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Wohin geht die Reise?

Abenteuerlust treibt die einen, die Suche nach Erholung lockt die anderen. Noch nie konnten wir die Welt so schnell und günstig erobern wie heute. Erwärmen Sie uns für Ihre schönsten Urlaubsziele oder erzählen Sie uns, wohin Ihr Lebensweg Sie führen soll.

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Thorben Mertensen, Leser_In

Wie letztes Jahr haben wir wieder mit Freunden ein Haus in Dänemark gemietet. Das ist mit dem Auto nicht so weit, liegt direkt am Strand und die Kinder können dort einfach gut zusammen spielen.

Tobias Hahnenkamm, Leser_In

Wahrscheinlich wollte ich immer nur in die Pyrenäen, weil ich das Wort so toll fand. Vielleicht auch, weil ich einmal mit dem Zug durchgefahren bin und es dort schön aussah. Jedenfalls habe ich mir nun zwei Wanderführer gekauft und es gibt offensichtlich ein gutes Wegenetz, rauschende Wasserfälle, urige Felslandschaften, aber auch Einkehrmöglichkeiten, und Busse können einen an die Ausgangspunkte bringen. Es wird also wohl der Ordesa-Nationalpark.

Karl Fäller, Leser_In

Ich bin in einer stark christlich geprägten Region aufgewachsen, war auch Ministrant mit allem Drum und Dran. Dazu gehörte natürlich auch die intensive Beschäftigung mit der Bibel. Nachhaltig festgesetzt haben sich bei mir besonders die Briefe der Apostel an die einzelnen Christengemeinden, also z. B. der Brief des Paulus an die Epheser, Galater, Kolosser etc,, aber auch die Sendschreiben aus des Johannes nach Ephesus, Philadelphia, Laodicea usw. Beeindruckt hatten mich aber auch Geschichten wie die um die Mauern von Jericho oder um den Teich Bethseda. Als Kind konnte ich mit den Ortsbezeichnungen wenig anfangen. Erst im reifen Erwachsenenalter begann ich, mich näher damit zu befassen und stellte fest, dass diese Stätten nicht nur tatsächlich existierten, sondern die meisten auch heute noch bestehen, wenn auch oft unter anderen Bezeichnungen. In mehreren Reisen, hauptsächlich in die Türkei, aber auch nach Israel, konnte ich viele dieser Orte aufsuchen und erfuhr Eindrücke, die mein ganzes Leben anhalten werden. Lernen konnte ich daraus, dass das Leben des Einzelnen oder ein Lebensweg nicht isoliert betrachtet werden können, Vielmehr bildet die Existenz des Lebens auf der Erde im Allgemeinen und die des Menschen im Besonderen einen großen Kreislauf, in den wir alle eingebunden sind, ob wir wollen oder nicht.

Sabine Weisel - Herausgeberin des Reiseblogs "Reisenomadin", Leser_In

Wir leben heute nicht mehr in einer Zeit, in der mutige Entdecker in See stechen und neue Kontinente auffinden. Es gibt nur noch wenige „unentdeckte“ Plätze, die uns Reisenden vorenthalten bleiben. Auch unter uns Reisebloggern kommt es, teilweise ungewollt, zu einer Art Wettbewerbssituation: es geht schließlich nicht darum, auf dem eigenen Blog die 08/15 Standardreisen vorzustellen, bzw. auf den Routen zu reisen, die andere schon weit vor uns erkundet haben. Nein, es geht um die Jagd nach den spektakulärsten Reisezielen und Erlebnissen: Antarktis, Iran, Nordkorea – wer es einmal dorthin geschafft hat, steigt gleich ein Treppchen höher in der Liga der Bekannten und Einflussreichen. Jeder Blogger muss für sich entscheiden, ob er an diesem Wettkampf teilnehmen möchte. Ich habe für mich in den letzten Jahre den Reiz von Nahzielen wiederentdeckt: zwar bin ich in meinen jungen Jahren bereits auf den Philippinen gewesen, aber habe noch nie Städte wie Paris oder Amsterdam besucht. Ich verbrachte drei Monate in Indien, aber habe es noch nie nach Griechenland geschafft. Erst kürzlich wurde mir dies wieder bei einer Reise in die Bretagne bewusst: ich stand an einem kilometerweiten, weißen Sandstrand an der Atlantikküste; bis auf mich waren nur vereinzelt ein paar Spaziergänger unterwegs. Manchmal liegen die wahren Paradiese nicht einmal zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Wenn ich mit meiner Europaerkundung jemals fertig sein sollte, kann ich mich ja wieder den entfernten Kontinenten und exotischen Inselgruppen widmen…

Monika Menzel, Leser_In

Het mooiste land om op vakantie te gaan? Das ist für mich Holland! Denn die Niederländer sind für mein Empfinden so ziemlich die lockersten und offensten Menschen unter unseren Nachbarn. In Holland wohnt sozusagen die Entspannung und zwar physisch wie mental. Ob das an der Buttermilch liegt, die dort auch in Kneipen ausgeschenkt wird, oder an den bunten Fahrradtaschen, mit denen man bequem einen Großstadteinkauf bestreiten kann, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es ja auch an der Sprache. Denn wo ein Milchkaffee \"koffie verkeerd\" heißt und der Schwimmtrainer seine Schüler mit einem \"lekker warm\" unter die Dusche lockt, zaubert es mir als Deutsche unwillkürlich ein Lächeln auf die Lippen.

Thomas Fix, Leser_In

Die Fremde lockt den Menschen seit Jahrtausenden. Daher ist das Zeitalter der Entdeckungen und der heutige Massentourismus erklärbar. Auch ich als junger Mann hatte und habe diese Sehnsucht, sie führte mich nach Südeuropa, in den Orient und in Fidel Castros Reich. Stets wollte ich mir mein eigenes Bild von der Welt machen. Bis heute gehört Reiseliteratur aus unterschiedlichsten Epochen und Weltgegenden zu meiner Lieblingslektüre. Schon der portugiesische Dichter Fernando Pessoa merkte, dass sein Praktikant, ein Jugendlicher, zu den glücklichsten Menschen zählte, weil er stets den Reiseteil der Zeitungen ausgiebig las und sammelte, gerade weil er niemals reisen konnte im Leben. Wenn man nicht reisen kann, warum auch immer, vielleicht weil man arm, alt oder behindert ist, dann ist das Reisen in der Phantasie durch Bücher, Filme und Dokumentationen ein schöner Ersatz. Wer reist, ist danach niemals derselbe. Er kommt verzaubert zurück, ist ein anderer Mensch- im positiven wie im negativen. Die Erfahrung der Fremde gehört zu den Urgründen des Lebens, sie schafft Sinn in einer orientierungslosen Zeit. Und sorgt für ein erfülltes Leben. Wer niemals gereist ist, hat auch niemals richtig gelebt!

Andreas Kieling, Leser_In

Seit 26 Jahren unternehme ich Expeditionen in die entlegensten Orte der Erde, zu Plätzen, an die der normale Reisende für gewöhnlich nicht hinkommt, weil sie schwer zugänglich sind. Mein Ziel ist es, das Leben in der Wildnis zu dokumentieren. Unterkünfte und medizinische Betreuung gibt es dort nicht, ein gewisses Risiko ist immer dabei. Aber das Einsame, die Natur und die Tiere sind auch genau das, was eine so große Faszination ausübt. Und das Wagnis ist es, was vielen, die auf ihren Reisen Abenteuer suchen, auch den dazugehörigen Kick gibt. Heute können allerdings fast alle Plätze der Erde von jedem bereist werden, der die entsprechende Summe dafür aufbringt. So kann man sich mit dem Hubschrauber zum Südpol bringen lassen und wird vielfach dafür bewundert, weil es einst ein nahezu unzugänglicher Ort war. Auch meine Filme führen dazu, dass Zuschauer die Idee und Motivation erhalten, diese letzten Gegenden der Erde selbst zu entdecken: Der Tourismus nimmt dort zu. Ein Konflikt, mit dem ich leben muss. Aber ich sehe auch die positiven Seiten: Wenn etwa ein Tourist 750 US-Dollar pro Tag bezahlt, um Berggorillas in Ruanda zu sehen, dann stärkt es auch in der Bevölkerung das Bedürfnis, diese Tiere zu schützen. Und wenn Tierfilme dazu führen, dass Lebensräume populärer werden, sie bereist werden, kann dies auch deren Schutzstatus erhöhen und, wenn etwa Rohstoffvorkommen dort gefunden werden, erschweren, diese Plätze zu zerstören.

Sibylle Andresen, Leser_In

Beruflich fliege ich eine Embraer 190, eines der modernsten Kurzstreckenflugzeuge der Welt. Auf der Linie ist man vielen Zwängen ausgesetzte, die Strecken sind vorgegeben, das Zeitkorsett ist extrem eng. Trotzdem gibt es immer wieder wunderschöne Momente, zum Beispiel wenn man an einem dunkeln Wintermorgen durch die Wolken kommt und den Sonnenaufgang erlebt. Das eigentliche Fliegen ist für mich jedoch der Segelflug. Hier ist man viel freier. Auch wenn man natürlich nicht planlos durch die Gegend fliegt, kann man sich seine Strecken selbst wählen. Nach ausführlicher Wetteranalyse am Morgen plant man seine Strecke so, dass sie möglichst im idealen Wetterraum liegt und man abends wieder am Ausgangspunkt landet. Der Reiz bei diesem Sport liegt darin, meteorologische und landschaftliche Gegebenheiten so für sich zu nutzen, dass man schnellstmöglich vorankommt und die aerodynamischen Möglichkeiten seines Flugzeuges voll ausnutzt. Motorlose Streckenflüge über 1.000 Kilometer sind heute keine Besonderheit mehr. Segelflug ist die Faszination des ultimativen Fliegens, auch wenn man während eines Rekordfluges keine Zeit hat, die Landschaft zu genießen. Dafür ist man zu fokussiert darauf, aus Landschaft und Wolkenbild Energie zu gewinnen. Wenn man dann aber die Ziellinie überflogen hat, ist der Blick wieder frei für die Schönheit der Natur von oben im Licht der untergehenden Sonne. Das ist dann ein ganz besonderer Moment!

Martin Buck, Leser_In

Die Digitalisierung hat die Reisegewohnheiten vieler Menschen verändert. Das beginnt bei der Buchung einer Reise vom Sofa aus, geht weiter über den Wunsch nach WLAN im Flieger und Hotel bis hin zu Bewertungen über den Urlaub, wenn man wieder zu Hause ist. Durch den Einfluss von Big Data können Reisewilligen auf ihre Wünsche zugeschnittene Urlaubsangebote geliefert werden. Mit Chatbots und Virtual Assistants geht diese Entwicklung noch einen Schritt weiter. Sie sollen in Zukunft dafür sorgen, dass Menschen auf Anfrage in Sekundenschnelle passgenaue Angebote erhalten. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass viele Menschen gerade im Urlaub die Abkehr von der digitalen Welt suchen und sich nach analogen und unvergesslichen Erfahrungen sehnen. Wahren Luxus finden Urlauber heute weniger in Suiten mit goldenen Wasserhähnen, sondern in bewusst genossenen Augenblicken mit der Familie, authentischen Erlebnissen mit Einheimischen und wertvoller Zeit ohne E-Mails und Smartphone. Bei den Urlaubsarten steht weiterhin der Sonne- und Strandurlaub bei den meisten Urlaubern hoch im Kurs. Auch Städtetrips bleiben beliebt. Wichtiger wird derzeit der Sicherheitsaspekt, der auch die Branche vor neue Herausforderungen stellt. Verlässliche Informationen für Urlauber und verschärfte Sicherheitskonzepte sind nur zwei Möglichkeiten, um das Vertrauen der Reisenden zu stärken und sie mit einem guten Gefühl in die schönste Zeit des Jahres zu schicken.

Markus Frühwein, Leser_In

In der Reisemedizin bekommen wir Veränderungen in der Welt sehr direkt mit und müssen Beratung, Diagnostik und Therapie anpassen. Globalisierung und Erderwärmung, zusammenbrechende Gesundheitssysteme, Flucht und Migration verändern auch unsere medizinische Weltkarte. Einerseits können wir Krankheiten immer effektiver bekämpfen, etwa bei der anstehenden weltweiten Ausrottung der Kinderlähmung, andererseits breiten sich andere Erreger und ihre Überträger immer rascher und weiter aus. Zum Beispiel das Zika-Virus. Innerhalb von wenigen Monaten ist ein Teil der Welt für schwangere Frauen oder Nachwuchs planende Paare aus medizinischer Sicht unbereisbar geworden. Damit sind auch berufliche Tätigkeiten in den Risikoländern tabu. Allgemein werden gerade bei Geschäftsreisen in tropische Länder Risiken häufig unterschätzt. Auch wenn das Risiko für Infektionserkrankungen unter der klimatisierten Hotel-Büro-Restaurant-Käseglocke mit Taxiverbindung relativ gering ist, belasten Zeitverschiebungen und klimatische Wechsel Immunsystem und Kreislauf. Zwischen zeitgemäß gesundheitsbewusstem Lebensstil mit Superfood-Smoothies und Personal-Bodyweight-Training werden Gesundheitsrisiken bei beruflichen Reisen gerne ignoriert. Ein wenig Aufklärung zum richtigen Umgang mit der eigenen Gesundheit auf Reisen und ein passender Impfstatus sind hier die beste Prävention. Deshalb ist Vorsorge für angestellte Reisende gesetzlich auch vorgeschrieben.

Dirk Gerdom, Leser_In

Wenn wir in diesen Wochen und Monaten die Nachrichten verfolgen, sehen wir gefühlt mehr denn je Bilder einer Welt im Umbruch. IS-Terror, Anschläge auch in Deutschland und das neue Schlagwort Cyberkriminalität schüren neue Ängste. Hinzu kommt, dass sich politische Systeme, wie unlängst in der Türkei geschehen, von einem Tag auf den anderen destabilisieren können. Das Beispiel USA zeigt, wie ein personeller Wechsel an der Spitze eines Staates, der stets als demokratischer Stabilitätsanker wahrgenommen wurde, eine globale Welle der Hysterie und Verunsicherung auslösen kann. Wachsende Gefahren durch Terrorismus und politische Umsturzversuche, aber auch administrative Barrieren wie restriktive Einreisebeschränkungen wirken sich massiv auf unser Reiseverhalten aus – privat wie geschäftlich. All dies stellt auch das Mobilitätsmanagement von Unternehmen vor große Herausforderungen, denn es lässt die handelnden Personen schnell zum Krisenmanager werden. Für viele Unternehmen steht das Thema Sicherheit auf Reisen bereits ganz oben auf der Agenda und wird auch künftig immer bedeutsamer – genau wie die Rolle der Mobilitätsverantwortlichen. Sie werden mehr denn je zum digitalen Prozessmanager, da sie eine sensible Schnittstelle im Spannungsfeld von Datensicherheit, Nachhaltigkeit, Compliance und Ertragssteuerung besetzen. Ihre Aufgabe wird sein, den Unternehmensbedarf mit dem individuellen Bedarf der Reisenden abzugleichen und in Einklang zu bringen.

Nina Heinemann, Leser_In

„Pauschalreise? Ich reise nur individuell.“ Fragt man die Leute, so ist eine solche Reise wohl etwas Verwerfliches. Alle wollen individuell reisen. Aber warum eigentlich? Heißt doch pauschal lediglich, dass mindestens zwei Komponenten gebündelt verkauft werden und ich nur einen Ansprechpartner habe. Das ist in vielen Fällen die günstigere Variante, denn der Reiseveranstalter kauft große Mengen und kann somit zu einem günstigeren Preis weiterverkaufen. Und auch hier haben sich die Segmente erweitert. Ob Click & Mix oder Luxussegment: (Fast) jedes Thema wird abgebildet. Wer jedoch bei 299 Euro all-inclusive Qualität erwartet, ist wohl eher realitätsfern. Pauschalreisen gehören ebenso zum Urlaub wie das Lesen von Bewertungen. Haben längst alle Buchungsportale diese eingebunden, macht jedoch jenes das Rennen, das sich auf die Kernaussagen stützt und diese abbildet. Denn Zeit ist ja bekanntlich Geld und wer möchte seine Zeit mit 3.000 Hotelbewertungen „vergeuden“. Also ist auch hier knackig gebündelte Information König. Ein Hoch auf die moderne Datenverarbeitung. Wir sind zu Urlaubshybriden geworden. Mal reist man individuell, nächtigt in schicken Lofts via Airbnb und Co. und kauft sich das Business-Class-Ticket mit den Kreditkartenmeilen, mal geht es für fünf Tage nach Rom mit Flug plus Stadthotel. Schlimm? Nein, normal. Denn heutzutage zu glauben, es gäbe nur noch eine Wahrheit, ist verwerflich.

Johannes Klaus, Leser_In

Orientalische Gastfreundschaft im Iran erleben, sich vom alten Kuba betören lassen, die einzigartige Landschaft Islands sehen: Diese Orte stehen gerade ganz oben auf der Hitliste der Traumziele der westlichen Welt. Und es ist kein Wunder: Die Mischung ist perfekt. Vielen Trendzielen ist gemeinsam, dass sie immer noch etwas Besonderes, nicht überlaufen und einigermaßen bezahlbar sind – aber trotzdem wurde bereits ausführlich über sie berichtet, in Büchern, Magazinen, Filmen und Reiseblogs. Gleichzeitig ist Tourismus in diesen Ländern etabliert, Touranbieter, Hotels und Restaurants stehen bereit und die Sicherheit ist hoch. Der Reisende kann sich darauf verlassen, eine großartige, aber preiswerte Zeit zu haben, und sich trotzdem ein wenig als Entdecker fühlen. Doch lange hält ein Trend naturgemäß nie. Manchmal sind die Gründe politisch: Istanbul etwa war vor Kurzem noch hoch im Kurs und ist völlig abgestürzt. Und wenn in einem Land schon gefühlt jeder Zweite einmal Urlaub gemacht hat, ist es zwar sehr erfolgreich, aber es fehlt an der nötigen Exklusivität. Theoretisch haben alle Gegenden die Möglichkeit, zu einem Trendziel zu werden, denn jede hat einzigartige Kulturen und Attraktionen zu bieten. Doch erzeugen kann man so eine Mode nicht; das Land muss dafür bereit sein. Eine Destination zu bereisen, die gerade in aller Munde ist, macht allerdings absolut Sinn, denn es gibt immer einen sehr guten Grund dafür. Also los!

Florian Meimberg, Leser_In

Mark Twain hat richtigerweise gesagt: „Reisen ist tödlich für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit. Umfassende, gesunde und gemeinnützige Ansichten können nicht in einem kleinen Winkel der Erde erworben werden.“ Aber wie schafft man es, möglichst viele verschiedene Orte zu bereisen? Ohne sich abzuhetzen, denn ich habe meine Arbeit und Verpflichtungen und will mich daher im Urlaub auch etwas vom stressigen Alltag erholen. Ebenso will ich mich nicht nach anderen richten, sondern unabhängig im eigenen Rhythmus unterwegs sein. Ich habe daher Caravaning für mich entdeckt. 2014 wurde ich engagiert, um Werbespots für diese Urlaubsform zu drehen. So bin ich zum ersten Mal damit in Kontakt gekommen. Das hat mein Interesse geweckt. Daher bin ich danach mit meiner Frau und meinen Kindern selbst im Reisemobil auf Tour gegangen. Es war einer der schönsten und spektakulärsten Urlaube, die wir je gemacht haben. Denn wir haben so viele verschiedene Dinge, Menschen und Plätze gesehen und erlebt – auch und vor allem abseits der üblichen Pfade. Diese Abwechslung gepaart mit dem Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmtheit, weil man sein eigener Herr ist, sich nicht an Check-in-Zeiten halten muss, das ist mit nichts zu vergleichen. Zudem hat man im Fahrzeug eine angenehme Nähe zur Familie und eine unglaubliche Weite und Abgeschiedenheit, wenn man vor die Tür tritt. Wohin die Reise also geht? Überall, wohin mich vier Räder bringen.

Ursula Münch, Leser_In

Politik ist nicht alternativlos, aber die politische Auseinandersetzung über die Alternativen hat sich an die Spielregeln der demokratisch und rechtsstaatlich verfassten Republik zu halten. Diese schützen die Minderheiten vor der Diktatur der Lauten und vor einer möglichen Willkür der Mehrheit. Wir erleben aber, dass diese republikanischen Schutzmechanismen zunehmend herausgefordert werden. Etwa dann, wenn unser gewaltenteilendes, pluralistisches System durch den Wunsch eines Teils der Bevölkerung nach starker Führung in Frage gestellt oder wenn auf die nur vermeintliche Höherwertigkeit direktdemokratischer Entscheidungen verwiesen wird. Wohin die Reise unseres Gemeinwesens geht und wie stürmisch sie verläuft, hängt auch von der Wertschätzung und Einhaltung dieser Spielregeln durch die Bürger ab. Die hierfür erforderliche politische Urteilskraft ist weder naturgegeben, noch wird sie beim Kauf smarter Geräte mitgeliefert. Ihre allmähliche Aneignung setzt politisches Orientierungs- und Deutungswissen über die Funktionsbedingungen unserer pluralistischen und rechtsstaatlichen Republik und ihre Einbettung in internationale Zusammenhänge voraus. Auch deshalb ist die Investition in die schulische wie außerschulische politische Bildung eine Investition in die Reisetüchtigkeit des Gemeinwesens: Wer die Segel rechtzeitig und richtig setzt, muss sich nicht davon abhängig machen, woher der Wind gerade weht.

Michael Daniels, Leser_In

Meine Freundin arbeitet für ein Jahr in Brüssel. Um uns zu sehen, müssen wir reisen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir es auch schätzen, wenn nicht nur ich zu ihr oder sie zu mir fliegt, sondern wir uns einfach in ganz anderen Städten treffen. Für übernächstes Wochenende haben wir uns wieder in London verabredet, inzwischen eine unserer Lieblingsstädte. Dann geht es für mich wieder nach Brüssel und im Mai sehen wir uns in Paris. So sind wir beide schon fast ein bisschen traurig, wenn sie im Juli wieder nach München zurückzieht und unsere Wochenendtrips dann wohl nicht mehr so häufig stattfinden werden.

Matthias Henkmann, Leser_In

Ich fliege nach Wien, ein Schulfreund wird 50. Ein schöner Reiseanlass.

Tatjana Helind, Leser_In

Ich habe mir eine zweimonatige Auszeit genommen, um nach Argentinien zu reisen. Ich tanze leidenschaftlich gerne Tango und dies ist natürlich der große Traum eines jeden Tangotänzers. Zwar hat, auch wenn man es nicht glaubt, Berlin die weltweit größte Tango-Community, aber was gibt es Schöneres, als dem deutschen Wetter zu entfliehen und stattdessen die Nächte bei warmen 28 Grad in den Milongas von Buenos Aires durchzutanzen. Das Schöne ist auch, dass Tangotänzer sehr herzlich und verlässlich miteinander umgehen und schnell gewinnt man einen neuen Freundeskreis. Es ist ein etwas anderes, verschobenes Leben, weil es sich vor allem nachts abspielt, aber Tango verbindet einfach und die Gemeinschaft, die daraus entsteht, ist etwas ganz Besonderes. Es ist deswegen jetzt auch schon das zweite Mal, dass ich für eine längere Zeit zum Tanzen nach Argentinien reise und es wird sicherlich auch nicht das letzte Mal sein.

Juliane Welline, Leser_In

In den Osterferien fliegen wir für drei Tage mit vier Frauen nach Malta. Keine Arbeit, keine Männer, keine Kinder, kein Stress. April ist eigentlich auch die beste Reisezeit für Malta, die Insel ist noch grün und nicht verdorrt und wir lassen es uns einfach nur gut gehen, machen Spaziergänge, Essen bei schönem Wetter abends am Meer und quatschen wie in alten Zeiten. Ich bin froh, dass wir uns alle diese drei Tage von allem frei machen konnten.

Natalja Fruggi, Leser_In

Mein Mann und ich machen gerne Reisen, die unter einem bestimmten Motto stehen. Dieses Jahr lautet es „Burgen und Schlösser“ und so machen wir eine Reise entlang der Loire. Mit Reiseliteratur haben wir uns bereits eingedeckt und sind schon sehr gespannt, vor allem auf Schloss Chambord. Und als Freunde des Bacchus sehen wir an der Loire natürlich auch anderen Genüssen entgegen.

Ursula Waldholm, Leser_In

Meine nächste große Reise ist, wie auch die, von der ich gerade zurückkomme, wie immer Australien. Es ist ein schönes Land, aber das ist nicht der Grund für meine weite Reise: Ich möchte etwas von meinem Enkelkind mitbekommen und da meine Tochter nun einmal einen Australier geheiratet hat, bleibt mir wohl nicht anderes übrig, als jedes Jahr so weit zu fliegen. Aber zum Glück kommen sie inzwischen auch immer öfter zu Besuch nach Deutschland.

Hilke Jensen, Leser_In

Hauptsache warm! Das kann Spanien sein, Griechenland oder Italien, Inseln oder Festland. Aber da man an keinem Ort eine Garantie für schönes Wetter hat, buche ich meist recht kurzfristig und glücklicherweise lässt sich das auch ganz gut mit meinem Job vereinbaren. Wenn überall gerade schlechtes Wetter ist, arbeite ich lieber noch eine Woche länger und fahre dann erst später, wenn das Wetter es mitmacht.

Sascha Liebig, Leser_In

Dieses Jahr ist meine Wahl auf Sizilien gefallen. Besonders gespannt bin ich auf die Vulkane. Zum Ätna zieht es mich und ich hoffe, er ist zu dieser Zeit nicht wieder aktiv, so dass man ihn auch gefahrlos besteigen kann. Auch nach Vulcano möchte ich natürlich – der Insel, die dem Phänomen den Namen gab. Denn seit meiner Reise nach Neuseeland, wo ich es geliebt habe, durch Vulkanlandschaften zu wandern, zieht es mich vor allem in solche Gebiete und auch meine Reise nach Island war dieser Faszination geschuldet. So lag es nahe, gedanklich und geografisch, auch einmal nach Sizilien zu reisen.

Irene Stritz, Leser_In

Reisen ist billig geworden und Fernreisen können sich inzwischen nicht mehr nur die Wohlhabenden leisten. Das ökologische Gewissen wird gerne weggeschoben, wenn man sich „mal was gönnen“ will. Ich finde, dieser Trend geht in die falsche Richtung. Reisen, die die Umwelt stark belasten, sollten eigentlich anders besteuert werden, aber das lässt sich auf einem internationalen Markt wohl nicht durchsetzen. So bleibt nur, ökologische Werte zu vermitteln und vorzuleben. Trotzdem kann man einen schönen Urlaub machen. Bei mir wird es dieses Jahr der Fernwanderweg Rennsteig.

Jens Bruder, Leser_In

Gerade sind einige meiner Freunde von ihren Südostasienreisen zurückgekehrt. Manche fliegen inzwischen jedes Jahr, um dem scheußlichen deutschen Winterwetter zu entkommen. Braungebrannt und entspannt sind sie wiedergekommen und haben von den traumhaften Stränden und dem günstigen, sehr guten Essen geschwärmt. Jetzt haben sie mich auch überzeugt. Auch wenn es mir schwer fällt, dieses Jahr keinen langen Sommerurlaub zu haben, so nehme ich es aber in Kauf für eine neue Erfahrung. Und denn Sommer, den kann man schließlich hier auch gut verbringen.

Judith Grummhis, Leser_In

Als Kinder sind wir jedes Jahr in die Berge, die Schweiz, gefahren. Ich wollte immer ans Meer. Meine Kindheitserinnerungen bestehen aus einem ständigen Gefühl der Erschöpfung und gleichzeitiger Langeweile, auch den Bergbahnen konnte ich nie etwas abgewinnen. Und für den Anblick der 4.000er konnte ich mich nun wirklich nicht begeistern. Es gab keine Abenteuer und kaum gleichaltrige Kinder und die aufregenden Gletschertouren durfte ich sowieso nicht mitmachen. Jetzt bin ich erwachsen, habe selbst Kinder. Und wo fahren wir jedes Jahr mit der Großfamilie hin? Richtig, in die Schweiz. Aber jetzt genieße ich die Natur, das Wandern, die Bergluft und die wunderschönen Bergseen. Vielleicht ist es auch nur ein Gefühl der späten Rache, die mich so gerne Wandern lässt: dass meine Jungs und ich sportlich vorneweg gehen und es meine Eltern, inzwischen Rentner, sind, die das Wandern erschöpft.

Maria Winter, Leser_In

Mit Kindern geht sie direkt ins Abenteuerland und läuft selten nach Plan. Aber so wird sie auch reicher.

Friedhelm Rau, Leser_In

Viele Menschen sparen sich Geld das Jahr über zusammen, um es dann im Urlaub auszugeben. Ich mache es lieber umgekehrt und schaue bei meinen Reisezielen auf günstige Angebote.

Mariella Schuster, Leser_In

Ich reise am liebsten in Städte, in denen ich Freunde besuchen und mit ihnen gemeinsam die Metropole erleben kann. Man lernt die Stadt ganz anders kennen, wenn Einheimische einem ihre liebsten Orte zeigen, die auch in keinem Reiseführer als sogenannte „Insider-Tipps“ stehen.

Benjamin Petzold, Leser_In

Manchmal dahin, wo man von guter Literatur hingetragen wird. Wobei ich hier, und das muss man hervorheben, ganz sicher nicht nur die Reise im Kopf und die Bilder, die beim Schmöckern entstehen, meine. Seitdem ich Thomas Manns \"Der Tod in Venedig\" in der italienischen Lagunenstadt gelesen habe, treiben mich Romane immer wieder an die Orte Ihrer Handlung. Wobei sich insbesondere das Mittelmeer zur kleinen Obsession ausgewachsen hat. Egal ob man \"Der talentierte Mr. Ripley\" auf San Remo liest oder zu \"Homo Faber\" auf den Pfaden der Protagonisten von Südfrankreich über Italien nach Griechenland reist, die Athmosphäre der Orte verdichtet sich durch das gleichzeitige Erleben von Realität und Fiktion. Natürlich ist dies nicht etwas für jede Reise, aber diejenigen, die ich so verlebte, erscheinen mir heute umso unvergesslicher.

Dr.Berend Hartnagel, Leser_In

Seit dem Beginn der großen Zuflucht nach Deutschland 2014 habe ich im Rahmen meines ehrenamtlichen Engagements für die die neuen Mitbürger*innen erneut und nachdrücklich vermerkt, wie wenig viele unserer FreundInnen, KollegInnen, NachbarInnen über Menschen aus anderen Kulturen wisse. Mit dem Begriff Interkulturalität kann kaum jemand etwas anfangen. Reisen hieß hierzulande über Jahrzehnte im Strandkorb sitzen, im Mittelmeer baden und mit dem Kreuzfahrschiff 3 Stunden Copacabana \"entdecken\". Für mich stand im Mittelpunkt von Reisen -beruflich wie privat- immer der Wunsch im Vordergrund, Menschen anderer Kulturen kennen zu lernen und deren Kultur zu verstehen. Zuletzt war ich für 5 Monate \"Kurzzeit-Migrant\" in Portugal und habe Erstaunliches und Unbekanntes über die Menschen dieses Landes erfahren, das ich jetzt in einer Publikation weitergeben möchte. Bleibt zu wünschen, dass die Touristen in dieser Welt in Aufruhr das Reisen zumindest auch als Erfahrung für ein Miteinander nutzen -solange es noch geht.

Rainer Baudermann, Leser_In

Seit Jahren radle ich meistens im Mai oder Juni, wenn die Tage schön lang sind, durch Deutschland. Mal der Länge nach (Stuttgart-Berlin), mal „nördliche Breite“ (Hamburg – Rügen), mal Ostseite (Zwickau – Frankfurt/Oder) oder leicht quer (Bremen – Berlin). Das Ziel ist aber immer dasselbe: Zu den Mitmenschen und zu sich finden. Herrliche Erlebnisse unterwegs, weit überwiegend freundliche, hilfsbereite Menschen. Gastfreundschaft, kleine technische Hilfen am Rad, nette Gespräche, sehr schöne Landschaften, und immer auch ein bißchen Abenteuer (spontane Einladungen, Übernachtungen im Stroh oder fünf Sterne…). Neben Fern- und Dienstreisen geniesse ich diese Erlebnisse innerhalb Deutschlands sehr und komme stets gut erholt heim.

Günter Tillmer, Leser_In

Viele Gegenden, die wir früher gerne bereist haben, fallen dieses Jahr aus Sicherheitsgründen weg. Daher haben wir uns für Kreta entschieden. Kultur und Strand ist uns wichtig, aber wir möchten auch den Tourismus unseres EU-Partners unterstützen.

Konstanze Klein, Leser_In

Ich reise beruflich in viele spannende Länder, mal Puerto Rico oder Mexiko, mal Singapur oder Hongkong. Früher musste ich immer sofort danach zurück ins Büro, um im Anschluss an die Gespräche die weiteren Schritte in die Wege zu leiten. Dank digitaler Lösungen nutze ich es, von überall auf der Welt zu arbeiten und genieße es nun, oft noch zwei oder drei Tage länger in dem Land zu verbringen, um auch privat die Kultur des Landes noch erleben zu können. Es hat mir nie gefallen, wenn ich auf einer Messe oder einem Kongress in einem für mich ganz neuen Land war, dort aber nur die immer gleichen internationalen Kunden getroffen habe und sonst nichts von dem Land sehen konnte. Städte werden so irreal, wenn man in New York die gleichen Menschen trifft wie zwei Wochen später in London und dann in Madrid. Nur wenn man die Messe verlässt, wird einem kurz bewusst, in welchem Land man sich befindet, muss dann aber auch schon wieder zu einem Businesslunch, natürlich auch international besetzt. Man kann sich nicht immer den Luxus leisten, sich im Anschluss auch Urlaub zu nehmen, aber jetzt freue ich mich schon auf meine nächste Reise nach Dubai. Ich werde erstmals vier Tage länger im Land bleiben, um mehr von den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sehen als nur einen Messestand.

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Margot Käßmann, Leser_In

Am Ende jedes Kirchentages wird zum nächsten Treffen in zwei Jahren eingeladen. Auf der Anzeigetafel steht dann: „So Gott will und wir leben!“ Ich finde, das ist eine gute Grundhaltung für gelingendes Leben. Du magst Pläne machen für die Zukunft, aber im Bewusstsein, dass es sein könnte, sie werden durchkreuzt durch Unglück, Krankheit, Tod. Gerade das lässt mich die Gegenwart wertschätzen. Ich freue mich an dem, was heute ist und vertage mein Leben nicht auf morgen, wenn dies oder das sein wird. Angst ist nicht nur eine schlechte Ratgeberin, sie verdirbt auch die Gegenwart und ist ein schleichendes Gift für Beziehungen. Natürlich kann ich mich ständig sorgen, was mir oder den Menschen, die ich liebe, passieren könnte. Hilfreicher ist, das Zutrauen zu haben, dass ich schon die Kraft haben werde, das zu bewältigen, was auf mich zukommt. Der christliche Glaube ist für mich die Quelle für solches Zutrauen. Ich schöpfe es aus den Geschichten meiner Mütter und Väter im Glauben, wie sie in der Bibel aber auch in vielen Begegnungen erzählt werden. Am Ende ist es die Lebensfreude, die Lebenszuversicht ausstrahlt. Gutes Leben hängt für mich nicht davon ab, wie viel Besitz ich habe. Entscheidend sind die Beziehungen, in denen ich lebe, die Liebe, die ich für andere empfinde und die andere mir zeigen. Und das Vertrauen, dass Gott mich hält und trägt in guten und in schweren Zeiten, in diesem Leben, im Sterben und darüber hinaus.

Leon Windscheid, Leser_In

Mein Leben verlief geplant. Nach dem Abitur ins Ausland. Dann Psychologie studieren und promovieren. Irgendwann in diesem – bis dahin – wohlsortierten Werdegang landete ich in einem Fernsehstudio in Köln. Als es in meiner dritten „Wer wird Millionär?“-Sendung dann plötzlich um eine Million Euro ging und Günther Jauch brüllte, dass Antwort C richtig sei, wurde mir ganz anders. Da saß ich im Funkenregen. Eben noch Student und mit einem Mal Millionär. Gefühlt hat mich das Geld nicht verändert. Porsche oder Rolex brauche ich nicht. Was das Geld aber verändert hat, ist mein Blick auf die Zukunft. Die Million war nicht geplant. Davon dann tatsächlich, wie im Fernsehen angekündigt, ein Partyschiff zu kaufen und von Günther Jauch auf MS Günther taufen zu lassen, war auch kein ausgereiftes Vorhaben. Meine Promotion danach auf Eis zu legen und ein sicheres Jobangebot bei einer großen Firma abzusagen, war nie der Plan. Für mich steht seit dem Gewinn fest, dass es nicht schlecht ist, im Leben einen Plan zu haben. Eine Plan schmieden fühlt sich nach Sicherheit an und das tut erstmal gut. Aber wenn dann alles anders kommt – und ich glaube, das erleben die meisten irgendwann, auch ohne Günther Jauch – muss man bereit sein, vom Plan abzuweichen. Denn wenn Pläne dazu führen, dass man nicht das tut, wofür man brennt und einen erfüllt, engen sie ein und nehmen einem Freiheiten. Für mich steht fest: Lebe nach Träumen und nicht nach Plänen.

Karlheinz Ruckriegel, Leser_In

Nicht nur die Fachkräfteknappheit infolge der demografischen Entwicklung, sondern auch der Wunsch der Generation Y nach einem ausgeglichenen, glücklichen Leben stellt die Unternehmen vor die Frage, wie sie das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter konkret fördern können, um im Wettbewerb um gutes Personal künftig noch bestehen zu können. Studien zeigen auch, dass zufriedenen/glückliche Mitarbeiter produktiver, kreativer, loyaler und gesünder sind. Was ist zu tun? Es geht um eine Führung, für die der Mensch im Mittelpunkt steht, um eine Arbeitsplatzgestaltung beziehungsweise -organisation, die „Flow-Erlebnisse“ ermöglicht und schließlich um eine lebbare „Work-Life-Balance“. Wie können Führungskräfte für das Glück ihrer Mitarbeiter sorgen? Mitarbeiter wollen in ihrer Arbeit und als Mensch ernst genommen werden. Chefs sollten deshalb das berufliche wie persönliche Wohlergehen ihres Teams im Blick haben und ihm ihre Wertschätzung vermitteln. Sie sollten Bewertungen nicht nur abgeben, sondern auch annehmen. Außerdem sollten sie Entscheidungsspielräume schaffen, indem sie Macht und Informationen teilen. Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter und bei der Weiterbildung sollten die individuellen Stärken des Einzelnen im Vordergrund stehen. Sie sollten Teamarbeit und ein gutes Arbeitsklima fördern. Klar ist aber auch: Wenn sich Mitarbeiter unfair verhalten, muss die Führungskraft auch klare Konsequenzen ziehen.

Cornelia Poletto, Leser_In

Für mich persönlich hat gutes Leben auch ganz viel mit Genuss zu tun. Gutes Essen und schöne Weine gemeinsam mit lieben Menschen zu genießen: Das macht mich glücklich. Kochen entspannt mich. Die Entschleunigung beginnt schon auf dem Markt, wenn ich mich von saisonalen Produkten dazu inspirieren lasse, was ich für meine Gäste zaubere. Das schürt die Vorfreude auf einen schönen Abend. Es kann auch mal eine ganz einfache Pasta sein, die ich in die Mitte des Tischs stelle und gemeinsam mit Freunden genieße. Mehr brauche ich nicht, um mich wohlzufühlen. Gutes Leben heißt für mich natürlich auch, mich gesund zu ernähren. Aber wie geht das eigentlich? Wer kann im Dschungel der vielen widersprüchlichen Ernährungstheorien schon den Überblick behalten? Ich glaube, es ist wichtig, auf sich und seinen Körper zu hören: Was tut mir gut, was macht mich glücklich? Wer zu Hause frisch kocht und möglichst wenig industriell verarbeitete Produkte zu sich nimmt, macht schon einen großen Schritt in die richtige Richtung. Wer sich jedoch jede Form von Genuss verbietet, lebt vielleicht topgesund, aber zu gutem Leben gehört mehr. Ich zum Beispiel esse viel Gemüse, verwende beim Kochen gute Öle. Ich nasche aber auch gerne mal ein Stück Käse und trinke dazu ein Glas Wein – oder auch mal mehr als eins. Die eine oder andere „Sünde“ gehört in meinen Augen zu einem wirklich guten Leben einfach dazu.

Nele Moost, Leser_In

Die ehrliche Antwort lautet, ich habe keine Ahnung. Sicher hat es auch etwas damit zu tun, wie man mit anderen Menschen umgeht. Das ist ja naheliegend. Ein bisschen großzügig, ein bisschen rücksichtsvoll und ein bisschen solidarisch, ein bisschen hilfsbereit, auch mal egoistisch, aber nicht immer nur Schnäppchen jagen, auch mal den anderen gewinnen lassen, dann passt es schon und das Miteinander ist für alle halbwegs angenehm. Aber das gibt noch keine Antwort auf die Frage, wie stehe ich mir selbst nicht im Weg und sorge für mich für ein gutes Leben. Das Einzige, was ich für mich sicher weiß, ist, dass alle Imperative bei mir im Endeffekt nur schaden. Sei fröhlich, bleib cool, sei gelassen, oder du musst darauf achten, nicht die Arme vor dem Körper zu verschränken. All das nützt mir, wenn es hoch kommt, für den Augenblick. Dann bricht das Kartenhaus zusammen. Am besten komme ich klar, wenn ich mich nicht selbst belüge. Wenn ich gut drauf bin, reiße ich Bäume aus und stemme Elefanten. Wenn ich schlecht drauf bin und jedes kleinste Lüftchen mich umhaut, dann ist das eben mal so. Irgendwann wird es sich wieder ändern, aber nicht gleich und nicht heute. Es gibt gute und schlechte Tage. Wenn ich einen schlechten erwische, warum soll ich davor davonlaufen und mich mit einer steinernen Maske von Wohlfinden abplagen? Es heißt immer: Lass es nicht so dicht an dich rankommen. Ja, warum denn nicht? Das ist das Leben.

Eva Brenner, Leser_In

Ein schönes Wohnumfeld ist für mich das Nonplusultra, um sich wohl zu fühlen. Es ist Lebensraum und zugleich Rückzugsort, wenn die Wogen des Arbeitslebens und der Außenwelt mal wieder höher schlagen. Dazu zählt für mich persönlich der Ausdruck des individuellen Geschmacks mit zusammengetragenen Lieblingstücken an Möbeln und Accessoires, die Lebensgeschichte erzählen, angenehme Farben, Fotos, Kunstwerke und Freiraum durch Ordnung. Gerade letzteres schafft Raum für Ruhe und Kreativität – das Übrige trägt zum Ausdruck der Persönlichkeit bei. Dies ausdrücken, schaffen viele Menschen selbst ausgezeichnet, manche benötigen dafür einen „Übersetzer“ und „Umsetzer“ – den Innenarchitekten. Daher muss man in diesem Beruf nicht nur etwas von Architektur und Innenarchitektur verstehen, sondern auch viel Menschenkenntnis besitzen und auf die Zwischentöne hören. Der Purist braucht mehr Zwischenräume und Klarheit als der Boheme, der Kunst und Opulenz liebt. Und eine fünfköpfige Familie hat andere Ansprüche an die Organisation des Alltags als der Single. Ein schönes Wohnumfeld lässt ankommen, leben, genießen und entspannen zu. Sich immer mal wieder einzelne Räume vorzunehmen – auszumisten und neu zu gestalten – kann das Leben wieder neu ausrichten. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die das Herz erfreuen und um sich erneut in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen. Betrachten Sie immer mal wieder aufs Neue unter diesem Aspekt Ihr Zuhause.

Annie O, Leser_In

Ein gutes und erfülltes Leben gelingt, wenn man selbst am Steuerpult sitzt und im Einklang mit seinen wahren Bedürfnissen lebt. Weichen wir dauerhaft davon ab oder fühlen uns fremdbestimmt, werden wir unglücklich. Doch weiß man immer genau, was seine wahren Bedürfnisse sind? Vor elf Jahren begann ich als Investmentbankerin in London. Ich hatte an einer renommierten Business School studiert, verfolgte ein ambitioniertes Karriereziel und verdiente schon mit 22 mehr Geld, als ich ausgeben konnte. Doch nach nur wenigen Monaten meldete sich ein innerer Alarm, mein Leben schnürte mir die Kehle zu und mir wurde klar: Ich muss hier raus. Kurz darauf schmiss ich alles hin – ohne Plan B. Ich hatte keine Ahnung, was folgen würde. Ich wusste nur: Das ist es nicht. Es folgten Jahre des „Ausprobierens“ und „Sich-Treiben-Lassens“. Zum Glück lenkte mich mein innerer Kompass unbewusst in die Richtung meiner wahren Bedürfnisse und Fertigkeiten. Ich fand meinen Weg zur Musik – erst als Schlagzeugerin, dann als DJane – und von London nach Berlin. Heute bin ich Vollzeit-DJane und lebe ein Leben voller Selbstbestimmung, Abwechslung, Abenteuer und kreativer Selbstdarstellung. Meine Selbstbestätigung bekomme ich nun anders: nicht durch ein volles Konto, sondern durch Ekstase auf der Tanzfläche. Die einzigen Anzüge, die ich heute trage, sind quietschbunte Turnanzüge. Und das Schönste ist: Ich habe mein Leben selbst in der Hand.

Sabine Putzer, Leser_In

Für manche ändert sich im Laufe der Zeit das, was zu einem guten Leben dazugehört. Aber ich komme aus einer ländlichen Region und für mich war es immer klar, dass ich nach dem Studium wieder aus der Stadt herausziehen und ein eigenes Haus haben möchte, wo ich mit meiner Familie leben kann. Ich konnte mir nie vorstellen, Kinder in einer Mietswohnung ohne Garten großzuziehen. Zum Glück hat es mein Mann auch immer so gesehen und wir leben nun in einem Haus, das für uns finanziell machbar ist. Früher träumten wir eher von einer Villa Kunterbunt, der Blick hat sich im Laufe der Jahre etwas verschoben. Denn wenn man sich ernsthaft fürs Bauen interessiert, wird schnell klar, dass Wärmedämmung und Energieeinsparung die großen Themen sind. Es war uns wichtig, dass nicht nur wir gut darin leben können, sondern dass wir damit auch unseren Teil zum Klimaschutz leisten. Deshalb haben wir uns für ein Energiesparhaus entschieden. Das man nachmittags von zu Hause arbeitet, ist in meinem Beruf üblich und so wird das eigene Haus einfach zum Lebensmittelpunkt. Wenn meine Kinder aus der Schule kommen, kochen wir zusammen in unserer Küche, mein Arbeitszimmer liegt neben den beiden Kinderzimmern und abends sitzen wir zusammen vor dem Kamin. Und wenn jetzt der Frühling kommt, stellen wir das Trampolin wieder auf, laden die Nachbarn zum Grillen ein oder sitzen gemütlich an der Feuerschale im Garten. Das ist gutes Leben.

Josi L., Leser_In

Ein Leben, das nur aus Entspannung und Rumhängen bestünde, würde mich nicht glücklich machen. Ich brauche die Herausforderung, auch beim Sport oder auf Reisen, aber vor allem in meinem Job. Und wenn ich dann hart an etwas gearbeitet habe und dies dann Geschäftspartnern präsentieren kann in einer Weise, dass ich sie überzeuge und sie meine Arbeit anerkennen, sich nach meinen Ideen richten, dann macht mich das sehr glücklich. Anders als es etwa eine Süßigkeit oder ein Geschenk könnte. Es gibt mir den inneren Antrieb, erfüllt mich mit Stolz. Es ist dann nicht nur ein gutes Leben, ich würde schon sagen, es gelingt ein Spitzenleben!

Torsten Heckburg, Leser_In

Eigene Überzeugungen nicht verraten.

Conny Milling, Leser_In

Ein sehr guter Weg, ein gutes Leben zu haben, ist, Dinge mit Humor zu nehmen. Viele Dinge werden ja erst im Nachhinein lustig, wenn der Schrecken abgefallen ist. Aber wenn man in dem Augenblick, in dem etwas Dämliches passiert, schon daran denkt, wie man es später erzählt und dabei mit Freunden lachen wird, wird die Laune auch sogleich besser.

Lena Weissnacht, Leser_In

In einer Weisheit der Crow-Indianer heißt es: „Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage. Auch wenn die Zeiten noch so schwierig sind. Jeder Tag ist gut. Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut!“ Wenn man sich das vor Augen hält, werden kleine Problem nicht zu großen und selbst große Probleme fressen einen nicht auf, sondern stehen im Verhältnis dazu, das man überhaupt lebt und das dies großartig ist.

Volker Elsterstern, Leser_In

Ein gutes Leben ist es, wenn man sich gut zu seinen Mitmenschen und seiner Umwelt verhält. Der in jeder Illustrierten bildreich dokumentierte Jetset, der damit zum Idealbild eines guten Lebens verdreht wird, steht für mich nicht dafür. Wenn Menschen ihre Prominenz nutzen, um gute Zwecke zu vermarkten und für Spenden zu werben, ist das sicherlich löblich. Wenn aber Menschen Verschwendung zelebrieren, um prominent zu sein und etwa ein It-Girl zu werden, halte ich das für unsinnig.

Doreen Mild, Leser_In

„Heute mache ich nur schöne Sachen!“ – das nehme ich mir seit Jahren für einen Tag am Wochenende vor, meist für den Sonntag. Ich finde es einen guten Vorsatz und genieße den Tag dann auch richtig. Natürlich sollte man alles, was dem Tag herunterziehen würde, wie etwa Wochenputz oder Arbeit, die man mit nach Hause genommen hat, vorher erledigt haben. Dann bleibt Zeit für einen schönen Ausflug, oder ich genießen es ganz bewusst, mit einem fesselnden Buch auf dem Sofa zu liegen oder mit der besten Freundin in der Therme zu entspannen. Natürlich erlebe ich auch an anderen Tagen vieles, was Spaß macht. Aber es sind die besonderen Erlebnisse, die mich aus dem Alltagstrott herausreißen, wenn doch mal wieder etwas schief läuft. Dann weiß ich, dass in greifbarer Zukunft auch wieder einer dieser ganz schönen Tage kommen wird.

Boris Dachmann, Leser_In

In dem man seine Faulheit überwindet und etwas macht, worauf man stolz sein kann. Das ist es nämlich, was Erfüllung gibt.

Ulf Lobertsen, Leser_In

Wenn man eigene Kinder in die Welt setzt, erhält diese Frage eine zusätzliche Dimension. Plötzlich wird es eine entscheidende Frage, wie man jetzt den Kindern die Weichen für ein gutes Leben stellt. Ist es wichtiger, dass man ihnen frühkindliche Bildungsangebote ermöglicht oder mehr Zeit mit ihnen verbringt? Muss es immer „Quality-Time“ sein oder ist es gerade das alltägliche Nebeneinanderher-Wurschteln, was die Beständigkeit ausmacht? Was brauchen sie, um gute Menschen zu werden, und warum können Geschwister von ihrem Charakter grundverschieden sein, wenn man ihnen doch die gleichen Möglichkeiten geboten hat? So unterschiedlich die Kinder sind, so unterschiedlich sind sicherlich auch ihre Bedürfnisse. Der eine braucht ganz viel Körpernähe, die andere viel Lob und Bestätigung und wieder ein anderer sagt schon mit fünf Jahren, er will lieber teureres Spielzeug als mehr Zeit mit den Eltern zu verbringen. Dabei hatte man gerade die Arbeitsstunden reduziert, um endlich mal mehr Zeit für die Familie zu haben. Soll man sich lieber für die Schule mit dem guten Ruf entscheiden oder für die um die Ecke, wo das Kind viel einfacher am Nachmittag noch einmal seine Freunde sehen kann? Mit was ist das Kind überfordert und frustriert, mit was unterfordert und gelangweilt? Doch das Wichtigste ist gar keine große Entscheidungsfrage, das ist einfach da: die unendliche Liebe zu den eigenen Kindern.

Gundi Günther, Leser_In

Für ein gutes Leben brauche ich, Menschen. Ich umgebe mich gern mit vielen Menschen; mit meinen Herzensmenschen, mit lieben Menschen und Gleichgesinnten. Die Mischung macht ´s. Menschen interessieren mich, ob in meinem inneren oder in meinem äußeren Kreis - mein Mann, meine Tochter, mein Schwiegersohn und ganz besonders meine Enkelkinder, meine Schwestern und die ganze Familie, meine FreundeInnen, meine Kollegen und Kolleginnen. Wer zu meinem Leben gehört, dass entscheidet mein Bauch - ein natürlicher Filter (das ist keine rationelle Entscheidung). Menschen machen mein Leben reicher, ich bin gern mit Menschen zusammen, um zu lachen, zu arbeiten, nachzudenken, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Mein persönliches Erfolgsrezept: Lass dein Gegenüber so sein wie es ist, lass dich darauf ein und wenn es eine Ergänzung zu dir darstellt, dann ist das die Harmonie, die dem Leben gut tut. Ich liebe Menschen - Menschen sind das beste was wir haben.

Johannes Ahrens, Leser_In

Predigt zu Lukas 3, 1-14 am 3. Advent 2016 (11. Dezember 2016) im Rahmen eines Taufgottesdienstes Stadtpastor Johannes Ahrens, St. Marien Flensburg ________________________________________________________________ Liebe Tauffamilie, liebe Gemeinde, „Wie gelingt gutes Leben?“, fragt zur Zeit eine Zeitschrift ihre Leserinnen und Leser. Wer glaubt, darauf eine Antwort zu wissen und außerdem noch Glück bei der Verlosung hat, gewinnt eine Melitta Kaffeemaschine. Ein ausgesprochen passender Preis, wie ich finde, denn: Was könnte es in Phasen, in denen das Leben mal gerade nicht so besonders gut zu gelingen scheint, Tröstlicheres geben als ein guter Kaffee mit einem guten Freund, einer guten Freundin? Im Grunde ist das ja eine zugleich uralte und stets nagelneue, weil von jeder nachkommenden Generation neu zu beantwortende Frage: `Wie gelingt gutes Leben?´. Auch Clara wird das ihre Eltern fragen, ihre Paten; auf jeden Fall wird sie sich deren gelebte Antworten ansehen und abgucken. Die gefühlte Dringlichkeit und Wortwahl ändert sich vielleicht - die Frage aber bleibt über Jahrtausende dieselbe; und vielleicht haben ja manche unter uns heute morgen das Gefühl, als lebten wir gerade jetzt in Zeiten, in denen guter Rat wieder einmal besonders teuer wäre. `Was sollen wir tun?´ haben wir daher vorhin schon die Zöllner, die Soldaten und die „Normalos“, die breite Menge, den mainstream sozusagen, Johannes den Täufer fragen hören. Diesen Asketen da draußen in der Wüste. Einer, von dem die Leute auch heute sagen würden: „Ist ja schon toll, wie der da lebt! Irgendwie vorbildlich und beneidenswert, so ganz autonom und im Einklang mit der Natur (und vielleicht sogar mit seiner Seele), regional und selbstversorgend fair - aber ich schaff das einfach nicht: so ein stimmiges, glaubwürdiges Leben. Wir können doch nicht alle wie die Mönche leben! Oder ins Kloster gehen!“ „Stimmt“, antwortet da der Täufer. „Das braucht ihr auch nicht.“ Für mich an unserem Evangelientext immer wieder verblüffend, liebe Gemeinde: Johannes fordert niemanden auf, so zu werden, wie er. Er preist sein persönliches Lebensmodell des Konsumverzichts, der Konzentration und Reduktion, des Rückzugs in die Stille und Einsamkeit, kurz: des Lebens in der Wüste keineswegs als den alleinseligmachenden Weg an. Jesus ist ja dann später ganz bewußt auch einen anderen Weg als den der Askese gegangen. Und wurde dafür bekanntlich „Fresser und Weinsäufer“ gerufen - vielleicht haben die Spötter dabei im Stillen an Jesu Vorläufer gedacht, an den mit dem Kamelhaargewand und den großen Fußstapfen, den Wegbereiter Jesu, der in diesem eigentümlich nah-distanzierten Spannungsverhältnis zu Jesus Lebende (was sich bis auf deren Mütter Maria und Elisabeth vor-auswirkt). Während Jesus sagt: „Verlasse alles, was du hast und folge mir nach!“ fordert Johannes kein radikales Umkrempeln des gewohnten Lebens - jedenfalls auf den ersten Blick nicht. Stattdessen hat er für jede Gruppe eine speziell maßgeschneiderte Zutat für ein gutes Leben. Es hat nämlich - zwischen all diesen Tiberius, Pilatus`, Herodes´, Philippus´, Lysanias´ und wie sie alle geheißen haben mögen, also auf Deutsch: inmitten der harten, auch realpolitischen Realitäten des Lebens jeder Mensch seine ganz eigenen, speziellen und unverwechselbaren Versuchungen und Gefahren. Die Soldaten etwa - Sie haben es vorhin gehört - fordert Johannes nicht etwa auf, den Wehrdienst zu verweigern, die Armee zu verlassen, den Beruf zu wechseln und hauptberuflich Radikalpazifisten zu werden; wohl aber, es mit dem Einsatz von Gewalt sehr genau zu nehmen und den Sold nicht durch leicht durchführbare aber schwer zu ahndende Plünderungen aufzubessern. Oder die Zöllner, damals extrem unbeliebt, weil sie mit der Besatzungsmacht, den Römern, dem Feind schlechthin, zusammenarbeiteten: diese Zwischenposition, diese Kollaboration nicht auch noch zusätzlich auszunutzen und für sich von den Einnahmen etwas extra abzuzweigen. Eine Riesenversuchung. Weil so einfach. Und die Normalos ermuntert er schließlich dazu, sich den Blick für die Bedürftigen zu bewahren und zu teilen: Nahrung und Kleidung, ganz schlicht: aus zwei mach eins. Das entdecken ja auch immer mehr Menschen für sich, ein schöner Trend, dieses Prinzip: Dinge gemeinsam zu benutzen und gemeinsam für sie Verantwortung zu übernehmen anstatt sie allein besitzen zu wollen. Welche Art von Mahnung bräuchten Politiker heute? Und welche die Ärzte, die Pastoren, die Anwälte, die Wirtschaftslenker, die Medienmenschen? Ich glaube, wir brauchen eigentlich keinen Täufer draußen in der Wüste, der uns sagt, wo die jeweiligen Gefahren unserer Berufe, unserer Alltagssituationen, liegen, denn das weiß jeder von uns selbst ganz genau. Wie bei den Zöllnern, den Soldaten, den Normalos sind es, scheint mir, die Manipulationen, die besonders leicht zu machen wären und bei denen die Gefahr entdeckt zu werden, besonders gering ist. „Postfaktisch“ heißt ja, nicht ganz zufällig, anscheinend die Beschreibung unserer Gegenwart. Das Wort des Jahres. Sich die Dinge so zurechtzulegen, wie man sie gerade braucht, um gut dazustehen. Oder um Präsident oder so etwas zu werden. Und den Faktencheck auszublenden. Widersprechende Wahrheiten zu bestreiten und andere Wirklichkeit zu leugnen. Abschmelzende Polkappen und Gletscher - alles nur erfunden? Fakt ist: „Für die Arktis bewahrheitet sich in diesem Jahr eine Rekordschmelze.“ Das meldet nicht etwa Greenpeace, sondern der Bayerische Rundfunk, der ja nicht gerade im Verdacht steht, linksradikal zu sein. Soziale Ungerechtigkeit - alles nur wehleidiges Gejammer? Fakt ist: 62 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Welt. Und zur Überbevölkerung der Erde meinen Experten wie Klaus-Dieter Rauser: „Wir wissen im Moment nicht, ob es bereits zu spät zum Handeln ist.“ Der Herr Rauser ist übrigens kein Biologe oder Klimaforscher, sondern (was ich viel alarmierender finde): ein Fachmann für Altersvorsorge! Die nämlich - und das ist Fakt - machen zur Grundlage für ihre Entscheidungen jene gesammelten Erkenntnisse zum Thema Zukunft, die sämtliche Fachrichtungen zur Zeit zu bieten haben. Oder - letztes Beispiel für jetzt - „sichere“ Herkunftsländer: Sollen das etwa solche sein, in die man als normaler Bürger nicht ohne massive Warnungen des Auswärtigen Amtes reisen kann? Fakt ist: Der „Afghanistan-Adventskalender“ unserer Nordkirche erzählt da Tag für Tag eine ganz andere Geschichte. „Ihr Schlangenbrut!“, hören wir da dann - plötzlich sehr viel weniger gemäßigt - diesen Rufer da draußen in der Wüste. „Was lässt euch denn bloß so sicher sein?“ Worauf verlasst ihr euch denn? Es genügt eben keineswegs, einmal raus an den Jordan zu kommen, sich taufen zu lassen und zu denken: „Einmal hin. Alles drin“. Genausowenig würden Sie ja auch nach einer kirchlichen Trauung auf die Idee kommen, mit dem JaWort vor dem Altar sei alles getan; jeder weiß: die Liebe bewährt sich jeden Tag neu in der Zuwendung und Aufmerksamkeit zum anderen. Oder einmal zum Arzt zu gehen wäre ein Ersatz dafür, dauerhaft und regelmäßig seine Bewegungsgewohnheiten zu verändern. Und es reicht auch nicht, sich auf seine Herkunft, auf sein Ausweisdokument zum Beispiel, zu verlassen: Bin ja Deutscher, bin ja EU-Bürger, mich kann ja niemand ausweisen - so wie manche damals offenbar dachten, sie gehörten automatisch zum Volk Gottes: „Wir haben ja Abraham zu Vater“. Es könnte sein, dass einem solches Wiegen in falschen Sicherheiten sehr bald gar nichts mehr nützt, ja, dass es sogar ausgesprochen schädlich ist. Wenn religiöse Riten zu Ersatzhandlungen werden für das, was jeden Tag neu zu erringen ist oder wenn man anfängt, sich über ethnische Zugehörigkeiten und Statuszustände zu definieren, ist das der Anfang vom Ende, sagt Johannes der Täufer. Dann liegt die Axt schon an der Wurzel. Eine tödliche Gefahr für jeden Baum, und mag er gerade noch so schön vor sich hin blühen. „A hard rain´s A-gonna fall“, hat ein anderer Prophet vom Schlage Johannes des Täufers schon 1962 gesungen. „Schwerer Regen wird fallen“ - eine Anspielung des diesjährigen Nobelpreisträgers für Literatur auf die Sintflut. Gestern abend hat Patti Smith in Oslo Bob Dylan´s Lied vorgetragen: „Where have you been, my blue-eyed son?“ - „Wo bist Du gewesen?“ beginnt die erste Strophe. „Was hast Du gesehen?“ fährt die zweite fort. „Was hast du gehört?“, geht die dritte Strophe weiter. Die vierte fragt: „Wen hast du getroffen?“. Und die letzte Strophe fragt: „Was wirst Du jetzt tun?“ Reihen wir uns also mit den Zöllnern und den Soldaten aus dem Lukasevangelium, zusammen auch mit den Normalos, nochmals ein in die Schlange der zu Johannes in die Wüse Hinausströmenden: Was sollen, was können wir tun? „Den Moment achten“, könnte man in der Sprache unserer Zeit vielleicht sagen. Und: „Die Augen vor den Fakten nicht verschließen“ - gerade wenn diese bedrohlich erscheinen. Vor allem aber: „Sich ver-halten“. Zu sich selbst und zu anderen. So Haltung zu zeigen, bedeutet: in eine Beziehung zu treten - zu sich und zu anderen, zur Umgebung und zu Gott. Wir sind Beziehungswesen. Und als solche von Gott geschaffen. Damit wir uns nicht von unseren eigenen Wurzeln abtrennen. „Du zeigst mir den Weg zum Leben; dort, wo Du bist, gibt es Freude in Fülle“ bekennt der Beter des 16. Psalms; es ist der Taufspruch eurer lieben Clara. Das könnten Zeilen aus einem Liebesbrief sein. Denn wo die Geliebte ist, wo der Geliebte ist, da ist immer Freude. Und es wäre eine Freude, wenn Clara Gott so wird sehen und verstehen können: Als den Ort, an dem Freude zuhause ist. Natürlich wissen wir zugleich: Der Weg zum Leben birgt manchen Umweg und bietet Stolpersteine; auch darauf weist Johannes der Täufer in seiner berühmten Wüstenpredigt hin, wenn er Jesaja zitiert: „Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Was uneben ist, soll ebener Weg werden.“ Heute am zweiten Sonntag im Dezember, liebe Gemeinde, ist der Weltgedenktag für verstorbene Kinder; auf der ganzen Welt zünden Menschen um 19.00h eine Kerze an und stellen die Lichter ins Fenster. Ich zum Beispiel werde dabei an Tom Christiansen denken und an Jules Holweg; beides Kinder, die ich beerdigen mußte, die ich beerdigen durfte, und an die ich mich mein Leben lang erinnern werde. Vielleicht finden es jetzt manche unter Ihnen unangemessen oder sogar geschmacklos, wenn ich hier an diesen besonderen Gedenktag erinnere. Wieso auf das Ende schauen, wenn wir mit Claras Taufe doch gerade einen Anfang feiern? Natürlich deshalb, weil Anfang und Ende unseres Lebens an vielleicht keiner anderen Stelle so sehr miteinander verbunden sind, geradezu ineinander übergehen, wie bei der Taufe. Die Taufe ist ein Zeichen dafür, dass „selbst dort, wo wir meinen zu Ende zu sein und keinen Weg mehr sehen, sich neues Leben auftun kann“ (Traugott Koch). Das ganze Leben ist ja ein einziges Sterben und Auferstehen - und christliches Leben vertraut in jeder Sekunde auf ein Leben aus dem Sterben heraus. Von nichts anderem erzählen die Geschichten der Bibel. Deshalb auch heben wir unsere Kinder aus der Taufe. „Ein christlich Leben“, sagt Martin Luther, „soll nichts anderes sein, denn eine tägliche Taufe.“ An jedem einzelnen von uns vollzieht sich lebenslang der Sinn und der Geist der Jesusgeschichte: ein andauernder Prozess des Lebens aus dem Sterben heraus. Erst im Tode aber „geschieht endgültig, was die Taufe bedeutet“ (Luther): Das Überwiegen des Lebens. Der „Weg zum Leben“, der Weg an den „Freudenort“ (EG 35,4), von dem Claras Taufspruch zu sagen weiß und von dem wir an Weihnachten auch bald singen werden, ist daher mit etwas ganz anderem gepflastert als bloß mit guten Vorsätzen. Advent ist, wenn wir im Laufe unseres Lebens unsere ganz eigenen Antwort-Bausteine finden auf das uns in der Taufe zugesprochene große Ja Gottes - und diese Bausteine als den Weg auslegen, auf dem wir Jesus erwarten. Da auch ich, liebe Gemeinde, selbstverständlich und fast so sehr wie ein gutes Leben eine Melitta Kaffeemaschine gewinnen möchte, antworte ich auf die Frage: „Wie kann ein gutes Leben gelingen?“ für heute abschließend wie folgt: Ob ein Leben „gut“ gewesen ist, weiß jeder für sich erst an dessen Ende (wenn endgültig geschieht, was die Taufe bedeutet). Allerdings wirken Menschen, die ein gutes Leben führen, bereits auf dem Weg dorthin zufrieden und bescheiden. Denn sie spüren, dass sie nicht alles selbst erreichen können - und auch nicht müssen. Im Vorgriff auf´s Sterbebett vermute ich: Wer tun darf, was er liebt, hat eine sehr hohe Chance auf ein gutes Leben. Wer geliebt hat und geliebt wurde, hat sogar noch mehr als dies. Amen.

b. petersen, Leser_In

wie gelingt gutes leben? nimm nur diejenigen kämpfe auf, die aussichten auf erfolg haben und ertrage unlösbare konflikte. sind sie unterträglich, verlasse die situation. für Dein wohlbefinden bist nur Du verantwortlich. ändern kannst Du Dich, niemand sonst. sei in intensivem kontakt mit menschen, die Dir guttun und Dich bereichern – ob intellektuell oder emotional. halte freundliche, wenigstens höfliche distanz zu allen anderen. tritt jemand über Deine grenze, sage ihm deutlich, dass er dazu kein recht hat und es in zukunft unterlassen soll. hast Du einen fehler gemacht? verzeihe Dir selbst, mache es ab jetzt besser und bitte diejenigen, die Du gekränkt hast, um entschuldigung. umgekehrt: bittet jemand Dich um entschuldigung, verzeihe ihm. alles hadern, ärgerlich sein, vorwerfen, nachtragen macht Dir nur unnötig zu schaffen – dazu noch pickel und falten! öffne Deinen blick für positives: hat ein test nicht das erhoffte ergebnis, ist das doch ein erfolg, weil er Dir zeigt, dass Du eine andere möglichkeit finden musst, um zum ziel zu gelangen. tue nichts, was Dir schadet. wähle im zweifel das geringere übel. vielleicht musst Du dafür eine zeit der missstimmung in kauf nehmen; spätere klarheit und ein größeres selbstwertgefühl werden Dich belohnen. hast Du probleme, die Du allein nicht lösen kannst, wende Dich an menschen, die Dich gut kennen und die Du sehr gerne hast. ist das kein weg, wende Dich an fachleute. sei gut zu Dir selbst: achte auf Deine gesundheit und alle anderen bedürfnisse. überfordere Dich nicht ständig. kommen überzogene forderungen von außen, suche nach einem kompromiss oder sage nein. nimmt Dir zeit, alles, was Dir gut tut, zu genießen. so schöpfst Du kraft für belastende phasen. manchmal sind es nicht die dinge, die uns das leben schwer machen, sondern unsere einstellung dazu. waren Deine eltern nicht so, wie Du sie Dir gewünscht hättest? große liebe kann man weder fordern noch erzwingen. andere eltern bekommst Du nicht. sei dankbar für das, was sie Dir innerhalb ihrer grenzen geben konnten. war es wenig? besser als nichts! vielleicht haben sie sich Dich auch anders gewünscht, als Du bist. regnet es schon wieder?! Du könntest jetzt den keller aufräumen, ein fotobuch anlegen, entspannt aus dem fenster sehen, einen brief schreiben, … versuche, Dich in menschen hineinzuversetzen, die nicht hinaus können. wie gern gingen sie spazieren und spürten das frische wasser im gesicht. mache sekundenpausen, in denen Du das leben intensiv wahrnimmst: licht, blätterrauschen, wärme, wolkenwandel … und atme es tief in Dich hinein. bist Du ganz unten in einem tief? so schlimm es auch ist , sei sicher, dass es nicht für immer anhält. es folgt ein hoch! „siehst Du den mond dort stehen? er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön!“ und die dunkelste stunde ist die vor der morgendämmerung.

Johannes Ahrens, Leser_In

Ob ein Leben gut gewesen ist, weiß jeder für sich erst an dessen Ende. Allerdings wirken Menschen, die ein gutes Leben führen, bereits auf dem Weg dorthin zufrieden und bescheiden. Denn sie spüren, dass sie nicht alles selbst erreichen können - und auch nicht müssen. Im Vorgriff auf´s Sterbebett vermute ich: Wer tun darf, was er liebt, hat eine sehr hohe Chance auf ein gutes Leben. Wer geliebt hat und geliebt wurde, hat sogar noch mehr als dies.

Anja Pfaff, Leser_In

Rezept: Ein gutes Leben aus sieben Zutaten: 1. Listen schreiben oder sich Rezepte ausdenken für ein gutes Leben 2. Aufmerksam und zugewandt sein sich selbst und anderen gegenüber. 3. Hinspüren und wahrnehmen, was ich selbst gerade brauche und was andere brauchen - im Zweifelsfall nachfragen. 4. Offen sein für das, was gerade kommt und was der Moment hergibt 5. Die guten Momente beleuchten und festhalten 6. Jeden Tag mindestens eine Sache tun, an der man sich erfreuen kann 7. träumen

Michael Stoesling, Leser_In

Sport - jede Art von Sport, die einem auf D A U E R auch Spaß macht. Zumindest habe ich so wieder Lebensfreude und vor allem auch Freude an meinem Körper gefunden. Ich schwimme 2 -3 mal die Woche jeweils 1 - 2 Stunden. Von 115 KG auf 84 KG in ca. 8 Monaten - ohne Streß und die Ernährung komplett um zu stellen - Viele neue Freunde und Freundinnen kennengelernt - Sportler duzen sich - allerdings eher wie das englische You - also mit Respekt und Höflichkeit ohne kumpelhaft zu sein. Wie ich auch mit Anderen: Familie, Freunde, Bekannnte und Unbekannte im Reinen bin: Sport treiben schaffte mir schon nach sehr kurzer Zeit eine innere Ausgeglichenheit und Ruhe - ja auch wenn man richtig erschöpft ist, bringt das einen zu einer sehr positiven Ruhe, die sich auch auf in Sprache, Gestik, Erscheinen u. v. m. bemerkbar macht und bemerkt wird. Ich denke: Eine Möglichkeit in dieser hoch - digitalisierten Welt wieder ein komplett analoges Verhältnis mit seinem Körper zu schaffen.

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Wie grün ist das Internet?

Ständig sind wir online. Allein die weltweiten Rechenzentren verschlingen Strom von umgerechnet 25 Atomkraftwerken. Verhilft die globale Vernetzung im Gegenzug zu einem nachhaltigen Leben? Was denken Sie?

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Jens Gröger, Leser_In

Die Nutzung von moderner Informationstechnologie ist mit erheblichem Energie- und Ressourcenaufwand verbunden. Die Umweltbelastungen nehmen dabei genauso rasant zu wie der technische Fortschritt. Die Nutzerinnen und Nutzer von Computern, Smartphones und Internet können jedoch nur einen Blick auf die Spitze des Eisbergs erhaschen. Die Geräte werden immer kleiner und energiesparender und legen daher den Verdacht nahe, dass sie immer sauberer werden. Das Gegenteil ist leider der Fall. Zur Anbindung ans Internet betreibt fast jeder Haushalt einen Router, dessen Energieverbrauch zu rund 50 Kilogramm CO2-Emissionen pro Jahr führt. Allein in Deutschland benötigen Rechenzentren und Telekommunikationsnetze jährlich rund 18 Terrawattstunden Strom. Dies entspricht rund 140 Kilogramm CO2 pro Einwohner, bei steigender Tendenz. Hinzu kommen die Energieverbräuche der weltweit verteilten Internetanbieter, die wir täglich nutzen. Ein weiterer Punkt, der gerne übersehen wird, ist der Herstellungsaufwand für Computer und Co. Zur Herstellung eines Laptops werden beispielsweise circa 250 Kilogramm CO2 emittiert und eine Reihe von wertvollen und seltenen Rohstoffen verwendet. Teilweise stammen diese Rohstoffe aus Regionen, in denen die Arbeitsbedingungen katastrophal sind und Menschenrechte systematisch missachtet werden. Um die Informationstechnologie grün und nachhaltig zu gestalten, gibt es daher noch viel zu tun.

Ralph Hintemann, Leser_In

Cloud Computing ist ein Megatrend. Über Smartphones, Notebooks und Co. nutzen wir täglich Cloud-Dienste wie E-Mail, Musik- und Videostreaming oder Online-Datenspeicher. In der Cloud können Programme sowie Rechen- und Speicherkapazitäten flexibel und oft kostengünstig genutzt werden – und das von jedem beliebigen Ort aus. Auf den ersten Blick erscheint auch die Energiebilanz der Cloud sehr erfreulich: Programme und Dienste werden zentral in der Cloud meist wesentlich effizienter bereitgestellt als dezentral auf Endgeräten oder in kleinen Rechenzentren. So könnten Unternehmen fast 90 Prozent des Energiebedarfs der E-Mail-Nutzung einsparen. Anders sieht das allerdings bei der mobilen Cloud-Nutzung aus, da die Netze selbst viel Energie benötigen: Verwenden wir Smartphones, so sind die Mobilfunknetze für 85 Prozent des Energiebedarfs verantwortlich, die Geräte selbst und die Rechenzentren zusammen nur für 15 Prozent. Ein weiterer Effekt für die Energiebilanz: Cloud Computing führt zu immer mehr IT, gerade weil es so einfach, flexibel und kostengünstig ist. Wir prognostizieren, dass sich der weltweite Energiebedarf der Cloud bis zum Jahr 2025 um knapp 20 Prozent erhöht, der Stromverbrauch für Rechenzentren und Datennetze steigt sogar um 70 Prozent an. Fazit: Cloud Computing macht vieles effizienter, flexibler und einfacher. Die Hoffnung, damit den Ressourcenbedarf der IT-Nutzung zu senken, wird sich aber nicht erfüllen.

Marina Köhn, Leser_In

Auch im letzten Jahr lagen wieder viele Notebooks und Smartphones unter dem Weihnachtsbaum. Diese IKT-Geräte unterstützen unser Leben sehr. Keiner möchte sie mehr missen. Doch sie brauchen viel Energie, werden sehr aufwendig hergestellt und haben paradoxerweise eine verhältnismäßig kurze Nutzungszeit. Um den Energieverbrauch für die Nutzung dieser vielen Geräte beherrschen zu können, wurden einige Anstrengungen unternommen, die Energieeffizienz der Produkte zu steigern und neue ressourcenschonende Hardwarearchitekturen zu entwickeln. Obwohl Hard- und Software sich bedingen, existieren ähnliche Anforderungen an das Design und die Programmierung von Softwareprodukten nicht. Das hat zur Folge, dass die Energieeffizienzgewinne der Hardware durch ineffiziente Softwarekonzepte nicht oder nur teilweise zum Tragen kommen. Im schlimmsten Fall muss das Gerät durch ein neues ersetzt werden, weil das „alte“ Gerät die Anforderungen der Software nicht erfüllen kann. Was für eine Verschwendung, denn die mit sehr viel Aufwand an Rohstoffen und Energie hergestellte Hardware funktioniert durchaus noch. Deshalb wird nach intelligenten Lösungen in der Software geforscht. Wenn Software sparsam mit den Hardwareressourcen umgeht, benötigt sie etwa weniger Prozessorleistung und Speicherplatz. Der neue Weg sollte smarte Software sein, die nicht dem Wegwerf-Trend unterliegt, sondern effizient ist und eine lange Nutzungsdauer der Geräte garantiert.

Samuel Kounev, Leser_In

Der Flugverkehr gilt schon lange als Klimakiller. Doch weltweit verursacht das Internet mittlerweile ungefähr genauso viel CO2-Ausstoß. Rechenzentren verbrauchen heute weltweit über 30 Milliarden Watt pro Stunde, was der Leistung von etwa 30 Kernkraftwerken entspricht. Die Anzahl der Server in Rechenzentren ist in den letzten Jahren stark gestiegen, denn nicht nur nutzen immer mehr Menschen das Internet, wir alle nutzen es auch viel öfter. Ein weiterer Grund für den hohen Energieverbrauch ist, dass Rechenzentren heutzutage ineffizient arbeiten. Die Mehrheit der Server in den Rechenzentren ist nicht ausgelastet. Sie müssen aber trotzdem immerzu betriebsbereit sein, um auf plötzliche Anfragen von Internetnutzern reagieren zu können. Um das zu ändern, werden in der Forschung effizientere Systeme entwickelt, die selbstständig hohe Auslastungen vorhersagen, um sich auf Spitzen bei den Zugriffen vorbereiten oder in Phasen geringer Auslastung selbst abschalten zu können. Bei vielen Zugriffen werden automatisch mehr Server eingeschaltet, bei geringerer Auslastung weniger. Dazu werden statistische Methoden zur Schätzung der Serverauslastung miteinander kombiniert und deren Zuverlässigkeit und Genauigkeit verbessert. Aktuelle Fallstudien zeigen, dass man mit solchen Ansätzen zwischen 50 und 80 Prozent der Energieverbräuche einsparen kann. Ein ähnlich großes Sparpotenzial sehen Experten auch bei der Kühlung von Rechenzentren.

Florian Nöll, Leser_In

Der Klimawandel ist Fakt und zumindest in Deutschland die Energiewende beschlossene Sache. Energieriesen und Autobauer schwenken mittlerweile um. Sie bauen Kraftwerke mit weniger CO2-Ausstoß und Elektroautos. Doch das sind nicht die wahren Innovatoren. Die wahren Innovatoren und Game Changer sind Unternehmen, die nicht auf einen gewachsenen Kundenstamm und ein gefestigtes Geschäftsmodell Rücksicht nehmen müssen. Startups können radikal neu denken und das tun sie auch. Sie gehen innovative Wege und nutzen die Möglichkeiten des Internets und kluger Algorithmen, um beispielsweise Verkehr zu verringern und effizienter zu machen. Startups werden den ganzen Bereich der Mobilität umkrempeln. Sie sorgen dafür, dass weniger Lebensmittel weggeschmissen werden oder deren Anbau effizienter sowie kraftstoff-, düngemittel- und pestizidsparend gestaltet wird. Sie sorgen für eine bessere Tiergesundheit unserer Milchkühe und Schweine oder eine bessere Verteilung von Energie. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und vieles davon tun sie schon heute. Ich bin davon überzeugt, dass es junge Startups sein werden – darunter Unternehmen, die heute noch nicht existieren –, die durch die Digitalisierung und Hightech unsere Volkswirtschaft und die der ganzen Welt zu einer ökologisch nachhaltigen Volkswirtschaft transformieren werden. Die Konzerne von heute werden es nicht sein, sie sind höchstens Trittbrettfahrer, aber nicht die visionären Pioniere.

Franz Josef Radermacher, Leser_In

Das Internet hat in relativ kurzer Zeit die Welt verändert wie keine Technologie zuvor. Fragt man nach der ökologischen, der grünen Seite dieser Revolution, ist die Antwort schwierig. Sieht man die Umweltbelastungen der modernen IT-Welt, etwa Energiebedarf und die Klimaeffekte, so sind die Belastungen relativ gering, wenn man sie im Verhältnis zu dem sieht, was ökonomisch oder lebenspraktisch ermöglicht wird. Es wird also mit hoher Effizienz gearbeitet, wenn man das mit früheren Ansätzen zur Erreichung derselben Ziele vergleicht. Allerdings schlägt hier wie immer ein Bumerang-Effekt zu, denn ein entsprechendes Leistungsspektrum wäre ohne die moderne IT gar nicht realisierbar. Und damit würden auch sehr viele Reisen, Planungen, Aktivitäten von immer mehr Menschen und die damit verbundenen Transportvorgänge und Materialverbräuche gar nicht erst stattfinden. IT und das Internet stehen im Zentrum eines Wachstumsprozesses, der insbesondere die Explosion der Weltbevölkerung und immer mehr Aktivitäten von immer mehr Menschen hervorbringt. Wenn die IT-Revolution zu einer „grünen“ Zukunft beitragen soll, bedürfen die globalen Effekte der IT und des Internets einer globalen Regulierung und einer Global Governance, die konsequent die Umwelt schützt, auch in internationalen Konkurrenzprozessen in Märkten. Dazu müssen unter anderem die Umweltkosten konsequent in das (welt-)ökonomische System inkorporiert werden. Das fehlt heute.

Michael Weyrich, Leser_In

Die Vernetzung der Welt über das Internet erfordert viel Energie. Rechenzentren, Pads, Smartphones und zukünftig jede Menge Chips in Geräten sind hierzu vonnöten. Allerdings verändert sich durch die Omnipräsenz des Cyberspace die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, dramatisch. Durch das Zusammenführen von Informationen aus dem Internet und der mobilen Kommunikation einerseits und durch die Verbindung zur physischen Welt andererseits entsteht eine Doppelrealität. In der Forschung geht man heute davon aus, dass im kommenden Internet-der-Dinge eine Art „digitaler Zwilling“ von allen physischen Entitäten entsteht. Es geht dann um cyber-physische Systeme, bei denen die vernetzten Informationen mit den physischen Gegenständen verschmelzen. Viele Tätigkeiten, die wir heute verrichten, werden wir zukünftig in einer digitalen Welt durchführen. Wenn man die industrielle Produktion betrachtet, so kann man davon ausgehen, dass die Prozess- und Lieferketten digital optimiert werden. Die Logistik etwa kann noch effizienter organisiert werden, Routenplanung und Just-in-time-Lieferung sind besser möglich als heute. Man kann erwarten, dass dadurch die Ressourcen effizienter genutzt werden. So gesehen erlaubt das Internet eine verbesserte Organisation in Industrie und Alltagsleben. Vielleicht können wir in Zukunft sogar unseren digitalen Avatar losschicken, der im Cyberspace die Dinge für uns regelt – energieeffizient natürlich.

Fréderic Marisin, Leser_In

Meinen letzten Rechner hatte ich neun Jahr lang und habe ihn bis zum Schluss gerne genutzt. Als er nicht mehr zu retten war, habe ich mir keinen neuen Computer gekauft, sondern einen überholten von 2011, der ebenfalls tadellos funktioniert. Selbst wenn man mal eine Festplatte austauschen muss, ist das noch lange kein Grund, ein Neugerät zu kaufen. Man muss nicht immer alles neu haben, denn Geräte lange zu nutzen ist wesentlich ressourcenschonender.

Sabrina Mesevic, Leser_In

Als ich mich vor etwa fünf Jahren bei Facebook angemeldet habe, war es noch üblich, privat nur kleine Sätze als Posts zu schreiben. Dann fing es irgendwann an, dass man nichts mehr ohne Foto gepostet hat, um besser wahrgenommen zu werden. Vielleicht lag es auch daran, dass man es mit Instagram besser kombinieren konnte. Seit etwa einem halben Jahr posten alle animierte Gifs und kurze Filme. Auch neuerdings dort beliebt: Live-Schaltungen von Veranstaltungen, die nicht mehr als zehn Personen interessierten. Das müssen unglaubliche Datenmengen sein. Und jeder will mithalten, wahrgenommen werden. Ich weiß nicht, was als nächstes kommt. Vielleicht, dass all die kleinen unwichtigen Filme in HD verfügbar sind oder Effekte verwendet werden, die das Datenvolumen noch vergrößern? Ich weiß es nicht, aber es wird sicherlich nichts sein, was zur Reduktion der Datenmengen führt. Während Autofahren und Fleischessen inzwischen in unseren Köpfen mit Umweltverschmutzung verbunden ist, gilt das für das Internet nicht. Es wirkt so reduziert, wenn man nur mit seinem Laptop ohne tausend Kopien oder verschiedene Hardwaregeräte in einem Café sitzt. Man sieht nicht, wo die Energie verbraucht wird. Hier muss wahrscheinlich erst einmal ein großes Umdenken in unseren Köpfen passieren. Vorher wird sich das Verbraucherverhalten nicht ändern.

Marcel Gutscheidt, Leser_In

Etwas später als wohl die meisten anderen habe ich mich jetzt auch bei einem Video-Streaming-Anbieter angemeldet und bin zum totalen Serien-Junkie geworden. Den ganzen Winter über habe ich mich sehr wohl mit meinem neuen Filmfreunden gefühlt. Allerdings habe ich auch nicht darüber nachgedacht, inwieweit es ökologisch ist, Filme und Serien über das Internet zu schauen und habe jetzt erfahren, dass mein Anbieter nicht auf erneuerbare Energien setzt, sondern Kohle- und Atomstrom nutzt. Dabei kann ich mir gut vorstellen, dass bei dem Kampf, für welchen Streaming-Dienst man sich entscheidet, der diese riesigen Datenmengen zur Verfügung stellt, auch das für den Verbraucher eine Rolle spielt.

Sieglinde Gründamm, Leser_In

In meinem Alltag fällt mir vor allem ein Bereich auf, bei dem das Internet dazu beiträgt, sich umweltfreundlicher zu bewegen: Die meisten Routenplaner oder Navigationssysteme nutzen das Internet. Damit können intelligente Geräte nicht nur Umleitungen, sondern auch alle aktuellen Staus miteinbeziehen, Alternativrouten berechnen und so dazu beitragen, dass wir auf den Straßen weniger Emissionen ausstoßen und somit etwas grüner vorankommen.

Jaqueline Schmitt, Leser_In

Das Internet, vor allem die kleinen Youtube-Videos, helfen mir oft, Geräte zu reparieren. Natürlich könnte man auch einen Kundendienst für viel Geld und mit Anfahrtsweg kommen lassen, aber diese Anfahrt würde auch CO2 ausstoßen. Und noch gravierender: Früher kam mir dann auch oft schon der Gedanke an ein Neugerät. Und die Anschaffung eines neuen Geräts, wie etwa einer neuen Spülmaschine, verbraucht nun einmal viel mehr Ressourcen als ein paar Klicks im Internet. Und stolz ist man natürlich auch auf sich, wenn man es dann geschafft hat, dass eine Maschine wieder funktioniert.

Sophie Berk, Leser_In

Das Internet erspart einem viele lästige Wege, das ist gar keine Frage. Insofern kann das Internet grün sein. Aber kleine Spaziergänge oder auch kurze Sprints mit dem Fahrrad sind ebenfalls grün. Und bewegen müssen wir uns, um gesund zu bleiben. Wenn wir uns zum Bewegungsausgleich dann zu Hause das Mitmach-Aerobic-Video streamen, haben wir weder Zeit gewonnen, noch grün gehandelt.

Mark Stimmmann, Leser_In

Onlinespiele sind einfach faszinierend, daran lässt sich nicht rütteln. Aber wenn man bedenkt, wie viel Energie Rechenzentren benötigen, sollte man wohl doch lieber mal einen Offline-Spieleabend einlegen.

Annette Hohenstamm, Leser_In

Ich habe festgestellt, dass viele im Bekanntenkreis zunehmend Massen an Daten verschicken. Darunter kleine Filmchen, die nicht wirklich lustig sind – das ist besonders beliebt in den Whatsapp-Grüppchen. Gerne werden nach gemeinsamen Urlauben auch Fotos verschickt, ohne eine Auswahl zu treffen – hundert Stück über Transferprogramme oder in die Cloud. Das verbraucht nicht nur Energie beim versenden, sondern auch Speicher auf dem Computer oder den Festplatten. Ist eine Festplatte voll, wird einfach die nächste gekauft – oder das Handy mit dem größeren Speicher. Die wenigsten denken darüber nach, dass man 90 Prozent der Dateien einfach mal löschen könnte. Ein neuer Speicher ist ja billig, da will man nicht drei Stunden Bilder sortieren. Wer denkt da schon an die Ressourcen, die für die Hardware verbraucht werden. Allerdings guckt man sich die Dateien sowieso nie wieder an, denn wenn man es nicht gleich sortiert, klickt man sich später auch nicht durch 500 schlechte Bilder, um 50 gute anzusehen. Auch einen schlechten Film, den man kein zweites Mal ansehen wird, muss man meiner Meinung nach nicht aufheben. Daher ist mein Tipp zu einem grüneren Internet zu Hause: Sammelt nicht jeden Schund, sondern sortiert eure Medien, dass es Freude macht, sie wieder anzusehen.

Hartmut Beil, Leser_In

Laut Time Magazin wird derzeit 10% der weltweit erzeugten Elektroenergie für das Internet und die Internetfähigen Geräte verbraucht. Ein einziges Iphone alleine verbraucht über360kwh im Jahr. Weltweit erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen liegt bei 20% . Wenn also die Hälfte dieser 20% für das Internet genutzt wird, dann sind wir doch fein raus. Leider sind das alles Milchmädchen Rechnungen. Die Solar/Windenergie ist nicht konstant verfügbar, die Nutzung der Haushaltsgeräte kann nur rechnerisch getrennt werden und am Ende kann man einfach nur feststellen, daß wir derzeit global 10% mehr Elektroenergie brauchen, weil wir online sind. Und der Anteil steigt mit jedem Weltbürger, der nun auch online geht. Das schlägt ziemlich heftig in unser grünes Energiebudget unserer oft zitierten Energiewende

Petra Kreckt, Leser_In

Während es früher reichte, mein Handy einmal in der Woche aufzuladen, muss ich es heute zweimal täglich tun. Vieles auf dem Smartphone nutze ich auch gerne und möchte nicht darauf verzichten. Ich sehe dabei den höheren Energieverbrauch auch ein. Ich ärgere mich aber darüber, dass sich manche Apps nicht komplett löschen lassen, obwohl ich sie nicht benötige und sie ständiger Aktualisierung bedürfen und ich so ungewollt eine Menge Energie verschwende.

Caroline Schrickling, Leser_In

Ich sehe gerade in Webkonferenzen nicht nur einen Mehrwert gegenüber dem früheren Telefonat. In vielen Fällen, wie etwa bei Bewerbungsgesprächen, die als Internetinterviews mit Bildübertragung stattfinden, ersetzen sie auch eine aufwendige Reise, bei der Treibhausgase vermieden werden. So kann das Internet dazu beitragen, die Welt etwas grüner zu gestalten.

Frank Hartmann, Leser_In

Wenn man auf dem Land wohnt und der Weg zur Arbeit etwa 40 Kilometer beträgt – der auch noch schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewerkstelligen ist –, dann spielt es bereits eine Rolle, wenn man durch das Internet doch mindestens einen Tag die Woche von zu Hause arbeiten kann und so an diesem Tag keinen CO2-Ausstoß durch den eigenen PKW verursachen muss.

Saskia Müller, Leser_In

Neulich durfte ich am meinen ersten Webinaren teilnehmen und war begeistert. Es ist zwar irritierend, wenn jemand auf den eigenen Rechner zugreift oder der Bildschirm eines anderen bei sich erscheint, aber es spart natürlich Ressourcen, wenn man nicht extra zu einem Seminar in die Großstadt fahren muss und trotzdem persönlich und intensiv betreut werden kann.

Michael Gregor, Leser_In

Der Energieverbrauch der Rechenzentren, die wir zur Nutzung des Internets benötigen, hat mich doch sehr überrascht. Falls das Internet -wie eine gut sortierte Bibliohek- zur Recherche, die natürlich auch für ein nachhaltigeres Leben sorgen kann, genutzt würde, fände ich diesen Preis akzeptabel. Ich befürchte jedoch, dass ein Großteil der Serverkapazität für das Hoch- und Herunterladen der allseits beliebten Katzenvideos oder der auf Facebook hinterlegten Selfies und ähnlichem verschwendet wird. Aber so war es schon immer seit Erfindung des Buchdrucks. Der eine verlegt das Neue Testament, der andere die Mao-Bibel.

Gerd Eisenbeiß, Leser_In

Netz ist so ambivalent wie das Küchenmesser. Man kann damit die Wahrheit verbreiten und ermorden. Es kann grün wirken und braun. Nie war gute Information auch über nachhaltiges Leben leichter zu finden und nie leichter zu fälschen. Es ändert das Leben in der Weltgesellschaft so grundsätzlich, dass niemand weiß, ob wir damit im Lichte der Aufklärung im grünen Paradies oder auf \"Trump\"elpfaden im braunen Lügensumpf landen oder auf einem Auto\"Put in\" den nächsten Krieg schlittern.

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