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Welcher Sport ist der richtige?

Ein Sommer mit Fußball-EM und Olympia stachelt auch unsere Fitnessfantasien an. Doch was passt zu meiner Leidenschaft und meiner Leistungsfähigkeit? Motivieren Sie uns für Ihre Disziplin.

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Christina Surer, Leser_In

Der richtige Sport ist es, wenn man sich diese Frage erst gar nicht stellen muss. Man spürt es einfach. Bei mir war die Leidenschaft für den Motorsport sofort da. Nach meinem ersten Kartrennen in Spanien wollte ich sofort wieder Rennen fahren. Es wäre schwierig gewesen, mich in diesem Moment für eine andere Sportart zu begeistern. Ich glaube, nur durch diese Leidenschaft ist man fähig, sich jahrelange in Disziplin zu üben, Rückschläge einzustecken und sich nach Verletzungen wieder zurück zu kämpfen. Die Liebe eines Sportlers zu seiner Sportart erkennt man vor allem dann, wenn es mal nicht so gut läuft. Dass ich mich im Motorsport frech in eine Männerdomäne getraut habe, hat mich selbst wahrscheinlich am wenigsten interessiert. Ich habe es dadurch zwar nicht immer leicht gehabt, wurde aber vor allem auch von Männern unterstützt. Wenn ich als Frau an die Rennstrecke kam, habe ich schon wahrgenommen, dass die Leute geschaut haben. Oft standen dann welche mit der Stoppuhr an der Rennstrecke und wollten wissen, was ich kann. Respekt habe ich mir aber vor allem auf der Rennstrecke in harten Zweikämpfen erarbeitet. Natürlich ist auch wichtig, ob die eigene Physis zu einer Sportart passt. Ein Zwei-Meter-Mann wird es im Motorsport schwer haben und schnell an seine Grenzen stoßen. Genauso schwierig ist es, wenn man die finanziellen Mittel nicht hat, um weiterzukommen. Somit entscheiden verschiedene Parameter, ob eine Sportart die richtige für mich ist.

Ernst-Otto Münch, Leser_In

In der DDR wurden sowohl der Schul- und Breitensport, als auch der Spitzensport intensiv gefördert. Es gab ein gut ausgebautes Sichtungssystem, um für alle die passende Sportart zu finden. In unserer heutigen Gesellschaft treibt nur noch jeder zweite Deutsche regelmäßig Sport. Aus ärztlicher Sicht gehört regelmäßiges Sporttreiben jedoch zu einem gesunden Lebensstil unbedingt dazu. Idealerweise sollte man drei- bis viermal pro Woche mindestens 30 Minuten lang trainieren. Dadurch werden unter anderem das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur gestärkt. Vielen Krankheiten kann vorgebeugt werden. Wer erst im Erwachsenenalter mit dem Sport beginnt, sollte sich zunächst ärztlich untersuchen lassen. Je nach Gesundheitszustand muss auf die eine oder andere Sportart verzichtet werden aufgrund eines erhöhten Verletzungsrisikos oder der Gefahr einer Überlastung. Idealerweise sollte die Sportausübung vielfältig sein, um Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination gleichermaßen zu trainieren. Dazu muss man in aller Regel verschiedene Sportarten kombinieren. Laufen, Bergwandern, Radfahren oder Schwimmen als Ausdauertraining. Ballspiele, Gymnastik oder Yoga als Koordinations- und Beweglichkeitstraining. Training zur Kräftigung der Muskulatur mit Gewichten, Geräten oder Elastikbändern etwa in einem Fitnessstudio. Wer regelmäßig Sport treibt, lebt nicht nur gesünder, sondern fühlt sich besser und schaut auch besser aus!

Markus Rehm, Leser_In

immens wertvoller Pfeiler. Unterschiedlichste Menschen finden zusammen und verbinden sich über alle Grenzen hinweg. Somit ist die Integrations- und Inklusionskraft einzigartig. Für mich bedeutet Sport auch das Ausleben meines Leitsatzes „Ich lasse mich nicht behindern“! Als ich mit 14 Jahren durch einen Wakeboardunfall meinen rechten Unterschenkel verlor, gab der Sport mir meine Kraft und meinen Lebensmut zurück. Ich weiß, wie wichtig Zugehörigkeit und Zusammenhalt ist. Aufgrund meiner Position als Leistungssportler ist es mir möglich, mich aufmerksamkeitsstark – unter anderem als Inklusionspate der Bundesliga-Stiftung – für Inklusion einzusetzen. Damit möchte ich gerade jungen Menschen mit einem Handicap Mut machen, ihr eigenes Ding auszuprobieren, neugierig zu bleiben und sich besonders über empfundene Grenzen hinwegzusetzen. Denn diese Grenzen setzt man selbst! Sehr vieles ist möglich, sofern man fest an das Ziel und an sich selbst glaubt. Gleichzeitig zeigt sich aber auch über die Debatte, die gerade um mein Startrecht mit nicht-gehandicapten Athleten im Gange ist, dass für gelebte Inklusion nicht nur das persönliche Verhalten, sondern auch bestehende Barrieren überdacht werden müssen. Hier ist im Sport wie auch in der Gesellschaft ein offener Umgang miteinander, neue Wege und viel Durchhaltevermögen gefragt. Jeder Einzelne ist dabei gefordert!

Mario Viska, Leser_In

E-Sport ist zum Massenphänomen und Trendsport geworden. Das haben auch die klassischen Fußballvereine erkannt und fördern aktiv den E-Sport. Es geht dabei um die Leistungen junger Gamer im Wettbewerb, die faszinierenden Spiele sowie Preisgelder in nicht unerheblicher Höhe. Für mich ist E-Sport die eleganteste Art, um Zeit an der Konsole oder dem PC mit Spielen zu verbringen. Die Spieler mögen kein „gedankenloses Zocken“, sondern schulen Teamplay, Taktikverständnis, Ausdauer und Geduld, Geschwindigkeit und Strategien im Denken, eine gute Hand-Augen-Koordination, Konzentrationsfähigkeit und bekommen die tolle Möglichkeit, die Welt in bereits jungen Jahren zu bereisen und dabei einzigartige Erfahrungen zu sammeln. Es ist kein Geheimnis mehr, dass man aus Computerspielen eine Menge lernen kann. Im E-Sport jedoch geht es um bewusstes, wettbewerbsorientiertes Spielen als Sport- und Kunstform. So lernen bereits junge Spieler, dass der größte Gegner im Training immer das eigene Ich ist. Die meisten erfolgreichen E-Sportler, zu denen ich Kontakt pflege, verfügen über eine enorme Selbstdisziplin und haben gelernt, für den Erfolg in ihrer Sparte andere Dinge zu opfern. Über die einzigartigen Events und gemeinsamen Aufgaben haben sich für mich tolle Netzwerke entwickelt, von denen ich heute immer noch profitiere. Somit hat der E-Sport meine Entwicklung gefördert und einen einzigartigen Stellenwert in meinem Leben eingenommen.

Robert Schleip, Leser_In

Was haben im Zoo lebende Schimpansen und menschliche Stubenhocker gemeinsam? Sie entwickeln dieselben Gelenkerkrankungen. Gibt man Affen jedoch die Möglichkeit zum Hangeln und Herumtollen, bleiben sie davon verschont. Ein Großteil unserer Abnutzungserscheinungen ist also auf eine nicht artgerechte Bewegungsbelastung zurückzuführen. „Use it or loose it“, oder aus Sicht des Bindegewebes: „Wer sich nicht bewegt, verklebt.“ Doch was sind artgerechte Bewegungsbelastungen beim Homo sapiens? Das ständige Sitzen ist es nicht. Auch wer Tausende von identischen Bewegungen auf einem Laufband abspult, hält ein Verfilzen und Verkümmern nicht genutzter Gelenkwinkel nur bedingt auf. Wundert es da noch, dass die meisten Hüftarthrosen in ungenutzten Gelenkbereichen starten? Unsere Hüftgelenke, Wirbelsäule und Schultern benötigen mehr Affengymnastik. Wir sollten wieder hangeln, klettern, Purzelbäume schlagen und kopfüber die Welt belachen. Und wir sollten mindestens einmal die Woche wieder das pflegen, womit sich unser muskuläres Bindegewebe, die Faszien, von anderen Menschenaffen unterscheidet: die elastische Federkapazität, wie beim Hüpfen, Werfen oder Tanzen. Wer sich bereits mit Yoga zum Affen macht, ist glücklich dran. Noch besser: ein angeleitetes Faszientraining, damit Sie es am Anfang nicht übertreiben. Wer öffentliche Spielplätze nur den Kindern überlässt und gelangweilt daran vorbei joggt, ist selber schuld.

Dörthe Reimers, Leser_In

Bevor Kinder eine Sportart erlernen können, müssen sie eine Reihe von Bewegungserfahrungen machen. Das fängt im Kleinkindalter etwa mit Balancieren oder Schaukeln an, bei dem die vestibuläre Wahrnehmung, also der Gleichgewichtssinn, geschult wird. Als Vorstufe zum Erlernen von Sportarten gilt auch, das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken. Auf dem Spielplatz lernen sie, aus welcher Höhe sie herunterspringen können, ohne sich zu verletzen, und welchen Herausforderungen sie gewachsen sind. Im Grundschalter kann man die Kinder bereits zu kleinen Spielen heranleiten, bei denen sie sich an Regeln gewöhnen. Auch die kinästhetische Differenzierungsfähigkeit gilt es zu entwickeln. Das bedeutet, dass ein Kind beispielsweise lernt, bei welcher Ballart es welche Kraft benötigt, um ein Ziel zu erreichen wie beispielsweise einen Kegel umzuwerfen. Generell sollen in der Grundschule „Fähigkeiten“ erworben werden, wie etwa die Koordinationsfähigkeit. Aber auch erste Sportarten wie Fußball oder Tanzen gehören zum Rahmenlehrplan. Die Schule ist für den Breitensport zuständig, die Spezialisierung übernehmen die Sportvereine. Doch trotz Noten sollte eines im Mittelpunkt stehen: dass Kinder Spaß daran haben, ihren Körper auszuprobieren und durch die Bewegung eine Freude zu entwickeln, die sich in allen Lebensbereichen widerspiegelt.

Dieter Schmidt-Volkmar, Leser_In

Was ist der richtige Sport? Diese Frage provoziert Gegenfragen oder führt je nach Zielgruppe zu vielen unterschiedlichen Antworten. Für diejenigen, für die die Leistung im Vordergrund steht, wird der Leistungssport auch in der Praxis Antrieb und Erfüllung sein. Viele Kranke, Verletzte oder Menschen mit Handicap sehen den Sport vor allem als kurative Maßnahme. Für Kinder und Jugendliche ist das Sporttreiben eine wichtige Funktion zur körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung. Für Gesundheitsbewusste wird das Sporttreiben als eine Möglichkeit gesehen, die Gesundheit zu verbessern beziehungsweise zu bewahren. Sie sehen im Breiten- und Freizeitsport den richtigen Sport in all seiner Varianz, individuell betrieben oder im Verein, wo dann die Geselligkeit eine weitere Motivation liefert. Dass diese Form des Sporttreibens bei richtiger Anwendung gesundheitsfördernd ist, ist vielfältig wissenschaftlich bewiesen. Er erhält die Leistungsfähigkeit, verzögert Alterungsprozesse und schafft Lebensqualität. Der richtige Sport bis ins hohe Alter betrieben ist in unserer bewegungsarmen Gesellschaft ein äußerst wichtiger Faktor. Hierzu gibt es in unserer Sportvereinslandschaft genügend und immer differenziertere Angebote unter fachlicher Führung, sowohl im Sommer als auch im Winter. Dieser Beitrag der Sportorganisation für unsere Gesellschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt und sollte deshalb auch politisch entsprechend gefördert werden.

Nicole Hartmann, Leser_In

Ich finde es immer toll, wenn man auch als Erwachsene Sportarten wieder ausprobiert, zu denen man lange keinen Zugang mehr hatte oder noch nie betrieben hat. Zum Beispiel wenn man plötzlich gefragt wird, ob man Beachvolleyball oder Badminton mitspielt, vielleicht auch einen Tag mit Freunden Kanu fahren geht. Es sind diese Sportarten, bei denen man auch ohne Jahre im Verein einfach mitmachen kann, die so viel Spaß manchen.

Sabine Pfeffer, Leser_In

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde! Ich bin zwar kein Pferdenarr und alleine die Kosten für den Reitunterricht waren in meiner Kindheit unerschwinglich. Aber in manchen Gegenden ist es keine Reichensportart und so habe ich doch ab und zu auf Pferden gesessen. Und ich habe eine Idee davon bekommen, warum Reiter so fasziniert von diesem Sport sind. Es ist nämlich wirklich anstrengend und aufregend und man fühlt sich einfach erhaben auf diesen wunderschönen Tieren.

Jan Oermann, Leser_In

Die Frage finde ich persönlich sehr spannend. Aus meiner beruflichen Erfahrung als Verkehrsrechtsanwalt sitze ich fast jeden Tag am Schreibtisch. Zusätzlich bringt mein Beruf viele Herausforderungen und Stress mit sich. Umso wichtiger ist es für mich, einen Ausgleich hierzu zu haben. Auf diese Frage gibt es nur eine klare Antwort: Tennis! Ich tausche meinen Anzug, binde mir die Schuhe. Dann gibt es nur noch mich, den Schläger und den Ball und ich kann mich voll auf das Spiel konzentrieren. Das Zusammenspiel von hohem Energieverbrauch und totalem Fokus auf das Match baut den Stress optimal ab. Es gibt nichts Schöneres für mich, als nach zwei Stunden körperlicher Anstrengung unter Wettkampfbedingungen den Gegner zum Freund auf der Terrasse bei einem Kaltgetränk werden zu lassen. Am nächsten Tag kann ich so mit klarem Kopf den Herausforderungen meines Berufes entgegentreten.

Michael Kemper, Leser_In

Für mich ist Handball der richtige Sport. Ich denke auch, dass jeder zumindest einmal Handball gespielt haben muss. Koordination von Hand und Fuß sind zwingend notwendig, was die kognitiven Fähigkeiten steigert und in vielen anderen Bereichen angewendet werden kann. Außerdem wird, da es ein Mannschaftssport ist, Teamfähigkeit und das Zusammenspiel mit anderen gefördert. Doch das wichtigste ist, was bei anderen Sportarten z.B. Fußball nicht wirklich gelehrt wird, sofort wieder aufzustehen, auch wenn der Schiedsrichter mal ein Foul übersieht um rechtzeitig in der Verteidigung zu stehen, um seine Sportkamaraden dabei zu unterstützen, den darauf folgenden Angriff zu unterbinnden. Diskussionen mit dem Schiedsrichter sind die ausnahme. Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass jemand anderer Meinung ist, was auch viel mit Respekt zu tun hat, der heute vielen fehlt.

Robert Fechner, Leser_In

Für mich ist Schwimmen der beste Sport, denn ich werde nicht nur fit, sondern es schont auch gleichzeitig meine Gelenke. Es gibt kaum eine Sportart, bei der so viele Muskelgruppen beansprucht werden und die Folge ist, dass das Schwimmen meinen Körper kräftigt und mich stark für den Tag macht. Durch die Bewegungen meiner Arme werden darüber hinaus besonders meine Verspannungen im Nacken gut gelöst. Da ich einen anstrengenden Bürojob habe, ist das der ideale Ausgleich für mich und ich habe mich selbst des öfteren dabei erwischt, wie ich positiv gelaunt aus dem Schwimmbad komme.

Gundi Günther, Leser_In

Der, der Spaß macht und gesund hält! Sport ist wichtig, sogar sehr wichtig, damit wir beweglich bleiben, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Mein Ding ist z.B. das Laufen – Walken. Man benötigt nur ein paar gute Schuhe, bequeme und passende Kleidung und dann kann sogar das Wetter ausgeblendet werden. Und dann geht’s los, am liebsten im Team. Bei uns ist es der Sonntag, eigentlich ein Tag zum Ausruhen oder zum „Insel spielen“! (Kurze Erläuterung: um die Couch herum wird alles aufgebaut, was man so für einen faulen Sonntag braucht, Handy, Zeitschriften, Bücher, Nagellack und Tee; und dann bewegt man sich nicht mehr weg von der Insel!). Die Entscheidung laufe ich mit oder nicht, fällt dann Jeder für sich. Ohne Zwang – man geht einfach mit, wenn man Lust auf Bewegung hat. Und so trifft man sich mit Freunden, immer am gleichen Ort und zum gleichen Zeitpunkt. Unsere Gruppe, eher homogen, das Alter und Geschlecht betreffend. Frauen, die sich sehr gern an der frischen Luft bewegen, viel lachen und noch mehr zu erzählen haben. Das ist möglich, weil man sich beim Walken gut unterhalten kann und der schöne Nebeneffekt, eine gleichmäßige Atmung, gewährleistet ist. Außerdem merkt man gar nicht wie die Zeit vergeht, beschäftigt sich mit interessanten Themen und pflegt so noch soziale Kontakte. Mein Fazit: Walken (oder generell der Sport) verbindet, hält fit, beweglich und gesund, förderte soziale Kontakte, macht den Kopf frei und bringt ganz viel Spaß.

Susanne Grafender, Leser_In

Was der richtige Sport für das eigene Kind ist, kann durch die unterschiedlichsten Faktoren geprägt werden. Hat es nur Spaß, wenn es zu den besseren in der Gruppe zählt? Geht der beste Freund auch hin oder hört er nach fünf Wochen auf? Ist der Trainer nett? Sieht man in den Sportsachen auch cool aus? Wenn man nicht sein ganzes Vermögen in die wechselnden Hobbys des Kindes stecken will, empfehle ich Sportvereine, die Ausrüstung verleihen, man aus den Verträgen schnell wieder herauskommt und mindestens drei mal Probetraining beinhalten. Dann kann das Kind sich erst einmal ohne eine Erwartungshaltung der Eltern ausprobieren.

Ulrike Bauer, Leser_In

Mit zwei großen Brüdern, mit denen ich mich jeden Nachmittag prügeln musste, lag es nahe, mich für den Kampfsport zu entscheiden. Aber es gehört mehr als Nehmerqualitäten dazu, wenn die Sportart Spaß machen soll oder man Erfolge feiern will. Insbesondere Taekwondo und Leichtkontakt-Kickboxen setzen eine überdurchschnittliche Gelenkigkeit voraus und es ist von Vorteil, eher ein großer und drahtiger Typ zu sein. Wenn man sich für einen Kampfsport entscheidet, sollte man sich aber auch der körperlichen Risiken bewusst sein. Taekwondo ist eine Vollkontaktsportart: Nicht nur zum Körper, auch zum Kopf wird voll zugetreten, wenn auch das Schlagen zum Kopf verboten ist. Karate ist von unterschiedlichen Schulen geprägt, für die ein jeweils anderes Regelwerk gilt und viele Vereine gehen nicht auf Turniere, sondern arbeiten verstärkt am Formenlauf, den Katas, ohne sich mit anderen zu vergleichen. Kung Fu ist mehr als Kampfkunst denn als Kampfsport zu verstehen. Im Formenlauf sind die Bewegungen fließender, die Stellungen tiefer, Stöcke und Schwerter werden genutzt. In jeder dieser drei Sportarten wird die Tradition der jeweiligen Ursprungsländer Korea, Japan und China wie deren Philosophie gelehrt. Kickboxen wurde gegründet, um diese Sportarten im Wettkampf miteinander zu vergleichen. So gerne ich alle meine Vereine mochte, die schönste Sportart wird für mich immer Kickboxen Semikontakt, heute Point Fighting genannt, bleiben.

Reinhard Fließger, Leser_In

Während Fitnessstudios den Körper mit gezieltem Muskeltraining immer weiter zu optimieren versuchen, halte ich andere Aspekte des Sports für wesentlich wichtiger: Ich will beim Sport in der Gemeinschaft etwas dazulernen, Spaß haben und gar nicht merken, dass mein Körper sich dabei auch ansträngt. Wenn ich mit Freunden Badminton spielen gehe oder wir uns mit unserer Brennballgruppe einen hitzigen Wettstreit liefern, dann erleben wir etwas zusammen, bringen uns gegenseitig etwas bei und halten gleichzeitig dabei unseren Körper fit. Diese Art der Bewegung ist für mich ein richtiger Sport.

Michael Clemens, Leser_In

In aller Aufrichtigkeit: Sex ist der richtige Sport. Unter sich liebenden Menschen. Einfühlsam, mit viel Kunstsinn und Muße. Ein Geschenk, ein Rundum-Fest für Körper, Geist und Seele...

Christian Lödden, Leser_In

RUGBY! Kein anderer Sport verkörpert alle wichtigen Eigenschaften im Leben wie Zusammenhalt, Durchsetzungsfähigkeit, Disziplin, Respekt, Kampfgeist, Fairness und Dynamik besser. Wie im Leben gibt es für jeden Körpertyp (groß, klein, breit, dünn) und Charakter (flink, gemütlich, mutig, zurückhaltend) die richtige Position.

Raimund Beringer, Leser_In

Schwimmen

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Schäfchen zählen, ein Glas Milch trinken oder doch die Einschlaf-App. Was sind Ihre Tricks für den erholsamen Schlaf? Nehmen Sie an einer ausgeschlafenen Diskussion direkt aus dem Schlafzimmer teil.

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Unser Sandmännchen, Leser_In

Ich bin mir ganz sicher, Du kennst mich. Von gestern Abend oder von viel, viel früher. Kinder sitzen im Schlafanzug vor dem Fernseher, gespannt, mit welchem Fahrzeug ich komme und wovon die Gute-Nacht-Geschichte erzählen wird. Vielleicht halten sie sich die Hand vor die Augen, wenn ich in meinen Traumsandsack greife? So ist es seit fast 60 Jahren und ich freue mich sehr, wenn ich heute ein Kind erkenne, das als Mama, Papa, Oma oder Opa wieder zuschaut. In den letzten Jahren ist meine Arbeit zwar nicht leichter geworden – ich brauche mehr Traumsand, die Wege sind weiter –, aber noch mehr Kinder kennen und mögen mich, das hätte selbst ich mir nie träumen lassen. Manchmal ist es schwer, die Kleinen wie die Großen zum Träumen zu bewegen. Aber jedes Kind kann es, das weiß ich aus Berufserfahrung! Traumsand-Streuen ist das Schönste, was man sich vorstellen kann. Ich freue mich auf ein Wiedersehen heute Abend und wünsche Dir natürlich immer gute Träume.

Christine Thürmer, Leser_In

Seit mehr als acht Jahren bin ich fast unentwegt draußen unterwegs – meist zu Fuß, aber auch mit dem Fahrrad oder dem Kajak. Mehr als 33.000 Kilometer bin ich gewandert, 30.000 Kilometer geradelt und 6.500 Kilometer gepaddelt. Unterwegs schlafe ich fast immer draußen in der Natur, meist irgendwo versteckt im Wald. 250 Nächte pro Jahr verbringe ich so alleine in meinem minimalistischen Einwandzelt auf einer dünnen Isomatte. Weniger als ein Milimeter Silnylon-Zeltplane müssen dabei ausreichen, mich vor Tieren oder schlechtem Wetter zu schützen. Oder ich übernachte ganz ohne Zelt einfach unter dem Sternenhimmel. Es gibt keine Tür, die ich hinter mir einfach zuziehen kann, kein weiches Bett zum Einkuscheln. Dennoch schlafe ich in der freien Natur immer deutlich besser als in jeder Unterkunft in der Zivilisation. Warum? Das Wandern, Radeln oder Paddeln versetzt mich in einen Glückszustand, den die Psychologie als Tätigkeitsrausch oder einfach als „Flow“ bezeichnet. Dieser Flow entsteht, wenn man völlig in einer Tätigkeit aufgeht, die einen weder über- noch unterfordert, die also weder Angst noch Langeweile erzeugt. Genau das passiert bei mir, wenn ich draußen in der Natur unterwegs bin: Abends liege ich dann in meinem Zelt, bin stolz auf das Erreichte des vergangenen Tages und freue mich auf die Erlebnisse des nächsten. Und schlafe dann körperlich leicht erschöpft, aber glücklich und zufrieden mit mir und meinem Leben ein.

Andreas Spechtl, Leser_In

Ich habe irgendwann begonnen, beinahe ausschließlich frühmorgens zu schreiben. Direkt nach dem Aufstehen, vor dem ersten gesprochenen Wort, mit nüchternem Magen und Kopf. Nur so kann ich den Schlaf mitnehmen, der sich als eine Art Ghostwriter in den ersten Stunden des Tages noch meiner Gedanken bemächtigt hat. Eine unsichtbare Hand die meine Erinnerung jede Nacht aufs Neue auseinanderreißt, aufschüttelt und scheinbar willkürlich neu zusammensetzt. Eine parallele Geschichte meines Erlebten, auf die ich keinen Einfluss habe. Ich versuche dann auch erstmal nicht allzu viel zu ändern an diesen auf den ersten Blick oft noch etwas wirren Aufzeichnungen. Die frühmorgendliche Strenge neigt ja dazu, die Dinge zu ordnen und sie wieder ihrem Platz in der Welt zuzuteilen. Man muss hier sehr vorsichtig sein. Ein Wort zu viel geändert und es verhält sich mit dem Text wie mit einem Vexierbild, in dem man lang die zweite Bedeutung gesucht hat. In dem Moment, in dem man sie endlich sieht, findet man jedoch allzu oft nicht mehr in das ursprüngliche Bild zurück. Und genau diese Doppeldeutigkeit ist für mich ja das schöne und inspirierende an der Arbeit mit und über den Schlaf: Einerseits ist es nichts anderes als das konkrete Leben, das sich in ihm spiegelt und andererseits schafft er aber die absurdesten, surrealistischsten und lebensfremdesten Momente, an der man als Mensch noch teilhaben kann. Danke dafür, lieber Schlaf.

Winfried Randerath, Leser_In

Auf den Schlaf kommt es an. Nicht durch Zufall sind einige der großen, von Menschen verursachten Katastrophen in der Nacht passiert – zum Beispiel Tschernobyl. Trotzdem verkünden gerade Manager, Wissenschaftler und Politiker stolz, mit wie wenig Schlaf sie auskommen. Mir graut es, wenn wichtige Entscheidungen in nicht enden wollenden Nachtsitzungen getroffen werden. Aber was heißt guter Schlaf? Die Durchschnittszahl von etwas mehr als sieben Stunden sagt da für den Einzelnen nicht viel aus. Es kommt darauf an, wie erholsam der Schlaf ist, ob ich am Morgen ausgeruht erwache und nicht unter Müdigkeit, Schläfrigkeit oder eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit leide. Unsere Umgebung, unser Verhalten oder Schmerzen, Fieber und Organerkrankungen können uns am Schlafen hindern. Zu den wichtigsten Schlaferkrankungen gehören die Insomnie, also nicht einschlafen oder nicht durchschlafen zu können, Bewegungsphänomene im Schlaf wie die ruhelosen Beine oder schlafbezogene Atmungsstörungen. Gerade letztere tragen erheblich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei und können auch das Leben verkürzen. Daher: Wann immer Schlafstörungen mehrere Wochen anhalten, die Tagesbefindlichkeit beinträchtigen oder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind, ist schlafmedizinische Hilfe notwendig. Der gestörte Schlaf ist keine Bagatelle, die schlaflose Nacht keine Heldentat, sondern ein Risiko.

Florian Sicks, Leser_In

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken unter null Grad. Leckere Knospen, Blätter oder gar Früchte sind nicht mehr in Sicht. Für den Präriehund ist dies das Zeichen sich schnellstmöglich in den Winterschlaf zu begeben. In zwei bis drei Metern Tiefe polstert er sich eine Kammer seines Baus mit trockenem Gras aus. Dann rollt er sich zusammen, plustert sein Fell auf und begibt sich für mehrere Monate in eine Art Energiespar-Zustand: Sein Herz schlägt in dieser Phase statt 100 nur noch zwei Mal pro Minute. Atempausen dauern bis zu einer Stunde. In der Folge sinkt seine Körpertemperatur von 39 Grad auf die Umgebungstemperatur, die in seiner unterirdischen Kammer fünf Grad beträgt. Da der Präriehund im Winterschlaf seinen Energieverbrauch um 90 Prozent senkt, kann er die winterliche Zeit des Mangels allein dank seiner Fettreserven überdauern. Doch von Zeit zu Zeit muss der Präriehund seinen Energiesparmodus unterbrechen. Dann fährt er unter enormem Energieaufwand seinen Stoffwechsel hoch und bringt seinen Körper auf Normaltemperatur. Aber was macht ein Präriehund dann so Wichtiges, dass er dafür mehr als die Hälfte seiner Reserven opfert? Die Antwort scheint verblüffend: Er schläft! Der Winterschlaf hat abgesehen vom Wortstamm nichts mit dem eigentlichen Schlaf gemeinsam. Im Gegenteil: Winterschlaf ist eine Form des Schlafentzugs. Dieser würde auf Dauer ebenso tödlich enden wie Nahrungsmangel.

Annette Kast-Zahn, Leser_In

Sie als Eltern können etwas dafür tun, dass Ihr Baby abends friedlich einschläft und nachts entspannt durchschläft. Im Alter von etwa sechs Monaten ist der Schlaf ausgereift. Spätestens dann können Sie aktiv werden. Sorgen Sie für einen regelmäßigen Schlafrhythmus mit realistischen Schlafzeiten. Ihr Kind sollte nicht viel länger im Bett liegen, als es schlafen kann. Bei langen Wachzeiten wirkt Wecken Wunder. Sorgen Sie für günstige Einschlafgewohnheiten. Dazu gehört ein schönes Abendritual mit viel Nähe und Körperkontakt. Danach legen Sie Ihr Kind ins Bett, wenn es noch wach ist. „Einschlafhilfen“ wie Brust, Fläschchen, Dazulegen, Herumtragen führen dazu, dass sich für Ihr Kind beim nächtlichen Aufwachen alles „falsch“ anfühlt. Es weint, bis es die gewohnte Hilfe von Ihnen bekommt. Wahrscheinlich mehrmals pro Nacht. Wenn Ihr Kind aber tagsüber und abends ohne Ihre Hilfe einschlafen kann, wird es auch nachts nach den normalen Wachphasen allein wieder in den Schlaf finden. Dann fühlt es sich „richtig“ an. Wie kann Ihr Kind das Allein-Einschlafen lernen? Ganz einfach: indem es das tut. Sie bleiben bei ihm oder gehen in ganz kurzen Abständen immer wieder zu ihm und reden beruhigend mit ihm. Wenn Ihr Kind ein paarmal ohne Ihre „Einschlafhilfen“ eingeschlafen ist, hat es eine gute Einschlafgewohnheit erlernt. Es muss nachts nicht mehr weinen. Alle können besser schlafen. Und das tut allen gut.

Viola Bullmann, Leser_In

Nur wer ausgeschlafen ist, kann am nächsten Morgen wieder mit voller Kraft den Tag beginnen und leistungsfähig sein. Während kleine Kinder aufgrund ihrer hohen Flexibilität noch auf dem Boden schlafen können, benötigen wir mit zunehmendem Alter einen gewissen Schlafkomfort. Hierzu gehört sowohl ein bequemes Bett als auch ein Nacken unterstützendes Kopfkissen. Die Matratze sollte dem Körpergewicht angepasst werden, das heißt bei einem niedrigeren Gewicht sollte eher eine weiche Matratze gewählt werden, bei einem höheren Gewicht eher eine härtere Matratze. Des Weiteren benötigen diejenigen mit Rundrücken in der Brustwirbelsäule und Hohlkreuz in der Lendenwirbelsäule eine weichere Matratze, als jene mit geradem Rücken. Patienten mit Rückenleiden sollten die Matratze wählen, auf der sie bequem liegen können. Bezüglich der Kopfkissen muss unterschieden werden zwischen anatomisch vorgeformten Kissen, die den Nacken abstützen und den „normalen“ Kissen, die aber vom Anwender so geformt werden können, dass auch diese den Nacken individuell abstützen. Auch hier gilt die Regel: ausprobieren, mit welchem Kissen man am besten zurechtkommt. Besonders sei hier noch der Seitenschläfer zu erwähnen, bei dem es wichtig ist, dass mit dem Kissen der entstandene Hohlraum zwischen Schulter und Kopf abgestützt wird. Bei weicheren Matratzen sinkt die Schulter mehr ein und es ist eine geringere Abstützung als bei einer härteren Matratze erforderlich.

Roswitha Reinmaier, Leser_In

Vor dem Einschlafen gehe ich noch einmal den Tag durch und bleibe bei der schönsten Erinnerung.

Horst Buchenkötter, Leser_In

Heute nur noch bei absoluter Ruhe.

Mathias Chanell, Leser_In

Atmen. In aller Ruhe durch die Nase einatmen, in aller Ruhe durch den Mund ausatmen - kurz nichts tun - und so weiter...

Susanne Busch-Zouhar, Leser_In

Schlafen gehen wenn man müde ist. Nicht vor dem laufenden Fernseher oder angeschalteter Unterhaltungselektronik einschlafen. Sämtliche Elektronik aus dem Schlafzimmer verbannen (ein normaler Wecker tut´s auch!). Direkt vor dem Schlafengehen nichts mehr essen, wenig oder gar keinen Alkohol trinken. Unerledigte Aufgaben schriftlich auflisten, damit beim Einschlafen nichts mehr im Kopf \"herumgeht\". Frischluftzufuhr nicht vergessen!

Frederick Mehrwert, Leser_In

Seit ich seit einigen Monaten unter der Woche zwei Stunden früher aufstehen muss als die letzten Jahre, habe ich den Mittagsschlaf wieder für mich entdeckt. Zum Glück lässt mein Job es zu, dass ich nach dem Mittagessen noch Zeit zum Ruhen habe. Ich stelle mir den Wecker, schlafe etwa 20 Minuten und bin danach wieder topfit für den Rest des Tages. Ich empfehle jedem ein Sofa im Büro!

Layla Belendo, Leser_In

Am schönsten ist es, wenn man nach einem warmen Bad in das frisch bezogene Bett steigt. Ob ich dann schneller einschlafe, kann ich nicht sagen. Aber dafür genieße ich noch jede Minute im Bett.

Manuel S., Leser_In

Alle wissen es, aber die meisten halten sich trotzdem nicht daran: Vor dem Einschlafen darf man nicht auf Handys oder auf Bildschirme gucken, weil das blaue Licht wach macht. Man darf nicht zu viel Alkohol trinken, weil der Schlaf dann nicht erholsam ist. Dann wird es schon komplizierter: Man darf nicht zu früh schlafen gehen, sonst liegt man nachts wach. Man darf nicht zu spät schlafen gehen, sonst fehlt der Schlaf am Morgen. Die Bettdecke darf nicht zu schwer sein, sonst bekommt man Albträume. Sie darf aber auch nicht zu dünn sein, sonst bekommt man einen Schnupfen. Frische Luft soll nachts gut sein, aber wenn man zur lauten Straße hin in der Nähe der Feuerwehr wohnt, kann stickige Luft das kleinere Übel sein. Doch was immer wirkt, ist ein starker Arm, in dem man liegen kann.

Frank Breitling, Leser_In

Im Sommer braucht mein Körper weniger Schlaf, allerdings nicht so wenig, dass ich schon um 5 Uhr morgens aufstehen könnte. Deswegen habe ich in einem Meisterakt handwerklichen Könnens hinter meinem Vorhang noch eine Verdunklungsjalousie angebracht. Jetzt weckt mich erst der schreckliche Wecker.

Fenna Seifert, Leser_In

Das Zimmer sollte vor dem Schlafengehen gut durchgelüftet werden, aber nicht zu kalt sein. Bei mir darf es sogar auch etwas wärmer sein als bei anderen. Wenn ich vergessen habe, die Heizung herunterzudrehen, habe ich schon öfter geträumt, ich sei am Strand. Das waren wunderbare Träume.

Andrea Kost, Leser_In

Das beste Einschlafmittel sind für mich Bücher: Ich muss abends im Bett nur eins in die Hand nehmen und schon fallen mir die Augen zu.

Elfi Schalla, Leser_In

Baldrian, viel Bewegung tagsüber, abends müde sein

Raimund Beringer, Leser_In

Ein gutes Bier

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Wie handeln wir fair?

Durch mehr Information wird uns immer häufiger bewusst, wo und unter welchen Bedingungen unsere Waren produziert werden. Sagen Sie uns, was Ihrer Meinung nach jeder Einzelne tun kann, um fair zu handeln.

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Beate Rudolf, Leser_In

Wir – gemeinsam als Deutschland und als Einzelne – handeln fair, wenn wir im globalen Miteinander die Menschenrechte zum Maßstab nehmen. Dazu ist Deutschland rechtlich verpflichtet, und wir alle sind es moralisch. Für Deutschland heißt das: Politische Entscheidungen, etwa in der Agrarpolitik, dürfen sich nicht nachteilig auf die Menschenrechte im Ausland auswirken. Es sollte sichergestellt werden, dass hiesige Unternehmen bei ihrem weltweiten Engagement die Menschenrechte beachten. Unser Land muss andere Staaten unterstützen, ihren Menschenrechtspflichten nachzukommen. Handels- und Investitionsschutzabkommen dürfen daher keinen Vertragsstaat daran hindern, seine menschenrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Maßnahmen des Gesundheitsschutzes etwa müssen weiter möglich bleiben. Unsere Entwicklungspolitik hat zur Verwirklichung der Menschenrechte beizutragen: Alle Menschen in den Partnerländern müssen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit erhalten und politisch mitgestalten können. Wir alle können unseren Beitrag leisten, dass Menschen weltweit fair behandelt werden, indem wir beim Einkauf darauf achten, dass Produkte nicht aus ausbeuterischer Arbeit stammen und dass sie fair gehandelt sind. Indem wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern, damit wir nicht über Klimawandel, Landverbrauch und Ressourcenhunger Menschenrechtsverletzungen Vorschub leisten. Fair handelt, wer Menschenrechte achtet.

Bernd Mesovic, Leser_In

Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Die Fluchtwege, die sie gezwungen sind zu nehmen, sind lebensgefährlich und teuer. Die europäische Flüchtlingspolitik nimmt den Tod von Schutzsuchenden jedoch billigend in Kauf. Sie schottet ihre Grenzen ab und zwingt die Menschen auf lebensgefährliche Routen – mit tödlichen Folgen: Seit dem Jahr 2000 sind an den Außengrenzen der EU mehr als 35.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Mittelmeer sterben jedes Jahr Tausende bei der lebensgefährlichen Überfahrt, mehr als 3.000 kamen allein 2016 um oder wurden als vermisst gemeldet. Eine zivile europäische Seenotrettung würde Leben retten. Doch statt schiffbrüchige Flüchtlinge zu retten, setzt die EU auf die militärische Bekämpfung von Schleppern und auf Flüchtlingsabwehr. Sie unterzeichnet Abkommen mit Staaten, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, damit diese die Menschen an der Flucht hindern. Heute, 65 Jahre nach der Unterzeichnung der Genfer Flüchtlingskonvention, ist das Recht auf Asyl in Europa für Menschen in Not in fast unerreichbare Ferne gerückt. Nach wie vor nehmen westliche Industriestaaten nur einen kleinen Teil aller Flüchtlinge weltweit auf. Mehr als 80 Prozent der Schutzsuchenden, die aus ihren Ländern fliehen, werden laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR von den meist armen Nachbarstaaten aufgenommen. Wer von Fairness spricht, muss auch das im Blick behalten.

Harald Lemke, Leser_In

Fair zu handeln ist etwas Gutes, das zu tun für jeden gut ist. Sollten wir also – wie es die Ethik fordert – nach allgemein Gutem streben, dann beispielsweise dadurch, dass wir fair handeln. Ein Grund, warum wir nicht fair handeln und Gutes tun, kann damit zusammenhängen, dass wir nicht wissen, was „das Gute“ im ethischen Sinne ist. Dies trifft bedauerlicherweise oft und in vielen Lebensbereichen zu. Hingegen tut sich uns beim Essen neuerdings die nachweisliche und überprüfbare Möglichkeit auf, fair zu handeln, indem wir fair gehandelte Produkte kaufen. Auf diese erstaunlich einfache Art und Weise können wir tagtäglich sogar mehrfach Gutes tun. Entscheiden sich immer mehr Menschen immer häufiger für fair Gehandeltes, dann trägt diese ebenso ethische wie einfache Wahl langsam aber sicher dazu bei, die globalen und in vielerlei Hinsicht unguten Ernährungsverhältnisse zu verbessern. Darüber hinaus bewirkt die tägliche Entscheidung für fairen Handel die zukünftige Verwandlung des bloß freien Handels in ein gerechteres postkapitalistisches Wirtschaftssystem. Gastrosophisch gesehen lässt sich die Frage „Wie handeln wir fair?“ also unerwartet präzise und weitreichend beantworten: Durch die ethisch gute Entscheidung, fair Gehandeltes zu wählen.

Ulrich Grillo, Leser_In

Fair handeln, das heißt auch: gemeinsamer Einsatz für gemeinsame Ziele. Im Klimaschutz ist Teamarbeit besonders wichtig. Die ehrgeizigen Ziele, die sich Deutschland gesetzt hat, können nur von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam erreicht werden. Dies gilt insbesondere für den Gebäudebereich. Dort werden 40 Prozent der Energie verbraucht. Er steht für ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen. Die Einsparpotenziale bei Wohn- und Nichtwohngebäuden, bei Ein- und Zweifamilienhäusern und bei Mietshäusern sind groß. Die Industrie liefert dafür die technologischen Lösungen. Sie bietet schon heute wirtschaftlich einsetzbare Produkte, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Für Neubau, für Sanierung und auch für mehr Effizienz durch angepasstes Nutzungsverhalten. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist enorm: Plusenergiehaus-Konzepte ebenso wie nachhaltig produzierte und zu 100 Prozent recyclingfähige Dämmstoffe optimieren nachhaltig die Energiebilanz. Hocheffizienz-Wärmepumpen ermöglichen die Wärmeversorgung allein aus erneuerbaren Energien. Hybride Heizsysteme kombinieren hocheffiziente Brennwerttechnik mit erneuerbaren Energieträgern. Smart-Home-Technologien steuern Heizung, Lüftung und Licht energieeffizient. Mit Konzepten zur unterjährigen Verbrauchserfassung werden Einsparpotenziale für Jedermann identifizierbar. Die Politik sollte den Einsatz von Effizienztechnologien durch Förderinstrumente weiter verbessern.

Antje Boetius, Leser_In

Neulich nach einem Vortrag fragt ein Kind: „Warum dürfen wir Menschen über das Zuhause von Fischen entscheiden, wir wohnen da doch gar nicht, das Meer gehört den Fischen.“ Die Erwachsenen lachen. Das Mädchen ärgert sich: „Nicht lachen, ihr macht alles kaputt und es bleibt nichts für die Kinder.“ Da waren alle still. Als Meeresforscherin und Kind dieser Erde frage ich mich, wie noch irgendjemand an ein „weiter so“ glauben mag. Wir können uns nicht erst um die Meere kümmern, wenn die Probleme an Land gelöst sind. Der Ozean erwärmt sich schnell, die Gletscher schmelzen vor unseren Augen; umso schneller müssen wir auf CO2-arme Energien umsteigen. Sonst sind Millionen Küstenbewohner gezwungen, sich eine neue Heimat zu suchen. Doch wir können viel erreichen: Das Ozonloch schließt sich wieder. Die UN hat das Leben unter Wasser mit Nachhaltigkeitszielen bedacht. Das EU-Verbot von Tiefseefischerei wird unsere Kaltwasserkorallenriffe schützen. Das Bundesforschungsministerium fördert den nachhaltigen Umgang mit den Meeren. Im „Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane“ erleben wir enormen Zuspruch aus der Bevölkerung. Die häufigste Frage: „Was kann ich für die Meere tun?“ Die Antwort: Verstehen, dass der Ozean ein wesentlicher Teil der Erde und unseres Alltags ist. Hinterfragen, was ich nutze, kaufe, wegwerfe. Darüber sprechen, wie unser Handeln hier und heute für viele Generationen überall auf der Welt Konsequenzen hat.

Maximilian Gege, Leser_In

Wir sind der Meinung, dass Unternehmen durch verantwortungsbewusstes Handeln innerhalb ihrer Betriebsabläufe dazu beitragen können, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wieder herzustellen. Das bedeutet sowohl ökologisch und gesundheitlich verträgliche Produkte zu produzieren, als auch darauf zu achten, dass die Herstellung und Verarbeitung ethisch vertretbar ist. Dazu gehört eine gerechte Bezahlung genauso wie sozialverträgliche Arbeitsbedingungen. Der Transport zum Verbraucher sollte nachhaltig organisiert sein. Genauso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass das Produkt während seiner Nutzungsdauer möglichst ressourcen- und umweltschonend im Gebrauch ist. Und wenn es ausrangiert wird, sollte möglichst viel davon wiederverwendet werden können. Noch besser wäre eine Kreislaufwirtschaft auf der Basis des Cradle-to-Cradle. „Tomorrow belongs to those, who can hear it coming“, singt David Bowie auf seinem wohl bekanntesten Album „Heroes“. Als Umweltinitiative der Wirtschaft mit über 550 Mitgliedern verschiedenster Branchen und Größen helfen wir, Unternehmen dabei zu unterstützen, erfolgreich und nachhaltig zu wirtschaften und schon heute denen zuzuhören, die erst morgen ihre Stimme erheben können. Wir informieren und bieten Unternehmen Orientierung für den Auf- und Ausbau einer zukunftsfairträglichen Wirtschaftsweise. Weitere engagierte Helden heißen wir gern willkommen.

Jürgen Schneideisen, Leser_In

Ich finde es sehr lobenswert, dass sich Menschen für fairen Handel einsetzen und man diese Produkte immer vermehrter kaufen kann. Wir müssen nicht ins ferne Ausland reisen und dort nachprüfen, ob die vereinbarten Löhne gezahlt wurden. Wir müssen einzig beim Einkauf ein bisschen darauf achten und sollten uns darüber freuen, dass es dem Konsumenten inzwischen doch recht einfach gemacht wird, wenn er denn etwas tun will.

Angelika Schwarz, Leser_In

Sicher ist faires Handeln vor allem ein globales Thema, weil hier die Ungerechtigkeiten am größten sind. Doch auch hier verdienen Menschen in manchen Berufen so wenig, dass sie kaum davon leben können. Wenn man dem Friseur, der Toilettenfrau oder der Bedienung dafür ein größeres Trinkgeld gibt, als es die meisten tun, kann man auch hier fair handeln.

Manuela Hageländle, Leser_In

Gerade bei Gold sind umweltfreundlicher und menschenwürdiger Abbau wie auch kontrollierte Minen mit sehr hohen Preisen verbunden. Doch mit menschenverachtenden Arbeitsbedingungen sich zu schmücken, das wäre schon wirklich absurd.

Daniel Bade, Leser_In

Ich schaue Nachrichten und bin deprimiert, ich zappe weiter und lande bei einer Sendung, die mich noch trauriger macht, auch das nächste Programm stimmt mich missmutig. Ich schaue auf mein Handy, Eilmeldung: Tod. Ich schalte den Computer an und schalte ihn direkt wieder aus. Jeder sollte jeden Tag fair mit sich und seiner Umwelt umgehen, egal in welcher Position, egal an welchem Ort, zu jeder Zeit.

Karl Michaels, Leser_In

Fair Handeln bedeutet, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich selbst zu hinterfragen. Eigentlich sollte jede Tat, die wir ausführen, zunächst hinterfragt werden. Handel ich wirklich fair?

Marianne Klöppel, Leser_In

Ich achte bei jedem Einkauf auf den Produktionsort und die Herkunft. Ich habe oft ein schlechtes Gefühl, wo und wie beispielsweise meine Kleidung produziert wird. In Zeiten der Globalisierung wird alles immer günstiger und man fragt sich, wie ein Pulli für 15 Euro die ganze Kette am Leben erhalten will. Einer muss immer darunter leiden. Aber am seltensten leidet der Käufer. Ich möchte diese Art des Handelns nicht unterstützen, aber es wird mir durch Intransparenz sehr schwer gemacht. Warum, wenn man doch nichts zu verbergen hat? Ich wünsche mir einen faireren Umgang mit allen Menschen in unserer Liefer- und Produktionskette.

Hildegard Wenglein, Leser_In

medialen Überdruss ist ein Wegweiser des fairen Handels schwer auszumachen. Die ständige Angst das Falsche zu tun, sich nicht politisch korrekt zu verhalten, lähmt unsere Gesellschaft und das Gift der Radikalisierungen dringt langsam und subtil ein. Doch manchmal kann es so einfach sein, das Richtige zu tun. Behandle deine Umwelt so, wie du behandelt werden willst. Breche einfach mal die Anonymität mit einem Lächeln. Nehme deine Mitmenschen und deine Umgebung ernsthaft wahr. Die Erlebnisse und Erfahrungen aus tiefem Herzen und freien Stücken entgegengebracht lösen unerwartet Positives aus. Wenn jeder sich nur ein bisschen öffnet wird das strahlen in den Augen nie verstummen.

R.Woyczechowski, Leser_In

Das persönliche \"fair pay\" ist nur ein Tropfen auf den sogenannten heißen Stein. Viel effektiver ist ein fairer Umgang zwischen den Staaten. Hier ist vor allem wichtig eine Verbesserung der terms of trade für die Entwicklungsländer, also eine besserer Index von Ausfuhrpreise : Einfuhrpreise; hier handeln die Industriestaaten sehr egoistisch. Hier möchte ich auch die Entwicklungshilfe anführen, die ebenfalls nicht sehr effektiv ist und sehr verbesserungswürdig!!!

Walter Ulbrich, Leser_In

Wir handeln fair, wenn wir in dem hoch entwickelten Industrieland nicht mehr produzieren, als wir selbst für ein gutes Leben brauchen. Jeder, der es sich leisten kann, weniger Geld zu verdienen, weniger dafür zu arbeiten, dafür mehr vom Leben zu haben, sollte dies schrittweise tun. Unsere ständigen hohen Exportüberschüsse müssen verringert werden, in dem wir für Importwaren höhere faire Preise bezahlen. Einige Fluchtursachen würden hinfällig, wenn die Menschen in ärmeren Ländern mit eigener Arbeit ihren Lebensunterhalt sicher könnten.

Mathias Chanell, Leser_In

\"Den Regeln entsprechend\" und \"die Rechte anderer achtend\" handeln heißt idealerweise, dass durch mein Handeln eine win-win-Situation entsteht: mein Partner und ich gewinnen etwas, keiner wird absichtlich geschädigt. Somit ist faires Handeln auch immer nachhaltiges Handeln, bei dem ein Fortschritt erzielt wird, der nich auf Kosten anderer geht. Anders gesagt: Faires Handeln ist kluges Handeln

Carl Batliner, Leser_In

Ich glaube das Konsumenten durch immer mehr Informationen und diversen Fair Trade Labels gepaart mit negativen Meldungen zu ausbeuterischen Produktionsbedingungen, sich zwar der Situation bewusster sind, jedoch mit der Flut an Informationen nicht im Alltag umgehen können und verunsichert werden. Wir müssen alle täglich angetrieben durch ein endloses Spektrum an Angebotsvielfalt so viele Entscheidungen treffen, dass die Einflussgrösse des fairen Handels, obwohl für uns subjektiv wichtig einen sehr geringen Entscheidungsstellenwert einnimmt. Deshalb sehe ich die Lösungsansätze zur Förderung der fairen Handels- und Arbeitsbedingungen in erster Linie nicht beim einzelnen Konsumenten, sondern bei globalen Organisationen. Hier sollte ein einheitlicher Standard definiert werden, mit dem faire Bedingungen gekennzeichnet oder Waren überhaupt zum Verkauf zugelassen werden und anhand dessen sich der Konsument für das richtige Produkt entscheiden kann. Als Konsument sollten wir versuchen uns in die Schicksale hineinzuversetzen, die hinter den Billigstpreisen stecken und den teureren Einkauf eines fair produzierten und gehandelten Produktes als wesentlich effizientere Entwicklungsunterstützung als beispielsweise eine Spende ansehen. Da den Menschen in besonderer Weise die Anerkennung seiner Umgebung antreibt wäre ein einfacher Umsetzungsvorschlag, Personen die sie sehen, welche fair produzierte und gehandelte Produkte einkaufen dafür persönlich zu loben, was deren Kaufverhalten weiter positiv fördern wird oder andererseits Personen in persönlichen Gesprächen auf die Thematik aufmerksam machen.

Mimi Kessels, Leser_In

Viele Menschen sind bereit, hohe Summen für ihren Kaffee auszugeben – also für die verchromte Kaffeemaschine oder auch doppelte Preise, um beim hippen Barista einen bitteren Espresso zu bekommen. Da erstaunt es schon, dass das Geld nicht in fair gehandelten Kaffee investiert wird – aber gerecht ist wohl uncool.

Silke Puck-Schneider, Leser_In

Nach der Katastrophe in der Textilfirma in Bangladesch gab es viele Berichte über die Textilindustrie vor Ort. Marken wurden aufgeführt, die für Dumpinglöhne standen und kein Interesse an höheren Brandschutzauflagen zeigten. Andere Marken wurden aufgeführt, die sich für verbesserte Arbeitbedingungen einsetzen würden. Doch diese Firmen auf den Listen wechselten häufig und es blieb der Eindruck, dass es sich bei vielen nur um Marketingkampagnen gehandelt hat, weil es eine Sensibilisierung bei den Käufern gab. Sobald also Kunden nicht mehr weggucken konnten, haben sie auch darauf reagiert. Das zeigt aber auch die Bedeutung der Presse: Wenn öffentlich über unfaire Verhältnisse berichtet wird, werden auch Unternehmen gezwungen, sich für faireren Handel einzusetzen um ihre Käuferschicht zu halten. Das funktioniert insbesondere in der Textilindustrie, wo das Image einer Marke von so großer Bedeutung ist.

Elfi Schalla, Leser_In

Regional einkaufen

Nico Richter, Leser_In

Über das das „Faire Handeln“ zu schreiben oder zu sprechen ist das eine. Das andere ist es faires auch zu tun. Wir alle meckern über die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen in Entwicklungs-, Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern. Zum einen sollte dabei über die Arbeits- und Lebensbedingungen gesprochen werden. Doch andererseits ist m. E. ein weiterer Aspekt die Nachhaltigkeit. Denn alle Verbesserung der Arbeitsverhältnisse nutzt nichts, wenn durch die Weiterführung des bisherigen Denkens die Welt zerstört wird. Wir alle wissen unter welchen menschenverachtenden Bedingungen iPhones produziert werden und doch machen wir nichts dagegen, regen uns nicht auf oder ändern unser Verhalten. Stattdessen kaufen wir den Mist auch noch und feiern Apple als Arbeitgebergott (Anlehnung an Hagen Rether). Wir meckern über alle diese Zustände, die wir kennen. Wir wissen alles bis unter den Stehkragen. Doch trotzdem tun wir nichts dagegen, weil das bedeuten würde, das Leben zumindest ein Stück weit zu ändern. Doch das könnte einem Einbüßen von einem sehr hohen (vielleicht sogar zu hohen Lebensstandard) verbunden sein. Wir reden lieber nur darüber. Doch es gilt nicht meckern, sondern etwas tun. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich mich verhalte oder in wie weit ich mein Leben so verändern kann, dass ich etwas Gutes tun kann bzw. die Welt etwas besser machen. Der erste Schritt ist meines Erachtens Bildung. Damit ist vor allem gemeint, sich mit den Produktionsketten und der Herkunft von Produkten klarzuwerden. Als nächstes ist vor allem eine Abkehr vom bisherigen Konsumdenken notwendig. Vielleicht sollte ein Produkt aus der Region sein. Muss es jeden Tag das „geliebte“ Stück Fleisch auf dem Teller sein? Vor einigen Jahren kamen die Menschen auch ohne tägliches Fleisch aus. Dass die Viehwirtschaft einen großen Anteil am Klimawandel trägt, ist bekannt, wird aber unter den Teppich gekehrt. Muss es wirklich jedes Jahr ein neues Mobiltelefon sein? Nein. Mein erstes Mobiltelefon hielt vier Jahre. Momentan habe ich ein Fairphone, das bereits auch schon mehr als 1,5 Jahre alt ist und ich habe nicht vor im nächsten halben Jahr ein neues zu kaufen. Dieses Handy ist ein sehr gutes Beispiel einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Denn hierbei wird transparent dargestellt woher die Rohstoffe kommen, unter welchen Bedingungen sie verarbeitet werden und wie sich der Preis (zugegeben: er ist höher als bei anderen Telefonen) zusammensetzt. So setzt es sich mit vielen Produkten oder Dienstleistungen fort. Bei allen haben wir es zunächst durch unser Kaufverhalten in der Hand, es besser zu machen. Ziel sollte es sein, nicht nur die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sondern auch die Welt zu verbessern. Dabei ist es das Beste, sein eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen und ggf. zu ändern. M. E. reichen dabei auch nur kleine Schritte. Jeder kleine Schritt in eine bessere Welt bzw. eine bessere Zukunft ist immer noch besser als gar nichts zu tun.\" Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht die abschließende Lösung dieser Problematik ist. Doch ist es aus meiner Sicht ein Schritt in die richtige Richtung.

Raimund Beringer, Leser_In

Indem wir innerhalb unserer Möglichkeiten bewusst handeln!

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