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Wie wird man zum Gründer?

Über anderthalb Millionen Menschen wagten zur Jahrtausendwende den Schritt in die Selbstständigkeit. Seitdem geht die Zahl konstant zurück, 2018 gab es nur noch 550.000 Unternehmensgründer. Woran liegt das und wie können wir den Status quo ändern? Schreiben Sie uns, was einen echten Gründer ausmacht.

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Simone Chlosta, Professorin für Wirtschaftspsychologie und Entrepreneurship

Gelegenheit macht Gründer

Die Frage erinnert mich an eine Interviewserie, die ich vor über zehn Jahren mit Gründerinnen durchgeführt habe. Damals wollte ich wissen, ob sich selbstständige Frauen als Gründer oder Unternehmer wahrnehmen. Die meisten Frauen konnten sich mit diesen Begriffen nicht identifizieren. Ihre Erklärung war, dass für sie das Bild des Gründers oder Unternehmers in unserer Gesellschaft eher männlich geprägt sei, mit Eigenschaften wie Durchsetzungsstärke oder Risikoneigung, und man weibliche Eigenschaften damit eher nicht assoziiere. Heute würde ich auf die Frage antworten, dass es ein vielschichtiger Prozess ist, Gründer zu werden. Meine eigene Gründergeschichte begann nämlich nicht mit einer Frage, sondern mit einem Impuls von außen. Ich arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin, mein Vertrag lief aus und zeitgleich erhielt ich die Anfrage, als Psychologin ein Testverfahren zur Personalauswahl zu entwickeln. Ich habe mein Netzwerk mobilisiert und nach kurzer Zeit waren wir drei Personen, die sich dachten, das machen wir einfach mal. Und so wurden wir zu Gründern. Was würde ich nun anderen Gründungsinteressierten raten? Wichtig sind Menschen an der Seite, denen man vertraut und mit denen man sich identifizieren und austauschen kann. Das können Vorbilder aus der Familie sein, aber auch Schulen und Hochschulen übernehmen hier eine wichtige Rolle, indem sie für das Thema Gründung sensibilisieren und Menschen zusammenbringen.

Rolf Hadert, Leser

Überholte Vorurteile

Viele trauen sich vielleicht nicht, sich selbstständig zu machen, weil sie Angst vor der überbordenden Bürokratie haben. Alles ist zu intransparent und verwirrend. Tatsächlich stimmt das auch teilweise, aber es gibt mittlerweile so viele Materialien und so viele Möglichkeiten, sich Rat zu holen und sich zu informieren. Im Endeffekt ist dann alles nur halb so schlimm, wenn man einmal im Thema ist. Der Fiskus hat letztlich auch Interesse daran, Gründer zu unterstützen, und ist eher Freund als Feind.

Hubertus Bessau, Max Wittrock und Philipp Kraiss,, Gründer mymuesli

Reise deines Lebens

Am Anfang steht die Idee. Und gute Geschäftsideen entstehen selten in einem Konferenzraum, in dem man krampfhaft versucht, sich was Innovatives auszudenken. Sie entstehen oft zufällig. Es klingt zwar cheesy, aber wie eine Sternschnuppe muss man sie dann zufällig entdecken – und ergreifen. Wir glauben nicht an ein Gründer-Gen. Jeder kann Gründer oder Gründerin werden. Aber wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte lernen, anders zu denken. Du musst öfter in den Himmel sehen als andere, die Augen nach Ideen offenhalten. Und wenn du die Sternschnuppe siehst? Dann solltest du sofort anfangen, nachzudenken, zu brainstormen, an deiner Idee zu arbeiten – und sie bloß nicht gleich wieder vergessen. Übrigens: Der Zeitpunkt zum Gründen ist selten perfekt. Das bedeutet: Wenn Gründen dein Traum ist und du es irgendwie schultern kannst – vielleicht am Anfang nebenbei – dann ist es vermutlich jetzt auch Zeit für die Umsetzung. Die Devise heißt dann: Einfach machen. Du wirst erleben, wie schön es ist, wenn man eine Idee zum Leben erweckt. Wenn man diesen Prozess zudem noch mit Menschen teilen kann, zum Beispiel weiteren Teammitgliedern oder Mitgründern, dann macht es doppelt Freude. Es ist anstrengend, du hast nicht alles selbst in der Hand, brauchst Glück, manchmal ist es frustrierend oder verrückt, immer lehrreich und es geht oft schief. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir drücken dir die Daumen.

Maria Seeger, Leserin

Engagiert euch

Was beim Thema Gründen oft zu kurz kommt, sind die Möglichkeiten, auch außerhalb von Firmen etwas zu gründen: zum Beispiel Vereine, die sich sozial engagieren und eine hohe Verantwortung tragen. Das Ehrenamt ist der Rückhalt für unsere Gesellschaft.

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Wie lege ich mein Geld sinnvoll an?

Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld: Der Dreiklang der sicheren Geldanlage funktioniert schon seit Jahren wegen der Niedrigzinspolitik nicht mehr so, wie er es eigentlich sollte. Wie kann man da heute noch sein teuer Erspartes mit gutem Gewissen vermehren? Verraten Sie uns Ihre Strategie.

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Dr. Susann Schäfer, Leserin

Fachkräfte aus dem Ausland

Wissenschaftlich ist es unbestritten, dass sich der bereits heute abzeichnende Mangel von Fachkräften in den kommenden Dekaden ausweiten wird. Hinsichtlich der betroffenen Branchen und Regionen wird es deutliche Unterschiede geben – jedoch zeigt sich, dass endogene Potenziale bereits jetzt häufig ausgeschöpft sind. Deshalb ist die Antwort auf die Frage nach den Fachkräften von morgen: Sie werden zunehmend aus dem Ausland kommen (müssen). Andernfalls droht Unternehmen und ganzen Regionen eine Stragnation oder gar der Rückgang der betrieblichen bzw. regionalen Wertschöpfung. Die Integration ausländischer Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt stellt auf verschiedenen Ebenen eine Herausforderung dar: Erstens müssen sich Unternehmen und Belegschaften öffnen und ausländische Fachkräfte aktiv anwerben und integrieren. Zweitens müssen politische Entscheidungsträger bessere Rahmenbedingungen schaffen, dass AusländerInnen mit weniger bürokratischem Aufwand in Deutschland arbeiten können. Und drittens geht es gesellschaftlich darum, eine offene Willkommenskultur zu leben, so dass sich Fachkräfte wohl- und aufgenommen fühlen.

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Wo sind die Fachkräfte von morgen?

Je nach Studie werden 2030 in Deutschland drei bis fünf Millionen Fachkräfte fehlen. Abgesehen davon, dass der deutschen Wirtschaft dadurch mehr als 500 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren gehen würden, könnte in Schlüsselberufen wie der Pflege bald das Personal knapp
werden. Schreiben Sie uns, wie das verhindert werden kann.

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Ingrid J., Leserin

Schöpft die Möglichkeiten der Ü50 aus!

Ich kann dieses Gejammer über Fachkräftemangel nicht mehr hören. Es werden noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Wie sieht es denn aus mit den Fachkräften über 50 bzw. 55 Jahren? Wir haben noch 10-12 Jahre zu arbeiten, sind oft excellent ausgebildet, bekommen keine Kinder mehr (oder sie sind schon aus dem Haus), sind heutzutage flexibel, belastbar, lernwillig. Ich schreibe seit über einem halben Jahr Bewerbungen, bin hervorragend ausgebildet und vieles mehr - ich bekomme keine Chance mich überhaupt vorzustellen. Ich werde altersmäßig meist sofort aussortiert. Das gibt natürlich keiner zu, aber so ist es. Alle wollen junge Leute, die natürlich auch billiger sind als erfahrene Manager und wahrscheinlich auch bequemer, da formbarer. Und das enorme Know-How und Erfahrungspotential von Ü50 liegt brach und wird nicht genutzt.

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