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Was wird der nächste Trend?

Einen Trend vorauszusagen ähnelt auch heute noch einem Blick in die Kristallkugel. Unsere Experten sind sich auch deshalb alles andere als einig: Lars Holstenkamp von der Leuphana Universität Lüneburg hält „Bürgerenergie“ für das nächste große Ding, Buchautor Marcus Diekmann prognostiziert einen weiteren eCommerce-Boom, Zukunftsforscher Lars Thomsen glaubt hingegen an schlaue Technologie. Und Sie? Diskutieren Sie mit!

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Lars Thomsen, Innovations- und Trendforscher

Das Ende der Dummheit: „Technologie wird in vielen Bereichen bald schlauer und schneller sein als wir Menschen.“

Je mehr Synapsen ein Nervensystem ausbildet, desto mehr Intelligenz kann es entwickeln. Bislang galt dieser – zugegeben stark vereinfachte Satz – hauptsächlich für Lebewesen. Doch wir erreichen derzeit eine Schwelle beim Grad der Vernetzung und Rechenleistung der digitalen Netzwerke, der einen massiven Paradigmenwechsel mit sich bringt: Das „Internet der Dinge“ macht „dumme“ Technik „smart“. Bisher mussten Menschen lernen, wie Technologie funktioniert und diese bedienen. Technologie wird in vielen Bereichen bald wesentlich schlauer und viel schneller sein als wir Menschen. So werden wir z.B. in einem Neuwagen bereits gegen Ende dieses Jahrzehnts die meiste Zeit nicht mehr selber fahren müssen (oder ggf. nicht mehr dürfen: Stichwort „Aging Society“). In 500 Wochen werden Haushaltsroboter so normal sein wie heute Tablet-Computer und bis zu 75 Prozent aller Routinetätigkeiten im und ums Haus machen können. Viele Jobs, die heute in den Bereichen Verwaltung, Sachbearbeitung und Dienstleistung Menschen erfordern, werden in den kommenden Jahren an die Schwelle kommen, an denen diese von „künstlicher Intelligenz“ und Robotik besser, schneller und vor allem günstiger erledigt werden können. Dieser Trend durchzieht fast alle Industrien mit einer enormen Geschwindigkeit. Wo bleibt da der Mensch? Eine Frage, die uns mehr denn je zwingen wird, den Wert der Arbeit für jeden Einzelnen und die Gesellschaft neu zu definieren.

Marcus Diekmann, eCommerce-Experte und Autor des Buches „eCommerce lohnt sich nicht“

Noch mehr Leben Online: „Offline-Welt und Online-Welt wachsen zusammen.“

Nichts hat unser Konsumverhalten so verändert wie das Internet: Die Art, wie wir heute einkaufen oder Informationen suchen, hat sich in den vergangenen 20 Jahren stärker gewandelt als in den zwei Jahrhunderten zuvor. eCommerce hat aus unseren Innenstädten triste Leerstandsruinen gemacht – oder Zonen, in denen ein konsumfreudiger Lebensstil zelebriert wird, der seinen Reiz aus der Inszenierung zieht. Ein Großteil der Onlinekäufe ist zielgerichtet: Der Konsument hat eine feste Vorstellung, was er will, das Web erfüllt seine Wünsche am schnellsten. Wer früher einen Koffer kaufen wollte, ließ sich beim Fachhändler beraten und kaufte dann. Wo heute gekauft wird, ist egal – Informationen über Produkt und Preis stellt das Netz jederzeit überregional bereit. Entscheidendes Kriterium ist am Ende der Preis. Kundenbindung? Loyalität zum Händler? Nicht im Netz – und zunehmend auch nicht stationär. Das bedeutet: Markenhersteller werden nicht mehr am Fachhandel festhalten. Sie werden die Verbraucher direkt ansprechen, um ihre Kaufentscheidung zu beeinflussen. Der Fachhändler wird auf Serviceleistungen wie Montage, Aufbauleistung und Warenverfügbarkeit reduziert. Diese Entwicklung erfasst über kurz oder lang auch den Lebensmittelbereich. Innenstädte sind schon heute ein Mix aus Showrooms, Cafés, Erlebniswelten und Freizeitinszenierung. Offline-Welt und Online-Welt wachsen zusammen. Der Kanal spielt keine Rolle, das Produkt ist alles.

Lars Holstenkamp, Diplom-Volkswirt an der Leuphana-Universität Lüneburg

Energie wird regional: „Bringen Bürger Eigenkapital ein, können sie die Energiewende mitgestalten.“

Mit der Energiewende hin zu mehr dezentralen Erzeugungsanlagen verändert sich auch das organisatorische Gesicht der Energiewelt: Konsumenten werden zugleich zu Stromproduzenten, neue Akteure treten auf den Markt. Der Anteil von Bürgeranlagen bei erneuerbaren Energien lag 2012 bei 47 Prozent, der von Energieversorgern bei 12,5 Prozent. Ende 2012 gab es 740 Energiegenossenschaften. 2013 sind ca. 170 hinzugekommen. Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst von den Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, vor allem des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Wahrscheinlich wird es für kleine Gesellschaften künftig schwieriger, Projekte wirtschaftlich gewinnbringend umzusetzen. Einzelne Bürgergesellschaften müssen sich daher stärker miteinander verbinden. Wichtig ist auch die Flächensicherung: Standorte für Windkraftanlagen sind umkämpft, geeignete Dachflächen für Fotovoltaikanlagen nicht immer leicht zu finden. Auch hier helfen Zusammenschlüsse. Schließlich wird die Innovationskraft bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, z.B. für den regionalen Vertrieb von Strom, entscheidend sein. Bringen Bürger Eigenkapital in Bürgergesellschaften ein, so können sie über die Aktivitäten mitbestimmen und damit die Energiewende mitgestalten. Finanzielle Teilhabe dürfte grund- sätzlich zu einer höheren Akzeptanz von Anlagen in der eigenen Umgebung führen. Und nur bei hoher Akzeptanz kann die Energiewende gelingen.

Wolfgang Trefz, Leser_In

...als Horrorszenario sehe ich, die Möglichkeit letztlich durch die Geheimdienste , Gedanken zu lesen.

Juergen Kaehler, Leser_In

Der naechste grosse Trend wird sich in einen negativen wenden........Arm+Reich,Resourcen-Vielfalt+Eintoenigkeit werden sich dramatisch verstaerken......Kampf um Nahrung+Wasser+Lebensraum haben bereits begonnen. Der Trend deutet darauf hin,dass wir uns mit weniger zufrieden geben muessen,- uns einzuschraenken haben,- alternative Resourcen erschliessen muessen.

Marc Thiel, Leser_In

Ich denke der neuste Trend wird sein, das mehre Leute ein Anschaffung machen werden um diese dann zu verschiedenen Zeiten zu nutzen. Wie zum Beispiel ein Boot. Diesen Trend gibt es eigentlich schon nur etwas zu wenig bekannt. Manche stellen ihr Sofa zur Verfügung für Reisende mit schmalem Geldbeutel. Auch Maschinen werden geteilt oder auch Autos. Auch ich habe mich schon daran beteiligt.

Wolfgang Kobek, Qlik, Leser_In

Den nächsten großen Trend sehe ich in der „Vermessung des Ichs“. Die diesjährige CES in Las Vegas hat gezeigt, dass Wearables ganz hoch im Kurs stehen. Diese Tracking-Tools sind für uns bald so alltäglich wie jetzt schon Smartphones und Tablets. Die gesammelten Daten wollen wir natürlich auch auswerten und so unser Leben stetig verbessern. Erstaunlicherweise sind die sonst so kritischen Deutschen hier sehr offen in Sachen Selbst-Analyse. Knackpunkt ist allerdings die Benutzerfreundlichkeit. Nur wenn die Geräte und Anwendungen intuitiv sind, setzt sich dieser Trend langfristig durch.

Mika Beer, Leser_In

Es wird ziemlich abgefahrene Trends geben in baldiger Zukunft. Bionische Körperteile und Haut, augemented reality, künstliche Intelligenz.. wenn die kombiniert werden wird es sicher spannend

Hendrik G., Leser_In

Ein Trend entsteht immer aus einem Gegentrend. Ob Bürgerenergie, Mobilität oder Privatsphäre im Internet, es besteht weltweit ein Wunsch nach neuen Lösungen!

Raphael Klaasen, Leser_In

Es kann auch negative Trends geben! Wie wäre es zum Beispiel, wenn die Kommunen anfangen würden, das Parken zu überwachen, inklusive stündlicher Preisschwankungen und Reservierungen? Klingt unrealistisch? Wird in den USA aber schon praktikziert! Wenn Parkplätze für 250000 Euro weggehen, dann kann man einfach nur mit dem Kopf schüttteln. Ich werde weiterhin Bahn fahren, und zuschauen wie in Berlin die Anarchie ausbricht, sollte so ein System auch hier eingeführt werden.

Frank Hagner, Leser_In

Die Kommunikation der Menschen wird sich noch weiter verändern, sie wird noch mehr durch Technik geprägt werden. Ob Google Glass oder Apple Uhr - die Grenzen sind hier noch lange nicht erreicht. Ich würde mir wünschen, dass die Rückkehr zum persönlichen Gespräch sich als so eine Art Gegentrend etablieren würde, aber im Zeitalter der Selbstoptimierung und milisekundengenau justiertem Zeitmanagement halte ich das wohl für Utopie.

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Was hält die Gesellschaft zusammen?

Rund 80.800.000 Menschen leben in Deutschland, das bedeutet: 80.800.000 verschiedene Meinungen, was eine gute Gesellschaft ausmacht. Liz Mohn von Bertelsmann, Manuel Grabowski von der Initiative „Passau räumt auf” und der Sprachwissenschaftler Heiko Hausendorf haben uns ihre eigene Ansicht mitgeteilt. Fehlen nur noch 80.799.997 weitere, die Sie gerne mit beisteuern dürfen.

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Liz Mohn, erlagsmanagerin und Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung

Gesellschaftliche Grenzen überwinden: „Das Vertrauen in die Mitmenschen ist entscheidend.“

Was hält eine Gesellschaft zusammen? Vor allem vertrauensvolle und stabile Beziehungen zwischen Menschen! Der Zusammenhalt in einer modernen Gesellschaft muss sich unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensstil entwickeln. Dann sind die Bürger auch eher in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Sie werden sich als Teil dieser Gesellschaft verstehen und mit dem Land identifizieren, in dem sie leben. Das ist allerdings auch in Deutschland noch nicht selbstverständlich. Beispielsweise müssen wir in unserem Denken und Handeln die Trennung von Ost und West endgültig überwinden. Auch sollten wir uns klar und deutlich sowohl zum Einwanderungsland Deutschland, das wir nun einmal sind, als auch zu einer Willkommenskultur für Zuwanderer bekennen. Dann kommen wir einer gemeinsamen Identität näher, die unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensstil, Fähig- und Fertig- keiten oder sexueller Zuordnung ist. Das Vertrauen in die Mitmenschen – insbesondere, wenn sie uns zunächst fremd sind – ist entscheidend. In einer stabilen Gesellschaft müssen sich die Menschen aufeinander verlassen können. Das ist genauso wichtig wie die Verantwortung und das Engagement des Einzelnen für das Gemeinwohl. Wenn wir am gesellschaftlichen und politischen Leben teilnehmen, solidarisch für einander einstehen und den Schwachen unsere Hand reichen, hält das auch die Gesellschaft zusammen.

Manuel Grabowski, Mitbegründer der Initiative „Passau räumt auf“

Gesellschaft bedeutet Gemeinschaft: „Plötzlich waren andere Menschen gar nicht mehr so schrecklich.“

„Andere Menschen sind ziemlich schrecklich. Die einzige Gesellschaft, in der man es aushalten kann, ist man selbst.“, schrieb Oscar Wilde einst. Kein Wunder also, dass beim Hochwasser 2013 in Passau alle mithelfen wollten – es war schwer bis unmöglich, es mit sich selbst auszuhalten. Keine Heimat mehr. Schulen und Universität geschlossen. Kein Trinkwasser, kein Strom. Plötzlich waren andere Menschen gar nicht mehr so schrecklich. In all der Trauer und Ohnmacht war überall zu spüren, wie fast schon erschrocken die ganze Stadt nicht nur von der Flut, sondern auch von der durch Chaos und Notwendigkeit geprägten Atmosphäre war. Allerorts superlativierte Freude darüber, dass Gesellschaft nun auch Gemeinschaft bedeu- tete. Wie ein frisch verliebtes Paar voll naiver Hoffnung, dass dieses junge Glück nicht enden könne. Aber wenn das erste Kind geboren ist und versorgt werden will, sieht die Realität oft anders aus, ebenso wie nach der Katastrophe und Wiederherstellung der Gesellschaftsordnung keine Semmeln mehr gegen den Hunger verteilt werden. Und die Steuererklärung fristgerecht eingereicht werden muss. Der Abwasch muss auch noch erledigt werden, und kurz vor Ladenschluss dringend die Post und Einkäufe. Zum Glück ist selten Ausnahmezustand – aber auch so darf man in der Schlange im Supermarkt zulassen, dass die nervige Vorderfrau sicher auch einen Grund hat, mit sich selbst beschäftigt zu sein. Man ist in guter Gesellschaft.

Heiko Hausendorf, Professor für Germanistik an der Universität Zürich

Sprache macht Gesellschaft: „Das ‚wir‘ sind die, die sich angesprochen fühlen.“

Es ist erstaunlich, wer „wir“ alles sind (Papst, Weltmeister, das Volk, und in Bayern „Mia san Mia“), was „uns“ zugeschrieben wird („Yes We Can“) und was nicht („Davon haben wir nichts gewusst“) und in wessen Namen dabei jeweils gesprochen wird. Das Wörtchen „wir“ gehört zu den unscheinbaren sprachlichen Ausdrücken, mit denen wir wie in einem Mikrokosmos gesellschaftlichen Zusammenhalt, Zugehörigkeit und Sprache zusammenführen. Wenn einer „wir“ sagt, spricht er zwar alleine, tut aber so, als ob alle Anderen gleichzeitig mitsprächen: Das Fürwort macht ihn zum Fürsprecher. Einmal ausgesprochen macht es aus einer Ansammlung von Anwesenden eine soziale Gruppe, die nicht nur Zusammensein, sondern auch Zusammenhalt suggeriert. Wer „wir“ sagt, appelliert deshalb an Zugehörigkeitsgefühle – „Wir sind Papst“ war also nicht nur (populäre) Vereinnahmung, sondern auch (erfolgreiche) Vergesellschaftung. „Wir“ sind nie nur die, die gerade irgendwo dabei sind, wo gesprochen wird. Es sind die, die sich angesprochen fühlen, z.B. als Deutsche, ohne dass sie dafür namentlich benannt werden müssen. Genau darin liegt ja die intime (wie verlockende) Selbstverständlichkeit des „Wir“-Gebrauchs. Wer in der Weltgesellschaft nach dem Zusammenhalt von Gesellschaft fragt, müsste also auch sagen, was die Zugehörigkeiten sind, an die dabei appelliert werden soll. Wenn wir „Gesellschaft“ sind, wo genau gehören „wir“ dann dazu?

Juergen Kaehler, Leser_In

Eine Gesellschaft ist KEINE Gemeinschaft. Eine Gesellschaft haelt zusammen,weil die Lebens-Bedingungen fuer alle ideal sind. Beim Blick ueber die Grenzen stellen alle fest,dass selbst bei internen unterschiedlichen Weltanschauungen das lokale Umfeld ideal ist. Zum Beispiel Deutschland: Kindergeld,Arbeitslosengeld,Rente,soziale Absicherung,rechtliche Absicherung. Bereits beim Blick ueber die Grenze wird deutlich,was andere Gesellschaften =erleiden= muessen.

R. Strachwitz, Leser_In

Familie und Nation halten die Gesellschaft zusammen.\" Das glaubte man im 19. und 20. Jahrhundert; manche glauben das immer noch. Heute haben wir Zweifel, ob dies jemals gestimmt hat; sicher wissen wir, daß es heute nicht mehr stimmt. Intakte Familien sind etwas wunderbares, aber sie sind seltener, als manche gern glauben möchten. Wie also finden die einen Zusammenhalt, die keine intakte Familie haben? Die Nation hat als Sinnstiftung ausgedient. Fahnen und Hymnen sind Relikte einer früheren Zeit; vielleicht merken wir mal, daß nicht Deutschland Medaillen gewinnt, sondern der einzelne Sportler. Wir erleben das Erwachen der Individualität und leben im supranationalen Europa. Schon vor Jahrzehnten war sogar von der Weltgesellschaft die Rede. Heute ist diese, nicht zuletzt dank der modernen Kommunikation, immer mehr unsere Lebenswirklichkeit. Kein Staat, ja nicht einmal eine Gemeinde ist in der Lage, die Gesellschaft zusammenzuhalten. Sie üben die hoheitliche Gewalt aus, machen von diesem Recht immer extensiver Gebrauch und werden schon deshalb als Zwang und Kontrolle empfunden. Kurz: Die Gemeinschaften, in die man hineingeboren wird, denen man nicht entkommen kann, taugen allesamt nicht dazu, die Gesellschaft zusammenzuhalten. Aber wer dann? Erfreulicherweise gibt es zu Hauf Gemeinschaften, in die jeder freiwillig eintreten und die jeder auch wieder verlassen kann. Dazu zählen die Kirchen und Religionsgemeinschaften ebenso wie die zahllosen Vereine. Viele von ihnen haben eine lange Geschichte, andere sind neu, täglich gründen sich neue. Sie sind groß oder klein, konservativ oder progressiv, bieten Leistungen an oder kämpfen für ein Ziel. Daß Individualismus gleich Egoismus sei, ist jedenfalls ein Märchen, das durch Wiederholung nicht wahrer wird. Der Mensch strebt nach dem \'Wir\'! Immer mehr wächst daher den freiwilligen Vereinigungen die Aufgabe zu, Solidarität und Gemeinschaft zu stiften, übrigens auch Orte der Debatte über unsere res publica, unser Gemeinwesen, zu sein. Über Kirchenchöre, Schützenvereine und Karnevalsgesellschaften hat man gern gespottet. Heute wissen wir aus Erfahrungen ebenso wie aus wissenschaftlichen Studien: Sie sind wichtig. Es gilt, sie ernst zu nehmen, denn sie, die Hunderttausende von Vereinen, sozialen Bewegungen, Bürgerinitiativen und Stiftungen, kurz, die Akteure der Zivilgesellschaft, halten die Gesellschaft zusammen.

Mario Padmann, Leser_In

König Fußball oder die olympischen spiele scheinen das größte Potenzial für gemeinsames mitfiebern und Identifikation zu haben.

Robert, Leser_In

Oftmals wohl doch eher der kollektive Frust statt gemeinsamer Visionen. In der Aufregung um verspätete Bahnen oder schlechten Service finden die Menschen zusammen. Das teilen von Freude und besonderen Momenten bleibt engen Freunden vorbehalten.

Regina Mueller, Leser_In

Ja, die Feinheiten einer Sprache sind ein Ausdruck der Ernsthaftigkeit womit Gedanken und Überzeugungen formuliert werden. Zum Beispiel, CESAR CHAVES, amerikanischer Anführer der mexicanischen Landarbeiter, drohte mit Streik, worauf der Landbesitzer sagte “ Das könnt ihr nicht tun” Chaves erwiderte “ si, se puede” Ja, man kann-. Dieses “ man” ist eine Aufforderung an jeden Einzelnen sich zu beteiligen. Es ist kein vorausgenommenes WIR Der Gedanke der freien Überzeugung kam damit zum Ausdruck. Barack Obama “ Yes, we can” war ein Aufruf zur Solidarität. Ich bin dafür , dass, das Ich mehr verwendent wird , auch an der Mitschuld, “man hätte mehr machen können nur Ich war zu faul und zu feige.”

Korina Leo, Leser_In

Wohl am ehesten ein Fußballspiel oder ein großes Besäufnis

Volker Selbe, Leser_In

Der Staat ist doch dafür verantwortlich , dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden! Ohne ihn wird es nicht gehen. Leider betrieb die bisherige Regierung Lobby-Politik. Das ist ein echter Skandal!

Barbara Hochfellner, Leser_In

Ich habe nicht das Gefühl, dass etwas großartiges die Gesellschaft zusammenhält. Klar, wir alle zahlen Steuern (oder zumindest die meisten, wenn man von Präsidenten Münchener Fußballvereinen absieht), tragen ähnliche Kleidung, und kaufen in denselben Läden ein. Dementsprechend kann man sich selber in anderen wiedererkennen und sie verstehen. Aber Zusammenhalt? Das ist doch wohl etwas anderes. Wenn man sich in der Nachbarschaft grüßen würde oder einfach nur freundlich zu einander wäre, das wäre ein Anfang. Aber leider sehe ich das nur sehr selten.

Lars Gertmann, Leser_In

Liebe. Freundschaft. Gemeinschaft. Zusammen gewinnen und zusammen verlieren, zusammen lachen und zusammen weinen. Gemeinsam Party machen, gemeinsam trinken und dann auch gemeinsam ausnüchtern. Einfach alles, was man gemeinsam machen kann. Das Leben findet nicht vorm Bildschirm statt. Es findet in der Realität statt.

Andrea Saffartzik, Leser_In

Wenn es darum geht, gemeinsam über´s Wetter, die Bahn, den Staat meckern. Oder bemerken, dass alles immer teurer wird. Nichts eint mehr als ein gemeinsamer Feind.

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Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen?

Wie werden alle Menschen satt? Eine Frage, die mehr polarisiert, als man glaubt. Also eine perfekte Möglichkeit für Sie, mitzudiskutieren. Wenn sich Susanne Lüttmer-Ouazane von Monsanto Deutschland, die Politikwissenschaftlerin Bettina Engels und Stefanie Möde vom Fraunhofer-Institut der Frage stellen, ist Diskussionsstoff vorprogrammiert!

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Bettina Engels, Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Entwicklungspolitik an der Universität Bayreuth

Faire Marktpreise schaffen: „Hunger ist oft politisch-ökonomisch bedingt.“

Genauso wie sieben oder neun Milliarden: IndemmanihnendasRechtzugesteht, sich selbst zu ernähren. „Menschenrecht auf Nahrung“ und „Ernährungssouveränität“ lauten die Schlüsselbegriffe. 870 Millionen Menschen hungern aktuell, die allermeisten im Globalen Süden. Dabei übersteigen die Ernten derzeit die Menge, die für die ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung notwendig wäre, um etwa ein Drittel. Trotzdem sterben täglich mehr als 6.000 Kinder an den Folgen von Unterernährung. Die Ursachen sind nicht primär Dürrekatastrophen oder Kriege – der größte Anteil an Unterernährung und Hunger ist chronisch, strukturell bedingt durch globale politisch-ökonomische Verhältnisse. Kein Wunder also, dass die Menschen weltweit und besonders in Afrika auf die Straße gehen, um gegen rasant steigende Nahrungsmittelpreise zu protestieren. Die Preise für Reis oder Weizen haben sich von 2007 auf 2008 vielerorts verdoppelt. Neben dem hohen Ölpreis liegen die Ursachen in der gestiegenen Nachfrage nach Agrarkraftstoffen und in Spekulationen. Über 900 Organisationen verabschiedeten deshalb beim Weltsozialforum in Dakar 2011 den „Dakar-Appell gegen Landraub“. Die Regierungen reagieren mit Preiskontrollen, Subventionen und anderen wirtschafts- und agrarpolitischen Maßnahmen. Das Argument für die Bekämpfung des Hungers sollte allerdings nicht die Verhinderung von Aufständen sein, sondern die Gewährleistung des Menschenrechts auf Nahrung.

Susanne Lüttmer-Ouazane, Geschäftsführerin der Monsanto Agrar Deutschland GmbH

Soziale Verantwortung meistern: „Es ist wichtig die vorhandenen Ressourcen bestens auszuschöpfen.“

Diese Frage stellen wir uns täglich – egal fürwievieleMenschen!Monsantoerzeugt seit Generationen Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Umso mehr Menschen ernährt werden sollen, desto wichtiger ist es, die vorhandenen Ressourcen bestens auszuschöpfen. Wir orientieren uns an den drei Säulen einer nachhaltigen Landwirtschaft: der kontinuierlichen Steigerung von Erträgen bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen zur Erhaltung des ruralen Umfelds und der Verbesserung der Lebensqualität. Wir sind nur eine kleine „Schraube“ im Getriebe. Innovation beruht auf Partnerschaften und Vertrauen in der gesamten Wertschöpfungskette. Monsanto investiert ca. 4,2 Millionen US- Dollar pro Tag, um in Zusammenarbeit mit Universitäten, innovativen Firmen und zahlreichen anderen Institutionen neue ProduktkonzeptefürdieLandwirtschaft zu entwickeln. In Deutschland und Europa konzentrieren wir uns auf die Züchtung und Produktion von konventionellem Saatgut und Pflanzenschutzprodukten. Durch den regelmäßigen Austausch mit Landwirten sind unsere Pflanzenzüchter in der Lage, auf drei Zuchtstationen in Deutschland die Sorten zu züchten, die den lokalen Klimabedingungen entsprechen. Auch die von uns vertriebenen Pflanzenschutzmittel sind unerlässlich zur Ertragsabsicherung. Mit diesen Betriebsmitteln stellen wir uns gemeinsam mit der deutschen Landwirtschaft der Aufgabe, die Versorgung der Bevölkerung aber auch die soziale Verantwortung weltweit im Agrarbereich zu meistern.

Stephanie Möde, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML)

Städte müssen beliefert werden: „Zur Überwindung der letzten Meile gibt es bislang kaum Alternativen zum Lkw.“

Wenn die Nahrungsmittel nicht vor Ort selbst angebaut werden, was angesichts einer zunehmenden Urbanisierung – 67 Prozent der Weltbevölkerung werden bis zum Jahr 2050 in Städten leben – immer weniger der Fall sein wird, müssen sie zu Menschen transportiert werden. Die urbane Landwirtschaft leistet insbesondere in Entwicklungsländern einen Beitrag zur Ernährungssicherung, doch sie deckt nicht den gesamten Lebensmittelbedarf ab. Im Welthandel wird in der Regel das Seeschiff als Transportmittel eingesetzt, wenn es die Haltbarkeit des Lebensmittels erlaubt. Der CO2-Ausstoß beim Seeschiff ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln relativ gering. Zur Versorgung der Verbraucher – zur Überwindung der letzten Meile – gibt es jedoch bislang kaum Alternativen zum Lkw. Insbesondere die Flexibilität ist der große Vorteil dieses Verkehrsmittels. Demgegenüber steht der relativ hohe CO2-Ausstoß von ca. 95 Gramm je Tonnenkilometer. Die Umweltverträglichkeit von Nahrungsmitteltransporten per Lkw kann über alternative Antriebe (bsw. den Elektromotor) und kürzere Wege zum Verbraucher (durch regionale und saisonale Lebensmittelprodukte) verbessert werden; ganz entschieden aber über die Vermeidung von Verschwendung und Verderb von Lebensmitteln. Die deutschen Verbraucher erzeugen ca. 4,3 Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Jahr. Allein dies zu verhindern würde über 170.000 Lkw-Transporte jährlich einsparen – eine Lkw-Schlange fünfmal von Berlin nach München.

Ernst Ulich, Leser_In

Wir in den reichen Ländern essen heute ca. drei Mal so viel Fleisch wie z.B. vor dem Krieg. Warum? Damals war es, relativ zum Lebensstandard, wenigstens dreimal so teuer. Und wie kommt es, dass Fleisch so billig ist? Es liegt an der Massentierhaltung, die es früher nicht gab. Kein Wunder, dass aller Tier- und Naturschutzvereine diese wahnsinnige Tierquälerei heftig bekämpfen. Aber es geht ja nicht nur um den Tierschutz. Die Auswirkungen dieser Massenproduktion erstrecken sich auf Natur und Umwelt, auf Klima, Wasserverbrauch und Böden, auf die menschliche Gesundheit und nicht zuletzt auf den Hunger bei den armen Völkern. Mehr als die Hälfte aller pflanzlichen Erzeugnisse auf dieser Welt wird als Tierfutter verbraucht. \"Das„ Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen.“ Das ist ein uralter Sprich, den schon fast jedes Kind kennt. Bestes Beispiel ist Südamerika, wo Urwälder abgeholzt werden, um Sojafelder anzulegen – weniger für den menschlichen Verzehr, sondern in erster Linie als Tierfutter zum Export nach Europa. Und dabei ersticken wir in Deutschland in billigem, meist minderwertigem Fleisch – man denke nur an die zahlreichen Skandale der vergangenen Jahre. Und trotzdem werden vor allem in Ostdeutschland neue Mastanlagen für Schweine und Hühner errichtet. Die investoren sind meistens Holländer. Wieso das? In ihrem Heimatland dürfen sie nicht mehr. Dort sind die Böden bereits verdorben. Aber bei uns noch nicht. Warum aber immer neue Tierfabriken, wo wir sowieso schon mehr als genug haben? Für den Export. Unsere Regierung subventioniert sogar die Ausfuhr noch Schweinefleisch, z.B. nach China. Denn dort steigt der Verbrauch im Zuge des Wirtschaftswunders rasant. Desgleichen in Russland, Brasilien, Indien. Das sind etwa 3 Milliarden Menschen. Wollen wir diesen Leuten etwa verbieten, ebenso viel Fleisch zu essen wie wir? Und was haben wir davon, wenn wir Fleisch für andere Menschen produzieren? Schafft Arbeitspläte? Zehn Leute für 40.000 Schweine! Bringt Geld? Für die Investoren! Eines ist sicher: Der Dreck, die Gülle, die Luftverschmutzung, die Verkehrsbelastung – die bleiben bei uns. In Niedersachsen werden neue Megaschlachthöfe für Geflügel angelegt. In Wietze z.B. sollen pro Sekunde dereinst fünf Hühnchen geschlachtet werden. Aber so viele Tiere sind noch gar nicht da, der Schlachthof ist nicht ausgelastet. Also werden Bauern ermuntert, neue Hühnchenmastanlagen zu errichten, sie bekommen sogar Kredite. Vorläufig holt man das lebende Geflügel auch aus Dänemark. Das Schlachten ist bei uns sowieso viel billiger wegen der Fremdarbeiter, die bei uns erbärmlich über Werksverträge bezahlt werden. Nun lesen wir in dem Aufsatz von Bertram Brökelmann: „Der Mensch muss seine Verhaltensweisen … ändern“. Glaubt er das selber? Seit Jahrtausenden muss sich der Mensch ändern, er tut es nicht. Das weiß eigentlich jeder. Auch wenn der Fleischverbrauch bei uns geringfügig zurückgegangen ist, auch denn die Zahl der Vegetarier in den letzten Jahren erfreulich angestiegen ist, auch wenn man heute die Veganger bewundert, die es vor 20 Jahren noch gar nicht gab – sie werden immer in der Minderheit bleiben. Wer also könnte was ändern an dieser verhängnisvollen Entwicklung? Nur die Politik könnte etwas bewirken, und zwar durch Gesetze, Richtlinien Verordnungen. Man könnte die Massentierhaltung verbieten, indem sehr strenge Haltungsbedingungen vorgeschrieben werden. Man könnte eine saftige Fleischsteuer erheben. Warum eigentlich nicht? Es gibt Tabak-, Alkohol-, Benzin- und Kaffeesteuer. Alles, was in größeren Mengen schäflich ist, sollte besteuert werden. Natürlich kennen die Politiker das Problem. So dumm sind sie nicht. Sie wissen von den wissenschaftlichen Untersuchungen, sie nehmen Kenntnis von den Aufrufen, Eingaben, Unterschriftensammlungen, Demonstrationen der Vereine und Umweltverbände. Sie reagieren nicht. Alles läuft von ihnen ab wie Wasser von einer Ölhaut. Es gibt einige einsichtige Politiker, doch die sind machtlos. Was ist der Grund? Jeder kennt die Antwort.

Leonie Kumpf, Leser_In

Sehr geehrte +3-Redaktion, ich habe mit Interesse die drei Antworten auf die Frage „Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen“ gelesen, doch bin bin empört über die Einseitigkeit dieser Darstellung. Sie haben zwei Wissenschaftlerinnen und eine Konzernvertreterin sprechen lassen. Für eine faire Darstellung ist es meines Erachtens notwendig, dass, sobald eine Konzernvertreterin spricht, in jedem Fall auch eine explizite Konzernkritikerin zu Wort kommen muss. Ich möchte konkret zeigen, welche Punkte meiner Meinung nach fehlen: Bettina Engels benennt als Gründe für den Hunger: Kriege, Dürrekatastrophen, der steigende Ölpreis in Verbindung mit Agrarkraftstoffen, Spekulationen und politisch-ökonomische Verhältnisse. Stefanie Möde konzentriert sich auf die gesellschaftliche Entwicklungen, Transportprobleme und vermeidbare Lebensmittelabfälle. Die Monsanto-Vertreterin Susanne Lüttmer-Ouazane preist in ihrer Darstellung die Arbeit von Monsanto an und erklärt, dass Monsanto sich für die Versorgung der Bevölkerung einsetze und soziale Verantwortung übernehme. Folgende Aspekte werden also nicht benannt: 1) Landgrabbing: Oft werden Menschen enteignet und große Konzerne bewirtschaften das Land, dass bedeutet für enteignete Kleinbauern oft den Verlust der Lebensgrundlage. Des Weiteren bewirtschaften Konzerne oft die Böden nicht nachhaltig und die Gewinne kommen nicht der Bevölkerung zu gute, sondern werden ins Ausland abgeführt. 2) Durch die Ausfuhr subventionierter deutscher Lebensmittel, werden in vielen afrikanischen Ländern die Märkte zerstört. Die Kleinbauern sind die Verlierer. 3) Durch bessere Kenntnisse über Lagerung könnte in vielen sogenannten „Entwicklungsländern“ der Ernteverlust deutlich minimiert werden. 4) Monsanto macht viele Landwirte und Kleinbauern von sich abhängig, indem das Saatgut patentiert ist und nur mit dem Monsanto-Pflanzenschutzmittel behandelt werden kann. Somit hat Monsanto eine klare Monopol- und Machtposition. 5) Anderen Großkonzernen wie zum Beispiel Nestlé wird es ermöglicht/ ist es möglich Trinkwasser-Lizenzen zu kaufen. Das bedeutet zum Beispiel in Südafrika, dass Nestlé das Wasser abfüllt und abtransportiert und der Bevölkerung kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. 6) Imperialismus und Kolonialismus etablierten das Brot in Weltregionen, in denen das Brot kein ursprüngliches Nahrungsmittel ist. Diese Weltregionen sind nun auch von den steigenden Getreidepreisen betroffen. 7) Übermäßiger Fleischkonsum in westlichen Ländern ist auch ein Grund für steigende Getreidepreise. Ich möchte diese Liste nicht weiter fortführen. Ich hoffe es wird deutlich, dass ich darauf hinaus möchte, dass durch die Auswahl der Expertinnen, wie sie sie getroffen haben, viele problematische Aspekte gar nicht genannt werden Es wird in keiner Darstellung deutlich, dass imperialistische, politische und kapitalistische Verhältnisse, der Grund für den Hunger sind und dass westliche Staaten und Unternehmen, die konkreten Akteure hierbei sind. Ich wünsche mir, dass sie in Zukunft auf eine sorgfältiger Auswahl der Experten und Expertinnen achten, um eine faire Darstellung aus verschiedenen Perspektiven zu gewährleisten. Mit freundlichen Grüßen, Leonie Kumpf

Juergen Kaehler, Leser_In

Sperrt man 2 Ratten in einen kleinen Karton,arrangieren sie sich,-bei 20 Ratten im Karton zerfleischen sie sich gegenseitig. Das Problem der Ueberbevoelkerung loest sich,-so brutal es klingt, in schrecklichen Kriegen um Wasser-Resourcen,Land und Religionen. Wenn aber der sogenannte zivilisierte Rest der Welt dem nicht zusehen kann,bleibt nur die grossindustrielle Produktion von Nahrungsersatz-Stoffen aus Proteinen,Eiweissen und Ballaststoffen,sowie Vitaminen. Die Herstellung und Umwandlung biologischer Grundstoffe in,fuer den menschlichen Organismus verdaulicher Ersatznahrung hat bereits begonnen............ Wer kennt nicht Soja-Steaks,Ersatzkaese auf Pizza,Formfleisch,kuenstliche Vitamine,Geschmacksstoffe?! Wer kennt noch Holzmehl in Brotteig in den Notjahren zu Ende des 2.Weltkrieg?!

Juergen Kaehler, Leser_In

Staendig zunehmend sind Nahrungs-Ersatzstoffe in der Produktion. Wer kennt nicht leckere Steaks aus Soja oder Pizza-Kaese,welcher nichts mehr mit Kaese zu tun hat. Diese,- fuer den menschlichen Organismus verdaulichen Ersatzstoffe / Proteine / Eiweisse sind der Markt der Zukunft! Ebenso wie Proteine und Eiweisse,verbunden mit Ballaststoffen aus Insekten-Extract (Fernost) oder Zellulose,tierischer und pflanzlicher Abfaelle, werden diese im zunehmenden Masse unseren Teller fuellen! Die Grossindustrielle Produktion hat schon seit laengerem begonnen! Um Ihre Meinung hierzu wird gebeten.

Stephanie Moede, Leser_In

Wenn die Nahrungsmittel nicht vor Ort selbst angebaut werden, was angesichts einer zunehmenden Urbanisierung, 67% der Weltbevölkerung werden bis zum Jahr 2050 in Städten leben, immer weniger der Fall sein wird, müssen sie zu Menschen transportiert werden. Die urbane Landwirtschaft leistet insbesondere in Entwicklungsländern einen Beitrag zur Ernährungssicherung, doch sie deckt nicht den gesamten Lebensmittelbedarf ab. Im Welthandel wird in der Regel das Seeschiff als Transportmittel eingesetzt, wenn es die Haltbarkeit des Lebensmittels erlaubt. Der CO2-Ausstoß beim Seeschiff ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln relativ gering. Zur Versorgung der Verbraucher– zur Überwindung der letzten Meile – gibt es jedoch bislang kaum Alternativen zum Lkw. Insbesondere die Flexibilität ist der große Vorteil dieses Verkehrsmittels.Demgegenüber steht der relativ hohe CO2-Ausstoß von ca. 95g je Tonnenkilometer. Die Umweltverträglichkeit von Nahrungsmitteltransporten per Lkw kann über alternative Antriebe (bspw. Elektro-Lkw) und kürzere Wege zum Verbraucher (regionale und saisonale Lebensmittel) verbessert werden. Ganz entschieden aber über die Vermeidung von Verschwendung und Verderb, die deutschen Verbraucher erzeugen ca. 4,3 Mio. t vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Jahr. Allein dies zu verhindern würde über 170 000 Lkw-Transporte jährlich einsparen, eine Lkw-Schlange fünfmal von Berlin nach München.

Martin Wöhrle, Leser_In

Die Frage ist falsch gestellt: wie ernähren wir 8 Mrd. Menschen? Wie finden wir den Weg dorthin? Weder das Rad noch das Feuer, noch der Strom noch der Ackerbau u. a. sind die größten Erfindungen des Menschen. Nein, keine davon. Auch nicht, wie man 8 Mrd. Menschen ernähren könnte. Die größte Erfindung wird eine dauerhafte Geburtenkontrolle und Begrenzung der Weltbevölkerung auf max. 1 Mrd. Menschen/ Erde sein. Mehr verträgt unser Kügelchen dauerhaft nicht. Diese Erfindung gibts noch zu finden. Alle anderen bisherigen Erfindungen einschließlich der sog. großen haben uns Menschen nur erlaubt, so zahlreich und verschwenderisch zu werden, daß wir uns selbst in Gefahr bringen. Auch daher kann es bisher die größte Erfindung gar nicht geben.

Marc, Leser_In

Die Menschen, die im Überfluss Leben, sollten etwas weniger Essen, übriges Essen sollte man teilen,also weitergeben. Solange es nicht verderblich ist. Man sollte keine Lebensmittel zum billigeren Preisen exportieren, sonst nimmt man den Bauern die Grundlage. Den armen Ländern vor Ort helfen, damit nicht so viele flüchten müssen. Weniger Mais als Tierfutter verwenden, den Menschen zugänglich machen. Statt Waffen sollten mehr Menschlichkeit zu Einsatz kommen. Ist ein langer Weg würde aber funktionieren. Die Reichen sollten etwas mehr für das Allgemeinwohl tun

Maria Gubisch, Leser_In

Eine Antwort auf diese Frage finden wir im Weltagrarbericht (www.weltagrarbericht.de). Darin haben über 500 Wissenschaftler/innen aus allen Kontinenten geforscht, wie Hunger und Armut verringert werden können. Die zentrale Botschaft: Hunger ist vor allem ein ländliches Problem und kann nachhaltig nur vor Ort überwunden werden.Selbstversorgung vor Ort und Produktion mit den dort verfügbaren Mitteln und Möglichkeiten sind das sicherste Rezept. Landwirtschaft ist bis heute die wichtigste Erwerbsquelle.Milliarden von Kleinbauern bauen auf kleinster Fläche den größten Teil aller Nahrungsmittel an. Großtechnik und Agrarchemie haben in die Sackgasse geführt. Die Grüne Revolution hat den Hunger nicht besiegt. Die Gentechnik wird und kann ihre Versprechen nicht einlösen. Wie bitte soll Saatgut, das gezielt nicht reproduzierbar gemacht wird und teuer eingekauft werden muss, auch nur einen Armen satt machen? Menschen haben das Recht auf ausgewogenen Ernährung. Kleinbäuerliche Strukturen ermöglichen eine nachhaltige Lebensmittelversorgung - sozial, wirtschaftlich und ökologisch. Unterstützen wir sie nach Kräften! Ich habe es satt, dass es immer noch 1 Milliarde ( das sind 1.000.000.000!) Menschen gibt, die Hunger leiden. Ein Kind, das an Hunger stirbt wird ermordet, sagt Jean Ziegler. Verlassen wir die falschen Wege. Beenden wir das Töten mit Nachdruck!

Karlheinz Hassis, Leser_In

\"Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen\" Würde ich auf profitgierige Firmen wie Monsanto und Co. hören, würde ich zur obigen Frage den dummen Spruch „mit Gentechnik“ bringen. In Veröffentlichungen lese ich zur Agrogentechnik oft, sie sei notwendig, um zukünftig 9 Milliarden Menschen zu ernähren. Haben diese Befürworter wirklich nicht begriffen, dass wir bereits heute je nach Ernte für 12 bis 14 Milliarden Menschen Lebensmittel erzeugen, aber nur ca. 7,05 Mrd. Erdenbürger sind. Wir reiche Industrieländer werfen fast die Hälfte der Lebensmittel sinnlos in den Müll. Da stimmt doch was nicht. Es reicht für Alle, wozu dann zu den Pestiziden im Gemüse auch noch Gentechnik im Essen? Es ist ca. ¾ des gentechnisch veränderten Terminator-Saatguts nur so verändert, dass es hochgiftiges Spritzmittel verträgt. Die Landesuntersuchungsämter CVUA meldeten im Dez. 2012 Pestizidrückstände in Trauben (siehe www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=1639 ) und wieder Spuren von Gentechnik im Senf. Ökotest beanstandete im Septemberheft 2012 Glyphosat in bekannten Mehl- und Müsli-Produkten, ja selbst in gebackenen Brötchen, was bisher als unmöglich dargestellt wurde! Durch spritzen von Getreide, Kartoffeln usw. als Reifebeschleuniger mit Roundup 2 Wochen vor der Ernte, wie Monsanto es anpreist, nehmen wir mit deutlichen Spätfolgen Spritzmittel über die Nahrung auf. Bereits heute sind im Urin von ca. 70 % der Bundesbürger (lt. Uni Bremen und Uni Leipzig) Herbizide / Pestizide wie Glyphosat nachweisbar. Bei Überschreiten des Schwellenwertes kann bei Schwangerschaften zwischen dem 5. bis 12. Tag der Fötus geschädigt werden. Die starke Zunahme der Missbildungen und Sterblichkeit von Kindern mit Krebs zwischen 2000 und 2009 in einigen Roundup verseuchten Landstrichen von Südamerika sprechen eine deutliche Sprache. Wollen wir uns wirklich vergiften oder die Krebsrate durch Roundup erhöhen? Glyphosat und U46 D-Fluid 2,4D Nufarm Unkrautvernichter schädigen nachweislich den Boden und behindern dort die nötige Bildung der Mikrobiologie und wir Verbraucher lassen uns weiter hinter’s Licht führen. Dass sich jährlich 15.000 Baumwollbauern das Leben nehmen, weil sie mal Monsanto vertrauten, wird auch nicht gerne gesagt (Siehe Video unter „ www.plusminus.de „ Welthandel zur Sendung vom 29.01.2014.) K. Hassis, Benningen

Alessa Heuser, Leser_In

Die Frage „Wie ernährt man 8 Milliarden Menschen?“ ist vage und verleitet zu der Annahme, es werde nicht genug Nahrung für alle auf diesem Planeten geben. Diese Annahme ist falsch, denn die Landwirtschaft produziert weltweit mehr Lebensmittel pro Kopf als je zuvor (Weltagrarbericht). Das Ernährungsproblem wird als Produktionsproblem definiert, ist aber eigentlich ein Problem des Zugangs. Die Strukturen des globalen Ernährungssystems bestimmen, wie Nahrung verteilt und zugänglich gemacht wird. Mit anderen Worten: Hunger wird gemacht, es ist vermutlich das größte lösbare Problem, dem unsere Weltgesellschaft gegenübersteht. Interessant wird es bei der Frage, wer ein Produktionsproblem deklariert. Schnell landet man bei Agrarkonzernen wie Monsanto, die unter dem Deckmantel der Grünen Revolution und dem Rückenwind philanthropischer Institutionen ihren chemischen Dünger und ihr genmanipuliertes Saatgut verkaufen wollen. Anstatt zu einer Problemlösung beizutragen, bringen sie Millionen von Kleinbauern in ihre Abhängigkeit und verursachen verheerende Umweltschäden. Wie man 8 Milliarden Menschen ernährt? Mit einem globalen Ernährungssystem, das Nahrung für alle zugänglich macht und das Recht aller Staaten und Menschen anerkennt, ihre Ernährungs- und Agrarpolitik selbst zu bestimmen.

Helge Neuschwander-Lutz, Pressereferent von Mission EineWelt, Leser_In

Millionen Menschen verhungern jedes Jahr. Das liegt keineswegs daran, dass es nicht genügend Lebensmittel für alle gibt. Der eigentliche Skandal am millionenfachen Hungertod liegt im fehlenden Willen vor allem der so genannten entwickelten Welt, die vorhandenen Ressourcen gerecht zu verteilen. Nach Expertenmeinung könnte die Weltgemeinschaft bis zu 12 Milliarden Menschen ernähren, wenn es den Willen dazu gäbe. Mission EineWelt, das Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, hat schon vor einigen Jahren seine Ernährungskampagne mit dem doppeldeutigen Slogan \"Wir haben genug!\" überschrieben. Die Botschaft ist klar. Mehr dazu unter Kampagnen bei www.mission-einewelt.de

Tim, Leser_In

Alle sollten weniger Fleisch essen und die 4 Mrd. gut ernährten Menschen essen einfach weniger (ist auch gesünder). Außerdem benötigen wir den Studiengang \"Food-Logitics\" statt \"Kapital-Optimierung\".

Jürgen Stolz, Leser_In

Nach meiner Meinung sind die folgenden drei Punkte entscheidend: Wir müssen es schaffen, dass mehr Lebensmittel auf die Teller und weniger in die Mülltonnen wandern. Dies betrifft die gesamte Kette von den Produzenten, über den Groß- und Einzelhandel bis hin zum Endverbraucher. Jeder Einzelne wird dafür Einschränkungen hinnehmen müssen: Im Supermarkt ist mit einem schlankeren Sortiment zu rechnen, zum Ende der Öffnungszeit sind täglich frisch produzierte Waren nicht mehr vorrätig und auch nicht ganz perfektes Obst wird angeboten werden. Unser Fleischkonsum muss deutlich reduziert werden; er liegt auf einem absurd hohen Niveau, das weder physiologisch noch ethisch zu rechtfertigen ist. Der direkte Konsum pflanzlicher Nahrungsmitteln macht mehr Menschen satt als der Verzehr von Fleisch, das durch Verfütterung dieser Nahrungsmittel erzeugt werden kann. Wir müssen alle technologischen Möglichkeiten nutzen um mehr Nahrungsmittel zu produzieren. Dazu zählt die Zucht von Pflanzen für die zukünftigen klimatischen Bedingungen und für Anbauflächen, die bislang ungenutzt blieben. Gentechnik darf dabei kein Tabuthema sein: Sie beschleunigt nur das, was Pflanzenzüchter ohnehin schon seit Jahrzehnten machen.

Henrik Lube, Leser_In

Durch Umverteilung und durch mehr vegetarische Lebensmittel statt Fleischproduktion.

Ralph Weber, Leser_In

Zunächst einmal ganz sicher nicht mit den Mitteln der Gentechnik oder einer weiteren Intensivierung der Hochleistungs- Landwirtschaft mit ihrer stetigen Verengung auf wenige Pflanzen- und Tierarten. Mag dies auch kurzfristig zu Ertragssteigerungen führen, ist es schon mittelfristig nicht verantwortbar, die Ernährung der Welt von einem kleiner werdenden Genpool abhängig zu machen. Welche Folgen der einseitig auf Höchstertrag getrimmte Einsatz von Monokulturen hat, kann jedermann am Weizengürtel der USA begutachten, der in Teilen auf dem Weg in die Verwandlung in unbrauchbare Flächen ist. Natürlich kann jeder Konsument durch Reduzierung seines Fleischkonsums und die Regionalisierung seines Einkaufs von Nahrungsmitteln entscheidend dazu beitragen, die Ernährungsgrundlagen zu schützen. Wichtiger erscheint es aber, dass wirklich alle Ernteerträge auch zum Konsum genutzt werden. Wie viele Menschen ließen sich zusätzlich von dem ernähren, was bei uns in den Mülltonnen landet? Sowohl beim Endverbraucher, als auch schon zuvor bei den Erzeugern. Nur weil die Erzeugnisse irgendwelchen äußerlichen Normen nicht genüge leisten, werden tonnenweise Lebensmittel vernichtet. Von dem teilweise irrsinnigen Überbetonen des Mindesthaltbarkeitsdatums ganz zu schweigen. Wenn das hier vernichtete Geld in eine Erhöhung der Qualität der Nahrungsmittel gesteckt werden könnte, wäre manche Volkskrankheit weniger epidemisch und die Skandale in der Lebensmittelbranche gehörten zum Großteil der Vergangenheit an. Soll heißen, dass Fleisch auch wieder etwas kosten dürfen muss, wenn nicht halbe Kühlschränke voll in den Müll wandern würden. Dann müssten unsere Überschüsse auch nicht in den Markt der Entwicklungsländer gedrückt werden, so dass deren lokale Produzenten sich des Wettbewerbes nicht mehr erwehren können. Im Gegenteil sollte sich unsere Entwicklungshilfe wieder auf die Förderung solcher regionalen Märkte fokussieren, damit Anreiz vorhanden ist, die wachsende Weltbevölkerung mit den vor Ort üblichen Lebensmitteln zu versorgen und nicht von den Hilfslieferungen mit Weizen und Co abhängig zu werden. Wenn es gewollt wäre, ließe sich also auch eine Weltbevölkerung von 8 Milliarden Menschen ausreichend ernähren. Nichtsdestotrotz muss der Trend zu deren Wachstum gestoppt und umgekehrt werden. Mittels Aufklärung und Stärkung der Rechte von Frauen. Aber damit wären wir schon bei einem weiteren Thema.

Mathildis Schmitz, Leser_In

Indem wir auf Fleischkonsum verzichten und insgesamt bescheidener werden

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