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Wie wollen wir wohnen?

Mit der Pandemie wurde unser Wohnraum essenziell, musste herhalten für Beruf, Schule, Kita und gleichzeitig als Rückzugsraum, genügend Platz hin oder her. Viele Gewissheiten wurden auf einmal hinterfragt oder gar auf den Kopf gestellt: Im Eigentum, möglichst ungebunden, altersgerecht, in der Stadt oder doch lieber auf dem Land? Schreiben Sie uns, wie Sie in postpandemischen Zeiten wohnen möchten.

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Siegfried Kärcher, Leser

Wie wollen wir wohnen? Wer ist „wir“?

Wohnen ist ein Grundbedürfnis wie Nahrung oder Mobilität. Wie beim Autokauf kann man bei der Wohnungsgestaltung eine Software einsetzen, die alle Wünsche und Randbedingungen abfragt. 1. Lebensphase: Single, junge Familie, Pendler mit Zweitwohnung, Ehepaar in den Fünfzigern, pflegebedürftige Senioren oder Sonstige? 2. Geografische Lage: auf dem Land, Stadtnähe oder mitten in der Großstadt? 3. Persönlicher Stil: geselliger Mensch, Schneckenhaus-Typ? Die Software führt nach weiteren Abfragen zu einem optimalen Angebot. Ich muss entscheiden, will und kann ich mir diese Wohnung leisten? Neben der Frage nach der Umweltverträglichkeit bleibt noch ein anderer Aspekt bei diesem individuellen Vorgehen der Wohnungsgestaltung unberücksichtigt: wer ist mit „wir“ gemeint? Eine Minderheit, die sich trotz großer Wohnung auch regelmäßig Urlaub leisten kann? Die Bewohner einer Stadt mit hohem Migrationsanteil? Die Menschen in Deutschland, die den Geflüchteten ein Asyl bieten wollen? Die Frage nach dem Wohnen hat etwas mit unserem Miteinander zu tun. Individuelle Extrawünsche sind nichts Verwerfliches, sei es der Garten, die gemütliche Wohnstube oder anderer Luxus, der uns guttut. Eine Optimierung der Wohnung soll aber nicht zu einer Abgrenzung führen. Solange man die Mitmenschen und das gute Zusammenleben im Blick hat, kann es eine win-win-Situationen geben. Vielleicht können wir z.B. freien Wohnraum Wohnungssuchenden anbieten?

Susanne Tyll, Beratung-Fortbildung-Projektentwicklung, Leserin

Ein Leben lang: L(i)ebenswert wohnen

Die meisten Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben, von den über 65-jährigen wohnen aktuell 93% in Wohnungen / Häusern zur Miete oder im Eigentum. Von den über 90-jährigen 75%. Viele müssen das auch, weil es kaum bezahlbare und barrierefreie Wohnungen bzw. solche mit weniger Barrieren gibt. Durch Wohnberatung kann die selbstbestimmte Lebensführung in der vertrauten Wohnung durch möglichst optimale Anpassung an die individuellen Bedürfnisse erhalten bleiben. Dies kann präventiv oder reaktiv erfolgen. Ziel ist es immer, den Vorstellungen und Wünschen der Ratsuchenden zu entsprechen. Die Wohnumgebung muss den Bedürfnissen ihrer Bewohner*innen entsprechen. Viele Anforderungen Älterer können als Maßstab sein: weniger Barrieren bedeuten mehr Komfort für alle Menschen. Ältere bewegen sich viel zu Fuß, mit Fahrrad, teilweise mit Gehhilfen oder Rollator. Das direkte Wohnumfeld gewinnt an Bedeutung, weil der Bewegungsradius oft kleinräumiger wird. Auch Jüngere z.B. mit Kinderwagen oder schweren Einkaufstaschen tun sich schwer, wenn Barrieren auftauchen. Die Wohnumgebung ist mit entscheidend für alltägliche Routinen: Rituale, Kontaktaufnahme, allgemeine Versorgung, Sicherheitsgefühl, Bewegungsmöglichkeiten und somit Gesundheitsprävention, Selbstbestimmtheit und Selbständigkeit. Notwendig ist es, z.B. „dritte Orte“ in der nahen Umgebung zu schaffen bzw. vorhandene zu erhalten.

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Wie werden Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht?

Unternehmen agieren nicht im luftleeren Raum. Für eine gerechtere und klimaneutrale Zukunft ist es daher notwendig, dass auch sie aktiv daran mitwirken. Gleichzeitig wünschen sich immer mehr Menschen einen sinnstiftenden Job in einer Firma, die unsere Gesellschaft positiv voranbringt. Teilen Sie uns mit, wie Unternehmen diese Verantwortung wahrnehmen und vielleicht sogar als Chance begreifen können.

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Wie verbessern wir das Gesundheitssystem?

„Gute Verbesserung“ heißt aktuell ein Slogan auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums. Blickt man auf das ungemein komplexe Gesundheitssystem, lassen sich tatsächlich unzählige Stellschrauben identifizieren, die es deutlich fitter machen könnten – mehr Fokus auf Prävention inklusive. Schicken Sie uns Ihr Rezept für ein besseres Gesundheitssystem, von dem wir alle profitieren.

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Toni Rütten, Leser

Das Gesundheitssystem ist Vorreiter für Vielfaltsmanagement

Die hervorragende medizinische und pflegerische Qualität der Universitätsklinik Bonn hat mir im letzten Jahr das Leben gerettet und es verbessert. Das verdanke ich der Koproduktion von Menschen, deren Wurzeln, wenn ich richtig gezählt habe, in 17 unterschiedlichen Ländern und drei Kontinenten der Welt liegen. Gerade unter den besonderen Bedingungen der Pandemie baute der Erfolg der Chirurgen nicht nur auf der gelingenden Zusammenarbeit zwischen den diversen medizinischen Fachbereichen auf. Er war auch abhängig von einem reibungslosen Zusammenspiel zwischen Ärzten, Pflegefachkräften und dem für die Reinigung und Verpflegung verantwortlichen Personal. Ich hatte das Glück, ein unter schwierigsten Rahmenbedingungen gut funktionierendes System erfahren zu dürfen. Ärzteschaft und Pflege spüren schon seit Längerem den Fachkräftemangel. Einige UniKliniken haben darauf bereits mit innovativen Strategien der Personalgewinnung im Ausland reagiert. Insofern sehe ich in den Uni-Kliniken \"Vielfaltslabore\" für gesamtgesellschaftliche Handlungsansätze und für die Entwicklung von Methoden und Instrumenten für ein erfolgreiches Vielfaltsmanagement. Bund und Länder sollten deshalb bei der staatlichen Förderung nicht alleine medizinische Technologie im Blick haben, sondern auch die Produktionsbedingungen multikultureller und -disziplinärer Teams.

Manfred Sailer, Leser

Unnötige Kosten durch Inkassofirmen

Unzählige, sog. Finanzdienstleister bieten den Arztpraxen ihre Hilfen bei der Rechnungserstellung an ihre Privatpatienten an. Das Motto lautet: „mit uns verdienen sie mehr!“ Als Privatpatient erhalte ich dann Rechnungen, die mit obskuren und fantasievollen Positionen und Begründungen auf ein 3,5-faches Honorar aufgebläht werden. Die Rechnungen sind angefüllt mit „Beratung auch telefonisch ...“, „...mit schwer zugänglicher, schwieriger Lokalisation!“ und ähnlichem Unsinn. Da würde z.B. eine Autowerkstatt für den Reifenwechsel statt € 100.- € 350.- berechnen nur weil das Auto ein SUV ist. Nicht selten verweigern die Privaten Krankenkassen manche Erstattung wegen „unkorrekt“. Wagt man es, diese Beträge bei der Inkassofirma abzuziehen, so löst man einen gewaltigen Vorgang von Mahngebühren, Verzugszinsen und Drohungen mit Gerichtsvollziehern usw. aus. Nichts gegen eine angemessene Bezahlung der Ärzte/innen aber diese Firmen treiben die Kosten des Gesundheitssystems künstlich in die Höhe nicht nur durch die Aufblähung der Rechnungen sondern auch durch die Kosten für ihre entbehrlichen Dienste. Alle Arztpraxen verfügen über ausgereifte Computerprogramme und geschultes Personal um die Rechnungen incl. Buchhaltung und Mahnwesen in eigener Regie zu erstellen. Wenn man schon das 2-Klassen-System mit den Privatversicherten nicht abschaffen kann oder will, dann wenigstens weg mit den unnötigen Inkassofirmen.

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