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Was ist die Zukunft von Antibiotika?

Der übermäßige Gebrauch von Antibiotika hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass immer mehr Bakterien Resistenzen entwickeln – und Infektionen nicht mehr mit den bekannten Arzneimitteln behandelt werden können. Trotzdem sind kaum neue Antibiotika auf den Markt gekommen. Die Laborforschung im Kampf gegen resistente Erreger scheint für Unternehmen nicht lukrativ genug zu sein. Schreiben Sie uns, was es braucht, damit lebensrettende Medikamente langfristig wirksam bleiben.

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Konstantinos Tsilimekis (Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel bei Germanwatch), Leser

Vonnöten: drastische Reform der Tierhaltung

Die Entstehung antimikrobieller Resistenzen ist an sich ein natürlicher Prozess. Überaus bedenklich, gar bedrohlich, wird dieser Prozess erst, wenn übermäßiger, falscher oder missbräuchlicher Einsatz von Antibiotika die Entstehung von Resistenzen drastisch beschleunigt. So wie im Rahmen der industriellen Tierhaltung: Hier werden Antibiotika regelmäßig in hohen Mengen verabreicht, um den Problemen zu begegnen, die sich aus der Hochleistungszucht, der Haltung in großen Gruppen und Beständen, falscher Fütterung und weiteren intensiven Haltungsansätzen ergeben. Von Geburt an krankheitsanfälligere Tiere werden schlicht unzumutbaren Lebensbedingungen ausgesetzt. Ihr ohnehin kurzes Überleben innerhalb der wenigen Wochen bis zur Schlachtung kann nur durch Antibiotika gesichert werden. Auch wenn nur wenige Tiere erkranken, wird über das Futter oder die Tränken meist die ganze Gruppe behandelt. Werden die unzumutbaren Bedingungen der Tierproduktion durch die übermäßige Vergabe von Antibiotika kaschiert, drohen gesundheitsschädliche bis hin zu lebensgefährliche Auswirkungen auf den Menschen. Die industrielle Tierhaltung, auch aus vielerlei anderen Gründen in der Kritik, muss dringend beendet werden. Sogenannte Reserveantibiotika, die für Menschen oft das letzte wirksame Mittel darstellen, gehören verboten. Darüber informieren wir mit Germanwatch und setzen uns für politische Konsequenzen ein.

Boris Kreb, Leser

Mit Maß und Ziel

Generell muss ein Umdenken bei der Verwendung von Antibiotika stattfinden. Wir müssen davon wegkommen, wegen jedem noch so kleinen Zipperlein sofort Antibiotika anzuwenden bzw. die Ärzteschaft dieses zu verschreiben und zu empfehlen. Leider nehmen wir auch ungewollt, ohne es zu wissen, über unsere Nahrung Antibiotika auf. Viele Nutztierzuchtbetriebe können Ihren Betriebsoutput nur dank der Zugabe von antibiotischen Medikamenten aufrechterhalten. Puten zum Beispiel sind teilweise so überzüchtet das eine Haltung ohne Antibiotika gar nicht möglich bzw. nicht wirtschaftlich tragbar ist. Es muss eine gesellschaftliche Veränderung stattfinden. Wenn eine Erkältung anstatt 7 Tage mit Antibiotika, 9 Tage mit Hilfe von Hausmitteln dauert, ist das ein vertretbares Opfer, wenn hierdurch die Gefahr von Antibiotika-Resistenzen verhindert werden kann. Wobei mit Antibiotika auch nicht bei jeder Erkältung einen Besserungseffekt erzielt wird. Uns muss klar sein, dass nur mit vernünftigem und verantwortungsvollem Umgang, Antibiotika auch Morgen noch ein lebensrettendes Medikament sein kann.

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Wer steht zur Seite in der Not?

Misshandlungen, Drogenmissbrauch, Schwierigkeiten in Familien oder Vereinsamung im Alter – um nur einige dringende Probleme zu nennen, um die sich Sozialarbeiter und Sozialpädagogen hierzulande kümmern. In Krisengebieten ist die Not meist durch ganz andere Herausforderungen geprägt, doch auch hier helfen Menschen, weil Solidarität und Unterstützung elementare Werte für sie sind. Verraten Sie uns, welche Hilfeleistenden Sie besonders beeindruckend finden und wie attraktivere Rahmenbedingungen geschaffen werden können für die, die in der Not helfen.

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Eva Anna Berg, Öffentlichkeitsarbeit Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH)

Wer hilft denen, die helfen?

„Wer steht zur Seite in der Not? Soziale Arbeit!“ Die Not oder anders gesagt ein gewisser Hilfebedarf lässt sich als Kern des Handlungsauftrags der Sozialen Arbeit betrachten. Wenn Menschen in Krisensituation sind, kann sie als Profession tätig werden. Das ist etwa dann der Fall, wenn nicht genügend finanzielle, soziale oder gesundheitliche Ressourcen vorhanden sind. Dabei haben Sozialarbeitende selbst mit schwerwiegenden strukturellen Schwierigkeiten zu kämpfen: 18.300 Stellen in der Sozialen Arbeit sind vakant und inadäquate Arbeitsumstände, schlechte Bezahlung sowie erschwerte Ausbildungsbedingungen gefährden die Qualitätsstandards. Zudem zeigen aktuelle Studien, dass 16 Prozent der Sozialarbeitenden über einen Berufswechsel nachdenken. Dabei tragen sie zum Gemeinwohl bei, indem sie das soziale Netz stabil halten. Sie fördern den Einbezug marginalisierter Gruppen in die Gesellschaft und wirken der gesellschaftlichen Erosion entgegen. Wir als Berufsverband setzen uns dafür ein, die strukturellen Rahmenbedingungen für Sozialarbeitende und somit auch die Situation der Menschen, die auf Soziale Arbeit angewiesen sind, durch berufspolitisches Engagement zu verbessern. Dies alles funktioniert nur durch eine Politik und eine Gesellschaft, die Soziale Arbeit ernst nimmt und anerkennt. Qualitativ hochwertige Arbeit kann nur von ausreichend ausgestatteten Fachkräften kommen. Damit nicht die durchs soziale Netz fallen, die es knüpfen sollen.

Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)

Zur Hilfe bereit

584 Millionen Euro wurden in Deutschland für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen, Einrichtungen, ja sogar Firmen gespendet – die mit Abstand größte Spendensumme hierzulande für eine inländische Notlage seit 1945. Mindestens ebenso eindrücklich haben neben den hauptamtlichen Rettern die vielen tausend ehrenamtlichen Helfer den Betroffenen in der in Not geratenen Region gezeigt: Ihr seid nicht allein, wir stehen euch zur Seite. Auch in der Corona-Pandemie fehlt es nicht an starken Signalen der Hilfsbereitschaft. Im ersten Pandemie-Jahr 2020 wurden in Deutschland mit 11,7 Milliarden Euro ganze 1,2 Milliarden mehr gespendet als 2019 – trotz aller Ängste und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Und der Großteil dieser Spenden ermöglicht Hilfe über die Grenzen unseres Landes hinaus – in Ländern, deren Menschen noch viel existenzieller von den Folgen der Pandemie betroffen sind als wir in Deutschland. Das zeigt: Ein großer Teil unserer Bevölkerung blickt auch in einer solch verstörenden Krise über den eigenen Tellerrand hinaus und übt Solidarität. Zur Wahrheit gehört aber auch: 47 Prozent der Erwachsenen in Deutschland spenden für gemeinnützige Zwecke und 40 Prozent sind ehrenamtlich aktiv. Das sind erfreuliche Zahlen, die aber zugleich deutlich machen: Hier gibt es noch viel Möglichkeiten, diejenigen, die sich bisher nicht in dieser Weise engagieren, anzusprechen: Wollt Ihr nicht auch zukünftig anderen in der Not zur Seite stehen?

Michaela Luthe, Leserin

Ein Fernsehsender, der nicht gerade für Qualitätsfernsehen bekannt ist, hat eine Sendung im Programm, die das Leben von Drogensüchtigen über Jahre begleitet. Dort werden auch die der Helfenden skizziert. Das Schöne dabei ist, zu sehen, dass es mindestens genauso viele Menschen gibt, die in der Not zur Seite stehen, wie diejenigen, die diese Hilfe brauchen.

Frank Ahlborn, Leser

Keine Hilfe

Ich musste hier spontan an die Menschen denken, die sich rund um Unfallstellen sammeln, um zu gaffen. Schaulustige, die einfach nicht weckschauen können, sondern stattdessen unbedingt sehen müssen, was passiert ist. Ich finde das schlimm. Und traurig. Nicht nur, weil hierbei manchmal die Helfer behindert werden. Sondern ganz besonders, weil es für die Personen in Not auch einfach unangenehm ist. Ich glaube diese Schaulustigen sind die Menschen, die in Notsituationen zwar an der Seite stehen, aber eben nicht zur Seite. Diese Menschen helfen dann eben auch nicht, wenn sie gebraucht werden. Das gleiche gilt für Menschen, die Unfallberichte auf Nachrichtenseiten anklicken. Ich finde, solche Berichte sind keine Nachrichten, und ich verstehe auch nicht, wieso das von Redakteuren immer wieder veröffentlicht wird. Sowas gehört auch nicht in die Fernsehnachrichten. Wer denkt hier an die Notleidenden? Wahrscheinlich sind die Bilder immer so wirksam, dass diese Artikel von vielen gelesen und die Fernsehberichte angesehen werden. Für mich ist das aber genau das gleiche wie dieses Zuschauen vom Straßenrand: Unfallvoyeurismus.

Markus Epha, Leser

Zuerst: man selbst

Wichtiger als die Rettung aus der Not, ist es, sich nicht unnötig in eine Notlage zu begeben. Wenn ein Gewitter droht, ist es besser, rechtzeitig einen Hafen anzusteuern, als auf die Schwimmwesten zu vertrauen. Wer Ingwer, Kamille und Salbei zu sich nimmt, wird seltener an Grippe und Erkältung erkranken. Natürlich ist die Prävention gegen Risiken keine Garantie und schließt kein Restrisiko aus. Aber am wichtigsten scheint mir, dass wir uns selbst zur Seite stehen, bevor die Not am größten und die Rettung am unwahrscheinlichsten ist. Deshalb würde ich mir wünschen, dass ein umsichtiges Selbstbewusstsein in der Bildung einen zentralen Platz einnimmt. Zudem sollte präventive Einsicht vor der technischen Aufrüstung zur Katastrophenbekämpfung stehen und auch die Umsicht, die notwendigen Maßnahmen im Krisenfall auf ein Minimum zu reduzieren. Die Bekämpfung der Symptome im Ernstfall ist unvermeidlich. Menschen, die daran arbeiten, dass es gar nicht erst dazu kommt, sind mir lieber.

Dieter Gerten, Leiter Arbeitsgruppe „Sicherer Handlungsraum Landbiosphäre“, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Sicheres Fahrwasser

Zwei Milliarden Menschen leben in Wassermangelgebieten und täglich werden es mehr. Der Klimawandel trägt vielerorts zu dieser Verschärfung bei. Insbesondere Regionen, die naturgemäß bereits eher trocken sind, erhalten weniger Niederschlag und steigende Temperaturen erhöhen die Verdunstung. Auch Deutschland muss mit häufigeren und intensiveren Dürren rechnen – paradoxerweise außerdem mit mehr Starkregen und Hochwasser. Zur langfristigen Vorsorge sind also Klima- und gleichzeitig Gewässerschutz unabdingbar. Aber: Was ist eigentlich Wassermangel? Wenn die Wassernachfrage höher ist als die nachhaltig nutzbare Wassermenge. Es ist also wichtig, die Perspektive auf den vermeintlichen Bedarf zu richten. In Haushalten und Industriebetrieben können sparsamerer Einsatz und effizientere Technologien den Wasserverbrauch deutlich reduzieren, und in der Landwirtschaft bieten sich viele Möglichkeiten der geschickten Nutzung des Regenwassers nicht nur zur Bewässerung. Durch den Verzicht auf Güter, deren Herstellung viel Wasser verbraucht, können wir sogar zur Linderung von Wassermangel in fernen Gebieten beitragen. Über solche Zusammenhänge nachzudenken, schärft nebenbei das Bewusstsein für die Empfindlichkeit des Planeten und die begrenzten Wasservorräte der Erde. Es braucht gemeinsame und vielfältige Kraftanstrengungen, um in sicherem Fahrwasser zu bleiben.

Harald Walser, Historiker

Engel in der Hölle

Hilfe in Not? Wo war sie notwendiger als für Gefangene im Konzentrationslager. Maria Stromberger hatte sich freiwillig nach Auschwitz versetzen lassen und tat dort als Oberschwester Dienst im SS-Revier, dem Krankenbau für SS-Männer. Sie wollte helfen, und sie hatte reichlich Gelegenheit dazu. Schon wenige Tage nach Dienstantritt erwarb sich Stromberger das Vertrauen der ihr unterstellten Häftlinge. Diese hatten die Milchration für typhuskranke SS-Männer ‒ ohne Wissen der Krankenschwester ‒ mit Wasser gestreckt und in der Diätküche versteckt. Der SS-Mann Geiger entdeckte die Kanne Milch und es entwickelte sich eine bedrohliche Situation. Geiger verprügelte einen Häftling, worauf dieser zugab, die Kanne zur Seite gestellt zu haben. Der SS-Mann begann zu schreien, sprach von Sabotage und einer Meldung an die Lagerleitung. Als Stromberger den Lärm hörte, ging sie in die Diätküche. Der Häftling schilderte nach 1945, was dann geschah: „Vor Empörung wurde sie rot. Ich dachte, sie ist wütend auf mich.“ Doch er irrte sich: Stromberger beschimpfte den SS-Mann: Sie habe dem Häftling die Kanne gegeben. Es seien verdorbene Milchreste, die geschlechts- und typhuskranke SS-Männer nicht ausgetrunken hätten. Er könne die Milch gerne selbst trinken, was Geiger tunlichst unterließ. Wieder einmal hatte sie Häftlinge durch Geistesgegenwart und Mut gerettet. Schon wenige Wochen später war Stromberger Teil des organisierten Lagerwiderstands.

Thomas Sturm, Leser

Not wahrnehmen

Zentral wichtig ist das unmittelbare soziale Umfeld wie Partner, Kinder und Verwandte, die als erste Anlaufstelle dienen sollten. Wichtig sind jedoch auch außerfamiliäre Institutionen wie ambulante oder stationäre Pflegedienste, Altersheime oder Anbieter für Betreutes Wohnen, da nahe Angehörige in schwierigen Fällen wie bei Demenz oder hohem pflegerischem Aufwand überfordert sind. Das Wahrnehmen psychosozialer Notlagen ist ein erster wichtiger Schritt vor der Bereitstellung von Hilfen. Ein empathisches Umfeld ist hier von großem Nutzen, da gerade alte Menschen ihre Not oft verbergen oder sich schämen.

Harald Walser, Historiker

Engel in der Hölle

Hilfe in Not? Wo war sie notwendiger als für Gefangene im Konzentrationslager. Maria Stromberger hatte sich freiwillig nach Auschwitz versetzen lassen und tat dort als Oberschwester Dienst im SS-Revier, dem Krankenbau für SS-Männer. Sie wollte helfen, und sie hatte reichlich Gelegenheit dazu. Schon wenige Tage nach Dienstantritt erwarb sich Stromberger das Vertrauen der ihr unterstellten Häftlinge. Diese hatten die Milchration für typhuskranke SS-Männer ohne Wissen der Krankenschwester mit Wasser gestreckt und in der Diätküche versteckt. Der SS-Mann Geiger entdeckte die Kanne Milch und es entwickelte sich eine bedrohliche Situation. Geiger verprügelte einen Häftling, worauf dieser zugab, die Kanne zur Seite gestellt zu haben. Der SS-Mann begann zu schreien, sprach von Sabotage und einer Meldung an die Lagerleitung. Als Stromberger den Lärm hörte, ging sie in die Diätküche. Der Häftling schilderte nach 1945, was dann geschah: „Vor Empörung wurde sie rot. Ich dachte, sie ist wütend auf mich.“ Doch er irrte sich: Stromberger beschimpfte den SS-Mann: Sie habe dem Häftling die Kanne gegeben. Es seien verdorbene Milchreste, die geschlechts- und typhuskranke SS-Männer nicht ausgetrunken hätten. Er könne die Milch gerne selbst trinken, was Geiger tunlichst unterließ. Wieder einmal hatte sie Häftlinge durch Geistesgegenwart und Mut gerettet. Schon wenige Wochen später war Stromberger Teil des organisierten Lagerwiderstands.

Thomas Sturm, Leser

Not wahrnehmen

Zentral wichtig ist das unmittelbare soziale Umfeld wie Partner, Kinder und Verwandte, die als erste Anlaufstelle dienen sollten. Wichtig sind jedoch auch außerfamiliäre Institutionen wie ambulante oder stationäre Pflegedienste, Altersheime oder Anbieter für Betreutes Wohnen, da nahe Angehörige in schwierigen Fällen wie bei Demenz oder hohem pflegerischem Aufwand überfordert sind. Das Wahrnehmen psychosozialer Notlagen ist ein erster wichtiger Schritt vor der Bereitstellung von Hilfen. Ein empathisches Umfeld ist hier von großem Nutzen, da gerade alte Menschen ihre Not oft verbergen oder sich schämen.

Gabriele Wawrok, Leserin

Ohne ehrenamtliche Helfer geht es nicht!

Nicht nur Mitarbeitende in der sozialen Arbeit, in der Pflege und im Rettungsdienst stehen in der Not mit Rat und Tat zur Seite, sondern auch viele ehrenamtliche Organisationen und freiwillige Helfer leisten seit Jahren enormes für ihre Mitmenschen. Egal ob in der Nachbarschaftshilfe, in Vereinen oder bei der freiwilligen Feuerwehr oder Hilfsorganisationen – ohne Engagement und Überzeugung kann keiner in der Not helfen. Die Arbeitsbedingungen und der Stress in helfenden Berufen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen nicht nur durch die Pflegereform und den wachsenden Druck der Dokumentation oder der Angst bei einem Fehler mit einem Bein im Gefängnis zu stehen.- Nein auch der Alltag ist digitaler und schnelllebiger geworden. Die Helfer sind hier mehr Einflüssen der Umwelt ausgesetzt und haben so oft Schwierigkeiten abzuschalten. Auch die gesunde Ernährung kommt leider in Beruf und Ehrenamt oft zu kurz. Die vielen Menschen die sich ehrenamtlich engagieren, egal ob bei Feuerwehr, THW, roten Kreuz, Pflegepool sie werden mit offenen Armen aufgenommen, ohne diese Unterstützung könnte gerade in der Pandemie oder im Katastrophenfall das Stammpersonal die Arbeit nicht leisten, daher ist es wichtig, dass ich auch weiterhin viele Menschen ehrenamtlich in diesen wichtigen Bereichen engagieren.

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Wie arbeiten unsere Landwirte?

„Wie die Saat, so die Ernte“, besagt eine alte Bauernregel. Inzwischen wurde sie in die digitale Welt überführt. Satellitengesteuerte Schlepper fahren zentimetergenau über den Acker und bringen das Saatgut in idealer Dosierung aus. Auch Agrar- Startups wollen sich einbringen, aber oft fehlt es an Investoren und an Bauern, die Zeit und Geld für neue Technologien haben. Stellen Sie uns vor, wie Landwirte heute arbeiten sollten und welche Stellschrauben gedreht werden müssen, damit Bauern für ihre Arbeit fairer entlohnt werden.

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Winnie Bürger, Leserin

Einfach zu billig

Ich denke, es muss eine echte Agrarwende passieren. Nicht nur die Landwirte müssen anders wirtschaften, die ganze Wertschöpfungskette ist in der Pflicht. Dass inzwischen viele Landwirte ihren Hof nur noch als Nebenerwerb betreiben können, weil sie für ihre Produkte nicht kostendeckend entlohnt werden, ist ein Unding. Die Anforderungen an die Landwirte sind hoch, ganz besonders für tierhaltende Betriebe. Am anderen Ende steht der Verbraucher, der hohe Ansprüche an die Qualität hat, aber so wenig wie möglich ausgeben will. Dazwischen alle Arten von Verarbeitern und Händlern, die an möglichst hohem Gewinn orientiert sind. So kann das nicht funktionieren. Wir brauchen hierzulande eine Tierhaltung, in der gilt: geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet in Deutschland. Nur so können wir Importe aus Ländern mit deutlich schlechteren Tierschutzgesetzen verhindern. Wir brauchen Gesetze, die sich nicht widersprechen. Und die Verbraucher müssen endlich lernen, Lebensmittel wertzuschätzen, besonders, wenn sie tierischen Ursprungs sind – und auch bereit sein, angemessene Preise zu bezahlen, damit die Bauern eine Chance haben. Diese Preiserhöhungen müssen in der Wertschöpfungskette dann aber tatsächlich auch an den Landwirt weitergegeben werden. Denn der hat dafür gearbeitet, die Wünsche der Verbraucher zu erfüllen. Dafür steht ihm eine faire, auskömmliche Entlohnung zu.

Andreas Flierl, Landwirt

Auf Augenhöhe

Es ist gar nicht so einfach, Auszubildende für den Betrieb zu finden, da die meisten Interessenten stattdessen direkt ein Studium anstreben. Dabei spricht alles für den klassischen Weg: Wenn man eine Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert hat, steht einem die Welt offen. Man wird überall gerne aufgenommen, weil die Leute einfach wissen, das sind Absolventen, die können anpacken, die sind belastbar, die haben ein praktisches Verständnis, die machen sich schon im Voraus Gedanken darüber, was kommen kann. Man wird zu einem echten Allrounder ausgebildet und lernt zugleich, wie wichtig das Miteinander ist – in jeder Hinsicht: Man arbeitet ja nicht bloß mit der Natur und passt sich den Gegebenheiten an, denn auch im Umgang mit meinen Angestellten und Auszubildenden versuche ich immer, eine Situation zu schaffen, die wirklich für alle Beteiligten passt. Gerade in der Ausbildung ist ein guter Umgang mit den jungen Leuten entscheidend: sie zu fördern, auf ihre Bedürfnisse zu achten, sie immer wieder zu motivieren, mit ihnen zu diskutieren. In meinem Betrieb dürfen Auszubildende alles machen – und müssen alles machen. Für mich gibt es da keine Unterschiede und ich versuche, mit ihnen von Anfang an auf Augenhöhe zu arbeiten, auch mit Auszubildenden „ohne Stallgeruch“. Nur so kann ich ihnen vermitteln, wie spannend und komplex die Arbeit als Landwirt ist – und wie viel Spaß es macht, in der Natur und an der Natur zu arbeiten.

Frank Ahrens, Landwirt

Hand in Hand mit dem Klimaschutz

Mit meiner Familie und unseren Angestellten bewirtschafte ich nun mehr als 40 Jahre unseren landwirtschaftlichen Betrieb. Unser Betrieb ist ein Gemischtbetrieb mit Milchkühen, Jungrindern, Aufzucht, Grünland und Ackerbau. Zurzeit ist die wirtschaftliche Lage auf den meisten Betrieben angespannt. Viele Betriebe werden diese Situation nicht überstehen. Das sind oft Betriebe die seit vielen Generationen wirtschaften. Landwirtschaft wird sich verändern, sie muss „moderner“ werden. Sie wird gesellschaftliche Aufgaben übernehmen müssen, die von der Gesellschaft zusätzlich zu entlohnen sind. Diese Leistungen sind bei der Neuausrichtung der Agrarförderrichtlinien zu berücksichtigen und hier müssen neue Anreize geschaffen werden. Die Landwirtschaft benötigt mehr Wertschätzung und Akzeptanz aus der Bevölkerung. Die Landwirte müssen den gesellschaftlichen Dialog mit den Verbrauchern und den Politikern führen. Für mehr Tierwohl und Lebensmittelsicherheit benötigt ein landwirtschaftlicher Betrieb langfristig politische Sicherheit. Der Verbraucher hat es in der Hand, woher seine Lebensmittel zukünftig kommen werden. Wenn wir es nicht schaffen bei unserem Wohlstand, etwas abzugeben für Umweltschutz, Tierwohl, Insektenschutz und Artenvielfalt, dann wird das kein Land dieser Erde schaffen. Wir können einen Planeten retten. Hierzu ist meine Vision eine CO2-neutrale Landwirtschaft.

Svend Back, Leser

In Fesseln

Ein Landwirt ist mit seiner Arbeit nicht mehr Teil der Evolution. Während der Bauer früher das beste Saatgut für den Anbau aus der eigenen Ernte selektierte, führt er heute Saatpläne von Herstellern möglichst effizient aus. Meist ist das Ergebnis der Arbeit unfruchtbar und die Ernte für weitere Zucht nicht zu gebrauchen – oder die weitere Nutzung wird vertraglich untersagt. Fehlende Selbstbestimmung ist ein wichtiger Grund für Landwirte, um nach Alternativen suchen zu können.

Martin Kraft, Arbeitsbereich Umwelttechnologie Boden/Pflanze, Thünen-Institut für Agrartechnologie

Mitten im Wandel

Die Nutzung digitaler Lösungen in der Landwirtschaft wird erheblich durch den Generationswechsel und den hohen Ausbildungsstand junger Landwirte getrieben. In der Innenwirtschaft vereinfachen bereits automatische Melksysteme, Klimaanlagen und Roboter zur Fütterung und Entmistung die Arbeit. Auch Kameras und Sensoren, die das Verhalten der Tiere überwachen, sind in der Praxis angekommen. Aussagekräftigere Sensorsysteme zur Überwachung des Wohlbefindens und der Gesundheit der Tiere sind in der Erforschung und werden die Anwesenheitserfordernis der Landwirte weiter reduzieren. In der Außenwirtschaft führen automatische Lenk-, Dosier- oder Reihenführungssysteme bereits zu einer Entlastung der Landwirte. Sie können sich einzelne Anfahrten zum Feld sparen, indem sie etwa die Temperatur von Spargeldämmen oder die Position mobiler Beregnungsmaschinen auf ihrem Smartphone verfolgen. Zukünftig werden Landwirte ihre Pflanzenbestände aus der Ferne über Drohne und satelliten- und Big-Data-gestützte Beratungssysteme überwachen und Maßnahmen vorausschauend planen können. Eine entscheidende Arbeitserleichterung werden autonome Maschinen zur Feldbearbeitung und zur Ernte bringen. Fahrerlose Systeme sind noch weitgehend Zukunftsmusik, es gibt die ersten Modelle aber schon auf deutschen Äckern – wie einen akkubetriebenen Feldroboter, der vollautonom Unkraut in Zuckerrübenfeldern jäten kann, wo heute teilweise noch von Hand gehackt wird.

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