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Was macht Menschen glücklich?

Eine ehemalige Fernsehshow hatte eine klare Antwort: Geld oder Liebe. Das Spektrum an Dingen, die uns strahlen lassen, ist natürlich um einiges größer. Was zählt für Sie?

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Friedrich Georg, Leser_In

Das Leben eines Mannes ist erst dann erfüllt, wenn er ein Haus gebaut, ein Kind gezeugt, einen Baum gepflanzt und womöglich ein Buch geschrieben hat. Als das \"Pflichtprogramm\" erfüllt war und ich mir im fortgeschrittenen Ruhestand Gedanken machte, was dereinst wohl auf meinem Grabstein stehen würde, kam die ernüchternde Erkenntnis: außer Geburts- und Sterbedaten - Nichts! Daraufhin verkaufte ich meine Wohnung und investierte die Hälfte des Erlöses in den Aufbau einer Ökofarm auf den Philippen - betreut von einem erfahrenen Farmer und seiner Familie. Bis zu 30 Leute waren zwei Jahre lang mit Rodung und Infrastruktur beschäftigt und konnten mit vergleichsweise wenig Geld ihre Familien versorgen. Glückliche Momente bescherte das Richtfest mit 100 Beschäftigten, ihren Familien und Nachbarn. Nach drei Jahren wachsen einem die Pflanzen bereits über den Kopf und erzielen am Markt wenigstens so viel, dass die Betreuer davon leben können. Wenn ich einmal im Jahr vorbeischaue, werde ich wie ein Familienmitglied in der ländlichen Gemeinschaft aufgenommen. Sobald ich mich nicht mehr selbst versorgen kann, möchte ich den Lebensabend dort verbringen, anstelle in einem Pflegeheim hier zu verkümmern. Fazit: Glück ist - wenn man es mit Anderen teilt und nicht wie eine Glucke auf seinem Geldsack sitzt.

Bernd Graefe, Leser_In

Der Mensch ist nicht da,um glücklich zu sein, lehrt und schon der alte Schopenhauer. Er kann mit vielem rechnen,nur nicht mit dauerhaften Glück. Glück gibt es immer nur für Momente, mal länger, mal kürzer. Dass Tage unseres Lebens glücklich waren, merken wir meistens erst im nachhinein. Das Gewohnte wird nicht als Glück empfunden. So verhält es sich auch mit den anderen grössten Gütern des Lebens - Gesundheit und Freiheit. Der Wert der täglichen kleinen Genüsse, Freuden oder auch nur Annehmlichkeiten wir uns erst dann bewusst,wenn sie ausbleiben.

Rainer Maria Kardinal Woelki, Leser_In

Menschen finden Glück in der Arbeit, beim Sport oder im Urlaub; im Beisammensein mit der Familie oder beim Sieg ihres favorisierten Sportvereins. Dort, wo wir uns glücklich fühlen, werden tieferliegende Schichten unseres Selbst berührt. So wie sich beim Blick in den unendlichen Sternenhimmel oder in die unberührte Natur die Seele öffnet oder beim Hören von Musik. In solchen Glücksmomenten merkt man unweigerlich: Es gibt etwas, das sich unserer Verfügbarkeit entzieht und nicht herstellbar ist, sondern das uns geschenkt ist. Es sind die Momente, in denen wir eine tiefe Dankbarkeit über das bloße Dasein erfahren und in denen der Glaube, dass uns das Leben und die Welt von Gott geschenkt sind, evident wird. Diese Dankbarkeit macht aufmerksam. Sie macht mitten im Glück aufmerksam für das Unglück anderer, für deren Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Wer aus solcher Dankbarkeit heraus lebt, für den bedeutet glücklich sein das mit anderen geteilte Glück, bedeutet glücklich sein daran mitzuwirken, dass nicht nur man selbst, sondern auch der Nachbar, der Heimatlose, der Obdachlose, der Mensch am anderen Ende der Welt und der hoffnungslos Gewordene Erfahrungen von Glück machen kann. Für manchen mag es ein hohler Kalenderspruch sein, für den, der Glück in all seiner Tiefe erfahren hat, ist es eine Aufforderung zum Handeln: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.

Natallia Vishnyakowa, Leser_In

In diesem Jahr werde ich mich erstmals an der Weihnachtsaktion des Studierendenwerks Berlin beteiligen. Bei der Aktion können sich Studierende melden, wenn sie als Weihnachtsmänner oder Weihnachtsengel beziehungsweise Weihnachtsfrauen verkleidet bei der Bescherung von Berliner Familien helfen wollen. Man kann uns für den Heiligabend buchen. Mein Freund war in den vergangenen Jahren Weihnachtsmann und hat mir versichert, dass es sich lohnt. Die Tour ist zwar lang und erschöpfend, aber die strahlenden Kinderaugen geben ganz viel zurück – und machen glücklich. In diesem Jahr gibt es erstmals die Möglichkeit auch eine Weihnachtsfrau zu buchen. Ich bin gespannt, wie die Kinder auf mich reagieren werden. Wir Frauen sind ja etwas sanfter und haben anders als die Weihnachtmänner mit ihren dichten Bärten ein offenes Gesicht. Unser Lächeln kann man sehen. Das ist positiv bei schüchternen Kindern. Die Kleinen sollen ja keine Angst vor uns haben. Wir wollen sie glücklich machen, darum geht es schließlich bei der Aktion. Dass wir selbst dabei unser Taschengeld deutlich aufbessern können, ist natürlich ebenfalls ein wichtiger Anreiz.

Burkhard Pleger, Leser_In

Wissenschaftlich ist Glück ein schwer zu fassendes emotionales Erleben, weil es individuell unterschiedliche Facetten trägt. Des einen Glück ist des anderen Leid. Diese individuelle Komplexität spiegelt sich auch in der Hirnforschung wieder. Im menschlichen Gehirn gibt es viele Botenstoffe, die an der Vermittlung des Glücksempfindens beteiligt sind. Die Signalwirkung jedes dieser Botenstoffe ist durch unsere Gene beeinflusst. Man könnte auch sagen, dass die Gene die Klaviatur des Glücks darstellen. Wenn unser Glück damit bereits von Geburt an in uns festgeschrieben ist, warum fühlen wir uns dann mal glücklicher und mal weniger glücklich? Studien haben gezeigt, dass die vierte Lebensdekade für die meisten Menschen die unglücklichste Phase ihres Lebens ist. Probleme mit dem Nachwuchs, den Krankheiten der Eltern, dem Karrieredruck oder der finanziellen Situation sollen dafür hauptsächlich verantwortlich sein. Demnach ist auch die Art und Weise, wie wir und andere auf dieser Klaviatur spielen, wichtig. Das Spiel der anderen ist dabei wenig beeinflussbar. Unser eigenes jedoch schon. Man kann das Glas eben halb voll oder halb leer sehen. Eine allgemeingültige Bedienungsanleitung gibt es nicht. Jeder muss das für sich selbst herausfinden. Aber wahrscheinlich liegt die Lösung für die meisten Menschen in einem gesunden Mittelmaß aus schnellen und langsamen Passagen, damit die daraus resultierende Musik uns dann auch glücklich macht.

Arne Peper, Leser_In

Kalt war es heute morgen auf Gleis zwei im Kölner Hauptbahnhof.
 Versorgt mit einem Coffee to go war das für mich auszuhalten. Der junge Mann mit dem Rucksack hatte aber eine andere Verwendung für den Kaffeebecher in seiner Hand: „Haben Sie vielleicht ein paar Münzen, damit ich die Nacht nicht wieder draußen verbringen muss?“ Zwei Euro waren für mich da keine große Sache. Auch ohne Spendenquittung war ich sicher, dass das Geld für ihn persönlich nützlich und hilfreich war. 
Und irgendwie war ich danach um einen kleinen Tick glücklicher, als wenn ich mir davon einen teuren Doughnut im Bahnhof geholt hätte. 
Moderne Motivationsforschung bestätigt das: Spenden setzt Glückshormone frei. Es werden dieselben Hirnareale angeregt wie beim Sex oder beim Essen von Schokolade. Gutes tun, teilen, freiwillig abgeben belohnt der Körper mehr, als bei Verhandlungen zu siegen oder einen Vorteil für sich selbst herauszuschlagen.
 Es ist dabei egal, ob man auf eine Spendenbitte per Brief, Web oder TV reagiert, dem eigenen Flüchtlingshilfeverein im Ort gibt oder einem Bedürftigen auf der Straße. Spenden macht glücklich. Um die Seriosität von Spendenbitten braucht man sich in Deutschland dabei kaum Sorgen machen. Bei über 600.000 Vereinen liegt die Anzahl der Spendenverwendungsprobleme pro Jahr im niedrigen Promillebereich. Bei mehr als 99,999 Prozent hilft das Geld wirklich und nicht nur die Spender werden ein wenig glücklicher.

Fernando Dimeo, Leser_In

Was ist der Hauptgrund, warum Menschen mit dem Sport anfangen? Eindeutig der Wunsch, abzunehmen. Aber welcher ist der einzige Grund, warum sie jahrelang dabei bleiben? Weil es ihnen Spaß bereitet und sie glücklich macht. Die Faktoren, welche den Spaß beim Sport, die Freude an der Bewegung verursachen, sind vielfältig. Manche sind sozial oder psychologisch, beim Mannschaftssport zum Beispiel die Empfindung von Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit einem gemeinsamen Ziel. Beim Wettkampfsport treibt uns das Gefühl an, sich selbst zu überwinden und höhere Leistungen zu erreichen oder besser zu sein als der Gegner. Aber es gibt auch biologische Gründe hinter dem Wohlbefinden, das auch Freizeitsportler oder Sportanfänger bei intensiven körperlichen Tätigkeiten erleben. Die Gefühle von Entspanntheit, Freude und Zufriedenheit nach einer Trainingsrunde ist mit der Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn assoziiert, die eine ähnliche Wirkung wie Opium oder Haschisch haben. Der Unterschied ist jedoch, dass eine Stunde Sport nicht unter dem Betäubungsmittelgesetzt fällt. Und genauso wie Bewegung Spaß bringt und glücklich macht, verursacht Bewegungsmangel das Gegenteil. Der Körper benötigt Aktivität. Andernfalls meldet er sich mit Unwohlsein, Missempfindungen und Unruhe, was uns signalisiert, dass die Zeit gekommen ist, raus in die frische Luft zu gehen und die Muskeln zu aktivieren.

Anonym, Leser_In

Nix macht einen Menschen glücklicher, als wieder gesund zu sein.

Heinz Oberlinger, Leser_In

Ich habe mal gelernt, dass es drei Dinge sind, die Menschen wirklich glücklich machen: Zum einen ist es die Liebe. Ich möchte nicht wissen, wie es den Leuten geht, die im hohen Alter plötzlich bemerken, dass sie sich nicht getraut haben zu lieben. Die einsam sind, weil sie nur an sich gedacht haben oder Angst hatten, verletzt zu werden. Als zweites ist es die Freundschaft. Auch wenn man mal allein sein möchte, so kann niemand bestreiten, dass ein wenig Geselligkeit zum Lebensglück beiträgt. Leider merkt man den Unterschied nur, wenn man keine Freunde mehr hat, weil man die Freundschaften nicht gepflegt – oder langsam in ein kritisches Alter kommt. Zum dritten ist es eine erfüllende Beschäftigung. Dabei hat jeder einen ganz eigenen Anspruch. Von dem Gefühl, gebraucht zu werden, über das bloße beschäftigt sein mit dem Ziel, etwas getan zu haben, bis hin zum Anspruch, möglichst die ganze Welt zu retten. Meine persönliche Lektion zum Glücklichsein lautet daher: Man muss sich selbst kennen und akzeptieren, um die Liebe, die Freunde und die Arbeit zu finden, die einen glücklich machen.

Andreas Henzel, Leser_In

Nichts kann einen glücklicher machen als eigene Kinder. Nicht nur, weil sie selbst eine Quelle des Glücks sind, sondern auch, weil sie einem helfen zu verstehen, dass man sich nur selbst wirklich glücklich machen kann. Die Frage nach dem Glück ist eigentlich eine Frage der Einstellung und der Perspektive. Für mich hat sich das besonders deutlich gezeigt, als ich das erste Mal Vater geworden bin, denn das hat meine Perspektive in vielen Dingen verändert. Einiges wurde plötzlich unwichtig und hatte keinen Einfluss mehr auf mein Glücksgefühl. Geld hat zum Beispiel eine ganz andere Bedeutung und einen ganz neuen Wert für mich bekommen. Es war plötzlich nicht mehr ganz so wichtig für mich persönlich und um mir meine Wünsche zu erfüllen. Dafür wurde es umso wichtiger, um meinem Sohn und später auch meiner Tochter ein sicheres Umfeld zu bieten und ihnen eine gute Entwicklung zu ermöglichen.

Gundi Günther, Leser_In

Die Liebe ist es. Wir brauchen sie. Sie macht uns zu dem was wir sind, sie macht uns zu liebenden, gefühlvollen Menschen. Sie lässt unser Herz sprechen, durch sie können wir Gefühle zeigen und sie austauschen. Sie macht glücklich. Ohne Liebe ist alles nichts. So, wie mich der Umgang mit Menschen, Begegnungen, Gespräche, Lachen, gemeinsames Erleben und Emotionen, die man teilt, glücklich machen. Aber Geld macht es auch. Wir brauchen Geld, es macht uns frei, lässt uns ruhig schlafen, damit wir uns ernähren, schön kleiden und gut leben können, damit wir Zeit für eben diese Gefühle haben. Geld ist wichtig, aber immaterielle Güter sind es um so mehr. Vielleicht wäre da die Idee eines Philosophen unserer Neuzeit eine Lösung. Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle und Arbeit, die man vielleicht nicht mehr ausschließlich für Geld tut, damit mehr Zeit für die Liebe bleibt.

Brigitte Bonifer, Leser_In

Zufriedenheit und die kleinen schönen Dinge des Lebens. Der Vogel, der sich in Deiner Nähe niederlässt. Der letzte warme Sonnenstrahl im November. In der Tat. Entdecke Dein persönliches Umfeld. Nimm\' einen anderen Weg als üblich, den \"Umweg\" und entdecke dabei neues und unbekanntes: das neue Café, das schöne Teil im Schaufenster, den Hinweis auf eine tolle Ausstellung an der Litfaßsäule, die Katze, die aufs Streicheln wartet usw. usw. - schön!

Urs Lupus, Leser_In

Klar, viele macht Geld und Liebe glücklich. Und jeder ist selbst seines Glückes Schmied. Tatsächlich? Wenn er dies nämlich nur für sich allein und evtl. auf Kosten anderer erreicht, verliert er womöglich am Ende wieder alles und steht letztlich da wie ‚Hans im Glück‘. Aus dem Fernsehen weiß nämlich auch jeder, wie viele Menschen weltweit sich eher mit Pech konfrontiert sehen und uns in den reichen Ländern dafür auch noch die Schuld geben. Sie sehen unser Wohlleben als Ursache für ihr Unglück, das ihnen Trockenheit, Überschwemmungen und Stürme ebenso beschert, wie Kriege, Ungerechtigkeiten und Ausbeutung. Aber auch bei uns sind viele von einem guten Leben weit entfernt, sie leiden etwa unter Gewalt, Not, Ausgrenzung, schlechter Luft, vergifteter Nahrung, Arbeitslosigkeit, Unrecht und Schädigungen ihrer Gesundheit. Die Chancen darauf, mehr Menschen glücklich und damit auch friedlicher zu machen, können daher nur dann steigen, wenn es uns allen gemeinsam gelingt, die Voraussetzungen dafür zu verbessern. Nicht nur Deutschland, sondern alle Staaten sollten sich daher der Aufgabe stellen, Fortschritte bei der Mehrung des Wohls ihrer Bewohner nicht nur zu versprechen, sondern nachzuweisen. Also, ‚Demokraten, gebt eurer Politik einen Kompass‘, denn das gemeinsame Wohl ist eine wichtige Voraussetzung für das persönliche Glück.

Sabine Putzer, Leser_In

Glück betrachtet jeder für sich anders. Im Allgemeinen sollte es glücklich machen einen verlässlichen Partner zu haben. Glücklich kann man sich schätzen gesund zu sein. Es macht auch glücklich wenn man einen guten Job hat und damit gutes Geld verdienen kann. Glücklich kann man sein, wenn die Familie für einen da ist. Aber das größte Glück ist, das Glück zu erkennen.

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Was gibt es noch zu entdecken?

Fernweh trifft alle unterschiedlich stark. Mancher sucht das Unbekannte vor der Haustür, den anderen verschlägt es auf die andere Seite des Erdballs. Wo suchen Sie?

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Florian Huber, Leser_In

Wer denkt, die Epoche großer Entdeckungen sei vorüber, irrt gewaltig: Die Welt unterhalb des Meeresspiegels hält spektakuläre Überraschungen parat, die den Inhalt der Geschichtsbücher noch heute verändern können. Kaum etwas fasziniert den Menschen so sehr wie das Ungewisse, das sich in den Tiefen unserer Ozeane verbirgt. Dennoch wissen wir über den Mond mehr als über das tiefe Blau unserer Erde. Erstaunlich, oder? Laut Unesco liegen rund drei Millionen Wracks aller Epochen in unseren Seen, Flüssen und Ozeanen. Das sind drei Millionen spannende, lehrreiche, aber auch tragische Geschichten des Menschen und seiner Reisen in ferne und unbekannte Länder. Ganze Kontinente wurden mit dem Schiff entdeckt und besiedelt, angegriffen und erobert. Noch bevor der Mensch sesshaft und somit Bauer oder Hirte wurde, war er bereits Seefahrer. Ohne deren Entdeckerdrang gäbe es die Welt nicht, wie wir sie heute kennen. Alles, was der Mensch jemals produziert hat, transportierte er früher oder später über unterschiedliche Wasserwege. Heute tauchen Unterwasserarchäologen weltweit nach diesen Zeitkapseln, um die Vergangenheit wieder ans Licht zu holen. Doch das ist auch ein Wettlauf gegen die Zeit: Kommerzielle Raubtaucher und Souvenirjäger bedrohen unser kulturelles Erbe unter Wasser ebenso wie Klimaveränderungen, Umweltverschmutzung und wirtschaftliche Faktoren, zu denen Schleppnetzfischerei, Rohstoff- und Energiegewinnung gehören.

Thomas Bucher, Leser_In

In den Alpen? Am Tegernsee, am Watzmann und bei Garmisch? Also dort, wo sich am Wochenende halb München trifft? In den Bayerischen Alpen gibt es sicherlich nichts mehr zu entdecken, möchte man meinen. Alles abgegrast, niedergewandert, zu Tode fotografiert. In gewisser Weise stimmt das auch: Zu den üblichen Zeiten an den üblichen Orten erlebt man oftmals das Übliche. Niemand ist aber gezwungen, nur die ausgetrampelten Pfade nachzulatschen. Die Welt des Bergsports ist riesig. Freilich, weil die Gebirge der Welt riesig sind. Aber nicht nur das. Warum nicht auch einmal bei Regen wandern? Warum nicht auch einmal auf einen vermeintlich unbedeutenden Berg steigen? Wenig besuchte Gipfel gibt es selbst in den Bayerischen Alpen, allerdings nicht auf dem Tablett serviert. Das Entdecken der Berge geht nämlich nicht erst in den Bergen los, sondern bereits daheim: beim Studieren von Karten, Tourenbeschreibungen, Erlebnisberichten. Beim Aushecken von eigenen Plänen. Beim Überlegen, welche Tour bei den aktuellen Bedingungen für mich und mein Können geeignet ist. Wer sich so vorbereitet, erlebt die Berge ganz anders. Gehen meine Pläne auf? Habe ich alles richtig eingeschätzt? Stimmen meine Berge im Kopf und die Berge da draußen überein? Das dürfte ohnehin die allergrößte Entdeckungsreise sein: Beim Bergwandern begegnet man vor allem sich selbst – seinen Wünschen, seinen Vorstellungen und seinen Grenzen. Man muss nur hinschauen.

Michael Krützen, Leser_In

Als junger Biologiestudent habe ich mir oft die Frage gestellt, was es denn eigentlich noch zu entdecken gäbe und ob nicht jede neue Entdeckung eigentlich nur noch einen langsam gegen null strebenden Wissenszuwachs bedeutete. Die Faszination an der „Wissenschaft der Lebewesen“, der Biologie, zerstreute glücklicherweise diese frühen Zweifel. Jedoch ist Wissenschaft generell ein eher langwieriger und zeitaufwendiger Prozess, der Wissenszuwachs marginal und sogenannte Heureka-Momente, wenn es sie denn überhaupt gibt, sind seltene Ausnahmen. Zwei solche Momente gab es jedoch innerhalb meiner Forschungsgruppe an der Universität Zürich: Entdeckungen über die kulturelle Weitergabe von Werkzeuggebrauch bei Delfinen in Australien und die Beschreibung einer neuen Orang-Utan-Art auf Sumatra. Warum gab es diese Momente? Kindliche Neugier im Team, fortwährender internationaler Austausch mit Kollegen, gemeinsames Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel – also im Grunde alles, was moderne Wissenschaft so aufregend und in Zeiten zunehmender politischer Isolierung auch gesellschaftsrelevant macht. Kann man solche Entdeckungen planen? Überhaupt nicht. Im Englischen gibt es ein schönes Wort für solche überraschenden Entdeckungen, die so nie beabsichtigt waren: „Serendipity“. Wird es noch viel zu entdecken geben? Es wird nie aufhören. Wenn man nur die kindliche Neugierde bewahrt, mit offenen Augen durch die Welt geht und auch dem Zufall vertraut.

Ulrich Joger, Leser_In

Im Bereich der Dinosaurierforschung steigt die Zahl der Entdeckungen seit einigen Jahren regional an. Bisher standen der Westen Nordamerikas, Südamerika und China im Fokus. Afrika und Europa wurden dagegen vernachlässigt. Erstaunlich spät erfolgte die Entdeckung des kleinwüchsigen Sauropoden Europasaurus aus dem Harz bei Goslar. Erst 2006 wurde er wissenschaftlich beschrieben. Ein Forschungsprojekt unter der Federführung des Steinmann-Instituts der Universität Bonn und des Dinosaurierparks Münchehagen, an dem auch das Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig beteiligt war, mündete 2017 in die Braunschweiger Sonderausstellung „Jurassic Harz“, in der der Europasaurus erstmals einem breiteren Publikum bekannt gemacht wurde. Vom gleichen Fundort sind aber auch Fußabdrücke und Zähne anderer, noch unbeschriebener Dinosaurier bekannt. Auch in Spanien und Portugal wurden in den letzten Jahren neue Dinosaurierarten entdeckt. 2007/2008 führte das Braunschweiger Museum erstmals seit 100 Jahren wieder eine deutsche Dinosauriergrabung in Niger in Afrika durch. Dabei wurden zwei neue Dinosauriergattungen entdeckt: der Spinophorosaurus, ein 13 Meter langer Sauropode, und ein etwa menschengroßer Raubsaurier aus der Raptorengruppe, der nur aufgrund seiner gut erhaltenen Fußspuren identifiziert wurde. Seine Knochen müssen noch gefunden werden. Die Forschungen werden fortgesetzt. Wir dürfen mit weiteren Entdeckungen rechnen.

Rosie Swale Pope, Leser_In

Ich denke, Laufen ist die speziellste Form gelebter Demokratie. Das universelle Mantra des Marathonlaufens „Du kannst es schaffen!“ findet man überall auf unserer Welt. Laufen ist ein Segen in harten Zeiten und eine zusätzliche Freude in großartigen Zeiten. Das Tempo mag unterschiedlich sein, je nach Fähigkeit eines Läufers. Aber sie alle verbinden Mühe und Schönheit im Laufen zu einem Loblied auf das Leben. Die Mischung aus Kampf und Freude ist bei allen gleich. Als ich mit 48 Jahren wieder mit dem Laufen begonnen hatte, stellte ich fest, dass man beim Laufen jede Menge Entgegenkommen und Freundschaft von anderen erfährt. Das Laufen wurde für mich zu einer Zeit des Entdeckens. Man spürt die Magie nicht nur bei Start und Ziel, sondern auch in diesem mystischen Dazwischen. Du lernst immer mehr und bist zusammen mit großartigen Menschen. Ich lernte, dass die Fußsohlen Augen haben. In schwierigen Situationen freundete ich mich mit ihnen an. Ich hatte die Ehre, mit meinem Ehemann die Welt zu umrunden. Und ich tue mein Bestes, um das Bewusstsein für Krebsprävention zu verbessern, nachdem er an dieser Krankheit gestorben war, und in seinem Geiste andere darauf aufmerksam zu machen, dass Früherkennung Leben retten kann. Mit meinem Buch über die Erlebnisse meiner Erdumrundung komme ich jetzt nach Deutschland. Ich bin erst 71 und voller Energie, also werde ich den ganzen Weg von Brighton nach Berlin laufen. Ich kann es kaum erwarten.

Felicitas Then, Leser_In

Für mich gibt es nichts Wichtigeres als zu Reisen. Allein in diesem Jahr habe ich Israel, Mexiko, Hongkong, New York und Japan besucht. Mein unerschöpflicher Antrieb? Die Suche nach neuen Geschmäckern. Was wird auf fremden Märkten verkauft, wie mischt man richtiges indisches Curry, warum gibt es in Mexiko lilafarbenen Mais und wo wachsen die schärfsten Chilischoten? Kaum bin ich aus dem Flugzeug gestiegen, zieht es mich zum ersten Streetfood-Stand. Auf der Straße kann man den echten Geschmack eines Landes kennenlernen. Nicht an Hotelbuffets oder in schicken Restaurants. Darüber hinaus offenbart das einfache Essen so viel über das Zusammenleben, die Rituale und Gewohnheiten der anderen Kultur. Und es verbindet. In Vietnam zum Beispiel habe ich mit einer Familie auf dem Boden gesessen und Sommerrollen und Hühnerfüße gegessen. Auch wenn wir nicht die gleiche Sprache gesprochen haben, so konnten wir uns doch verstehen. Aber die Reisen bereichern bei Weitem nicht nur den Moment. Zurück in Berlin ziehen die neuen Entdeckungen und Aromen stets in meine Küche ein, werden mit Bekanntem gemischt und lassen so völlig neue Kreationen entstehen. Daran lasse ich meine Youtube-Community anschließend durch meine Videos teilhaben und hoffe, dass wir so gemeinsam Stück für Stück unsere leckere Welt entdecken können. Kommen Sie mit. Youtube.de/felicitasthen

Klaus Florian Vogt, Leser_In

Beruflich bin ich sicherlich mehr als 200 Tage im Jahr unterwegs. Ich habe das Reisen nie als Belastung angesehen, sondern immer als Bereicherung, als Abenteuer. Ich freue mich auf neue Städte, aber auch auf Orte, in denen ich bisher nur kurz war. Man ist dort nicht ganz fremd und kann die Umgebung besser entdecken. Tokio ist so ein Beispiel: Wenn man einmal das System der öffentlichen Verkehrsmittel verstanden hat, traut man sich auch neue, unbekannte Wege zu. Ein großes Wunschziel von mir ist Sydney, wo ich bisher nur ein, zwei Tage sein konnte, während einer Kreuzfahrt. Das australische Lebensgefühl reizt mich sehr. Und Kanada wäre mein Traum, dort war ich noch nie. In den meisten deutschen und in vielen europäischen Städten habe ich hingegen schon gastiert, viele sehr schöne Erinnerungen sind geblieben: Ob Neapel, Mailand, Paris, London, Wien, Barcelona, Monaco oder immer wieder Berlin. Da ich als Opernsänger nicht jeden Tag auf der Bühne stehe, sondern zwischendurch auch freie Tage habe, hat sich für diese Reisen mein Wohnmobil bewährt. Ich kann die Zeit nutzen, um die Gegend zu erkunden. Ich bin aber auch flexibler: Gefällt mir ein Stellplatz nicht, fahre ich einfach zum nächsten. Eine meiner schönsten Erinnerungen ist die an Bilbao. Dort entdeckte ich einen Platz für mein Wohnmobil direkt an der Biskayaküste, wo man baden konnte. So wurde jede freie Minute einfach zu Urlaub.

Hermann Weinberg, Leser_In

Noch? Immer noch? Grenzenlose Entdeckungsmöglichkeiten? Uns Mitteleuropäern und vielleicht auch anderen Menschen, die in der ersten Welt – etwas seltsam dieser Begriff – hinein geboren wurden, wurde gelehrt, dass es in unseren Kulturräumen Zeiten gab, in denen Menschen neue Lebensräume deshalb entdeckten, weil sie spürten, dass sie in den alten keine Zukunft mehr gestalten konnten, wollten oder durften. Fernab gründeten sie Kolonien, wanderten aus über den Atlantik, flohen in eine andere Himmelsrichtung, ... Wer über den Tellerrand hinaus denkt, weiß, dass dies nach wie vor für viele Menschen gilt. So ist die Frage, ob es etwas zu entdecken gibt, für Menschen, die aus ganz anderen Kulturen zu uns gekommen sind, weil sie dort kein Zuhause mehr haben, wohl zu bejahen! Und für uns? Notwendige Voraussetzung, um etwas Neues zu entdecken, sind eine andere als die gewohnte Perspektive, Offenheit und Lernbereitschaft. Verharren wir in der uns vertrauten Weltsicht, ist z.B. eine Reise in einen anderen Kulturraum vielleicht ein Abenteuer, vielleicht ist damit auch verbunden, etwas zum ersten Mal mit einem unserer Sinne wahrgenommen zu haben – entdeckt haben wir damit aber noch nichts. Es war ja schon da, bevor wir kamen. Zu entdecken gibt es allerdings dann vieles, wenn unsere Wahrnehmungen – ganz gleich, ob sie vor der eigenen Haustür oder in der Fremde entstehen – mit uns etwas machen, etwas in uns bewegen, unsere gewohnte Bahn zu verlassen, wenn wir daraus neue Erkenntnisse und Haltungen ableiten. Spüren können wir eine Haltungsänderung häufig daran, dass sie in uns den Impuls erzeugt, Verantwortung zu übernehmen. „Eroberungsfreuden“ haben oft die Eigenschaft, schnell zu verpuffen. Vielleicht machen sie auch „süchtig“, nach weiteren Eroberungszügen, nach immer mehr vom Ähnlichen. Dann „muss“ ich schon bald wieder in den Flieger steigen, um einen Flecken auf dieser Erde anzusteuern, den ich noch nicht gesehen, noch nicht erobert habe. Entdeckungen sind stets eine „Reise nach Innen“. Um ein Entdecker / eine Entdeckerin zu werden, braucht es deshalb nicht notwendigerweise einer Reise in ein fernes Land. Es braucht Mut, sich selbst – seine bisherigen Meinungen und Haltungen – in Frage zu stellen. So gesehen, gibt es immer noch etwas zu entdecken.

Amelie Schendzielorz, Leser_In

Mal abgesehen von den vielen Orten, Ländern und Kulturen, die es noch zu entdecken lohnt, ist es durchaus spannend zu sehen, an welcher Stelle und in welchem Moment man sich in der allgegenwärtigen Mischung aus Alltagstress und Routine selbst auch nochmal neu entdecken kann. Im besten Fall findet man auf dieser Entdeckungsreise tatsächlich den Schlüssel zu seiner Mitte – zur vollkommenen Ausgeglichenheit und zu absoluter Leichtigkeit. Und das nicht nur für einen kurzen Moment bei einem Glas Wein am knisternden, wohlig warmen Kamin, sondern anhaltend. Das wäre doch mal was.

Thomas Niendorf, Leser_In

Ich habe mir vorgenommen, die Ruhe für mich zu entdecken. Mich selbst besser kennenzulernen, mehr auf meinen Bauch zu hören und den Kopf auch mal abzuschalten. Was will ich und wo will ich eigentlich hin? Wie wir nun mit Ende 30 wissen, ist das Leben ein langer Weg mit unzähligen Gabelungen, Weggefährten und Abschnitten, auf denen es mal schneller und mal langsamer vorangeht. Dies zu erkennen, hat einige Zeit in Anspruch genommen. Viele Erkenntnisse und Erfahrungen habe ich auf diesem Weg gewonnen. Gelernt, was mir gut tut und was ich lieber bleiben lassen sollte. Ich möchte nicht ein einziges der vielen Erlebnisse missen, die manchmal vielleicht auch schmerzhaft waren. In der Summe sind sie die Grundlage meiner Persönlichkeit. Sie machen mich verwundbar und stark zugleich. Mit dem Bewusstsein meiner eigenen Vergangenheit durch die Welt zu laufen, öffnet mir die Augen für die Entdeckungen, die noch vor mir liegen, die ich noch nicht im leisesten erahnen kann. Was als nächstes kommt, dass weiß ich immer noch nicht. Nur das ich es mit meiner vollen Hingabe entdecken will, dass weiß ich jetzt schon.

Paulina C., Leser_In

Für mich gibt es noch so vieles zu entdecken. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe seit einem Monat einen neuen Job, in dem ich erstmal alle Abteilungen kennenlernen darf, danach geht es dann für mich richtig los. Dafür muss ich ehrlich sagen, dass ich in meinem vorherigen Job nicht so glücklich war, sodass ich jetzt noch mehr Gas geben möchte und noch mehr Gas geben werde. Aber vor allem geht es mir darum, dass ich mich in meiner neuen Firma wohl fühle, was momentan der Fall ist. Neben meinem Job entdecke ich meine Beziehung beziehungsweise meinen Partner und mich jeden Tag neu. Da wir jetzt jeden Morgen und fast jeden Abend den gleichen Weg haben, ist das ein neues Level in unserer relativ frischen Partnerschaft. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und habe die Kraft, sie mit meinem Partner und auch mit meinen neuen Kollegen zusammen zu meistern. Das mag vielleicht für den einen oder anderen kitschig klingen, aber ich bin bereit und ich freue mich. In diesem Sinne: Hört nie auf, etwas Neues zu entdecken.

Daniel Tamm, Leser_In

Entdecken kann man jeden Tag vieles. Man muss nur die Augen aufmachen und immer wieder den Entdecker in sich wecken. Der Kurztrip zur erhofften Erholung scheitert oft schon an der empfundenen Komplexität. Allein die Terminfindung bei einer Reise zu zweit stellt oft eine unüberwindbare Hürde dar. Wenn wir hier einfacher denken würden, könnten wir viel mehr neue Dinge und Orte entdecken. Also einfach machen und nicht so lange grübeln. Sonst ist wieder Frühling. Die Erholung ist heute ja nur noch einen Klick entfernt.

Brigitte Bonifer, Leser_In

In der Tat. Entdecke Dein persönliches Umfeld. Nimm\' einen anderen Weg als üblich, den \"Umweg\" und entdecke dabei neues und unbekanntes: das neue Café, das schöne Teil im Schaufenster, den Hinweis auf eine tolle Ausstellung an der Litfaßsäule, die Katze, die aufs Streicheln wartet usw. usw. - schön!

Franz Schulmeyer, Leser_In

Viele aus unserem Umfeld schimpfen über den Fluglärm und das Wetter. Geht es in den Urlaub, dann in den Flieger nach Chile, Kuba, den Iran, Hongkong, Australien, Zypern, Israel, Spanien oder Sardinien. Hauptsache in die unbekannte Ferne. Im Sommer waren wir (30, 31, 3 Jahre alt) mit 2 Fahrrädern an der Mosel. Sie mäandert nicht weit von Frankfurt und ist mit der Bahn erreichbar. Beide Züge waren sehr gefüllt. Es gab Ausflugsgruppen, Radfahrende, Erschöpfte und eine auf ihre Vorschriften achtende Zugbegleiterin – es menschelte auf wenig Raum. Am Fluss ist es nicht zu heiß, baden ist möglich. Für jede Schatulle gibt es eine entsprechende Unterkunft mit Frühstück. Da unklar ist, ob in dem Ort abends Einkehrmöglichkeiten bestehen, werden bei den wenigen Supermärkten die Satteltaschen mit Trockenobst, Knäckebrot und Wasser gefüllt. Menschen eines anderen Bundeslandes können auch manchmal fremd wirken: Der Dialekt, das Naturell, die Arbeit in den Weinbergen, der Umgang mit Gästen oder dem eigenen Lebensabend. Viele freuen sich über eine ankommende Familie, manche erinnert es daran, dass ihre Kinder mal klein waren und was es zu bedenken galt, andere erkennen Verhaltensweisen ihrer Enkelchen wieder. Entdeckt wurden Schiffe, Schleusen, Rosinenpflanzen, Traktoren, Spielplätze, eine Seilbahn, Kühe, Schafe, Pferde. Nach acht Tagen ist die Vorfreude aller auf den vertrauten Komfort zu Hause und das Bleiben an einem Ort groß.

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Wie vermehrt sich Geld?

Zinsen sinken bis zur Bedeutungslosigkeit und doch gibt es sie, die Wege, sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Von progressiv bis klassisch: An welche Investition glauben Sie?

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Daniel Diemers, Strategieberater

Das neue Geld

Kryptowährungen gibt es erst seit wenigen Jahren und doch sind sie heute in aller Munde. Was Bitcoin, Ethers und Co. so faszinierend macht, ist sicher die Schwierigkeit, jemandem zu erklären, was sie eigentlich sind, aber auch die Tatsache, dass hinter der Währung keine Zentralbank steht. Dazu kommen rasch ansteigende Kurse, viel Medienecho und dass es immer mehr Kryptowährungen gibt – heute sind bereits mehr als 1.300 verschiedene Altcoins auf dem Markt.

Es sieht danach aus, als wenn sich neue, kreative Formen von Währungen etablieren, die für Transaktionen im Internet und zunehmend auch in der nichtvirtuellen Welt genutzt werden. Mit der Vielfalt und Komplexität fühlen sich viele jedoch auch überfordert: Was, wenn ich wegen eines technischen Defekts meine Bitcoins nicht mehr auf der Festplatte finde? Wie lange dauern die Kursanstiege noch an? Wie und wo kaufe und verkaufe ich Kryptowährungen? Mit diesen Themen beschäftigen sich heute Experten weltweit. Die Kernfragen sind dabei, wie Kryptowährungen unser Wirtschafts- und Finanzsystem beeinflussen und ob und wie rasch diese auch von einer breiteren Bevölkerung für Zahlungs- und Wertaufbewahrung verwendet werden. Spannend wird sein, wie sich die Politik, aber auch die klassischen Banken gegenüber diesem Phänomen verhalten werden. In einem sind sich die Experten einig: Der Geist ist aus der Flasche und die weitere Entwicklung wird nicht abrupt enden, zumindest solange das Internet weiter existiert.

Jörg Weber, Finanzjournalist

Nachhaltig anlegen

Es ist so weit entfernt wie der Mond und liegt im Dunkeln wie dessen Rückseite: Das ist das Gefühl, das viele ihrem Geld entgegenbringen, wenn es erst einmal auf einem Konto oder Depot gelandet ist. Hart erarbeitetes Geld, ererbtes Vermögen, wie auch immer: Es sind nur Zahlen. Allenfalls Grund für Freude oder Ärger über ein paar Prozent Wachstum oder Schwund. Wür- den Sie Ihrer zehnjährigen Tochter einen Fußball schenken, den gleichaltrige Kinder in Pakistan genäht haben? Aber wissen Sie, ob Ihre Bank der Fabrik, in der die pakistanischen Kinder arbeiten, einen Kredit gegeben hat? Können Sie nicht wissen, das bleibt im Dunkeln. Was finanziert Ihre Lebensversicherung mit Ihren Beiträgen? Braunkohlekraftwerke? Autoaktien? Solaranlagen? Im Endeffekt ist für die meisten das, was Finanzprofis mit unserem Geld machen, eines der letzten großen Geheimnisse dieser Welt. Aber diese Welt funktioniert mit Geld, und wenn einem die Fehlfunktionen nicht gefallen, wo könnte man wohl den Hebel am besten ansetzen? Genau: Geld kann Kindergärten, Krankenhäuser, saubere Energie, Altenheime und anderes finanzieren, das für alle Nutzen bringt. Sie müssen dem Geld nur zeigen, wo es denn wirken soll. Es gibt nachhaltige, ethische Banken, grüne Fonds, es gibt Möglichkeiten für alles – sogar so fleischfreie Aktien, dass Vegetarier sie essen würden. Und: Nachhaltig angelegtes Geld vermehrt sich laut Hunderten von wissenschaftlichen Studien genauso rentabel wie das Geld im Dunkeln.

Susanne Luber, Mitglied der Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.)

Lernen vom Besten

Fragen wir Dagobert Duck, den reichsten Mann der Welt: „Es gibt viele Methoden, um reich zu werden“, erklärt er. „Ich kenne sie alle. Aber die sicherste ist Sparsamkeit. Daran führt kein Weg vorbei.“ Vor dem Sparen steht für ihn jedoch harte Arbeit: „Ich bin reich geworden, weil ich zäher war als die Zähesten und schlauer als die Schlauesten. Und ich bin ein ehrlicher Mann dabei geblieben.“ Letzteres darf allerdings angezweifelt werden, denn Dagobert Duck ist nicht gerade bekannt für faire Geschäftspraktiken. Schon als Kind hat er die ökonomischen Gesetze von Angebot, Nachfrage und Preisbildung durchschaut und zu seinem Vorteil genutzt – frei von den Fesseln moralischer Bedenken. „Ich habe in den Wäldern meiner schottischen Heimat Brennholz gesammelt,“ erinnert er sich. „Den ganzen Sommer über hab ich gesammelt, und im Winter, wenn es Stein und Bein fror, hab ich’s teuer verkauft. Sehr, sehr teuer!“ Geld vermehrt man eben nicht durch Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer Menschen, vor allem nicht auf die der Armen. Dagobert Duck kleidet dies in markige Merksätze: „Ich bin kein Wohltätigkeitsinstitut, ich bin Geschäftsmann.“ – „Durch Edelmut wird man nicht reich“ – „Im Krieg und im Geschäft ist alles erlaubt.“ Wenn man aber erst einmal Geld hat, dann vermehrt es sich auch, weiß er: „Sparen, sag ich immer, sparen und nochmals sparen! So macht man Geld, und wo erst Geld ist, vermehrt es sich von selbst. Ein altes monetäres Gesetz.“

Stefan Herbst, Leser

Gut angelegt

Damit sich Geld vermehrt, sollte man zu allererst Geld besitzen. Viel Geld vermehrt sich schneller und besser als wenig Geld. In einem Blog habe ich gelesen, wenn ich 60 Prozent meines Monatseinkommens spare und das Geld gut anlege, werde ich zwangsläufig reich. Ich mache das, indem ich 2005 ein Haus in Berlin gebaut habe, welches stetig an Wert gewinnt und mir hoffentlich beim Verkauf im Rentenalter eine gute Rente beschert.

Harald Lehmann, Leser

Geld vermehrt sich nicht von allein. Ohne Aufwand gibt es auch keinen Ertrag. Man benötigt Fleiß, Aufmerksamkeit und Risikobereitschaft.

Reint E. Gropp, Präsident Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Eine Frage der Erwartung

Seit Abschaffung des Goldstandards bemisst sich der Wert des Geldes nur noch durch das Vertrauen, dass eine Institution es knapp genug hält, so dass es seinen Wert in der Zukunft nicht verliert. Nur wenn ich davon ausgehe, dass ich mir für Geld, das mir heute jemand gibt, auch morgen noch etwas kaufen kann, bin ich heute bereit, es zu akzeptieren. Daher streben die meisten Zentralbanken explizit ein Inflationsziel an: Stabile Preise sind definiert als eine langsame, sukzessive Geldentwertung. Warum nicht eine Geldentwertung von null? Der Grund ist, dass Qualitätsverbesserungen bei Produkten nur schwer zu messen sind. Ein Auto mag heute mehr kosten als früher, ist aber auch deutlich sicherer. Und eine negative Geldentwertung, also eine Deflation, möchte man unbedingt vermeiden. Wenn ich erwarte, dass Geld in Zukunft mehr wert ist, stelle ich Käufe zurück. Wenn genug Menschen sich so verhalten, führt das zu einem negativen Kreislauf, bei dem sich die Kaufzurückhaltung wiederum in fallenden Preisen niederschlägt, was wiederum zu weiterer Kaufzurückhaltung führen kann. Entscheidend für den Wert des Geldes und den Erfolg der Wirtschaft sind die Erwartungen der Wirtschaftsteilnehmer bezüglich seines zukünftigen Werts. Deshalb ist die Hauptaufgabe der Zentralbanken Erwartungsmanagement. Nur wenn sie es schaffen, dass die Menschen weder zu wenig noch zu viel Geldentwertung erwarten, kann das Geld seine Aufgaben erfüllen.

Martin Dommerow, Leser

Auslaufmodell

Als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen weiß ich leider aus erster Hand, dass klassische Lebensversicherungen heutzutage die gewünschte Rendite nicht mehr erzielen. Die Leute sollen in chancenreiche Fondspolicen investieren. Das ist für meine Anlageziele aber keine wirkliche Lösung.

Thomas Kops, Leser

Informiert anlegen

Wenn man wenig Zinsen in Kauf nehmen möchte, aber die Sicherheit im Rücken braucht, bietet der Staat einige Möglichkeiten. Möchte man eine relativ hohe Rendite, bleiben nur Aktien. Aber Vorsicht: Vertrauen sie nicht jedem blind. Werden sie selbst Experte, bevor sie Experten fragen.

Nadja Winter, Leserin

Gute Tat

Eine Freundin von mir hat mir erzählt, dass sie das Haus von ihrer verstorbenen Mutter einem palästinensischen Paar verkauft hat, welches ihr erstes Kind erwartet. Das Paar hatte wohl seit langer Zeit Schwierigkeiten, eine Wohnung zu mieten, geschweige denn ein Haus zu kaufen. Mit dieser Entscheidung hat meine Freundin nicht nur ihr Geld vermehrt, sondern auch etwas Menschliches, etwas Tolles gemacht. Sie hat einem jungen Paar und ihrem zukünftigen Kind eine Sicherheit, eine Bleibe hier in Deutschland ermöglicht. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und meiner lieben Freundin Danke sagen, dafür, dass Sie das Menschliche vermehrt hat und nicht nur bloß das Geld. Dankeschön. Ich bin stolz auf dich.

Julian Treeck, Unternehmensberater

Maßgeschneidert anlegen

Um herauszufinden, wie man sein Geld optimal vermehrt, halte ich eine qualifizierte Beratung für essenziell. Dabei ist es nicht immer leicht, einen Unparteiischen zu finden, bei dem das entgegengebrachte Vertrauen auch sinnvoll platziert ist. Die Beratung ist wichtig, weil die Frage von der persönlichen Situation und den eigenen Prioritäten abhängt. Wie viel Geld schicke ich ins Rennen und wo liegt meine Renditeerwartung nach Abwägung der Risikosituation? Einem durchschnittlichen privaten Anleger in einem Arbeitnehmerverhältnis sind geringere Mittel gegeben als etwa einem Firmeninhaber oder besser situierten Menschen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Geld ich mitbringe, umso stärker kann ich es vermehren, gerade in Zeiten des Niedrigzinsumfeldes. Investitionen in Immobilien können eine gute Lösung sein, sofern man sich gut informiert. Sie sind meist besser kontrollierbar als der Kapitalmarkt. Mit Blick auf die gesetzliche Rente steht grundsätzlich die Frage im Raum, wie man zusätzlich vorsorgen kann – ob durch Immobilien, Aktien, Versicherungen oder eine Kombination von allem. Auch ist es immer ratsam, sich zu staatlich geförderten Vorsorgemodellen zu informieren. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass immer eine Entscheidung zwischen Risiko und Renditepotential getroffen werden muss – ein häufig unterbewertetes Spannungsfeld. Mit anderen Worten: Der richtige Weg, Geld zu vermehren, sieht für jeden anders aus.

Kurt Werner, Leser

Gegen den Trend

Ich habe gelesen, dass Oliver Kahn für sich einen „Mannschaftsindikator“ für seine Geschäfte an der Börse entwickelt hat: Wenn alle Mannschafts- kameraden eine Aktie empfohlen haben, war es höchste Zeit zu verkaufen. Wenn keiner über Aktien sprechen wollte, hat er gekauft. Ob man diesen Indikator auch auf den aktuellen Immobilienmarkt anwenden kann?

Carl-Ludwig Thiele, Vorstand Deutsche Bundesbank

Von Krösus zur Banknote

Das Bargeld hat eine über zweieinhalb Jahrtausende lange Tradition. Im Siebten Jahrhundert vor Christus kennzeichnete man in Kleinasien die ersten Edelmetallstücke mit einem Bild und garantierte so deren Wert. Der Prägeherr der ersten systematischen Münzprägung wurde sprichwörtlich für Reichtum: Krösus, König der Lyder. In der Folge entwickelte sich die Erfindung der Münze zu einem Exportschlager und zu einer bis heute währenden Erfolgsgeschichte. Der griechische Philosoph Aristoteles erörterte bereits im Vierten Jahrhundert vor Christi Geburt, wie und warum Bargeld zu einer gerechten Gesellschaft beiträgt, indem es als Zahlungsmittel und Recheneinheit, aber auch als Wertaufbewahrungsmittel dient. Sein Schüler Alexander der Große, König von Makedonien, eroberte nicht nur ein Weltreich, sondern versah es auch mit einer einheitlichen Währung. Im Reich der Römer nutzte man sogar mobile Münzstätten, die das Heer unterwegs mit dem nötigen Kleingeld versorgten. Während der Völkerwanderungszeit geriet das Münzwesen in Unordnung. Der fränkische König Karl der Große ordnete es neu, was für die Stabilität in dessen Reich im Kern Europas von grundlegender Bedeutung war. Edelmetallmangel nach dem Dreißigjährigen Krieg führte in Schweden zur Einführung der ersten europäischen Banknoten. Seither stehen der Bevölkerung Banknoten gemeinsam mit Münzen als verlässliches Zahlungsmittel zur Verfügung.

Hildegard Frenzen, Leserin

Mit Arbeit und einem sparsamen Le- bensstil vermehrt sich Geld von al- lein, das ist keine Kunst.

Sven Baier, Leser

Aus der Presse

Wie die Karnickel sicher nicht, nur schlägt es ihre Populationsvermehrung um Längen. Dass die Zentralbank Geld druckt – es typischerweise Bargeld nennt – und an die Geschäftsbanken je nach Bedarf als Kredite verteilt, dürfte kein Geheimnis sein. Ein bedeutungsloser Anteil im Spiel der Geldvermehrung. Tatsächlich erschaffen wir privaten Haushalte, Unternehmen oder auch Staaten, also alle beteiligten Nichtbanken des Finanzsystems, den größten Anteil an Geld. Nämlich immer dann, wenn wir in Dinge investieren oder sie einfach konsumieren und erst in der Zukunft dafür zahlen. Also immer dann, wenn es auf Pump geht. Geschäftsbanken geben diese Kredite, und zwar nicht aus den Einlagen der Sparer, sondern aus einer aktuell einprozentigen Deckung durch Zentralbankgeld, also wiederum aus einem Kredit. Das heißt, umso mehr Kredite nachgefragt werden, also je deutlicher wir offenbaren, dass wir aktuell keine Kohle besitzen, um uns Dinge jetzt leisten zu können, je mehr Geld vermehren wir durch virtuelle Gutschriften auf unseren Konten. Also nicht für den Kreditnehmer, da dieser ja das geliehene Geld nebst Zinsen zurückzahlen muss, sondern immer für die anderen. Letztendlich sind doch Zins und Zinseszins nur Rechenaufgaben für unsere Kinder. Und wie war das? Geld erschuf die Welt. Oder?

Thomas Manig, Leser

Nichts kommt von allein

Meine Oma sagte immer: „Wer sein’s und das von anderen nimmt, der kommt zu was.“ Nach meiner Bankausbildung stellte ich fest, sie hat recht. Es sind die kleinen Veränderungen in Facetten, die aus wenig viel machen, und es sind lang ausgeklügelte Pläne, die aus wenig ganz viel machen. Banken machen es so, wie es meine Oma gesagt hat. Andere nehmen ihr Geld, investieren in neue unbekannte Ideen und werden dabei reich – oder auch nicht. Zusammenfassend sage ich: Geld vermehrt sich durch das Investment in gute Ideen, durch zielstrebige Arbeit an der Idee und Glück bei ihrer Umsetzung.

Horst von Buttlar, Chefredakteur Capital

Stiller Reichtum

Die Deutschen sprechen ungern über Geld. Es vermehrt sich diskret hierzulande. Als wir vor fünf Jahren bei Capital die Rubrik „Meine erste Million“ starteten, prophezeiten uns nicht wenige: „Kaum ein Mensch wird über seine erste Million sprechen wollen.“ Doch es kam anders. Inzwischen sind es gut 50 Persönlichkeiten geworden, darunter der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der Blockhaus-Gründer Eugen Block, der Xing-Grüner Lars Hinrich, aber auch der Filmregisseur Roland Emmerich oder Eckart von Hirschhausen sind dabei. Es sind 50 bunte und aufregende Erfolgsgeschichten, aber es gibt Muster: Nicht alle erinnern den Moment genau, aber wer ihn erinnert, hat sich etwas Besonderes geleistet: Ein Auto, ein Pferd, ein Bild von Chagall, ein schönes Essen. Lars Hinrichs kaufte gar einen Flug ins All. Der MLP-Gründer Manfred Lautenschläger stellte sich vor den Spiegel, atmetet tief durch und sagte: „Du bist jetzt Multimillionär.“ Bei den allermeisten aber ging die erste Million direkt ins Unternehmen, um die zweite oder dritte Million zu machen. „Ich habe alles in die Firma gesteckt“, ist so ein typischer Satz. Die große Jacht oder die Villa am Meer haben viele gar nicht. „Geld ist kein Selbstweck“, sagte Jette Joop. Und der Profiboxer Arthur Abraham erzählte: „Wir leben bescheiden.“ Viele finden die verschämte Art, wie in Deutschland über Reichtum geredet wird, aber falsch. Sie wünschen sich mehr Offenheit, Anerkennung und weniger Neid.

Friedrich Georg, Leser_In

Ihr umfassender Beitrag enthält viele Fragen, aber keine ernsthaften Antworten oder gar Lösungen für Millionen ratlose Bürger. Beispiel: Daniel Diemers stellt die Kernfrage, „wie Kryptowährungen unser Wirtschafts- und Finanzsystem beeinflussen und ob und wie rasch diese auch von einer breiteren Bevölkerung für Zahlungs- und Wertaufbewahrung verwendet werden.“ Stattdessen liegen „zwei Billionen Euro nahezu unverzinst auf Konten oder unter Kopfkissen deutscher Bürger.“ Durch die „negative Realverzinsung verlieren die Deutschen über 34 Mrd. Euro im Jahr. Deutschland spart sich arm.“ Jedem neutralen Beobachter ist klar, dass unser klassisches Bankwesen (Zahlungsverkehr) von privaten Anbietern (Zahlungsverkehr via App) abgelöst wird. Mit digitalem Geld und Smartphone-App wird das Bargeld vom Markt verdrängt. Eines nicht zu fernen Tages werden Millionen Bürger aufwachen und in den Nachrichten erfahren, dass das digitale Geld auf einer Cloud verschwunden ist und die Scheine unter ihrer Matratze für wertlos erklärt wurden, weil eine Währungsreform mit Schuldenschnitt zwingend erforderlich war, um die Weltwirtschaft vor dem Kollaps zu retten. Die Frage lautet also nicht: „Wie vermehrt sich Geld?“, sondern „Wie kann ich für die Zukunft vorsorgen, ohne die Gegenwart zu zerstören?“ Die relativ meisten Bürger entscheiden sich derzeit für Immobilien als langfristige Wertanlage, machen sich damit aber für die globale Wirtschaft immobil. Aktien sind bereits überbewertet und hochspekulativ, da sie auf einer schuldenbasierten Wirtschaft aufbauen. Staatsanleihen können in einer ansteigenden Inflation nur verlieren, vom Risiko eines Staatsbankrotts (s. Venezuela) abgesehen. Bleibt eigentlich nur die Investition in eine lebenswerte(re) Zukunft: Ökologische Landwirtschaft und Erneuerbare Energien zur Selbstversorgung. Dafür müssen genossenschaftliche Prinzipien wieder zum Leben erweckt werden (ohne den Umweg über Finanzvermittler).

Daniel Diemers, Leser_In

Kryptowährungen gibt es erst seit wenigen Jahren und doch sind sie heute in aller Munde. Was Bitcoin, Ethers und Co. so faszinierend macht, ist sicher die Schwierigkeit, jemandem zu erklären, was sie eigentlich sind, aber auch die Tatsache, dass hinter der Währung keine Zentralbank steht. Dazu kommen rasch ansteigende Kurse, viel Medienecho und dass es immer mehr Kryptowährungen gibt – heute sind bereits mehr als 1.300 verschiedene Altcoins auf dem Markt.

Es sieht danach aus, als wenn sich neue, kreative Formen von Währungen etablieren, die für Transaktionen im Internet und zunehmend auch in der nichtvirtuellen Welt genutzt werden. Mit der Vielfalt und Komplexität fühlen sich viele jedoch auch überfordert: Was, wenn ich wegen eines technischen Defekts meine Bitcoins nicht mehr auf der Festplatte finde? Wie lange dauern die Kursanstiege noch an? Wie und wo kaufe und verkaufe ich Kryptowährungen? Mit diesen Themen beschäftigen sich heute Experten weltweit. Die Kernfragen sind dabei, wie Kryptowährungen unser Wirtschafts- und Finanzsystem beeinflussen und ob und wie rasch diese auch von einer breiteren Bevölkerung für Zahlungs- und Wertaufbewahrung verwendet werden. Spannend wird sein, wie sich die Politik, aber auch die klassischen Banken gegenüber diesem Phänomen verhalten werden. In einem sind sich die Experten einig: Der Geist ist aus der Flasche und die weitere Entwicklung wird nicht abrupt enden, zumindest solange das Internet weiter existiert.

Reint E. Gropp, Leser_In

Seit Abschaffung des Goldstandards bemisst sich der Wert des Geldes nur noch durch das Vertrauen, dass eine Institution es knapp genug hält, so dass es seinen Wert in der Zukunft nicht verliert. Nur wenn ich davon ausgehe, dass ich mir für Geld, das mir heute jemand gibt, auch morgen noch etwas kaufen kann, bin ich heute bereit, es zu akzeptieren. Daher streben die meisten Zentralbanken explizit ein Inflationsziel an: Stabile Preise sind definiert als eine langsame, sukzessive Geldentwertung. Warum nicht eine Geldentwertung von null? Der Grund ist, dass Qualitätsverbesserungen bei Produkten nur schwer zu messen sind. Ein Auto mag heute mehr kosten als früher, ist aber auch deutlich sicherer. Und eine negative Geldentwertung, also eine Deflation, möchte man unbedingt vermeiden. Wenn ich erwarte, dass Geld in Zukunft mehr wert ist, stelle ich Käufe zurück. Wenn genug Menschen sich so verhalten, führt das zu einem negativen Kreislauf, bei dem sich die Kaufzurückhaltung wiederum in fallenden Preisen niederschlägt, was wiederum zu weiterer Kaufzurückhaltung führen kann. Entscheidend für den Wert des Geldes und den Erfolg der Wirtschaft sind die Erwartungen der Wirtschaftsteilnehmer bezüglich seines zukünftigen Werts. Deshalb ist die Hauptaufgabe der Zentralbanken Erwartungsmanagement. Nur wenn sie es schaffen, dass die Menschen weder zu wenig noch zu viel Geldentwertung erwarten, kann das Geld seine Aufgaben erfüllen.

Susanne Luber, Leser_In

Fragen wir Dagobert Duck, den reichsten Mann der Welt: „Es gibt viele Methoden, um reich zu werden“, erklärt er. „Ich kenne sie alle. Aber die sicherste ist Sparsamkeit. Daran führt kein Weg vorbei.“ Vor dem Sparen steht für ihn jedoch harte Arbeit: „Ich bin reich geworden, weil ich zäher war als die Zähesten und schlauer als die Schlauesten. Und ich bin ein ehrlicher Mann dabei geblieben.“ Letzteres darf allerdings angezweifelt werden, denn Dagobert Duck ist nicht gerade bekannt für faire Geschäftspraktiken. Schon als Kind hat er die ökonomischen Gesetze von Angebot, Nachfrage und Preisbildung durchschaut und zu seinem Vorteil genutzt – frei von den Fesseln moralischer Bedenken. „Ich habe in den Wäldern meiner schottischen Heimat Brennholz gesammelt,“ erinnert er sich. „Den ganzen Sommer über hab ich gesammelt, und im Winter, wenn es Stein und Bein fror, hab ich’s teuer verkauft. Sehr, sehr teuer!“ Geld vermehrt man eben nicht durch Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer Menschen, vor allem nicht auf die der Armen. Dagobert Duck kleidet dies in markige Merksätze: „Ich bin kein Wohltätigkeitsinstitut, ich bin Geschäftsmann.“ – „Durch Edelmut wird man nicht reich“ – „Im Krieg und im Geschäft ist alles erlaubt.“ Wenn man aber erst einmal Geld hat, dann vermehrt es sich auch, weiß er: „Sparen, sag ich immer, sparen und nochmals sparen! So macht man Geld, und wo erst Geld ist, vermehrt es sich von selbst. Ein altes monetäres Gesetz.“

Carl-Ludwig Thiele, Leser_In

Das Bargeld hat eine über zweieinhalb Jahrtausende lange Tradition. Im Siebten Jahrhundert vor Christus kennzeichnete man in Kleinasien die ersten Edelmetallstücke mit einem Bild und garantierte so deren Wert. Der Prägeherr der ersten systematischen Münzprägung wurde sprichwörtlich für Reichtum: Krösus, König der Lyder. In der Folge entwickelte sich die Erfindung der Münze zu einem Exportschlager und zu einer bis heute währenden Erfolgsgeschichte. Der griechische Philosoph Aristoteles erörterte bereits im Vierten Jahrhundert vor Christi Geburt, wie und warum Bargeld zu einer gerechten Gesellschaft beiträgt, indem es als Zahlungsmittel und Recheneinheit, aber auch als Wertaufbewahrungsmittel dient. Sein Schüler Alexander der Große, König von Makedonien, eroberte nicht nur ein Weltreich, sondern versah es auch mit einer einheitlichen Währung. Im Reich der Römer nutzte man sogar mobile Münzstätten, die das Heer unterwegs mit dem nötigen Kleingeld versorgten. Während der Völkerwanderungszeit geriet das Münzwesen in Unordnung. Der fränkische König Karl der Große ordnete es neu, was für die Stabilität in dessen Reich im Kern Europas von grundlegender Bedeutung war. Edelmetallmangel nach dem Dreißigjährigen Krieg führte in Schweden zur Einführung der ersten europäischen Banknoten. Seither stehen der Bevölkerung Banknoten gemeinsam mit Münzen als verlässliches Zahlungsmittel zur Verfügung.

Julian Treeck, Leser_In

Um herauszufinden, wie man sein Geld optimal vermehrt, halte ich eine qualifizierte Beratung für essenziell. Dabei ist es nicht immer leicht, einen Unparteiischen zu finden, bei dem das entgegengebrachte Vertrauen auch sinnvoll platziert ist. Die Beratung ist wichtig, weil die Frage von der persönlichen Situation und den eigenen Prioritäten abhängt. Wie viel Geld schicke ich ins Rennen und wo liegt meine Renditeerwartung nach Abwägung der Risikosituation? Einem durchschnittlichen privaten Anleger in einem Arbeitnehmerverhältnis sind geringere Mittel gegeben als etwa einem Firmeninhaber oder besser situierten Menschen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Geld ich mitbringe, umso stärker kann ich es vermehren, gerade in Zeiten des Niedrigzinsumfeldes. Investitionen in Immobilien können eine gute Lösung sein, sofern man sich gut informiert. Sie sind meist besser kontrollierbar als der Kapitalmarkt. Mit Blick auf die gesetzliche Rente steht grundsätzlich die Frage im Raum, wie man zusätzlich vorsorgen kann – ob durch Immobilien, Aktien, Versicherungen oder eine Kombination von allem. Auch ist es immer ratsam, sich zu staatlich geförderten Vorsorgemodellen zu informieren. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass immer eine Entscheidung zwischen Risiko und Renditepotential getroffen werden muss – ein häufig unterbewertetes Spannungsfeld. Mit anderen Worten: Der richtige Weg, Geld zu vermehren, sieht für jeden anders aus.

Horst von Buttlar, Leser_In

Die Deutschen sprechen ungern über Geld. Es vermehrt sich diskret hierzulande. Als wir vor fünf Jahren bei Capital die Rubrik „Meine erste Million“ starteten, prophezeiten uns nicht wenige: „Kaum ein Mensch wird über seine erste Million sprechen wollen.“ Doch es kam anders. Inzwischen sind es gut 50 Persönlichkeiten geworden, darunter der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der Blockhaus-Gründer Eugen Block, der Xing-Grüner Lars Hinrich, aber auch der Filmregisseur Roland Emmerich oder Eckart von Hirschhausen sind dabei. Es sind 50 bunte und aufregende Erfolgsgeschichten, aber es gibt Muster: Nicht alle erinnern den Moment genau, aber wer ihn erinnert, hat sich etwas Besonderes geleistet: Ein Auto, ein Pferd, ein Bild von Chagall, ein schönes Essen. Lars Hinrichs kaufte gar einen Flug ins All. Der MLP-Gründer Manfred Lautenschläger stellte sich vor den Spiegel, atmetet tief durch und sagte: „Du bist jetzt Multimillionär.“ Bei den allermeisten aber ging die erste Million direkt ins Unternehmen, um die zweite oder dritte Million zu machen. „Ich habe alles in die Firma gesteckt“, ist so ein typischer Satz. Die große Jacht oder die Villa am Meer haben viele gar nicht. „Geld ist kein Selbstweck“, sagte Jette Joop. Und der Profiboxer Arthur Abraham erzählte: „Wir leben bescheiden.“ Viele finden die verschämte Art, wie in Deutschland über Reichtum geredet wird, aber falsch. Sie wünschen sich mehr Offenheit, Anerkennung und weniger Neid.

Sven Baier, Leser_In

Wie die Karnickel sicher nicht, nur schlägt es ihre Populationsvermehrung um Längen. Dass die Zentralbank Geld druckt – es typischerweise Bargeld nennt – und an die Geschäftsbanken je nach Bedarf als Kredite verteilt, dürfte kein Geheimnis sein. Ein bedeutungsloser Anteil im Spiel der Geldvermehrung. Tatsächlich erschaffen wir privaten Haushalte, Unternehmen oder auch Staaten, also alle beteiligten Nichtbanken des Finanzsystems, den größten Anteil an Geld. Nämlich immer dann, wenn wir in Dinge investieren oder sie einfach konsumieren und erst in der Zukunft dafür zahlen. Also immer dann, wenn es auf Pump geht. Geschäftsbanken geben diese Kredite, und zwar nicht aus den Einlagen der Sparer, sondern aus einer aktuell einprozentigen Deckung durch Zentralbankgeld, also wiederum aus einem Kredit. Das heißt, umso mehr Kredite nachgefragt werden, also je deutlicher wir offenbaren, dass wir aktuell keine Kohle besitzen, um uns Dinge jetzt leisten zu können, je mehr Geld vermehren wir durch virtuelle Gutschriften auf unseren Konten. Also nicht für den Kreditnehmer, da dieser ja das geliehene Geld nebst Zinsen zurückzahlen muss, sondern immer für die anderen. Letztendlich sind doch Zins und Zinseszins nur Rechenaufgaben für unsere Kinder. Und wie war das? Geld erschuf die Welt. Oder?

Brigitte Bonifer, Leser_In

\"Lege nicht alle Eier in einen Korb.\" Die alte Börsenwahrheit hat noch immer Bestand. Streuen. Aktien, eine Immobilie, Fonds usw.

Thomas Kops, Leser_In

Wenn man wenig Zinsen in Kauf nehmen möchte aber die Sicherheit im Rücken braucht, bietet der Staat einige Möglichkeiten. Möchte man eine relativ hohe Rendite, bleiben nur Aktien. Aber Vorsicht. Vertrauen sie nicht jedem blind. Werden sie selbst Experte bevor sie Experten fragen.

Nadja Winter, Leser_In

Eine Freundin von mir hat mir heute erzählt, dass sie das Haus von ihrer verstorbenen Mutter einem palästinensischen Paar verkauft hat, welches ihr erstes Kind erwartet. Das Paar hatte wohl seit langer Zeit Schwierigkeiten eine Wohnung zu mieten, Geschweige denn ein Haus zu kaufen. Mit dieser Entscheidung hat meine Freundin nicht nur ihr Geld vermehrt, sondern auch etwas Menschliches, etwas Tolles gemacht. Sie hat einem jungen Paar und ihrem zukünftigen Kind eine Sicherheit, eine Bleibe hier in Deutschland ermöglicht. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und meiner lieben Freundin Danke sagen, dafür, dass Sie das Menschliche vermehrt hat und nicht nur bloß das Geld. Dankeschön! Ich bin stolz auf Dich!

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