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Wie bauen wir das Haus von morgen?

Das architektonische Kunstwerk, das ökologische Musterhaus oder die ingenieurstechnische Glanzleistung – verraten Sie uns, in welchem Bauwerk Sie einmal wohnen wollen.

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Rüdiger Lainer, Architekt

Weniger bauen

Eine rasche Antwort bezieht sich auf drei Ebenen des Bauens: Den Energieverbrauch gilt es zu senken, die Wohngewohnheiten sind zu hinterfragen, die Botschaft des Gebauten muss ankommen. Wenn es ums Geld geht, braucht man wenig Überzeugungsarbeit, um fürs Energiesparen zu plädieren. Derzeit zeichnet sich ein Richtungswechsel ab, betreffend die Methoden. An Stelle des Faradayschen Käfigs kurzlebiger Haustechniken tritt die nachhaltige Änderung baulicher Strukturen durch die Architektur. Dazu zählt die Erhöhung der Speichermasse von Gebäuden, die wohlgeformte Kompaktheit der Bauformen, die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Begrünung im Mikroklima der Gebäude. Das Potenzial für ein umfassendes Energiesparen ist damit noch lange nicht ausgeschöpft. Das Mehrfamilienhaus von morgen muss den Wandel der Sozialisationsstrukturen reflektieren. Die funktionell eindeutige Zuordnung von Raumtypen – Stichwort Wohnzimmer – ist daher überholt. Wohnungen sollen als variable Raumzonen verstanden werden, ohne den Flächen- und damit Energiebedarf zu erhöhen. Wohnungen können also in zwei, drei oder fünf Zimmern gegliedert werden – je nach Maßgabe der aktuellen Notwendigkeit. Weniger bauen ist also die Devise für die Zukunft, und dafür schöner: Denn die ästhetische Akzeptanz eines Hauses evoziert ein Revitalisierungspotenzial über den Verfall des Materials hinaus.

Volker Dietz, Leser

Zurück zur Geborgenheit

Der Mensch ist ein Höhlentier. Seit Urzeiten sucht er Schutz vor der Unbill der Natur, dem Wetter, den Tieren und unerwünschten und feindlichen Menschen – in Höhlen, Laubhütten und Behausungen aus Holz, Lehm oder Stein. Diesen Höhlencharakter hat die moderne Architektur mit ihren raumhohen Fenstern verlassen: Der Bewohner sitzt und steht buchstäblich exhibitionistisch auf dem Präsentierteller, wenn er nicht Rollläden herunterlässt – soweit überhaupt noch vorhanden – oder Vorhänge zuzieht. Auf der anderen Seite soll er diese Fenster aus Energieeinspargründen nicht mehr öffnen und sich mit Wärmetauschern den nötigen Sauerstoff holen. Er soll also eingeschlossen wie in einer Thermosflasche mit Lüftungsschlitzen sein, dazu in der Variante Smart Home mit dem ständigen Stress des Funktionierens sämtlicher elektronischer, vermeintlicher Komforteinrichtungen, deren Funktionen und Einstellungen er ständig im Kopf haben muss und neben sich liegend die Liste der Notdienste für die Fehlerbehebung. Alles das Gegenteil des von der Werbung angepriesenen behaglichen Wohnens. Diese unmenschliche technische Konstruktion kann und darf nicht das Haus von morgen sein. Das Haus von morgen muss mit natürlichen Mitteln Luft, Licht, Schutz und Energieeffizienz vereinen. Ansonsten wird es auf Dauer nicht angenommen und entfremdet den Menschen in einer künstlichen Welt immer mehr von seiner erdgebundenen Natur.

Sarah Weissenthal, Leserin

Graue Renaissance

Der Brutalismus ist zurück! In Architekturzeitschriften und -Blogs wird der Sichtbeton gefeiert. Mit diesem Material soll man günstig und ästhetisch bauen und gar Teilhabe aller Schichten schaffen können. Diese Ästhetik mag für einen Store oder eine Galerie funktionieren, die sich zurücknehmen muss hinter dem gezeigten. Ein Kinderzimmer bekommt dadurch aber in etwa eine so gemütliche Atmosphäre wie die eines Parkhauses.

Sven Gábor Jánszky, Trendforscher und Leiter 2b Ahead Think Tank

Chamäleon aus dem Drucker

Das Wichtigste vorab: Das Haus von morgen wird nicht gebaut. Es wird gedruckt! Die heutigen Entwicklungen im 3-D-Drucken lassen es wahrscheinlich werden, dass die meisten Häuser der Zukunft durch ein Gerät entstehen, dass wie ein Tintenstrahldrucker die Formen und Materialen Schicht für Schicht aufeinandersetzt. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sollte das im Jahr 2025 etwa 20 Stunden dauern und 20.000 Euro kosten. Auf dieses Weise wird unsere Vorstellung von „Haus“ adaptiv – sie verändert sich je nach Bedürfnislage. Es wird kein Problem sein, ein langes Wochenende bei den Verwandten zu verbringen und bei der Rückkehr ein neues Haus zu haben: mehr oder weniger Zimmer, anderer Schnitt, andere Farben. Im Haus werden intelligente, digitale Assistenten für ein verändertes Leben sorgen. Sie erkennen unsere Nutzerbedürfnisse durch Datenanalyse und prognostizieren sie voraus. Entsprechend steuern sie das Haus automatisiert. Unser Haus der Zukunft wartet nicht mehr auf unsere Handgriffe oder Kommandos. Mein Haus und all die Geräte darin ändern sich permanent, je nach meiner Nutzungssituation und Stimmungslage. 3-D-Displays, Gestensteuerung, Gedankensteuerung und Emotionserkennung werden die wichtigen Technologien im Smart Home der Zukunft sein. Die wichtigste Eigenschaft des Hauses ist Adaptivität: Es passt sich permanent von selbst den veränderten Nutzungssituationen der Bewohner an: individuell und situativ.

Rachel Niederring, Leserin

Im Rahmen bleiben

Für mich soll das Haus in erster Linie einen reellen Preis haben. Man hört es von allen Bekannten, die bauen oder bauen lassen: Auf einmal wird alles viel teurer als die Summe, mit der man am Anfang kalkuliert hat. Hier nimmt man doch schönere Armaturen, dort wird noch der Kamin eingebaut, der in der ersten Berechnung nicht enthalten war und zum Schluss merkt man, dass man sich komplett übernommen hat und nun den Rest seines Lebens diesen Kasten abzahlen muss – ob er mir später noch gefällt oder auch nicht mehr. Dies ist für mich eine ganz erdrückende Vorstellung.

Sascha Wolf, Elektroinstallateur und Fernseh-Handwerker

Selbst Hand anlegen

Aufgrund der uferlosen Gebäudevorschriften, die inzwischen fast jedes Gewerk betreffen, ist es längst nicht mehr so leicht, ein Haus selbst zu bauen wie früher. Es gibt jedoch Renovierungsarbeiten, die ein jeder hinbekommen sollte, der keine zwei linken Hände hat. Dazu zählen natürlich einfachere Arbeiten wie Malern und Tapezieren, aber auch das Verlegen von Fertigparkett, das heute mit dem Klicksystem leicht zu handhaben ist. Oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich nach einer kurzen Einweisung den Eigentümer mit den Worten „Mach mal fertig!“ alleine gelassen habe, und kam ich zurück, war es auch fertig – und gelungen. Hier bereitet dann jeder Schritt auf dem neuen Boden Freude. Auch in der Küche gibt es einfache Mittel, eine ganz neue Wirkung zu erzielen. So kann man beispielsweise Küchenfronten, an denen man sich die letzten fünf Jahre farblich satt gesehen hat, mit Folien neu bekleben und erhält eine ganz neue Wirkung. Gerade hier sollte man sich einfach einmal trauen, denn viel kaputtmachen kann man nicht und man erzielt schnell einen beeindruckenden Vorher-Nachher-Effekt. Doch nicht nur die unzähligen Vorschriften sind es, die nach der Arbeit von Fachkräften verlangen, sondern auch die Wünsche der Bewohner nach Smart Homes. Dabei bestehen große Gefahren für Laien, so dass hierin die Hauptbeschäftigung meines Teams aus zehn Elektroinstallateuren liegt – obwohl dies erst der Beginn von Smart Home ist.

Leonie Maasten, Leserin

Den Alltag erleichtern

Ich könnte mir vorstellen, dass mir meine Wohnung die lästigen Kleinigkeiten abnimmt. Die Zeiten, in denen nur einer der Ehepartner gearbeitet und der andere sich um Haus und Kinder gekümmert hat, sind vorbei. Daher ist es schon von Vorteil, wenn mir mein Kühlschrank Bescheid gibt, wenn ich beispielsweise noch Milch auf dem Heimweg besorgen muss oder diese sogar selbst geordert wird.

Sieglinde Ohnebach, Leserin

Recycelte Wohnutopie

Wenn der Zuzug in die Großstädte weiter voranschreitet, werden wir wohl immer mehr in die Höhe bauen müssen. Doch wo heute große Wohnblöcke der 1970er-Jahre zum sozialen Brennpunkt verkommen sind, bedarf es neuer Ideen, wie diese Wohntürme sozial verträglich oder bestenfalls sogar als gefragte Lebensräume gestaltet werden können. Hier werden keine hübschen Materialien ausreichen, das Miteinander der Bewohner muss stimmen.

Hedwig Geiger, Leserin

Das Haus für viele

Das „wie“ richtet sich ganz klar nach der Frage „Für wen?“. Mich hat der diesjährige deutsche Beitrag „Making Heimat“ auf der Architekturbiennale in Venedig sehr bewegt. Hier geht es darum, wie Architektur und Integration zusammenwirken, welche Rolle Flüchtlingsunterkünfte für das Ankommen in einem fremden Land haben. Man muss sich vor Augen halten, dass mehr als eine Millionen Menschen 2015 nach Deutschland gekommen sind und wie viele Menschen noch einreisen werden, wie behelfsmäßig so viele in den letzten Monaten untergebracht wurden und wie es zu Spannungen in beengten Räumen kommen kann. Dann wird einem klar, dass es vor allem diese Gebäude sind, die unser Augenmerk verdienen.

Marcel Fischer, Leser

Auf jeden Fall ohne einen Eisenbahn- oder einen Partykeller. Dafür könnte der Swimmingpool im Mehrfamilienhaus gerne eine Renaissance erleben – anstatt wie früher im Keller natürlich lieber auf dem Dach. Dann ziehe ich sofort ein!

Sabine Thurau, Präsidentin Hessisches Landeskriminalamt

Eingebaute Sicherheit

„Wie bauen wir das Haus von morgen?“ ist eine Frage, die unter dem Aspekt der Einbruchsicherheit eng mit den Grundgedanken einer kriminalitätsabwehrenden Städteplanung und Baugestaltung verknüpft ist. Sie sollte daher nicht allein anhand ästhetischer, ökonomischer und ökologischer Kriterien beantwortet werden. Leitmotiv einer solchen Planung und Gestaltung ist das Konzept des „defensible space“, das der Architekt und Stadtplaner Oscar Newman bereits Anfang der 1970er-Jahre entwickelte. Es sieht baulich-räumliche Strukturen vor, die eine Stärkung des sozialen Wohnumfelds ermöglichen. So sollen beispielsweise eine natürliche Wachsamkeit der Nachbarschaft erleichtert und der Zusammenhalt im Quartier gefördert werden. Ziel ist eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls sowie des objektiven und subjektiven Sicherheitsgefühls der Bewohner. Zur individuellen Ausgestaltung dessen helfen in fast allen Bundesländern speziell ausgebildete, polizeiliche Sicherheitsberaterinnen und -berater. Dazu hält die Polizei einen Empfehlungskatalog für mechanische Sicherungen für Wohnung und Haus bereit. Für die unter dem Stichwort Smart Home rasch voranschreitende Entwicklung elektronischer Technologien und deren Vernetzung werden derzeit von den beteiligten Akteuren allgemein verbindliche Standards erarbeitet. Und zur weiteren Stärkung des Sicherheitsgefühls wurde etwa in Hessen das Präventionsprogramm „Wachsamer Nachbar“ überarbeitet.

Kati Jagnow, Professorin für Bauwesen, Hochschule Magdeburg- Stendal

Erprobte Technik

Das Haus von morgen wird schon heute gebaut. Es gilt die Maxime: energetisch modernisierbar soll es sein. Auch in Jahrzehnten muss es sich an die dann aktuellen Standards und Wünsche anpassen lassen. Aus heutiger Sicht plädiere ich beim Neubau daher hauptsächlich für die Minimierung der Wärmeverluste. Der Bauherr kann positiv wirken, indem die Wohnfläche angemessen gewählt wird. Der Architekt entwirft kompakt und einfach strukturiert. Der Bauingenieur schlägt sehr gute Baustoffqualitäten vor. Beide stimmen sich frühzeitig mit dem Haustechnikfachmann ab. Fensterflächen sind sinnvoll zu begrenzen sowie Undichtheiten und Wärmebrücken zu minimieren. Hinsichtlich der Verwendung von mechanischer Lüftung schwanke ich. Einerseits lassen sich damit Lüftungswärmeverluste zurückgewinnen. Andererseits habe ich zu Hause das Raumklima und die Wärmeverluste auch mit Hilfe einer CO2-Ampel sowie Raumluftfeuchtemessung gut im Griff. Hinsichtlich der Anlagentechnik sehe ich einen Trend in Richtung Dezentralisierung, auch innerhalb des Gebäudes. So gibt es weniger Verluste über Verteilnetze und Speicher. Außerdem braucht es flinke Regelungen und Wärmeabgabesysteme, zum Beispiel einfache Plattenheizkörper, damit spontan auftretende Wärmegewinne gut genutzt werden. Beides beugt Überversorgung vor – egal welcher Wärmeerzeuger zum Einsatz kommt. Aus Kostengründen sind dies heute noch immer Gasbrennwertkessel und mittelfristig Wärmepumpen.

Roberto Greber, Leser

Ist das Haus fertig, ist’s mit der Ehe aus. Besser: Nie fertig werden.

Heiner Farwick, Präsident Bund Deutscher Architekten (BDA)

Die Zukunft ist heute

Das Haus von morgen ist immer weniger das Einfamilienhaus auf der „grünen Wiese“ weit vor der Stadt. Es hat keine schmalen Abstandsflächen zum Nachbarn, keine Fassaden aus Polystyrol und keine Plastikfenster. Es hat keinen Carport für zwei Autos, ohne die es nicht erreichbar wäre. Und es hat keinen Grundriss, der nur für kurze Zeit für die vermeintlich typische Kleinfamilie nutzbar ist. Das Haus von morgen liegt in einer urbanen Lage und hat dennoch Außenbezug. Es ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und energetisch intelligent. Es ermöglicht das Miteinander von Wohnen und Arbeiten, es bietet flexibel bespielbare Gemeinschaftsflächen und zuschaltbare Räume für Freunde, Gäste und Verwandte gleich welcher Generation. Es macht Angebote an das Zusammenwohnen von Familien, Wohngemeinschaften und unkonventionellen Gruppen. Es besteht aus Räumen, die Lebensqualität bieten. Es ist möglicherweise genossenschaftlich organisiert, wird gerne bewohnt und steht allen sozialen Schichten offen. Das Haus von morgen gibt es schon. Der Berufsstand der Architekten ist darin ausgebildet, das große Ganze im Blick zu behalten. Im Zusammenspiel mit engagierten Bauherren entstehen heute schon die Wohnformen der Zukunft, die Stadt und Umwelt nicht zerstören. Wer ein gemeinsames Wagnis nicht scheut, wird mit dem Haus von morgen belohnt.

Michael Huberts, Leser

Mit eigenem Kraftwerk

Das Haus von morgen sollte in der Lage sein, auch autark zu funktionieren. Zumindest muss die Möglichkeit bestehen, während der Sommermonate über Solarkollektoren und kleine Windräder im Garten den Strom, den man verbraucht, auch selbst zu erzeugen. So wird man nicht nur unabhängiger von den großen Stromkonzernen, sondern tut auch wirklich was für die Umwelt.

Silvia Gonzalez, Leserin

Durchgrünte Häuser oder Begrünte Häuser

Städte stehen vor der Herausforderung, neben CO2-senkenden Klimaschutzmaßnahmen auch Maßnahmen zur Anpassung an die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels zu ergreifen. In München werden die Menschen künftig hauptsächlich durch Hitze und Starkniederschläge belastet sein. Städte haben im Vergleich zum Umland immer höhere Temperaturen, sie sind sogenannte Wärmeinseln. Durch die zunehmende Verdichtung der Stadt und der dadurch fehlenden Möglichkeit, weitere Grünflächen auszuweisen, wird sich das Problem zusätzlich verschärfen. Gebäudebegrünungen und Innenhofentsiegelungen sind nach den Baumpflanzungen die effektivsten und kostengünstigsten Maßnahmen, dem Wärmeinseleffekt der Stadt entgegenzuwirken. Pflanzen tragen dazu bei, überwärmte urbane Bereiche abzukühlen und so Hitzeextreme abzumildern, weil sie Verdunstungskälte erzeugen. Darüber hinaus speichert unversiegelter Boden, in dem Pflanzen wurzeln, Wasser und hält dieses zurück. Pflanzen können Klimaanlagen, technische Systeme und bauliche Vorrichtungen ersetzen oder mindestens positiv ergänzen. Gebäudebegrünungen tragen aber auch zur Dämmung und somit zur Heizenergie- und CO2-Einsparung bei. Und vor allem hat man ein angenehmes Raumklima und fühlt sich in der Wohnung wohl!

Adrian Sternbeck, Leser

Aus Alt mach Neu

Wir sollten die alten Häuser für morgen umbauen. Denn die perfekte Kombination ist die Schönheit eines alten Hauses mit dem Komfort des heute Möglichen. Das alte besticht durch ein Freiheitsgefühl in hohen Wänden, dem Anblick originalen Stucks und der Wertigkeit echter Vollholztüren. Aber wer will heute schon auf ein saniertes Bad verzichten und morgen auf die Möglichkeit, barrierefrei nach draußen zu kommen. Keiner kann auch vorhersehen, ob und wann die eigenen Eltern gepflegt werden müssen. So etwas wäre dann schwierig im Erkerzimmer ohne Fahrstuhl. Das Haus von morgen muss somit schön sein und gleichzeitig den ganz essenziellen und sich auch ändernden Anforderungen standhalten, dass man nicht so bald wieder ausziehen muss.

Lilli Hollein, Direktorin Vienna Design Week

Geliebtes Innenleben

Der Wunsch nach einem Zuhause gehört zu jenen Dingen, deren wahrer Wert sich erst erschließt, wenn sie gefährdet scheinen oder verloren gehen. In Zeiten, in denen sich immer mehr Menschen bedroht fühlen, gewinnt dieser Wunsch an Wichtigkeit. Wie wir wohnen, ist dabei stark durch unser Lebensmodell bestimmt. Wie viele Personen wohnen im Haushalt? Wie lange planen sie an dem Ort zu leben? Ist der Ort durch Familie oder Arbeitspatz gewählt? Neue Wohnkonzepte nehmen mit flexiblen Grundrissen Bezug auf die wachsende Sharing Economy. Man teilt sich Gemeinschaftsräume und Arbeitsplätze, aber auch die Nutzung der Wohnfläche wird flexibler. Eine Familie mit zwei Kindern etwa erwirbt bei ihrem Einzug mehrere Räume, sind die Kinder aus dem Haus, werden Flächen zurückgegeben und stehen so anderen Bewohnern zur Verfügung. Einer meiner Lieblingsbeiträge im Rahmen der Vienna Design Week begleitete drei Frauen in den Monaten ihres Umzugs von den Wohnungen, in denen sie einen Großteil ihres Lebens verbracht hatten, in ein Seniorenheim, dass es kaum ermöglicht, viel an Mobiliar mitzunehmen. Diese wesentlichen Stücke, die man nicht missen möchte, gilt es zu finden. Nicht nur nach ästhetischen Kriterien und im Sinne der Nachhaltigkeit, nicht mit dem Maßstab der Zeitlosigkeit, nicht als Statussymbol, sondern mit der Bereitschaft, sein Herz an ein paar Objekte zu hängen. Die Frage nach Trends, Farben oder Sofaformen halte ich nicht für relevant.

Wilhelm Elshagner, Leser

Ganz nach meinen Wünschen

Mein Haus sollte sich individuell auf mich einstellen und anpassen können. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist das schon längst machbar. Durch Sensoren in Türen und Wänden könnte es dann je nach Stimmung die passende Musik und Beleuchtung auswählen.

Klaus Glaser, Leser

Unter einem Dach

Ich sehe das Haus von morgen als ein Mehrgenerationenhaus. In diesem können Jung und Alt den Alltag zusammen meistern und sich gegenseitig unterstützen. Diese Art des Zusammenlebens ist leider in unserer heutigen Gesellschaft etwas in Vergessenheit geraten. Doch die Vorteile sind einfach unschlagbar und in Zeiten des demografischen Wandels einfach unerlässlich. Nicht nur die älteren Menschen hätten etwas davon, sondern auch junge Menschen können an viel Erfahrung partizipieren.

Robert Wucher, Leiter Technologie- marktforschung, Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)

Die Zukunft des Bauens ist smart!

Oma kommt zu Besuch – und ich bin im Büro und nichts ist vorbereitet. Zum Glück habe ich ein Smart-Home gebaut! Also schnell das Smartphone gezückt und online Kuchen bei meinem Lieblingsbäcker bestellt. Der Lieferant des Bäckers klingelt, mein Haus erkennt ihn an der Iris, gewährt ihm Zutritt und der Kuchen steht im Kühlschrank. Jetzt noch schnell putzen, also wieder der Griff zum Smartphone und den Staubsauger-Roboter beauftragt. Wenig später kommt Oma an – und ich stehe im Stau. Aber auch das ist kein Problem, weil mein Haus Omas Stimme erkennt und ihr die Tür öffnet. Kurz danach bin auch ich zuhause und finde eine bestens gelaunte Oma vor, weil mein Haus Licht und Raumtemperatur an ihre Vorlieben angepasst hat und im Hintergrund leise ihr Lieblingslied spielt. Was wie Science-Fiction klingt, ist technisch schon heute Realität. Die Deutschen werden immer mehr zu vernetzten Verbrauchern. Sicherheit und Heimautomatisierung sind ihnen dabei besonders wichtig. Aber auch in den Bereichen Energie, Licht, Unterhaltung und Haushaltsgeräte plant rund jeder zehnte Deutsche in näherer Zukunft eine Anschaffung. Noch zählen Sicherheitsbedenken zu den größten Kaufbarrieren. Rund ein Drittel der Deutschen halten Zweifel am Datenschutz davon ab, Smart-Home-Produkte zu kaufen. Jeder fünfte fürchtet um die Sicherheit innerhalb der eigenen vier Wände und kauft deshalb keine smarte Technik. Ein Dilemma, das es noch zu lösen gilt.

Heidrun Martner, Leserin

Altes beleben

Wir müssen es nicht neu bauen, wir müssen nur immer wieder etwas dafür tun, das es nicht verfällt und dem Denkmalschutz gerecht wird. Wir hatten das große Glück, mit drei kinderreichen Familien, darunter auf Elternseite ein Architekt und eine Landschaftsgärtnerin, eine Art Schloss mit 750 Quadratmetern in Brandenburg zu erwerben und verbringen jede Ferien und viele Wochenenden gemeinsam dort. Die Kinder kennen sich von klein auf und sind sofort im Park verschwunden, sobald sie angekommen sind. Man sieht sie nur zum Essen. Und die Erwachsenen haben sich nach all den Jahren immer noch etwas zu sagen und schätzen die Gemeinschaft. Das ist das, worauf es beim Haus von morgen eigentlich ankommt: Dass man es gemeinsam mit Leben füllt!

Uta L., Leserin

Dicht und durchlässig

Mit einer besseren Materiallösung bei Decken und Wänden: Es wäre ein großer Segen, nicht jedes Detail aus dem Leben der Untermieter mitzubekommen. Auf der anderen Seite wäre es aber durchaus hilfreich, in der eigenen Wohnung nicht nur in einem Zimmer auf dem Handy erreichbar zu sein.

Matthias Haninger, Leser

Flexibel und machbar

Mein Haus von morgen muss mit mir umziehen können, weil ich mobil bleiben möchte. Es muss wachsen können, es muss schrumpfen können und es muss teilbar sein, um allen meinen Lebenssituationen gerecht zu werden. Es soll ökologische Standards erfüllen und für innen und außen Gemütlichkeit und Behagen verschaffen. Und es soll mich nicht an den Rand meiner finanziellen Möglichkeiten bringen. Vielleicht schafft das alles das Haus von übermorgen.

Eva Hillinger, Leserin

Das Wichtigste bleibt: Das Haus muss nach der Sonne ausgerichtet sein.

Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin Verband Privater Bauherren (VPB)

Keine Stangenware

Schicke Form, solide Konstruktion, autarke Energieversorgung, nachhaltige Materialien, barrierearm, edel, hoher Wiederverkaufswert – das sind die Stichworte, die viele im Sinn haben, wenn sie vom eigenen Heim träumen. Bis zur Umsetzung verlieren die meisten ihre Illusionen. Warum? Weil Bauen heute komplexer und teurer ist denn je. Hunderte Verordnungen müssen umgesetzt werden. Die immer strengeren Auflagen der Energieeinsparverordnung legen der Gestaltungsfreiheit Fesseln an und belasten das Budget. Die Länder erhöhen die Grunderwerbsteuer, die Kommunen die Grundsteuer. Bauherren werden auch sonst nicht verwöhnt: Kaum Gemeinden verkaufen ihnen noch Bauland. Sie geben es stattdessen an Bauträger und die diktieren dann Preise und Baustil. Freiwillig oder nicht: So bauen heute neun von zehn Bauherren ein Schlüsselfertighaus. Sie entscheiden sich für einen Standardentwurf und delegieren den Bau. Dann ärgern sie sich über intransparente Verträge, Zuzahlungen, Zeitverzögerungen und Baumängel. Dabei hätten sie es in der Hand, die Verhältnisse zu ändern. Wie? Kritisch sein! Sich von unabhängigen Bausachverständigen beraten lassen. Wer Bescheid weiß, der wird nicht jedes Objekt kaufen! Bauherren müssen mehr Selbstbewusstsein entwickeln. Vor allem sollten sie sich keine intransparenten Vertragsentwürfe bieten lassen, keine überzogenen Zahlungspläne und unausgegorenen Baubeschreibungen. Sie sind die Kunden. Und sie haben das Geld.

Helmut Wrangel, Leser

Zukunft getestet

Ich hatte das Glück, mit meiner Familie für ein Jahr an einem Projekt des Berliner Senats für energieeffizientes Wohnen teilnehmen zu dürfen. Wir waren froh über das Gefühl, die Umwelt und das Klima zu entlasten. Denn die benötigte Energie für Heizung, Elektrogeräte und warmes Wasser erzeugt das Haus ganz umweltfreundlich selbst. Ich möchte mich hiermit noch einmal beim Berliner Senat für diese Möglichkeit bedanken.

Isabel Lilienweiss, Leserin

Offene Türen

Ich bin angehende Architektin. Diesen Beruf habe ich mir ausgesucht, weil er es mir ermöglicht, etwas Nachhaltiges, Beständiges und Wichtiges für unsere Gesellschaft beizutragen. Ich blicke mit Sorge auf die zunehmende Separation und Entfremdung. Single sein bietet Freiheit, aber bringt auch oft Einsamkeit mit sich. Ich arbeite nebenbei in einer Initiative, die sich für Großfamilien einsetzt. Dort findet man immer eine Anlaufstelle für Probleme und auch Glücksmomente. Integriert sein und gemeinsam mehr erreichen ist mein Antrieb fürs Leben. Nach dem Studium werde ich hoffentlich auch architektonisch meine Lebensphilosophie umsetzen können.

Marc Thiel, Leser_In

Meine Vorstellung für das Haus von Morgen, es sollte nicht so groß sein und nicht so teuer, dass ich fast mein halbes Leben für mein Haus arbeiten muss. Es sollte eventuell auch ein Haustausch möglich sein, wie zum Beispiel ein kleines Haus gegen ein großes tauschen, Älter Leute brauchen vielleicht nicht mehr so viel Platz, eine Familie mit Kindern bräuchten ein größeres. Diese beiden könnten dann tauschen. Das Haus sollte so günstig sein, dass ich mir auch noch etwas anderes leisten könnte. Es gibt inzwischen richtig schöne Holzhäuser, zu einem erschwinglichem Preis, dabei sind auch Einfamilien und Zweifamilienhäuser.

Alexandra Schmidt, Leser_In

Ich stimme zu und hoffe, dass es in naher Zukunft Standard ist, dass Häuser begrünt werden. Wäre ich ArchitektIn, würde ich mich über diese kreative Herausforderung und schöne und sinnvolle Planungsaufgabe sehr freuen! Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit wird es gute und fachlich richtige Planungen geben und wenn anschließend auch fachlich richtig ausgeführt und gepflegt wird, dann können die Bewohner selbst und die Stadtgesellschaft sich sehr freuen und von der Begrünung profitieren.

Sabine Struck, Leser_In

Warum immer MEIN? Ein Wir wünsche ich mir viel mehr. Individualität und Gemeinschaft - das muß ein Haus ausstrahlen können. Wärme, Geborgenheit - ein Nest. Materialien , die von der Natur kommen, nicht so protzig, Überschaubar und auf Veränderung ausgerichtet. Kann auch Wohnung sein für mehrere Generationen im Haus. Frei von überflüssiger Technik. Z. B. Treppen, die gut zu laufen sind. Integriertes Grün. Richtung Bauhaus z.B.. Menschliche Dimensionen sind wichtig. Die Archtektur darf auch erzieherische Funktion haben.

Jérôme W. Anton, Leser_In

Das Haus von morgen ist doch auch immer ein Stück Haus von gestern und heute. Betrachtet man die Architekturgeschichte, so wird dies sehr schnell klar, denn ohne Antike Klassik hätte es beispielsweise keine Renaissance oder den Klassizismus gegeben. Auch die tradierten Konstruktionsarten wie Massivbau, Skelettbau haben sich über Jahrhunderte entwickelt und werden sich auch in die Zukunft weiter entwickeln. An Bedeutung gewinnen wird vor dem Hintergrund der Energiewende, einem schonenden Umgang mit Ressourcen und einer weiteren Reduktion von CO² Emission die Nachhaltigkeit. Auch hier lohnt ein Blick in die Vergangenheit, denn beispielsweise das Sonnenhaus des Sokrates (469 - 399 v. Chr.) war bereits nachhaltig und dürfte die Anforderungen heutiger Zertifizierungssysteme erfüllen. Wie es in der Vergangenheit vielfältige Einflussfaktoren auf ein Gebäude gab, so wird es in Zukunft noch mehr geben. Umso wichtiger ist es, dass ein Gebäude eine gewisse Authentizität ausstrahlt. Authentisch ist ein Gebäude, wenn es ein schlüssiges Entwurfskonzept wieder spiegelt, das sich wie eine Geschichte erzählen lässt. „Tell me the story of your design!“ sagte Norman Foster zu mir, als ich vor einigen Jahren in seinem Büro in London arbeitete. Jedes Haus erzählt seine eigene Geschichte. Jeweils ein Kapitel darin sollte der angemessene Umgang mit dem Ort, gleichermaßen ob es eine natürliche oder von Menschen geschaffene Umgebung ist, der Lokalbezug bei der Materialauswahl, sowie der gestalterische Bezug zwischen Innen und Außenraum und besonders auch Wünsche und Anforderungen seiner Bewohner finden. Das Haus von morgen erzählt umso mehr noch als das Haus von gestern eine authentische Geschichte in Bezug auf Ort und Zeit (-Geist). Dabei können wir uns von Beispielen wie den Türmen San Gimignanos, den Meisterhäusern des Bauhauses oder den Case Study Houses inspirieren lassen und die „Design-Story“ für unser Projekt finden.

Silvia Gonzalez, Leser_In

Städte stehen vor der Herausforderung, neben CO2-senkenden Klimaschutzmaßnahmen auch Maßnahmen zur Anpassung an die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels zu ergreifen. In München werden die Menschen künftig hauptsächlich durch Hitze und Starkniederschläge belastet sein. Städte haben im Vergleich zum Umland immer höhere Temperaturen, sie sind so genannte Wärmeinseln. Durch die zunehmende Verdichtung der Stadt und der dadurch fehlenden Möglichkeit weitere Grünflächen auszuweisen, wird sich das Problem zusätzlich verschärfen. Gebäudebegrünungen und Innenhofentsiegelungen sind nach den Baumpflanzungen die effektivsten und kostengünstigsten Maßnahmen, dem Wärmeinseleffekt der Stadt entgegenzuwirken. Pflanzen tragen dazu bei, überwärmte urbane Bereiche abzukühlen und so Hitzeextreme abzumildern, weil sie Verdunstungskälte erzeugen. Darüber hinaus speichert unversiegelter Boden, in dem die Pflanzen wurzeln, Wasser und hält dieses zurück. Pflanzen können Klimaanlagen, technische Systeme und bauliche Vorrichtungen ersetzen oder mindestens positiv ergänzen. Gebäudebegrünungen tragen aber auch zur Dämmung und somit zur Heizenergie- und CO2-Einsparung bei. Und vor allem hat man ein sehr angenehmes Raumklima und fühlt sich in der Wohnung sehr wohl!

Matthias Haninger, Leser_In

Mein Haus von morgen muss mit mir umziehen können weil ich mobil bleiben möchte, es muss wachsen können, es muss schrumpfen können und es muss teilbar sein um allen meinen Lebenssituationen gerecht zu werden. Es soll ökologische Standards erfüllen und es soll für innen und außen Gemütlichkeit und Behagen verschaffen und - es soll mich nicht an den Rand meiner finanziellen Möglichkeiten bringen. Vielleicht schafft das alles das Haus von übermorgen.

Prof. Dr. Hendrik Fehr, Leser_In

Ein Haus, das aus nachhaltigem Material gebaut wird, Energieeffizienz berücksichtigt. Wo möglich die Nutzung bestehender Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Das Haus von Morgen wird neue soziale Strukturen berücksichtigen, d.h. z.B. die Möglichkeit bieten, dass mehrerer Generationen zusammen leben können und behinderte Menschen integriert werden .

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Udo Ungeheuer, Präsident Verein Deutscher Ingenieure (VDI)

Spitze bleiben

Deutschland hat traditionell ein außergewöhnlich hohes Innovationsniveau. Beispielsweise im Bereich der Industrieroboter, in der Automation und bei Umwelttechnologien haben wir in den vergangenen Jahrzehnten eine dominante Marktstellung erobert. Das zeigt, die deutsche Ingenieurskunst ist sehr vielfältig. Technologien, die uns dabei voranbringen, sind etwa die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), die zunehmend alle Arbeitsbereiche der Wirtschaft durchdringen. IKT bieten einerseits Arbeitserleichterung, etwa durch Automatisierung von Prozessen in der Produktentwicklung. Andererseits verändern sie die Arbeitsinhalte der Ingenieure. Eine wichtige Aufgabe von ihnen wird zunehmend sein, die Entwicklung und Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle zu unterstützen, vor allem an den Schnittstellen der bisherigen Technologien. Eine wesentliche Stütze sind dabei die vielen technischen Mitarbeiter, die durch das duale Ausbildungssystem in Deutschland zu hervorragenden Fachleuten herangewachsen sind. Ingenieure müssen diese Mitarbeiter für Veränderungen begeistern können und neue Potenziale fördern. Sie sollten verstärkt das wirtschaftliche Umfeld, in dem Innovationen getrieben werden, kennen und beurteilen können. Disziplinübergreifendes Wissen und Handeln wird daher mehr denn je gefragt sein. Die Verknüpfung dieser Stärken mit den neuen Chancen der Digitalisierung wird das Innovationsprofil Deutschlands weiter schärfen.

Andreas Knie, Leiter Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Alternativen zum Auto

Moderne Gesellschaften sind und bleiben auch zukünftig sehr bewegungsintensiv. Immer mehr Menschen wollen oder müssen immer größere Distanzen überwinden. Das Problem dabei: Die Menschen haben ihre eigenen Lebensentwürfe seit den 1950er-Jahren immer mit dem Auto im Kopf gemacht. Doch jetzt beginnt ein Umdenken. Wir haben zuviel vom Gleichen. Zu viele Fahrzeuge bringen das Versprechen aus dem Tritt: Zu viele Staus mit zu hohen Schadstoffwerten und der enorme Platzverbrauch zeigen Grenzen des Autoverkehrs unmissverständlich an. Aber wie sieht die Alternative aus? Wir haben doch die Bahn, wir haben den öffentlichen Nahverkehr. Regulierungs- und finanzierungspolitisch sind diese Verkehre Teil der Daseinsvorsorge. Im Kern bedeutet dies, dass der Staat für die Bereitstellung dieser Verkehre den Löwenanteil finanziert und sich dafür ein Mitbestimmungsrecht bei der Angebotserstellung absichert. Der Gedanke der Daseinsvorsorge war sicherlich kein schlechter, doch wir müssen neu denken. Was in dieser Konstruktion vernachlässigt wurde, ist der unternehmerische Antrieb. Bessere Produkte, mehr Qualität muss sich unmittelbar für die Unternehmen lohnen. Denn jetzt gilt es, auch die Autofahrer zurückzugewinnen. Wir brauchen dazu im ersten Schritt eine Neuerfindung des öffentlichen Verkehrs als unternehmerische Aufgabe, mit allen Chancen und Risiken. Wir brauchen also zunächst neue Spielregeln, der Rest kommt dann fast von alleine.

Benjamin Klosterhaus, Leser

Fleißige Bienchen

Ich sehe noch sehr viel Potenzial in Quadrocoptern. Immer wieder hat man gehört, wofür Drohnen eingesetzt werden könnten. Derzeit dienen sie noch meist als Geburtstagsgeschenk für Schulkinder und leider gehen auch ständig die Propeller kaputt. Die Videofunktion scheint auch nicht ganz legal, wenn es mal zum Nachbarn herübergeht. Aber man bekommt schon eine Vorstellung, wie sie beispielsweise kleine Gegenstände transportieren könnten. Und viel Spaß macht es außerdem, sie zu steuern.

René Skorczewski, Leser

Wo bleibt der Mensch

Wenn so unsere Zukunft aussehen wird, wie Sie fragen, werden wir Marionetten eines Systems sein, das uns komplett kontrolliert. Ich bin so froh, dass ich es erleben durfte, ein Auto zu steuern, zu schalten, ein Telefon zu benutzen und damit mit irgendjemandem zu reden, eine Zeitung zu lesen, die beim Umblättern raschelt und mich als Mensch zu fühlen und nicht als App verkleinert zu werden. Ich warte auf die Innovation, Mensch bleiben zu dürfen.

Joachim Damasky, Geschäftsführer Verband der Automobilindustrie (VDA)

Viele kleine Stellschrauben

Für den technologischen Fortschritt hat die deutsche Automobilindustrie eindeutige Kriterien: mehr Effizienz, weniger Verbrauch, weniger Emissionen. Seit 2009 hat diese Schlüsselbranche durch optimierte Verbrennungsmotoren und Leichtbau die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen bereits um rund ein Fünftel reduziert. Noch stärker war der Rückgang bei Schadstoffemissionen. Mit der Elektromobilität sowie dem vernetzten und automatisierten Fahren bieten sich nun völlig neue Potenziale: Das Elektroauto fährt emissionsfrei – und die digitale Transformation macht das Autofahren noch sicherer und effizienter. Bislang sind die meisten Unfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Wenn künftig das Auto immer intelligenter wird und Aufgaben übernimmt, für die bisher der Fahrer zuständig war, können viele Unfälle vermieden werden. Und: Wenn vernetzte Autos in Zukunft genau „wissen“, wo sie den nächsten freien Parkplatz finden, ist Schluss mit zeitraubendem Parksuchverkehr in den Städten. Folge: Weniger Verbrauch, weniger Emissionen. Welchen hohen Stellenwert die Digitalisierung für die deutschen Automobilhersteller und Zulieferer hat, wird daran deutlich, dass sie in den kommenden vier Jahren bis zu 18 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung auf diesem Feld investiert. Auch die Investitionen in alternative Antriebe sind im zweistelligen Milliardenbereich. Beides bringt die Umwelt und den Industriestandort Deutschland voran.

Mirko Hornung, Professor für Luftfahrtsysteme, TU München

Technologien kontra Emissionen

Der Verkehrsluftfahrt ist es gelungen, rund 70 Prozent der CO2-Emissionen seit ihren Anfängen zu reduzieren. In sieben Dekaden hat man es erfolgreich verstanden, mit neuen Technologien die Flugzeuge, die sich von außen gesehen seitdem nicht grundlegend verändert haben, wesentlich effizienter und leiser zu machen. Was können wir in den nächsten Dekaden technologisch erwarten? Mit dem hochgesteckten Ziel, die CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 2005 trotz einer Verdreifachung des Verkehrs zu halbieren, wird radikale technologische Entwicklungen erfordern. Neue Treibwerke mit noch größerem Durchmesser werden hier genauso wichtig sein wie neue Materialien und Bauweisen, die helfen, das Gewicht der Flugzeuge weiter zu reduzieren. Nur das allein wird nicht reichen. Wir benötigen vollständig neue Treibwerkstechnologien, wie etwa Kombinationen aus Turbomaschinen und Kolbenmotoren oder sogar hybrid-elektrische oder vollelektrische Antriebe, um die aggressiven CO2- und Lärmziele zu erreichen. Gleichzeitig muss eine stärkere Symbiose aus Antrieb, Aerodynamik und Struktur gefunden werden, so dass zum Beispiel aerodynamische Widerstände in einen besseren Vortriebswirkungsgrad umgewandelt werden können. Das so etwas geht, haben die Arbeiten des EU-Projekts „Dispursal“ gezeigt, bei dem ein dritter Antrieb im Heck eines Flugzeuges integriert wird, um den Rumpfwiderstand wieder „aufzufüllen“. Das hilft, circa neun Prozent Kraftstoff zu sparen.

Mareike Trummel, Leserin

Digitaler Wettlauf

Ein wirksamer Spamfilter würde uns voranbringen. Derzeit werden unsagbar viele Virenträger verschickt. Digitalisierung nutzt leider nicht nur Verbrauchern, sondern auch Kriminellen. Hier heißt es, schnell entwickeln.

Maja Bruder, Leserin

Leicht gemacht

Die benutzerfreundlichen Content-Management-Programme haben die Websites revolutioniert. Jeder Praktikant kann sie bedienen und will man mal etwas Pfiffigeres haben, gibt es das passende Plugin. Wenn ich da an früher denke, wie lange man in Programmen herumbasteln musste, ist dies für mich eine ganz neue Dimension.

Monika Storck, Leserin

Virtuelle Warenwelt

Das Internet hat die Welt verändert, aber nicht nur die Welt der Musikindustrie, sondern auch die Welt jedes einzelnen. Noch nie war es so einfach informiert zu bleiben. Allerdings auch im Schatten des Internets Hasstriaden zu verbreiten. Es ist, was es ist: Fortschritt ist nur fortschrittlich, wenn der Mensch bereit ist, die positiven Dinge anzunehmen und die negativen zu unterlassen. So wird auch die Virtual Reality die nächste Technologie sein, die uns weiterbringt. Eine Wohnungsbesichtigung wird bald von der heimischen Couch durchgeführt. Man trifft sich mit dem Makler in einem virtuellen Raum, welcher der Wohnung, die man begutachten möchte, eins zu eins nachempfunden wurde. Auch Industrietechnik und große Maschinen werden bald virtuell erstellt und dem Kunden zum Beispiel aus dem asiatischen Raum vorgeführt, ohne dass die Geschäftsführer mehrfach um die halbe Welt fliegen müssen.

Katja Hanack, Professorin für Immuntechnologie, Universität Potsdam

Zeit für ein bisschen Science-Fiction

Therapeutische Antikörper sind aktuell die wirksamsten Medikamente bei verschiedenen Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Ihre Entwicklung und Validierung ist allerdings bis heute extrem zeitaufwendig und kostspielig. Herkömmlich werden monoklonale Antikörper dadurch gewonnen, dass Mäuse mit dem Antigen immunisiert werden und die Antikörper-produzierenden Zellen aus der Milz durch eine Fusion mit Myelomzellen unsterblich gemacht werden. Diese Antikörper-produzierenden Zelllinien werden dann für eine biotechnologische Produktion eingesetzt. Auch andere Methoden, wie die Herstellung von rekombinanten Antikörpern über das Phagen-Display, haben sich etabliert und führen zu effektiven Medikamenten. Beide Methoden erfordern viel Zeit und binden viele Ressourcen. Zudem verdient sich die Pharmabranche daran eine goldene Nase. Was aber, wenn es eine Technologie gäbe, die genau das revidieren würde? Die die Herstellung von Antikörpern zu einem planbaren, risikolosen und günstigen Unterfangen macht? Dafür forschen wir mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an der Universität Potsdam an einer artifiziellen Immunreaktion. Dieser Ansatz soll es zukünftig ermöglichen, Antikörper in vitro, also außerhalb eines lebenden Organismus, herzustellen und nach Bedarf zu modellieren, um so die Verfügbarkeit neuer Medikamente zu unterstützen. In diesem Sinne: Let’s start with something new...

Matthieu Deru, Forschungsbereich „Intelligente Benutzer- schnittstellen“, DFKI Saarbrücken

Das semantische Fernsehen

Deep Learning, Künstliche Intelligenz, kurz KI genannt, Wearables ... Doch was passiert, wenn man diese Konzepte auf das Fernsehen anwendet? Der Zuschauer wird aktiv, das Fernsehen wird interaktiver, das Programm informativer. Per Geste kann man während einer laufenden TV-Sendung die gerade dargestellten Personen, Gegenstände oder auch Gebäude auswählen. Das System startet die entsprechende semantische Suche im Web, liefert Videos, Bilder oder Kommentare, Statistiken, Infografiken, Tweets oder passende Hashtags, blendet sie neben dem Fernsehbild ein oder positioniert sie auf dem Tablet, dem Second Screen. Zuschauer können somit schneller und gezielter auf Informationen zugreifen, die sie genau in diesem Moment interessieren, ohne den Lauf einer Sendung zu verpassen. Konkret wird diese Vision im Projekt „Swoozy“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) verwirklicht. Ermöglicht wird das semantische Fernsehen der Zukunft durch intelligente Such- und Videoerkennungsalgorithmen, die kontinuierlich das laufende Programm in Echtzeit analysieren. Die Algorithmen beruhen auf verschiedenen KI-Verfahren, wie der Mustererkennung für die Audio- und Bildanalyse, für Sprach- und Inhaltserkennung. Nicht nur selbstfahrende Autos oder smarte Fabriken werden von den Fortschritten bei der Künstlichen Intelligenz profitieren, sondern auch das Fernseherlebnis zu Hause!

Gunnar Fehlau, Leiter pressedienst-fahrrad.de

Der kleine Boost für die Beine

Die Kombination evolutionäre Muskelkraft und elektrische Motorleistung bringt uns voran: E-Bikes und Pedelecs sind der Renner unter den zukunftsweisenden Mobilitätsformen. Über zwei Millionen sind bereits auf deutschen Straßen unterwegs und dieses Jahr kommen bestimmt 400.000 bis 500.000 hinzu. Die Faszination des Pedelecs ist das synergetische Zusammenwirken von Mensch und Maschine. Es zaubert den Leuten ein Grinsen ins Gesicht, wenn der leise Motor das eingespielte Verhältnis von Antritt und Vortrieb durcheinanderbringt: Man fühlt sich fit, spürt den Rückenwind förmlich und saust ohne Schwitzen dahin. Der Leidenschaft Radfahren ist das Leiden genommen. Insgesamt hat nicht nur der einzelne Fahrer, der sich ohnehin durchs Radeln gesünder, wacher, vitaler und glücklicher wähnen darf und erlebt, sondern die gesamte Gesellschaft Vorteile: Die Bikes brauchen keine Parkplätze, verpesten die Luft nicht und von ihnen geht wenig Gefahr aus. Fundamentalisten mögen anmerken, dass das Radeln vollständig mit Muskelkraft ökologischer ist, aber dem halten Fahrer und Fachleute entgegen, dass Dank E-Bike und Pedelec häufig Automobile stehen bleiben. Nicht selten sogar abgeschafft oder nicht mehr ersetzt werden. Ach ja und eines noch: Die Vorteile der Bikes bleiben fast vollständig erhalten, wenn man den Motor abschraubt. Dass Ding heißt dann Fahrrad, es feiert 2017 seinen 200. Geburtstag und ist auch morgen noch zeitgemäß. Versprochen!

Gerd Eisenbeiß, Leser

Voran in den Untergang

Natürlich bringen uns Globalisierung, Digitalisierung und Vernetzung voran, dass heißt voran zum katastrophalen Zusammenbruch unserer Zivilisation. Warum? Weil die Welt nicht friedlich ist, sondern voller gewalttätiger Konflikte. Nur in einer dauerhaft friedlichen, rechtsstaatlichen Weltordnung wäre die zunehmende Verletzlichkeit unserer Gesellschaften kein Problem. Immer mehr Staaten und Gruppen werden die Technologien beherrschen, die Infrastrukturen ihrer Gegner zu stören, um ihnen immensen und dauerhaften Schaden zuzufügen. Da diese zerstörerischen Akte anonym geschehen, wird Abwehr immer schwieriger. Schon heute sind Cyber-Kriminalität und -Aggression weit verbreitet, mit Schäden, die den Nutzen wahrscheinlich übersteigen. In diesem Sinne wird es mit der Informations- und Kommunikationstechnologie weiter vorangehen.

Bernd Schickula, Leser

Innovationen für jeden Tag

Es sind die alltäglichen Dinge, die überzeugen müssen. Da ich gerne koche, ist eins klar: Es geht um den perfekten Herd und es geht um das optimale Kochgeschirr. Nachdem sich der Induktionsherd durchgesetzt hat und auch die dazugehörigen Töpfe verbreitet sind, ist aber noch viel Experimentierlust gefragt, mit welcher Pfanne man was zubereiten kann – am besten fettfrei. Ein Fisch braucht nun einmal eine andere Pfanne als ein Bratkäse und hauchdünne Auberginenstreifen sollten nicht in Olivenöl ertränkt werden müssen.

Markus Klumpf, Leser

Sicher und komfortabel

Technik hat immer größeren Einfluss auf unser Leben. Ich habe mir dieses Jahr ein Elektroauto gekauft und freue mich jeden Tag wenn ich mich reinsetze und losfahre. Die Technik in diesem Fahrzeug ist schon soweit, dass ich auf der Autobahn sogar die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Ich hoffe, dass wir durch die kommenden Technologien bald die Verkehrstoten auf ein Minimum oder sogar ganz dezimieren können.

Hendrik Fehr, Leser

Barrieren abbauen

Ein Haus, das aus nachhaltigem Material gebaut wird und Energieeffizienz berücksichtigt. Womöglich die Nutzung bestehender Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Das Haus von morgen wird neue soziale Strukturen berücksichtigen, zum Beispiel die Möglichkeit bieten, dass mehrere Generationen zusammenleben können und behinderte Menschen integriert werden.

Leon Münch, Leser

Roboterfabriken

Technischer und maschineller Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Besonders in der Fertigung werden in den nächsten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Das wird dazu führen, dass Produktionsstätten nicht mehr ins Ausland ausgelagert werden, denn günstige Arbeiter werden nicht mehr gebraucht. Außer vielleicht zwei Ingenieure und sieben Techniker.

Ingo Wandelt, Leser

Investition in Nachhaltigkeit

Der technologische Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten. Doch welche Technologie bringt uns wirklich voran? Und soll dieser Fortschritt wirklich mich weiterbringen oder doch nur kurzweilig bestehen, um damit so viel Geld wie möglich abzuschöpfen, ehe der viel bessere Nachfolger in den Startlöchern steht? Fortschritt ist wichtig und selbstverständlich auch der technologische. Ich finde jedoch, dass der Geldvorteil einiger weniger dem wirklichen Fortschritt im Wege steht. Nachvollziehbar ist, warum Unternehmen teilweise betrügen und lügen, nur um ihre Verkaufszahlen zu steigern. Verständlich ist das jedoch nicht. Denn auch diese Menschen haben Kinder, die sich eine saubere Umwelt wünschen. Aber wer zuerst das Geld im Auge hat, das mit dem nächsten schnellen Geschäft noch zu verdienen ist, der wird nicht alles dafür tun, um bessere, nachhaltigere Produkte auf den Markt zu bringen.

Sibylle Günter, Wissenschaftliche Direktorin Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Die andere Alternative

Um die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris zu erreichen, ist ein drastischer Umbau der weltweiten Energieproduktion erforderlich. Will man auf Kernspaltungskraftwerke verzichten, bleiben im wesentlichen Wind- und Sonnenenergie sowie in begrenztem Umfang Biomasse. Die einzig denkbare neue Primärenergiequelle könnte die Fusionsenergie sein. Daran wird unter anderem am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching und Greifswald geforscht: Schwere Wasserstoffkerne – Deuterium und Tritium – sollen zu Helium verschmelzen, was große Mengen an Energie freisetzt. Sind diese Forschungen erfolgreich, könnte die Fusionsenergie zukünftig zur Stromversorgung beitragen. Ein solcher Beitrag wäre sehr willkommen, denn für die Zeit von 2050 bis 2100 wird eine Verdreifachung des weltweiten Strombedarfs befürchtet. Fusionsenergie ist eine sichere Energiequelle, ohne klimaschädliche Abgase, hat einen niedrigen Landverbrauch und verwendet Brennstoffe, die weltweit überall und langfristig verfügbar sind. Im Energiemix der Zukunft könnten Erneuerbare und Fusion je nach lokalen Gegebenheiten kombiniert werden. In weniger dicht besiedelten Gebieten wäre eine dezentrale Energieversorgung mit Sonne und Wind vorteilhaft. Für die Versorgung von Großstädten wären Fusionskraftwerke zur Grundlastversorgung optimal. Bereits jetzt lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis zum Jahr 2050 erwartet man einen Anstieg auf 70 Prozent.

Gerd Eisenbeiss, Leser_In

Natürlich bringen uns Globalisierung, Digitalisierung und Vernetzung voran, dh voran zum katastrophalen Zusammenbruch unserer Zivilisation. Warum? Weil die Welt nicht friedlich ist, sondern voller gewalttätiger Konflikte. Nur in einer dauerhaft friedlichen, rechtsstaatlichen Weltordnung wäre die zunehmende Verletzlichkeit unserer Gesellschaften kein Problem. Immer mehr Staaten und Gruppen werden die Technologien beherrschen, die Infrastrukturen ihrer Gegner zu stören, um ihnen immensen und dauerhaften Schaden zuzufügen. Da diese zerstörerischen Akte anonym geschehen, wird Abwehr immer schwieriger. Schon heute sind Cyber-Kriminalität und -Aggression weit verbreitet mit Schäden, die den Nutzen wahrscheinlich übersteigen. In diesem Sinne wird es mit der Informations- und Kommunikationstechnologie weiter vorangehen.

René Skorczewski, Leser_In

Wenn so unsere Zukunft aussehen wird, wie Sie fragen, werden wir Marionetten eines Systems sein, das uns komplett kontrolliert. Ich bin so froh, daß ich es erleben durfte, ein Auto zu steuern, zu schalten, ein Telefon zu benutzen und damit mit irgendjemandem zu reden, eine Zeitung zu lesen, die beim Umblättern raschelt und mich als Mensch zu fühlen und nicht als App verkleinert zu werden. Ich warte auf die Innovation, Mensch bleiben zu dürfen.

Prof. Dr. Hendrik Fehr, Leser_In

Ich habe größte Sympathie für die einfache weltweite Vernetzung und ganz besonders die erleichterte Kommunkation mit gehörlosen Mensch über skype. Das ermöglicht das Lippenlesen und die direkte Unterhaltung mit Gebärdensprache. Was ich mir wünsche ist Entwicklung anderer Technologien für Menschen mit Behinderungen wie z.B. Implantate für blinde Menschen (ähnlich wie die Cochlear Implantate, die Gehörlosen wieder das Hören ermöglicht) oder Techniken, die gelähmten Menschen wieder das unabhängige Fortbewegen ohne Rollstuhl erlaubt.

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Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Viele jonglieren zwischen Sinnsuche, gutem Gehalt, flexiblen Arbeitszeiten, Jobsharing und Sabbatical. Diskutieren Sie mit uns über die ideale Arbeitswelt von morgen.

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Kirsten Frohnert, Projektleiterin Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Die neue Vereinbarkeit

Väter möchten nicht mehr nur den „Gutenachtkuss-Papa“ geben. Mütter wollen die Rolle der Zuverdienerin ablegen. Und Familien wünschen sich mehr Zeit miteinander. So etwa lassen sich zahlreiche aktuelle Studien verkürzt zusammenfassen. Was folgt daraus? Längst sind Instrumente der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie flexible Arbeitszeiten und betrieblich unterstützte Kinderbetreuung zu entscheidenden Kriterien der Arbeitgeberattraktivität avanciert. Die Müttererwerbstätigkeit ist von 59 Prozent im Jahr 2000 auf knapp 67 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Väter möchten mehrheitlich weniger arbeiten – 34 Prozent von ihnen gehen mittlerweile in Elternzeit. Als schwerfällig erweisen sich aber immer wieder Rahmenbedingungen, die diesen gesellschaftlichen Veränderungen hinterherhinken. Eine partnerschaftliche Aufteilung von beruflichen und familiären Aufgaben und mit ihr eine Neudefinition von Vereinbarkeit weist hier den Weg. Neue Vereinbarkeit orientiert sich an der Lebenswirklichkeit und an individuellen Lebensentwürfen – von Müttern und Vätern, von Pflegenden und Alleinerziehenden. Dabei ermöglicht sie einen Interessensausgleich zwischen den Bedürfnissen von Beschäftigten und betrieblichen Anforderungen. Der Trend zeigt: Vereinbarkeit ist gerade bei jungen Eltern zunehmend eine bewusst verhandelte Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit. Moderne Unternehmen stellen sich darauf ein.

Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Die richtige Balance finden

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt rasant. Überall werden zunehmend digitale Technologien genutzt und Menschen, Objekte und Arbeitsabläufe vernetzt. Arbeitsorte, Arbeitszeiten und Beschäftigungsverhältnisse werden flexibler. Zugleich entstehen neue Arbeitsformen wie Crowdworking, das neue Tätigkeitsfelder für Freelancer schafft. Dieser Wandel birgt Chancen – etwa für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf – stellt uns aber auch vor Herausforderungen. Klar ist: Nur wenn wir die Digitalisierung der Arbeitswelt aktiv gestalten, werden wir ihr Potenzial für selbstbestimmte Flexibilität nutzen können. Wir sollten uns daher nicht nur fragen „Was ist möglich?“, sondern in der Tat: „Wie wollen wir Arbeit in Zukunft gestalten?“. Die Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“ zeigt, wie unterschiedlich die Wünsche und Erwartungen der Menschen in Deutschland in Bezug auf ihre Arbeit sind. Während manche die Flexibilisierung als Chance für ein selbstbestimmteres Arbeiten sehen, bevorzugen andere eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben und wollen vor einer Entgrenzung der Arbeit geschützt werden. Für die politische Gestaltung des digitalen Wandels am Arbeitsplatz heißt das: Universallösungen wird es kaum geben. Aufgabe der Politik ist es, Rahmen- und Mindestbedingungen zu setzen und dort, wo es den Interessen von Unternehmen und Beschäftigten entspricht, mehr Spielräume auf tariflicher und betrieblicher Ebene zu ermöglichen.

Marika Hobelmus, Leserin

Gut aufgehoben

Ich will ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen. Das kann ich aber nur, wenn ich weiß, dass meine Kinder zu dieser Zeit auch gut betreut werden. Leider ist das bei uns im ländlichen Raum nicht gegeben. Es gibt zwar vereinzelt Hortplätze, aber fast alle Grundschulkinder gehen mittags nach Hause und mit diesen Kindern wollen meine am Nachmittag zusammen sein. In größeren Städten funktioniert die Organisation im meinen Augen viel besser. Wenn fast alle Kinder bis 16 Uhr im Hort bleiben und am besten noch dort ihre Hausaufgaben machen, haben sie dort schon mit ihren Freunden gespielt, haben ihre Hobbies in AGs oder Partner-Sportvereinen ausgelebt und man selbst kann sich einzig auf die Arbeit konzentrieren. Wenn dann alle nach Hause kommen, heißt es nur noch, eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, zu kochen und Familie zu sein. Homeworking ist schön und gut, aber kein Mensch kann gleichzeitig ein Kind herumchauffieren und mit einem Kunden einen echten Deal machen.

Klasse 10c,, Dietrich- Bonhoeffer- Realschule, Hannover

Der gesunde Mittelweg

Kurz vor dem Erhalt des Realschul-Abschlusszeugnisses gewinnt auch für unsere Klasse 10 c die Frage an Gewicht, wie die einzelnen Schülerinnen und Schüler später arbeiten möchten. Die letzten zwei Jahre haben alle während ihrer Schulzeit in der Schülerfirma „Happy Breakfast“ gearbeitet, um einmal wöchentlich Mitschülern und Lehrern ein gesundes Pausenangebot anzubieten. Vielen gefiel hier gerade der nette Umgang miteinander wie auch die Tatsache, dass sie so ihren Beitrag zu einer guten Ernährung und damit etwas Sinnvolles leisten konnten. Kein Wunder, sie haben sich auch für den Schwerpunkt „Gesundheit und Soziales“ entschieden – dies ist eine der möglichen Profilierungen, die die Realschulen in Niedersachsen in den Jahrgängen neun und zehn anbieten können. Der überwiegende Teil der Schüler will nach der anschließenden Berufsschule, dem Abitur oder der im Herbst beginnenden Ausbildung ein festes Arbeitsverhältnis eingehen. Die Wünsche nach den möglichen Arbeitszeiten variieren – die meisten streben feste Arbeitszeiten an, auch Teilzeitarbeit ist möglich. Manche könnten sich auch die eigenverantwortliche Einteilung der Arbeit vorstellen. Die Frage der Entlohnung spielt zu diesem Zeitpunkt eine nachrangige Rolle. Doch einig sind sich alle, dass sie eine entspannte und kreative Arbeitsatmosphäre bevorzugen. In diesem für sie guten Betriebsklima dürfen die Tätigkeiten gerne abwechslungsreich und herausfordernd sein.

Ansgar Oberholz, Mitbegründer Coworking-Café „St. Oberholz“ Berlin

Das Ende der Arbeit

Offenheit, leichte Zugänglichkeit, Kollaboration und Community. Diese Prinzipien werden im Coworking vereint. Wissensarbeiter und vermehrt andere Berufe suchen nach genau diesen Rahmenbedingungen, da sie ihrer Arbeit förderlich sind, sie teilweise erst möglich machen. Diese Grundlagen findet man kaum in herkömmlichen Festanstellungen, in denen der größte Teil der Arbeitnehmer verharrt. Man findet sie in Coworking-Spaces. Der wachsende Erfolg dieser Branche, steht im Zusammenhang mit dem steigenden Bedarf nach genau diesen Voraussetzungen und ist damit ein Zeichen für den Wandel der Arbeitswelt. Eine neue Technologie ist kurz davor, endnutzerfähig zu werden. Ist das uns bekannte Internet nach der hierarchischen Client-Server-Struktur aufgebaut, bildet die Blockchain das genaue Gegenteil ab: Sie ist dezentral, autonom, transparent und kann nicht manipuliert werden. Sie ist das perfekte technologische Werkzeug zum Wandel der Arbeit. Hier können komplexe, sich selbst regulierende kollaborative Strukturen organisiert werden, ohne Serverparks aufbauen zu müssen. Wir befinden uns am Anfang einer Transformation, die von den Zutaten Coworking und Blockchain befeuert wird und deren Verlauf sich nicht vorhersehen lässt, da sie nicht top-down gesteuert wird, sondern organisch und dezentral stattfindet. Nur eines scheint gewiss: Arbeit, so wie wir sie heute kennen, wird es wohl bald so nicht mehr geben. Und es fühlt sich ganz gut an.

Sascha Busselbart, Leser

Soziale Tugenden

Weg vom Effizientdenken und zurück zu einem Arbeiten, dass auch Platz für Momente lässt, die nicht an direkten Erfolg gekoppelt sind. Dazu gehört beispielsweise ein Lunchtermin, ohne dabei ein Geschäft abwickeln zu müssen oder auch Zeit für einen Kaffee zu haben, ohne dabei E-Mails zu checken. Früher gab es diese Pausen, weil die Technik nicht so weit war, heute ist die Technik schneller als der Mitarbeiter und die meisten denken, man müsste ihr hinterherrennen. Doch der Weg sollte dahin gehen, dass man wieder mit Kollegen spricht. Einfach, weil es schön ist, mehr von anderen Menschen zu erfahren und es diese Momente sind, die uns gerne zur Arbeit gehen lassen.

Betina Fischer, Leserin

Empathisch kollegial

Wenn es um Kundenbedürfnisse geht, sind viele Unternehmen sehr innovativ. Sie haben verstanden, dass es die begeisterten Kunden sind, die den Unternehmenserfolg ermöglichen. Dass aber auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter ausreichend befriedigt werden sollten, nimmt noch immer nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen ausreichend zur Kenntnis. Dabei ist es längst wissenschaftlich belegt, dass mit steigendem Grad der Mitarbeiterzufriedenheit auch der Grad der Kundenzufriedenheit steigt. Es braucht mehr Führungskräfte, die sich in ihre Mitarbeiter einfühlen und ihnen in ihrem Arbeitsalltag zur Seite stehen. Die als emphatischer Coach die Karriere ihrer Mitarbeiter fördern, auch um Fachkräfte im Unternehmen zu binden. Sonst werden schnell die Annehmlichkeiten wie ein gutes Gehalt, flexible Arbeitszeiten oder Sabbaticals zu kleinen süßen Bonbons, die schon nach kurzer Zeit ausgelutscht sind. Was folgt, ist wieder die Unzufriedenheit im Job, die gefühlte Sinnlosigkeit der Tätigkeit, wenn die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht aktiv gelebt werden. Wir brauchen Unternehmen, die die Bedürfnisse aller Menschen in den Mittelpunkt stellen. Allen voran die der angestellten Belegschaft. Wir sollten eine empathische Ökonomie gestalten, die allen Menschen dient und in der die Arbeit wieder Spaß macht. Dann wird ein hohes Engagement am Arbeitsplatz genauso selbstverständlich sein, wie es sonst in der Familie und Freizeit gelebt wird.

Jeanny Koch, Leserin

Mit einem dicken Gehalt statt einem feuchten Händedruck „für die Sache“.

Oliver Z. Weber, Medien- und Kulturwissenschaftler, Köln

Schritt halten

Wir stehen an der Schwelle zum sogenannten Arbeiten 4.0 in der Industrie 4.0. Gesellschaft, Kommunikation und Arbeiten werden dabei von diversen Megatrends geprägt. Alle wissenschaftliche Beschäftigung kommt hier in etwa zum gleichen Ergebnis. So sind die wirkungsmächtigsten Megatrends: Digitalisierung, Globalisierung und die Überalterung der westlichen Gesellschaften. Wir müssen länger arbeiten und werden projektförmiger und in diversifizierten Teams beschäftigt sein. Teams werden bunter sein, multiethnisch und mehrgenerationell. Zudem wird die Entgrenzung von Privatem und Beruflichem voranschreiten. Der reine Konsument wird immer mehr verschwinden, der Prosument, also der Nutzer, der auch Input liefert und Ideen entwickelt, wird an Bedeutung gewinnen. Bei aller „Smartheit“ von WorkSpaces und der Konvergenzen von Freizeit und Arbeitszeit wird das Thema Datensicherheit immer wichtiger: Welche Daten darf wer unter welchen Bedingungen für was nutzen? Die IT entwickelt Lösungen, und je mehr sie das tut, werden Applikationen und Endgeräte noch wichtiger. Arbeitnehmer wie -anbieter müssen sich deshalb darauf einstellen, dass klassische sozialversicherte Vollzeitjobs immer mehr verschwinden. Für einen Teil der Gesellschaft wird es keine Beschäftigung mehr geben. Das muss gemanagt werden. Von der Politik, den Unternehmen und der gesamten Gesellschaft. Wir brauchen Konzepte und Strategien für Erfassung, gerechte Entlohnung und soziale Absicherung.

Wilhelm Bauer, Leiter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Neue Arbeitsteilung

Die Arbeit der Zukunft ist durch ein neues Verständnis geprägt. Die klassischen Erfolgsfaktoren Technik, Organisation und Personal erfahren in Zeiten der digitalen Transformation eine potenzial- wie auch bedürfnisorientierte Erweiterung: Menschliche Aktivitäten werden zukünftig nahezu durchgängig durch Technologien unterstützt und optimiert. Das Internet und digitale Technologien verändern unseren Arbeitsalltag signifikant. In der Bürowelt ist digitales Arbeitsverhalten schon weit entwickelt: Wir können arbeiten, wo, wann und wie wir wollen. Und der Einzug von Systemen mit künstlicher Intelligenz wird die Wissens- und Büroarbeit noch erheblich verändern. Intelligente Systeme werden Wertschöpfungspartner des Menschen, Software übernimmt Prüfroutinen und gut formalisierte Prozesse. Die Menschen werden eher anspruchsvolle, Kreativität und Intuition nutzende Aufgaben übernehmen. Diese Entwicklungen werden auch unsere Fabriken erreichen. Im Internet der Dinge kommunizieren intelligente vernetzte Objekte untereinander und mit Menschen. Die Arbeitsteilung zwischen Menschen und Maschinen wird neu gestaltet: Maschinen übernehmen schwere und körperlich belastende Arbeiten, die Menschen werden mehr Zeit für Planung, Steuerung und Erfolgskontrolle haben. Sicher ist: Der Mensch bleibt auch in Zukunft im Mittelpunkt der arbeitswissenschaftlichen Betrachtung – nur eben innerhalb einer neuen hyperflexiblen und mobilen Arbeitswelt.

Jörg Asmussen, Ökonom und ehemaliger Direktor der Europäischen Zentralbank

Wir entscheiden den Weg

Die Digitalisierung, das „neue Maschinenzeitalter“, steht erst am Anfang. Sie wird uns die Arbeit nicht wegnehmen, aber in der ersten Phase kann es dazu kommen, dass einige klassische Berufsbilder verschwinden. Es ist eine technologische Revolution mit großer disruptiver Kraft. Eine Polarisierung der Arbeitsentgelte wird bereits sichtbar und auch soziale Spannungen sind nicht auszuschließen. In der zweiten Phase werden mehr und bessere Jobs entstehen. Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse wird schwinden, die Zahl der Selbstständigen zunehmen. Mit Folgen für die soziale Absicherung des Einzelnen wie für die sozialen Sicherungssysteme insgesamt. Daher muss die Digitalisierung durch Sozialreformen flankiert werden: Industrie 4.0 braucht einen Sozialstaat 4.0. Kann es etwa in Zukunft dabei bleiben, dass allein abhängig Beschäftigte in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind? Deutschland kann ein Digitalisierungsvorreiter sein. Das erfordert frühzeitiges Agieren, um die Zahl der Gewinner größtmöglich zu machen und die Lasten der notwendigen Veränderungen abzufedern. Deshalb ist die Politik gefordert, ihre Infrastrukturinvestitionen neu zu gewichten, die Bildungspolitik sowie die Arbeitszeitvorschriften anzupassen. Beispielsweise ist eine berufliche Bildung für die Industrie 4.0 nicht mit einer Ausstattung der Berufsschulen Stand Industrie 1.0 zu haben. Deutschland ist gegenwartsfähig, aber noch nicht zukunftsfähig.

Prof. Dr. Hendrik Fehr, Leser_In

Die ideale Arbeitswelt wäre aus meiner Sicht charakterisiert durch folgende Merkmale: Gleichgewicht zwischen Arbeitsplatzanforderungen und Eignung; die Möglichkeit den Beruf und die Familie gleichwertig zu betrachten; Teamarbeit wo möglich und trotzdem Identifizierung mit der individuellen Leistung; Flexibler Arbeitszeit und Lebensarbeitszeit: kein Zwang zu einem Ausscheiden aus dem Berufsleben bei Erreichung eines festen vorgegebenen Lebensalters.

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