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Was hält die Familie zusammen?

Vom liebevollen Umgang miteinander über gemeinsame Urlaubserlebnisse bis hin zum Entschluss für ein Eigenheim: Erzählen Sie uns, was die Familie zu einem Nest macht, in das man sich gerne fallen lässt.

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Patricia Kelly, Sängerin und Songwriterin

Starke Gemeinschaft

Man spürt etwas Besonderes bei Familienmitgliedern. Die gleiche DNS, das gleiche Blut, Zugehörigkeit – es ist ein unbewusster Pakt, den man mit ihnen abschließt: „Wir gemeinsam gegen die Welt“. Mir ist bei Familien mit starkem Zusammenhalt aufgefallen, dass es meist eine Person gibt, die ein gewisses Charisma, eine herzliche, bindende Art hat und sich mehr für die anderen als sich selbst interessiert. Ihr ist Familie wichtig und sie setzt sich für sie ein. Oft ist es die Mutter oder die Oma. Ich habe beobachtet, dass, wenn diese Person stirbt, die Familie auseinanderbrechen kann. Vor kurzem hat mir ein Freund meines Sohnes etwas gesagt, das mir im Kopf geblieben ist. Ich fragte, was starke Familien ausmacht. Er antwortete: „Ich glaube, dass jede Familie die gleichen Probleme hat, aber in starken Familien wird so lange gebohrt, bis eine Lösung gefunden ist.“ Darin steckt viel Wahrheit. In unserem Fall, den Kellys, gibt es außerdem den Aspekt, gemeinsam etwas zu erschaffen und zu erleben. Unsere Gemeinsamkeit war die Musik. Sie wurde mit den Jahren zu einer Verbindung, die uns immer wieder zusammenbrachte. Heute zahlen Firmen tausende Euro für Teambildungsseminare, um eine „künstliche Familie“ zu erschaffen, Gemeinschaft und Teamgeist zu erzeugen. Ich betrachte das nicht negativ, aber muss sagen, dass die Natur es besser macht. Sie hat es auf den Punkt gebracht und die Familie erschaffen. Sie ist der Kern der Gesellschaft.

Daniel Reimann, Leser


Liebe deinen Nächsten

Blut ist dicker als Wasser, so heißt es. Ich stelle mir zugleich die Frage, ob ich eine Grenze ziehen soll und, wenn ja, wo sie gezogen wird? Ich bin zu dem Entschluss gekommen, jeden aus meiner Familie wie meinen besten Freund oder meine beste Freundin zu behandeln und meine Freunde wie meine eigene Familie. Ich habe mich auf die Gefühle konzentriert, die ich vermitteln wollte. Sagenhafte Erfahrungen spielten sich im Zwischenmenschlichen ab und vieles wurde auf den Kopf gestellt, aber die Zukunft sah harmonischer aus. Meiner Meinung nach setzen wir von unserer Familie viel zu viel voraus. Nur weil es die Familie ist, sind sie nicht durch die gleichen Erfahrungen gegangen wie man selbst. Schwierig ist es, bei sich selbst anzufangen. Wir kennen den Satz mit der eigenen Nase, an die man sich selbst fassen soll. Gesagt, getan.


Annalena Thielemann, Leserin


Leben teilen

Ich habe das Gefühl, dass es darum geht, den Menschen wieder wahrzunehmen. Wenn wir füreinander sorgen, an guten und schlechten Tagen, in heiteren und traurigen Zeiten, haben wir eine funktionierende Familie und den dazugehörigen Zusammenhalt. Gegenseitiges Verständnis und Fürsorge, Akzeptanz und Toleranz lassen die Familie weltweit zu einem positiven Gefüge werden. So stelle ich mir das zumindest vor.


Klaus Zeh, Präsident Deutscher Familienverband

Fundament unserer Gesellschaft

Es stellt sich zunächst die Frage: Gibt es „die“ Familie denn überhaupt noch? Ja! Familien sind heutzutage zwar vielfältiger denn je, aber eines hält sie alle zusammen: In der Familie tragen Menschen über Generationen hinweg dauerhaft füreinander Verantwortung. Verantwortung von Eltern für ihre Kinder, später von Kindern für ihre Eltern und oft auch Großeltern für ihre Enkel und Enkel für ihre Großeltern. Die Familie bildet einen Schutzraum, der unabhängig von Trends oder Leistungsansprüchen besteht. Im Säuglingsalter machen Kinder in der natürlichen Zuordnung zu ihren Eltern die Erfahrung von Geborgenheit, Schutz und Fürsorge. Das bewirkt langanhaltende Bindung und die Ausbildung von Grundwerten, die unser Zusammenleben in der Gesellschaft erst ermöglichen. Ohne diese kann kein Staat existieren. Das ist die Einübung von Solidarität, soziales Miteinander und gemeinschaftliche Handlungsfähigkeit. Dies alles wird in der Familie grundgelegt. Ohne das Erlebnis nach bedingungsloser Liebe, Geborgenheit und Sicherheit in der Kindheit laufen Kinder oft ihr ganzes Leben der entgangenen Liebe nach. Für mich ist Familie die kleinste Zelle jeder menschlichen Gemeinschaft und sie bleibt es. Selbst wenn mancher diese Familie nicht erreichen kann, bleibt seine Sehnsucht danach bestehen. Familie hält unsere Gemeinschaft zusammen. Daher bleibt Familie für mich unersetzlich.

Clemens Maier, Urenkel des Gründers des Spieleverlags Ravensburger

Gemeinsam spielen

Spielen wir es mal durch: Ziehen Sie von Ihrem 24-Stunden-Tag die Zeit ab, die schon verplant ist, also für Schlafen, Job und Schule, Haushalt und so weiter. Übrig bleibt oft nur ein ziemlich kleines Fenster für die Familie. Es ist Qualitätszeit, in der wir frei entscheiden können, was wir zusammen anfangen wollen. Und die wird tendenziell immer kürzer. Ich habe in einer Umfrage gelesen, dass Deutsche ihre Freizeit größtenteils mit Geräten verbringen: mit Fernsehen, Surfen im Internet, Telefonieren. Man kann sich so entspannen, man kann aber auch diese knappe Zeit totschlagen. Gleichzeitig werden persönliche Begegnungen seltener, und die Befragten bedauern, zu wenig Zeit mit der Familie zu verbringen. Dabei gibt es eine inspirierende Art, diese Banden zu pflegen: durch gemeinsames Spielen. Laden Sie Ihre Familie zu einer Runde Brettspiel ein, dann wird es lebhaft am Tisch: Gelächter, Ärger, Trost, man experimentiert, paktiert und diskutiert. Es ist die unmittelbare menschliche Erfahrung – und am Ende gewinnen alle. Selten werden Sie mit so viel Spaß andere und sich selbst kennenlernen und intensiv erleben wie bei einem gemeinsamen Spiel. Mir sind noch viele lustige und spannende Spieleabende im Gedächtnis. Das gleiche kann ich von Fernsehabenden nicht immer behaupten. Ich glaube, dass diese gemeinsamen Erlebnisse ganz wichtig für den Zusammenhalt einer Familie sind.

Annette Böttcher, Diplom-Psychologin und -Pädagogin

Wegweiser zum Wir-Gefühl

In der Familie haben Rituale, also wiederkehrende Handlungen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen, eine große Bedeutung. So spricht man auch von Familientraditionen als eine Spielart des Rituals. Anders als Gewohnheiten haben sie für den oder die betreffenden Personen einen hohen Symbolcharakter, verbunden mit Gefühlen von Glück, Zufriedenheit und Freude. Rituale entlasten, stabilisieren und strukturieren unseren Alltag. Sie schaffen Nähe und Vertrauen zu anderen und führen damit auch zum Wir-Gefühl. Die Gute-Nacht-Geschichte bei kleineren Kindern gehört genauso dazu wie der morgendliche Abschiedskuss und auch das Gläschen Wein in abendlicher Stimmung bei Kerzenschein. Rituale erzeugen Gefühle und sind deshalb so wichtig für uns. Rituale müssen freiwillig erfolgen, sie dürfen nicht starr werden und einen Selbstzweck erfüllen. Der Symbolcharakter muss erhalten, immer wieder hinterfragt und neuen Gegebenheiten angepasst werden. Dazu gehört dann auch das Gespräch mit den beteiligten Personen. Lässt das Gefühl bei einem Ritual nach, wird es höchste Zeit, es zu ändern.


Anne Huster, Leserin

Immer an meiner Seite

Für mich ist meine Familie ein spürbarer Anker, der mich immer durchs Leben begleiten wird. Ich habe drei Brüder und Eltern, bei denen ich weiß, dass ich sie jederzeit anrufen kann, und umgekehrt. Wir stehen füreinander ein, wenn wir einander brauchen, egal was ist. Und dann sind die alljährlichen Prügeleien, die beim Doppelkopfspiel an Weihnachten entstehen, auch nicht mehr ganz so dramatisch.

Fredy Knie junior, Verwaltungspräsident und ehemaliger Direktor, National-Zirkus Knie

Gemeinsam für den Erfolg

Uns hält die Faszination für den Zirkus und für unser Unternehmen zusammen. Der Schweizer National-Circus Knie ist ein Familienunternehmen. Mittlerweile hält bereits die siebente Generation der Knies das Zepter in der Hand: meine Tochter Géraldine sowie meine Nichte Doris und mein Neffe Franco junior. Auch die achte Generation steht mit Ivan Frédéric, Chanel Marie und Chris Rui bereits in der Manege – nur Baby Maycol junior ist dazu noch zu klein. Wir sind als Familie acht Monate pro Jahr zusammen auf Tournee quer durch die ganze Schweiz. Im Winter arbeiten wir Büro an Büro im Winterquartier in Rapperswil am Zürichsee. Uns alle eint die Begeisterung für den Zirkus – der Zirkus und die Tiere sind unser Leben, unsere Arbeit, unser Hobby. Wichtig ist mir aber auch der gegenseitige Respekt und das Berücksichtigen der Fähigkeiten jedes einzelnen Familienmitglieds. So ergänzen wir uns als Familie wunderbar. Wir haben das Privileg, unseren Traumjob ausüben zu dürfen und gleichzeitig als Familie jeden Tag eng miteinander zu arbeiten. Wer sieht schon seine Kinder und Enkel jeden Tag? Im Unternehmen haben wir im Zug des Generationenwechsels alle Aufgaben neu verteilt, jeder hat seinen Bereich. Ich und mein Cousin Franco senior sind noch beratend im Hintergrund tätig. Wir arbeiten eng zusammen, aber die Jungen müssen jetzt ran.

Beate und Olaf Hofmann, Autoren, Redner, Resilienz-Coaches

Innig verbunden

Als wir vor sieben Jahren unsere sicheren Jobs kündigten, die Wohnung aufgaben und einen Großteil unseres Hausstandes verkauften, um uns den Traum von einem Sabbatjahr in der Wildnis Westkanadas zu erfüllen, waren unsere drei Kinder die größten Rückenwindgeber. Sie haben uns Mut gemacht, uns selbst treu zu bleiben und Träume nicht auf irgendwann zu verschieben. Die jüngste Tochter konnte mit uns reisen, die beiden Älteren blieben in Deutschland, um zu studieren. Deshalb war das beste Weihnachtsgeschenk für uns der Besuch der beiden Großen und drei unvergessliche gemeinsame Wochen, die wir im Blockhaus in Kanada erlebt haben. Wir haben erfahren, dass es zusammenhält, einander von seinen Sehnsüchten zu erzählen, jederzeit ein offenes Ohr für den anderen zu haben, sich zu ermutigen und die Stärken des anderen zu benennen. Darüber hinaus ist es wichtig, sich als Eltern und Kinder wertschätzend, aufrichtig und auf Augenhöhe zu begegnen. Es kommt nicht so sehr darauf an, räumlich in der Nähe zu sein. Wichtiger ist es, sich innerlich nahe zu sein. Welche Werte und Lebensvorstellungen teilen wir? Was gibt uns Halt in Krisen? Solche Fragen zu stellen, gute Gespräche zu führen und gemeinsame Abenteuer zu erleben, das bewirkt einen starken Zusammenhalt und ermöglicht gleichzeitig, seinen eigenen Weg zu gehen. Verbundenheit und Freiheit – für uns gehört das untrennbar zusammen.

Sine Olsen, Leserin

Okay, ich glaube nicht mehr an die Kernfamilie an sich, in der zum Beispiel alle zusammen in den Urlaub fahren. Diese konstruierte traditionelle Idee von Familie ist meiner Meinung schon Vergangenheit. Wir leben in einer sehr individuellen Zeit, in der der Kreativität des Einzelnen oder der Gemeinschaft keine Grenzen gesetzt werden, eine ganz eigene Form von Familie zu kreieren. Eine Familie kann viele unterschiedliche Formen annehmen und in der Zukunft werden wir noch vielfältiger strukturierte Familien sehen. Ich glaube, dass eine Familie, egal in welcher Form, von Vertrauen, Liebe, unbedingter Hilfe, aber auch von Konflikten zusammengehalten wird.


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Wohin mit meinem Talent?

Jeder hat einen Bereich, in dem er besonders gut ist. Doch wer erkennt meine Fähigkeiten und zeigt mir, wo ich mich am besten einbringen kann? Verraten Sie uns, wie man Talente am besten entfaltet.

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Marcolf Marczek, Leser

Die Suche ist das Ziel

Diese Frage hab ich mir schon oft gestellt und das hört irgendwie auch nicht auf. „Zu allem fähig und zu nichts zu gebrauchen“ – wer kennt das nicht? Früher, also nach dem Studium, bei vielen Reisen und der Auseinandersetzung mit vielen tollen und weniger tollen Leuten dachte ich immer: auf diesem Weg muss ich die eine Stelle, die Aufgabe finden können, für die es sich lohnt, diese ganzen Erfahrungen gemacht zu haben. Eine Lebensaufgabe sozusagen. Aber irgendwie schien da nie etwas so Spannendes, Wichtiges oder Erreichbares dabei zu sein, für das es sich gelohnt hätte, voll und ganz einzusteigen. Also bin ich meiner Nase gefolgt und habe das gemacht, worauf ich Lust hatte. Das Interesse hat zwar meist nicht lange angehalten und ich bin weitergezogen, aber wenn man etwas mit Achtsamkeit und Hingabe tut, fügen sich die Dinge auch irgendwie zusammen. Mein Hobbys Reisen und Menschen – von Talent kann man da ja nicht reden – sind inzwischen mein Beruf. Ich bin Berater für ein weltweit tätiges Unternehmen in der Entwicklungszusammenarbeit. Meine Antwort wäre also: dahin, wo es dich trägt. Nur nicht zu viel darüber nachdenken, was man später mal machen oder sein will, sondern akzeptieren, dass man in dieser schnelllebigen Welt darauf sowieso nur einen kleinen Einfluss hat.

Marcell Jansen, Unternehmer und ehemaliger Profifußballer

Zweites Leben

Einem Profisportler ist meist durch das Alter ein Limit gesetzt, wie lange er den Beruf ausüben kann. Ist man von Verletzungen verschont geblieben, lässt es sich beim Fußball mit Glück bis etwa 35 Jahren spielen. Ich habe zwölf Jahre als Profi spielen können und mein Talent hätte es mir auch erlaubt, bei einem ausländischen Verein noch ein oder zwei Jahre durch einen ablösefreien Wechsel die Karriere zu verlängern. Mir stellte sich aber auch die Frage, wie ich meine berufliche Zukunft der kommenden 30, 40 Jahre gestalten will – wo ich ähnlich aufblühen kann wie im Fußball und mein Ehrgeiz gefragt ist. Dieser Wechsel ist für Berufssportler eine riesige Herausforderung. Ich bin daher froh, diesen Schritt mit 29 gegangen zu sein und habe gemerkt, dass man viel Neues in der Praxis lernen muss, wenn sich so lange alles um Fußball gedreht hat. Natürlich hilft die finanzielle Unabhängigkeit. Mit der Entwicklung einer App habe ich einen Bereich gefunden, wo meine Leistung genauso gefragt ist und ich genauso motiviert bin. Bei Meetings bekam ich schon Adrenalinschübe wie früher beim Spiel. Auch im neuen Berufsleben zählt die Begeisterung. Doch ganz musste ich glücklicherweise nicht mit dem alten Leben brechen, was auch für meinen Körper schwierig wäre. In dem Oberligaverein, in dem ich jetzt mit einer tollen Mannschaft kicke, muss ich nicht täglich anwesend sein, bringe dafür aber meine Erfahrung ein. Das macht ganz einfach Spaß.

Nicole Truchseß, Personalentwicklerin

Bereit für die Zukunft

Der Bewerbermarkt hat sich komplett verändert. Das spüren Firmen bereits bei der Suche nach Auszubildenden. Wer in Vorstellungsgesprächen immer noch glaubt, er sucht diejenigen aus, die in seiner Firma arbeiten dürfen, hat schon verloren. Es gibt jedoch noch weitere Herausforderungen: Starke rechtliche Veränderungen, der damit verbundene teure und zeitraubende Verwaltungsmehraufwand und das Datenschutzgesetz. Die gute Nachricht ist, dass sich die gleichen Problemfelder bei den Kundenunternehmen zeigen und ein lösungsorientierter Personalpartner nun die Chance hat, sich neu auf dem Kunden- und Bewerbermarkt zu positionieren. Wer es schafft, sich als Dienstleister auf Lebenszeit für Kandidaten zu verstehen, sein internes Personal entsprechend schult und neue Angebote wie Rekrutierungs- und Ausbildungsprogramme gemeinsam mit seinen Kunden entwickelt, sichert sich seine Zukunft. Die Zeitarbeit wird es weiter geben, größere Wachstumspotenziale in der Personaldienstleistung verzeichnen jedoch Personalvermittlung, Beratung, Bewerbermanagement und die Vermittlung von Auszubildenden. Der Personaldienstleister hat die Möglichkeit, Kandidaten bei der Talenterkennung zu unterstützen, sie zu beraten und ihnen aufgrund einer Analyse attraktive Jobs zu unterbreiten. Somit sparen sich Bewerber viel Geld und Zeit bei der Suche nach dem Traumjob und dem eigenen Marktwert. Und der Personaldienstleister hat neue Ansatzpunkte bei der Bewerberakquise.

Parastou Shafein, Leser

Stillstand ist der Tod


Wichtig bei der Entfaltung von Talenten ist es, in Aktion zu bleiben, viel auszuprobieren, keine Scheu vor neuen Aufgaben zu haben. Wenn man sein Talent noch nicht gefunden hat, sollte man versuchen, in Kontakt mit Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten und/oder Lebensmodellen zu treten. Diese eröffnen eine andere Perspektive auf die Umwelt, können Erfahrungen teilen, eine Inspiration und Motivation sein. Zusätzlich ist es wichtig, nach und nach ein Gespür für sich selbst zu entwickeln und auf seine Gefühle zu vertrauen, welche im besten Fall frei von Ängsten und Vorurteilen sind. Sind sie es nicht, sollte man sich frei davon machen, indem man ergründet, wo der Ursprung liegt. Ein Talent braucht einen Nährboden zum Wachsen. Den Anfang findet jeder tief in sich selbst.


Nina Janke, Leserin


Probier dich aus

Um ehrlich zu sein, habe ich mir erst vor kurzem eingestanden, dass ich zur Zeit noch überhaupt kein Talent besitze. Jetzt aber nur im Sinne von etwas machen oder vollbringen, nicht in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich bin gut in einigen Sachen, handwerklich zum Beispiel. Aber ich habe nie eine Ausbildung gemacht, um mein Können zu vertiefen oder gar voll in einer Sache aufzugehen und das Talent mit einer Faszination zu verbinden. Mein Talent definiert sich zur Zeit so, dass ich viele Dinge ausprobiere und Erfahrungen sammle. Ich versuche, fasziniert im Moment zu bleiben und allen möglichen Optionen offen gegenüberzutreten. Flexibel etwas ausprobieren und offen neue Dinge an sich heranlassen, aufnehmen und verinnerlichen – das ist gerade mein Weg. Danach kann man schauen, mit was man sich weiter beschäftigen möchte. Ich glaube, ein Talent hat jeder von Geburt an, man muss sich bloß selbst auf die Reise begeben, um sich zu entdecken.



Steve Zobel, Leser

Losgehen

Talent ist schön und kann viel bedeuten. Für dich und für andere. Und es kann etwas bewirken. Also tue einfach etwas und nutze dein Talent. Nur das zählt. Du entscheidest, wohin dein Talent dich führt. Wenn du dann dein Talent nutzt und es anfängt, dich zu prägen, wirst du feststellen, dass die Frage nach dem Wohin schon beantwortet ist. Denn wenn du alles gibst, öffnen sich Türen und du bemerkst, ein Talent ist nicht nur etwas Besonderes für andere, sondern der Schlüssel zur Verbesserung deines Lebens.


Thiemo Sommerfeld, Leser


Das richtige Umfeld

Im Idealfall wird das eigene Talent in der Familie erkannt. Dann stehen die Chancen gut, dass die entsprechenden Fähigkeiten frühzeitig ausgebaut werden und man später außergewöhnliche Leistungen erbringen kann. Aber auch der Freundeskreis kann einem zeigen, worin man talentiert ist. Mit einem wachsenden Umfeld und im Vergleich mit anderen können ebenfalls die eigenen Talente zum Vorschein treten. Hier sind es meist die Dinge, die einem besonders viel Spaß machen. Hat man noch mehr Glück im Leben, findet man einen Mentor oder Coach, der sich selbst in einem in sieht und weiß, was zu tun ist.

Annette Köhler, Leserin

Einfache Wahl

Es gibt Menschen, die sehr viele verschiedene Talente haben. Sie müssen sich fragen, welches sie wie einsetzen. Aber für viele ist es doch einfacher: Sie sind nur in einer Sache gut und meist ist der Weg dann klarer, den es einzuschlagen gilt.

Katharina Hoffmann, Geschäftsführende Gesellschafterin einer Agentur für Markenkommunikation

Talent und Fleiß

Viele träumen davon, ihr eigener Chef zu sein, und trauen sich nicht. Sie wissen nicht, ob sie es schaffen oder ob sie das Talent haben. Aber die Zeit ist zu schade, um sie mit Dingen zu verschwenden, die einen nicht begeistern. Ich habe mich mit 26 mit meiner Agentur selbstständig gemacht. Mittlerweile gibt es diese seit 12 Jahren. Du musst nicht der Erste sein, um Erfolg zu haben. Manchmal reicht es, wenn man Besseres zu bieten hat. Egal was man macht und kann: Unternehmer oder Unternehmerin wird man nicht, in dem man Däumchen dreht und wartet, dass jemand mit einer genialen Idee um die Ecke kommt. Den Erfolg muss man sich selber erarbeiten. Talent ist dabei eine gute Basis. Strategisches Denken, Kreativität, Kommunikationstalent und die Liebe zu allen Dingen, die die Sinne erfreuen, habe ich für meinen Job von Anfang an mitgebracht. Und ich habe schon früh erkannt, dass ich ein gutes Gespür für Marken und Menschen habe. Die von mir betreuten Branchen sind meine Herzensthemen. Ich bin ein ganz großer Genießer – schon von Kindheit an – und ich glaube, man ist nur gut in einem Job, wenn man liebt, was man tut. Für mich gibt es nichts Größeres als ein gutes Essen in meinem Lieblingsrestaurant, als zu reisen, in Zeitschriften Neues zu entdecken, über meine Themen in meinem Blog zu schreiben und für Kunden Content zu erstellen, der wiederum andere begeistert. Macht, was Ihr liebt, und arbeitet hart – dann wird es gut.

Rahel Dreyer, Professorin für Pädagogik und Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre, Alice Salomon Hochschule Berlin

Früh übt sich

Talente entwickeln sich nicht erst in der Schule, sondern bereits ab der Geburt. Die moderne Säuglings- und neurobiologische Wahrnehmungsforschung bestätigen die Vorstellung, dass bereits Neugeborene all ihre Sinne gebrauchen, um Erfahrungen über die Umwelt zu sammeln, und neue Erfahrungen die alten verfeinern und erweitern. Auch scheint es bestimmte Zeitfenster für den Erwerb bestimmter Fähigkeiten zu geben, innerhalb derer bestimmte Lernprozesse besonders effektiv möglich sind. Damit Kinder diese Zeitfenster gezielt nutzen, sind sie von Natur aus experimentierfreudig. Sie müssen allerdings auf eine Umwelt treffen, die vielfältige Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten bereitstellt und dieses Experimentierverhalten nicht verhindert. Aus diesem Grund ist frühkindliche Bildung kein anderes Wort für Kompetenzvermittlung. Sie bezeichnet auch keinen spezifischen Förderbedarf und hängt nicht von bestimmten Inhalten ab, durch die man scheinbar gebildet wird. Talente können sich nur ausbilden, wenn das, was man lernt, einen persönlichen Sinn ergibt. Ebenso kann man sich letztendlich nur selber bilden. „Selbstbildung“ ist jedoch nicht „Von-Selbst-Bildung“. Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen einen sozialen und sachlichen Rahmen vorgeben, damit Kinder ihre Fähigkeiten und Talente soweit wie möglich einsetzen und sie – besonders in Alltagszusammenhängen – weiterentwickeln. Sehr wichtig sind dabei gemeinsam geteilte Erfahrungen.

Stefanie Friese, Leserin

Ein Talent zu haben ist toll. Und man darf dieses ruhig nur als Hobby ausleben, wo es Spaß macht, statt es beruflich auszuschlachten.

Kira von Moers, Personal Coach

Entdecke deine Stärken

Ausleben, leben. daran erfreuen – je mehr Platz Sie Ihren Talenten einräumen, um sie zu spüren und zu erfahren, desto zufriedener werden Sie sein. Zunächst einmal muss man sie allerdings herausfinden, diese Talente. Einen Hinweis darauf, wo Ihre stecken, gibt Ihnen folgende aufmerksame Beobachtung, die Sie über einen längeren Zeitraum machen sollten: Was können Sie ohne große Anstrengung, in sehr guter Qualität und dauerhaft reproduzieren? Das kann das souveräne Meistern von Konflikten genauso sein wie das Zeichnen von Comics oder Kochen. Um aus Talenten gelebte Stärken zu machen, braucht es passende Kompetenzen und vertieftes Wissen. Denn Genie ist zu 95 Prozent Arbeit. Wollen Sie Ihre Talente und Stärken für die Jobsuche nutzen, ist ein Quäntchen Leidenschaft sehr hilfreich und ein offensiver Umgang mit Ihren Fähigkeiten. Klappern gehört zum Handwerk. Es steht jedoch nirgendwo geschrieben, dass Sie Ihre Talente nur beruflich nutzen dürfen. Es tut der Entfaltung von Talenten unter Umständen sehr gut, wenn sie frei von Erfolgsdruck oder der Erwartung, Geld einbringen zu müssen, gedeihen können. Nebenberuflich gepflegte Leidenschaften sind enorm belebend, bringen neue Impulse, neue Kontakte zu anderen Menschen. Sie können perfekte Ergänzung und Ausgleich zum sonstigen Alltag sein und machen das Leben dadurch vielfältig und bunt.

Jan Diekmann, Leser


Vom Willen tragen lassen


Wenn alles gut läuft, stellt ein jeder sich diese Frage. Bei mir ging dem voraus, dass mir Machen erklärt wurde, Dinge vorgegeben und Abläufe zu befolgen waren. Wenn du allerdings Dinge nicht nur machst, sondern auch lebst, dann erleben auch deine Mitmenschen etwas. Mein Tun wurde nicht nur Alltag, sondern ich wurde gut in dem, was ich tat, und fand Gefallen daran. Somit wurde aus einer Vorliebe Leidenschaft und schließlich eine Art Talent. Ob dies schon seit jeher in einem verborgen ist oder sich erst entwickelt, darüber lässt sich streiten. In den meisten Fällen ist es leider egal. Die Struktur richtet sich derzeit beinahe alleinig nach Organen und Funktionen. Es wird erst in die Runde gefragt, wenn ein Bedarf, eine Notwendigkeit besteht oder in der Masse durch Besonderheit große Aufmerksamkeit erregt. Festlegen sollte Talent keiner, allerdings benennen und verstehen, wenn bei einem Menschen Stärken wahrgenommen werden. Es hat viel mit Lob und Fehler machen zu tun, mit Hingabe und Sein und damit, demjenigen oder derjenigen einen sprichwörtlichen Spiegel vorzuhalten und Euphorie zu entfachen. Das ermöglicht sehr viel und legt einen Beginn fest.


Zhana Kusnezow, Leserin


Mehr als Technik


Die Stadt der Zukunft ... puh. Mit Technik hab ich mein Leben lang eher weniger zu tun gehabt. Deswegen ist mir eigentlich total egal, ob mein Smoothie-Maker in ein paar Jahrzehnten fliegen kann oder nicht. Was mir tatsächlich wichtig für die Zukunft wäre, ist, dass wir uns alle mal zusammenreißen. Durch unseren menschlichen Egoismus haben wir bereits der Umwelt und unserem Planeten sehr geschadet. Um überhaupt eine Zukunft zu haben, würde ich mich freuen, wenn der Fortschritt viel mehr in diese Richtung entwickelt. Nachhaltigkeit muss mehr im Vordergrund stehen.


Rosalie Wegis, Leserin

Wille und Fleiß


Probiere dich in verschiedenen Dingen, die dir Spaß machen, aus. So realisierst du schnell, worin du mehr talentiert bist oder worin vielleicht weniger. Du wirst stetig von den Menschen in deiner Umgebung, die mit dir an einer Sache arbeiten oder in deinem Team sind, Feedback bekommen. Im Sport sind Talente diejenigen, die über ihre körperlichen Fähigkeiten hinausgehen können und sich so von ihrer Konkurrenz absetzen. Da spielt ein starker Willen einen sehr große Rolle sowie Einstellung und Fleiß.


Wiebke Müller, Leserin

Kenne dich selbst

Um zu wissen, wo man seine Talente und Fertigkeiten am besten einbringen mag, muss man sich als erstes darüber im Klaren werden, was man besonders gut kann und auch gern macht. Danach kommt die Frage, wie man anderen mit seinen Talenten helfen kann – oder mit seinen Taten zumindest niemandem schadet.

Olivia Storch, Leserin


Glaub an dich

Einfach machen – das ist meine Devise. In der Grundschule wollte mir meine Klassenlehrerin keine Gymnasialempfehlung geben, da ich angeblich schwerhörig und zerstreut sei. Tatsächlich hatte ich das beste Zeugnis der Schule und war lediglich gelangweilt; heute stehe ich kurz vorm Abschluss meines Medizinstudiums. Talent kann man von vielen Instanzen an- und aberkannt bekommen. Ich denke, man sollte offen für Feedback sein, aber dennoch einfach ausprobieren und keine Angst vorm Scheitern haben. Denn aus Misserfolgen lernt man aus meiner eigenen Erfahrung am besten – wenn man diese ausreichend reflektiert und den gleichen Fehler nicht immer wiederholt.


Frederike S., Leserin

Bunte Blumen statt schwarzer Zahlen

Ich habe nach der Schule direkt eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht und diesen Beruf fast zehn Jahre ausgeübt. Es war ein sicherer Arbeitsplatz mit gutem Gehalt. Einige Leute haben ja eine Affinität zu Zahlen, mir hat der Job aber nie viel Spaß gemacht. Zum Ausgleich habe ich in jeder freien Minute in meinen Garten gearbeitet und hatte große Freude daran, verschiedenste Blumensorten wachsen zu sehen und sie als schöne bunte Sträuße an Freunde und Verwandte zu verschenken. Die Gestecke und Bouquets kamen in der Nachbarschaft so gut an, dass die Nachfrage immer größer wurde. Also habe ich vor zwei Jahren meinen Job gekündigt und ein Blumengeschäft eröffnet. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, denn ich habe seitdem jeden Tag Spaß an der Arbeit.

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Wie smart kann Stadt sein?

Von selbstfahrenden Autos bis hin zur automatisierten Abfallentsorgung in einem Haus, in dem der Kühlschrank den nächsten Einkauf organisiert: Schreiben Sie uns, was Sie sich von der Stadt der Zukunft wünschen.

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Luis Muñoz, Direktor Labor für Netzplanung und mobile Kommunikation, Universität Cantabria (Spanien)

Wandlungsfähig

In weniger als 30 Jahren werden etwa 70 Prozent der Menschen in Städten leben. Daher muss es deren Aufgabe sein, städtische Dienstleistungen wesentlich effizienter zu gestalten und in die Zukunftsfähigkeit des städtischen Ökosystems zu investieren. In diesem Zusammenhang hat die spanische Stadt Santander im Jahr 2009 eine Initiative gestartet, um sich von einer traditionellen Touristenstadt in eine Technologiestadt zu wandeln. Ziel ist die Förderung neuer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die unter anderem Informations- und Kommunikationstechnologien in den Mittelpunkt stellen. Teil dieser Initiative ist der Einsatz von mehr als 15.000 „Internet-der-Dinge“-Geräten, mit denen städtische Dienstleistungen wie das Müll- und Verkehrsmanagement oder die Bewässerung von Parks überwacht und gesteuert werden. Das Hauptanliegen war jedoch die Einbeziehung aller städtischen Interessengruppen wie Bürgern, Unternehmen und der Forschungsgemeinschaft. Dabei setzte man von Anfang an auf den Einsatz verschiedener Apps. Über sie stellte man Informationen über Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten oder das kulturelle Leben zur Verfügung, andere sollten den Bürgern Anreize bieten, eine bessere Stadt für alle zu schaffen. Vor Kurzem startete eine Mitgestaltungs-Plattform, über die neue Ideen gemeinsam konzipiert, umgesetzt und überprüft werden können. Sie soll den Bürgern Nutzen bringen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Unternehmen eröffnen. Worldwide cities are playing a paramount role in social and economical transformation. Their continuous activity attracts more and more inhabitants to the point that in less than 30 years from now, around the 70% of the population will live in cities. For handling such demand, it is compulsory that managers and those responsible for cities conceive solutions aimed at making urban services much more efficient, facilitating the holistic sustainability of the urban ecosystem. Within this context, Santander pioneered, in 2009, a challenging initiative aimed at reshaping the traditional tourist city model into a technological one, fostering the consolidation of a new economic framework in which knowledge and skills related to information and communications technologies are one of its characteristics. As part of this initiative, more than 15,000 Internet-of-Things devices were deployed throughout the city aimed at monitoring, and eventually actuating on, most of the urban services such waste and traffic management, or irrigation in parks and gardens. However, deploying technology was not the primary objective, but the intention was to involve the urban ecosystem stakeholders such the citizens, companies or the research community. To fulfil this aim, from the very beginning, several APPs were made available: some of them providing complete information about transport, shopping or cultural life and others aimed at incentivising the citizens to forge a better city for all. More recently, a co-creation platform has been made available for conceiving, designing, implementing and validating new ideas, which may benefit other citizens, whilst setting up new opportunities in terms of business.

Viola Schwarz, Leserin


Summe seiner Bewohner


Von der Stadt der Zukunft wünsche ich mir vor allem mehr Miteinander und weniger Anonymität. Während eines einmonatigen Aufenthalts auf Sizilien ist mir zum ersten Mal in vollem Ausmaß bewusst geworden, dass es die Menschen sind, ihr Bewusstsein, ihre Akzeptanz, die eine Stadt zu dem machen, was sie ist. Dort hatte ich festgestellt, dass – vor allem in Catania, wo ich mich den größten Teil der Zeit aufhielt – die Fassaden außen ranzig wirkten und sich niemand groß um die Häuser oder das Erscheinungsbild der Straßen zu scheren schien. Betrat man hingegen die Innenräume, fand man durchdesignte, gepflegte Wohnungen vor. Wie offen, fantasievoll, tolerant und umweltbewusst seine Einwohner sind, spiegelt sich im Erscheinungsbild einer Stadt unmittelbar wieder. Und das wünsche ich mir für die Stadt der Zukunft: mehr Offenheit für Neues, Streetart, Umweltprojekte, Grünflächen und vieles mehr. Ein besonders wichtiger Punkt ist meiner Meinung nach auch die Kostenfreiheit der öffentlichen Verkehrsmittel und den Ausbau der Nutzungsmöglichkeiten. Jeder sollte die Möglichkeit haben, innerhalb einer Stadt von A nach B zu kommen – und das möglichst grün. Fahrräder sollten allen gehören – Konzepte, die in Holland längst zur Realität gehören und sich hier noch stärker etablieren müssen.


Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Smart, aber geschützt

Das Erscheinungsbild einer smarten Stadt kann vielfältig sein. Beispielsweise durch eine intelligente Verkehrssteuerung, die flexibel auf das konkrete Verkehrsaufkommen reagiert, um Staus zu vermeiden. Oder durch smarte und dadurch energieeffiziente Häuser, die uns den Alltag erleichtern und gleichzeitig einen Beitrag leisten, die Umwelt zu schützen. Was sollte an diesem fast utopischen Szenario nicht zu mögen sein? Der gemeinsame Nenner einer smarten Stadt ist die Digitalisierung. Sie ermöglicht es, mehr Daten als je zuvor effizienter denn je zu verarbeiten. Doch genau hier besteht die Gefahr, dass die vermeintliche Utopie schnell ihren Glanz verliert. Denn wenn der Preis für den staufreien Arbeitsweg aussagekräftige individualisierbare Bewegungsprofile sind und anhand der Strom- und Heizungsnutzung festgestellt werden kann, wie viel Zeit man im Bad oder vor dem Fernseher verbringt, verwandelt sich die schöne smarte Welt schnell in die Dystopie des gläsernen Menschen. Städte können trotzdem so smart wie möglich werden, wenn man die Vorteile und Risiken in ein angemessenes Gleichgewicht bringt. Genau diese Aufgabe kann der Datenschutz vollbringen: Etwa durch „Privacy by Design/Default“, also „Datenschutz ab Werk“, oder durch Anonymisierung der Daten. Denn Datenschutz ist nichts weniger als der Schutz des Menschen in der digitalisierten Welt. Für eine smarte Stadt benötigen wir also auch einen starken Datenschutz.

Udo Goldstein, Leser

Der gläserne Bürger

„Wie smart kann Stadt sein?“ ist eine unvollständige Fragestellung. Sie muss lauten: Wie smart kann Stadt sein, unter dem Gesichtspunkt, dass alle verarbeiteten Daten ausschließlich dem Nutzer gehören? Das impliziert, dass die verarbeiteten Daten nur und ausschließlich jedem Nutzer gehören und er zu jeder Zeit uneingeschränkt über diese Daten verfügen kann, diese nur unter expliziter Genehmigung des Nutzers weiter verarbeitet werden dürfen beziehungsweise, um es auf die Spitze zu treiben, diese Daten vom Nutzer monetarisiert werden können. Das gilt sowohl für den privatrechtlichen wie aber auch den öffentlichen Sektor. Im Übrigen macht China gerade vor, wie die Gesellschaft über Apps „zivilisiert“ werden soll. Das dort eingeführte „Social Scoring“ ab dem Jahre 2020 – die permanente Bewertung der Konformität aller Bürger anhand zahlloser Daten über das Sozialverhalten – zeigt, wie weit ein Datenscreening in wenigen Jahren gehen wird.

Ruth Schneider, Leserin

Wenn man sich überlegt, was durch die Digitalisierung möglich wäre und wie noch die Realität aussieht, wenn man etwa einen Reisepass beantragen will, so denke ich, dass die Stadt noch viel smarter werde muss. Digitalisierung kann nicht damit aufhören, dass ich als Bürger online sehen kann, dass auf Wochen alle Behördentermine ausgebucht sind.

Florian Pfeiffer, Leser

Mehr als Effizienz

Ich stelle mir die Zukunft der Smart City ein bisschen so vor wie in einer Dystopie: alles scheint perfekt zu sein, das Leben ist viel einfacher und wir müssen uns um viele Dinge keine Gedanken mehr machen – die vernetzte Stadt regelt alles für uns. Sie sucht uns den besten Weg zur Arbeit, es gibt keinen lästigen Stau mehr und sobald ein Parkplatz in der Nähe unseres Wunschziels frei ist, werden wir dorthin navigiert. Die Straßen sind frei von Müll und Dreck, weil die Mülltonnen sofort geleert werden, sobald sie voll sind. Überfälle oder Schlägereien werden von Kameras aufgezeichnet und Polizisten treffen nur wenige Minuten später am Ort des Geschehens ein. Und sollte ein Straftätiger doch einmal flüchten können, sind Fahndungsfotos kein Problem mehr. Aber ist wirklich alles so perfekt? Denn mit allen Vorteilen geht auch unsere Anonymität immer mehr verloren. Jeder unserer Schritte wird aufgezeichnet und ausgewertet, damit wir alle noch effizienter funktionieren. Ertragen wir solch eine Überwachung tatsächlich, auch wenn sie für uns dann einen recht reibungsfreien, optimierten Alltag bringt? Und ist es nicht vielleicht manchmal auch Chaos und das Überraschungsmoment, das uns anzieht? Ein längerer umständlicherer Weg kann dabei nämlich unerwartet Schönes bringen: eine besondere Begegnung, die Entdeckung eines neuen Lieblingsortes oder eine neue Perspektive auf etwas Bekanntes.

Kai Singvogel, Leser

Erst die nächste Generation sieht’s.

Björn Rasten, Leser

Zu Hause von unterwegs

Wir sind immer und überall vernetzt. Dabei sind wir ständig zu erreichen und anscheinend auch in der Lage, Dinge an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit zu erledigen, was Zeit spart, aber auch Gefahren birgt.

Gerd Riedner, Leser

Bereit für alle Fälle

„Smart“ sehe ich eher im Sinne von attraktiv. In einer smarten Stadt würde ich gerne leben. Das heißt meine Stadt der Zukunft sollte mir in jedem Altersabschnitt im unmittelbaren Umfeld, also fußläufig, leicht erreichbar und gut gemischt Wohnen, Arbeit und Freizeit bieten. Eine smarte Technik kann dabei helfen, die Umgebung frei von Lärm, Geruch, Luft-, Wasser- und Erdverschmutzung zu halten, mit Arbeits-, Bedienungs-, Informations-, Kommunikations- und Transport-Assistenten meiner Bequemlichkeit „inhouse“ und „outdoor“ entgegenzukommen sowie Angebote und Möglichkeiten zu schaffen für meine verschiedensten spontanen und manchmal auch stark schwankenden Wünschen nach Geselligkeit, Genuss, Bewegung, Sport und sonstiger Aktivitäten, ohne damit andere zu stören.

David Baumann, Leser

Bring dich ein

Ich habe das Gefühl, dass der Trend zum kollektiven Denken immer stärker wird und sich manifestiert durch die jüngeren Generationen, die allmählich nachkommen. Mehr Reisen, mehr Teilen, mehr Sprachen, mehr Technologie, mehr Unterschiede, mehr Horizont – einfach mehr von allem. Nach der Überproduktion kam somit die Frage auf: Wohin mit all den Dingen? Wo kann ich sie einbringen? Somit entstehen neue Wege und Ideen für das Kollektiv – auch für die Stadt. Zum Beispiel Carsharing, Roller, die geteilt werden, Hybrid Car to go, Haushaltsgemeinschaften, borge etwas aus und lerne deinen Nachbarn kennen und so weiter. Minimalismus und der Trend zum Sparen kristallisiert sich meiner Meinung nach immer mehr heraus. Die Stadt wird smarter, wenn der Einzelne sich bewusster wird, wo er mithelfen und sich einbringen kann. Selbstständigkeit und Organisation verbinden dich mit der Entwicklung.


Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Die Zukunft ist E

Der Kauf meines E-Autos war ein Abenteuer: „Meinen Sie das ernst?“, bekam ich in Autohäusern zu hören. Vor den ersten Fahrten sah ich mich nachts schon an Haustüren klingeln und nach Strom fragen. Knapp 25.000 Kilometer E-Fahren später kann ich sagen: alles Quatsch. Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist noch ein bisschen wie die Kleinstaaterei im Mittelalter, denn zumeist betreiben die jeweiligen Stadtwerke und Netzbetreiber die Säulen. Und da hat jeder seine Regeln, nur nicht die seiner Konkurrenz aus der Nachbarschaft. Aus jedem Geldautomaten bekomme ich heute mit jeder EC-Karte Bares, aber an jeder Ladesäule brauche ich immer ein anderes Equipment, um ein wenig Strom tanken zu können. Bis vor kurzem gab es nicht einmal eine Übersicht, wo die Ladesäulen stehen. Inzwischen veröffentlicht die Bundesnetzagentur eine Karte, die mir halbwegs vollständig erscheint. Stromtankstellen sind vor allem ein Ort der Kommunikation. Wenn man sein Kabel auspackt und anschließt, fragt fast immer jemand: „Funktioniert das wirklich mit Strom?“ Und oft enden die Gespräche mit dem Satz: „Beim nächsten Autokauf überleg´ ich mir das auch.“ Mit meiner E-Auto-Erfahrung bin ich überzeugt: Die Zukunft der individuellen Mobilität ist elektrisch und über die heutigen Debatten zur Reichweite und Ladeinfrastruktur werden wir in zehn Jahren nur müde lächeln. Ich bin sicher, bald werden wir mit Kindern über Benzintankstellen so reden wie heute über Telefonzellen.

Chirine Etezadzadeh, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Smart City e.V. (BVSC)

Orte der Lebendigkeit

Smarte Städte zeichnen sich durch eine technologische und soziale Vernetzung aus. Sie sind effizienter, nachhaltiger, kooperativer, resilienter und damit zukunftsfähiger als andere Städte. Die Smart-City-Bewegung betrifft große und kleine Städte, Städte in Ballungszentren und auf dem Land, wachsende und schrumpfende Kommunen und bezieht immer das sie umgebende Umland mit ein. Städte können sich als beherrschbare Einheiten im Vergleich zu Staaten zügig verändern. Sie haben die Chance, akuten Herausforderungen rasch zu begegnen und die Frage nach dem guten Leben individuell zu thematisieren. Eine Kommune, die gute Antworten liefert, wird erfolgreich sein. Sie wird auf ihre Region ausstrahlen und positive Entwicklungen in Gang setzen. Das ist smart. Einige smarte Städte werden unsere Wirtschaftsweise überdenken und nachhaltige urbane Ökonomien gestalten. Sie werden Stadtbewohner in sinnvoller Beschäftigung halten und aktiv in die Entwicklung der Stadt integrieren. So schaffen sie, neben einer sicheren Ver- und Entsorgung, Jobs, gesunde und erwünschte Lebensbedingungen, Sicherheit und kulturelle Resilienz. Die Digitalisierung wird uns, klug genutzt, Gegebenheiten und Prozesse wie die beschriebenen ermöglichen. Sie befähigt uns, gute Aspekte der Vergangenheit mit modernen Vorstellungen von Lebensqualität zu verbinden, auch ohne dabei das Menschliche technisch zu dominieren. Wenn Städten solche Entwicklungen gelingen, sind sie sehr smart.

Tim-Niklas Zimmer, Leser

Mobil im morgen

In einer smarten Stadt müsste der Verkehr neu organisiert sein. Ampelschaltungen sollten stärker aufeinander ausgerichtet sein, so dass der Verkehrsfluss ohne Stockungen läuft. Vereinfacht würde das durch selbstfahrende Autos, die in der Lage sind, Routen anhand von Verkehrsströmen zu wählen und mit den Ampelanlagen kommunizieren können. Außerdem könnte elektronisch angezeigt werden, wo derzeit Fahrzeuge fahren, die bereit sind, Mitfahrer mitzunehmen, so dass die Anzahl der Personen pro Auto deutlich erhöht werden könnte. Schwebende Fahrzeuge, die auf einer zweiten Ebene oberhalb der Straßen unterwegs sein könnten, würden den Verkehr zusätzlich entlasten.

Bibiana Beglau, Schauspielerin

Lebendiger Organismus

Städte sind für mich Orte der Freiheit. In Berlin habe ich durch die Stadt gelernt, dass Freiheit nicht bedeutet, die Auswahl zu haben, sondern eine zu treffen. Das könnte man unter smart verstehen. München ist eine Stadt, die einen einbezieht, aber auch mit einer Großzügigkeit in die Natur flüchten lässt, um am Abend wieder in den Schutz der Stadt zurückkehren zu können. Berlin lässt einen und wir bleiben immer Entdecker der eigenen Umgebung. Manchmal denke ich, Menschen sind wie Pflanzen: Sie wachsen nicht überall gleich gut an. Manche ernähren sich wie Luftwurzler aus den flüchtigen Momenten, wieder andere sind tief verwurzelt an einem Ort und brauchen die wohlige Wärme von viel Erde um sich. Eine Stadt stelle ich mir wie einen riesigen Urwaldbaum vor. Überall ist er besiedelt von verschiedensten Arten von Pflanzen und Tieren. Auf allen Ebenen passiert etwas anderes, unabhängig voneinander, und doch ist es ein riesiges Zusammenspiel aller Organismen. An manchen Ästen wächst und blüht es, an anderen schläft oder stirbt es. Man könnte Stadt auch als eine Art polymorphen Mehrzeller begreifen: Immer die Möglichkeit, sich andocken, sich verbinden, Anschluss finden zu können. Stadt bedeutet für mich eine Einladung zur Vielfältigkeit von Heimat und Kulturen. Es bedeutet, Möglichkeiten der Auswahl zu haben.

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer Deutscher Städtetag

Nutzen für die Menschen

Die smarte Stadt ist kein Selbstzweck und der Begriff „Smart City“ auch kein neues Leitbild für die Stadtentwicklung. Digitalisierung, Vernetzung und Technik sind wichtige Hilfsmittel auf dem Weg zur nachhaltigen und lebenswerten Stadt. Aber wir wollen dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die in unseren Städten leben. Deshalb müssen wir den Nutzen für die Allgemeinheit als Bewertungskriterium einbeziehen. Derzeit wird „Smart City“ noch allzu sehr von der technischen Seite her gedacht. Die Frage lautet oftmals, was technisch möglich ist und wie wir diese Technik einsetzen können. Doch nicht alles, was technisch möglich ist, ist letztlich sinnvoll und nachhaltig. Der Ansatz muss deshalb eher lauten: Was benötigen die Menschen in den Städten zur Verbesserung ihres Alltags? Was hilft ihnen, um ihre Lebensmodelle verwirklichen zu können? Und was benötigen die Städte, um sich nachhaltig und zukunftsfähig zu entwickeln? Da bieten Smart-City-Konzepte viel Potenzial. Mit gezielt verknüpften Daten lassen sich schwierige Entscheidungen präziser treffen und hochkomplexe Prozesse besser steuern. Kommunen können ihr Service- und Dienstleistungsangebot für die Bürger weiterentwickeln und die Effizienz der Prozesse in der Verwaltung im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern steigern. Das sind einige der Herausforderungen, denen sich die Städte tagtäglich und in Zukunft stellen.

Friederike Nitsch, Verein Straßenkinder e.V.

Alle mitnehmen

Digitaler Wandel bringt viele Gestaltungsmöglichkeiten für unsere Gesellschaft mit sich, um effizienter und zukunftsfähiger zu sein. Doch es gibt Menschen, die davon gänzlich abgehängt sind. In unserer Arbeit sind wir täglich mit existenziellen Nöten von Straßenjugendlichen konfrontiert, die aufgrund individueller Missstände scheitern, ihr Zuhause verlieren und auf der Straße landen. Berlin ist das Spiegelbild eines Landes, in welchem Wunsch und Wirklichkeit von Lebensentwürfen weit auseinandergehen. Die Mittelschicht kämpft um bezahlbaren Wohnraum, aber Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, werden aus dem öffentlichen Leben verdrängt und haben den Kampf um eigenen Wohnraum bereits verloren. Dabei können auch Anliegen von sozial ausgegrenzten und obdachlosen Menschen in Konzepten zu „Smart City“ ihren Platz finden. Wenn es beispielsweise um städtebauliche Veränderungen geht, die eine bewusste Durchmischung von Wohnquartieren fördern, die eine durchdachte Ausgestaltung von öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen beinhaltet, in denen gegen Ausgrenzung vorgegangen und den Bedürfnissen von obdachlosen Menschen mit Aufenthalts- und Duschmöglichkeiten Rechnung getragen wird. Andere Länder, wie Dänemark, gehen etwa mit dem „Housing-first-Programm“ beispielhaft gegen Obdachlosigkeit vor. Warum nicht bei uns Strategien initiieren, die Städtebau, soziale Arbeit und Politik vereinen. Wir finden, smart heißt eben auch, alle mitzunehmen.

Michael Denkel, Stadtplaner und Städtebauarchitekt

Organisiertes Leben

Die wachsende Urbanisierung stellt unsere Städte vor Herausforderungen: Luftverschmutzung, Wasserknappheit und ein andauernder Verkehrskollaps sind Überlastungserscheinungen. Aber das System Stadt ist nicht das Problem, sondern dessen Lösung. Nur hier können sehr viele Menschen auf kleiner Fläche und mit vertretbarem Ressourceneinsatz ihr Leben organisieren. Zunehmend helfen bei dieser Aufgabe eine ausgefeilte technische Infrastruktur und die Digitalisierung: Straßenlampen leuchten nur, wenn jemand in der Nähe ist; Detektoren melden freie Parkplätze; der Interneteinkauf wird per Drohne geliefert; Mobilitätssystem und Energieverbrauch werden durch umfassendes Monitoring in Echtzeit gesteuert. Unsere Städte werden „smart“. Die Smartness einer Stadt wächst aber nicht alleine mit der Menge verbauter Elektronik. Smart bedeutet auch hohe Lebensqualität bei geringem Ressourcenverbrauch. Smart ist die Stadt mit dem effektivsten Management. Es geht dabei auch um intelligente Verwaltungsstrukturen und eine offene Kommunikation mit den Bürgern über die elektronischen Kanäle. Und Digitalisierung ergänzt den Werkzeugkasten der Stadtplaner, so dass bereits deren Konzepte effizienter und menschengerechter werden sollten. Aber unzureichender Datenschutz, Verwundbarkeit der Systeme und die potenzielle Machtfülle der Konzerne bilden die andere Seite der Medaille. Augenmaß und maßgeschneiderte Gesetze werden hier unabdingbar.

Chris Janssen, Leser

Verkehr neu erfinden

Von einer smarten Stadt wünsche ich mir vor allem mit Blick auf Pkws ein besser organisiertes Transportsystem. Hier sollten die Straßen und Parkflächen durch flächendeckende Car-Sharing-Gebiete bis in den Speckgürtel hinein entlastet werden. Eine höhere Auslastung vorhandener Fahrzeuge ist unabdingbar, um modernen Mobilitätsanforderungen und dem ständigen Zuzug gerecht zu werden. Auch selbstfahrende Autos und Taxis, die durch smarte Realtime-Verarbeitung von Verkehrsdaten ebenso einen besseren Verkehrsfluss gewährleisten können, spielen hier eine Rolle. Weniger Autos, weniger Stau und schnellere Beförderung ans Ziel würden somit allen zugutekommen – mal abgesehen davon, dass Radwege und Begegnungszonen für Fußgänger dann ausgebaut werden könnten. Da sich die Autoindustrie vor allem für die Metropolen und die weniger materialistischen und besitzdenkenden Generationen neu erfinden muss, sehe ich hier großes Innovationspotenzial.


Antoine Fuchs, Leser

Smartes Vorbild

Spanien mag vor wenigen Jahren noch eines der Sorgenkinder der EU gewesen sein, mittlerweile ist es wieder auf dem Weg nach oben. Und in punkto Smart City kann eine Stadt im Norden des Landes dem Rest der Welt den Weg weisen: Santander. Sie ist so modern, dass sich Delegationen aus dem Ausland bereits vor Ort einen Eindruck davon verschaffen, wie eine Smart City der Zukunft auch in ihrer jeweiligen Heimat funktionieren könnte. Zum Beispiel sind die Abfallbehälter in Santander so „intelligent“, dass sie den Verantwortlichen melden, wenn sie eine Leerung für notwendig halten. Und mithilfe von LED-Anzeigen, die an strategischen Stellen der Stadt aufgestellt sind, sehen Autofahrer, ob in einer bestimmten Straße noch ein Parkplatz frei ist oder nicht.

Krischan Henne, Leser

Schöne neue Welt

Mein Traum von einer smarten Stadt ähnelt einem Science-Fiction-Szenario: Auf der Oberfläche erleben wir eine Idylle mit gutgelaunten Menschen, denen Maschinen die Arbeit abnehmen. Umweltprobleme gehören der Vergangenheit an, der Verkehr ist unter die Erde verbannt. Nahrungsmittel wachsen an jeder Ecke und Energie wird nachhaltig erzeugt. Die Überbevölkerung ist auch kein Problem mehr, es wird in die Höhe gebaut und die Ozeane werden besiedelt. Maschinen nehmen den Menschen immer mehr Tätigkeiten ab, Arbeit wird zunehmend zum Luxusartikel. Die breite Bevölkerung muss sich mit fragwürdigen Entertainmentangeboten, natürlich virtuell, die Zeit vertreiben. Die Entfremdung von der Natur und der Realität nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Allmählich verwandelt sich der Traum in einen Albtraum.

Nils Minck, Leser

Frei vom Ballast

Ich glaube, dass in erster Linie smarte Menschen eine smarte Stadt ausmachen, und dann erst kommt die smarte Nutzung von Technologie. Eine Stadt bewohnt von fünf Millionen miteinander vernetzten Smombies, die aber gar nichts mehr voneinander mitkriegen, weil sie nur noch mit der Steuerung der in ihren Smartwatches eingebauten Wasserfontäne beschäftigt sind, finde ich schon nicht besonders reizvoll, sondern geisterhaft und furchterregend. In meiner großen Vision einer smarten Stadt sehe ich vielmehr selige Menschen durch die Straße laufen, die sich an den schönen Dingen des Lebens erfreuen können und mehr Zeit haben, sich sinnvollen Aufgaben zu widmen, weil sie nicht den ganzen Tag Probleme mit dem legendären Paketboten haben müssen. Dann lieber Drohnen ranlassen.

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