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Was denkt mein Tier?

Sie bellen, mauzen, fiepsen und gackern. Tiere kommunizieren nicht nur mit Artgenossen, sondern auch mit uns Menschen. Aber können wir auch verstehen, was sie dabei denken und fühlen? Erzählen Sie uns von Ihren Beobachtungen.

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Julia Blüher, Tierpsychologin

Beobachten und verstehen

Die Tierpsychologie ist eine verhaltenstherapeutische Beratung für den Tierhalter und sein Tier und bietet die Möglichkeit, gegen Verhaltensstörungen und störendes Verhalten gezielt vorzugehen. Änderungen im Verhalten des Tieres werden durch Training, Desensibilisierung und Konditionierung erreicht. Seitdem ich mich erinnern kann, gibt es Tiere in meinem Leben. Oft waren es nicht die eigenen. Schon als Kind habe ich mich bemüht, die Kommunikation zwischen Mensch und Tier zu fördern, indem ich ehrenamtlich in einem Tiergehege arbeitete. Der eigene „Zoo“ zu Hause bestand aus Katzen, später gesellten sich Meerschweinchen, Hunde, Fische, Pferde und Vögel dazu. Ich danke meinen Eltern, dass sie nie nein sagten, wenn ich mal wieder mit einem Küken zur Handaufzucht vor der Tür stand oder ein Findeltier mitbrachte. An Tieren fasziniert mich, dass sie immer ehrlich und direkt sind. Mit Mitte 20 entschied ich mich dafür, tierisches Verhalten besser verstehen zu wollen. Mein Ziel: Das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu verbessern. Ich studierte Ethologie, einen Zweig der Zoologie, der sich mit vergleichender Verhaltensforschung beschäftigt. Seitdem habe ich viele unterschiedliche Formen des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier kennenlernen dürfen. Praktische und theoretische Weiterbildungen sind dabei für mich selbstverständlich geblieben. Denn die Verhaltensforschung mit und am Tier steckt noch in den Kinderschuhen.

Simone Meep, Leserin

„Meine Besitzer sagen zwar, ich soll nicht auf die Möbel klettern, aber ich tue und lasse, was mir gefällt.“

Anna Schwarz, Leserin

Überraschender Schabernack

Rocky, unser Findelkind, war eine wirklich gelungene Mischung aus Schäferhund, Husky und Collie. Bildschön, und er wusste das genau, besonders wenn wir an wohlriechenden Hündinnen vorbeikamen, und er modelartig an ihnen vorüberstolzierte. Eines Tages überraschte er mich durch einen bewussten Schabernack. Wie so oft wollte ich sein Fell durchbürsten, am besten auf der Treppe vor unserem Haus. Die Bürste hatte ich schon bereit gelegt, aber noch etwas vergessen und ging kurz ins Haus. Als ich zurückkam, saß Rocky brav auf der Treppe, aber die Bürste war verschwunden. Ich suchte sie überall, auch im Vorgarten, minutenlang, ohne Erfolg. Als ich rief „Rocky, such die Bürste“, rührte er – anders als sonst bei seinen Spielzeugen – keine Pfote, sondern sah mich nur mit großen Augen und schiefem Kopf an, nach dem Motto „Was meint sie denn nur?“. Erst nach gründlichem Durchsuchen der hintersten Ecken des Vorgartens fand ich die Bürste schließlich im letzten Winkel zwischen engen Forsythiensträuchern. Rocky entkam dem Bürsten nicht, aber hatte seine Pfiffigkeit gezeigt, Dinge vor mir zu verstecken, um so meine vermuteten Absichten zu vereiteln. Respekt, du eitler Macho.

Martin Rütter, Hundetrainer

Chef im Rudel

Konsequenz ist ein unerlässlicher Faktor in der Erziehung des Hundes. Wir Menschen stellen Regeln auf, gehen dann aber zu lax mit diesen um. Immer sonntags darf der Hund mit am Frühstückstisch sitzen und bekommt sein Leberwurstbrötchen, an den anderen Tagen aber nicht. Das kapiert kein Hund und verunsichert ihn nur. Ein Hund benötigt klare Regeln, nur so kann er Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen und sich auch in schwierigen Situationen auf ihn verlassen. Sicherlich ist das mit der Konsequenz nicht immer einfach. Denn Hunde sind wahre Manipulationsgenies. Sie beeinflussen und manipulieren uns permanent – und wir merken es meist nicht einmal. Sie beobachten uns genau und registrieren, was welcher Blick und welches Verhalten bei uns auslöst. Ein kleines Beispiel: Wenn der Hund seinen Kopf auf unseren Schoß legt, seinen treuen Hundeblick aufsetzt und dabei auch noch fiept, springen wir sofort auf und geben ihm ein Leckerchen. Dieses Ritual festigt sich mit der Zeit. Da hat ein Hund seinem Menschen beigebracht, wann er ihm Leckerchen zu geben hat. Diese Entscheidungshoheit sollte aber immer beim Menschen liegen, denn ein Leckerchen kann ein wichtiges Instrument in der Erziehung des Hundes sein – Stichwort: Belohnung für richtiges Verhalten. Aber auch das kann man nicht verallgemeinern, denn für manche Hunde ist bereits ein nettes Wort, eine Streicheleinheit oder einfach die Tatsache, dass der Mensch sich freut, genug des Lohns.

Gloria Neugebauer, Leserin

Freunde fürs Leben

Wenn wir jetzt mal von Hunden ausgehen, dann möchte kein Hund ständig Nein und Aus hören und am Halsband von A nach B gerissen oder zu Tode gestrichelt werden. Ein Hund möchte in Ruhe leben, er möchte, dass man sich mit ihm beschäftigt, ihn wenig allein lässt und freundlich behandelt. Fressen, trinken, Nähe und laufen. Wir sind keine Rudelführer, wir sind und sollten unserem Hund ein Freund sein. Freunden zieht man kein Halsband an, es sind immerhin keine Sklaven.

Marlene Schönberger, Leserin

Mehr als man denkt

Natürlich kann man nur annähernd erahnen, was Tiere denken, doch in vielen Situationen ist es sehr offensichtlich, was sie von dir erwarten. Alle Lebewesen geben in irgendeiner Weise Zeichen, die darauf hinweisen, was sie wollen. Der Mensch spricht und ein Hund beispielsweise bringt dir seinen Ball, wenn er spielen will. Früher dachte ich, dass Hunde nur ans Essen denken. Jetzt hat sich meine Meinung geändert. Ich glaube, Hunde machen sich viel mehr Gedanken über ihr Leben, als viele Menschen denken. Bei meinem Hund gibt es Momente, in denen man ihm an den Augen ablesen kann, was er denkt, und doch steckt wahrscheinlich viel mehr dahinter. Im Endeffekt kann man nur erraten, was im Kopf eines Vierbeiners vorgeht.

Christiane-Caren Schaffer, Leserin

Hunde und Katzen haben eine Körpersprache und auch eine Gesichtsmimik, die uns viel sagt. Natürlich kann man das nur deuten, wenn man sein Tier lange kennt und weiß, was es einem sagen möchte.

Andreas Kieling, Tierfilmer und Autor

Früh geprägt

Die Frage setzt voraus, Tiere hätten ein Bewusstsein. Gefühle wie Hass, Neid oder den Wunsch nach Vergeltung kennen sie allerdings nicht. Tiere sind instinktgesteuert. Will man ein Wildtier verstehen, muss man sich in es hineindenken. Wann erzeuge ich bei ihm Stress, sieht es mich als Bedrohung und will deshalb die Flucht ergreifen? Betrachtet man sowohl Domestizierte wie Wildtiere, so sind sich zum Beispiel Hund und Wolf sehr ähnlich, auch wenn einzelne Entwicklungsstufen inzwischen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Bei Wolfsjungen findet in der vierten Woche eine Prägungsphase statt, in der die Rangordnung festgelegt wird. Es entscheidet sich, wer das Alphatier wird. Ein Alphatier zu sein hat nicht nur Vorteile, denn es bringt auch Stress und Gefahren für das Tier mit sich. Bei Hunden kommt noch eine zweite Phase hinzu, sie findet in der neunten bis elften Woche statt. Es ist eine Lernphase, in der die Tiere die Befehle der Bezugsperson kennenlernen. Tiere denken aber nicht wie Menschen und sie denken auch nicht über einen Bezugsmenschen in der emotionalen Weise, wie wir es uns häufig wünschen: als Freund. Das wollen wir oft nicht wahrhaben. Es sind die Instinkte und die Erfahrungen, die das Tier prägen. Sie agieren viel klarer nach bestimmten Verhaltensmustern. Vielleicht ist es aber auch ein Trost, dass Tiere nicht so denken wie Menschen. Denn wir alle wissen, was Menschen mit anderen Menschen und der Erde anrichten können.

Marcus Röbke, Tierpfleger Zoo Berlin

Erlerntes Vertrauen

Durch meine langjährige Arbeit im Zoo Berlin kenne ich mich mit unseren Tieren – insbesondere den Bären – ganz gut aus. Doch als die Panda-Dame Meng Meng 2017 zu uns kam, war sie für mich zunächst ein Buch mit sieben Siegeln. Wie bei den Menschen auch hat jeder Bär seinen ganz individuellen Charakter. Nach nun fast einem Jahr wissen wir beide durch den täglichen engen Kontakt beim gemeinsamen medizinischen Training schon ein bisschen, wie der andere so tickt. Ich muss ihr vertrauen, dass sie mir, wenn ich ihren Bauch untersuche, nicht in die Hand beißt. Sie muss mir vertrauen, dass ich ihr bei der Untersuchung nicht wehtue. Mittlerweise streckt sie mir ihren Arm entgegen, damit ich Blut abnehmen kann und weiß, dass ihr nichts Schlimmes passiert. Natürlich wird auch die Beziehung zu einem Tier intensiver, je länger man sich kennt. Gerade, wenn ich von Geburt an dabei bin und all seine Eindrücke und Begegnungen miterlebe, weiß ich, was es mag, wovor es Angst hat und wie es sich in bestimmten Situationen oder zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten verhält. Bei Eisbär Knut konnte ich beispielsweise sehr gut vorhersehen, wie er wann reagieren wird. Obwohl ich jeden Tag mehrere Stunden mit den Tieren verbringe, würde ich nie behaupten, dass ich eines von ihnen so gut verstehe wie beispielsweise meine Partnerin. Unsere Sprache kann die Gedanken des Gegenübers viel direkter vermitteln, als es Gestik, Mimik und Verhalten allein können.

Nils Ma, Leser

Die können weder denken noch fühlen.

Anke Krämer, Leserin

Guck mal, wer da denkt

Mein Border-Collie Olly denkt, wenn er mich ansieht: „Gleich geht sie, ich will mit, guckt sie? Oh ja, sie guckt, yapp, ich geh mit auf Tour. Oh ja, die Leine, jetzt bin ich mir sicher. Oh super, mein Ball, ich bell mal, dann weiß sie, das sie endlich werfen soll. Hier ist der Ball, nochmal, nochmal ...“ Essen auf dem Tisch, er guckt und wartet auf Zeichen, damit er sich eine Belohnung mit Tricks wie Türschließen verdienen kann. Howie, der alte Kater, möchte rein. Ich sprinte zur Tür und lasse ihn rein. Olly: „Oh Mann, die Katze, da geh ich lieber, Chef ist nun mal Chef.“

Uli Vogel, Leserin

Auf du und du

Ich lebe seit vielen Jahren zusammen mit tierischen Notfällen, oder besser gesagt mit Not-Fellen, -Federn, -Häuten und -Panzern. Eigentlich war das schon immer so. Hatte ich keinerlei Erfahrung mit einem bestimmten Geschöpf, musste ich mich schon einige Zeit zurücknehmen und beobachten. Da aber immer bereits ein tierischer Mitbewohner vorhanden war, orientierten sich Neuzugänge an dessen Verhalten. Wir verstehen uns gegenseitig recht schnell sehr gut. Ich glaube inzwischen auch nicht mehr daran, dass zum Beispiel Hunde nur das Wie und nicht das Was verstehen.

Breido Graf zu Rantzau, Präsident Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)

Emotionale Bindung

Pferdeleute sind sich schon lange einig, dass das Pferd der beste Erzieher des Menschen ist. Kein Smartphone kann den Kontakt zum echten Tier ersetzen. Wer schafft es schon, Kinder und Jugendliche am Wochenende früh morgens aus dem Bett nach draußen zu locken, wenn nicht das Pferd? Ein Pferd braucht Pflege und Versorgung – jeden Tag. Darauf macht es schon mal mit lautem Wiehern am Koppelzaun oder ungeduldigem Scharren mit den Hufen aufmerksam. Zur Versorgung eines Pferdes gehören das Füttern und Reiten, die Pflege des Fells und das Ausmisten der Box. Darüber lernen Kinder das Artverhalten des Pferdes kennen, übernehmen Verantwortung für dessen Wohlergehen und bauen eine emotionale Bindung zu ihm auf. Durch den gemeinsamen Umgang miteinander wird der Mensch empfindsam für das Wesen und Verhalten des Pferdes. Wer sich ausgiebig um sein Pferd kümmert, wird es auch verstehen. Legt es die Ohren an und reißt die Augen auf, ist es ängstlich, unzufrieden oder gar aggressiv. Spitzt es neugierig die Ohren oder lässt es die Unterlippe locker hängen und stützt einen Huf ab, ist es aufmerksam und entspannt. Das Verständnis für die Bedürfnisse des Tieres ist auch Grundvoraussetzung für den gemeinsamen sportlichen Erfolg. Wer seinen vierbeinigen Sportpartner fair behandelt, bekommt dies durch eine harmonische Vorstellung in der Prüfung oder einen für Pferd und Reiter gleichermaßen entspannten Ausritt durch Feld und Wald zurückgezahlt.

Corinna Eschner, Leserin

Was die Katze meiner Eltern dachte, als ich zur Tür rein kam? „Was machst du in meiner Wohnung und mach sofort das Licht aus.“ Dieser Blick von dem Kater – unbezahlbar.

Katrin L. Rösner, Leserin

„Tischlein, deck dich.“

Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner, PETA Deutschland

Reptilien leiden still

Jahr für Jahr werden laut des Statistischen Bundesamtes etwa 850.000 Reptilien nach Deutschland importiert. Viele von ihnen sind Wildfänge. Auf Reptilienbörsen werden die sensiblen Exoten wie billiger Trödel verramscht. Oftmals sterben sie bereits beim Transport. Laut der im Jahr 2012 im Fachmagazin „The Biologist“ veröffentlichten Studie „Pet Hate“ gelten Sterberaten von 70 Prozent in dieser skrupellosen Branche als normal. Bei Reptilien handelt es sich um Lebewesen, die aus fernen Ländern stammen und sich in unseren Wohnzimmern niemals wohlfühlen. Allein der Blick eines Menschen kann die empfindsamen Tiere in Todesangst versetzen. Wie viele von ihnen unter Haltungsfehlern leiden und aufgrund dessen verfrüht sterben, zeigt eine retrospektive pathologische Fallstudie von 2008, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden. 51 Prozent der Tiere hatten unter Krankheiten gelitten, die durch schlechte Haltungsbedingungen verursacht wurden. Durch den Handel mit Wildtieren werden die letzten artenreichen Naturschutzgebiete regelrecht leergeplündert, nur damit Menschen ein besonders exotisches Tier in ihrem Terrarium halten können. Hohe Verkaufspreise machen die letzten ihrer Art gar zu teuren Spekulationsobjekten. Der Handel mit exotischen Tieren muss dringend untersagt werden. Unsere Bundesregierung ist in der Pflicht, endlich ein generelles Haltungsverbot dieser Wildtiere zu beschließen.

Martin Bucksch, Tierarzt und Ernährungsexperte

Gut im Futter

Hunde sind nicht einfach nur Haustiere, sondern die besten Freunde des Menschen, und als solche werden sie auch gehegt und gepflegt. Um einen Hund gesund und glücklich zu halten, braucht er neben ausreichend Auslauf und Pflege, wenigen Stunden Alleinsein zu Hause und genügend sozialem Kontakt das Richtige in seinem Napf. Denn auch beim Hund gilt der Satz: Du bist was du (fr)isst. Eine gesunde Ernährung ist die Basis für ein gesundes Hundeleben ohne Beschwerden und Allergien, die leider einen Boom erleben. Unabhängig von den einzelnen „Spezialansprüchen“ gilt jedoch grundsätzlich: Je hochwertiger die Zutaten im Futter sind – am besten in reiner Lebensmittelqualität – desto hochwertiger ist die Zulieferung von Nährstoffen und Vitaminen. Um das Verhalten eines Hundes zu verstehen, haben Wissenschaftler sich schon häufiger an Studien der Kinderpsychologie bedient. Nun gibt es hier auch interessante Einblicke bezüglich der Ernährung und ihrer Auswirkung auf die Psyche. Auch bei Hunden wird ein schädlicher Einfluss von Synthetik und künstlichen Vitaminen vermutet, so dass immer mehr Futterhersteller auf frische Vitaminlieferanten wie Gemüse, Obst und Kräuter setzen, was den Hunden nicht nur schmeckt, sondern sie auch in ihrer Fitness unterstützt. Ich würde auch immer empfehlen, den Hund ein- bis zweimal jährlich zum Check beim Tierarzt vorzustellen. So können eventuelle Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandeln werden.

Rebecca Fé, Leserin

Seelenverwandt

Es gibt Tiere, in meinen Augen vor allem Katzen, die eine spezielle Verbindung mit dem Halter haben. Wir nennen das immer Seelenkatzen. Wenn man einmal die Seelenkatze oder den Seelenkater gefunden hat, braucht man ihn nur anzusehen, um zu wissen, was sie/er braucht oder denkt. Ich habe seit fünf Jahren einen Seelenkater. Wenn ich ihn ansehe, seine Körpersprache, seine Mimik und den Ausdruck in seinen Augen, dann weiß ich, ob ihm gerade nach Spielen, nach Kuscheln oder nach Essen ist oder ob ihm eventuell etwas weh tut. Tiere teilen das ihrem Seelenherrchen oder -frauchen sehr eindeutig mit, denn das Vertrauen und die Liebe zwischen beiden sind bedingungslos. Mein Seelenkater brach sich vor einigen Jahren ein Beinchen. Manchmal, wenn ich ihn ansehe, sehe ich in seinem Blick, dass das Beinchen gerade in dem Moment besonders weh tut. Andere Male sehe ich, wie sehr er meine Aufmerksamkeit braucht. Dazu muss er keinen Laut von sich geben.

Sabine Reinehr, Leserin

Elterngefühle

Ich habe verstanden, was meine beiden Katzen wollten, als sie immer und immer wieder das gleiche Baby aus dem Wurf der Nachbarskatze geklaut haben. Sie sind beide kastriert beziehungsweise sterilisiert, wollten aber ein Baby – um jeden Preis. Nachdem ich den Kleinen zum dritten Mal zurückbringen wollte, hat die Besitzerin der Katzenmama nur gesagt: „Das ist Schicksal, die beiden haben gewählt, dann soll es wohl so sein.“ Seitdem habe ich drei sehr glückliche Katzen.

Julius Krick, Leser

Katzen denken wahrscheinlich so: „Sie füttern mich, sie streicheln mich, sie lieben mich, sie machen meinen Dreck weg, ich muss Gott sein!“

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Was bringt dieser Sommer?

Die langen warmen Tage stehen vor der Tür und jeder kann sie wieder spüren: diese unvergleichliche Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres. Teilen Sie mit uns Ihre Pläne und Vorstellungen für einen unvergesslichen Sommer.

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Katja Horneffer, Meteorologin und Fernsehmoderatorin

Blick in die Glaskugel

Die Wetterwelt ist aus den Fugen geraten. 2017 war der März rekordwarm, Ende April kamen brutale Spätfröste, die Obst und Wein schädigten. Im Zuge des Klimawandels blüht es früher und wächst länger im Jahr. Der April 2018 ist der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880. Langzeitprognosen? Die sind in aller Regel zum Scheitern verurteilt. Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone; bei uns ist – Klimawandel hin oder her – die Abwechslung beim Wetter das Prinzip. Der typisch mitteleuropäische Sommer besteht aus Phasen mit Sonne und Wärme und anderen eher kühlen und regnerischen Passagen. Aber manchmal gerät dieses Muster aus dem Takt, und für viele Wochen ändert sich die Wetterlage kaum. Das kann auch in diesem Sommer passieren. Wetterkundige schielen gern auf den „Siebenschläfer“, genauer den Monatswechsel von Juni auf Juli. Da entscheidet sich oft, wie der Hochsommer, also die Monate Juli und August, werden. Weil sich dann der Sonnenstand und die Wassertemperaturen auf der Nordhalbkugel von Tag zu Tag nur wenig ändern, stellt sich oft eine Wetterlage ein, die länger Bestand hat. Die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA berechnet für Europa grobe Jahreszeitenprognosen. Daraus lässt sich erkennen, ob ein Monat wärmer oder nasser als im vieljährigen klimatologischen Mittel wird. Demnach könnte der Juni bei uns in Deutschland etwas zu warm und trocken, Juli und August etwas zu nass werden. Ob’s stimmt? Abwarten.

Diana Lege, Leserin

Licht und Schatten

Energie, Wärme, Wachstum, abso- lute Großzügigkeit und Fülle, das reine Geben und Hingeben. Som- mer kann auch „Zu viel“ bedeuten, für manchen Trockenheit und Dür- re, Hitze ohne Wasser, Licht ohne Schatten. Doch für mich, die ich die Wahl habe, bedeutet Sommer licht- durchflutete Welt mit Schatten und Halbschatten. Und Reflektieren über mein Leben, weil ich im Som- mer Geburtstag habe.

Elise, Leserin

Öffnet die Arme

Dieser Sommer scheint mir wie eine Doppelgleichung. Die Stadt lässt mich zu einem Elefanten werden. Die Geräusche lassen meine Ohren wachsen. Ich spreche lauter und lauter. Meine Füße werden schwerer. Ich muss hier raus. In einer Woche werde ich die chilenische Wüste durchqueren, wo ich auf dem Vordersitz eines Jeeps sitze, in der Nähe meines besten Freundes. Nichtsdestotrotz bringt die Sonne in der Stadt ein bisschen Ruhe und Entspannung. Ich hoffe nur für diesen Sommer auf eine Sache: dass die Leute aufhören, mich wie einen Elefanten zu behandeln, sondern eher wie eine Katze und mehr Liebe geben.

Yvonne Scherner, Leserin

Eine sonnige Parkbank am Montagmorgen, auf der man Bücher beendet, die man nie fertig gelesen hat. Stetig den Wetterbericht checken, die Winterzeit löst sich auf und man lässt sich einfach treiben.

Michael F. Feldkamp, Parlamentshistoriker

Alle Jahre wieder

Eigentlich ist das „politische Sommerloch“ ein Sommerloch der Medien. Den Redaktionsstuben gehen in der Ferienzeit die Themen aus. Worüber soll berichtet werden, wenn es keine politischen Kontroversen gibt? Bisher gab es kein Sommerloch-Thema, dass Einfluss auf das politische Geschehen genommen hätte oder mit dem ein Richtungswechsel in der Politik erfolgt wäre. Wegen des Wahlkampfes blieb das übliche Sommergezänk 2017 aus. Doch für dieses Jahr ist ein politisch „heißer“ Sommer zu erwarten. Vor allem Spitzenpolitiker der Regierungsfraktionen werden sich in Homestorys und Sommerinterviews pointiert äußern. Die Konsequenz wird sein, dass danach vermeintlich missverständliche Formulierungen und missverständlich Zitiertes ausgeräumt werden müssen. Die Zeichen stehen auf Sturm. Denn mit dem Einzug der AfD in den Bundestag ist es erkennbar lebhafter im deutschen Parlament geworden, aber auch in den sozialen Netzwerken und an den Stammtischen. Konservative Themen, die von den etablierten Parteien nicht gesetzt oder nur gestreift werden, könnten nun stärker und auch populistischer behandelt werden. Nach Artikel 39 des Grundgesetzes kann die Sommerpause unterbrochen werden. Doch außer der CDU/CSU hat keine Fraktion im Bundestag die dazu erforderliche Mehrheit von einem Drittel der Mandate, nämlich 237. Die politische Diskussion in Deutschland wird daher im Juli und August wieder nur außerhalb des Parlaments geführt werden.

Maja Smoltczyk, Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit

Datenschutz wird europäisch

Dieser Sommer steht ganz im Zeichen des Datenschutzes, denn die Europäische Datenschutz-Grundverordnung, kurz DS-GVO, ist seit dem 25. Mai endlich wirksam. Damit werden die Datenschutzrechte enorm gestärkt – und ein Grundrecht fit gemacht für die globalisierte und digitalisierte Welt. Künftig wird Transparenz groß geschrieben. Wer Daten erhebt, muss umfassender und klarer als bisher darüber informieren, was mit diesen Daten passiert. Dank des Rechts auf Datenübertragbarkeit müssen Unternehmen ihren Kundinnen und Kunden deren Daten und Profile in maschinenlesbarer Form herausgeben. Das schafft Unabhängigkeit, und die Hürde, Stromanbieter oder soziale Netzwerke zu wechseln, sinkt. Die Grundsätze Privacy by Design und Privacy by Default sorgen für Datenschutz bereits bei der Entwicklung von Produkten und in den Voreinstellungen technischer Geräte, die nunmehr von vornherein datenschutzfreundlich sein müssen. Und es ist leichter geworden für Bürgerinnen und Bürger, ihr Recht auf Datenschutz gegenüber ausländischen Unternehmen durchzusetzen. Sie müssen ihre Beschwerde nicht mehr an ausländische Stellen richten – Ansprechpartnerin ist jetzt die regionale Datenschutzaufsicht auch bei grenzüberschreitenden Fällen. Auch deutsche Unternehmen, die ein hohes Datenschutzniveau gewohnt sind, profitieren von der DS-GVO. Denn wer am europäischen Mark künftig mitspielen will, muss die neuen Regeln beachten. So wird Wettbewerbsgleichheit geschaffen.

Peter Ankowitsch, Leser

Lust auf Neues

Ich habe mir für diesen Sommer viel Neues vorgenommen. Mehr in die Natur gehen und etwa einen Kletterschein machen. Mit Freunden zusammen Neues erleben und Momente teilen. Ich möchte des Weiteren viel wandern und schwimmen in der Natur. Und auch neue Wege gehen – Unerforschtes für mich entdecken und in mein Leben integrieren, lange Fahrradtouren mit Freunden planen und Ruhe dadurch finden. Der Alltag kann einen sehr beschäftigen mit unnötigen Informationen, die das Leben weniger lebenswert machen. Anstatt ins Auto zu steigen oder mit dem Taxi zu fahren, sollte man besser mal nach Hause laufen oder das mit dem Fahrrad verbinden. Sogar lange Strecken können hier genossen werden, weil ich mir dort Zeit für mich nehmen und mich bewusst spüren kann. Alle diese Faktoren bringen mir einen unvergesslichen Sommer und eine Entwicklung, die ich sehen kann – im Inneren wie im Äußeren. Dies spiegelt sich in der Freude meiner Mitmenschen wieder, mit denen ich durchs Leben gehe oder denen ich nur kurz begegne. Eine interessante Neuentdeckung ist für mich das Jagen. Ein Freund ist Jäger und deswegen nehme ich die Möglichkeit wahr, mich dort zu sensibilisieren. Es geht auch darum zu wissen, wo unser Fleisch herkommt. Denn wenn man mal selbst ein Tier getötet und den ganzen Prozess miterlebt hat, überlegt man es sich vielleicht zweimal, ob dies jeden Tag passieren sollte und wir weiterhin so viel Fleisch essen sollten.

Luca de Rocco, Vizeweltmeister im Eismachen

Kalte Versuchung

Sobald es heiß wird, wollen alle eins: ein leckeres, erfrischendes Eis. Dieses Jahr hat die Eissaison schon im April angefangen, denn wir hatten hier in Süddeutschland bis zu 35 Grad. Bei dieser Hitze ist vor allem Sorbet beliebt. Es sollte zu mindestens 35 Prozent aus frischer Frucht bestehen und hier wollen wir echten Handwerker auch zeigen, dass wir nicht mit Fertigprodukten arbeiten, sondern mit natürlichen Zutaten. Im März und April stehen in erster Linie Zitrusfrüchte aus Sizilien zur Verfügung. Ab Mai explodiert die Natur und alle erdenklichen Fruchtsorten lassen sich verarbeiten. Dieser Sommer wird ein Sommer voller Vielfalt. Denn im Gegensatz zu den Erfahrungen meiner letzten Urlaubsreise nach Hanoi, wo ich einzig auf Vanilleeis stieß, sind hier immer stärker die fantasievollen Sorten gefragt. Die Menschen wollen Neues testen. Das kann Holunderblüten- oder Löwenzahn-Sorbet sein, aber auch Erdbeer mit Basilikum, Birne mit Parmesan, karamellisierte Pistazie oder Rhabarber aus regionalem Anbau. Dieser ist übrigens vielen Eiskunden wichtig, auf der anderen Seite aber auch wieder Eissorten mit Kokos als vegane und laktosefreie Alternative zum Milcheis. Ich finde es interessant und wichtig, mit den Menschen zu reden, was ihnen schmeckt und was sie sich wünschen. Inspirationsquellen sind auch Desserts, die ich in Restaurants bestelle. Denn obwohl wir seit vier Generationen Eismacher sind, möchte ich immer weiter dazulernen.

Jens S., Leser

Ich hoffe, dass dieser Sommer Magie in mein Leben bringt, eine Verbindung mit den Elementen. Der Dreck unter meinen nackten Füßen, das Wasser schottet mich ab, wenn ich in den See springe, alle Geräusche sind verdrängt. Die warme Brise, die durch mein Haar weht, und ein angenehmes rauchiges Lagerfeuer, das meinen Körper wärmt in der Nacht. Diese Elemente helfen mir, nicht nur eine Verbindung mit der Erde herzustellen, sondern auch mit mir und anderen.

Emily Konstantin, Leserin

Ich hoffe, dieser Sommer bringt mir diese Verbindung, die ich oft verliere und vermisse in der harten Winterzeit in Michigan, USA. Ein isolierter schlafender Bär kommt aus seinem Winterschlaf in den Sonnenschein.

Dennis Börschig, Fitness- und Lifestyle-Blogger

Lust auf Bewegung

Im Sommer draußen Sport zu treiben, ist immer motivierend: Die Sonne ist gut für das Gemüt und die frische Luft sorgt für einen besseren Stoffwechsel als klimatisierte Studioluft. Positiver Nebeneffekt neben dem Stressabbau und der allgemeinen Fitness: man bekommt zudem eine schöne Bräune. Wenn es zu heiß wird, sollte man allerdings tagsüber die pralle Sonne meiden und lieber morgens oder abends trainieren. In den letzten Jahren hat sich der Trend zu einem Training mit dem eigenen Körpergewicht und ohne Geräte entwickelt und durchgesetzt. Die Verletzungsgefahr ist - bei richtiger Ausführung - wesentlich geringer, da der Körper an das eigene Gewicht gewöhnt ist. Zudem kann man zu jeder Zeit an jedem Ort trainieren. Im Mittelpunkt stehen Intervalltrainings, die so sauber und schnell wie möglich ausgeführt werden. Sie dienen vor allem der Fettverbrennung, aber auch Übungen zum Muskelaufbau sind möglich. Seit etwa 2013 ist diese Trainingsform, High Intensity Interval Training, durch Apps weit verbreitet. Persönliche Stärken und Schwächen lassen sich in diesen super nachvollziehen und durch die Community erhält man viel Motivation. Digitale Trainingsmethoden, die früher noch stark belächelt wurden, verzeichnen heute Millionen von Nutzern. Mein Sommer wird dieses Jahr aber eine ganz besondere Herausforderung: Ich werde testen, welcher Trainingsplan sich umsetzen lässt, wenn ich meine einjährigen Zwillinge bei mir habe.

Rosalie Wegis, Leserin

Endlich wieder draußen

Ich habe das Gefühl, der Sommer ist schon da und er hat mir schon so viel gebracht. Tage voller Energie. Man geht raus, treibt Sport, trifft Freunde, unternimmt Sachen, die Spaß machen, hört Musik, hat Lust auf das, was der Sommer bringt, und das ist natürlich Sonne. Man freut sich auf das Gewitter, in dem man dann im Regen durch die Stadt düsen kann. Man freut sich darauf, nachts Fahrrad fahren oder lang draußen sitzen zu können, um neue Momente mit seinen Freunden zu erleben und um die Zeit zu vergessen und sie hinter sich zu lassen. Im Großen und Ganzen geht es um den Genuss im Freien und um die Liebe an Bewegung, die einem den ganzen Winter gefehlt hat. Lange musste man warten und nun ist er endlich da. Und wir können ihn mit wundervollen Menschen teilen. Die Freude auf das, was kommt und gerade ist, ist so schön.

Steve Hartzsch, Chefsommelier eines Sternerestaurants

Erfrischend anders

Der Sommer ist die Zeit für kühle Getränke. Aber nicht nur in unserem Restaurant haben wir umgedacht, weil ein achtgängiges Menü nicht einzig von Wein begleitet werden kann. Auch generell steigt der Wunsch nach gesunden Getränken, die man mit gutem Gewissen trinken kann, die wenig Zucker enthalten und die aufregender sind als Wasser, kurz: die cool sind. In Berlin nehme ich wahr, dass die Menschen immer stärker darauf achten, dass Produkte biologisch, regional und saisonal sind. Natürlich muss ein Getränk immer zu einem Essen passen. Aber das sind auch die Maximen, nach denen wir uns richten, und eine Menge ist damit möglich: So kann man etwa die Säure einer Limonade statt mit Zitronen auch mit Sanddorn oder Quitten erzeugen. Johannesbeere und Rhabarber haben ebenfalls diese angenehme Säure, die wir im Sommer so schätzen. Die Rhabarberlimonade wurde in den letzten Jahren sogar bereits von größeren Herstellern produziert. Für besondere, selbstgemachte Limonaden kann man schon im Frühjahr Blüten von Schlehen und Apfelbäumen sammeln und sie in einem Sirup konservieren. Wenn ich an den kommenden Sommer denke, kann ich mir auch vorstellen, dass Waldmeister und andere Kräuter mehr Aufmerksamkeit bekommen. Botaniker bieten spezielle Wanderungen an, bei denen man lernt, welche Wildkräuter man wie erntet. So manches Getränke-Startup scheint hier Zutaten gefunden zu haben, die im kommenden Sommer für eine Erfrischung sorgen werden.

Caro Vogt, Leserin

Der Sommer ist für mich die schönste Jahreszeit. Wir sollen die Kraft der Sonne nutzen und wieder mehr aneinander denken, uns unterstützen und unser Glück teilen und weitergeben. Ich wünsche mir insgesamt wieder mehr Zusammenhalt und eine zufriedenere Gesellschaft.

Mara Scherner, Leserin

Licht, Leichtigkeit, Wärme im Äußeren und im Inneren. Man muss sich räumlich nicht mehr so viel im Inneren verstecken, die Außenwelt wird zum Innenhof, die Straße mein Bett und Zimmer. Ich verbinde mich mit der Natur.

Sarah von Heugel, Mode- und Lifestyle-Bloggerin

Qual der Wahl

Der Modesommer 2018 zeichnet sich in erster Linie durch eines aus: Vielfalt. In keiner vorangegangenen Saison waren die Trends so breit gefächert wie in dieser. Die Trendfarben für den Sommer bewegen sich, entsprechend der Farbe des Jahres „Ultra Violet“, im Bereich der Rosa- und Violetttöne. Komplettiert wird die Farbpalette durch kräftiges Rot, leuchtendes Gelb, zartes Hellblau sowie klassisches Marine. Auch bei den Mustern der Saison sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Neben Polka Dots dürfen in diesem Sommer auch Streifen, florale Prints oder das altbekannte Leopardenmuster nicht fehlen. Die aktuellen Schnitte sind von Asymmetrie und Weite geprägt – ein Trend, den man vor allem bei Hosen, Röcken und Kleidern findet. Als schmückende Details zeigen sich zudem sichtbare Knopfleisten, aber auch feminine Volants. Ergänzt werden dürfen die Sommeroutfits durch ausgefallene Taschen – etwa mit einem Korb à la Jane Birkin, einer Bauchtasche oder einem einfachen Einkaufsnetz. Und für einen modisches Gesamtbild von Kopf bis Fuß muss auch ein Trendschuh her. Hier kann man sich beispielsweise für maskuline Sneaker mit klobiger Sohle entscheiden, die passenderweise den Namen Dad Sneaker verliehen bekommen haben, oder aber für die sogenannten Knife Mules. Auch bei ihnen gilt „nomen est omen“, denn die Pantoletten haben eine auffallende Schuhspitze, die im wahrsten Sinne des Wortes messerscharf ist.

Daniel G., Leser

Sonne tanken

Ein unvergesslicher Sommer. Was macht dieser für mich aus? Wenn ich mich das frage, sind das immer die Erlebnisse und Ereignisse, die einem ein schönes Leben bescheren und die unvergessenen Momente bringen. Und die erlebt man meiner Meinung nach immer dann, wenn man etwas unternimmt. Diese Unternehmungen sollten immer das sein, woran man Spaß hat. Wenn man alles gern macht, sollte man alles einmal ausprobieren. Und wenn man nur eine Sache gern macht – bitte draußen – dann auch machen: weil Sonne glücklich macht. Immer schön Sonne tanken, es gibt ja nicht umsonst die sogenannte Winterdepression.

Ulrike Hartmann, Leserin

Zeit für mich

Dieser Sommer wird für mich persönlich hoffentlich ein ganz besonderer, denn mehrere positive Voraussetzungen kommen zusammen: Ich habe meinen Urlaub genehmigt bekommen, ich habe genug Geld, um wegzufahren, und mein Sohn fährt mit seinem Vater in den Urlaub, so dass ich mein Reiseziel nach meinen Wünschen aussuchen kann. Das waren alles Punkte, die die letzten Jahre so nicht zusammenkamen. Zudem habe ich das Glück, dass einer meiner engsten Freunde derzeit in Georgien arbeitet und ich dieses Land noch nie bereist hatte. Gerade zum Wandern soll es ja dort sehr schön sein, aber ich bin auch gespannt auf die Menschen. Ich denke, es wird eine spannende Zeit werden.

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Von harmlosen Wehwehchen über schwere Erkrankungen bis zum langen Leben: Die Medizin sucht ständig nach Lösungen, um unser Leben zu verbessern. Schreiben Sie uns, von welcher medizinischen Innovation wir bald profitieren könnten.

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Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Präsident Helmholtz-Gemeinschaft

Riesige Potenziale

Die atemberaubende digitale Transformation unseres Lebens wird der Medizin ungeahnte Möglichkeiten eröffnen: Roboter werden Ärzte bei Operationen unterstützen, personalisierte Therapien Patienten passgenaue Behandlungen ermöglichen und bildgebende Verfahren wie das MRT dank immer genauerer Diagnosen die Zahl operativer Eingriffe verringern helfen. Auch auf dem Gebiet der Prävention und der Früherkennung eröffnen sich neue Perspektiven. Mit der Auswertung großer Datenmengen lassen sich epidemiologische Vorhersagen viel genauer treffen, etwa zur globalen Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Eine Herausforderung wird dabei sein, Methoden des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz mit medizinischen Befunden zu kombinieren, um aus komplexen biomedizinischen Daten neues Wissen zu schöpfen. Die Ergebnisse dieser Forschung werden direkt bei den Patienten ankommen. Die Helmholtz-Gemeinschaft kann hier mit ihrem systemischen Ansatz und ihren nationalen und internationalen Kooperationen wichtige Beiträge leisten. Im Forschungsbereich Gesundheit untersuchen wir zum Beispiel die Ursachen und die Entstehung großer Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselkrankheiten, Erkrankungen des Nervensystems oder psychische Erkrankungen. Für die personalisierte Medizin von morgen setzen wir auf disziplin- und grenzüberschreitenden Austausch und schaffen damit die Basis für eine datenbasierte Medizin der Zukunft.

Merle Sabrina Klein, Leserin

Unentbehrliche Helfer

Ich arbeite seit drei Jahren als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Es ist ein Knochenjob, aber für mich definitiv das, was ich schon immer machen wollte: Menschen helfen. Ich arbeite in einem Krankenhaus. Dort geht es oft stressig zu und manchmal möchte man sich am liebsten dreiteilen, um allen Patienten gerecht zu werden. Mir ist bewusst, dass dieser Beruf nichts für jeden ist. Sich um kranke Menschen zu kümmern, kann eine große Bereicherung sein, aber auch – neben der körperlichen Belastung – sehr auf die Psyche schlagen. Ich denke, das Schönste an meinem Job ist zu sehen, wie sich ein Patient Stück für Stück erholt und wieder gesund wird. Ich unterstütze ihn nach Operationen und kann seine Stütze auf dem Weg zur Genesung sein. Dabei lerne ich viele unterschiedliche Menschen kennen und muss mich immer entsprechend anpassen. Denn nicht jeder Patient geht beispielsweise gleich mit Schmerzen um. Ich würde mir von der Medizin von morgen wünschen, dass wir noch genauer erkennen können, was einem Kranken fehlt, und auch die Möglichkeiten bekommen, optimal auf die Beschwerden und Bedürfnisse eines jeden einzugehen. Denn Fakt ist, dass wir noch immer einen großen Fachkräftemangel in Deutschland haben und somit auch oft die Zeit für eine angemessene Behandlung und Betreuung fehlt. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Leute für unsere wichtige Arbeit begeistern und wir für unsere Leistungen auch entsprechend gewürdigt werden.

Prof. Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand Deutsches Krebs- forschungszentrum

In der Offensive

Für die nächsten Jahrzehnte gehe ich davon aus, dass wir Krebs zwar nicht vollständig besiegen, aber die Krankheit deutlich zurückdrängen können. Wir setzen dabei auf kombinierte Verbesserungen in der Vorbeugung, Früherkennung und Entwicklung personalisierter Therapien. Es liegt in der Biologie, dass wir immer mit einem gewissen Krebsrisiko leben müssen. Aber dieses Risiko können wir erheblich verringern. Würden alle heute bekannten Möglichkeiten der Prävention konsequent umgesetzt, ließe sich die Zahl der Krebsfälle um mehr als 40 Prozent senken. Die Maßnahmen sind bekannt: Nichtrauchen, wenig Alkohol, ein aktiver Lebensstil bei normalem Körpergewicht, Sonnenschutz, Impfungen und eine intelligente, risikoadaptierte Früherkennung. Durch verbesserte Methoden zum Nachweis von Tumormarkern werden wir in Zukunft den Anteil früh erkannter, heilbarer Tumoren und Vorstufen deutlich erhöhen können. Eine einzelne „Universaltherapie“ gegen Krebs halte ich für unwahrscheinlich. Dazu sind die Krebsarten zu unterschiedlich und die Tumorzellen zu anpassungsfähig. Doch auf der Basis des individuellen molekularen Profils der Tumoren werden wir immer mehr zielgerichtete Medikamente, personalisierte Strahlen- und Immuntherapien und auch Gentherapien entwickeln, die in Kombination auch fortgeschrittene Tumorleiden aufhalten können. So kann es uns gelingen, Krebs von einer tödlichen in eine beherrschbare Erkrankung mit guter Lebensqualität umzuwandeln.

Konstantin Primbas, Leser

Nächste Schritte

Der medizinische Fortschritt wird in den nächsten Jahren sehr groß sein. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens steht bevor: Das E-Rezept kommt, Telemedizin wird erlaubt und es gibt immer mehr Spezialisten unter den Ärzten wie auch bei den Heilberufen. Es werden Daten jedes Einzelnen gesammelt, die dabei helfen, den Patienten umfassender zu behandeln, schnellere und bessere Diagnosen zu stellen und damit Krankheiten zu bannen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit der Technik entscheidet, ob dem Patienten in der Zukunft auch besser geholfen wird. Die Medizin ist heute auf neue Arzneimittel ausgerichtet, sehr teuer und nebenwirkungsreich. Bei den Arzneimitteln wird es wenige Neuentwicklungen geben, da die Forschung mittlerweile zu teuer und riskant für die Pharmaindustrie geworden ist. Die bestehenden Medikamente werden jedoch in der Herstellungsweise besser und moderner, wenn beispielsweise Impfungen über die Nasenschleimhaut wirken können und ohne Spritzen auskommen. Große Hoffnungen setze ich in den Fortschritt in der Genetik und der Antikörpertherapie, wenn durch den „genetischen Fingerabdruck“ bei Krebs oder seltenen Krankheiten früher therapiert werden kann oder sogar Krankheiten in der Zukunft ganz verschwinden. Schon heute ist der Fortschritt in diesem Bereich bemerkenswert, wenn etwa ein Designer-Molekül beim Einsatz gegen den schwarzen Hautkrebs Krebszellen in die Selbstzerstörung führen kann.

Meike Riemann, Leserin

Nichts vernachlässigen

Von der Medizin von morgen wünsche ich mir, dass die verschiedenen Ärzte und deren Bereiche mehr Hand in Hand arbeiten, damit Zusammenhänge besser erkannt und verstanden werden. Heute weiß man etwa, dass der Darm eine große Rolle spielt. Daher wünsche ich mir, dass der mehr erforscht und den Zusammenhängen von Krankheiten so besser auf den Grund gegangen wird. Ich erhoffe mir, das Medikamente nicht nach Profit, sondern nach Bedarf produziert werden. Und was dringend heute schon beginnen muss und leider durch die derzeitige Politik in eine noch schlechtere Lage gerät sind Pflege und Geburt. Gesundheit fängt schon bei der Schwangerschaft an und eine gute Pflege, die Zeit hat, sich um die Patienten zu kümmern, sollte nicht unterschätzt werden.

Karin Unkrig, Leserin

Neue Grundsätz

Die Medizin von morgen fragt nicht, ob man privatversichert ist und hat dann einen Termin oder eben nicht; sie denkt interdisziplinär – HNO-Ärzte kennen sich mit Akustikhilfen aus, Dentisten reagieren bei Essstörungen, Neurologen suchen Schmerzen auch mal in der Seele, Gynäkologinnen bitten gelegentlich den Partner mit zum Gespräch; sie richtet ihren Blick auf den Patienten, nicht ausschließlich auf den Bildschirm; sie verschreibt weniger Schlaf- und dafür mehr Schmerzmittel und Antidepressiva; sie verordnet Lachen, Leichtigkeit und echte Erholung; und sie überwindet das Trauma der Euthanasie und akzeptiert den Wunsch eines würdevollen Alterns und Sterbens.

Greta Bertel, Leserin

Das Wichtigste ist Leben retten – und hoffentlich nicht nur das von Menschen einer reichen Nation.

Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorsitzender des Vorstandes Deutsche Leberstiftung

Welt ohne Hepatitis?

Als Hepatitis bezeichnet man eine Entzündung der Leber bedingt durch eine Infektion mit einem der fünf Hepatitis-Viren A, B, C, D oder E, früher auch als „Gelbsucht“ bezeichnet. Hepatitis B, C oder D können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose, Leberkrebs und somit zum Tod des Patienten führen. Über 500 Millionen Menschen sind mit einem dieser Hepatitis-Viren chronisch infiziert. Es gibt inzwischen mehr Todesfälle durch Hepatitis als durch HIV. Eine ganz besondere Hepatitis-Infektion stellt die Hepatitis C dar mit 70 bis 100 Millionen chronisch Infizierten. Seit der Entdeckung vor 29 Jahren und der erfolgreichen Forschung können heute über 95 Prozent der Patienten durch eine Kombination mehrerer Medikamente geheilt werden. Dies ist eine Sensation der modernen Medizin und wichtig, da ein Impfstoff gegen die Hepatitis C auf absehbare Zeit nicht verfügbar sein wird. Es ist eine große Herausforderung, das Hepatitis-C-Virus nur mit antiviraler Therapie auszulöschen. Die Patienten mit Hepatitis C müssen dafür durch Screening-Programme aufgespürt und dann behandelt werden. In Deutschland wird geschätzt, dass etwa 250.000 Patienten mit Hepatitis C chronisch infiziert sind. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat daher ein Eliminationsprogramm zur Ausrottung der Hepatitis C ausgerufen mit dem Ziel, bis 2030 90 Prozent der Hepatitis-C-Patienten zu diagnostizieren, 80 Prozent zu behandeln und die Todesrate um 65 Prozent zurückzudrängen.

Tarik Özkök, Leser

Individuell ansetzen

Die Frage klingt so, als ob es nur durch Technik Innovation und Fortschritt geben kann. Die medizinische Technik kann, wie sich gezeigt hat, Enormes leisten und ist zu begrüßen. Allerdings scheint der teilweise unverhältnismäßige Einsatz vieler Techniken für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen mit verantwortlich zu sein. Daher sollte in der medizinischen Ausbildung der Zukunft unbedingt die unmittelbare Wahrnehmungsfähigkeit der Ärzte geschult werden. Krankheiten werden immer individueller und so müssen sich die Ärzte auch immer mehr darauf einstellen, den konkreten Menschen, den sie zu behandeln haben, im Ganzen in den Blick zu nehmen. Damit kann man zwar weniger Geld verdienen, aber effektiver heilen.

Dr. Gerd Eisenbeiß, Leser

Ganzheitlich im Dienst

Immer mehr Funktionen und Reaktionen des Körpers werden auf molekularer Ebene verstanden werden. Das ermöglicht der Medizin gezieltere Eingriffe bis hin zu individualisierten Medikamenten. Vielleicht wird die Medizin den Menschen auch über die technischen und pharmakologischen Maßnahmen hinaus ganzheitlicher behandeln, weil viel Arbeitsvolumen in automatisierbaren Produktionsbereichen wegfällt und mehr gesundheitsorientierte Dienstleistungen möglich werden.

Prof. Dr. Marion Kiechle, Bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Geteiltes Wissen

Die Möglichkeiten der Medizin von heute sind so umfassend wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Warum? Weil seit Jahrzehnten Spitzenforschung in diesem Bereich ermöglicht wird. Die Rahmenbedingungen für Wissenschaftler sind in Bayern sehr gut – der Nutzwert der Erkenntnisse könnte aber noch weiter gesteigert werden. Ein Beispiel: Für einen erfolgreichen Wissenstransfer ist die Digitalisierung unerlässlich. Deshalb ist die Medizininformatik ein Kompetenzfeld, das nicht nur neue Impulse in der Forschung setzen wird, sondern auch der optimalen Versorgung der Patienten dient. Hier möchte ich konkret die Telemedizin anführen: Meine Vision ist, dass die Spezialisten aller sechs bayerischen Universitätskliniken ihr Know-how mit ihren Kollegen im gesamten Freistaat teilen und den Menschen somit die bestmögliche Diagnose und Therapie zu Teil wird. Außerdem wird Spitzenforschung in der Medizin in der Zukunft noch interdisziplinärer aufgestellt sein. Ich sehe in der translationalen Forschung enormes Potenzial – ganz besonders in der Krebsforschung. Mediziner, Naturwissenschaftler und Ingenieure gehen hier gemeinsam neue, ungewöhnliche Wege, um neue Diagnose- und Therapieoptionen zu entwickeln. Bahnbrechende neue Erkenntnisse sind oft das Ergebnis von zunächst vielleicht riskanten oder gar abwegigen Ideen. Die Spitzenforschung muss solchen Impulsen Raum geben – nur dann sind entscheidende Fortschritte in der Medizin möglich.

Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands

Der Arzt bleibt

Digitalisierung wird nicht nur die Optionen von Medizin, sondern auch die Rolle der in ihr tätigen Akteure massiv verändern. Neue technische Möglichkeiten werden – intelligent und maßvoll angewendet – sowohl Patientinnen und Patienten als auch Ärztinnen und Ärzten bisher noch kaum zu erahnende Chancen eröffnen. Automatisierte Algorithmen werden Entscheidungen in Diagnose und Therapie immer stärker beeinflussen. Die kontinuierlich wachsenden Möglichkeiten des Zugriffs auf große Datenpools – Stichwort Big Data – werden die Qualität der Diagnoseerstellung erhöhen und therapeutische Entscheidungen auf eine noch fundiertere Basis stellen. Dabei müssen wir uns aber vor Augen führen, dass die „Klugheit“ und damit der Nutzen des Rechners zwingend abhängig ist von der Klugheit jener, die ihn speisen und fragen. Deshalb bedarf es als Basis für die Formulierung dieser Algorithmen ärztlicher Erfahrung. Es braucht gewissermaßen einen intelligenten Dialog zwischen Mensch und Maschine, soll deren Antwort für Arzt und Patienten wirklich sinnvoll und gewinnbringend sein. Was am Ende kein Algorithmus und kein Rechner ersetzen kann, ist die Empathie des Arztes gegenüber dem ihm anvertrauten Patienten. Deshalb werden Ärztinnen und Ärzte – jenseits aller künftigen technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten – immer die zentralen Akteure des Gesundheitswesens bleiben.

Gerd Schmidt, Leser

Genauer diagnostizieren, um unnötige Operationen zu vermeiden.

Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit

Für eine gute Medizin von morgen

Unser Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt. Aber das heißt nicht, dass wir es nicht noch besser machen könnten. Die Digitalisierung kann uns dabei helfen. Denn damit bekommen wir die Chance, die Gesundheitsversorgung stärker selbst zu steuern. In Online-Videosprechstunden werden unkomplizierte Fragen rasch geklärt. Arztbesuche beschränken wir auf Fälle, in denen etwa eine eingehende Untersuchung notwendig ist. Durch den Austausch qualitätsgesicherter Gesundheitsinformationen über Apps, die Hinweise zur Ernährung oder auf Umwelteinflüsse einbeziehen, können wir uns vor der Verschlechterung oder dem Entstehen einer Erkrankung schützen. Damit die Online-Sprechstunde und das Verschicken hochsensibler Gesundheitsdaten funktioniert und damit die E-Patientenakte Wirklichkeit wird, vernetzen wir heute Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen in einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur. Aber wir schaffen nicht den gläsernen Patienten. Vielmehr sollen Patientinnen und Patienten die Kontrolle über ihre persönlichen Gesundheitsdaten haben. Und sie sollen entscheiden, ob und wem sie die Daten zur Verfügung stellen. Künftig sollen alle rascher von neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung profitieren. Ziel sollte ein Gesundheitssystem sein, in dem stets die richtige Person auf bestmöglichem Wissensstand die richtige Information zur richtigen Zeit hat, damit der Alltag unserer Bürgerinnen und Bürger besser wird.

Katja Wienfeld, Leserin

Praktisch denken

Medizin von morgen ist für mich nicht nur Forschung, sondern sollte sich auch den praktischen Dingen widmen. Ich würde mir wünschen, dass man auch für so manchen Arzt- besuch eine bessere Lösung findet als etwa mit Grippe vier Stunden im Wartezimmer zu sitzen, wo man dazu noch alle ansteckt.

Carmen P., Leserin

Hand in Hand

Die Medizin von morgen hat wichtige Aufgaben. Denn gegen bestimmte Krankheiten wie Krebs gibt es bislang keine Heilmittel. Da der Mensch nur ein Leben hat, sollte er es optimal nutzen. Medizin sollte ihm dabei helfen, mit einer menschenwürdigen Behandlung. Die finanziellen Mittel sollten gezielt eingesetzt werden, aber nicht nur für Medizin, Geräte und Einrichtungen. Hier sollte nicht vergessen werden zu fragen, was für den einzelnen Menschen getan werden kann, um ihn zu helfen. Somit sollten auch die alten Hausmittel aus der Natur wieder Anwendung finden. Der Mensch selber kann auch seinen Beitrag leisten: durch gesunde Ernährung und viel Bewegung.

Johannes E., Leser

Nie mehr als nötig

Seltsam, ich habe auf Anhieb wenig konkrete Hoffnungen, aber einige konkrete Sorgen, sobald ich an die moderne avancierte Medizin und ihre künftige Entwicklung denke. Die Tendenz geht ganz offenkundig zu verschärfter Datenerhebung bei Behandlung, Vorbeugung und Kontrolle. Solange das restlos individualisiert und in Bezug auf konkrete Symptome geschieht, habe ich nichts dagegen. Doch ich fürchte, die langen Zwischenräume, in denen man gedankenlos gesund leben kann, „weil da soweit nichts ist“, werden schrumpfen, wenn die digitale Überwachung von allerlei Körperfunktionen weiter zunimmt. Dabei lebe ich lieber mit den Risiken nichtoptimaler Vorsorge und verspäteter Behandlung, als mich regelmäßig mit den Schwankungen meiner physischen Daten und entsprechenden Empfehlungen der nicht selten zynischen Krankheitsindustrie zu befassen. Was die Gentechnologie in der Medizin angeht: Ich habe die spektakulären Verheißungen von Anfang an verfolgt. Viele haben sich als lächerlich erwiesen, einige Erfolge sind verblüffend. Ob sie mir persönlich etwas bringen, darum kümmere ich mich, wenn ich krank in der Klinik liege. Kurz: Ich möchte ein analoger Mensch sein und kein digitaler Patient. Und das heißt: Ich erwarte von der modernen Medizin, dass sie mich in Ruhe lässt, bis ich auf sie zukomme. Gegen die schwerste Krankheit des Systems, den gleichmacherischen, technisch basierten Optimierungswahn, dürfte die moderne Medizin keine Chance haben.

Charles L., Leser

Besser vorbeugen

Ich bin ein Freund der Vorsorge und nicht der Nachsorge. Deswegen würde ich jedem empfehlen, auch wenn man noch jung ist, auf gute Vorsorge zu achten. Wir können sehr viel Einfluss auf unseren Körper nehmen und auch viel kaputtmachen. Dass man sich einfach mal Blut abnehmen und analysieren lässt, guckt, wo man gegebenenfalls ein paar erhöhte Werte oder vielleicht auch Mangelerscheinungen bei bestimmten Vitaminen oder dergleichen hat. Hier kann man schon in jungen Jahren sehr viel vorbeugen, sodass im Alter dann gar nicht so viel Schlimmes passiert. Zusammenfassend würde ich sagen: Bewusstseinsveränderung für die vorbeugende Medizin sollte sich verändern.

Fenja Haselmann, Leserin

Die Medizin liefert die Forschungsergebnisse, aber es sind Kampagnen, die greifen müssen, wie bei den Anti-Raucher-Kampagnen.

Prof. Dr. Helga Frank, Internistin und Diabetologin

Kampf dem Diabetes

Der Diabetes mellitus ist eine der weltweit führenden Volkskrankheiten. Insbesondere der Typ-2-Diabetes, der mit Übergewicht und Bewegungsarmut assoziiert ist, nimmt zu. Dagegen ist der Typ-1-Diabetes verursacht durch Autoimmunprozesse und beruht auch auf einer genetischen Veranlagung. Demzufolge muss und wird die Medizin von morgen speziell an den pathophysiologischen Ursachen ansetzen. Beim Typ 2 Diabetes muss der Schwerpunkt auf der Prävention liegen mit guter, kalorienreduzierter Ernährung und Förderung von körperlicher Aktivität, die am besten im Schulkind-Alter beginnen sollte. Neue Medikamente werden neben der Blutzuckersenkung auch zur Senkung der Herz-Kreislauf-bedingten Sterblichkeit und des Risikos einer Unterzuckerung zum Einsatz kommen. Für neue Therapiekonzepte werden die Erforschung von molekularen Mechanismen zum Schutz und zum Erhalt der Insulin-produzierenden Pankreas-Inselzellen und die Identifikation der sogenannten „Diabetesgene“ von Interesse sein. Auch der Einsatz von Aptameren ist denkbar. Beim Typ-1-Diabetes könnte der gezielte Einsatz immunsuppressiver Medikamente zukünftig weitere Behandlungsoptionen bieten. Flankiert werden muss dies von der sogenannten Versorgungsforschung und Epidemiologie – zur systematischen Aufarbeitung von populationsbasierten Daten. Auch die Telemedizin wird künftig für den Arzt-Patienten-Kontakt und die Steuerung der Medikamenteneinstellung eine große Rolle spielen.

Jens Bressner, Leser

Besser kommunizieren und so überzeugen – etwa zur Organspende.

Aaron Wuhl, Leser

Hilfe aus der Natur

Ich sehe die Zukunft der Medizin in alternativen Behandlungsmethoden, denn in der Natur finden sich alle wichtigen Stoffe zur Gesunderhaltung des Menschen. Der wichtigste Aspekt ist hierbei, den Menschen aufzuklären und Hilfestellung zu leisten, damit er wieder lernt, Eigenverantwortung für seinen Körper zu übernehmen und die Signale des Körpers wahrzunehmen.

Dr. Norman Koglin, Leser und Wissenschaftler

Bessere Diagnose

Die Alzheimer-Erkrankung ist trotz intensiver Forschung noch immer eine unheilbare Demenz und die Diagnose gerade im frühen Stadium schwierig. Ein Merkmal von Alzheimer-Patienten sind spezifische Ablagerungen im Gehirn, die Amyloid-Beta-Plaques. Zugelassene Diagnostika für ein bildgebendes Untersuchungsverfahren, die Positronen-Emissions-Tomographie (Amyloid-PET), ermöglichen den direkten Nachweis dieser Ablagerungen im Gehirn. Liegen keine derartigen Plaques vor, kann Alzheimer als Demenzursache mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Der Nachweis solcher Ablagerungen, aber auch deren Ausschluss ist besonders für Patienten von Bedeutung, die unter stetig nachlassenden kognitiven Fähigkeiten leiden und trotz gründlicher Untersuchungen bisher eine unklare Diagnose haben. Eine gesicherte Diagnose ermöglicht dem behandelnden Arzt, zur Verfügung stehende Möglichkeiten besser zu nutzen. So kann zum Beispiel versucht werden, den Krankheitsverlauf durch Gedächtnistraining, Sport oder Ernährung positiv zu beeinflussen oder andere Demenzursachen zu identifizieren. Auch das Umfeld des Betroffenen kann frühzeitiger notwendige Vorkehrungen treffen. Neue Wirkstoffe, die Alzheimer ursächlich behandeln, sind in der Entwicklung. Hier leistet die Amyloid-PET-Untersuchung bereits wichtige Beiträge. Beispielsweise können Patienten in früheren Krankheitsstadien identifiziert und in klinische Studien eingeschlossen werden.

Jane, Leserin

Mehr Innensicht

In meinem Empfinden sollte sich die Medizin sowohl im physischen als auch im psychischen Bereich in eine humanistischere Richtung wandeln. Das bedeutet konkret, dass eine radikale Konfrontation der Menschen mit sich selbst stattfinden sollte. Dies würde wiederum bedeuten, dass wir wieder mehr zu fühlenden Wesen werden, und der Verstand als „Identitätsinstrument“ einen Schritt zurücktritt. Ein solcher Wandel würde mich sehr optimistisch in die Zukunft blicken lassen.

Ursel Bühring, Phytotherapeutin

Hilfe aus der Natur

Zur Medizin von morgen gehört die Medizin von heute. Arzneipflanzen sind Teil beider Sparten und wirken immer – korrekte und sinnvolle Anwendung vorausgesetzt. Sie können gerade bei leichteren oder chronischen Erkrankungen heilen und Symptome lindern, weitestgehend nebenwirkungsfrei. Sie halten gesund, fördern Wohlbefinden – und sie schmecken. Auch Nahrungspflanzen sind Heilpflanzen und mit ihren sekundären antioxidativen Inhaltsstoffen zum Gesundbleiben optimal geeignet. Wir sind heute in der Lage, die kompliziertesten Krankheiten zu behandeln. Medizin von morgen wäre auch, mehr Menschen gesund zu erhalten. Heilpflanzen sind Meisterinnen darin, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu unterstützen. Die moderne Medizin konnte in unzähligen Studien belegen, wie wirksam Arzneipflanzen sind, und bietet genaue Informationen zu Indikation, Dosierung und Wirksamkeit sowie zu Neben- und Wechselwirkungen – genau wie in der Schulmedizin. Das macht die Anwendung sicher. Im eigenen Garten, in Feld und Wald wächst Medizin von heute – und morgen. Thymian für die Atemwege, Gelbwurz als Entzündungshemmer, der bittere Enzian als Tonikum und Verdauungshelfer. Ringelblume lässt Wunden heilen, Weißdorn kräftigt das Herz, Rosmarin regt den Kreislauf an. Ob ärztlich verordnet oder in der verantwortungsbewussten Selbstmedikation: Arznei- und Nahrungspflanzen fördern beide die Gesundheit – in der Medizin von heute und von morgen.

Prof. Dr. Hugo A. Katus, Präsident Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK)

Fiktionen werden real

Die Miniaturisierung medizintechnischer Systeme erlaubt es uns schon heute, unsere Patienten bei vielen Krankheitsbildern mit schonenden interventionellen, also minimalinvasiven, Eingriffen zu behandeln. Die interventionelle Kardiologie wird in Zukunft nicht nur Operationen am offenen Herzen mehr und mehr ersetzen, sondern womöglich auch ganz neue Behandlungen realisieren können. Noch vor dreißig Jahren wären viele der Prozeduren, die wir heute durchführen, als Science-Fiction durchgegangen. Kabellose Minischrittmacher und die in greifbare Nähe gerückte Entwicklung von implantierbaren Kunstherzen sind weitere eindrucksvolle Beispiele für diese Entwicklung. Es sind der Fantasie, wohin der Fortschritt in der Medizintechnik führen wird, kaum Grenzen gesetzt. Eine weitere große Veränderung ist die Individualisierung der Therapieansätze. Die gegenwärtige Medizin folgt im Wesentlichen evidenzbasierten Konzepten, die aus großen Studien abgeleitet werden. Der einzelne Patient allerdings ist in seiner Einzigartigkeit und auch seinen Begleiterkrankungen dabei nicht ausreichend repräsentiert. Durch die Fortschritte in den Analysemethoden können künftig nicht nur das gesamte Genom, sondern auch die Genprodukte und der Stoffwechsel erfasst werden. Mit Hochleistungsrechnern können diese Daten verknüpft und so die Signatur der individuellen Erkrankung bestimmt und daraus perfekt auf den Patienten zugeschnittene Therapien eingesetzt werden.

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