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Was ist der ideale Job?

Wellness-Arbeitsplatz, exible Arbeitszeiten, flache Hierarchien – oder zählt nur die Aufgabe und Komfort muss nicht sein? Erzählen Sie uns, was genau einen Job für sie ideal macht.

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Andrea Nahles, Leser_In

Die Frage nach dem perfekten Job ist nicht leicht zu beantworten. Jeder versteht darunter etwas anderes. Ich beobachte, dass sich die Bedürfnisse vieler Menschen an ihre Arbeit stark gewandelt haben. Und dass sie sich im Verlaufe des Erwerbslebens verändern. Junge Eltern etwa wollen arbeiten und dennoch Zeit für ihre Familien haben. Starre Präsenzzeiten stehen ihnen dabei oft im Weg. Andere wollen ihrer Arbeit nach einer gewissen Zeit wieder mehr Platz einräumen. Sie stecken aber in Teilzeit fest. Allerdings wünschen sich nicht nur Eltern mehr Autonomie beim Thema Arbeitszeit. Über ein Drittel der Angestellten, die bisher nicht im Home-Office arbeiten, würde dies gerne zumindest gelegentlich tun. Gleichzeitig fordern viele Unternehmen von ihren Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität ein. Alles in allem kommt es deshalb auf einen fairen Deal an! Ich wünsche mir Vereinbarungen, die Arbeitnehmern die Sicherheit geben, im Verlaufe eines Erwerbslebens das Beste für ihr Unternehmen leisten zu können und trotzdem genug Zeit für Familie zu haben. Die Entscheidung, für Kinder da zu sein, darf nicht das Ende der Karriere bedeuten. Ich möchte den gesetzlichen Teilzeit-Anspruch daher um ein Recht auf Rückkehr in die frühere Arbeitszeit ergänzen. Dieses Gesetz soll ein Baustein von mehreren sein, aus denen wir ein neues Ganzes bauen wollen: Ich nenne es Wahlarbeitszeit. Für Viele wäre das ein nahezu perfekter Job.

Cordula Fischer, Leser_In

Viele verbinden mit dem idealen Job den Lehrerberuf. Das kann ich nur bestätigen. Dabei sind die Gründe, die so mancher von außen zu sehen meint, nicht die ausschlaggebenden. Mittags zu Hause sein entspricht meist nicht mehr den heutigen Schulmodellen. Man darf auch nicht vergessen, dass Lehrer in den Ferien den Unterricht und Projektwochen vorbereiten und Fortbildungen machen müssen. Aber der Beruf kann einem ermöglichen, in dem Umfeld zu arbeiten, das einen unbeschreiblich erfüllt: Wenn die Kinder morgens an der Scheibe klebend auf mich warten und sich auf den Unterricht freuen, habe ich sofort gute Laune. Gerade in der Grundschule sind die Kinder noch hoch motiviert und bedanken sich für den Unterricht. Ihr Feedback ist stets unmittelbar, und auch von Eltern und der Schulleitung bekomme ich häufig Rückmeldungen, die mich anspornen. Wenn man bei schwierigen Verhältnissen Familienhilfe vermitteln kann, merkt man, dass man auch im Kleinen etwas bewegen, Kinder in den Schutz nehmen und ihnen etwas mit auf den Weg geben kann. Zudem bietet der Lehrerberuf eine Vielzahl von Möglichkeiten: Man kann Referendare ausbilden, im Ausland unterrichten, sich für die Schulleitung weiterqualifizieren oder je nach Bundesland im Rahmen der Studienordnung mit der Universität kooperieren und aus der Praxis berichten. Aber das wichtigste ist, dass ich mir in kaum einem anderen Beruf diese Herzlichkeit, die mir begegnet, vorstellen kann.

Michael Ensser, Leser_In

Der ideale Job? Spontan stellen sich mir eine Reihe von Fragen: Was treibt mich an? Wofür brenne ich? Wie kann ich etwas Sinnvolles leisten? Menschen, die Antworten auf diese Fragen gefunden haben, strahlen nicht selten eine Zufriedenheit und Zuversicht aus, die motiviert. Eröffnet sich die Möglichkeit für einen Einstieg oder Neuanfang, steht jeder vor einer simplen Klärung: Passt das? Es ist ratsam, dabei nicht nur kühlen Kopf zu bewahren, sondern auch auf Herz und Bauch zu hören. Kann ich meine Fähigkeiten und Erfahrungen einsetzen? Reizt mich die Aufgabe und gibt sie mir die Chance, mich zu entwickeln? Sprechen mich Unternehmenskultur und Umfeld an? Welchen Eindruck machen Kolleginnen und Kollegen auf mich und kann ich mir vorstellen, mit der neuen Chefin oder dem neuen Chef zusammenzuarbeiten? Die Antworten erfordern Mut. Mut, zu sich selbst, seinen Motiven und Motivationen zu stehen. Mut, Warnsignale, die erfahrungsgemäß sehr früh zutage treten, zu hören und ihnen nachzugehen. Schließlich Mut, eine kluge Abwägung vorzunehmen und, steht die Ampel auf Grün, loszufahren. Und noch etwas kommt hinzu, im Englischen mit dem Begriff „serendipity“ so passend beschrieben: Es steht sowohl für den glücklichen Zufall als auch für überraschende Entdeckungen. Dafür offen zu sein und sich darauf einlassen zu können, beschreibt eine Haltung, die das Leben, nicht nur die Arbeit, bereichert. Und ohne die der ideale Job unentdeckt bleibt.

Anne Siml, Leser_In

Der ideale Job bedeutet für mich, dass ich nach der Arbeit glücklicher bin als vorher und das er soviel Geld bringt, dass ich leicht meinen Lebensunterhalt damit bestreiten kann um zu Reisen und das er mir noch genügend Zeit übrig lässt für meine Kinder, Freunde, Eltern und was alles sonst noch so Spaß macht.

Aaron Hubig, Leser_In

Vorab ist zu sagen, dass für die richtige Berufswahl eine gute Selbstreflexion gehört. Weiß ich, wo meine Stärken und Schwächen stecken und welche Interessen mich antreiben, welche Ziele ich mit dem ausgeübten Job verfolge und wo ich Sackgassen finde anhand meiner Fähigkeiten, kann ich eine gute Wahl treffen. Meine Prämisse liegt darin, einen Beruf zu finden, in dem ich nicht das Gefühl habe zu arbeiten. Dies erfordert natürlich ein wenig Mut zur Veränderung, lässt aber meine Kreativität dadurch stetig wachsen. Vom Job im Fitnesscenter, im Ingenieurbüro, im Marketing Sale bis zum Gastgeber auf der Aida ist alles mit dabei. An Facettenreichtum mangelt es mir nicht und jegliche zuvor erlangte Erfahrung hilft mir, mich ein Stück weiter zu verwirklichen und zu meinem Traumjob zu gelangen.

Andreas Modelsang, Leser_In

Einer, mit dem man Geschichte schreibt, in dem man so herausragt, dass noch Generationen später von einem gesprochen wird. Darunter bitte nicht.

Klaus Grünkerle, Leser_In

Weil ich meinen Mitarbeitern ein gutes Gehalt und eine sichere Anstellung biete, ist der Job auch für mich ideal.

Rolf Hinze, Leser_In

Immer der, den die anderen haben.

Ann-Kathrin Neumeier, Leser_In

Mit fünf Jahren möchte ich Eisverkäuferin sein, mit zwölf Jahren Balletttänzerin, mit 17 Schauspielerin, mit 19 Aktivistin in einer Menschenrechtsorganisation, nach dem Studium als Selbstständige im Kulturbereich arbeiten, mit 32 in Teilzeit in einer Verwaltung mit Sicherheit und Zeit für die Kinder sein, mit 50 endlich CEO eines Dax-Konzerns mit viel Verantwortung und bestem Einkommen, um mich mit 65 nur noch meinen reinen Interessen als Religionswissenschaftlerin hinzugeben, natürlich gefragt auf Kongressen. Wenn es einen Job gäbe, bei dem man so viele Stationen durchlaufen könnte, das wäre der ideale.

superphil, Leser_In

Sales Director bei MP. hehe

Mario Burda, Leser_In

Natürlich haben wir alle unterschiedliche Ansprüche und Wünsche an unsere idealen Jobs. Ihnen gemein ist sicherlich, dass sie ihre Ausführer glücklich machen. Herauszufinden was einen glücklich macht, ist daher sicherlich die erste Herausforderung. Abwechslungsreichtum steht da für mich ganz oben auf der Agenda. Nach guten 10 Jahren Arbeitserfahrung in meinem noch sehr jungen Leben, sehe ich mich daher in der parallelen Ausübung mehr als nur eines Jobs.

Jan David Busch, Leser_In

Der ideale Job sollte vielseitig sein und einen jedes mal vor neue Herausforderung stellen. Dabei sollte man weg von dem starren Büroalltag und ein kreatives Arbeitsumfeld schaffen. Jedes Unternehmen das nicht mit der Zeit geht, wird auf kurz oder lang Probleme bekommen. Viele Unternehmen setzten in Sachen Marketing auf Twitter,Facebook oder Instagram, aber verabschieden sich nicht von dem starren Büroaltag, der längst nicht mehr der aktuellen Zeit entspricht. Der ideale Job befindet sich für mich in der Marketing & Eventbranche, da man hier seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

Tadeusz Stoklosa, Leser_In

Verehrte Damen und Herren, der ideale Job, da tut es mir für Sie leid, ist meiner. Warum? Das fragen Sie sich zurecht! Ich werde es Ihnen verraten. Ich spreche täglich mit einer Vielzahl von Menschen. Wenn man mit einem Lachen ans Telefon geht erhält man meistens ein zurück. Ich recherchiere Geschichten und befrage Experten. Somit erweitere ich meinen Horizont jeden Tag auf´s neue. Gestaltet sich mein Tag mal nicht wie geplant, dann muntert mich mein Welpe, der gerade unter meinem Bürotisch schläft, wider auf. Und nimmt der Stress doch mal überhand, verschafft eine Partie Tischtennis gegen meinen Kollegen im Konferenzraum abhilfe. Auch wenn ich oft bis spät abends im Büro sitze, die Belohnung sind Ihre Zuschriften. Wer ich bin und was ich mache..... Tadeusz Stoklosa Projektmanager beim +3 Magazin

Michael Korn, Leser_In

Der ideale Job ist der in dem du, du sein kannst! Nur dann ist man glücklich und sieht Arbeit nicht als notwendiges Übel, sondern als Teil seines Lebens. Das Gehalt ist dabei m.E. zweitrangig.

Regina Dalen, Leser_In

Der ideale Job ist eine Aufgabe, die mir sinnvoll erscheint und in der ich etwas bewegen oder produzieren kann. Es macht mir Freude mich im idealen Job einzubringen und fördert meine Kreativität. Gleichzeitig ermöglicht mir der ideale Job ein sorgloses Leben mit meiner Familie und Freunden und gibt mir den Freiraum, Hobbies zu pflegen. Ich befinde mich dabei in einem ständigen Wechselspiel aus Geben und Nehmen und wachse mit der Aufgabe. Ich erhalte Bestätigung und gebe diese auch gerne an Kollegen oder Chefs. Ich bin authentisch, bin in meinen Stärken gefragt, erhalte Wertschätzung und leiste nachhaltig von Herzen meinen Beitrag zum Unternehmenserfolg und zur Unternehmenskultur.

Rita Leusch, Leser_In

Mein Job ist ideal. Warum? Weil ich mich mit Anfang 40 noch einmal beruflich verändert habe und mich im Vorfeld gefragt habe, wie ich arbeiten will, in welchem Umfang und Umfeld, auch welche Werte ich bei meinem neuen Arbeitgeber antreffen will. Sind mir ein bestimmtes Gehalt und ein Titel wichtig, oder sind es eher die persönlichen Freiheiten in Kombination mit einem überragenden Team das mich gerne zur Arbeit gehen lassen? Sich diese Fragen am Anfang einer beruflichen Laufbahn, aber auch von Zeit zu Zeit immer mal wieder selber zu stellen und ehrlich zu beantworten lohnt sich. Mit diesem Wissen kann man leichter den für sich idealen Job finden und Arbeitsplätze räumen, wenn zu viele Komponenten nicht mit dem eigenen Wunschbild übereinstimmen. Seit letztem Jahr ist mein Job wieder ideal: Ich arbeite 18 Stunden in der Woche und genieße die übrige Zeit mit meinen Töchtern. Mein Arbeitsort befindet sich nicht in einem Industriegebiet ohne angenehme Möglichkeiten der Mittagspausengestaltung, sondern mitten in der Innenstadt. Alle Arbeitskollegen empfinde ich als interessante, inspirierende und sportliche Personen – genau meine Kragenweite. Und das Produkt, das wir auf dem Markt anbieten, ist in meinen Augen kaum zu übertreffen, da es umweltbewusst ist, für mehr Bewegung im Alltag sorgt, Parkplatzsorgen und jeden Staugedanken vergessen lässt. Einfach Spaß macht und Zukunft hat!

Martin Fuchs, Leser_In

\"Ideal\" ist jeder Job, wenn er mit den jeweils individuellen Ansprüchen und Erwartungen an Arbeit und Leben übereinstimmt: die eine braucht den Job, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen; der andere, weil er sinnerfüllt arbeiten möchte, und der oder die nächste, weil er oder sie möglichst viel Verantwortung übernehmen möchte. Für den \"idealen Job\" gibt es deshalb kein Patentrezept. Einmal dachte ich, ich hätte den \"idealen\" Job: eine leitende Position in einem anerkannten Unternehmen. Eigentlich immer das, was ich wollte. Schnell musste ich feststellen, dass Organisationskultur und -struktur weder in meine Wertewelt, noch zu meinen fachlichen Überzeugungen passten. Diese Erfahrung hat mir geholfen, den idealen Job für mich zu finden. Und den möchte ich seit über 10 Jahren nicht missen.

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Wo sind Daten sicher?

Im Gegensatz zur Bank nebenan sind Datenbanken heute keineswegs sicherer als früher. Schreiben Sie uns, wie Sie Daten vor unbefugtem Zugriff schützen würden.

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Andrea Voßhoff, Leser_In

… dort, wo sie gar nicht erst erhoben werden. Auf der Straße sind wir auch nur sicher, wenn wir sie gar nicht erst befahren. So einfach die Antwort, so unrealistisch. Die eigentliche Frage ist, wie und wer sichert unsere Daten? Unsere Autos bieten einen hohen Schutz durch technische Maßnahmen. Auf der Datenautobahn sollte dieser Anspruch ebenfalls gelten, denn es geht fast immer um den Schutz unserer Persönlichkeit, um unser Datenschutzgrundrecht. Wir selbst können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. An der Tankstelle kaufen wir das teuerste Öl für das Auto, seien wir beim Selbstdatenschutz genauso wählerisch und entscheiden sorgsam, wem wir unsere Daten anvertrauen. Lassen wir uns erklären, was damit geschieht. Nutzen wir offensiv die Datenschutzeinstellungen von PC und Smartphone. Aber: kein Schutz ohne staatliche Reglementierung. Zur Verkehrssicherheit sind im Straßenverkehr strenge Vorgaben und ständige Kontrolle selbstverständlich, warum nicht auch beim Datenschutz? Notwendig sind strenge Transparenzvorgaben zur Datenverwendung und staatliche Kontrollen der Daten sammelnden Wirtschaft und des Staates. Auch klare rechtliche Begrenzung der Datenerhebung und regulierter Zwang zu datenschutzfreundlicher Technik gehören dazu. Ist der Vergleich mit dem Auto zu simpel? Ich meine nein. Erstaunlich ist nur, warum das eine so selbstverständlich ist, der Datenschutz aber sich täglich neu verteidigen muss.

Anke Domscheit-Berg, Leser_In

Wie in Paris stellte sich auch nach den Attentaten in Brüssel heraus, dass es im Vorfeld konkrete Warnungen und Verdachtsmomente gab. Kommunikationspannen sind daher Mitschuld daran, dass diese Terroranschläge viele Menschenleben kosteten. Aber warum ist trotzdem stets die Forderung Nummer Eins der Politik nach jedem Anschlag ein Ausbau von Massenüberwachung? Terrorabwehr war auch eine Begründung für die Vorratsdatenspeicherung, dabei hatte Frankreich sie schon lange und gebracht hat sie nichts. Bisher wurde noch nirgendwo ein Terroranschlag durch anlasslose Massenüberwachung verhindert. Warum trotzdem die gesamte Bevölkerung immer noch umfangreicher überwacht werden soll, ist für mich daher die Eine-Million-Euro-Frage, auf die ich keine erträgliche Antwort finde. Denn alle Unschuldigen zu überwachen kostet nicht nur Millionen Euro, die für gute Polizeiarbeit fehlen, es kostet auch unsere Freiheit. Denn wer überwacht wird, ist nicht frei. Dies galt nie mehr als jetzt, wo leichter als je zuvor Unmengen an Daten über uns, unsere Beziehungen, Kommunikationen und unser Verhalten gesammelt werden können. Menschen, über die man viele Informationen hat, sind potenziell manipulierbar und erpressbar. Wissen sie davon, leben sie mit einer Schere im Kopf. Deshalb opfert, wer immer im Namen der Sicherheit umfangreiche Freiheitsrechte aufgibt, die Grundpfeiler der Demokratie und hat schon damit den Kampf gegen den Terror verloren.

Holger Münch, Leser_In

Die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags stellt die Strafverfolgungsbehörden vor große Herausforderungen. Auch Straftäter nutzen die damit einhergehenden Möglichkeiten der Kryptierung und Anonymisierung. „Going dark“ etabliert sich als geflügelter Begriff für die wachsende Lücke zwischen Strafverfolgungsauftrag und tatsächlich auswertbaren Inhalten, wie die Kommunikation von Beschuldigten. Diese Lücke und ihre Dimension zeigt eine 2013 durchgeführte Untersuchung von Überwachungsmaßnahmen: In rund 85 Prozent der Gespräche wurden bereits damals Verschlüsselungsinstrumente genutzt. Eine Auswertung der Gesprächsinhalte nach be- wie entlastenden Inhalten war daher nicht möglich. Eine Entwicklung, die wir uns angesichts der aktuellen Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus und andere Kriminalitätsphänomene nicht leisten können. Wir haben unsere Bevölkerung vor Gefahren zu schützen und müssen mit den Instrumenten der Täter Schritt halten können. Die von uns entwickelte Software zur sogenannten Quellen-TKÜ ist hierbei ein Baustein. Sie bietet die Möglichkeit, Kommunikation zu erfassen, bevor sie verschlüsselt wird oder nachdem sie entschlüsselt wurde. Sorgen vor einer flächendeckenden anlasslosen Überwachung sind unbegründet. Die Software erfüllt alle verfassungsrechtlichen Vorgaben und darf ausschließlich in Fällen schwerster Kriminalität und auf Grundlage einer richterlichen Anordnung eingesetzt werden.

Wolfgang E. Nagel, Leser_In

Die Menge wissenschaftlich auswertbarer – also für Analysen verfügbarer – Daten wächst weiter rasant und umfasst mittlerweile alle gesellschaftlichen Bereiche. Die Analyse dieser Datenflut birgt ein hohes Potenzial für den Erkenntnisgewinn, die Ergründung neuer Zusammenhänge und die Optimierung von Prozessen. Da die Daten oft unstrukturiert und kaum aufbereitet vorliegen, ist die Auswertung weiterhin eine Herausforderung. Das Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS Dresden/Leipzig erforscht genau dieses Thema, von der besseren Extraktion von Wissen aus Daten bis hin zur Unterstützung neuer Forschungsbereiche. Eine wichtige Voraussetzung ist hierbei, dass die Nutzung und Analyse der Daten aus verteilten Quellen datenschutzkonform erfolgt. Neben klassischer Datensicherheit treten Aspekte wie Authentizität Integrität und Verfügbarkeit von Daten. Die Sicherstellung dieser Anforderungen kann durch eine Reihe technologischer Vorkehrungen wie Ausfallsicherheit der Systeme, Redundanz der Datenhaltung, Zugangsregelungen und Verschlüsselung erfolgen, sie muss am Ende aber begleitet sein durch den verantwortungsvollen Umgang der Institutionen und der einzelnen Menschen, die mit diesen Daten hantieren. Dazu gibt es klare Regeln, die es um- und durchzusetzen gilt sowohl in der Forschung als auch im täglichen Umgang mit Daten in allen gesellschaftlichen Bereichen. Stichworte sind hier: IT-Security-Awareness und Mitarbeitersensibilisierung.

Mario Ohoven, Leser_In

Datensicherheit muss im Mittelstand Chefsache sein. Denn der Schaden ist gewaltig: Cyberangriffe kosten die deutsche Wirtschaft über 50 Milliarden Euro jährlich. Dabei bietet die Digitalisierung Unternehmen Möglichkeiten, kostengünstig und flexibel Daten zu sichern. Etwa mit Hilfe einer Cloud: Viele kleine und mittlere Betriebe misstrauen jedoch der Datensicherheit bei Cloudlösungen. Die Cloudnutzung von Mittelständlern liegt bei gerade einmal 25 Prozent. Viele Mittelständler glauben zudem, dass es Cloudlösungen nur von amerikanischen Unternehmen gibt oder die meisten Server über einen amerikanischen Backupserver laufen. Zugleich erwarten aber über 80 Prozent unserer Unternehmen, dass die genutzten Rechenserver in Deutschland stehen und damit deutschem Datenschutzrecht unterliegen. Die gute Nachricht: Deutschlands Mittelstand ist auch in puncto Datensicherheit innovativ. Es gibt im BVMW viele starke Mitglieder aus diesem Bereich. Zum Beispiel ein junges Unternehmen aus Hamburg, das eine eigene Cloud mit einem Homeserver zur Verfügung stellt. Oder ein IT-Sicherheitsspezialist aus Bochum, der die deutsche Cloud von Microsoft betreut. Der Mittelstand braucht Vertrauen in IT-Lösungen, um diese auch zu nutzen. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern daran, dieses Vertrauen herzustellen und begleiten die mittelständischen Unternehmen bei der digitalen Transformation.

Ralf Spindler, Leser_In

Cyber-Kriminalität verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Fatal ist, dass die Methoden der Kriminellen immer ausgeklügelter und erfolgreicher werden. Spuren zu verwischen ist im Internet ein Leichtes und selbst hochqualifizierten IT-Forensikern fällt es manchmal schwer, die Drahtzieher der Angriffe auszumachen. Kriminelle setzen die kühnsten Verschleierungstechniken ein. Sie nutzen über sogenannte Botnetze die Rechner von Personen, denen gar nicht bewusst ist, dass ihre Rechner gerade für Intrigen missbraucht werden. Auch die Zahl gezielter Angriffe, bei denen Informationen über das Opfer gewonnen und ausgenutzt werden, steigt permanent. Ein aktuelles Beispiel ist der Verschlüsselungstrojaner Locky, der sich als Bewerbungsdokument tarnt und bei Stellenanzeigen in Onlinespeichern versteckt. Den Fahndern gehen oft nur die Konsumenten illegaler Inhalte – wie verbotene sexuelle Bilder oder Raubkopien – ins Netz. Und die Täter, die mit ihren illegalen Aktivitäten Milliarden verdienen, bleiben meist unerkannt. Doch jeder Benutzer kann dafür sorgen, dass die Daten auf seinem PC sicher sind: durch Aufmerksamkeit und gesunden Menschenverstand. Er muss lediglich ein paar Regeln befolgen: Anhänge in E-Mails nicht unbedacht öffnen, Betriebssystem plus Sicherheitssoftware aktuell halten und regelmäßig die Daten sichern. Wer so gerüstet ist, macht es Cyber-Kriminellen sehr schwer, Schaden anzurichten.

Brigitte Zypries, Leser_In

IT-Sicherheit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung. Ohne vertrauenswürdige IT-Strukturen laufen wir Gefahr, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Deshalb wollen wir die IT-Sicherheit nachhaltig und effektiv stärken. Die Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre IT-Systeme zu schützen und sie sicherheitsbewusst einzusetzen. Gerade Mittelständler sind mangels finanzieller und personeller Ressourcen häufig noch nicht ausreichend gegen Gefahren aus dem Netz geschützt. Im Rahmen der Initiative bieten wir daher eine Reihe kostenloser Unterstützungsmaßnahmen, die speziell auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen zugeschnitten sind. Mit dem Label Trusted Cloud, das vertrauenswürdige Cloud-Dienste auszeichnet, wollen wir dem Mittelstand beispielsweise mehr Vertrauen in Cloud-Services vermitteln. Wir bieten außerdem Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für Mittelständler, ein Bewertungstool für IT-Sicherheitsmaßnahmen und einen IT-Sicherheitsnavigator, der eine Übersicht zu Unterstützungsangeboten bietet. Mit dem Hacker-Wettbewerb für Schüler und Studenten und der Vermittlung von praxisrelevantem IT-Sicherheitswissen an Berufsschulen setzen wir uns schließlich dafür ein, das Bewusstsein für das Thema IT-Sicherheit schon früh zu schärfen.

Beate Frische, Leser_In

Inzwischen ist jede kleine Firma schon darauf angewiesen, einen IT-Experten ins Boot zu holen. Hier mal einen neuen Computer einrichten, dort mal beim Installieren der Schriften helfen, parat stehen, wenn der Server zickt. Meistens kommen diese ITler aus dem Freundeskreis eines Mitarbeiters. Aber als Firmenchefin weiß man selten, ob der ITler auf dem neusten Stand und wirklich Experte ist und die Daten damit sicher. Nur wenn eine Katastrophe passiert, weiß man, dass er es nicht ist.

Nils Hammersbach, Leser_In

Der Serverraum sollte nicht zu heiß werden können, wenn die Daten sicher sein sollen. Im Hochsommer sollte man also die Tür zum Serverraum tagsüber auflassen, abends aber wieder zuschließen, damit Einbrecher kein leichtes Spiel haben.

Anne Schrader, Leser_In

Gut ist es, wenn man eine bestimmte Fingerkombination automatisiert, so dass man sie ohne Denken ständig ausführt: Apfel + S.

Manuel Hirschherr, Leser_In

Die technischen Voraussetzungen, private Daten zu sichern, sind inzwischen sehr gut und sehr günstig. Aber der Faktor Mensch funktioniert nicht immer so gut: Als sich mein Laptop letztens nicht mehr hochfahren ließ, bin ich mit dem Gerät und meiner externen Festplatte zur Reparatur gegangen. Ich erklärte der Servicekraft, dass es nicht so schlimm sei, wenn die Daten auf dem Laptop verloren wären, ich hätte ja ein recht aktuelles Backup dabei. Zum Glück konnten sie alle Daten auf dem Rechner retten. Es stellte sich nämlich heraus, dass mein Backup über sechs Monate alt war. Natürlich habe ich mir vorgenommen, von da an brav jeden Samstag meine Daten zu spiegeln. Oh, ich gucke einmal nach: letztes Backup vor drei Monaten!

Anke Schneider, Leser_In

Nicht einmal die analogen Daten in meinem Notizbuch sind sicher: Darauf ist mir gerade die Wasserflasche ausgelaufen und man kann nichts mehr lesen.

Marion E., Leser_In

Langsam glaube ich wirklich, es gibt Menschen, die eine Anti-Daten-Aura haben. Bei ihnen verschwinden Daten auf rätselhafteste Weise. Wenn man mit diesen Personen zusammenarbeiten muss, empfiehlt es sich immer, alle Daten noch einmal als Kopie so zu sichern, dass sie keinen Zugriff darauf haben. Sonst war wieder ein Arbeitstag umsonst.

Marco Welster, Leser_In

Immer wieder hören wir von Daten-Skandalen: Nacktfotos von Prominenten werden ins Netz gestellt, Nutzer einer Seitensprungagentur gehackt und eine Liste der Namen veröffentlicht oder riesige Datenmengen abgeschöpft. Es ist eben für Kriminelle viel gewinnbringender, mit Daten Geld zu machen, als Fort Knox überfallen zu wollen. Geld macht eben viele schwach, auch wenn es sich um hochintelligente Menschen handelt, die auch eine große berufliche Karriere vor sich hätten. So werden Daten nie ganz sicher sein.

Katja Böblinger, Leser_In

Inzwischen enthält ein Smartphone diskretere Informationen als ein Tagebuch: Liebesgeflüster in gespeicherten SMS, unvorteilhafte oder private Fotos, aber auch vertrauliche Geschäftsmails. Im Gegensatz zum Tagebuch schließen wir es jedoch nicht weg, wir verstauen es im Mantel an der Kneipengarderobe, lassen es im Taxi liegen oder geben es unserem Vierjährigen zum I-Tunes-schauen. In unserem Alltag ist durch die Verbreitung der Smartphones der Umgang mit vertraulichen Informationen völlig aus dem Ruder gelaufen. Es ist sicherlich das Gerät, wo Daten am wenigsten sicher sind – weil wir damit nicht umzugehen gelernt haben.

Jonas Metzger, Leser_In

Wichtige Daten wie meine Masterarbeit habe ich auf unterschiedlichen Geräten und bewahre sie zusätzlich bei einem Freund auf. Denn wenn bei mir eingebrochen und der Laptop samt externer Festplatte gestohlen wird, sollte doch nicht am gleichen Tag auch bei ihm eingebrochen werden.

Nadine Marwitz, Leser_In

Ich habe häufiger erlebt, dass Praktikanten und Junior-Assistenten in kleinen Firmen wegen fehlender Geldmittel keinen eigenen Computer gestellt bekommen, sondern ihren privaten Laptop zur Arbeit mitbringen müssen. Wie sollen Daten da sicher sein?

Irina Estenbein, Leser_In

Wir arbeiten in unserem Team alle an einer gemeinsamen Datenbank. Ich spreche mich viel mit unserem IT-Experten ab, damit die Daten sicher sind. Um aber immer effizienter arbeiten zu können, muss diese Datenbank ständig in ihren Funktionen weiterentwickelt werden und dadurch entstehen ärgerlicherweise immer wieder Datenverluste. Zwar könnte man diese meist fehlenden Verknüpfungen wieder herstellen, dadurch verliert man aber bereits neu erstellte Datensätze. Man muss also immer abwägen, welche Daten wichtiger sind, sicher sind die Daten so leider nicht.

Hendrik Weissengerber, Leser_In

Ich hoffe doch bei meiner Bank?! Bei allen anderen Plattformen bin ich mir ja im klaren darüber, dass ich äußerst transparent mit meinen persönlichen Daten umgehe und sie so sicherlich nicht sicher sind. Aber ich rufe bewusst nicht mit meinem Smartphone meinen Kontostand ab.

Volkmar Rundmann, Leser_In

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen, hat die irgendjemand schon einmal gelesen? Wie die meisten anderen auch mache ich das Häkchen, gewähre Hinz und Kunz Zugang zu meinen Daten und schiebe den Gedanken, dass mir dadurch eines Tages Schaden zugefügt werden kann, beiseite. Es ist wie bei so vielem im Leben: Wir wissen eigentlich um die Gefahren, aber die Bequemlichkeit lässt sie uns ausblenden. Schande über mein Haupt!

Irene Latz, Leser_In

Sicher vor dem illegitimen Zugriff der deutschen Geheimdienste, die nach den Erkenntnissen aus NSU- und des NSA-Untersuchungsausschüssen das Vertrauen der Bürger nicht mehr haben dürfen, werden unsere Daten erst wieder sein, wenn Edward Snowden Zeugenschutz in Deutschland angeboten bekommt. Denn dann beginnt endlich mit Whistleblowerschutz & Journalistenrespekt die Korrektur der gemeldeten Fehler. Statt das Gegenteil davon, wie wir es bisher erleben( \"Landesverrat\"-Anklage, Vorratsdatenspeicherung+§202d StGB-E, Ausweitung von Personal, Geld, Rechten, Geheimhaltung und Polizeizusammenarbeit \"für\" die unheimlich gewordenen Dienste ).

Irene Latz, Leser_In

Liebe Süddeutsche Zeitung, danke für die Veröffentlichung des Beitrags von Anke Domscheit-Berg (\"Sicherheit kontra Freiheit\"). Ich war nämlich sehr besorgt, ob Sie inzwischen nicht mehr das \"meine Daten gehören mir\" verteidigen gegen vom Grundgesetz nicht gedeckte Geheimdienstvorgänge, ob Sie nicht mehr an der Seite von Edward Snowden stehen? Sie haben nicht berichtet darüber, dass David Miranda vor dem englischen Court of Appeal gewonnen hat. Sie haben nicht berichtet darüber, dass die BND-Reform abgesagt wurde, die Ihre Zeitung lobend angekündigt hatte. Sie haben nicht darüber berichtet, dass das EU-Parlament die Geheimschutz-Richtlinie verabschiedet hat. - Oder habe ich die Artikel dazu nur nicht gefunden ? Anders als Ihr Thomas Kirchner, der die EU-Flugüberwachung incl. detaillierter Passagierdaten, bereit ist, für nötig zu halten, ohne Gegenmaßnahmen zu fordern, wie denn die Überwachung aufzuhalten sei ( geht nur mit dem bisher in Europa noch immer fehlenden !!! Whistleblowerschutz für Verfassungsverteidiger wie Edward Snowden), habe ich vor, dem Grundgesetz treu zu bleiben im Sinne von \"Freiheit statt Angst\". Deshalb wäre ich froh, wenn Ihre Berichterstattung wieder aufholt bei der Verteidigung unserer Grundrechte. Alles andere hat Anke Domscheit-Berg ja schöner geschrieben, als ich es hier könnte. Danke dafür!

Jan David Busch, Leser_In

Der optimale Back-Up für Daten, ist für mich immer noch die externe Festplatte. Viel Speicherplatz für wenig Geld und sehr leicht zu bedienen.

Ulrich Grauchlinger, Leser_In

Gerade in letzter Zeit bekommen wir in unserer Firma ständig Spam-E-Mails in korrektem Deutsch mit einem Rechnungsanhang. Außerdem ähneln die Namen der Absender auch immer Personen, mit denen man korrespondiert. Zum Glück hat noch keiner unserer Mitarbeiter den Anhang geöffnet, aber die Wahrscheinlichkeit stelle ich mir doch sehr hoch vor, dass es aus Versehen einmal passiert. Dann werden unsere Daten wohl nicht mehr sicher sind. Zum Schutz sehe ich erste einmal meine Verantwortung darin, meine Mitarbeiter gut zu briefen und unseren IT-Experten zu bitten, immer Rundmails an alle Mitarbeiter zu schreiben, wenn sich ein neuer Trend an Spam-E-Mails herauskristallisiert.

Anke Hassler, Leser_In

Dadurch, dass externe Festplatten und Cloud-Lösungen immer günstiger werden, steigt aus meiner Sicht auch die Sicherheit, dass Daten nicht verloren gehen oder gestohlen werden. Gerade in kleineren Unternehmen kam es noch vor zehn oder fünfzehn Jahren häufiger vor, dass man durch einen unbedarften Klick plötzlich statt einem Datensatz alle Datensätze gelöscht hat. Auch konnten alle Mitarbeiter nicht nur relativ schnell Daten löschen, sie konnten die Datenbank auch unkompliziert kopieren, wenn sie das Unternehmen verließen. Als es noch keine Clouds gab, haben sich die Mitarbeiter kleiner Firmen im Home-Office einfach die Datenbank auf den Laptop, meist ihren privaten, gespielt um zu arbeiten, heute undenkbar. Zwar kamen Hacker nicht zwangsläufig besser an die Daten, aber die Mitarbeiter hatten schon legal die Daten auf ihrem Rechner und konnten diese bei einem Wechsel zur Konkurrenz mitnehmen. Unter der Hand hörte man auch öfter die Frage bei Einstellungsgesprächen, ob man Daten mitbringen würde. So gesehen, sind Daten erst einmal wesentlich sicherer als früher, wenn alle eingeloggten Mitarbeiten in der Cloud auf sie zugreifen können, aber niemand sie überspielen kann.

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Wie nachhaltig ist die Energiewende?

Ob Verkehrsemissionen, Kohleverstromung oder Stromtrassenbau: Der Umbau unserer Energieversorgung birgt noch viele offene Fragen. Wie kann die Energiewende Ihrer Meinung nach nachhaltiger werden?

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Claudia Kemfert, Leser_In

Der niedrige Ölpreis ist das Resultat machtpolitischer Kämpfe auf dem Ölmarkt und globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten. Ein niedriger Ölpreis mag in Deutschland erst einmal verlockend sein: Die Energiekosten sinken, bis zu zwölf Milliarden Euro wurden letzten Jahr an Kosten eingespart. Aber der niedrige Ölpreis ist vor allem eine Gefahr für die Energiewende: Er verleitet zu Verschwendung und lässt das Gefühl aufkommen, die Vorräte seien unendlich. Zudem wird der Umstieg auf nachhaltige Kraftstoffe und mehr Energiesparen behindert. Investitionen ins Energiesparen, vor allem im Gebäudebereich und in mehr Energieeffizienz, drohen verschoben zu werden. Insbesondere schadet ein niedriger Ölpreis dem Umstieg auf nachhaltige Mobilität, weg von Benzin und Diesel hin zu alternativen Antriebstechniken und -stoffen. Die Automobilindustrie ist zentral für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Da Deutschland das Spiel um Macht und Öl nicht beeinflussen kann, sollten wir uns konsequent unabhängig davon machen. Die Politik muss antizyklisch handeln, also trotz des niedrigen Ölpreises in Nachhaltigkeit investieren. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um verkehrte Förderpolitik abzubauen – etwa die Dieselsubventionierung mit mehr als sieben Milliarden Euro pro Jahr. Dieses Geld kann in die Entwicklung zukunftsfähiger Technologien gesteckt werden. Die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende sind riesig.

Marion A. Weissenberger-Eibl, Leser_In

Viele Bürgerinnen und Bürger sind für erneuerbare Energien – doch wenn Stromtrassen oder Windräder gebaut werden sollen, kommt es immer wieder zu Protesten. Die Gefahr dafür steigt, wenn das Gefühl entsteht, dass über lokale Belange hinweg entschieden wird. Für die Energiewende ist es deshalb essenziell, die Menschen vor Ort am gesamten Prozess teilhaben zu lassen. Strategien hierfür hat das Fraunhofer ISI im Projekt „WISE Power“ am Beispiel der Onshore-Windenergie erarbeitet: Wichtig ist zunächst, den Standort genau zu betrachten, beispielsweise geographische Besonderheiten, das kulturelle Erbe sowie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld. Hierauf aufbauend sollte man die Partizipations- und Kommunikationsstrategie von Beginn an planen. Zentral ist, alle Interessengruppen zu berücksichtigen – ob Gemeinderat, Unternehmen, Banken, Umweltbehörden oder lokale Gruppen und Verbände. Dafür bedarf es unterschiedlicher Angebote: Schriftliche Informationen, Vor-Ort-Termine sowie Diskussionsveranstaltungen bieten sich ebenso an wie eine Hotline und die Nutzung lokaler und sozialer Medien. Natürlich erfordert das personelle und finanzielle Ressourcen – doch hier sollte man nicht sparen: Nur wenn alle Akteure von Beginn an am Prozess teilhaben, können Interessenkonflikte vorher gelöst werden. So steigt die Planungssicherheit – und es sinkt das Risiko, dass es zu teuren Verzögerungen oder zum Abbruch des Projekts kommt.

Christoph Kuhn, Leser_In

Die Energiewende bedeutet die Umstellung auf eine erneuerbare Energiegewinnung. Gebäude verbrauchen Energie bei ihrer Erstellung, während der Benutzung und früher oder später auch bei ihrer Entsorgung. In Zukunft werden unsere Häuser aber Mitspieler sein in einem umfassend vernetzten Energiekreislauf. Sie nehmen und geben im Rhythmus ihres Lebenszyklus als Teil eines komplexen Ganzen, in dem Immobilie und Mobilität verschmelzen werden. In diesem Wechselspiel besteht die akute Gefahr, dass Architektur zur hochtechnisierten Maschine mutiert. Die gebaute Welt darf neben der Funktionserfüllung ihre originäre Bestimmung der Übertragung sinnlicher Erfahrungen auf allen Wahrnehmungsebenen nicht verlieren. Wenn die Neutralisierung der energetischen Gesamtbilanz mit dem Verlust gestalterischer Identität, Komplexität und Vielfalt einhergeht, bauen wir weder nachhaltig, noch entsteht Architektur. Dies gilt für Neubauten und mehr noch für den Gebäudebestand mit seinem kulturellen und energetischen Gedächtnis. Gesetzliche Regelungen sollten die Ziele vorgeben, nicht aber den Weg dorthin. Nur so wird technologische und architektonische Innovation angeregt. Effizienz, genügsamer Raumverbrauch und die Einbindung in geschlossene Ressourcenkreisläufe müssen eine ausbalancierte Verbindung eingehen. Am Ende zählt die wahrnehmbare architektonische Qualität unserer Lebensräume. Das eine bleibt ohne das andere nachhaltig wertlos.

Matthias Krümmel, Leser_In

Die Energiewende ist in den Haushalten unterschiedlich angekommen. Bürger und Bauern stemmen zwar hierzulande die Versorgung mit erneuerbaren Energien – dies wird beim Großstädter aber selten wahrgenommen. Die Nachhaltigkeit der Konsumenten ist vor allem ein Wahrnehmungsphänomen. Man sieht nur, was man weiß. Selbst Ökostromkunden vertrauen gerne vollmundigen Überschriften, anstatt sich nach den Anforderungen der Umweltverbände zu richten. Schlussendlich sind es immer noch die großen fossilen und nuklearen Player, die den Markt beherrschen. Ich kann es beinahe täglich an den Haushalten sehen, die wir besuchen: Nachhaltigkeit ist mehr eine Einstellungssache als eine Frage des billigen Stromanbieters. Wer viel heizt, verbraucht oft auch mehr Strom und Wasser, trennt den Müll schlechter und baut „Nachhaltigkeit“ weniger in den persönlichen Lebensstil ein. Vor allem diese alltagskulturelle Komponente wird gerne übersehen: Wir sollten anfangen, den Privathaushalt als Ort der Energiewende zu definieren. Wir kommen tagtäglich zu solchen Alltagsfragen ins Gespräch. Und wir finden hohe Einsparpotenziale, bedenkliche Verhaltensweisen, gute Ansätze und viele Nachlässigkeiten. Dass Kleinvieh auch „Mist“ macht, bedeutet für uns Zuhause-Berater, die kleinen Schritte zu unterstützen: vom häuslichen Energiesparen bis zum Repair-Café im eigenen Stadtviertel. Alles zählt. Dann ist die „kulturelle“ Energiewende irgendwann auch nachhaltig.

Christine Krüger, Leser_In

Mit dem Fortschreiten der Energiewende wird Flexibilität im Stromsystem, wie sie Energiespeicher bieten, immer wichtiger. Die Forschung in diesem Bereich konzentriert sich derzeit auf zwei Aspekte: Kosten senken und Energieverluste verringern. Doch eine große Herausforderung liegt auch im nicht-technischen Bereich: Wie muss das Stromsystem regulatorisch gestaltet werden, damit es früh genug ausreichende Speicherkapazitäten gibt? Denn noch hat die Sicherungsfunktion von neuen Speichern keinen expliziten Wert. Mehr noch: Speicher mit klassischem Geschäftsmodell sind derzeit zunehmend unwirtschaftlich. Lediglich PV-Heimspeicher und einzelne Batterieprojekte, die sogenannte Regelleistung verkaufen, also kurzfristige Ungleichgewichte kompensieren, werden installiert. In den nächsten Dekaden wird jedoch immer mehr Speicherkapazität nötig; und diese Märkte werden dann nicht ausreichen, um den Speicherbedarf zu decken. Eine Zeit lang wird es helfen, Speicher, die eigentlich anderen Zwecken dienen, wie zum Beispiel Batterien von Elektrofahrzeugen, für den Lastausgleich zu nutzen. Für eine Energieversorgung, in der erneuerbare Energien dominieren, wird das nicht ausreichen – spätestens dann müssen neue Großspeicher her. Die Herausforderung an die Forschung liegt also nicht nur in der technischen Weiterentwicklung der Speicher, sondern auch darin, die Phasen der Energiewende so zu gestalten, dass sie zum Erfolg führen kann.

Barbara Hendricks, Leser_In

Die deutsche Energiewende ist so nachhaltig wie nie zuvor. Denn seit dem Pariser Klimaabkommen ist klar: Wir gehen nicht alleine voran, die ganze Welt macht sich auf den Weg zu einer globalen Energiewende. Die Weltwirtschaft wird sich in diesem Jahrhundert von Kohle, Öl und Gas verabschieden. Das haben wir in Paris beschlossen. Eine wichtige Voraussetzung dafür hat die deutsche Energiewende geschaffen. Denn sie hat Strom aus Wind und Sonne erst wettbewerbsfähig gemacht. Die deutschen Stromkunden haben damit der Welt einen großen Dienst erwiesen. Denn anders als noch vor ein paar Jahren ist heute allen klar: Wir haben die Technologien, um den globalen Umbau zu schaffen. Solarstrom ist an den meisten Orten der Welt inzwischen nicht nur die sauberere, sondern auch die günstigere Alternative zu Strom aus Kohle, Atom oder Diesel. Dieser Trend wird nicht aufzuhalten sein. Es ist diese Entwicklung, die den Durchbruch in Paris erst ermöglicht hat. In Deutschland sind wir bei der Stromversorgung auf einem guten Weg. Jetzt kommt es darauf an, dass wir die Energiewende auch mit einer Verkehrswende und einer Wende bei der Wärmeversorgung verbinden. Mit Ökostrom werden wir auch den Verkehr sauberer und moderner machen, Stichwort Elektromobilität. Und auch die Gebäude der Zukunft werden nachhaltiger und erneuerbarer werden. Das macht unsere Wirtschaft moderner und schafft Arbeitsplätze. Auch das gehört zur Nachhaltigkeit dazu.

Erik G. Hansen, Leser_In

Die deutsche Energiewende ist der weltweit einmalige Versuch einer Industrienation, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und negativen Umweltwirkungen drastisch zu verringern. Die Rolle von Unternehmen als Akteure der Energiewende bleibt dabei oft unterrepräsentiert. Zwei Innovationsebenen sind hier wichtig: Unternehmen sind zunächst Verbraucher von Energie. Einige Pioniere treiben aber die Energiewende im eigenen Unternehmen durch erneuerbare Energieproduktionsanlagen proaktiv voran. Beispielsweise produziert ein Lüneburger Pflegedienst eigene Solarenergie und betreibt damit eine Elektrofahrzeugflotte – sowohl um Betriebskosten zu sparen, als auch sich als innovatives Unternehmen zu positionieren. Weiterhin geht es darum, welche neuen Energiewende-Technologien und -Dienstleistungen erfolgreich entwickelt werden können? Ein deutscher Hersteller für Abfallsammelfahrzeuge etwa hat das weltweit erste Hybrid-Fahrzeug der Branche entwickelt, welches wesentlich weniger CO2, Schadstoffe und Lärm emittiert. Diese Innovationsvorhaben sind wichtige Investitionen in die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit, aber auch mit hoher Unsicherheit behaftet. Damit neben Pionieren weitere Unternehmen diesen Weg beschreiten, benötigt es klare politische Rahmenbedingungen, die leider bisher fehlen wie die günstigen fossilen Energiepreise und die schwache Durchsetzung von Schadstoffgrenzwerten zeigen.

Ottmar Edenhofer, Leser_In

Für die Stabilisierung unseres Klimas nützt die deutsche Energiewende wenig. Zwar hat sie den Anteil der erneuerbaren Energien erhöht; auch hat dies zu beträchtlichen Kostensenkungen bei Windenergie und Photovoltaik geführt. Aber sie hat nicht in gleichem Maße den Ausstoß von Treibhausgasen heruntergefahren. Fakt ist: Wir verfeuern weiter zu viel Kohle. Zudem sind die Verschmutzungsrechte europaweit gedeckelt; reduziert ein Land sein CO2, sinkt im Emissionshandel der Preis und ein anderes Land kann mehr ausstoßen. Nötig wäre daher ein Mindestpreis im EU-Emissionshandel. Aber Europa kann das Klima nicht ohne die USA und China schützen. Deshalb müssten die großen Volkswirtschaften der G20 – die 76 Prozent der Emissionen repräsentieren – über koordinierte CO2-Preise reden. Anders als bei den letztes Jahr für den Klimagipfel von Paris vorgelegten Emissionsreduktionsplänen wären Preise transparent und gut vergleichbar. Und sie würden dringend benötigte Staatseinnahmen generieren. Transferzahlungen an ärmere Länder könnten deren Kooperation sichern und einen Lastenausgleich schaffen. Diese CO2-Preise würden dazu beitragen, dass sich die erneuerbaren Energien am Markt durchsetzen. Nationale Alleingänge wie die deutsche Energiewende haben symbolische Bedeutung; das ist auch relevant. Nach dem Klimaabkommen von Paris kommt es jetzt darauf an, dass die Staatengemeinschaft einen Einstieg in eine effektive Klimapolitik findet.

Rudi Bertram, Leser_In

Eschweiler, eine Stadt von 56.000 Einwohnern circa 15 Kilometer östlich von Aachen, ist Standort eines Braunkohlekraftwerkes mit direkter Anbindung an einen Braunkohletagebau, In unserer Stadt ist die Energiewende schon seit längerer Zeit angekommen, da bereits Kraftwerksblöcke im Braunkohlekraftwerk abgeschaltet wurden und mehrere hundert Arbeitsplätze weggefallen sind. Unsere Stadt wurde historisch geprägt durch den Steinkohlebergbau und die Stahlindustrie, welche bereits in den letzten Jahrzehnten von einem Strukturwandel betroffen waren. Dessen Auswirkungen erkennt man heute noch an der hohen Arbeitslosenquote von neun Prozent. Ich sehe es mit Besorgnis, wenn man nun die Energiewende kurzfristig umsetzen und den Kohleausstieg forcieren möchte, ohne die Arbeitsplatzverluste zu berücksichtigen. Von der Bevölkerung wird die Energiewende gestützt, doch sollte man den Menschen in der Stadt und der Region eine Chance geben und in den nächsten Jahren neue Arbeitsplätze schaffen. Wichtig ist nicht nur die Energiewende, sondern auch, die Menschen in Arbeit zu halten. Es darf keinen Strukturbruch geben, sondern einen sozial und ökologisch ausgewogenen Strukturwandel. Die Menschen erkennen die Folgen des Klimawandels, befürworten die Energiewende, wollen aber auch einen sozialverträglichen Wandel, der ihnen Sicherheit und eine Perspektive gibt.

Lars Frachter, Leser_In

Ich sehe den Sinn in der Energiewende. Aber ob es nachhaltig ist, jetzt ein Haus zu sanieren, wenn in ein paar Jahren wieder neue Baustoffe auf dem Markt sind, die besser isolieren?

Hubert Freisinger, Leser_In

Ich habe es noch erlebt, als es in Deutschland häufig zu Stromausfällen kam. Eine Energiewende bürgt wieder genau diese Gefahren für mich. Es ist doch nicht nachhaltig, wenn plötzlich alles in der Gefriertruhe auftaut und es zappenduster wird.

Ronald Balthaus, Leser_In

Ich denke, es ist durchaus nachhaltig, dass mit der Energiewende Steuergelder nach so vielen Jahrzehnten der politischen Auseinandersetzung nun breit aufgestellt in die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien investiert werden. Endlich haben fast alle den Sinn darin erkannt, nicht mehr in Atomenergie zu investieren oder heimische Kohle zu subventionieren. Aber ob diese Wende noch rechtzeitig geschehen ist, bleibt die offene Frage.

Florence Reimann, Leser_In

Heute lernen glücklicherweise die Kinder schon in der Grundschule oder sogar im Kindergarten, dass es wichtig ist, Strom und Energie zu sparen. Projekttage oder ganze Projektwochen finden dazu statt. Die Kinder können danach sogar erklären, warum dies so wichtig ist. Das finde ich einen nachhaltigen Ansatz: Wenn man die Wende mit Rückhalt in der Bevölkerung meistern will, ist es gut, schon bei den Kleinsten mit der Aufklärung zu beginnen.

Peter Rallenhausen, Leser_In

Wie kann man heute wissen, ob die Energiewende nachhaltig ist? Das zeigt sich erst in den kommenden Jahrzehnten. Wenn jetzt noch in einem AKW etwas passiert, kam sie zumindest zu spät.

Max Power, Leser_In

Energie? Wende? Zwei starke Worte für sich! Aber wogegen wendet sich die Energiewende? Zu viel Verbrauch oder verbrauchen wir nur die falsche Energie? Gelber Strom hat den Markt in kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Schafft der grüne Strom das auch? Wenn ja, dann braucht er sehr lange dafür. Denn es ist Halbzeit in der Energiewende. 35 Jahre liegen hinter uns, 35 noch vor uns. Aber warum haben wir und auch die Politik, die diese 1980 beschlossen hat, so lange gewartet, eine Wende einzuschlagen? Ist es wie meistens nur eine Frage des Geldes? Oder ist uns die Problematik jetzt erst bewusst geworden. Einige offene Fragen. Doch eins ist klar. Wir können es nur gemeinsam schaffen! Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und Sekunde müssen wir uns darüber bewusst sein, dass wir Energie einsparen können.

Hanne Strahlsand, Leser_In

Ich würde persönlich auch gerne zur Energiewende beitragen und wollte den Stromanbieter wechseln: Kein Kohlestrom mehr und kein Atomstrom war mein Ziel. Aber wie nachhaltig soll das bei einem großen Konzern sein? Sie haben doch genug Atomstromkunden, so dass es die Ökostromanteile gar nicht verändert.

Jochen Wormer, Leser_In

Erst durch Fukushima wurde der Ausstieg aus der Atomenergie ernsthaft Teil der Energiewende. Vielsagend.

Selma Franke, Leser_In

Biokartoffeln aus Ägypten, Spargel aus Peru und Sprudelwasser aus der Türkei finden wir im Laden. Wir sprechen von einer Energiewende und verschwenden tagtäglich Energie für die unsinnigsten Transporte. Wie soll das gut gehen?

Walter Henle, Leser_In

Nach der Atomkatastrophe in Japan hat die Bundesregierung den Ausstieg aus der A-Energie verkündet - womöglich etwas voreilig. Dabei wurde gesagt (und geglaubt), die „alternative Energie“, die in Deutschland verfügbar ist , reiche bei Weitem aus. Als Erneuerbare Energien (oder regenerative Energien) werden Energieträger bezeichnet, die im Rahmen des menschlichen Zeithorizonts praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen oder sich verhältnismäßig schnell erneuern. Damit grenzen sie sich von fossilen Energiequellen ab, die sich erst über den Zeitraum von Millionen Jahren regenerieren. Erneuerbare Energiequellen gelten als wichtige Säule einer nachhaltigen Energiepolitik und der „Energiewende\". Zu ihnen zählen Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie und Windenergie. Daneben setzt man auf höhere Energieeffizienz. Dabei geht man offenbar von der Annahme aus, unser Energieverbrauch sei eine Konstande, die nicht gemindert werden kann oder sollte oder darf. Da zeigt sich m.E., dass wir (wir alle !) unseren Luxus (den \"Wohlstand\" der Politiker) als unverzichbar unterstellen. Dabei ist er, neben der Übervölkerung der Erde, das Grundübel. Der Mensch, auch der moderne, ist Teil der Natur, nicht ihre Krone. Nur wenn er im Einklang mit ihr lebt, kann er langfristig überleben. Die Schätze der Natur, die Bodenschätze, sind allesamt endlich, ob Germanium oder Kochsalz oder Rohöl. Unsere Nachkommen in 1 000 Jahren (womöglich schon lange vorher) werden da nicht mehr viel aus der Erde holen (Kochsalz sicherlich immer noch). Die „Energiewende“ ist nicht nachhaltig!

Jan David Busch, Leser_In

Aus meiner Sicht, haben wir schon einen großen Schritt, in die richtige Richtung in Sachen Energiewende gemacht.. Wenn man sich vorstellt, dass vor 50 Jahren noch niemand was mit dem Begriff Energiewende anfangen konnte. Natürlich ist immer Verbesserungspotenzial vorhanden, aber man kann die Atomkraft nicht einfach von einen auf den anderen Tag abschaffen. Ich denke wir in Deutschland leisten sehr viel für die Energiewende & andere Länder(europäische), sollten sich ein Beispiel daran nehmen.

Christina Weiser, Leser_In

Nachhaltig ist die Energiewende nur dann, wenn das, was heute Technik für eine umweltfreundliche Energiegewinnung leisten kann, nicht wieder durch unser Leben in Saus und Braus ausgehebelt wird. Ziel des Kohleausstiegs ist schließlich, den CO2-Ausstoß zu verringern. Technischer Fortschritt bedeutet also nicht, dass wir keine Energie mehr sparen müssten. In der Automobilbranche wird viel dafür getan, dass der CO2-Ausstoß sinkt. Aber wenn dafür alle mehr Auto fahren, hilft dies wenig. Wenn wir meinen, öfter mal ein Rindersteak aus Südamerika essen zu müssen, schnellt unser persönlicher CO2-Fußabdruck direkt in die Höhe. Mobilität und Ernährung sind die beiden Grundpfeiler, an denen jeder persönlich arbeiten kann, um nachhaltiger zu leben.

Carsten Wendler, Leser_In

Die Energiewende: 35 Jahre liegen hinter uns, 35 Jahre liegen vor uns. Wenn man bedenkt was wir hätten alles in dieser Zeit erreichen können, ist es zu wenig wenn man sich anschaut wo wir jetzt stehen. Aber wie immer in einer Halbzeit kann man dieses nutzen und sich auf die nächste Häfte fokussieren. Die Energiewende schaffen wir nur zusammen. Jeder mit einem, seinem kleinen Beitrag.

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