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Was mache ich mit meinem Geld?

Das klassische Sparbuch hat wohl ausgedient: Die Nullzinspolitik verändert unseren Umgang mit Geld? Gegen was tauschen Sie die Ziffern auf Ihrem Konto ein?

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Wolfgang Scherf, Leser_In

Die aktuelle Nullzinspolitik dient nach dem Selbstverständnis der Europäischen Zentralbank EZB dazu, der Gefahr einer Deflation, also eines sinkenden Preisniveaus, zu begegnen. Konsumenten, die fallende Preise erwarten, könnten ihre Ausgaben einschränken und damit negative Konjunktureffekte erzeugen. Allerdings steigen die Konsumentenpreise derzeit wegen der niedrigen Ölpreise nicht um die gewünschten zwei Prozent, was jedoch keine Deflation im Inland signalisiert. Zudem verfehlt die Geldpolitik die beabsichtigten Wirkungen. Niedrigzinsen sollen die Kreditnachfrage der Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen ankurbeln und damit die Wirtschaft aus der Krise führen. Tatsächlich gelingt das in der Eurozone nicht, denn der Zinsimpuls kommt auf den Gütermärkten gar nicht an, weil die Investoren keine entsprechende Absatzperspektive erkennen. Wie schon Karl Schiller wusste: „Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber saufen müssen sie selber.“ Stattdessen führen die Niedrigzinsen zu Blasen auf den Vermögensmärkten, wo die Anleger händeringend Renditechancen suchen und so die Aktienkurse und Immobilienpreise nach oben treiben. Zudem überdehnt die EZB mit dem massiven Ankauf von Staatspapieren ihr Mandat und vermindert den Reformdruck in den überschuldeten Krisenländern. Aber die Bankenrettung durch den Abkauf fauler Staatspapiere war ohnehin das eigentliche Ziel der EZB. Verlierer sind die deutschen Sparer und Steuerzahler.

Dirk Müller, Leser_In

Ein niedriger Realzins, der Sparzins abzüglich Inflationsrate, ist für Sparer seit Jahrzehnten normal. In der Hälfte der Zeit seit 1967 waren die Realzinsen sogar negativ. Aber die jetzt so augenfällige „Null“ zwingt den Sparer zu erkennen, was er seit Jahren erfolgreich verdrängt. Die sinnvolle Alternative in der Vergangenheit und heute ist die Beteiligung an der langfristig – wenn auch unter Schwankungen – stets wachsenden Gesamtwirtschaft durch den Kauf von Aktien starker Unternehmen. Hier sind bei langjähriger Anlagedauer ordentliche und verlässliche Renditen zu erzielen. Die weltwirtschaftliche Entwicklung besteht wie nahezu alle Elemente des Lebens aus zwei Schritten vor und einem zurück. Wer sich darüber im Klaren ist, dem ist auch nicht Bange vor Aktien und möglichen temporären Kursrückgängen. Da der deutsche Anleger jedoch besonders sicherheitsorientiert ist und mit Rückschlägen nur ungern umgehen möchte, empfiehlt sich ein Aktiendepot mit einer Absicherung gegen allzu starke Kursrückgänge. Das kostet ein wenig langfristige Rendite, lässt aber bei noch immer guten Erträgen gut schlafen. In einer Zeit, in der Geld nach Belieben gedruckt wird und sogar verschenkt werden soll – Stichwort Helikoptergeld –, sollte jedem klar sein, dass Geld bald kaum noch etwas wert sein wird. In einer solchen Zeit sind Sachwerte wie Aktien vermutlich die bessere Wahl als jene für sicher gehaltenen Anleihen und Festgelder.

Lothar Behrens, Leser_In

Klar ärgern sich Sparer, dass die Zinsen von Herrn Draghi abgeschafft wurden. Bei klassischen Anlagen verliert der Bankkunde eher Geld, als dass er Vermögen aufbaut. Sogar Verbraucherschützer raten von Sparbuch und Festgeld ab. Doch deswegen sein Geld in Konsum zu stecken, ist keine Lösung. Oder glauben Sie, dass die gesetzliche Rente ausreichen wird, um den Lebensabend angenehm bestreiten zu können? Das Ersparte unter dem Kopfkissen zu horten, ist keine Lösung. Ein wenig Gold ist sicher eine gute Idee, aber auch das gehört eher ins Bankschließfach. 
Ich selbst investiere am liebsten breit gefächert in Investmentfonds und Aktien, in Sachwerte also. Damit bin ich Miteigentümer an einem Unternehmen, einer Immobilie oder einem Objekt. Wer ein eher zurückhaltender Typ ist, ist mit Fonds gut beraten. Unter circa 7.000 Fonds findet jeder Kunde garantiert einen Fonds, der seinen persönlichen Vorstellungen und Neigungen entspricht. Mit Fondsanlagen kann auch der Einsteiger international und branchenübergreifend investieren. Irgendwo auf der Welt oder in einem Sektor boomt es immer! Wer hier etwas mehr Risiko wagt, investiert direkt in Aktien. Auch hier ist eine breite Streuung, Diversifizierung genannt, ratsam. „Nicht alle Eier in einen Korb und nicht zum gleichen Zeitpunkt“ – das ist die Losung. Auch Wertpapiere unterliegen Schwankungen. Aber in Unternehmen zu investieren ist auf längere Sicht die rentabelste Anlageform.

Robert Geiss, Leser_In

Nach dem Verkauf von „Uncle Sam“ musste ich erstmal überlegen, was ich mit dem Geld überhaupt anfangen soll. Natürlich wollte ich meiner Frau und mir nach den harten Business-Jahren und all den Entbehrungen etwas gönnen, ein paar Wochen im Hotel de Paris zum Beispiel, um unsere neue Wohnung in Monaco einzurichten. Aber ich war natürlich viel zu vernünftig, um beispielsweise im Casino alles auf Rot zu setzen. Klar verreise ich gerne und leiste mir einen gewissen Luxus, das soll auch so bleiben. Aber: Geld auszugeben ist immer leichter als es zu verdienen. Ich achte darauf, klug zu investieren und entwickle ständig neue Geschäftsideen – Mode, Immobilien, Hotellerie, um nur einige zu nennen. Den Großteil unseres Geldes habe ich konservativ angelegt. Bei Investitionen setze ich nie alles auf eine Karte, dafür bin ich viel zu misstrauisch. Vor allem bei Aktien kann es manchmal sehr schnell gehen und man verliert eine Menge. Ich halte mich lieber an Immobilien. Zumindest an der Côte d’Azur kann dabei nicht allzu viel schief gehen, denn es wird immer Menschen geben, die dort Urlaub machen wollen, wo es besonders schön ist. Und die Sonne wird in Südfrankreich auch in vielen Jahren noch zuverlässig scheinen. Ich habe nie blind irgendwelchen Beratern vertraut, sondern mich immer auf mein Bauchgefühl verlassen und mit der Zeit selbst ein Gespür dafür entwickelt, wie sich Dinge langfristig entwickeln. Denn von nix kommt nix!

Anselm Grün, Leser_In

Mit meinem Geld kann ich in der Gesellschaft etwas bewirken. Wenn ich ethische Aktien kaufe oder Aktien, die nachhaltig wirtschaften, dann bringe ich in der Welt der Finanzen etwas in Bewegung. Es gibt heute genügend Research-Firmen, die Firmen daraufhin untersuchen, ob sie nachhaltig wirtschaften und ethischen Standards entsprechen. Und diese Research-Firmen empfehlen nur Aktien von Firmen, die diesen Standards entsprechen. Das zwingt die Firmen, nicht nur aus ethischen Gesichtspunkten heraus nachhaltig zu wirtschaften, sondern auch schon aus rein wirtschaftlichen Gründen. Denn wenn sie den ethischen Standards nicht entsprechen, wird über kurz oder lang niemand mehr ihre Aktien kaufen. Geld lege ich nicht nur in Aktien an. Ich kann selbst nachhaltig wirtschaften, indem ich in meinem Haushalt Energiesparlampen anschaffe, die Wände dämme, Dreifachfenster einbaue oder Solarzellen auf das Dach montiere. Und ich kann überlegen, wie ich das Auto energiesparender fahren kann. Es gibt viele Gelegenheiten, selbst nachhaltig zu wirtschaften. Es braucht Fantasie, Kreativität und den Mut, kleine Schritte auch wirklich zu gehen. Es genügt nicht, andere anzuklagen, die zu wenig für die Nachhaltigkeit tun. Wir selbst können anfangen und kreative Ideen entwickeln, wie für uns selbst nachhaltigeres Wirtschaften möglich ist. Diese Ideen sollen Spaß machen und nicht nur ein schlechtes Gewissen beruhigen.

Dietrich Mattausch, Leser_In

Der Beruf des Schauspielers ist ein ganz wunderbarer. Aber er bringt es mit sich, dass man mit der Unsicherheit eines unregelmäßigen Einkommens leben muss. Am Theater verdient man extrem wenig Geld, ist finanziell erpressbar, weil man unbedingt spielen will. Als ich aber zum Fernsehen kam, hatte ich für zehn bis 15 Jahre ein gutes Einkommen und wollte es für mein Alter gewinnbringend anlegen. Mein damaliger Bankberater empfahl mir, auch aufgrund der damals möglichen Steuerabschreibung, einen geschlossenen Fond. Diese geschlossenen Fonds sind jedoch nicht durchschaubar, sie sind wie ein Glücksspiel. Das Geld war weg, weil der Fond nicht mehr liquide war und aufgelöst werden musste. Das Gericht, das den Fall übernahm, war der Ansicht, man hätte das Risiko aus dem Prospekt verstehen müssen. Es ist mir eine Lehre geworden misstrauisch zu sein, wenn es um Geldanlagen geht: Man sollte nicht in etwas anlegen, was man nicht versteht. Spätere, gute Bankberater haben mich dabei unterstützt, mein Geld sicherer anzulegen. Heute bin ich glücklich, dass ich trotz der damaligen Verluste durch den geschlossenen Fond im Alter gut leben kann. Ich empfehle aber allen Kollegen, stetig in die normale und in die zwei für Schauspieler relevanten Pensionskassen einzuzahlen und auch sich beständig von einem Theater fest anstellen zu lassen. Die Auszahlungen daraus sollten mindestens den Sockel für die spätere Rente bilden.

Sandra Navidi, Leser_In

Geld ist das Blut im Kreislauf unseres Finanzsystems, unserer Märkte und unserer Wirtschaft. Kommt der Geldfluss zum Erliegen, besteht die Gefahr eines systemischen Zusammenbruchs. Die grundlegende Bedeutung von Geld für die Gestaltung unserer Gesellschaft und Kultur verleiht den Chefs der Zentralbanken, Banken und anderer Finanzinstitute eine besondere Macht. Ihre Entscheidungen über Geldschöpfung, Kapitalflüsse und Investitionen haben direkte Auswirkungen auf das Leben eines jeden einzelnen von uns. Sie bestimmen, welche Firmen Kredite bekommen, wo Arbeitsplätze abgebaut werden und wie viel unser Erspartes bringt. Geld schafft und vertieft ihre Beziehungen und auf der Grundlage generieren sie wiederum neuen Geldfluss. In ihrem persönlichen Mikrokosmos ist Geld vor allem ein sozialer Statusmarker. Die Globalisierung, Technologisierung und Finanzialisierung hat den Wohlstand zunehmend in der Hand einer kleinen internationalen Super-Elite konzentriert, die mehr miteinander gemeinsam hat, als mit den Menschen in ihren jeweiligen Heimatländern. Sie können aufgrund ihrer Netzwerke und Nähe zum Geld im Verhältnis zum Rest der Gesellschaft überproportional mehr Geld generieren, was ihre Position und die verzerrte Dynamik des Systems weiter perpetuiert. Wenn nicht baldmöglichst längst überfällige Regulationsmechanismen aktiviert werden, wird die Schere zwischen Arm und Reich auch weiterhin immer größer werden.

Günter Woltmann-Zeitler, Leser_In

Ich nehme „überschüssiges“ Geld her, um möglichst erfolgreich währungswissenschaftlichen Sachverstand zu verbreiten, mit dessen Hilfe dann in besagter Publikation von Professor Hans-Werner Sinn geforderte „Aktionsbündnisse“ unsere Zentralbank nachdrücklich zwingen sollten, deren derzeitige einerseits nutzlose, anderseits für sparende Anleger und Versicherungen mordsgefährliche Null-Zins-Politik umgehend einzustellen. Dazu: Die EZB gewährt augenblicklich deshalb spektakulär Null-Zins-Kredite, da Banken und Produktionsunternehmen zinsteurere Kredite nicht weiterverleihen bzw. vernünftig investieren können, weil wiederum sich aus zunehmenden Investitionen ergebende Produktionen wegen Kaufkraftmangels nicht in ausreichendem Maße auf dem Verkäufermarkt absetzbar sind. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Draghi beabsichtigt deshalb einmal, per Null-Zins-Angebot den Geschäftsbanken ausreichend viel an für diese existenzwichtigen Verleihgeschäften zu ermöglichen, und er hofft gleichzeitig, auf diese Weise dem Käufermarkt indirekt mehr Kaufkraft zuzuführen, damit Nachfrage und Absatz konjunkturfördernd steigen können. Die gutgemeine Absicht Draghis kann aber nur Erfolg haben, wenn der Italiener erkennt, weil ihn kompetente „Aktionsbündnisse“ Entsprechendes erklärt haben, daß Geldemissionen der Zentralbank nicht – angebotsorientiert – über die Geschäftsbanken eingeführt werden dürfen, sondern nur - nachfrageorientiert – direkt an die Käuferseite. Und das dann niemals als Kredite (man kann Blut nicht verleihen, und Geld ist das Blut der Wirtschaft; und wer läßt sich per Transfusion notwendiges Blut leihen, wenn er dieses irgendwann als Schuld wieder zurückgeben muß ?), vielmehr nur als endgültige Kaufkraft-Geld-Vermehrung. Dieses zusätzliche Geld muß den Bürgern, den Käufern, von der EZB – über den Weg: Auszahlung an die Staatskasse, von der aus Weiterleitung per Steuerabschlag – zur Verfügung gestellt werden.

Hans-Werner Sinn, Leser_In

Wer heute Geld hat, sollte damit politische Aktionsbündnisse finanzieren, die den Widerstand gegen die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank organisieren und in der Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass diese Politik nicht im deutschen Interesse liegt, weil Deutschland dank seiner Exportüberschüsse das zweitgrößte Nettoauslandsvermögen auf der Welt nach Japan hat. Bekanntlich leiden Gläubiger unter hohen Zinsen, während Schuldner profitieren. Hätte Deutschland in den Krisenjahren seit 2008 noch die gleichen prozentualen Kapitalerträge auf sein Nettoauslandsvermögen erzielt wie 2007, so hätte es bis Ende 2015 insgesamt 326 Milliarden Euro mehr an Zinserträgen erwirtschaftet. Die Nullzinspolitik dient dazu, überschuldete und konkursreife Staaten in Südeuropa zu retten, doch geht sie zu Lasten der deutschen Renten. Lebensversicherungsverträge und sauer verdiente Ersparnisse bringen nicht mehr das, was einem früher versprochen wurde. Wem soviel politische Aktion nicht gefällt und wer lieber sein eigenes Schäfchen ins Trockene bringen möchte, der sollte Aktien kaufen, die Augen verschließen, damit er die Kursverluste bei einer Normalisierung der Zinsen nicht sieht, und sich an den Dividenden erfreuen. Die werden fließen, ganz unabhängig davon, wie sich die Kurse entwickeln. Und gegen Änderungen des Preisniveaus ist er auch noch geschützt, weil die Dividenden in Proportion dazu steigen oder fallen werden.

Brüsika, Leser_In

...wenn Gläubiger unter hohen Zinsen leiden und Schuldner profitieren - wie im Beitrag von Hans-Werner Sinn beschrieben - gäbe es keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Nullzinspolitik.

Günter Woltmann-Zeitler, Leser_In

Günter Woltmann-Zeitler Währungswissenschaftler Schluß mit dem Null-Zins-Unsinn ! Ich nehme „überschüssiges“ Geld her, um im Volk währungswissenschaftlichen Sachverstand zu verbreiten, mit dessen Hilfe dann vom Kollegen Sinn geforderte „Aktionsbündnisse“ unsere EZB nachdrücklich zwingen sollten, deren derzeitige einerseits nutzlose, anderseits für sparende Anleger und Versicherungen gefährlich schädliche Null-Zins-Politik umgehend einzustellen. Die EZB gewährt augenblicklich deshalb spektakulär Null-Zins-Kredite, da Banken und Produktionsunternehmen – insbesondere - zinsteurere Kredite nicht weitergeben bzw. vernünftig investieren können, weil wiederum sich aus zunehmenden Investitionen ergebende Produktionen wegen Kaufkraftmangels nicht in ausreichendem Maße auf dem Verkäufermarkt absetzbar sind. Draghi beabsichtige deshalb einmal, per Null-Zinsangebot den Geschäftsbanken ausreichend viel an für diese existenzwichtigen Verleihgeschäften zu ermöglichen, und hofft gleichzeitig auch, auf diese Weise dem Käufermarkt indirekt mehr Kaufkraft zuzuführen, damit Nachfrage und Absatz konjunkturfördernd steigen können. Die gutgemeine Absicht EZB-Draghis kann aber nur Erfolg haben, wenn der Italiener begreift, weil ihn kompetente „Aktionsbündnisse“ Entsprechendes beigebracht haben, daß Geldemissionen der Zentralbank nicht – angebotsorientiert – über die Geschäftsbanken eingeführt werden dürfen, sondern - - nachfrageorientiert – direkt an die Käuferseite. Und das dann nicht als Kredite – man kann Blut nicht verleihen, und Geld ist das Blut der Wirtschaft; und wer läßt sich per Transfusion ausreichend weil notwendig viel Blut leihen, wenn er es zur Zeit als Schuld zurückgeben muß ? - vielmehr nur als endgültige Kaufkraft-Geld-Vermehrung. Und diese kann den Bürgern von der EZB indirekt – Auszahlung an die Staatskasse, von der aus Weiterleitung per Steuerabschlag an die Bürger – zugeführt werden.

Hermann-Josef Tenhagen, Leser_In

Die Kunden der Deutschen Bank haben fast 100 Milliarden Euro auf tagesfälligen Konten liegen. Bei Kunden der ostdeutschen Sparkassen sind es rund 80 Milliarden Euro. Das ist nicht clever. Denn sie bekommen für ihr Erspartes oft nur 0,01 Prozent Zinsen oder gar keine. Dabei könnten die Verbraucher bei deutschen Töchtern französischer Banken bis zu ein Prozent Zinsen bekommen – 100 Mal so viel (www.finanztip.de/tagesgeld/). Zusammen verschenken sie 1,5 Milliarden Euro – ganz ohne Zwang. Ungefähr die gleiche Konstellation prägt das Angebot für Festgeldzinsen. Deutsche Institute bieten ihren Kunden für drei Jahre 0,15 Prozent Zinsen, deutsche Töchter niederländischer oder französischer Banken zahlen 1,3 oder gar 1,4 Prozent. (www.finanztip.de/festgeld/) Nicht mal bei den Aktienanlagen sind die Standardangebote vieler deutscher Institute konkurrenzfähig. Statt ihren Kunde zu sagen, dass man heute an der Börse standardisierte Körbe mit vielen Aktien, sogenannte Indexfonds oder ETFs, zu niedrigen Kosten kaufen kann www.finanztip.de/indexfonds-etf/), schwatzen sie den Verbrauchern nur Fonds auf, bei denen die Bank erstmal hohe Ausgabeaufschläge abzweigt und dann das Fondsmanagement Jahr für Jahr hohe Gebühren kassiert. Diesmal liegt die Alternative noch näher, Sparkassen und Banken bauen für anspruchsvolle Kunden selber solche ETFs, verkaufen sie aber nur ungern, weil die Bank daran nichts verdient. Die Rendite des Kunden steht hintenan. Liebe Geldanleger, kaufen sie französisch, oder doch mindestens anders.

Eberhart Brinkmann, Leser_In

Warum spare ich mein Geld eigentlich? Ich bin jetzt 65 und seit 2 Jahren beziehe ich Rente. Mit 30 Jahren habe ich angefangen jeden Monat 100 Mark in eine Lebensversicherung einzuzahlen. Jetzt bekomme ich davon zwar eine schöne Auszahlung, kann aber das Geld leider nicht mehr in vollen Zügen genießen, da mein Körper nicht mehr mitspielt. Rückblickend betrachtet hätte ich mir lieber früher was von dem gesparten Geld gönnen sollen. Mein Apell: Genießt das Leben jeden Tag, aber mit Bedacht und passt auf euch auf. Euer Eberhart

Sonja Morgenroth, Leser_In

Sparen und Ausgeben! Essen, trinken, feiern, leben und wie ich die Sache sehe, das ganze am liebsten auf Reisen. Nullzinspolitik, Negativzinsen etc. Wir machen uns Gedanken wie wir es schaffen können aus Geld mehr Geld zu machen. Aber warum? Zu früheren Zeiten und auf großen Teilen der Welt bis heute, wurde getauscht was benötigt wurde. Nur wer zu viel Geld hat, kann sich mit Dingen belasten, die für viele Menschen nicht nachvollziehbar sind. Sollte mich tatsächlich das Glück ereilen, einmal nicht zu wissen was ich mit meinem Geld mache, dann hoffe ich den \"richtigen\" Menschen damit helfen zu können.

Frank Saibling, Leser_In

Soll ich mein Geld nicht einfach auf ein Tagesgeldkonto packen und abwarten, bis die Zinsen wieder steigen? So zu handeln finde ich ist nicht besonders pfiffig. Die Banken, Sparkassen und Raiffeisenbanken bieten als Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher nicht mal mehr 0,8 Prozent. Wer so anlegt, kann jeden Tag sehen, wie sein Geld an Kaufkraft verliert. Allerdings gibt es noch durchaus Banken, die ein bisschen mehr bieten. Aber Vorsicht!!! Auf das Kleingedruckte kommt es dann an. Denn meistens sind die hohen Zinsen nach 6 Monaten vorbei. Bankenhopping ist angesagt.

Alexander Faust, Leser_In

Geld soll arbeiten, das tut es derzeit jedoch nicht. Man könnte heute nicht einmal mehr von einem Lottogewinn sein Leben bestreiten. Früher hätte man von den Zinsen ein anständiges Leben führen können. Jetzt sind wir also schon unserer Träume beraubt.

Thomas Grester, Leser_In

Bei mir hat die Zinspolitik völlig gewirkt. Wir geben unser Geld wirklich einfach aus und ich fange an, dieses Leben zu genießen. Jeden Freitag entdecken wir ein neues Restaurant, sparen nicht an teuren Weinen, der Kleiderschrank ist voll und die Wände zieren schöne Arbeiten deutscher Maler. Wir haben sogar schon über einen Pool nachgedacht.

Leonie Fischer, Leser_In

In Zeiten, in denen ein Minuszins auch für Kleinsparer nicht ausgeschlossen ist, habe ich das einzig richtige gemacht. Ich habe meinen Job gekündigt, werde mein Geld für meine täglichen Dinge ausgeben und endlich das machen, wovon ich die letzten zehn Jahre geträumt habe: Ich werde endlich in Vollzeit Keramiken herstellen und sie in einem kleinen Lädchen verkaufen.

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Axel Haverich, Leser_In

Unsere demographische Entwicklung gepaart mit den sich ständig verbessernden Ergebnissen der Transplantation bei Älteren steigert den Bedarf an Transplantaten stetig. Demgegenüber kann die Organspende nicht gesteigert werden. Das entstehende Defizit in der Versorgung von Kranken mit nicht reversiblem Organausfall wächst daher kontinuierlich. Überbrückende technische Verfahren wie die Dialyse und Kunstherzen bleiben bei Überlebensraten und Lebensqualität abgeschlagen hinter den Ergebnissen der Organtransplantation zurück. In vielen Forschungszentren werden daher Alternativen zur Transplantation gesucht, die man unter dem Stichwort Biofabrikation zusammenfassen kann. Hierbei geht es um bio-artefiziell hergestellte Gewebe basierend auf Stammzell-Verfahren, die erkrankte Organe reparieren oder ersetzen. Beispiele hierfür sind die Reparatur einer Lunge mittels Austausch erkrankter Zellen durch gesunde, außerhalb des Körpers in Bioreaktoren. Hier erhält der Kranke das Organ nach Reparatur zurück. De novo erstellte Gewebe aus gezüchteten Zellen, kombiniert mit dem Einsatz gedruckter, zellfreier Gerüststrukturen sind der zweite Weg, auf dem ein Organversagen demnächst patienten-spezifisch therapiert wird. Heute noch in tierexperimenteller Erprobung, werden dies Behandlungsmethoden der Zukunft sein. Falls sicher genug, werden wir sie auch als Teilersatz in frühen Krankheitsstadien einsetzen, bestimmt aber in jenen Kranken, die durch ein komplettes Organversagen bedroht sind.

Mara Hintz, Leser_In

Ich möchte mich von der Sonne bescheinen lassen. Im Sommer blühe ich jedes Mal auf, wenn sich meine Haut erwärmt. Doch die eiskalten Winter rauben mir jedes Mal meine Lebensfreude. Ich möchte daher, sobald ich von meinen Arbeitsort ungebunden bin, in einem südlichen, europäischen Land leben.

Werner Spraeßer, Leser_In

Meist sind es die runden Geburtstage, an denen man Revue passieren lässt, was man sich für sein Leben vorgestellt hat und was man tatsächlich erreicht hat. Ganz klassisch waren das bei mir der Bildungsweg, der Job, eine Familie, eigener Besitz. Doch bei jeder Nullung habe ich auch feststellen müssen, das meine Leben anders verlaufen ist, als ich es mir gedacht hatte. Manchen Vorsatz konnte ich umsetzen, doch immer wieder musste ich mich mit Umständen auseinandersetzen – positiv wie negativ – die unverhofft in mein Leben traten und mich komplett anders handeln lassen mussten. Deswegen lasse ich mich jetzt einfach überraschen, was das weitere Leben so bringen wird.

Berthold Hermann, Leser_In

Mein Traum wäre das Leben auf einem französischen Weingut. Die schwere körperliche Arbeit dürfen auch gerne die Arbeiter auf dem Weinberg machen, ich kümmere mich um die Weinproben mit den Händlern. Dabei dürfte ich selbst auch nicht zu kurz kommen. Savoir-vivre!

Sebastian Friedrich, Leser_In

Ich wünsche mir für meine Zukunft, mein Leben immer noch mit dem Menschen teilen zu können, den ich über alles liebe: Mit meiner wunderbaren Frau.

Irene Schwartzer, Leser_In

Ich hoffe doch, gesund und munter noch im spätesten Lebensherbst. Auch meine Verwandtschaft kann beachtliche Lebensalter vorweisen. Aber wenn der liebenswerte Freundeskreis schon weggestorben ist und ich die 100 überschritten haben sollte, ich nur noch auf Hilfe angewiesen bin und auf ein glückliches und zufriedenes Leben zurückblicken kann, ich denke, dann reicht mir dies sicherlich auch.

Harry Hintermann, Leser_In

Ich musste früh Arbeiten gehen, weil meine Tante, bei der ich aufwuchs, nicht viel Geld hatte. Aber wenn ich bald in Rente gehe, möchte ich mir endlich meinen Lebenstraum erfüllen und doch noch studieren. Am liebsten Kunstgeschichte oder Philosophie.

Heike Trappe, Leser_In

Unsere Lebenserwartung steigt und nach Aussagen von Demografen ist kein Ende dieses Trends in Sicht. Die verlängerte Lebenszeit hat Auswirkungen auf unser Familienleben. Entscheidungen für verbindliche Partnerschaften oder für eine Elternschaft werden tendenziell später getroffen, so dass vorher mehr Zeit für das Erproben verschiedener Lebensformen bleibt. Assistierte Reproduktionstechnologien werden vermutlich auch künftig nicht dazu führen, dass biologische Grenzen der menschlichen Reproduktion gänzlich an Bedeutung verlieren. Sie werden jedoch dazu beitragen, dass sich die reproduktive Lebensspanne verlängert, beispielsweise durch „Social Freezing“. Im Anschluss an eine Trennung oder den Verlust eines Partners begünstigt die verlängerte Lebenszeit auch im höheren Lebensalter das erneute Eingehen einer Partnerschaft, die soziale oder biologische Übernahme von Elternverantwortung und damit die Zunahme komplexer Familienkonstellationen. Veränderte Erwartungen an Großeltern, die prinzipiell mehr gemeinsame Lebenszeit mit ihren Enkeln teilen als jemals zuvor, gehen damit einher. Herausforderungen für ein gelingendes Familienleben stellen sich in jeder Lebensphase neu. Während bislang der öffentliche Diskurs und die Familienpolitik überwiegend auf die Lebensphase mit kleinen Kindern ausgerichtet sind, sollte künftig eine faire Aufteilung von Erwerbsarbeit, Freizeit und Fürsorgetätigkeiten über die gesamte Lebensspanne angestrebt werden.

Frank Swiaczny, Leser_In

In Deutschland erleben wir derzeit einen demografischen Wandel und machen uns Sorgen um die Zukunft. Die Bevölkerung wird immer älter und ohne Zuwanderung schrumpft sie. In manchen Regionen wandern junge Menschen ab, weil das Leben an einem anderen Ort attraktiver erscheint und eine bessere Zukunft verspricht. Neue Zuwanderergruppen tragen in Deutschland seit Jahrzehnten dazu bei, dass die Bevölkerung heterogener wird und viele zweifeln, ob ihre Integration auch künftig gelingt. Manche befürchten, dass uns Veränderungen erwarten, denen wir nicht gewachsen sein könnten und die unser Bedürfnis nach Kontinuität und Sicherheit beeinträchtigen. Im demografischen Wandel scheinen sich all die aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen und Risiken zu bündeln, von denen wir unsere Zukunft bedroht sehen. Mit einer stabilen Bevölkerung, so die Hoffnung, werde es einfacher, Wohlstand und Lebensqualität auf dem gewohnten Niveau zu erhalten. Historisch haben sich Bevölkerungen aber stets verändert und der aktuelle demografische Wandel ist dabei keine Ausnahme. Seine Ursachen stellen vielmehr große Errungenschaften dar: Frei darüber entscheiden zu können, wie viele Kinder wir haben und wo wir leben wollen und vor allem die Chance auf ein langes Leben in guter Gesundheit. Grundlagen, die unsere Zukunft prägen werden und auf die auch eine noch immer wachsende Weltbevölkerung ihre Hoffnungen setzt.

Elke Pahl-Weber, Leser_In

Überwiegend lassen wir uns in Städten nieder. Klimawandel und ein intelligenter Kreislauf von Ressourcen haben unser Leben verändert. Städte sind viel ruhiger als früher, die Luft ist sauberer, das Wasser klarer, die Gebäude aus neuen Materialien gebaut, die unsere Bewohner zu Prosumenten in der Energie machen. Sie sind geprägt durch die Integration verschiedener Kulturen und Lebensstile. Diese Vielfalt prägt auch die Stadtplanung. Weil unsere persönliche Wohnfläche um gut ein Viertel gesunken ist, verbrauchen wir für notwendige Neubauten deutlich weniger Raum. Nahe Grünflächen und Gemeinschaftseinrichtungen werden ehrenamtlich organisiert und professionell unterstützt. Der Anteil der regenerativen Energien ist auf 70 Prozent gestiegen, wir haben Erfahrung in der flexiblen Steuerung der Energieverteilung und des Energieverbrauchs, hocheffiziente Speicher ergänzen. Mit unseren Smartphones können wir unseren Energiebedarf anmelden und in einem Zeitfenster abrufen. Die Planung unserer Städte hat sich früh darauf eingestellt und mit einem urbanen Koproduktionsprozess mit Stadt- und Fachplanung, mit Bürgern und Interessenvertretern, mit Unternehmen, Politik und Wissenschaft das Leben von morgen vorbereitet. Weniger Ressourcenverbrauch und doch mehr Lebensqualität. Anstatt Fly-overs mit Cablecars und utopischen Wolkenkratzern haben wir ein System, das gut ineinander greift und den Raum immer wieder neu nutzen und gestalten lässt.

Barbara Mundel und Veit Arlt, Leser_In

Die zwei kleinen Jungs aus dem neuen Containerwohnheim schräg gegenüber stehen am Gartentor. Sie schauen in den Garten und fragen den Jungen, der auf dem Rasen steht: „Was ist das?“ „Das ist ein Rasensprenkler“, erwidert der Junge. „Was, Sprenkler? ... Ah, gucke, das ist ein Fußball, wollen wir Fußball spielen?“ Sie öffnen das Gartentor, der Junge wird unruhig. Er sagt: „Ich muss erst meine Eltern fragen.“ Es stellt sich die Frage, wen wir in Zukunft um Erlaubnis fragen. Derzeit gibt es sehr rege bürgerschaftliche Bewegungen. Kulturinstitutionen wie ein Stadttheater vernetzen und vermitteln hierbei, sie können Denkräume öffnen und erweitern, wo gerade gedankliche Engführungen oder Abgrenzungen als vermeintlicher Garant für Sicherheit oder den Erhalt der Werte beschrieben werden. Mit Mitteln der Kunst können Wirklichkeiten erweitert werden, wobei wir uns oftmals auf unsicheres Gelände wagen: Patenschaften mit Wohnheimen, Frauenabende, Diskurse, Themenschwerpunkte. Hinzu kommen theatrale Auseinandersetzungen über seit der Antike tradierte Prinzipien des Gastrechtes und der Gastfreundschaft. Dieses Gastrecht wird derzeit auf individueller alltäglicher Ebene ausgeübt, ohne dass jemand eine Erlaubnis erteilt hat. Hier werden ernsthafte, zweifelhafte oder außergewöhnliche Begegnungen ermöglicht – wenn wir bereit sind, das Gartentor zu öffnen. Möglicherweise ist dann der Fußball weg, möglicherweise hat der Junge neue Freunde gewonnen.

Reinhold Messner, Leser_In

Niemand kann vorhersagen, wie wir in Zukunft leben werden, vor 20 Jahren wusste auch niemand, wie wir heute leben. Europa wird dazu von anderen Themen beherrscht als Afrika. Für die USA und Europa sehe ich als größtes Problem den aufkeimenden Nationalismus. Was aber unsere Region angeht, stellen sich die Fragen nach dem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Naturschutz und Naturnutzung. Naturlandschaften bleiben nur wertvoll, wenn man sie in Ruhe lässt, schützt. Die Kulturlandschaft hingegen muss weiter nachhaltig genutzt werden. Nur dies garantiert eine hohe Lebensqualität. In den Bergen ist über Jahrhunderte eine Kultur entstanden, die es verstand, den tiefer gelegenen Bergraum landwirtschaftlich zu nutzen, ohne dass er dauerhaft beschädigt worden wäre. Heute spielt vor allem der alpine Tourismus eine große Rolle wirtschaftlich. Dazu muss eine feinfühlige, hintergründige Diskussion geführt werden. Ich bin kein Fundamentalist, der gegen das Fällen jedes Baumes ist. Auf der anderen Seite sollte auch nicht auf jedem Hügel eine Seilbahn gebaut werden, damit Städter ihr romantisches Bild der Alpen erhaschen und ohne Anstrengung Gipfel erreichen, ohne zu begreifen, was ein Berg eigentlich ist. Über die Zukunft der Alpen sollten meiner Meinung nach auch die 16 Million Alpenbewohner entscheiden, nicht die über 60 Million Menschen, die im EU-Alpengroßraum wohnen und die Berge ausschließlich zur Erholung nutzen. Dies käme einem Diktat der Stadtkultur über die Bergkultur gleich.

Matthias Horx, Leser_In

Wenn Menschen „in der Zukunft wohnen“, wird das meist in blauen und technischen Farben gezeigt – Männer in Business-Suits oder schöne Ladys steuern mit dem Finger ihre Wohnungen elektronisch. Dass nennt sich dann das „Smarte Haus der Zukunft“. Aber dahinter steckt ein Missverständnis über das, was das menschliche Leben ausmacht. Technologie mag helfen, Komfort und Design der Architektur zu verbessern. Aber Alltagsleben ist immer auch Beschäftigung mit dem Psychischen, Haptischen, Lebendigen, Sozialen. Wohnen wird auch in Zukunft „Höhlenleben“ bleiben. Wir brauchen eine gewisse Portion Chaos, um uns wohlzufühlen. Dabei spielen Design und Material eine größere Rolle als Technik: Das Comeback von Holz als Bau- und Möbelstoff, die Renaissance natürlicher Materialien, die Aufwertung von Beton als formbarer Werkstoff, der Trend zum Natürlichen und Organischen. Selbstverständlich werden 3-D-gedruckte Möbel in Zukunft in unseren Wohnzimmern stehen, aber vermutlich werden sie organische Formen annehmen, um uns mit der Natur und dem Natürlichen zu verbinden. In unserem „Future Evolution House“ (www.Zukunftshaus.at) versuchen wir, in einen Dialog mit einer humanen Architektur-Zukunft einzutreten. Es soll die individuellen Bedürfnisse der Bewohner erfüllen und gleichzeitig ein lebendiges Familienleben ermöglichen. Je mehr Technik, desto mehr Naturbezug: Wir sind digitale Nomaden, die sich in eine fühlbare Welt rückkoppeln wollen.

Attila Hildmann, Leser_In

Wir leben im Zeitalter der Massentierhaltung und des unbändigen Fleischhungers – und das, obwohl die WHO kürzlich Fleisch in die selbe Gruppe Karzinogene eingeordnet hat, in der auch Tabak oder Plutonium stehen. Ich habe früher selbst mit Genuss Steak und Schnitzel gegessen. Aber Dinge verändern sich. Durch den immensen Ressourcenverbrauch in der Fleischproduktion, die oft perversen Zustände in den Massentierhaltungsanlagen und den Raubbau an der Natur entziehen wir uns selbst die Lebensgrundlage. Ich frage mich: Wie sollen in Zukunft neun Milliarden Menschen satt werden? Wie lösen wir unsere gesundheitlichen Probleme und den ethischen Konflikt in Bezug auf den Umgang mit Tieren? Und warum essen wir überhaupt Tiere? Die einen streicheln wir, die anderen sperren wir in enge Käfige und degradieren sie zu reinen Fleischproduzenten. Man kann nicht über die Esskultur in China lästern, während wir Kälber zu Wiener Schnitzel weichklopfen. Eine halbe Million Deutsche stirbt pro Jahr an ernährungsbedingten Krankheiten. Dabei können schon kleine Schritte helfen: Eine vegane Mahlzeit pro Woche oder Tag macht hochgerechnet auf 80 Millionen Deutsche einen immensen Unterschied. Hunderttausende haben die Vegan-for-Youth-Triät gemacht und schwärmen vom gesteigerten Wohlbefinden durch den Verzicht auf tierische Produkte. Nicht nur das Wohlbefinden der Tiere profitiert davon – auch die Menschen haben global gesehen eine bessere Perspektive!

Daniel Reis, Leser_In

Wenn wir in die Zukunft schauen, stellen sich mir diese Fragen: Wird der technische Fortschritt den immer mehr anschwellenden Erfolgsdruck im Alltag ausgleichen oder werden die Anforderungen für nachfolgende Generationen dadurch nur höher? Lebt der Mensch in 1.000 Jahren mit der Technik in Symbiose? Ich würde mir wünschen, dass es so ist. Doch die immer knapper werdenden Ressourcen und der von uns in Bewegung gesetzte Klimawandel zeichnen eine andere Zukunft in meinem Kopf. Wir sollten unseren technischen Fortschritt mehr nutzen, um unseren Planeten mehr zu schützen. Selbst namenhafte Autohersteller setzen lieber auf Manipulationen bei der Motorsteuerung, anstatt in Elektrofahrzeuge zu investieren, was für mich das genaue Gegenteil ist. Die Menschen in Großstädten würden dankbar sein um jedes Elektroauto in ihrer Stadt. Weiterhin sehe ich den Trend zur urbanen Landwirtschaft. Die Menschen erschaffen sich grüne Rückzugspunkte in Parks, Kleingärten und auf Dachgärten. Selbst die Architektur wird sich dahin verändern.

Kevin Dreyler, Leser_In

Ein mögliches Szenario wäre folgendes: Der Brexit leitet den Zerfall der Europäische Union ein. Die EU-kritischen Stimmen fühlen sich europaweit bestärkt. Die Ansicht, dass die EU nur ein zum Scheitern verurteiltes Eliteprojekt ist, das die Interessen der Reichen verteidigt und die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter aufreißt, hat an Boden gewonnen. Die Mittelschicht fühlt sich zunehmend unter Druck. Die Polarisierung setzt sich mit erhöhter Geschwindigkeit fort. Die Flüchtlingskrise stellt den Schengenraum vor eine Zerreißprobe, Grenzkontrollen werden vermehrt angesetzt. Nationale Interessen gewinnen immer mehr an Zuspruch auf Kosten der europäischen Solidarität. Eine gemeinsame Finanzpolitik wird zunehmend unwahrscheinlicher. Der Euro gerät unter Druck und droht zu scheitern. Ein anderes denkbares Szenario wäre, dass der Brexit eine Rückbesinnung auf die europäische Idee hervorruft. Er wird zur Stunde europäischer Führungspersönlichkeiten, die weitere Schritte zur europäischen Integration, beispielsweise in der Finanzpolitik, anstoßen. Der Euro wird gestärkt und die europäische Solidarität als Grundlage des gemeinsamen Wohlstandes und einer gemeinsamen weltpolitischen Relevanz erkannt. Es bleibt zu hoffen, dass es für dieses Szenario eines Ereignisses wie des Brexits nicht bedarf.

Ulrich Winninger, Leser_In

Nicht mehr im Denken von veralteten Geschlechterbildern. Was männlich ist und was weiblich wird sich dann zeigen, wenn alle die Freiheit haben, sich für ihre eigenen Stärken zu entscheiden, ohne althergebrachte Rollenklischees erfüllen zu wollen.

Thomas Schrader, Leser_In

Ich finde es einen wunderschönen Gedanken, mit meiner Frau und meinen Kindern in ein Haus mit Garten zu ziehen. In einen Vorort, wo die Nachbarn ebenfalls Kinder haben, mit Planschbecken und Trampolin auf dem Rasen. Aber letztendlich wäre das nur für die nächsten zehn Jahre für alle attraktiv, dann ist es den inzwischen Jugendlichen zu spießig und langweilig, sofern der Bahnanschluss in die Stadt fehlt. Und wenn sie ganz ausgezogen sind, was will man dann mit dem großen Haus? Aber abbezahlen muss man nicht zehn Jahre, sondern zwanzig. Oder es kommt wie bei so vielen, man trennt sich noch vor dem Auszug der Kinder, muss das Haus schnell verkaufen und macht Verluste. Gut wären viel flexiblere Wohnprojekte. Nicht mehr das Denken in Eigenheim, sondern bezahlbare Mietshäuser.

Gerhard Glotz, Leser_In

Wir leben in Deutschland seit über 70 Jahren ohne Krieg und das ist auch das wichtigste, was ich mir hier für das Leben von morgen erhoffe: das wir weiter in Frieden leben. Aber auch Menschen in anderen Ländern müssen in Sicherheit leben können, ohne Folter, mit Einhaltung der Menschenrechte und Löhnen, von denen man leben kann. Wichtig ist, Menschen zu helfen, die aus Krisengebieten kommen, aber genauso dringend ist es, sich dafür einzusetzen, dass es an anderen Orten wieder lebenswert wird.

Mechthild Redlinger, Leser_In

Erstmals wandern mehr Menschen in Ostdeutschland zu als ab. Neben den Tourismusregionen wird vor allem das Studieren in ostdeutschen Universitätsstädten attraktiv. Warum auch nicht? Es gibt günstigeren Wohnraum als beispielsweise in München oder Hamburg und die Städte sind attraktiv. Warum sollte ein Erwachsener bei Mutti wohnen bleiben, nur weil er sich in seiner Heimat keine Wohnung leisten kann, wo es doch an anderen Orten bezahlbar ist. Ich gehe davon aus, dass gerade die junge Generation, die sehr reiseaffin ist, für bestimmte Zeitabschnitte – ob zum Studieren oder zum Arbeiten – viel flexibler mit dem Wohnort umgehen wird. Es muss nicht gleich China als erste Station sein nach dem Auszug bei den Eltern, es kann auch erst einmal eine ganz andere Ecke Deutschlands sein.

Marianne Ebeler, Leser_In

Ich kann mir wunderbar vorstellen, meinen Lebensabend gemeinsam mit meinen Freunden in einem großen Haus zu verbringen. Jeder hat eine eigene Wohnung, aber man lebt nah mit vertrauten Menschen. Je nach Lust kann man gemeinsam kochen oder auch getrennt, sich gegenseitig auf einen Wein besuchen, aber jeder ist schnell zu Hause in seinem eigenen Bett. Inzwischen lassen sich die meisten Paare aus meinem Freundeskreis scheiden, so dass das Model, als Paar gemeinsam zu altern, am aussterben ist. Aber über Jahrzehnte gewachsene Freundschaften können aber auch einen Halt im Alter bieten. Man kennt die Stärken und Schwächen seiner Liebsten und kann sich auf eine größere Gemeinschaft verlassen.

Christian Rutsatz, Leser_In

Ich glaube an eine Zukunft für Rentnerschwämme. Diese sind eine Weiterentwicklung für vermeintlich nicht mehr zeitgemäße, aber doch existierende Zeitgenossen. Das Produkt recycelt eine herabwürdigende Bezeichnung, die zweifelhafte Berühmtheit als \"Unwort des Jahres\" erlangte. Produkt und das Wort erlangen durch marginale Veränderungen sinnstiftende Modernität. Technisch erhält der Schwamm durch die Befestigung einer Schlaufe die Möglichkeit, am Handgelenk getragen zu werden. Dies enthebt seinen Nutzer - gleich welchen Alters - der Gefahr ihn zu verlieren und bei der Suche und Wiedererlangung in Dusche oder Wanne zu stürzen. Die heilen Knochen, Muskeln und Gelenke der Menschen werden es den Rentnerschwämmen ebenso danken, wie die entlasteten Krankenkassen.

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Was wird das nächste große Ding?

Das Rad hat die Distanz zwischen Menschen verringert, das Internet hat sie nahezu aufgelöst. Welcher Geistesblitz verändert die Welt als nächstes? Was ist Ihre Idee?

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Jan Wörner, Leser_In

Wettlauf wurde durch die Landung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin von den Amerikanern gewonnen. Aber auch danach gab es immer wieder spektakuläre Missionen mit Astronauten oder robotischen Systemen. Im Moment ist der Mars in den Mittelpunkt gerückt, die Amerikaner haben das Konzept „Journey to Mars“ aufgesetzt, nach dem innerhalb der nächsten 30 Jahre Astronauten unseren Nachbarplaneten besuchen sollen. Europa, oder besser die Europäische Raumfahrtagentur ESA will den Mars hinsichtlich des Vorhandenseins von Leben untersuchen. Dazu sind zwei Missionen geplant: Exomars 1 soll die Atmosphäre des Mars hinsichtlich eventueller Spurengase von Leben untersuchen, Exomars 2 wird einen Rover auf der Oberfläche absetzen, der mit Hilfe eines Bohrers bis zu 2 Meter tief in die Marsoberfläche eindringt. Innerhalb unseres Sonnensystems hat der Mars eine für die Existenz von Leben besondere Position: Der Mars hatte früher eine viel lebensfreundlichere Situation als heute, deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leben entsprechend unserer Vorstellung entwickeln konnte nicht gering. Temperatur und Atmosphäre waren prinzipiell für die Entwicklung von Leben geeignet. Und auch die Tatsache, dass Wasser auf dem Mars gefunden wurde, ist als Grundlage von Bedeutung. Die Reise zum Mars ist allerdings sehr aufwändig, eine Strecke dauert über ein halbes Jahr.

Thomas von Unwerth, Leser_In

Nachdem nun auch die Bundesregierung die Elektromobilität mit Subventionen beim Kauf eines Fahrzeuges unterstützt, nimmt die Diskussion um die Vor- und Nachteile der aktuell zur Verfügung stehenden Technologien wieder Fahrt auf. Sind die batteriebetriebenen Fahrzeuge mit ihren eingeschränkten Reichweiten und langen Ladezeiten eher für urbane Mobilität geeignet und sind Hybridfahrzeuge prinzipbedingt nicht vollkommen emmissionsfrei, so rücken Brennstoffzellenfahrzeuge wieder ins Licht der Debatte. Mit Wasserstoff onboard, der sich durchaus auch aus regenerativen Quellen darstellen lässt, benutzen diese Autos einen chemischen Energieträger, der diese Nachteile nicht besitzt. Reichweiten von 500 bis 700 Kilometern können bereits von gegenwärtigen Modellen wie dem Toyota Mirai dargestellt werden, eine Schnellbetankung ist in drei Minuten erledigt. Um den japanischen Herstellern nun nicht zu viel Technikvorsprung zu gewähren, sind auch die deutschen Marken um Daimler, BMW, Audi und VW nachhaltig daran, die automotive Brennstoffzelle zur Serienreife zu entwickeln. Hier gilt es in erster Linie, die Systemkomplexität zu reduzieren, die Systeme noch zuverlässiger zu gestalten und Produktionsprozesse für neue Komponenten zu etablieren. Sobald dann vor allem das Kostenziel für diese Brennstoffzellenfahrzeugsysteme erreicht ist, haben sie das Potenzial für das nächste „große Ding“.

Bianca Schuchardt, Leser_In

Einfach abheben und losfliegen! Fast jeder Autofahrer, der im Stau auf der Autobahn bereits einmal verzweifelt ist, hat davon schon geträumt. Damit dies in Zukunft kein Traum mehr bleibt, arbeiten die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in einem europäischen Projekt mit weiteren Forschungseinrichtungen zusammen, um den Individualverkehr in die dritte Dimension zu heben. Das Personal Aerial Vehicle (PAV) soll die Grenzen der Straßen aufheben. Die Ultraleichtbauweise bietet Platz für den Piloten und sein Gepäck oder einen Mitreisenden. Trassen müssen nicht gebaut werden, sondern werden virtuell durch ein Navigationsgerät im Display oder sogar direkt vor das Auge des Piloten projiziert. Durch die relativ niedrige Flughöhe wird der reguläre Flugverkehr nicht beeinflusst. Eine Überwachung ist dennoch nötig, auch wenn das autonome Fliegen mit Autopilot auf lange Sicht gesehen ein Ziel ist. Noch ist der Traum vom privaten Flugobjekt in der Garage weit entfernt, aber Probanden im Simulator des PAVs erlernen das Fliegen schnell. Denn anders als etwa beim heutigen Hubschrauber, der mit Pedalen und Steuerknüppeln bedient werden muss, kann das PAV mit einem Lenkrad gesteuert werden. So schön der Gedanke auch ist, sich täglich losgelöst von der Erde zur Arbeit zu bewegen, auf einen Prototyp wurde bewusst verzichtet. Das Projekt „myCopter“ widmete sich der Erforschung ausgewählter Technologien, die für den Einsatz von PAVs essentiell sind, ohne sich von den Einschränkungen eines konkreten Fluggeräts behindern zu lassen.

Pauline Schäfer, Leser_In

Olympia ist das große Ziel aller Sportler. Seit ich ein kleines Mädchen war, verfolge ich das Ziel, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Nun ist der Traum zum Greifen nah. Es ist unglaublich zu erkennen, dass man es bereits soweit geschafft hat. Tag für Tag, Training für Training bereitet man sich auf diesen einen Moment vor. Die Anspannung ist enorm und der Druck ist groß, aber alle Strapazen, die der Weg des Leistungssports mit sich bringt, lohnen sich. Es ist immer wieder spannend, wie man im Training voran kommt. Neue Elemente, viele Übungen, Krafttraining und alles andere was dazu gehört. Die vorolympischen Spiele waren schon etwas Besonderes und dort war unser großes Ziel, die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu holen. Ein Wettkampf voller Anspannung, Nervosität und ein Wechselbad der Gefühle war das. Obwohl ich mein Ticket für Rio bereits bei den Weltmeisterschaften gelöst hatte, war es mir umso wichtiger, das Team beim Testevent zu unterstützen. Wir wurden mit dem zweiten Platz und somit der Teilnahme an den Olympischen Spielen belohnt. Aber die Olympischen Spiele bedeuten nicht nur ein Ergebnis des Trainings. Olympia ist weitaus mehr! Es bedeutet, die besten Sportler aus aller Welt zu treffen und gemeinsam um olympisches Edelmetall zu kämpfen. Es bedeutet Erfolg und sich für die jahrelange Arbeit zu belohnen. Ein Kindheitstraum wird erfüllt und zeigt mir, das ich alles richtig gemacht habe.

Moritz Avenarius, Leser_In

Arbeit ist gefährlich. Sie produziert Sachen, die vermeintlich niemand braucht, Smartphones etwa. Sie verleitet uns merkwürdige Dinge zu tun, beispielsweise unsere Wohnungen an fremde Menschen zu vermieten. Und seit neustem tut sie so, als wär sie gar keine Arbeits-, sondern selbstbestimmte Lebenszeit. Deshalb musste sie lange lange durch hierarchische Organisationen hochkontrolliert werden. Nicht auszudenken, welche beunruhigenden Abweichungen sie sonst hervorgebracht hätte. Doch diese vertraute Organisation der Arbeit gerät aktuell ins Wanken. Dank Internet und hierauf basierenden digitalen Plattformen verbinden sich Menschen in nie dagewesener Geschwindigkeit, interagieren auf unvorhergesehene Art und Weise, betreiben Geschäfte und Wertschöpfung. Vorbei an klassischen Gatekeepern, aka Rekrutern, finden etwa auf upwork.com Projektaufträge zu passenden Personen. Etablierte Branchengrenzen und einst einträgliche Geschäftsmodelle verschwinden quasi über Nacht. Und so durchdringt diese Vernetzungsdynamik mehr und mehr die tradierten Organisationsmauern. Derweil etablieren sich in ihrem Innern die smarten Kollaborationstools, mit denen Mitarbeiter selbstorganisiert erledigen, was ansteht – ob nun mit den Kollegen oder Freelancern. Das nächste große Ding ist daher keine Frage von Technik, sondern die Antwort auf „Wer ist Wir?“ in einer hochvernetzen Wirtschaftswelt, die Arbeit mehr denn je von der Kette lässt.

Ulrich Jumar, Leser_In

Ob sie die Größe eines Smartphones, Tablets oder TV haben, haptische Bildschirme könnten nicht nur für Menschen mit Sehbehinderung ein „großes Ding“ sein. Berührungssensitive Displays haben einen festen Platz in unserem Leben. Das Fehlen haptischer oder taktiler Informationen auf der Bildschirmoberfläche beschränkt aber die Bedienbarkeit. Rückmeldungen durch Töne oder insgesamt vibrierende Geräte genügen nicht immer. Interessant sind Verfahren, die auf der Grundlage der Umkehrbarkeit einer strukturelastischen Welle zeitlich und lokal begrenzte Vibrationszentren auf einer Bildschirmoberfläche erzeugen. Durch den Wechsel vibrierender und nicht vibrierender Flächen ist die Rückkopplung bei Interaktionen, wie dem Berühren eines Tastenfeldes, möglich. Die Anwendung akustischer Wellen hierfür ist Gegenstand der Forschung. Ziel ist es, mit möglichst wenigen akusto-elektrischen Wandlern am Rand eines Displays auszukommen und die Mehrpfadausbreitung elastischer Wellen für die Fokussierung zu nutzen. Eine Anregung im Frequenzbereich von 300 Hz entspricht der maximalen Fühlempfindlichkeit und erfordert die geringste Energie. In einer Studie mit zunächst 70 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts konnte die „blinde“ Erkennung vibrierender Fokuspunkte bereits erfolgreich nachgewiesen werden. Ein entsprechendes Projekt wurde vom Bundesforschungsministerium unter dem Kennzeichen 16SV7104 gefördert.

Manuel Kleinschmidt, Leser_In

Was ich für sinnvoll erachte, wäre eigentlich nur eine kleine Erfindung für den alltäglichen Gebrauch. Aber da es so vielen Menschen so geht, wäre auch dies ein großes Ding. Ich spreche von wirklich sicheren Fahrradschlössern.

Beate Rosstro, Leser_In

Höher, schneller, weiter! Immer mehr technische Rafinessen, ständige Erreichbarkeit, Kontroll-Apps für den Nachwuchs und Plattformen, die eine unentwegte Inszenierung des Egos für ein anonymes Publikum anbieten. Das waren die letzten großen Dinge, aber wäre nicht eine ganz bewusste Kommunikation 1.0 inzwischen der Fortschritt schlechthin? Sich Zeit nehmen für einen lieben Menschen, zuhören, ohne parallel den Tweets zu folgen, sich in die Augen schauen, anstatt auf das Display, erzählen, wie es einem wirklich geht anstatt zu kontrollieren, ob dadurch das Image als lustige YouTuberin im Beautybereich leiden könnte. Wäre es nicht ein wirklich großes Ding, wenn Jugendliche, die Generation der Smobies, sich auch einfach wieder küssen würde?!

Lex Regis, Leser_In

Das nächste große Ding wäre, wenn wir uns auf uns selbst besinnen und dafür einstehen woran wir glauben. Das fängt im Kleinen an, bei uns selbst und spiegelt sich auch in der Politik wider. Nur weil ein Despot eines unserer Nachbarländer sich beleidigt fühlt, wenn auch bestimmt zurecht, hat er kein Recht sich in unser Rechtssystem einzumischen!

Monika Menzel, Leser_In

Beim Internet der Dinge jagt ja ein „Geistesblitz“ den nächsten. Demnächst gibt es für etwa 70Euo einen smart-umbrella, der registriert, wann es wo wieviel regnet. Er soll helfen, Wettervorhersagen zu verbessern und mich morgens bei drohendem Regen daran erinnern, nicht ohne ihn das Haus zu verlassen. Was wird das nächste große Ding sein? Das wahre nächste große Ding für mich wäre, dass ich mich nicht durch das Stiftung-Warentest-Heft lesen muss, weil es selbstverständlich würde, dass Augentropfen keine Konservierungsstoffe enthalten, die eben diese Augen bzw. die Hornhaut angreifen. Dass ich mich nicht durch Seiten und Seiten im Internet klicken muss auf der Suche nach fairer und nachhaltiger Kleidung, weil es sich von selbst verstehen würde, dass beim Kauf einer Markenjeans die Näherin in Asien einen angemessenen Lohn dafür enthält. Das nächste große Ding wäre, Menschen in größter Not nicht die zu Hilfe verwehren indem Obergrenzen definiert oder Zäune errichtet werden. Das richtig große Ding? Dass uns Geschichte klug macht und wir Menschen endlich das tun, was uns ausmachen könnte: menschlich sein.

Juliane Delkeskamp, Leser_In

Das nächste große Ding wird sein, dass endlich herausgefunden ist, wie jener menschliche Sinn geformt ist, der Gedankenübertragung ermöglicht. Wir verstehen dann endlich das bislang erstaunliche Phänomen der Gleichzeitigkeit von Gedanken, Gefühlen und Handlungen von Menschen über weite Distanzen hinweg und müssen es nicht nur kopfschüttelnd und ein wenig ehrfürchtig zur Kenntnis nehmen. Wir wissen dann um die “Biochemie des Vibration-Beschleunigers”, der Gedachtes “verstofflicht” und zu einer versendbaren Nachricht werden lässt. Und wir erkennen wie und wodurch unsere phänomenalen Hirnzellen und weitere “noch-unbenannt-Zellen” Zeit und Raum zwischen Menschen überwinden. Wir wissen dann um die atmosphärischen Details, die Sender und Empfänger in ein gemeinsames Hier und Jetzt noch über tausende von Kilometern hinweg bringen. Noch sind wir im übertragenen Sinne so gut wie blind und taub dafür, ahnen und spüren nur – aber sicherlich nicht mehr lang. Und dann? Was das auslöst, können wir erst dann beginnen zu erahnen, wenn es beginnt.

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