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Woher kommt Erfolg?

Erfolg gibt dem Recht, der ihn hat, solange er ihn hat. Wir sind gespannt auf Ihre großen und kleinen Erfolgsgeheimnisse.

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Heribert Meffert, Leser_In

Für den Erfolg eines Unternehmens ist die Motivation der Mitarbeiter entscheidend. Heute hängt diese stark von der Identifikation mit den Zielen und dem Leitbild des Unternehmens, der Marke, ab. Denn als engagierter Mitarbeiter wird man zu deren Botschafter. Man spricht von einer „Power of Pull“ anstatt dem früheren, im Wesentlichen auf Anzeigen basierenden, „Push“. Das Unternehmen muss für die Mitarbeiter interessant sein, sie anziehen. Letztendlich sollte eine „Welt der Attraktivität“ aufgebaut werden, ein Image. Dafür befand man sich früher im Marketing in einer Einbahnstraße, auch bei Personalanzeigen. Im heutigen Marketing 4.0 ist man über Social Media mit „Connected Consumers“ im Austausch. In dieser heute veränderten Medienwelt kann man auch persönlich andere Akzente setzen und potenzielle Bewerber ansprechen. In Zeiten digitaler Transformation ist es wichtig, alle Mitarbeiter in diesem Prozess mitzunehmen und sie fachlich und menschlich zu unterstützen. Die Führung und das Team sind in ihrer strategischen Veränderungsbereitschaft gefragt, was auch für mich persönlich große Bedeutung hatte. Mein BWL-Studium hatte ich sehr breit aufgestellt und so gelang mir der Sprung ins Marketing, der marktorientierten Unternehmensführung. Aber natürlich gehören auch immer Glück und Menschen dazu, die die Hand über einen halten, um erfolgreich zu werden. So standen die erfahrenen und älteren Kollegen hinter mir und sagten: „Jetzt lasst den jungen Mann mal machen!“

Martin Limbeck, Leser_In

In vielen Berufen spielt Erfolg eine große Rolle, doch im Verkauf ist er ganz direkt sichtbar. Denn hier lässt sich Erfolg stärker über Zahlen und Fakten messen als in vielen anderen Sparten und am Ende orientiert sich der Grad des Erfolgs ganz simpel am Geld. Um als Verkäufer erfolgreich zu sein, steht über allem die richtige Selbstwahrnehmung. Das bedeutet, du musst dich immer wieder selbst prüfen. Bist du im B2B-Vertrieb, lässt sich das Feedback meist direkt ablesen. Überlegt ein Kunde noch oder schlimmer, er verlangt, man solle ein Angebot fertigmachen, er würde sich dann melden, ist dies immer eine Absage. Deswegen sollten bestimmte Abschlussfragen an den Kunden gestellt werden, etwa ob er zusagt, wenn für ihn das Preisleistungsverhältnis stimmt. Viel lernst du hier durch Erfahrung. Immer noch herrscht das Bild, es gäbe einen Prototyp des Verkäufers. Das sehe ich anders. Ein introvertierter Verkäufer kann in manchen Branchen genauso erfolgreich sein. Nur für bestimmte Branchen ist es essenziell, extrovertiert zu sein. Ob der Kunde dich sympathisch findet, wie eng dein Kontakt zu ihm ist oder auch wie schnell du die Ware verfügbar machen kannst, spielt ebenso mit hinein. Was jedoch alle Verkäufer betrifft: Du musst Ablehnung ertragen können und darfst sie nicht persönlich nehmen. Wer nicht bereit ist für ein „Nein“, wird auch ein „Ja“ nicht erhalten. An eines glaube ich fest: Langfristig schlägt der Fleißige immer das Talent.

Brigitte Lammers, Leser_In

Die Geschichte vom glücklichen Fischer, der einem Berater begegnet, passt gut zu dieser Frage: Der Fischer findet schnell heraus, dass er, wenn er expandiert und ein Imperium gründet, am Ende seiner Karriere genau das machen könnte, was er schon heute gerne tut: fischen und mit seiner Familie leben. Richtigerweise lässt er den Berater, der ihn mit den vermeintlich so attraktiven Insignien des wirtschaftlichen Erfolgs locken wollte, weiterziehen. Das lässt tief blicken. Was treibt den Fischer? Äußere Merkmale wie Macht, Geld und Position bedeuten ihm wenig und motivieren ihn nicht. In der Tat rufen Statussymbole oft nur ein kurzzeitiges Erfolgserlebnis hervor. Wer sie einmal besitzt, fragt schnell nach einem größeren Sinn. Echte Erfolgserlebnisse stellen sich erst ein, wenn wir uns klar werden, was uns im Leben wirklich wichtig ist und glücklich macht. Was reizt mich an meiner Tätigkeit und wie fülle ich sie sinnvoll aus? Je mehr ich meine Motivationen und inneren Treiber kenne und in der Lage bin, auf sie zu hören, bereite ich den Weg zum Erfolg, der mit mir selbst im Einklang steht. Das kann auch und unbedingt die ganz große Karriere bedeuten, aber eine, die für mich Sinn macht. Diese Art von Erfolg ist – wie jeder Mensch – einzigartig. Sie kann ein Berufsleben lang tragen, sollte aber je nach Lebensabschnitt und Berufsentwicklung immer wieder auf ihre Stimmigkeit fürs Jetzt und Hier hinterfragt werden.

Sybille Kircher, Leser_In

Lässt sich Erfolg über den Namen steuern? Diese Frage lässt sich eindeutig mit Ja beantworten. Nomen est omen, der Name ist ein Zeichen, wussten schon die alten Römer. Und das gilt bis heute: Namen verleihen Menschen, Produkten und Unternehmen ihre Individualität, steuern deren Wahrnehmung und sorgen für Kino im Kopf. Aus gutem Grund verwenden Eltern viel Sorgfalt auf die Namenswahl für ihre Kinder oder Unternehmen für ihre Produkte. Ein guter Name fasst die Persönlichkeit des Bezeichneten mit wenigen Buchstaben zusammen und fördert positive Assoziationen, Sympathien und Akzeptanz oder Nachfrage. Er will sorgsam gewählt werden, denn in der Regel bleibt er ein ständiger Begleiter – ein Leben lang. Aus der Marketingpraxis wissen wir, dass die Erfolgschancen eines Namens mit seiner Eigenständigkeit steigen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Qualität des Produkts auch überzeugend ist. Ein guter Name kann ein schlechtes Produkt nicht aufwerten, aber er kann ein gutes Produkt noch besser verkaufen. Das gilt übrigens nicht nur für Waren und Dienstleistungen. Auch viele großartige Künstler haben gut daran getan, sich einen kurzen und merkfähigen Künstlernamen zuzulegen. Man denke nur an Loriot oder Madonna. Das menschliche Gehirn verbindet Einzigartigkeit mit Qualität, Werthaltigkeit und Innovationskraft – all das sind zentrale Treiber für Erfolg.

Jan Gustafsson, Leser_In

Ich bin ein guter Schachspieler. Ob mich dieser Umstand dazu qualifiziert, über Erfolg und den entbehrungsreichen Weg zu ihm zu sinnieren oder darüber, was Erfolg ist? Da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich hasse es zu verlieren, mehr als ich es liebe zu gewinnen. Im Schach ist das Nicht-Verlieren auch durch ein Unentschieden möglich. Dieses ist leichter zu erreichen und ein Ausgang, den ich gegen nominell bessere Gegner (zu) häufig angestrebt habe. Fühlte sich trotzdem nie gut an. Meine Ziele niedrig zu setzen, um diese erreichen zu können, war für mich kein Erfolgsrezept, eher eine Falle. Ist Erfolg Anerkennung von außen? Ok, Schachspieler gelten als schlau, aber die Schachszene wird weder von Groupies noch von Werbeverträgen überflutet. Die häufig zu hörende Frage, ob man denn vom Schach leben könne, spricht ebenfalls nicht für Reichtümer. Eine Definition, die mir gefällt, ist „das parallele Wachsen von Fähigkeiten zu Herausforderungen“. Dies war bei mir bis zum Großmeistertitel und zur Nationalmannschaft der Fall. Ich hatte nie das Gefühl, etwas dafür aufzugeben. Natürlich kostet es Zeit, Großmeister zu werden, mehr als 10.000 Stunden, aber die 1990er waren eh nicht das goldene Zeitalter der Fernsehserien. Bücher lesen, Lehrvideos gucken, die Welt bereisen und Schachturniere spielen habe ich nie als Opfer empfunden. Ich mag keine Opfer. Nicht mal Bauernopfer. Zu riskant, die könnten zu Niederlagen führen. Ich hasse es zu verlieren.

Christoph Gerber, Leser_In

Um zu wissen, wo Erfolg herkommt, muss man sich zuerst die Frage stellen, was Erfolg eigentlich ist. Ich finde, Erfolg hat viele Gesichter: der Flüchtling, der jetzt als Programmierer bei uns arbeitet, mein bester Freund, der Lehrer an seiner präferierten Schule geworden ist, meine Freundin, die sich „erfolgreich“ bei der Polizei beworben hat. Es sind die kleinen Momente, die am Ende zum Erfolg führen. Erfolg kommt durchs Machen – und etwas verfolgen. Von außen wirkt Erfolg oft wie das Ergebnis einer kurzen Zeitspanne an Arbeit. Was wenig gesehen wird: Es steckt soviel mehr Arbeit dahinter, um einen kurzen Moment Erfolg zu haben. Erfolg kommt durch hungrig sein. Das kann Hunger nach finanzieller Unabhängigkeit, Hunger nach Veränderung oder auch Hunger nach Reichweite für deine Musik sein. Erfolg kommt durch Leidensfähigkeit. Der Wille, sich auf seinen Hosenboden zu setzen und für etwas zu arbeiten. Auch zu Hause zu bleiben, wenn andere Freunde Party machen. Nach der Sprachschule nochmal sechs Stunden zu uns in Büro zu kommen und programmieren zu lernen. Erfolg kommt durch Mut. Man muss Entscheidungen treffen, bei denen man nicht weiß, wie das Ergebnis sein wird. Nichts ist schlimmer, als Entscheidungen nicht zu treffen und auf der gleichen Stelle zu treten. Und am Ende braucht es eine gute Portion Glück. Aber schon die alten Römer wussten: Fortes fortuna adiuvat – Den Mutigen hilft das Glück.

Jens Mühlhaus, Leser_In

Erfolg ist, wenn man seine Ziele erreicht. Für Unternehmen stehen dabei ganz fundamentale Fragen an allererster Stelle: Was sind unsere Ziele? Warum gibt es uns eigentlich? Was ist unser übergeordneter Handlungsauftrag? Was stellen wir eigentlich her? Einfach nur Geld verdienen kann dabei nicht der Maßstab sein, das wollen alle. Und sinnstiftend ist es auch nicht. Aus wirtschaftlichem Erfolg alleine kann ich persönlich auch kein wirklich nachhaltig positives Gefühl ziehen, das ist ein sehr vergänglicher Glücksmoment. Nehmen wir die Automobilkonzerne: Trotz makelloser Bilanzen haben sie Misserfolg, sie haben ihre Glaubwürdigkeit und Reputation verzockt. Darum ist Erfolg für mich als Unternehmer die Verknüpfung von funktionierenden Geschäftsmodellen mit Produkten und Dienstleistungen, die uns als Menschheit erlauben, den nächsten Generationen auch die Möglichkeit zu geben, noch auf diesem Planeten leben zu können. Denn gewiss ist das keineswegs. Darum müssen wir auch in der gesellschaftlichen Debatte den Erfolgsbegriff neu definieren und um die Dimension Nachhaltigkeit erweitern. Denn erfolgreich werden wir als Spezies nur sein, wenn wir es schaffen, unsere Gier in Kanäle zu leiten und einen Weg des Wirtschaftens als auch des politischen Handelns zu finden, der uns nicht ungebremst gegen die Wand fahren lässt.

Matthias Sutter, Leser_In

Ein persisches Sprichwort sagt: „Geduld ist ein Baum mit bitteren Wurzeln, der süße Früchte trägt.“ Dieses Sprichwort passt sehr gut zur Frage, woher Erfolgt kommt. Geduldig und ausdauernd auf ein größeres Ziel in der Zukunft hinzuarbeiten, bedeutet häufig den – oftmals bitteren – Verzicht auf die sofortige Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Langfristiger Erfolg – also das Erreichen der süßen Früchte – kommt hingegen von der Fähigkeit, bei langfristigen Projekten durchzuhalten, das größere Ziel in der Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren und nicht gleich aufzugeben, wenn der Weg einmal mühsam ist. Das verlangt Geduld und Ausdauer. Viele Studien zeigen, dass sich Geduld und Ausdauer auszahlen, und zwar in vielerlei Hinsicht. Das liegt daran, dass viele wichtige Entscheidungen im Leben ein Abwägen zwischen Gegenwart und Zukunft darstellen. Man denke an Ausbildungsentscheidungen („Soll ich weiter in meine Ausbildung investieren oder schneller arbeiten gehen und eigenes Geld verdienen?“), Vorsorgeentscheidungen für das Alter („Soll ich alles verfügbare Geld ausgeben oder etwas für später zurücklegen?“) oder auch Entscheidungen für einen gesunden Lebensstil („Soll ich mich jetzt mit einer Packung Pommes vor den Fernseher setzen oder lieber noch eine Runde um den Block gehen?“). In allen Fällen trägt Geduld und Selbstkontrolle zum langfristigen Erfolg bei.

Meike Weiß, Leser_In

Was heißt es, erfolgreich zu sein? Bedeutet Erfolg, beruflich eine geradlinige Karriere zu machen, viel Geld zu verdienen, dabei aber vielleicht auf seine eigenen Bedürfnisse zu verzichten? Oder ist Erfolg in umgekehrter Weise, auf seine Bedürfnisse zu achten und möglicherweise dabei Verluste in Kauf zu nehmen, Umwege zu gehen und so sein Glück zu finden? Mir fällt hier das Märchen „Hans im Glück“ der Gebrüder Grimm ein. Dort wirft der Held auf seinem Weg zum Glück Ballast ab, befreit sich von der Schwere. „Herz, was verlangst Du mehr!“, ruft Hans aus. Am Ende steht er mit nichts da und ist glücklich. Als Psychotherapeutin erlebe ich oft Menschen, die sich beruflich „ausgebrannt“ fühlen. Sie haben häufig das Gefühl, dem Stress hilflos ausgesetzt zu sein, den Kontakt zu sich selbst zu verlieren, nur noch zu funktionieren, während der Körper rebelliert. Oft verbergen sich dahinter verinnerlichte Werte und Normen, zum Beispiel alles geben zu müssen oder perfekt sein zu wollen. Also Verzicht, Bedürfniskontrolle und Selbstdisziplin und nicht, wie bei „Hans im Glück“, einfach Torheit. Was können wir tun, um leichter zu werden? Es kann etwa hilfreich sein, bei seinem Tun achtsam sich immer wieder selbst zu fragen: „Was ist gerade jetzt?“ Und dann zu entscheiden: „Ich mache jetzt dies und nichts anderes.“ Schaut man mit etwas Distanz auf seine Arbeit, kann man vielleicht zu sich sagen: „Es ist genug.“ Und genug ist ein anderes Wort für gut.

Harry Wijnvoord, Leser_In

Erfolg kommt nicht zugeflogen. Glück ist zweitrangig, das Wichtigste ist, hart zu arbeiten. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein kann zwar helfen, aber in erster Linie liegt der Erfolg an einem selbst. Man darf nicht abwarten, sondern muss machen, machen, machen – und dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Meinem Erfolg kam die Einführung der Privatsender zwar zugute, aber das Kontinuierliche war entscheidend: „Der Preis ist heiß“ habe ich neun Jahre lang in 1.873 Folgen moderiert. Wenn diese Sendung dann trotz eines Marktanteils von 30 bis 35 Prozent abgesetzt wird, versteht man zwar die Medienwelt nicht mehr, aber für mich persönlich ging es weiter: 440 Folgen Kochsendung etwa. Heute reagieren Medien noch häufiger, als das sie agieren. Viel wird von anderen Sendern übernommen. Das verändert die Formate und man muss mehr selbst in die Hand nehmen. Aber auch durch Youtube hat sich die Medienwelt gewandelt. Nimmt man diese sozialen Medien nicht ernst, fährt der Zug ohne einen ab. Es hat auch das Verhalten vor den Bildschirmen verändert. Doch eines ist gleich geblieben und so möchte ich ein Erfolgsgeheimnis verraten, das für Moderatoren wie für Youtuber gilt: Man muss die Zuschauer ernst nehmen. Auch wenn man sie nicht direkt sieht, sie sind zu Hause am Bildschirm durchaus konzentriert und nehmen wahr, wenn man nicht echt oder selbst unkonzentriert ist. Wenn der Zuschauer merkt, der meint es nicht so, wird abgeschaltet.

Jessica Herbst, Leser_In

Zuerst möchte ich mich für diese Frage bedanken, weil ich, um eine Antwort verfassen zu können, erst einmal den Begriff Erfolg für mich persönlich definieren musste. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl der Freude, der Anerkennung, der Befriedigung, ein Ziel erreicht oder eine kleine aber schöne Geste gemacht zu haben. Für mich kommt der Erfolg aus der inneren Einstellung jedes einzelnen Menschen. Ich habe heute einen erfolgreichen Tag gehabt, der mit einem Lächeln eines kleinen indischen Jungen angefangen hat, dem ich meinen Sitzplatz in der vollgepressten Berliner U-Bahn angeboten habe. Das mag nichts Spektakuläres sein, aber ich hatte dabei meine kleine Erfolgsgeschichte, an die ich beim Schreiben dieser Antwort denke und schmunzele. Erfolg kommt aus dem Inneren, aus der Erkenntnis, dass alles nur Einstellungssache ist. Wer mutig ist, wer offen ist und liebt, was er tut, der wird am Ende mit Erfolg belohnt. Doch wer den Erfolg in kleinen Dingen sehen kann, hat jeden Tag die Chance, erfolgreich durch sein Leben zu gehen. Das ist mein Appell an den Leser dieser Zeilen: Lerne die kleinen und schönen Dinge im Leben wertzuschätzen.

Manfred „Manni“ Schitz, Leser_In

Man selbst bleiben, so sagten es schon Die Ärzte:
 „Man erntet, was man sät – drum wird’s dein Herz sein, das dich verrät
. Ich will deinen Elan doch überhaupt nicht dämpfen
. Wenn du etwas willst, musst du darum kämpfen.“

Kai Krapfen, Leser_In

Niemals aufgeben. Weitermachen, selbst wenn es aussichtslos erscheint.

Elisa Froh, Leser_In

Ich bin mir nicht sicher, was für mich wirklich ein richtiger Erfolg ist. Mir ist es schon passiert, dass ich viel Zeit und Kraft in etwas investiert habe und mein Ziel dann sogar erreichte, da denkt man doch zunächst: ein Erfolg. Aber mit diesem Erfolg hatte ich dann kein weiteres Ziel mehr vor Augen und damit auch keinen Ansporn mehr. Dabei war zuvor gerade der Weg zum Ziel das eigentlich Spannende. War es dann nur ein Scheinerfolg?

Maja Dachsmann, Leser_In

Erfolg kann man nur dann haben, wenn man auch ein Ziel vor Augen hat. Ansonsten erreicht man zwar das Gleiche, nimmt es aber leider gar nicht als einen Erfolg wahr.

Axel Bernhard, Leser_In

Für einen Musiker hat Erfolg mindestens eine genauso große Bedeutung, wie es in anderen Berufszweigen der Fall ist. Zum einen gehört zur Musik Talent, als genauso wichtig betrachte ich aber das Üben. Ich glaube, dass fast jeder bis zu einem gewissen Grad ein Instrument lernen kann, wenn er sich Mühe gibt. Als ich die Gitarre für mich entdeckt habe, hatte ich einmal in den Schulferien einen Vorsatz und diesen auch umgesetzt: Ich habe in zwei Wochen 100 Stunden Gitarre geübt. Erfolge stellen sich nicht immer gleich ein, aber ich habe seit meiner Jugend in Bands gespielt und so war es für mich ein großer Erfolg, als ich mit einer Fun-Metal-Band auf Festivals vor 15.000 Leuten spielen konnte. Wenn ich selbst oder mit anderen Lieder schreibe und CDs produzieren kann, ist das für mich der größte Erfolg. Um genug Zeit für die Musik zu haben, musste ich einen Schritt weiter gehen und habe eine Gitarrenschule in Frankfurt am Main gegründet, statt weiter als Geograf zu arbeiten. Hier versuche ich, den Schülern so viel Spaß am Instrument zu vermitteln, dass sie auch zu Hause gerne üben. Nicht jeder muss semiprofessioneller oder professioneller Musiker werden, denn es ist schon ein Erfolg, wenn jemand sein Gitarrenspiel durch mich verbessern kann oder wenn jemand, der noch nie ein Instrument gespielt hat, plötzlich Lieder begleiten und damit sich und anderen eine große Freude bereiten kann.

Melanie Geitelmann, Leser_In

Ich glaube, dass manchmal eine Art „Klick“ von Nöten ist. Irgendetwas schaltet sich im Kopf um, man merkt, warum etwas wichtig ist und ist daher gewillt, hart für etwas zu arbeiten, um etwas zu kämpfen. Und das wird dann mit Erfolg belohnt.

Orsolya Schmidt, Leser_In

Für viele ist Erfolg, wenn man von vielen Menschen für etwas bewundert wird. In unserer Familie ehren wir aber auch die kleinen persönlichen Erfolge. So war es für uns ein ganz großer Erfolg, als mein Sohn, der schon gut schwimmen konnte, sich aber nie zu tauchen traute, eines Tages den Tauchring aus dem schultertiefen Wasser holte. Wir mussten dies zwei Jahre lang üben, immer wieder den Ring mit ins Schwimmbad nehmen, ihn immer wieder eine Stufe weiter unten platzieren, behutsam seine Angst überwinden und merken, wann wir besser nicht pushen. Und weil so viel Mühe und so viel Überwindung darin steckt, ist für uns die bestandene Seepferdchenprüfung ein ganz großer Erfolg.

Jana Trittreich, Leser_In

Ich denke, es ist vieles, was zusammen passen muss, damit jemand erfolgreich wird. Nehmen wir den Sport: Wer die körperlichen Vorraussetzungen nicht erfüllt, wird nie großen Erfolg haben. So wird ein Normalgroßer kein Top-Basketballer, ein ungelenkiger kein Spitzenturner und ein zu großer Mensch wiederum kein guter Jockey. Aber hat man überhaupt den Zugang zu der Sportart, die zu einem passt? Vielleicht wäre man ein erfolgreicher Tennisspieler geworden, es gibt im Umkreis aber nur einen Judo-Verein. Oder die Sportart ist schlichtweg zu teuer, denn auch die finanzielle Seite spielt eine Rolle – zum Beispiel beim Einzelunterricht, bei dem man sich verbessern könnte. Und auch die menschliche Seite ist wichtig: Fördert der Trainer einen oder vergrault er einem die Sportart, weil er vielleicht ein guter Sportler, aber kein guter Pädagoge ist? Und letztendlich ist es auch der innere Wille. Um erfolgreich zu sein, muss man sich fokussieren, mehr trainieren, sich mehr überwinden und einfach mehr Energie hineinstecken als reine Breitensportler. Und der Spaß darf natürlich auch nicht fehlen: Nur wenn ich Freude an etwas habe, bin ich auch gewillt, diese Energie aufzubringen.

Verena Wolfien, Leser_In

Erfolg im Schauspielberuf ist ein langer, harter Weg. Für mich heißt, in dem Beruf erfolgreich zu sein, dass ich in vielen verschiedenen Projekten mitarbeiten kann. Ein erfolgreiches Jahr beinhaltet für mich zu drehen, am Theater zu spielen, als Sprecherin zu arbeiten oder auch zu coachen. Das wichtigste ist, dranzubleiben und an sich zu glauben, auch wenn mal Absagen kommen. Es hilft mir zu wissen, dass ich als Schauspielerin etwas ganz Eigenes mitbringe und in manchen Castings genau das zum Erfolg führt. In unserem Beruf – wie in vielen anderen Berufen – hat Erfolg auch mit den richtigen Kontakten und der Pflege dieser Kontakte zu tun. Und auch mit Glück. Manchmal hat man das Glück, zu einem Vorsprechen eingeladen zu werden, und die Chance, sich zu zeigen. Als frei arbeitende Schauspielerin gehört Akquise zum Alltag. Sich immer wieder bei Castern oder Intendanten ins Gedächtnis zu rufen, ist Teil unserer täglichen Arbeit – und manchmal von Erfolg gekrönt. Die Frage, wie man aus der Masse von Tausenden Schauspielern überhaupt gesehen werden kann, beschäftigt uns alle. Ein Patentrezept gibt es nicht. Unermüdlich fällt mir in dem Zusammenhang ein, aber auch loslassen können, wenn alles getan ist. Vielen geht verständlicherweise auf diesem Weg die Puste aus. Ich selbst habe einen inneren kleinen Motor, der nicht von Erfolg betrieben wird, sondern von der Lust und dem Spaß an diesem Beruf.

Peter C. Saupe, Leser_In

Mein großes - immer währendes - Erfolgsgeheimnis ist die Freundlichkeit o h n e auf eine Quittung dafür zu hoffen. Mein kleines - alltägliches - Erfolgsgeheimnis ist die Zuverlässigkeit o h n e auf die Bedeutung des Empfängers oder des Anlasses zu achten. Der Erfolg liegt - mit der Zeit - in der spürbar besseren Qualität der Reaktionen der anderen.

Karsten Holzner, Leser_In

Der Schlüssel zum Erfolg: Authentizität, Intelligenz, Geduld und Disziplin. Den kleinen Fisch vorbeischwimmen zu lassen, um den Wal an Land zu ziehen.

Albert Butz, Leser_In

Erfolg erfolgt – im Positiven wie im negativen Sinn • Eigenverantwortung übernehmen verändert mein ICH. Dadurch verändert sich auch meine Einstellung. • Durch diese Veränderung ist es mir möglich, über meinen bisherigen Erfahrungshorizont zu schauen. Dadurch kann ich die Chancen der Zukunft besser erfassen. • Ich kann erkennen, dass es immer mehr gibt als das, was ich wissen und beeinflussen kann. • Ich kann Dinge sein lassen, die für mich nicht (mehr) funktionieren und etwas Anderes tun, das mehr meinen Zielen entspricht.

Mark Finley, Leser_In

Erfolg zu haben benötigt die drei folgenden Zutaten: 1. Ein mit Herzblut verfolgtes Ziel (oder Traum, oder gar \"nur\" eine Vision); 2. Humor (hilft bei allem und sowieso bei Zwischenniederlagen) und 3. Die positiv bestimmte Beantwortung der Frage, ob ein zur Hälfte gefülltes Glas nun halb-leer oder eben halb-voll ist. Eine Portion Glück könnte natürlich immer helfen, wenn sich nicht die Portion Pech so einmischen würde... Ich wünsche viel Erfolg!

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Welchen Wert hat Zeit?

In unserem Leben soll alles immer noch ein bisschen schneller werden. Aber muss das sein? Schreiben Sie uns, wann Sie es auch mal langsam angehen lassen.

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Eckhart Tolle, Leser_In

Zeit hat keinen Wert, denn Zeit ist nicht kostbar, da sie eine Illusion ist. Was so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt. Warum es so kostbar ist? Weil es das Einzige ist. Es gibt sonst nichts. Leben ist Jetzt. Es gab weder eine Zeit, wo dein Leben nicht Jetzt war, noch wird es jemals so sein. Lerne es, Zeit für alle praktischen Aspekte deines Lebens zu nutzen, lass uns das „Uhr-Zeit“ nennen. Uhr-Zeit hat nicht nur damit zu tun, Termine zu machen oder eine Reise zu planen. Sie beinhaltet auch, aus der Vergangenheit zu lernen, damit wir nicht immer dieselben Fehler wiederholen. Die Zukunft ist eine Wiederholung der Gegenwart. Oberflächliche Änderungen sind möglich, aber wirkliche Verwandlung ist selten. Sie hängt davon ab, ob du gegenwärtig genug sein kannst, um die Vergangenheit durch den Zugang zur Gegenwart aufzulösen. Wenn ich sage, „Zeit ist eine Illusion“, dann will ich damit keine philosophische These aufstellen. Ich erinnere nur an eine einfache Tatsache: Der gegenwärtige Moment ist alles, was du je haben wirst. Es gibt nie eine Zeit, in der dein Leben nicht „dieser Moment“ ist. Auszug aus dem Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“

Lothar Seiwert, Leser_In

Zeit ist das wertvollste Gut, das wir in unserem Leben haben – neben der Gesundheit. Zugleich erscheint uns die Zeit als der größte Engpass. Geld, das wir an der Börse verlieren, können wir zurückgewinnen. Die verflossene Lebenszeit hingegen ist unwiederbringlich: „Zeit ist Leben, und Leben ist Zeit“. Noch bewusster wird uns der Wert der Zeit, wenn uns ein wirklicher Schicksalsschlag ereilt. Besonders ergreifend schildert das der Autor Eugene O’Kelly in seinem Buch „Chasing Daylight“, dessen Protagonist, ein Topmanager, die Diagnose Hirntumor mit maximal drei Monaten weiterer Lebenszeit erhält. Erst jetzt begreift er, dass es ein Leben vor dem Tod gibt und versucht noch, seinen Blick auf die Welt zu ändern. Wahrscheinlich hat jeder von uns den Wunsch, die ihm zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll zu nutzen. Neben allem sinnvollen Tun müssen wir aber auch einfach mal nichts tun: in Neudeutsch „chill-axen“ (chillen und relaxen), und uns einfach „Zeit zum Leben“ nehmen. Die Zeit können wir nicht „managen“, sie verrinnt unwiderruflich. Wir können nur unseren Umgang mit Zeit verändern, indem wir bessere Prioritäten setzen. Für mich gibt es demnach keine Zeitprobleme, sondern nur „Prioritätenprobleme“. Die Königsfrage lautet: Zeit wofür nehmen? Dabei ist das Dringende selten wichtig und das Wichtige selten dringend. Heute beginnt der erste Tag vom Rest Ihres Lebens, den Sie mit einem neuen Zeitbewusstsein beginnen können – wenn Sie wollen.

Irene Schwartzkopff, Leser_In

Ich bin 1919 geboren, seitdem hat sich die Welt stark verändert und ich bin dankbar, in der heutigen Zeit leben zu können. Das verwundert nicht, denn ich habe den Zweiten Weltkrieg miterlebt, habe Teile meiner Familie verloren. Nach dem Krieg habe ich dann Medizin studiert und vier Kinder bekommen. In den 1950er-Jahren konnte ich meine eigene Praxis im Haus eröffnen. Den Großteil meiner Lebenszeit habe ich somit in meinem Haus verbracht. So wird Zeit auch mit Orten verbunden, die einem ans Herz wachsen. Obwohl ich jetzt in einer Altersresidenz lebe, fühle ich deswegen wohl noch nicht, dass die Zeit gekommen ist, das Haus zu verkaufen. Aber das ist nicht das einzige, von dem ich mich nicht trennen will: Ich fühle mich auch noch nicht so alt, dass ich meinen Sportwagen schon abgeben müsste. Ich fahre zwar nicht mehr selbst, lasse mich darin aber gerne noch chauffieren. Ich würde auch sofort in ein selbstfahrendes Auto einsteigen. Denn der Wert von Zeit war für mich schon immer, etwas zu erleben. Und den Mut dazu habe ich. Auch den technischen Fortschritt, den die Zeit gebracht hat, schätze ich. Als es mit den Computern anfing, war ich neugierig, habe mich gerne eingearbeitet und sah, dass es schnell eine Erleichterung war. Aber das Leben wird natürlich mit den Jahren auch ruhiger und ich verbringe heute die Zeit eher mit Lesen und Klavierspielen. Doch diese Stunden kann ich immer noch genießen.

Hermann Parzinger, Leser_In

Zeit ist eine physikalische Größe, die den Menschen von Anbeginn an prägt. Nahezu alle Lebewesen besitzen eine innere biologische Uhr, die nach natürlichen Zyklen verläuft. Die kulturgeschichtliche Entwicklung von einfachen Wildbeutern über komplexe Gesellschaften bis hin zu staatlich organisierten Hochkulturen war begleitet von fortwährenden Versuchen, Zeit zu strukturieren, sei es durch Rituale, festliche Anlässe oder erste Kalendersysteme. Periodisch wiederkehrende Ereignisse, seien sie an den Tagesablauf, an die Jahreszeiten oder etwa an den Moment der Nilschwemme gebunden, förderten schon sehr früh Verständnis und Gefühl für zyklische Zeitabläufe, die das menschliche Leben auch über die innere biologische Uhr hinaus seit jeher entscheidend prägen. Vor Jahrtausenden bereits legte der Mensch gigantische Observatorien an, um den Wechsel der Jahreszeiten genau zu berechnen und vorherzusagen. Systeme, die bei der Zeitmessung periodisch in denselben Zustand zurückkehren, sind dagegen eine spätere Erfindung. Je nach Komplexität einer Gesellschaft erhalten die in einem Kalender festgelegten Zeitrhythmen auch strukturelle Bedeutung für das Gemeinwesen. Zeit gehört zu den anthropologischen Konstanten des Menschen, wird jedoch kulturspezifisch sehr unterschiedlich verstanden: zyklisch-wiederkehrend ebenso wie geradlinig-kontinuierlich.

Florian Opitz, Leser_In

Für meinen Film „Speed – auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ habe ich mich lange mit dem Thema Zeit in unserer beschleunigten Welt auseinandergesetzt. Ich hatte das Gefühl, nie genug Zeit für die wesentlichen Dinge zu haben. Bei meiner Suche habe ich von meinen Protagonisten einiges gelernt. Die wichtigste Erkenntnis war, dass die Beschleunigung unseres Lebens eine individuelle und eine gesellschaftliche Seite hat. Am individuellen Teil kann man etwas ändern, indem man sich ganz bewusst für etwas entscheidet, und die zahllosen anderen Optionen, die das Leben bereit hält, ziehen lässt. Inzwischen gibt es absurderweise eine riesige Industrie zum Thema Entschleunigung und Zeitmanagement. Aber man muss nicht unbedingt ein Yoga-Retreat machen oder in ein Kloster gehen. Wichtig ist einfach, seinen eigenen Weg zu finden, um bremsen zu können. Wir müssen lernen, auf welche Optionen des Alltagswahnsinns wir besser verzichten. Die Menschen, die das bewusst tun, habe ich als die glücklichsten erlebt. Die Beschleunigung unseres Alltags ist aber auch ein gesellschaftliches Phänomen und wird durch unser Wirtschaftssystem angetrieben. Der Kapitalismus basiert eben auf Beschleunigung, Wachstum und Effizienzsteigerung. Solange wir an diesem System nichts verändern, wird sich das Beschleunigungsrad weiter drehen. Wer da kein dickes Bankkonto hat, ist für ein festes Einkommen gezwungen, dieser höheren Taktung und dem ständigen Input standzuhalten.

Herbert Nitsch, Leser_In

In jenem Augenblick, in dem ich meine Lungen mit dem letzten Atemzug fülle, bevor ich in die blauen Tiefen hinabtauche, habe ich bereits den Ort verlassen, an dem Zeit „real“ ist. Sobald ich die Oberfläche verlasse, bin ich total fokussiert und im Einklang mit den Abläufen, die innerhalb der Grenzen meiner Haut geschehen. Mein Herzschlag verlangsamt sich stetig, bis er schließlich nur noch hin und wieder laut in meinem Oberkörper nachhallt: „Wuuumm…wuuumm...“. Um mit dem steigenden Wasserdruck mitzuhalten, muss ich mit abnehmender Häufigkeit einen Druckausgleich in meinen Nasennebenhöhlen und der Mittelohrhöhle vornehmen. Dabei wird das Trommelfell wieder und wieder nach außen gedrückt, was ein ploppendes Geräusch erzeugt: „Plopp...plopp…plopp…“. Wie ein langsamer werdender Zeiger auf einer Uhr. Diese gelegentlichen Töne in meinem Körper geben mir einen wunderbaren inneren, synchronisierten Rhythmus und sind die einzigen Indikatoren, die mir anzeigen, wie weit ich noch tauchen muss, um die Zieltiefe zu erreichen. Ich darf nur so wenig Energie wie möglich verbrauchen, um den kostbaren Sauerstoff zu bewahren, der durch meinen Kreislauf gepumpt wird. All meine Bewegungen verlaufen in Superzeitlupe. Meine innere Uhr verlangsamt sich so stark, dass ich beinahe einschlafe, und es ist, als stünde die Zeit um mich herum still. Erst wenn ich die Bodenplattform erreiche, realisiere ich, dass etwa zweieinhalb Minuten vergangen sind.

Martina Kölbl-Ebert, Leser_In

Geologen denken in „geologischen Zeiträumen“. Sie behandeln Jahrmillionen wie andere Leute Wochen und Monaten. Dieses besondere Verhältnis zur Zeit äußert sich nicht beim Blick auf die Uhr, sondern dann, wenn ich offenen Auges durch die Landschaft gehe. Denn stets erzählen mir die Steine zu meinen Füßen Geschichten längst vergangener Landschaften. Diese sind meist sehr verschieden vom hier und jetzt: Es sind Geschichten tropischer Meere, in denen sich exotische Tiere tummeln; Geschichten von sengenden Wüsten, in denen der Wind den Sand über die Dünen treibt; oder Geschichten gewaltiger Kräfte des Erdinnern, die tausende Tonnen Gestein in hoch aufragenden Eruptionssäulen in den Himmel treiben. Diese geistigen Bilder längst vergangener Zeiten drängen sich hinter das, was meine Augen sehen; verleihen der Landschaft eine merkwürdige Tiefe mit einer weiteren, zeitlichen Dimension. Zeit hat also viel mit Landschaft, mit Raum zu tun. Vielleicht spricht man daher nicht einfach von Zeit, sondern von den geologischen Zeiträumen. Rund 4,5 Milliarden Jahre können wir auf der Erde so überblicken. In diesem gewaltigen Zeitraum wandelte sich nicht nur die Landschaft, sondern auch die Lebewelt. Für diese und damit auch für uns ist Zeit vor allem eine ungeheure Ressource: Der Zeitraum ist die Bühne, auf der das Drama der Evolution stattfand und stattfindet. Als Paläontologin habe ich einen Logenplatz. Als Museumsbesucher haben Sie den auch.

Andy Holzer, Leser_In

Die Zeit ist für mich, wenn ich es intensiv überlege, eigentlich die größte Motivationsquelle und kommt damit meiner Gewissheit, dass ich nicht ewig lebe, ziemlich gleich. Dieses Gefälle in einem Menschenleben, von der Urkraft der Jugend über die „besten Jahre“ hinein in den Lebensabend, ist genau so wichtig wie das Gefälle beispielsweise beim Skifahren. Wie langweilig und öde ist eine Skiabfahrt im flachen Gelände. Es ist für mich wie ein natürlicher Antrieb, der mich meist zum richtigen Moment zünden lässt. Zeit ist die Grundlage jeder Entwicklung. Zeit ist die Anzahl, wie oft die Planeten um die Sonne kreisen. Im Alter von einem Jahr wollte ich auf eigenen Beinen stehen, mit drei Jahren auf den Ski, mit 23 gemeinsam mit meiner Frau Sabine vor dem Traualtar und mit 50 Lebensjahren auf dem Dach der Welt. Die Besteigung des Mount Everests trug mich auf eine Wolke des Glücklichseins, alles danach war unbeschreiblich leichtgängig und mir kam die Welt einfach richtig rosa vor. Nur ein einziger Timingfehler in dieser Zeitachse hätte höchstwahrscheinlich zum sofortigen Untergang meines mir so wertvollen Lebens geführt. In meinen Augen haben der Tod und damit auch die Zeit eine einzige Funktion für unser Dasein: Es macht einfach Sinn, es jetzt zu beginnen, es nicht auf irgendwann zu verschieben und zu verstehen, dass jeder Augenblick eine Einzelausgabe des Universums ist.

Karlheinz Geißler und Jonas Geißler, Leser_In

Das Wichtigste vorweg: Der Mensch hat Zeit. Er hat sogar viel Zeit. Denn Tag für Tag kommt neue nach. Und das Schöne ist, man muss nichts dafür tun. Viel tun muss man hingegen, um keine Zeit zu haben. Nein, Zeit haben wir nicht zu wenig, wir haben zu viel zu tun. Demnach heißt die Lösung: Lasst Euch nicht die Zeit, lasst Euch die Arbeit stehlen. Weder Faulheit noch Bequemlichkeit, auch nicht zu viel Freizeit gefährden unsere Zeitzufriedenheit. Es ist das maß- und pausenlose Machen, das immerzu auf dem Sprung sein und das Nie-genug-haben. Sollte diese Gesellschaft eine Leitkultur besitzen, dann heißt sie: Genug ist nicht genug. „Schuld“ an all dem ist die mechanische Uhr. Sie hat die Zeit aus ihrer vormals engen Bindung an die Natur gelöst und der Welt das leere, qualitätslose Zeitmuster Takt auf- und den menschenfreundlicheren Rhythmus zurückgedrängt. Bekommen haben wir dafür einen ansehnlichen Geld-, Güter- und Ereigniswohlstand, für den wir den Preis eines wachsenden Zeitnotstandes zahlen. Doch das Zeit-ist-Geld-Diktat greift dort zu kurz, wo es ums Leben und dessen befriedigende zeitliche Gestaltung geht. In der Liebe, in der Erziehung, bei der Bildung, beim Genuss und in der Kultur ist Zeit kein Tausch- sondern Lebensmittel. Es ginge uns besser, wir lebten gesünder, wären kreativer und zufriedener, wenn wir die Zeit öfters aus ihrer Verzweckung durch das Geld befreiten. Und ihr so ihre Qualitäten wieder zurückgäben.

Florian Krebs, Leser_In

Meiner Meinung nach ist Zeit heutzutage das teuerste Gut, denn sie fehlt uns immer. Wir haben keine Zeit, unsere Eltern zu besuchen. Wir fangen morgen mit dem Sport an, weil wir heute keine Zeit haben. Wir müssen viel arbeiten und haben deswegen keine Zeit für die große Reise, die wir schon immer machen wollten. Wir haben keine Zeit. Die Kunst besteht darin, sich die Zeit zu nehmen und dadurch noch mehr Zeit zu schaffen, denn sie ist das teuerste Gut.

Ariane Wonnersbach, Leser_In

Erst nachdem ich viele Jahre weit mehr als 40 Stunden pro Woche gearbeitet habe, ist mir bewusst, wie kostbar private Zeit sein kann. Diese Zeit ist wichtig, um Freundschaften zu erhalten oder eine Beziehung zu führen. Viele erfolgreiche Ex-Kollegen und -Kolleginnen, die immer noch sehr viel und hart arbeiten, haben sich diese Zeit nicht nehmen können oder wollen. Ständige Termine im Ausland wurden Standard, Freundschaften außerhalb des Betriebs dadurch schwierig und Beziehungen, eine enge Partnerschaft, nahezu unmöglich. Das ist traurig, weil ich weiß, dass viele immer damit gerechnet hatten, einmal eine Familie zu gründen. Es kam nicht der Gedanke auf, dass die Zeit, die man im Job verbracht hatte, auch privat sehr wertvoll gewesen wäre. Jetzt sind sie um die 40 und kinderlose Singles. Aber für eine Familie braucht man – wenigstens im Idealfall – eben erst einmal eine Beziehung und private Zeit.

Larissa Pohlmann, Leser_In

Schaut man sich die Gehälter von Dax-30-Managern im Vergleich zu denen einfacher Angestellter an, so hat Zeit offensichtlich einen ganz unterschiedlichen Wert. In Deutschland ist der Wert gerne 50-mal so hoch. In einem Fall war er auch 350-mal so hoch, wurde aber auf das 290-Fache herabgesetzt, weil sich das 350-Fache vor der Belegschaft nicht rechtfertigen ließ. In den USA und einigen anderen Ländern ist das wohl gar nicht ungewöhnlich, weswegen es je nach Perspektive auch hier unterschiedlich diskutiert wird. Wir werden sehen, ob sich der Wert von Zeit begrenzen lassen wird.

Agnes Walter, Leser_In

Ich rechne nicht für jede Stunde mit einem Wert. Das wäre schon ein Problem, weil ich so wahnsinnig gerne lange schlafe. Aber dafür bin ich in der Zeit, die mir sonst am Tag zur Verfügung stehe, immer fit und gutgelaunt und diese Zeit hat dann einen hohen Wert. Und im Gegensatz zu vielen andere hoffe ich nie, sie möge nur schnell vergehen.

Stefan Schläger, Leser_In

Zeit hat meiner Ansicht nach nicht immer den gleichen Wert. Das sagt auch der Begriff „Quality Time“ aus. Es ist die Zeit, in der man sich wirklich auf den anderen konzentriert und ihn wahrnimmt, vielleicht auch etwas Schönes gemeinsam unternimmt. Der andere kann dabei der Partner sein oder auch ein Freund, meistens plant man es mit den eigenen Kindern, damit man mit ihnen eine intensivere Zeit verbringt. Für uns ist das zum einen die Zeit des täglichen gemeinsamen Abendessens, bei dem jeder von seinem Tag berichtet. Aber es sind auch die Sonntagnachmittage, wenn wir gemeinsam in der Natur sind und es zu spannenden Gesprächen kommt, gerade, wenn meine Frau oder ich eins unserer Kinder zur Seite nehmen. Diese Zeit hat natürlich einen höheren Wert als die Zeiten, in denen man einfach nebeneinander herkramt, die zwar auch zum Leben dazugehören, aber in denen man sich nicht bewusst Zeit für den anderen nimmt.

Leonard Hertz, Leser_In

Bei den Jahreszeiten ist das schöne, dass wir hier eine Abwechslung haben und uns darüber erfreuen. Das sehe ich auch sonst als Wert der Zeit – dass sich mit ihr Dinge ändern und es nie eintönig bleibt.

Anonym, Leser_In

Es gibt Menschen, die einem ständig die Zeit stehlen, weil ihnen wohl nicht klar ist, dass auch die Zeit der anderen einen Wert hat. Ich denke da besonders an diejenigen, die bei Verabredungen mit festem Termin ständig zu spät kommen. Aus meiner Erfahrung gibt es selten äußere Gründe dafür, auch wenn sie es gerne so darstellen. Ich sehe da eher einen Mangel an Organisationskompetenz und die innere Weigerung, sich hier verbessern zu wollen. Ihnen scheint dies nicht wichtig zu sein. Für diejenigen aber, die pünktlich sind, denen die Zeit gestohlen und damit offensichtlich nicht als gleichwertig anerkannt wird, ist es eine Beleidigung.

Svenja Mikkelsen, Leser_In

Zeit kann unglaublich viel leisten, wenn sie vergeht. Sie kann einen manchmal notwendigen Abstand schaffen. Sie gibt die Möglichkeit, etwas neu zu denken und neu oder – noch verwunderlicher – gar nicht mehr zu fühlen. Das ist für manche Phasen des Lebens sehr wertvoll. Jeder, der schon etwas längere Zeit auf dieser Erde verbracht hat, wird sicherlich der Weisheit zustimmen: Zeit heilt alle Wunden.

Moritz Hammberg, Leser_In

Leider vergeht die schönste Zeit immer wie im Fluge und manche schlimmen Minuten fühlen sich an wie Stunden. Aber zum Glück erinnert man sich an die schönen Zeiten eher als an die der gähnenden Langenweile oder die der Schmerzen. Das gleicht es aus.

Dominik Schreiter, Leser_In

Zeit allein reicht nicht. Wie heißt es doch so schön: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Anonym, Leser*in, Leser_In

Ich bin arbeitslos und möchte meinen Namen nicht nennen. Aber das Thema Zeit und deren Wert ist für mich durch meine Umstände ganz elementar geworden: Denn meine Zeit hat derzeit keinen Wert – zumindest keinen monetären auf dem Arbeitsmarkt. Keiner will meine Zeit oder ist bereit, dafür zu zahlen. Dabei würde ich sie sehr gerne verkaufen. Jeden Tag schaue ich, wem ich sie anbieten kann, schreibe Bewerbungen und versuche, einen Preis dafür herauszuholen. Angebot und Nachfrage, so ist das mit der Zeit. Die Zeit, die ich bieten kann, bieten eben auch andere an und vielleicht günstiger. So fing ich an, sie erst zu einem anständigen Preis anzubieten, inzwischen weit unter dem, was meine Zeit früher einmal wert war. Ich hoffe, sie wird bald wieder einen Wert haben, dann vielleicht allmählich auch wieder im Wert steigen. Es ist kein gutes Gefühl, wenn Zeit keinen Wert hat.

Deniz Kretra, Leser_In

In unserer Gesellschaft sind die Zeiten, in die wir den Tag einteilen, recht klar vorgegeben: Morgens wird aufgestanden, dann geht es zur Arbeit, abends vielleicht noch ein Bier mit Freunden und nachts wird geschlafen. Am Wochenende gibt es dann den Ausflug. Entspricht man nicht diesem Modell, weil man vielleicht nachts arbeiten muss oder ein versetztes Wochenende hat, kann Zeit ganz schön lang werden und an Wert verlieren – man kann sie nämlich nicht mit Menschen teilen, die man gerne um sich hätte.

Konstanze Klein, Leser_In

Es gibt Lebensphasen, da hat Zeit einen ganz besonderen Wert, aber nicht jede Zeit, nicht der ganze Tag. Es gibt vielmehr die Sehnsucht nach einer bestimmten Art von Zeit. Sie heißt „Zeit für mich“. Sie ist dann besonders rar, wenn man arbeitet, kleine Kinder hat und vielleicht auch noch die Eltern pflegen muss. Verstärkt wird das besonders, wenn man keinen Partner hat, der gleichberechtigt die Kinder übernimmt. Und wenn man ein Typ ist, der es allen recht machen will. Um dann Zeit für sich zu haben, bräuchte man einen Tag mit 48 Stunden. Aber zum Glück ist es auch nur eine Phase im Leben. Wenn die Kinder größer werden, stellt man fest, dass man jeden Tag wieder mehr Zeit für sich hat. Und diese Zeit hat dann viel mehr Wert, als hätte man all das vorher nicht erlebt.

Susanne Kahlheimer, Leser_In

Ein gewisser Wert ist stets da, aber man denkt oft, man würde ihn nicht immer ausschöpfen. Sonst gäbe es das Wort „Zeitverschwendung“ auch gar nicht. Dieses Wort bedeutet nicht, man würde großzügig und verschwenderisch mit Zeit umgehen, sondern man habe die Zeit nicht sinnvoll genutzt. Aber wann weiß man schon, wann etwas sinnvoll war? Denkt man, es wäre Zeitverschwendung gewesen, wenn man beispielsweise etwas repariert und danach geht es gleich wieder kaputt? Im ersten Augenblick scheint dies sicherlich dem zu entsprechen. Aber ist man wieder in solch einer Situation, hat man schon dazugelernt und dann war es schon wieder keine Zeitverschwendung mehr. Ich glaube, wir wissen oft erst im Nachhinein um den Wert einer Zeit.

Janine Dressten, Leser_In

Der Urlaub steht vor der Tür. Für mich ist dies die schönste Zeit des Jahres. Denn sie hat einen ganz besonderen Wert für mich. Ich genieße diese Zeit sehr, tanke auf für das ganze Jahr und deswegen lasse ich mir diesen Urlaub auch immer etwas kosten. Aber es geht hier nicht ums Geld, sondern darum, dass ich wieder zu mir finde. Ich mache lange Spaziergänge durch hügelige Landschaften, gehe Segeln im glasklaren Wasser und trinke abends am Hafen ein schönes Glas Wein. Dann bin ich nach einer längeren Arbeitsphase endlich wieder ganz bei mir und lerne in dieser Zeit, was wirklich einen Wert im Leben hat.

Maria Senelli, Leser_In

Der Wert ist sehr groß, wenn man Zeit für schöne Aktivitäten nutzt.

Gundi Günther, Leser_In

\"Zeit spielt h e u t e mehr denn je eine große Rolle\" - sagen wir. Aber spielte sie das nicht schon immer! War nicht schon immer Zeit mit einander, mit dem Partner, mit der Familie und den Freunden und Kollegen wichtig? Lassen wir uns nicht allzu gern vereinnahmen, mitreißen? Ich z.B. schwimme gern mit \"im Strom der Schnelligkeit\". Schnell noch ein paar Mails beantworten, obwohl doch gerade damit das eigentlich Persönliche verloren geht. Wir rufen weniger an und sprechen somit weniger mit einander, statt dessen wird alles online erledigt. Dennoch liebe ich diese Art der Kommunikation, denn es ist eine. Sie verbindet uns, zwar anders als in einem persönlichen Gespräch, aber wir bleiben in Verbindung. Und dann kommt der Urlaub und ich versuche es anders zu machen, zu entschleunigen, einfach mal nach anderen Dingen zu schauen, mein Umfeld und die Natur wieder wahrzunehmen und die Online-Botschaften zu ignorieren. Das gelingt nicht gleich am ersten Tag, aber plötzlich nehme ich es wieder wahr, das echte Leben.

Brigitte Korn-Wimmer
, Leser_In

Wer schon jemals einen nahestehenden, sterbenden Menschen bis zum Tod begleitet hat, weiß, was es bedeutet, Zeit zu schenken. Zusammen mit meiner Familie sind wir meiner Mutter 15 Monate lang – von der tödlichen Diagnose bis zum letzten Augenblick – beigestanden. Der Begriff Zeit bekam dabei eine andere Bedeutung. Ich musste zum Beispiel das Tempo in meinem Berufsleben drosseln, da meine Mutter – obwohl früher auch selbstständig – überhaupt kein Verständnis mehr für Zeitmangel, Stress und sonstige arbeitsbedingte Nöte hatte. Früher bedeutete der Tod immer den Tod der anderen, nie meinen eigenen. Nun hatte ich plötzlich auch die Abfolge vor Augen. Nach der Generation meiner Mutter ist meine eigene dran, auch wenn ich nicht weiß wann. Da Sterben genau das Gegenteil von Kontrolle ist, und dabei Verstand, Denken und Vernunft an ihre Grenzen stoßen, sollte man baldmöglichst zulassen, auch der Zeit einen anderen Stellenwert einzuräumen. Als ein Arzt meiner Mutter im Beisein von mir und meiner 21jährigen Tochter eröffnete, es gäbe keine Heilungschancen mehr, dachten wir, wir hätten nur noch sehr wenig Zeit. Dem war aber nicht so. Es folgten 15 lange Monate in denen alles, aber auch wirklich alles besprochen, aufgedeckt, beweint, geplant, gewünscht, erinnert und zum Teil auch aufgearbeitet wurde. Meine Mutter hat alle Leichen aus ihrem Keller gezerrt – das war ihr großes Anliegen, außerdem alles korrekt zu hinterlassen und zu übergeben. Das hat sie in der ihr noch zur Verfügung stehenden Zeit geschafft, auch wenn sie zunehmend weniger zuwege brachte, mehr ruhen musste, sich allmählich vom Leben löste. Letzteres sehr langsam, da sie nicht loslassen konnte, weil sie so sehr daran hing und bis zuletzt mit ihrem Schicksal haderte. Auch ich haderte an vielen Wochenenden – ganz egoistisch – mit ihrer Krankheit, die über die Maßen meine Lebenszeit dominierte. Aber sie hatte Priorität, da gab es nichts aufzuschieben. Irgendwann im Laufe dieser 15 Monate habe ich begriffen, ich kann meiner Mutter nur mehr Zeit schenken. Das wurde und war das Wichtigste. Sterben ist ein Prozess, der gerichtete Ablauf eines Geschehens, darin ist das Temporäre inbegriffen. „Dem Tod geht es auch langsam schnell genug. Du hast plötzlich zu viel und zu wenig Zeit zugleich. Zu wenig, weil du spürst, dein Leben verrinnt. Zu viel, weil du das, was dein Leben ausmachte, nach und nach nicht mehr ausführen kannst.“ (Roland Schulz)
Wir haben uns die Zeit bis zum letzten Augenblick genommen und somit den traurigen Prozess würdevoll zu Ende gebracht. Ich habe nichts anderes getan, als meiner Mutter kleine, winzige Stückchen Zeit zu schenken – Zeit, die ich nie vergessen werde.

Albert Butz, Leser_In

Nach buddhistischer Sicht ist unser Umgang mit der Zeit unangemessen. Unser Geist ist nicht im Stande Zeitlosigkeit zu erfassen. Wir führen ein Leben in Raum und Zeit, in einer endlichen, vergänglichen und materiellen Welt. Gleichzeitig sind wir aber in einer Welt zu Hause, die unendlich, ewig und gestaltlos ist. • Keine Zeit zu haben oder Zeit sparen zu wollen ist Unsinn, denn Einsteins Relativitätstheorie hat bewiesen, dass Raum und Zeit eine Einheit bilden. • Anstatt Zeit sparen zu wollen sollten wir uns also auf die Gegenwart konzentrieren und aufmerksam im HIER und JETZT agieren. • Unser Zentralnervensystem kann nur innerhalb bestimmter Grenzen Informationen verarbeiten, es kann höchstens 7 Einheiten davon gleichzeitig verarbeiten und dies innerhalb von 1/18 Sekunden voneinander unterscheiden. • Aufmerksamkeit kann die soeben beschriebenen Informations-aufnahmegrenzen nicht überschreiten. Die Aufmerksamkeit bestimmt, was im Bewusstsein geschieht oder nicht und so erschaffen wir unser Selbst. • Wenn wir das Gefühl haben, dass die eigenen Fähigkeiten ausreichen, eine gegebene Herausforderung zu bewältigen, dann sind wir im „FLOW“ • Im „Flow“ - Zustand haben wir unsere psychische Energie unter Kontrolle, d.h. alles was wir tun trägt zu unserem Bewusstsein bei. • In diesem Zustand vergessen wir die Zeit und unser Selbst reift. Diesen Glückszustand hat jeder schon erlebt.

Uli, Leser_In

langsam angehen lassen - wenn möglich beim Aufstehen.

Astrid Illers, Leser_In

„Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt“, so steht es am Bahnhofsgebäude von Wangerooge geschrieben. In dem Moment, wo ich das Fährschiff zur Insel betrete, fängt die Zeit langsamer an zu laufen. Gleichzeitig schärfen sich meine im Alltag oft überladenen Sinne wieder: das Rollen der Koffer auf dem alten Ziegelpflaster auf dem Weg vom Bahnhof zur Ferienwohnung wird für mich plötzlich zu einem der schönsten Geräusche der Welt. Der erste Blick aufs Meer bei Café Pudding ist wie die Begegnung mit einer lange vermissten Freundin: vertraut und doch überraschend. Die Stranduhr, deren Zeiger so eng zusammenlaufen, dass man die Uhrzeit in etwa schätzen muss, hat auch noch niemand durch eine Digitaluhr ersetzt. Alles ist wie immer und das ist gut so. Ein Morgenspaziergang zum Westturm: ich rieche den durch die Sonnenwärme verdichteten Duft von Heckenrosen, Holunderblüten, den Heidesand. Ich lebe in diesen Ferien ohne Uhr unbeschwert in den Tag hinein und habe keine schwierigeren Entscheidungen zu treffen als: gehe ich zur Strandgymnastik oder bleibe ich träge im Strandkorb? Und diese Trägheit, zuhause mit schlechtem Gewissen verbunden, weil es da doch immer irgendwie eine To Do Liste gibt, fühlt sich hier auf der Insel plötzlich richtig an. Wangerooge: für mich der Inbegriff von wundervoller Langsamkeit.

Matthias Haninger, Leser_In

Ein Sonntag zuhause, auf dem Balkon, dem Sofa, im Bett, in der Küche, in der Badewanne und im Radio die Staumeldungen hören. Das fühlt sich an wie der König von Deutschland zu sein.

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Wo zählt noch Qualität?

In Zeiten von Preisvergleichen und Billigprodukten scheint kein Platz mehr für Wertarbeit. Sagen Sie uns, wo es sich auch heute noch lohnt, auf Qualität zu achten.

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Kathrin Krause, Leser_In

Bei Textilien zählt Qualität. Ein „Einweg“-T-Shirt, das nach dem Waschen Form und Farbe verliert, zeugt sichtbar nicht von Qualität. Doch Qualität geht über langlebiges Material oder schönes Design hinaus. Es gibt weitere Kriterien, die für Verbraucher zählen – aber im Produkt versteckt sind. Dazu zählen Standards für den Arbeitnehmerschutz, existenzsichernde Löhne oder auch die Vermeidung von Chemikalien und umweltschädlichen Produktionsmethoden bei Anbau und Färbung. Doch wie lassen sich diese Qualitätsmerkmale am Produkt kenntlich machen? Auch für Verbraucherschützer ist es nicht einfach, Hilfestellung beim Kleidungskauf zu geben. Die wenigen glaubwürdigen Siegel im Textilbereich sind im Siegeldschungel nur schwer auszumachen – der Markt an Siegeln ist übersättigt. Der Grund dafür: Die Begriffe „nachhaltig“, „ökologisch“ und „fair produziert“ sind weder einheitlich definiert, noch rechtlich geschützt. Einige Auslobungen sind schlicht beschönigend und rein werblich motiviertes Green Washing. Deshalb braucht es klare und verbindliche staatliche Kriterien dafür, was unter sozial und ökologisch verantwortungsvoller Produktion zu verstehen ist. Nur eine glaubwürdige Kennzeichnung am Kleidungsstück bietet Verbrauchern, aber auch Herstellern, Orientierung. Das Ziel muss ein Wettbewerb um nachhaltige Produktqualität sein und nicht um den niedrigsten Preis auf Kosten von Mensch und Umwelt. Denn Qualität zählt.

Reinhard Kolke, Leser_In

Bei uns im Technikzentrum Landsberg untersuchen wir unabhängig und objektiv Produkte, Dienstleistungen und Infrastruktur für mobile Menschen. Qualität ist dabei essenziell. Denn Ziel ist es, Verbraucher zu informieren, deren Interessen zu vertreten und Verbesserungen zu erreichen. Um dies auf immer hohem Standard tun zu können, entspricht unsere Testumgebung den fortschrittlichen technischen Ansprüchen. Crashtest-Anlage und Abgaslabor sind auf neuestem technischen Stand, um Verbraucherschutztests durchzuführen. Mit unseren Tests von Kindersitzen, Fahrerassistenzsystemen, Crashtests ganz allgemein, aber auch mit den Tests von Trekkingrädern und E-Bikes und mit schonungslosen Verbrauchs- und Abgastests leisten wir einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit und Umweltfreundlichkeit. Unsere Erkenntnisse haben in vielen Bereichen zu besseren gesetzlichen Mindestanforderungen geführt, wie etwa beim Kindersitz-Seitenaufprallschutz. Und bei unserem Eco-Test werden Pkw realitätsnäher geprüft, als Hersteller und staatliche Institutionen dies tun – neuerdings auch mit mobiler Messtechnik bei realen Straßenfahrten.

Rolf Henke, Leser_In

Qualitätsunterschiede bei Fleisch zu definieren ist eine große Aufgabe. Was beeinflusst unser subjektives Geschmacks- und damit Qualitätsempfinden? Aussehen, Textur und Geruch des Fleisches haben immer schon eine große Rolle bei der Kaufentscheidung gespielt. Durch die vielen Lebensmittelskandale wurde das Interesse an der Herkunft des Fleisches für die breite Öffentlichkeit wichtig. Der direkte Zusammenhang zwischen der Haltung der Tiere und der Qualität des Fleisches wurde erkannt. Für mich zählt dazu das Wissen um den Umgang zwischen Mensch und Tier auf den Betrieben ebenso wie die Wertschätzung der Lebewesen und der Landschaft um uns herum. Nehmen wir meine Region als Beispiel: Im Unseco-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wurde eine besonders große Vielfalt an Pflanzen und Tieren nachgewiesen, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Dies ist ein Indikator dafür, wie gut es um die Landschaft und die Böden hier steht, was sich auch in der Qualität des Fleisches spiegelt. Schon länger können wir an unseren Kunden einen gesellschaftlichen Wandel beobachten. Es geht längst nicht mehr darum, täglich irgendwelches Fleisch zu essen, sondern sich und seiner Umwelt bewusst etwas Gutes zu tun. Die Bereitschaft, den entsprechenden Preis dafür zu zahlen, wächst zunehmend. Kennt man den Hintergrund des Fleisches, kann dessen Qualität auf eine ganz neue Art wertgeschätzt werden und zu einem wahren Glücksgefühl beim Essen führen.

Karlheinz Brandenburg, Leser_In

Bei Misstönen hört der Spaß auf: Auf wenige Dinge können Menschen so ungehalten reagieren wie auf falsche Töne, Nebengeräusche oder ganz allgemein schlechte Tonqualität. Dabei hat sich seit den Zeiten Edisons sehr viel getan: Heutige Systeme – ob die Akustik moderner Konzerthallen, die Lautsprecherwiedergabe zu Hause und im Konzert oder das mp3-Format – geben Töne viel akkurater wieder, als es je zuvor möglich war. Es gibt hier ein Paradoxon: Manche Hörer sind nie zufrieden. Psychologische Effekte bestimmen unsere Einschätzung von Tonqualität mehr als objektive Parameter. Wobei: Wir haben in den letzten Jahrzehnten gelernt, dass technische Messwerte nicht viel über tatsächliche Tonqualität aussagen. Deshalb sind heute bei der Entwicklung neuer Verfahren der Audiotechnik viele gut trainierte, zum Teil professionelle Testhörer – zum Beispiel Tonmeister – beteiligt. Sie helfen dabei, eine objektiv festgestellte Tonqualität zu erreichen. Wenn die Liebhaber schöner Musik wieder die gute alte Langspielplatte präferieren, dann hat das mit Erwartungen und Vorlieben zu tun, aber aus technischer Sicht nicht mit Tonqualität. Im Bereich der Videotechnik gibt es ähnliche Testmethoden, allerdings sind wir da – außer im Kino – noch weiter weg von der perfekten, also von der von einer Referenz nicht unterscheidbaren technischen Qualität der Wiedergabe. Wobei: An der perfekten räumlichen Klangwiedergabe arbeiten wir schon.

Thomas Albrecht, Leser_In

Im Ausland ist das deutsche Bauwesen der Inbegriff von Qualität – Brandschutz, Parksysteme, Dichtungen, Möbelbau, Beschläge, Elektrik. Auch in puncto Städtebau stehen wir gut da. Die Bereitstellung von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Abwassersystemen, Straßen – das alles ist nirgendwo auch nur annähernd so gut geregelt, auch wenn wir Deutsche stets nörgeln. Aber: Eine bewusste Schönheit eines Stadtbildes zu erzeugen, das können wir nicht. Da ist es uns wichtiger, dass jeder Bauherr seine „persönliche Freiheit“ behält. Deswegen stehen dunkelgraue Häuser neben roten, wechseln sich Spiegelfassaden mit Klinkerhäusern ab. Nur: Im Urlaub fahren wir dann alle nach Paris und bewundern die Schönheit dieser Stadt, die eben auf einer geplanten Einheitlichkeit beruht. Wie in Venedig und Sankt Petersburg auch. Potsdam hatte ein geradezu sprichwörtlich schönes Stadtzentrum, was erst durch den Krieg, dann durch die Kommunisten bewusst zerstört wurde. Ab 2000 setzte man sich überparteilich, klug und präzise denkend zusammen. Ein Bebauungsplan kam heraus, der jetzt Früchte trägt: Neben dem wiederaufgebauten Schloss, dem heutigen brandenburgischen Landtag, und der Kirche von Schinkel stehen moderne Wohn- und Geschäftshäuser, aber auch perfekt rekonstruierte barocke Fassaden – das Palais Barberini, dass das Museum Hasso Plattner beherbergt, ist eines davon. Jetzt kommen alle, freuen sich und fragen: Warum gibt es diese Qualität nicht auch woanders?

Roland Tichy, Leser_In

Mit „Made in Germany“ werden hochpreisige, aber hochwertige Güter assoziiert. Dabei wurde die Kennzeichnung einst in Großbritannien eingeführt, um die Briten darauf hinzuweisen, dass sie importierte Billigware in den Händen halten. Doch das Stigma entwickelte sich zum Gütesiegel. Um sich einen guten Ruf zu erarbeiten, ist Sorgfalt auf jeder Produktionsstufe Pflicht: von der Idee über Design, Materialbeschaffung, Produktion und Verkauf bis hin zum Service. Schlampereien entwerten das Gütesiegel „Made in Germany“ und lassen Kunden zur Konkurrenz abwandern. Der Markt ist unbestechlich. Doch was ist heute noch „Made in Germany“? Kaum etwas wird in einem einzigen Land hergestellt. Design, Zulieferungen und Weiterverarbeitung in verschiedenen Ländern sind das Wesen internationaler Arbeitsteilung. „Made in Germany“ steht für Design und Qualitätskontrolle in deutscher Verantwortung. Zunehmend werden auch soziale und ökologische Bedingungen für kritische Konsumenten entscheidend – ein Siegel wie „Made in Germany“ steht für Gesamtverantwortung. Dabei ist es in der globalisierten Welt weniger relevant, wo ein Produkt hergestellt wird. Entscheidend ist das glaubwürdige, umfassende Qualitätsversprechen. Im Wettbewerb gilt: Wer sich auf Erreichtem ausruht, fällt zurück. „Made in Germany“ bedeutet im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung vor allem Anpassungsfähigkeit an sich wandelnde Bedingungen und kritische Konsumenten weltweit.

Andreas Westerfellhaus, Leser_In

Die eigene, tägliche Pflege wird uns oft erst bewusst, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Dann übernehmen Angehörige oder professionell Pflegende die Versorgung und wollen diese mit der bestmöglichen Qualität erbringen. Allerdings hängt die Qualität der Pflege professionell Pflegender von vielen Faktoren ab, allem voran von der Personalausstattung im Krankenhaus oder in stationären Pflegeeinrichtungen. Seit Jahren herrscht hier vielerorts ein eklatanter Mangel, der weiter zunimmt. So ist eine Pflegefachperson im Nachtdienst mit bis zu 50 zu versorgenden Personen allein. Und das bei zunehmenden Zahlen von an Demenz erkrankten Menschen, die viel Zuwendung und Betreuung brauchen. Es geht aber nicht nur um eine ausreichende Anzahl von Pflegefachpersonen, sondern auch um ihre Qualifikation: Wenn Chirurgen komplizierte Operationen planen, stehen mancherorts keine entsprechend qualifizierten Pflegefachpersonen zur Verfügung, die die Versorgung nach der Operation übernehmen können. Ohne dieses Pflegepersonal ist der Erfolg einer solchen Operation gefährdet und die Patientensicherheit in Frage gestellt. Jüngst hat der Bundestag das Pflegeberufereformgesetz verabschiedet, das eine generalistische Pflegeausbildung ermöglicht. Mit dieser Ausbildungsreform wird die Pflege auf die zukünftigen Herausforderungen mit den erforderlichen Kompetenzen vorbereitet.

Tanja Angstenberger, Leser_In

Meiner Meinung steigt die Wertschätzung für Lebensmittel. Und die sollte bei jedem Handwerksbäcker auch im Vordergrund stehen. Für mich beginnt Qualität bei den Zutaten, die ich verarbeite. Weizen- und Roggenmehl beziehe ich von unserer Heimatmühle, die Sahne stammt von einem Hofgut in unserer Nähe und auch die Eier bekomme ich von einem Bauernhof, dessen Besitzer ich persönlich kenne. Das Fachwissen um die Teigherstellung und -verarbeitung ist es, was uns von Backshops und Discountern unterscheidet. In meinen Produkten stecken Liebe, Kreativität, Sorgfalt und vor allem viel Zeit. Denn gutes Brot braucht Zeit, um ein charaktervolles Aromaprofil zu entfalten. Wenn meine Kunden zu mir kommen, weil sie auf diesen Unterschied Wert legen, macht es mich stolz und bestätigt mich darin, gute Qualität zu liefern. Außerdem macht es mir Spaß, neue Kreationen zu entwickeln. Gerne verwende ich als Konditorin saisonale Zutaten, die erst zur rechten Zeit wirklich gut schmecken. Durch meine handwerkliche Ausbildung habe ich gelernt, ganz verschiedene Kundenwünsche zu erfüllen, wie Kuchen für eine Geburtstagsparty, und verschieden Brote zu backen oder eine persönliche Hochzeitstorte mit handgemachten Marzipanrosen zu gestalten. Das bringt mir eine willkommene Abwechslung in den Arbeitsalltag. Und natürlich bin ich auch stolz darauf, durch das Bäckerhandwerk mit seiner langen Tradition und Kultur echte Qualität liefern zu können.

Kirsten Martinsen, Leser_In

Ich denke, bei jedem und überall. Wer möchte schon lieber schlechte Ware? Aber meist hat es etwas mit dem Preis zu tun. Etwas qualitativ Hochwertigeres kann sich nicht jeder leisten und so sind wir gezwungen, in der Qualität Abstriche zu machen.

Lara Kwert, Leser_In

Nein, ich sage jetzt nicht, dass ich überall Wert auf Qualität lege. Denn ich verstehe wirklich jeden, der plötzlich unbedingt eine ganze Tafel oder Packung minderwertiger Süßigkeiten essen muss und traue diesen Menschen nicht, die meinen, ein einziges Stück hochwertiger Schokolade, das sie sich minutenlang auf der Zunge zergehen ließen, würde sie glücklich machen.

Heidrun Frosskraum, Leser_In

Qualität zählt für mich in Beziehungen zu anderen Menschen. Ich brauche keine 5.000 Facebook-Freunde. Mir ist wichtig, einen kleinen, aber stabilen Freundeskreis zu haben, bei dem man sich gegenseitig vertrauen kann und füreinander da ist. Dass man schöne Dinge teilt, aber auch da ist, wenn es einem schlecht geht. Das mache ich für meine Freunde und ich habe auch schon erlebt, dass meine Freunde in schwierigen Zeiten mir wirklich beistanden. Das ist echte Qualität in einem Miteinander.

Gert Koppler, Leser_In

Als erstes stellt sich mir die Frage, wie man Qualität überhaupt beurteilen will. An der Langlebigkeit? An der Leistungsstärke? Und ist das Gegenteil Schrott oder Quantität? Natürlich benötigt keiner fünf schlecht klingende Blockflöten und keiner einen Haartrockner, der nach einer Woche kaputt ist. Aber zwei ausgefranste Wechselhandtücher erfüllen ihren Zweck doch besser als ein einziges nasses, schmutziges, wolligweiches Designer-Handtuch.

Dagmar Landlebe, Leser_In

Qualität ist besonders wichtig, wenn man etwas Gebrauchtes kauft und keinen Garantieschein besitzt. Leider kann man Produkten aber ihre Qualität meist nicht ansehen. Auch auf Marken ist da meiner Erfahrung nach kein Verlass. So hatte ich mir geschworen, nie wieder eine gebrauchte Waschmaschine zu kaufen. Aber als wieder Not am Mann war, weil die damals neu gekaufte ihren Geist aufgab, entschied ich mich doch kurzerhand wieder für eine gebrauchte und habe nun seit Jahren offensichtlich großes Glück mit der Qualität.

Manfred Putzer, Leser_In

Qualität zählt heute mehr denn je. Denn Qualität schafft Werte. Dies können körperliche Werte oder auch innere Werte sein, die im Zusammenhang mit der Lebensqualität stehen. Oder es können ganz einfach Sachwerte sein. Gerade am Beispiel des Bauens wird dies deutlich: Hier spielen Beständigkeit und die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes eine große Rolle. Qualität ist wichtig, damit Werte erhalten bleiben und keine teuren Mängel auftreten. Auch die deutsche Autoindustrie ist beispielhaft. Die Absatzzahlen sind so gut wie noch nie. Denn deutsche Autos stehen international für Werte und damit verbunden auch für ein bestimmtes Image. Doch sinkt die Qualität, merken das die Kunden auch recht schnell – genügen sie nicht den Qualitätsansprüchen, werden sie nicht mehr gekauft. In unserer Gesellschaft wird Nachhaltigkeit bei Produkten immer wichtiger, in wirtschaftlich guten Zeiten, aber auch dann, wenn weniger Geld zur Verfügung steht. Bei einer Rezension kaufen Menschen sogar noch eher Produkte, die hochwertig und damit nachhaltig sind. Es sollen nämlich bleibende Werte sein. Generell sehe ich, dass man in unserer Gesellschaft einen gewissen Qualitätsstandard haben will. Daher greift man lieber auf vertraute Produkte zurück, die ein gutes Image haben. Wenn sich ein Markenname bewiesen hat, steht er für gute Qualität und man muss nicht jedes Mal recherchieren oder Testergebnisse auswerten. So macht Qualität auch sorgenfrei.

Eberhard Schattner, Leser_In

Für mich zählt Qualität unbedingt beim Fahrrad. Vor dem Kauf besteht die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren. Hierzu bieten Hersteller, Händler sowie Radclubs, TV-Sender, Foren und Bibliotheken umfangreiche Informationen. Das Spektrum der möglichen Nutzungen ist schwer überschaubar - vom täglichen Gebrauch, Freizeitgestaltung, sportlicher Betätigung und Urlaubsbeschäftigung. Sicher ist die Bestimmung des eigenen Bedarfs eine große Herausforderung, sich über die eigenen Wunschvorstellungen klar zu werden. Beim Kauf lohnt es sich, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und umfangreich und zeitintensiv zu testen, bis das gewünschte Rad den individuellen Nutzungsvorstellungen und der Körpergeometrie angepasst ist. Anschließend kommt eigentlich nur noch das Erfolgserlebnis der Nutzung im Nahverkehr oder in der Freizeit. Rundum bieten sich gute Ergänzungen für das Fahrerlebnis durch praktische Bekleidung (schlechtes Wetter beschränkt nur sehr selten), eine gute Infrastruktur mit Radwegen, zertifizierten Routen, Übernachtungsmöglichkeiten und Service. Selbst längere Strecken lassen sich gut anhand von Karten und Navigationsmöglichkeiten planen. Wenn man einmal eine längere Tour bewältigt hat und hat Landschaften erfahren und Menschen kennengelernt, dann schätzt man es, wenn man sich auf sein Rad (und seine Qualität) verlassen kann.

Michael Boley, Leser_In

Qualität ist nicht weniger wichtig geworden, wir können uns nur vermeintlich viel mehr leisten, da Produkte verfügbarer und im wahrsten Sinne billiger geworden sind. Mir ist es nicht mehr verständlich wie sich die Preise für einige Produkte zusammensetzen, ich kann mir nicht vorstellen wie hier nachhaltig produziert werden kann. Das macht mir ein schlechtes Gewissen, da ich es selbst nicht immer vermeiden kann solche Produkte zu kaufen oder es auch erst zu spät merke. Ich will keine Wegwerfware, ich will Dinge lange besitzen und nutzen ohne das sie kaputt gehen. Ich will einen Wert erstehen und kein kurzes Erlebnis. Dafür bin ich dann auch bereit länger zu warten um das richtige Produkt zu kaufen. Es geht für mich am Ende auf das Zitat: Die Freude über den geringen Preis währt nie so lange, wie der Ärger über die mangelnde Qualität.

Dieter Hölterhoff, Leser_In

Qualität ist leider insbesondere durch die Mode außer Mode gekommen. Es zählt nur noch das Habenwollen des sog. neuesten „Chic“, der nach zwei Wäschen mangels Qualität auseinanderfällt, falls er nicht schon vorher im Müll oder bestenfalls in der Altkleidersammlung landet. Aber auch, dass Geräte unmittelbar nach Ende der Garantie einen Defekt haben oder die Geräte, die als sog. Bananenprodukte erst beim Kunden reifen, zählen mangels Produktqualität dazu. Das ist alles nicht nachhaltig. Qualität hatte schon immer seinen Preis und dafür hielten die Produkte länger, eine simple Rechnung: 12 x im Jahr 1 Hemd zu 10 € sind 120 €, drei besser viel länger haltende, qualitativ bessere Hemden bekommt man auch zu dem Gesamtpreis. Wer gewinnt: doch nur der „scheinbar gut“, weil modern Aussehende. Egal, ob Individualität – auch das eine Qualität – auf der Strecke bleibt. Die Näherinnen in den Billiglohnländern nicht. Die qualitativ anspruchsvollen Arbeitsplätze könnten auch hier vorhanden sein, für einen ordentlichen Lohn, von dem das Leben bezahlt werden kann. Das Qualität anbietende Unternehmen, bietet in der Regel auch Service. Es lohnt sich im gesamten Lebensbereich auf Qualität zu achten: Nahrungsmittel jahreszeitbezogen aus der Region; Kleidung und Lebensmittel müssen nicht um die Welt fahren auf stinkenden, die Umwelt verseuchenden Containerschiffen. Nicht billig ist günstig sondern preiswert, d.h. das was seinen Preis wert ist. Dazu gehört auch eine stärkere Kontrolle von Geräten aller Art auf Haltbarkeit und Wartungs- bzw. Reparaturmöglichkeit und -freundlichkeit. Letztlich vermeidet man damit Ärger und erhöht seine Lebensqualität. Also nicht gegen Mode und dafür altmodisch, sondern mit der Mode für Qualität gegen altmodisch Modisches oder aber gegen minderwertige Qualität.

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