche Entscheidungen man sich traut zu treffen und wie bewusst man sich zu eben diesen bekennt. Sich zu zutrauen individuell und eigen zu sein, selbstbestimmt und präsent zu sein. Stilvolle Menschen, die mich vor allem im Heranwachsen beeindruckten, waren durch ihre Ausstrahlung und ihr Verhalten oftmals anders als die Masse und in ihrem \"in-sich-ruhen\" auf eine unbeängstigende Art überlegen, da es ihnen unwichtig erschien, wie andere urteilen. Ein schöner Ausdruck von Stil ist Mode, Design, Kunst, Musik, Essen und Sprache und die Neugierde diese immer wieder und in verschiedenen Kulturkreisen neu für sich zu entdecken und zu interpretieren. Mode, eine für mich wichtige Ausdrucksform ist wie Musik, nicht jedes Stück passt zu jeder Stimmung und zu jedem Anlass. Stil erfordert die Wahl und eben auch das Selbstbewusstsein sich mit der nicht optimalen Wahl im Einklang zu befinden und sich offensichtlich damit gut zu fühlen.

Peter Burgard, Leser_In

Dass wir ihn verloren, den Verlust noch nicht bemerkt haben, folglich auch noch nicht auf dem Fundbüro waren.

Brigitte Bonifer, Leser_In

Unser Stil? Meinen Stil definiere ich selbst und weiß, denke ich, inzwischen recht gut, was ich will und was zu mir passt. Anders fühle ich mich nicht wohl und das wäre schlecht!

Beate Martin, Leser_In

Mein Stil ist geprägt durch Form, Farbe, Funktion und ob mich etwas ästhetisch anspricht. Mein modischer Stil ist auch geprägt durch die Qualität des Materials und der Verarbeitung. Manchmal ist es aber auch ein Bauchgefühl, das nicht so einfach zu erklären ist, z.B. in der Kunstbetrachtung. Da folge ich nicht der Maxime \"Kunst kommt von Können\".

Lena Dietz, Leser_In

Ich versuche nicht jeder neuen Mode hinterher zu rennen, sondern das zu finden, was meiner Persönlichkeit entspricht und sie positiv unterstreicht. Mode soll zu mir passen und mich schöner machen. Den eigenen Stil zu finden, ist nicht einfach. Was hab ich nur als junges Mädchen alles ausprobiert auf der Suche nach meinem Stil – ganz furchtbare Dinge, z.B. schulterfreies Kleidchen mit Stöckelschuhen, Stilmix mit DocMartins und Minirock, etc… Das optimale Ergebnis – also der Stil, der zu einem passt und uns glücklich macht – ist oft jahrelanges mühseliges Ausprobieren. Erkennen, was zu einem passt und was nicht, ohne sich verstellen zu müssen – das ist es, was einen guten Stil ausmacht.

anonym, Leser_In

Stil bedeutet, sich frei zu machen von externen Zwängen und schöne bzw. praktische Dinge ungezwungen und modisch zu kombinieren.

Nessa Altura, Leser_In

Was definiert unseren Stil? Der erste und der letzte Eindruck seien entscheidend, heißt es. Der erste ist wahrscheinlich optisch - da zähle ich auf den kleinen, feinen Stilbruch in der Gesamterscheinung. Und der letzte? Zum Stil gehören auch Manieren, Takt und Ton. Die nehmen Bezug auf das Gegenüber.

Anonym, Leser_In

Elegant und schlicht, reduziert. Nicht grell sondern stimulierend und harmonisch mit einem kleinen Widerspruch.

Eva Lücke, Leser_In

Ich denke, unser Stil wird, ob nun mit oder ohne Absicht von der jeweiligen Moderichtung beeinflußt. Schließlich kleidet sich ja niemand mehr so, wie in den goldenen 20er Jahren. - Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen und fast solange, wie ich zur Schule ging (bis 16/17 Jahre) hat meine Mutter, die Schneidermeisterin war, für mich genäht. Ich hatte mich also daran gewöhnt, \'Einzelstücke\' zu tragen. Darauf habe ich auch später Wert gelegt, soweit es mein Konto zuließ. Natürlich ziehe ich auch heute als Rentnerin noch Jeans und T-Shirts an, aber wenn ich eingeladen bin oder ausgehe, achte ich immer darauf, dass ich meinen bevorzugten Stil \'schlichter Eleganz\' einhalte, auf jeden Fall meinem Alter entsprechend gekleidet bin, nicht unmodisch oder farblos, jedoch nicht etwa mit Super-Minirock oder hauteng oder durchsichtig. Das war auch früher nicht so meine Richtung. Gern habe ich aber jede Mode mitgemacht, sofern sie mir gefallen hat.

Klaus Katzenberger, Leser_In

Bitte keine Schubladen mehr wie in Ihrer Frage. Stil ist individuell, ja auch 60 jährige hören R and B die Musik der eigenen Kinder. Warum nicht? Schließlich haben die Kinder ja auch mit der Musik der Eltern zu hören begonnen. Auch Rentner tragen Farben, nur gut dass die grau, beigen Damen und Herren immer weniger werden. Also bei Stil Mut zum eigenen Geschmack ein ganzes Leben lang. Damit ist sicher auch Wolfgang J. einverstanden.

Markus Klemenz, Leser_In

Stil ist bewusst kleiden, lesen und politisch bilden, mit Freunden Politik diskutieren, Musik hören und tolerieren, tolerante Ideale bilden und vorleben, kritik äussern und vertreten.

Erika Altmann, Leser_In

Mein eigener Stil wird durch innere Haltung geprägt. Da ist kein Platz für Klischees.

Heiner Kausch, Leser_In

Das frag ic h mich selber des öfteren, was denn mein Stil ist.. Eine Stilikone bin ich ganz sicher nicht, zumindest wüsste ich nicht, für was bzw. wen. Allenfalls für Gleichaltrige um die 70 Jahre, die es ebenfalls als etwas daneben erachten, sich als \"Berufsjugendliche\" zu gebärden. Nein, aber sicher keine Ikone! Das bedeutet für mich andrereseits nicht, dass ich mein Alter überbetone. Also: Ich lege Wert auf gepflegtes Aussehen, eher zeitlose, klassische Kleidung. In Gesprächen etwas \"weise\" wirken (Lebenserfahrung!) und ruhig mich zu beteiligen. Sicher understatement, was meine materiellen Attribute ( z.B. Auto, Wohnsituation und Einrichtung ) betrifft. Meine narzistischen Stilmerkmale, die ich gerne bei Gelegenheit \"anbringe\", beziehen sich auf Gebiete wie Internationalität ( relativ viel Übersee-Erfahrung), Literaturkenntnisse, zumindest Basisfakten bürgerlicher und politischer Bildung. Damit will ich punkten. Ob es mir gelingt, nicht angeberisch zu wirken? Darauf achte ich zumindest und hoffe auf Selbstkontrolle. Zusammengefasst: Stil äußerlich eher unauffällig, also kein besonderer. Im Auftreten Versuch weltmännisch - gebildet - vielseitig interessiert zu wirken. Und (noch) nicht zum Alten Eisen zu gehören, auch körperlich entsprechend noch konfiguriert. Halt ein typischer neuer 70er, der wie ein früherer 50er wirken möchte. Kann man das als Stil bezeichnen?

Dr. Michael Gläser, Leser_In

„Stil“ kann mehreres bedeuten: mein Aussehen, mein Verhalten, meine Art zu schreiben und vielleicht noch anderes. Nehmen wir mal mein Aussehen, wenn ich meine Wohnung verlasse oder zu Hause Gäste habe. Im Laufe meines Lebens hat es sich natürlich geändert. Je älter ich wurde, desto bewusster habe ich auf mein Aussehen geachtet. Das heißt aber nicht, dass ich mich immer raffinierter gestylt habe. Ich fange mal mit dem rein Körperlichen an. In den sechziger Jahren fühlte ich mich mit den Anhängern der Studentenrevolte verbunden und ließ mir einen Bart wachsen. Meinem Vater gefiel das überhaupt nicht, also musste der Bart wieder runter. Erst als ich dann mein erstes Geld verdiente und von ihm unabhängig war, ließ ich ihn wieder wachsen. Zuerst war es ein mittellanger Vollbart. Für kurze Zeit habe ich die Backen frei rasiert, es dann aber wieder wachsen lassen. Dahinter stand auch eine gewisse Bequemlichkeit, die mich vom täglichen Rasieren befreite. Dagegen stand allerdings die Pflicht, den Bart sauber zu halten. In den 80er Jahren – ich lebte damals in Frankreich – sah ich einen französischen Minister mit einem sehr kurz gehaltenen Vollbart, vielleicht 5, höchstens 10 Millimeter. Er sah damit verdammt gut aus. Das war für mich der Anlass, mir einen elektrischen Bartschneider zu kaufen und meinen Bart einmal wöchentlich auf ebendiese Länge zu stutzen – bis heute. Erst wenige Jahre später kam die Mode des Drei-Tage-Barts auf, die ich jedoch nicht kopieren wollte. Einen Modestil zu kopieren hasse ich eigentlich. Nun die Haare: In meiner Studentenzeit (60er Jahre) ließ ich mir die Haare lang wachsen, zunächst noch mit Scheitel. Als sich mein oberes Haar beträchtlich lichtete, entschloss ich mich für den Mittelscheitel. Die Art mancher Zeitgenossen, sich die Haare von dem immer weiter zur Seite rutschenden Scheitel über die Glatze zu kämmen, fand ich aberwitzig und abgrundhässlich. Als ich dann den Bart auf 5 bis 10 mm stutzte, habe ich mit dem Bartschneider auch gleich die verbleibenden Kopfhaare auf dieselbe Länge gekürzt – bis vor kurzem. Seit einem Monat lass ich die Haare wieder wachsen und warte ab, wie das vielleicht in ½ oder einem Jahr aussehen wird. Harald Schmid hat das ja auch mal gemacht. Falls es bei mir wie bei Guildo Horn aussehen wird, könnte es vielleicht so bleiben. Auf meiner letzten Pauschalreise (Rom) war eine Frau mit Haaren, die bis zu ihrem Gesäß reichten. Ich fragte sie, wie lange sie darauf warten musste, weil ich das auch vorhabe. Sie wusste es nicht, meinte aber, nach 10 Jahren könnte ich ja mal nachmessen. Der Rest des Körperlichen wären die Fingernägel. Seit ich ein Haus mit Garten besitze bzw. bearbeite, schneide ich sie immer sehr kurz und kontrolliere sie täglich auf ihre Sauberkeit. Das ist nun wohl schon viel zu lang für das +3 Magazin. Aber die Kleidung muss auch her. Auch mein Stil, mich zu kleiden, hat sich im Laufe meines Lebens gewandelt. Ich war natürlich immer auf die im Handel verfügbaren Waren angewiesen wie zum Beispiel die albernen Schlaghosen in den 70ern. Aber ein wenig Spielraum verblieb mir dennoch. Schon in jungen Jahren hatte mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht, dass ein Hemd immer sehr gut aussieht, auch in der Freizeit. Eine Kravatte habe ich im Berufsleben nur dann getragen, wenn es nicht zu vermeiden war. Erst jetzt, im Ruhestand, trage ich auch öfter mal ein schwarzes Polohemd oder auch ein schwarzes Hemd. Aber letzteres kommt mir manchmal vor, wie eine Stilkopie von Architekten oder anderen Künstlern. Blue-Jeans trage ich schon lange nicht mehr, sondern nur noch schwarze Jeans, mit Vorliebe die ganz schmalen und elastischen. Das hat auch praktische Gründe, denn ich fahre oft und gerne Fahrrad. Als sich meine Haare lichteten, brauchte ich in der kalten Jahreszeit eine Kopfbedeckung. In den 70er Jahren war es eine Schiebermütze, über die sich damals manche lustig gemacht hatten. Sie war für mich auch ein Zeichen meiner politischen Einstellung. Bei einigen Kollegen nannte man mich deshalb Thälmann. Irgendwann war diese Zeit vorüber und ich trage seit Mitte der 80er Jahre einen richtigen, meist schwarzen Hut. Anfangs wollte man mich mit Udo Lindenberg vergleichen, der aber nicht gerade zu meinen Favoriten gehört. Nach der Wende im Osten, wollte mir einer meinen Hut abkaufen. Seit kurzem habe ich mich entschlossen – wieder aus praktischen Gründen – öfter auch eine Schirmkappe zu tragen. Sie schützt die Glatze vor Kälte und vor allem die Augen vor der Sonne. Inzwischen besitze ich rund 10 Stück in Schwarz, Grau und Rot, drei sogar mit Ohrenklappen für den Winter. Meine Hutsammlung umfasst übrigens ca. 50 Stück, von schwarz über braun, grün, rot, beige und weiß. Nun die Schuhe. Mit Schuhen habe ich das Problem, dass es von 33 Sorten mal eine gibt, die an meine Füße passen. So ist die stilistische Auswahl sehr eingeschränkt. Seit etwa 2 ½ Jahren trage ich ein preiswertes Modell, das das bequemste meines Lebens ist. Ich jogge damit und trage sie auch sonst fast täglich. Auf meinen letzten Reisen, bei denen ich oft den ganzen Tag herumgelaufen bin, trugen sie sich, ohne meine Füße auch nur im Geringsten zu drücken, einzuengen oder ihre natürliche Funktion irgendwie zu behindern. Nur bei Regen trage ich andere, da sie nicht wasserfest sind. Der Sohle habe ich bereits das Profil abgelaufen und Steine haben Löcher eingegraben. Je länger ich sie trage, umso bequemer werden sie. Wie sie aussehen? Gelbe, an den Seiten hochgezogene Sohle, oben dunkelgraues Kunstgewebe, schwarze Schnürsenkel. Zum Glück hatte ich damals ein zweites Paar gekauft für den Fall, dass das erste irgendwann auseinanderfällt. Für besondere Anlässe habe ich noch ein schwarzes, aber auch bequemes Paar aus Elchleder, mein teuerstes Stück. Diese Marke soll auch Altbundeskanzler Kohl getragen haben, aber das erfuhr ich erst später.

Herbert, Leser_In

Meine Person definiert meinen Stil. Es ist das Resultat der Umwelteinflüsse auf mich und meine eigenwillige Eigenart.

Wolfgang Unglaub, Leser_In

Unsere Aussendarstellung reflektiert unsere Innenwelt. Das nennen wir \'Stil\'. Sind wir uns unserer Innenwelt nicht bewusst, so müssen wir unsere Aussendarstellung inszenieren. Was manche dann für \'Stil\' halten, ist schlicht lediglich Inszenierung...

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Wie egal ist uns der Klimawandel?

„Hast du schon gehört, die Welt geht vielleicht unter?“ – „Ja, hab ich. Wollen wir heute essen bestellen? Ich hab keine Lust zu kochen.“ Stößt die drohende Klimakatastrophe auf taube Ohren?

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Albert Hartl, Leser_In

Der Klimawandel ist mir nicht egal. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten politisch auf Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer einzuwirken, dass sie nicht nur von Gegemaßnahmen reden, sondern ihre Unterstützung der fossilen Kraftwerke und die Blockadehaltung gegen die erneuerbaren Energien zurücknehmen.. Wer das als zu naiv sieht, sollte sich bei Nichtregierungsorganisationen und online-Portalen umsehen. Da engagieren sich immer mehr Menschen, denen der Klimawandel nicht egal ist.

Wolfgang Millauer, Leser_In

Ich beziehe mich auf den Kurzbeitrag von Mojib Latif \"Mathe lügt nicht\". Hierin wird die Behauptung aufgestellt, dass die einzige Unsicherheit in den Voraussagen über eine zu befürchtende globale Erwärmung in der Abschätzung der Menge der zu erwartenden CO2-Ausschüttung besteht. Genau das geht aber doch an der Wahrheit vollständig vorbei. Die Wahrheit ist, dass man bis heute den quantitativen Einfluss von CO2 auf die Erderwärmung, die sog. CO2-Sensitivität überhaupt nicht kennt. Alle Versuche diese über Modelle voraus zu berechnen, sind doch kläglich gescheitert. Kein Modell konnte den Erwärmungsstillstand, den wir nun schon seit vielen Jahren haben, vorhersagen. Vieles von dem, was da an Prognosen bisher in die Welt gesetzt wurde, zum Teil meist Panik erregend, musste doch schon korrigiert werden. Frühere Prognosen für Jahre, die inzwischen schon der Vergangenheit angehören konnte man doch klanglos in die Tonne treten. Die gesamte Atmosphärenphysik ist viel zu komplex und in vielen Details bis heute unverstanden um eine Temperaturentwicklung bis zum Ende des Jahrhunderts zu prognostizieren. Genau solche Veröffentlichungen wie diese hier sind es, die mich gegenüber dieser sog. Wissenschaft und auch gegenüber solchen Wissenschaftler so maßlos misstrauisch machen. Da glaub ich kein Wort mehr. Klar, \"Mathe lügt nicht\", Klimawissenschaft ist aber auch keine Mathematik.

Lena Petri, Leser_In

diesen Herbst bin ich aus der Nähe von Frankfurt am Main nach Berlin gezogen, um dort Nachhaltiges Management an der TU Berlin zu studieren. Mir ist der Klimaschutz unglaublich wichtig und es sollte meiner Meinung nach im Kopf eines jeden Bürgers verankert sein, auf seinen Konsum zu achten und den Klimawandel nicht noch weiter voran zu treiben. Umso enttäuschter bin ich deshalb von den meisten meiner Mitmenschen, sieht man doch auf den Straßen fast jeden mit umweltschädlichen Plastiktüten herum laufen und viele Leute selbst die kleinsten Strecken mit dem Auto fahren. Irgendetwas muss sich grundlegend in den Verhaltensweisen der Menschen verändern, sonst sehe ich schwarz für das Erreichen des 2-Grad-Ziels. Nicht nur auf großer Ebene, etwa mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, muss Klimaschutz geschehen, sondern auch bei jedem unserer Mitmenschen zuhause. Hoffentlich wird bald eingesehen, wie wichtig es für die nächsten Generationen ist, unsere Welt nicht noch weiter zu zerstören und es wird nicht mehr so egoistisch und rücksichtslos gehandelt. Ich finde es toll, dass Sie mit Ihren Veröffentlichungen die Menschen zum Denken anregen. Weiter so!

Rita Schäfer, Leser_In

Der Klimawandel ist mir keineswegs egal, weil seine Folgen bereits jetzt Menschen im südlichen Afrika vor große Herausforderungen stellen, wie die Informationsplattform Africanclimatevoices dokumentiert. http://africanclimatevoices.com/ Hier kommen Afrikanerinnen und Afrikaner unterschiedlicher Herkunft und aller Altersgruppen zu Wort.

Peter Burgard, Leser_In

Aber was soll man machen, wenn man sein Kind selbst im Sommer nur mit einem Geländewagen in den Kindergarten bringen kann?

Sigrid Schulze, Leser_In

Den Klimawandel zu ignorieren ist eine Frage der Bildung, d.h. des Wissens um Zusammenhänge der Natur. Zugleich ist es das Ergebnis dessen, die eigene Natur zu ignorieren. Dies ganz konkret verstanden - da sich die Menschen in Industrienationen kaum noch als ein Teil der Natur begreifen - und auch im übertragenen Sinn gemeint - da sich viele der eigenen Bequemlichkeiten und eigenen Muster, der eigenen \"Natur\" zu wenig bewusst sind. Wenn ich sage, dass es eine Frage der Bildung sei, den Klimawandel zu ignorieren, meine ich, dass nicht jeder in der Lage ist, sich mit einer gewissen selbstkritischen Distanz zu sehen, sich also auch in einen historischen bzw. in einen geografischen Vergleich zu setzen. Die Fragen danach, wie meine Urgroßeltern gelebt, sich ernährt, gekleidet, gepflegt haben und dabei ein für ihr Verständnis gutes, verantwortungsvolles Leben führten, kann ein Korrektiv für eigene Gewohnheiten sein. Das Gleiche gilt für die Frage, wie Menschen, die in einer anderen Klimazone als Mitteleuropa ein gutes, verantwortungsvolles Leben gestalten und sorgen und für Nachhaltigkeit sorgen? Das Verständnis für die Ökonomie der Natur und ihr Potential an Nachhaltigkeit ist uns weitgehend abhanden gekommen. Nur wenige leben noch in engem Kontakt mit den Pflanzen oder Tieren, dem Gebirge oder der See, den Wiesen oder dem Wald. Vielmehr verstehen wir den Menschen zunehmend als ein Objekt der Mode oder als Akteure der Geldwirtschaft, nicht als Teil einer zu respektierenden und zu schützenden Natur. Wer sich Essen bestellt, wer kochen lässt und liefern lässt, war früher ein mächtiger, reicher Mensch. Durch das Internet beschäftigen wir heute, ohne mächtig und reich zu sein, die ganze Welt zur Befriedigung unserer Bedürfnisse - essen, lesen, einer Melodie zuhören. Sind wir so weltbewegend? Natürlich nicht! Und trotzdem üben wir Macht aus, zerstören Ökonomien, betreiben enormen Aufwand mit uns! Wo bleibt die Phantasie, der Wille zur Freiheit, zur Unabhängkeit? Wo die Freude an Individualität, an Intimität?

Brigitte Bonifer, Leser_In

Mir ist der Klimawandel nicht egal - Daher versuche ich, da wo ich Einfluss nehmen kann, entsprechend zu handeln. Wenn das jeder an seinem Platz Tür, erreichen wir, dass uns der Klimawandel etwas angeht, ziemlich viel!

Gerhard Bachleitner, Leser_In

Das Leben ist in einem für heutige Verhältnisse grausamen Klima entstanden. Spätere Klimaänderungen, u.a. durch geologische Vorgänge, haben Evolutionsschübe (nach Auslöschung einiger Arten) hervorgerufen und zivilisatorische Fortschritte ermöglicht. Die letzte große Eiszeit vor 21.000-17.000 Jahren reduzierte den Meeresspiegel um ca. 120 m, Wasser, das ihn nach dem Ende der Eiszeit vor etwa 12000 Jahren natürlich wieder anhob. Damals hätten die heutigen Zeitgeistagenten des Katastrophismus neben ihren Iglus mit Transparenten gestanden \"Rettet die Eiszeit!\" \"Rettet die Landbrücke zwischen Asien und Amerika!\" \"Wein am Rhein - Niemals!\" Natur ist kein zu konservierender absoluter, ewig gültiger Bestand, sondern ein Sortiment wechselnder Gegebenheiten, die ebenso Anpassung heischen, wie sie Umwandlung freistellen. Es kann sinnvoll sein, bestimmten absehbaren Folgen anthropogener Klimaveränderung gegenzusteuern, aber nur nach Maßgabe technischer und ökonomischer Rationalität, was in erster Linie heißt: Verhältnismäßigkeit. Die hierzulande propagierten und politisch oktryierten Klima\"ziele\" sind extrem unverhältnismäßig. Mit exorbitantem Aufwand - Dämmwahn, ökologisch verteuerte Bau- und Industrienormen und Lebenshaltungskosten, teure Photovoltaik auf sonnenarmem Gebiet usw. - werden minimale Einsparungsziele erreicht, während im Rest der Welt vielfach größere Einsparungsziele gar nicht wahrgenommen werden. J. Lovelock rechnete 2007 beispielsweise vor, daß in China alle 5 Tage ein Kohlekraftwerk in Betrieb gehe. In den USA wird nach wie vor ein verlustreiches 110V-Versorgungsnetz betrieben, von der flächendeckenden Verbreitung energiehungriger Klimaanlagen gar nicht zu reden. Die hiesige Hexenjagd gegen \"Klimasünder\" spielt also für das Weltklima nicht die geringste Rolle, dient nur dem in Deutschland eingeübten Wahn (nutzloser) Selbstanklage. Die Deutschen verstehen sich als Selbstbezichtigungsgemeinschaft. Energieverbrauch ist Sünde und darf natürlich nicht nur keine Lust bereiten, sondern nicht einmal rational organisiert werden. Man kapriziert sich in irrationalen Stromsparexzessen. Würde in Deutschland ein Verfahren zur Lösung des Energieproblems gefunden - der grüne Zeitgeist wäre dagegen und würde weiterhin fordern: Energie muß teuer sein. Deutsche wollen die Energiefrage immer als Selbstbestrafung verstanden und behandelt wissen.

Ludger Stroeker, Leser_In

Wir wissen: die großen Einflussfaktoren sind das wirtschaftliche Verhalten von Industrie und Handel, sowie das des weltweiten Konsums, vom Übermaß in den reichen Ländern bis zur reinen Existenzsicherung in der dritten Welt. Steuern könnten die sog. Klimagipfel, bislang mit relativ wenigen konkreten Maßnahmen. Gründe genug, um zu resignieren. Doch individuell können Zeichen gesetzt werden. Beispiel: viele Nebenerwerbslandwirte oder Kleinbauern, die inzwischen ihre Flächen nicht mehr selbst bewirtschaften und an Großbauern verpachtet haben, können ihren Grund und Boden zumindest teilweise in Naturflächen zurückführen (Wald, Wallhecken, Biotope, Streuobstwiesen). Ich hab‘s gemacht und bin täglich froh über das „zurück zur Natur“.

anonym, Leser_In

Überhaupt nicht. Es gibt viel zu viele Dinge, bei denen man sich auf einfacher Weise gegen den Klimawandel einsetzen kann. Dies umfasst u.a. die Autonutzung, die Lebensmittelnutzung (soweit möglich aus der Region) sowie die menschenwürdige und gesunde Herstellung von Kleidung, Spielzeug und Technik. Ziel ist der verantwortliche Konsum.

Erwin Thoma, Leser_In

Irgendwie machen wir die Augen zu - vor Realitäten die längst ablaufen. Aber es wird nicht mehr lange dauern und wir haben keine Wahl des freien Handelns mehr. Der Umbau der Wirtschaft und Industrie in Richtung Kreislaufwirtschaft und CO2 Neutralität ist unaufschiebbar. Das nicht nur aus ökologischen oder philosophischen Gründen. Die Kosten des Klimawandels werden exponentiell steigen und somit unser Handeln in diese Richtung erzwingen.

Nessa Altura, Leser_In

Wie egal ist uns der Klimawandel? Er ist uns nicht egal, aber wir schaffen es nicht, langfristige Ziele zu verfolgen. Was sich nicht unmittelbar politisch auszahlt (die nächste Wahl kommt ganz gewiss), wird nicht gemacht. Aufhalten wird man den Klimawandel so nicht, aber man könnte sich zumindest um Notfallplanungen kümmern, vorbereitet sein, Organisationsstrukturen schaffen. Dass es daran hapert, hat man jetzt in der Flüchtlingsfrage gemerkt.

Anonym, Leser_In

Der Klimawandel ist ein glogales Problem. Eigenverantwortung und Lebensstil müssen subjektiv harmonisiert werden. Das Klima hat sich auf der Erde immer gewandelt und war dadurch der Motor für Veränderung, die Mensch, Tier und Pflanzen nachhaltig verändert haben. Wir können den Ist-Zustand nicht einfrieren, sollten aber auch nicht die Veränderung künstlich beschleunigen. In diesem Dilemma steht jede Entscheidung.

Reinhard Lindenhahn, Leser_In

Es hat schon etwas Widersinniges: Je wärmer es wird, desto dicker wird unser Fell gegen den drohenden Klimawandel. Kaum sind die Medien voll von irgendwelchen aktuellen Ereignissen, schon geraten die wirklich lebensbedrohlichen Entwicklungen auf dieser Erde aus dem Blickfeld. Es ist so bequem, in dem Sinne unmündig zu sein, dass man die Verantwortlichkeiten den Politikern und den multinationalen Konzernen gibt. Dabei gilt heute mehr denn je ein Satz von Bertrand Russell: \"Keiner machte je einen größeren Fehler als jener, der nichts tat, weil er nur wenig tun konnte\".

Karsten Pohl, Leser_In

Uns, also uns allen, so scheint mir, ist der Klimawandel zielmlich egal. Dem einen oder anderen Individuum mag er etwas bedeuten und auch zu verändertem Verhalten führen. Doch wo, bitte schön, bleibt denn der Druck, den wir alle auf die - scheinbar in einer anderen Welt lebenden - Entscheider in Politik und Wirtschaft ausüben können? Die Ursachen sind seit jahzehnten bekannt, doch der eigene Vorteil ist erstmal wichtiger. Ist ja bisher immer noch gut gegangen. Ich habe wenig Hoffung, dass sich generell etwas ändert, bevor es uns klimatisch richtig an den Kragen geht. Nur ein bisschen öfter Radfahren hilft da nicht.

Klaus Katzenberger, Leser_In

Leider sehr egal, dabei denke ich nicht an \"Otto Normalverbraucher\", sondern an die sogenannten Entscheider. Beispiel: VW Abgasskandal, alle Welt spricht von Rückruf, Betrug, Technik. Keiner , von den Entscheidern sagt ein einziges Wort darüber wie der Dreck wieder aus der Luft gereinigt wird. Z. B. könnte VW und die anderen Hersteller mal 100 Quadratkilomter Regenwald am Amazonas aufforsten, wär doch was, oder?

Dr.-Ing. Gerd Eisenbeiß, Leser_In

Mehrheitlich sicher so egal wie seit je her. Denn nie in den letzten hunderttausend Jahren musste der Mensch seine Kurzsichtigkeit in Raum und Zeit in Frage stellen. So hat sich eben sein Hirn und seine Kultur entwickelt. Nun müssten wir alle an ferne Länder und Zukünfte denken, ihnen zuliebe auf manches verzichten: das ist ein Bewusstseinsschock! Viele beginnen, das zu verstehen, aber bei nur wenigen führt das bereits zu Änderungen des Verhaltens. Bitter, aber verständlich.

Markus Klemenz, Leser_In

Garnicht egal: Kinder zum Stromsparen anhalten und erziehen, Energiesparlampen verwenden, Fahrrad statt Kurzstrecke mit dem Auto, Heizung 2°C runter drehen, Urlaub vor der Haustür, Fliegen vermeiden, 100 km/h langen auf der Autobahn, Haus dämmen, Bäume pflanzen, etc. …

Erika Altmann, Leser_In

Der Klimawandel und mit ihr Klimakatastrophe wird kommen, bzw. ist schon da. Jeder kann dazu beitragen, Radfahren, statt Autofahren, Elektroauto kaufen, das Fliegen einschränken. Die richtige Politik wählen.

Jörg Trojan, Leser_In

Klimawandel ist einer der Faktoren, die unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen werden. Wie genau, ist noch für keinen absehbar. Da der Klimawandel globale Folgen haben wird, ist aus meiner europäischen Sicht die Ignoranz mancher Industriestaaten (China, USA, u.v.a.) bedrückend. Trotzdem kann auch der Einzelne durch den persönlichen Konsum einen wichtigen Beitrag leisten.

Martina Witten, Leser_In

Von der drohenden Klimakatastrophe wird immer wieder gesprochen, aber aber es folgen kaum Handlungen. Das Sparen von Energie wird nicht belohnt. Im Gegenteil, je mehr Strom und Gas ein Haushalt verbraucht, desto günstiger ist der Tarif. Die offene Einkaufsmeile in unserem Leipziger Hauptbahnhof ist klimatisiert- im Sommer angenehm kühl, im Winter warm temperiert. Fassaden, Denkmäler und Straßen werden oft die ganze Nacht beleuchtet. In der Weihnachtszeit wetteifern auch noch viele private Haushalte mit mehr oder minder geschmackvoller Weihnachtsbeleuchtung, vom Lichtermeer des Einzelhandel ganz zu schweigen. Es ist schick im Straßenrestaurant im Freien zu dinieren - natürlich auch, wenn es dafür eigentlich zu kalt ist- dafür gibt es ja Heizpilze. Es ist auch billiger und bequemer, mit dem eigenen Auto zu fahren. Konsequent kostenloser engmaschiger Nahverkehr würde die Abgasemissionen in den Großstädten und Ballungszentren deutlich mindern. Leider hat in vielen Städten die gute alte Straßenbahn ausgedient. Elektroautos sind keine dauerhafte Lösung, schließlich muss der Strom auch produziert werden- was ebenfalls zu Umweltbelastungen führt. Es müssten in den Städten mehr Radwege und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden, damit die Radfahrer gefahrlos ihr Ziel erreichen. Viele Lebensmittel in den Supermärkten werden durch die ganze Bundesrepublik gekarrt, frisches Obst, exotische Früchte und Blumen gelangen als Luftfracht zu uns. Ist es nicht an der Zeit, dass mehr vor Ort produziert wird und wirklich regional vermarktet wird? Kritisch sehe ich auch, dass viele unserer alten Autos, die die Abgasnormen nicht mehr erfüllen, in ärmere Länder exportiert werden. Die veralteten Fahrzeuge sind aber keinesfalls nur aus Europa. So wird zum Beispiel ein Großteil des öffentlichen Busverkehrs in Guatemala von ausgemusterten amerikanischen und kanadischen Schulbussen abgedeckt, die mindesten schon 40 Betriebsjahre hinter sich haben und die gewaltige Rußwolken ausstoßen. Ist uns der Klimawandel wirklich egal? Ist eine intakte Natur nur vor unserer eigenen Haustür wichtig?

Heiner Kausch, Leser_In

Keineswegs, schon aus beruflichen (Medizin) und partnerschaftlichen (Meeresbiologie) Gründen frühzeitig von diesem Thema angefixt bzw. damit befasst. Wenn das allerdings bedeuten sollte, dass ich danach lebe, dann nur mit sündigen Lücken. \"Es gibt kein richtiges Leben im falschen\" (Teddy Adorno), aber sicherlich könnte ich selber mehr tun oder danach leben, wenn ich konsequenter wäre. Zumal ich zu der Schicht gehöre, die sich das finaziell leisten könnte. Shame on me! Also gehöre ich zu den widersprüchlichen Menschen mit Schere im Kopf. Ich glaube den Warnern. Egal ist`s mir überhaupt nicht. Deswegen tue ich, was ich kann, immer öfter, immer mehr, z.B. Segel- statt Motorboot, innerstädtisch konsequent Radl statt Auto (hab aber einen alten Diesel!), kaum Fleischkonsum, bewusst energiesparsam zuhause. Immerhin, oder? Über die Sünden schweige ich lieber, obwohl ich mich da in guter Gesellschaft wiederfinde.

anselm Heiß, Leser_In

Da wir ihn nicht aufhalten können, können wir uns nur mit den Folgen beschäftigen. Z.Z. gibt es für mich wichtigeres.

Herbert, Leser_In

Begriffen wird die Klimakatastrophe schon, nur das entsprechende Handeln fällt so schwer.

roland dopfer, Leser_In

die meisten menschen haben nicht erkannt oder wollen nicht realisieren, was für probleme da auf uns zukommen, betrifft uns ja nicht mehr, also machen wir so weiter wie bisher. die temperaturen dieses jahr, die wasserknappheit im moment könnten noch ein weilchen andauern, dass auch der letzte am eigenen körper verspürt, dass der klimawandel bereits voll im gang ist. vielleicht hilft es ja weiter, wenn es wieder einmal verbote gibt, den garten zu wässern und das auto zu waschen, wie in amerika bereits mehrfach praktiziert.

Dieter Burghaus, Leser_In

Was für ein Traumwetter im November!

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