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Wie golden wird das nächste Jahrzehnt?

In den 1920ern stand die Welt vor einem Neuanfang und eine neue Zeit glitzerte verheißungsvoll am Horizont. 100 Jahre später liegt wieder der Wandel in der Luft. Von der Neudefinierung der Gesellschaft über die Klimaerwärmung bis hin zur Digitalisierung: In unserem Leben wird sich enorm viel verändern. Schreiben Sie uns, ob zum Guten oder zum Schlechten und was Sie sich vom neuen Jahrzehnt wünschen.

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Daniel Krauss, Mitgründer eines Mobilitätsunternehmens

Geborene Unternehmer

Das Gründen ist nur der Impuls, die Frage müsste eher lauten: Wie wird man Unternehmer? Und selbst hier kann ich nicht sicher sagen, ob man erst zum Unternehmer werden muss oder es eigentlich schon immer in sich hatte. Ich glaube, dass Letzteres zutrifft. Meiner Meinung nach sind in erster Linie nicht die Fähigkeiten ausschlaggebend, die man sich aneignet, sondern die, die man schon in sich trägt. Ich würde hier beispielhaft mal Widerstandsfähigkeit, Empathie und Ehrgeiz anführen, es gibt aber noch weitere. Darauf basierend braucht es dann natürlich dennoch weitere Fertigkeiten – betriebswirtschaftliches Know-how, technisches Verständnis oder Verhandlungsführung, um nur ein paar zu nennen. All das zusammengenommen ergibt die DNA eines Unternehmers. Alles darauf Folgende ist Timing und harte Arbeit. Noch wichtiger als eine gute Idee sind aber der Markt, den man beackern möchte und ein tolles Gründungsteam, wie wir es in unserem Unternehmen hatten und haben. In unserem Fall hat uns der Megatrend Mobilität gepackt und das Timing in Deutschland mit der Liberalisierung des für unsere Branche bestimmenden Bundesgesetzes war perfekt.

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Was sollte man gesehen haben?

Wer wissen will, was man auf unserer schönen Erde zumindest einmal im Leben gesehen haben sollte, hat die Qual der Wahl, welchen Ratgebern er vertraut. Oder sind Listen am Ende gar nicht so wichtig und es reicht schon die eine unvergessliche Reise? Schreiben Sie uns, wie Sie darüber denken – und teilen Sie mit uns Ihre Must Sees.

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Rainer Schams, Lehrer

Weg mit den "Bucket Lists"

Tja, was gehört auf die persönliche \"Bucket List\" - also auf die Liste der Dinge, die man gesehen und getan haben sollte, bevor man den Löffel abgibt? Ein Artikel im Guardian von 2012 kam zu einer überraschenden Antwort auf diese Frage: Zwar wird dort zunächst der Amerikaner John Goddard als \"Patron\" der \"Bucket-List-Bewegung\" vorgestellt, der 1940 eine solche Liste mit insgesamt 127 Lebens-Zielen erstellte, unter ihnen jedes Land der Erde zu bereisen, das Great Barrier Reef zu erkunden, den Mond zu besuchen. Dann aber fragt der Artikel, was es eigentlich bedeutet, solchen Zielen nachzujagen. Im Grunde stecke eine konsumistische, kompetitive und hoch individualistische Grundhaltung dahinter, die offenbar eine existentielle Leere zu füllen suche. Das konstante Streben nach zukünftigen Zielen führe außerdem dazu, dass der Augenblick, der gegenwärtige Status Quo, nicht gewürdigt würde, so dass man auch nie wirklich an einem der Ziele ankomme, sondern immer nur weiter wolle. Nimmt man nun noch die in dem Artikel gar nicht erwähnten klimaschädlichen Folgen der mit solch ambitionierten Zielen verbundenen Reisen hinzu, lautet meine Antwort auf die Ausgangsfrage: feiere das Hier und Jetzt, schau mit neugierigen und staunenden Augen auf den Ort, an dem du lebst und seine Menschen - und du hast alles gesehen, was Du sehen musst.

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Was ist die Zukunft des Wohnens?

In Deutschlands Großstädten fehlen bereits heute knapp zwei Millionen bezahlbare Wohnungen. Eine ganze Wagenladung an Konzepten – von der Nachverdichtung bis zum Bau winziger Tiny Houses – verspricht Linderung. Verraten Sie uns, welche Ideen das Zeug dazu haben, das Wohnen in diesem Jahrhundert zu prägen.

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Was macht Kinder glücklich?

Oft sind es die kleinen Dinge, die Kindern ein Funkeln in die Augen zaubern. Doch was können und sollten wir unseren Kindern mit- geben, damit sie nicht nur heute, sondern auch in ihrem späteren Leben glücklich sind? Wir sind gespannt auf Ihre Antworten.

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Kieran Egan, Bildungsphilosoph

Türen öffnen

Wenn man glückliche Kinder haben möchte, sollte man ihnen am besten eine Ideologie und damit verbundene religiöse Überzeugungen beibringen, diese als zentrale Stütze ihres Handelns festigen, jedwede Zweifel zerstreuen und sicherstellen, dass sie unter Gleichgesinnten leben. Denn zahlreiche Studien legen nahe, dass gläubige Menschen, egal welch unsinniger Idee sie auch anhängen, zu den glücklichsten Gruppen in der Bevölkerung zählen. Aber ist das nicht ein zu hoher Preis für das Glück? Grundsätzlich ist es erstrebenswert, glücklich zu sein, und jeden Menschen machen unterschiedliche Dinge glücklich. Wer sich mit Bildung beschäftigt, weiß, dass fehlende Bildung nicht das eigene Unglück bedeuten muss. Denn das Gegenteil von Bildung wäre Ignoranz. Der Erwerb von Kenntnissen ist ein oft mühsamer und manchmal schmerzhafter Prozess. Und er trägt oft nicht dazu bei, glücklicher zu werden. Er kann Momente der Ekstase hervorbringen, aber das ist eine andere Sache. Dabei ist es relativ einfach, bei vielen Kindern die Unzufriedenheit, die mit ihren Schulerfahrungen verbunden ist, zu reduzieren, wenn man ihre Fantasie und Emotionalität in die Gestaltung des Lehrplans einbezieht. Die Welt ist voller Wunder und leider findet davon nur ein kleiner Teil seinen Weg in den Unterrichtsalltag. Unnötige Unzufriedenheit zu reduzieren, klingt wie ein zu bescheidenes Ziel, aber es scheint dafür leichter erreichbar zu sein. Und es scheint sich zu lohnen.

Jürgen Maeno, Leser

Mehr Musik, bitte

Kleinkinder wissen: Musik macht Spaß. Erklingt der Lieblingssong, wird „Widdewiddewitt bumm bumm“ mitgesungen, mitgehüpft, hingefallen, aufgestanden und auf die Töpfe geschlagen. Das ist laut und steigert sich, bis die Kleinen lieber mit den Klötzen spielen möchten. Als Vater muss man lernen, dieses ekstatische Glück zuzulassen und nicht mit dem Satz „Sei jetzt bitte still.“ zu zerstören. Es ist später dieses Glücksempfinden, weshalb Kinder ein Instrument erlernen wollen. Hier aber erwartet sie zuerst harte Arbeit. Finger werden trainiert, eine neue Schrift gelernt und schön klingen soll es auch noch. Das könnte die Kleinen verzweifeln lassen, doch die Belohnung kommt sofort. Sobald die Töne im richtigen Moment gespielt werden, hören sie tatsächlich die Melodie zu „Ihr Kinderlein, kommet …“ – welch ein Glück! Gleich weitermachen bis „… für Freude uns macht“. Auf diesem Weg ein paar Mal sich verspielen, bis es endlich klappt. Das ist die Belohnung – nicht durch eine andere Person, sondern durch die eigene Leistung. Daraus entsteht der Flow des zufriedenen Musizierens. Und weil das so schön ist, hören Kinder auch gerne zu. Mit ihren Eltern gehen sie in Kinderkonzerte, später kaufen sie sich ein Jugendabo und werden Teil einer blühenden Kulturlandschaft. Diese zu pflegen, ist Aufgabe der heutigen Elterngeneration. Das fängt bei den Musikerziehern an und hört einfach nie auf. Glück kann man nicht kaufen, aber Kultur stetig fördern.

Thomas Stellmach, Trickfilmregisseur und Oscar-Preisträger

Anerkennung finden

Schon in frühen Jahren habe ich gemerkt, wie gut es tut, gelobt oder bewundert zu werden. Das kam zunächst durch das Reparieren von Spielsachen im Kindergarten, das Malen einer endlosen Prozession für den Pfarrer oder das Zeichnen eines Buchstabenzugs für den Grundschulunterricht meiner Mutter. Positive Feedbacks sind wichtig. Sie zeigen, dass ich wahrgenommen werde. Ich fühle mich gefordert und nützlich und bin stolz. Ich tue gerne Dinge, die für Aufmerksamkeit sorgen. Daher war ich auch der Kasperl im Kindergarten oder brachte das Publikum bei internationalen Schultheatertreffen zum Lachen. Ich gewann europaweite Malwettbewerbe und erhielt viele Filmpreise bei Schülerfilmtagen oder internationalen Amateurfilmfestspielen. Wettbewerbe spielen für mich noch heute eine wichtige Rolle. Sie sorgen für Aufmerksamkeit, ermöglichen Feedbacks, geben Anregungen, erteilen Aufgaben oder lösen einfach etwas aus. Der internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“, bei dem ich 1985 als bayerischer Sieger gekürt wurde und für den ich nun als Jurymitglied und Werkstattleiter tätig bin, hat sich das zur Aufgabe gemacht. Er fördert die Kreativität junger Menschen. Es ist ein großes Glück, das tun zu können, was ich schon als Kind gerne tat. Bestimmen, was passiert. Geschichten zu erfinden, deren Ablauf und Ende man zu hundert Prozent unter Kontrolle hat. So wie es zum Beispiel bei der Herstellung eines Trickfilms möglich ist.

Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und Autor

Im Alltag wachsen

Was Kinder glücklich macht? Sie wollen sich sicher fühlen, sie wollen dazugehören, sie wollen anerkannt sein. Das kommt Ihnen bekannt vor? Genau, es ist auch unser Erwachsenenprogramm. Wer sich in Beziehungen wohlfühlt und etwas zu sagen hat, hat gute Voraussetzungen, um zufrieden und lebendig zu sein. Das bedeutet nicht immer Glück, aber immerhin, dass wir unser Leben mit guten Möglichkeiten bestreiten. Mehr ist nicht im Angebot. Nur, wie entsteht bei Kindern das Gefühl von Sicherheit, von Zugehörigkeit, von Anerkennung? Es entsteht im Alltag, in den tagtäglichen Beziehungen und Erfahrungen. Von Anfang an. Ich habe Schutz gefunden, wo ich in Not war. Ich bedeute den mir wichtigen Menschen etwas – nämlich die ganze Welt. Sie nehmen mich ernst. Ich kann mich einbringen und die Welt erkunden. In einem solchen Rahmen werden Kinder selbstbewusst, stark und beziehungsfähig. So wachsen sie. Gar nicht so einfach, ihnen das alles zu geben. Denn das gelingt ja umso besser, je sicherer wir Eltern selbst im Leben stehen. Und vielleicht ist das der Grund, warum auch die besten Eltern kein Anrecht auf glückliche Kinder haben. Denn ob unsere Liebe ankommt, liegt ja auch daran, ob wir selber leuchtende oder matte Augen haben, ob wir mit Freude auf die Welt blicken oder mit Unbehagen. Alles Dinge, die wir selbst nicht bestimmen können. Wir Eltern können nur das Beste aus dem Blatt machen, das wir auf der Hand haben. Und jeden Tag dazulernen.

Sabine Claßnitz, Forschungsgruppe „Creative Media“, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (htw)

Spielerisch lernen

Kinder verfügen über eine wunderbare Eigenschaft: die Neugier. Sie möchten die Welt um sich herum entdecken, verstehen und darin einen Platz und Erfüllung finden. Zum Glücklichsein gehört für mich, dass man etwas tun kann, was einen interessiert, Spaß macht und zugleich fordert. Dies sind auch Aspekte, die vielen Spielen innewohnen. Als Folge erfahren Spielende häufig den sogenannten Flow – einen positiv wahrgenommenen Zustand, in dem man in der gegenwärtigen Tätigkeit völlig aufgeht. Ähnliches erleben Menschen, wenn sie einer Beschäftigung nachgehen, die sie stark interessiert oder fasziniert, sei es ein Hobby oder idealerweise der Beruf. Interaktive spielerische Lernformate mit digitalen Inhalten können zum Glück der Kinder beitragen, sofern ihr Rahmen den Kindern genug Freiheit lässt, Sachverhalte unvoreingenommen zu entdecken, auszuprobieren und gemeinsam etwas zu erschaffen. Gerade der Aspekt, mit anderen zusammen etwas entstehen zu lassen, sich im Entwicklungsprozess zu reiben, Diskussionen zu führen und Kompromisse einzugehen, um ein Ziel anzusteuern, ist dabei wichtiger Bestandteil der Lern- und Glückserfahrung. Wurde die Herausforderung bewältigt oder ist am Ende gar etwas Kreatives entstanden, selbst wenn es etwas anderes ist als ursprünglich erwartet, kann Glück empfunden und darüber hinaus die Selbstwirksamkeit gestärkt werden. Seid also neugierig, probiert aus, lernt und macht dies zusammen mit anderen.

Udo Kords, Leser

Werte fürs Leben

Es gibt unendlich viele Dinge, die Kinder glücklich machen können. Das ist vermutlich ihr größtes Glück. Ich wollte es aber genauer wissen und habe nachgefragt. Meine Tochter brauchte keine zwei Sekunden für die Antwort: „1) Wenn du mich morgens um vier von einer Party abholst. 2) Wenn du mir eine Schokolade auf den Schreibtisch legst. 3) Wenn du dich mit mir auch über eine nicht wirklich gute Zensur freust, die aber viel besser ist als erwartet.“ Ich glaube, hinter allen drei Beispielen stehen Glücksgefühlauslöser, die nicht nur für Kinder gelten. Es macht glücklich, wenn ich weiß, dass jemand für mich da ist, den ich immer anrufen kann. Wenn jemand an mich denkt und das zum Ausdruck bringt, indem er mir eine Freude macht. Wenn jemand nicht nur nach seinen eigenen Wertmaßstäben urteilt, sondern andere Maßstäbe respektiert. Nach meiner Erfahrung kann man diesen Befund eins zu eins ins Berufsleben übertragen. Vertrauen und gute Beziehungen sind ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen, in denen es immer mehr darauf ankommt, dass Menschen zusammenarbeiten, gemeinsam nach Lösungen suchen, Partnerschaften zu anderen Unternehmen aufbauen und enge Beziehungen zu Kunden entwickeln und pflegen. Gegenseitig entgegengebrachte Wertschätzung und Vertrauen sind Merkmale nicht nur intakter Familien, sondern gesunder Organisationen generell. Vielen Eltern ist das klar. Den meisten Managern noch nicht.

Ursula Heller, Journalistin und Fernsehmoderatorin

Zusammen helfen

Ein Selfie schießen? Normalerweise bin ich da sehr zurückhaltend. Aber Gesicht zeigen für eine segensreiche Stiftung: das macht Sinn. „Yes, we care!“ ist eine schöne und wichtige Solidaritätskampagne für Kinder mit seltenen Krankheiten. Sehr oft sind es Gendefekte, unter denen sie leiden. Zumeist ist ihr Leiden lebensgefährlich. Die rätselhaften Krankheiten sind noch nicht erforscht. Es dauert lange und ist sehr teuer, die richtige Diagnose zu stellen und eine wirksame Therapie zu finden. „Waisen der Medizin“, so werden die Patienten mit mysteriösen Krankheiten genannt, denn sie führen ein Schattendasein. Sie fallen durchs Raster. Die Krankenkasse zahlt ihre langwierigen Behandlungen oft nicht. Wo es geht, springt die Stiftung Care for Rare ein. Aber das allein reicht noch nicht. Grundsätzlich brauchen die betroffenen Kinder mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Viele Kinder könnten überleben, wenn es mehr exzellente Forschung gäbe. Dafür braucht es Unterstützer, die solidarisch sind und Gesicht zeigen. Eltern mit gesunden Kindern wie ich können sich nur annähernd vorstellen, wie den kleinen tapferen Patienten und ihren Familien zumute ist. Wir wollen sie nicht alleinlassen. Zusammen kann man viel bewegen, wenn sich Menschen zusammentun, mit offenem Herzen, wachen Verstand und viel Leidenschaft. Wir kümmern uns. „Yes, we care!“ Und wenn wir gemeinsam anpacken, wird daraus hoffentlich ein „Yes, we can!“

Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)

Existenzielle Hilfe

4,4 Millionen Kinder sind in Deutschland nach Angaben des Kinderschutzbundes von Armut betroffen. Weltweit starben im Jahr 2017 laut den Vereinten Nationen 5,4 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. 250.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden weltweit als Soldaten missbraucht, meldet terre des hommes Deutschland. Sind das die Zahlen, die uns Auskunft geben über Glück und Unglück von Kindern? Ja und nein. Natürlich ist etwa die hohe Kindersterblichkeit in vielen Ländern eine Zahl des Schreckens, es gibt aber auch gute Nachrichten: Seit 1990 wurde sie mehr als halbiert und die Weltgemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, das Überleben von Neugeborenen und Kleinkindern ab 2030 weltweit zu sichern. In Deutschland sind 71 Prozent aller Organisationen, die als Zeichen besonderer Förderungswürdigkeit das DZI Spenden-Siegel tragen, ganz oder teilweise in der Kinder- und Jugendhilfe engagiert. Jeder von uns hat die Möglichkeit, gerade jetzt zu Weihnachten mit einer Spende unmittelbar dazu beizutragen, dass existenzielle Bedrohungen von Kindern genommen werden. Und doch: Kinder sind nicht schon dann glücklich, wenn sie nicht arm oder unmittelbar in ihrem Leben bedroht sind. Denn völlig unverzichtbar für das Glück der Kinder bleibt die Liebe ihrer Eltern oder der Menschen, die deren Platz einnehmen. Die sich in Liebe für das Kind interessieren, ihm Zeit schenken, Mut zusprechen und in seinem Wollen und Können unterstützen.

Christine Grieshaber, Leserin

Die ideale Kinderwelt

Als Lehrkraft an einer Fachschule für Sozialwesen, die seit fast 20 Jahren Erzieherinnen und Erzieher ausbildet, möchte ich gerne einen kleinen Beitrag zu diesem Thema leisten, denn das ist eine der Fragestellungen, mit der wir uns immer wieder beschäftigen. Meiner Meinung nach sind drei Dinge essenziell, damit Kinder zu glücklichen Menschen heranwachsen können. 1) Kinder brauchen Zeit. Zeit, sich mit sich selbst, der Welt und anderen Menschen zu beschäftigen. Zeit, die nicht verplant ist, die nicht effizient genutzt werden muss. Sie brauchen und sie wollen Zeit, die sie selbst füllen dürfen mit dem, was ihnen im Moment wichtig erscheint. Denn das ist etwas, was Kinder den Erwachsenen voraushaben: sich mit Muße einer Sache ganz hingeben und darin aufgehen zu können. 2) Kinder brauchen andere Kinder. Kinder wollen die Gemeinschaft mit anderen Kindern erleben. Gemeinsam die Welt zu entdecken. Andere Kinder sind die besten Lehrmeister in Sachen „die Welt verstehen“, „Konflikte lösen“ oder „endlich auch auf den zweithöchsten Ast klettern zu können“. 3) Kinder brauchen Erwachsene, die sie ernst nehmen und ihnen etwas zutrauen. Die in der Lage sind, die Welt so zu gestalten, dass Kinder darin ihre Potenziale ausschöpfen können. Das gelingt nur, wenn sie Kindern Raum und Zeit geben, ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern und wenn sie sie dabei unterstützen, ihre eigenen Interessen zu erkennen und gegebenenfalls auch umzusetzen.

Christiane Raabe, Vorstand Stiftung Internationale Jugendbibliothek

Lesen macht glücklich

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, so gehörten die Stunden zu den glücklichsten, in denen ich in ein spannendes Buch abtauchte und lesend alles um mich herum vergaß. Lesen weckte in mir einen unbändigen Wunsch nach Freiheit und danach, die Welt kennenzulernen. Beides ist mir bis heute geblieben. Damals gab es noch keinen Pisa-Schock und Lesen galt nicht als „Kompetenz“, die man mit Leseförderung herstellen kann. Kindern und Eltern wurde auch nicht bei Eintritt in die Schule eingebläut, wie wichtig es sei, eine hohe Lesekompetenz als Voraussetzung für schulischen Erfolg zu entwickeln. Ich befürchte, dass das zweckfreie, beglückende Lesen dadurch beschädigt wurde. Lesen ist heute für viele Kinder eine lästige Pflicht. Dabei werden sie einer beglückenden Erfahrung beraubt, lesend aus ihrem durchgetakteten, oft stressigen Alltag auszusteigen. Gerade Eltern wünsche ich daher den Mut, Lesen nicht nur mit Lernen zu verbinden. In der Internationalen Jugendbibliothek versuchen wir, Kinder spielerisch an das Geheimnis des Lesens heranzuführen. Wir lesen Geschichten vor, zu denen Kinder dann Theaterstücke, Kurzfilme oder Comics entwickeln, die sie weiterschreiben oder bebildern. Wir reden mit ihnen über Geschichten und bringen sie mit Autoren zusammen. Wir versuchen, Kindern zu zeigen, dass Lesen auch vom Lernen losgelöst werden kann und ein zweckfreies Spiel mit der Fantasie ist.

Susanne Mierau, Kleinkindpädagogin, Fachbuchautorin und Bloggerin

Bedürfnisse erkennen

Was Kinder glücklich macht, klingt so einfach und dennoch so kompliziert zugleich: das feinfühlige Eingehen auf ihre Bedürfnisse nach Sicherheit, Ernährung, Schlaf, soziales Miteinander, Wertschätzung, Selbstverwirklichung. Dies sind Aspekte, die für alle Kinder gleichermaßen wichtig sind. Wenn Kinder sich verstanden fühlen - – oder uns Eltern zumindest um Verständnis bemüht erleben - – legen wir damit einen wichtigen Grundstein für die ihre gesamte weitere Entwicklung. Als Eltern ist es unsere Aufgabe, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und feinfühlig darauf zu reagieren. Das bildet die Basis für eine sichere Bindung. Dabei stehen die Bedürfnisse nicht im luftleeren Raum: Wir müssen sie abwägen mit unseren eigenen Bedürfnissen, denn unsere Zufriedenheit steht im Wechselspiel mit dem kindlichen Wohlergehen. Und nicht nur das: Bedürfnisorientierung richtet den Blick immer auch auf die gesamte Gesellschaft. Denn nur wenn wir die Grundbedürfnisse aller sicherstellen, können wir die Grundbedürfnisse einzelner wahren, beispielsweise in Hinblick auf Sicherheit und Ernährung. Nachhaltigkeit, Chancengleichheit und soziale Verantwortung sind deswegen ebenfalls Aspekte, die sich langfristig auf das Glück unserer Kinder und ihre Bedürfnisbefriedigung auswirken. Bedürfnisorientierung sollte nicht nur individuell, sondern gesamtgesellschaftlich und global gedacht werden.

Maja Lunde, Kinderbuchautorin

Zauberwelt der Bücher

In meiner Kindheit war eines der Dinge, die mich am glücklichsten machten, das Gefühl, mich in Geschichten zu verlieren und meine eigene Welt zu kreieren. Ich wünsche es jedem Kind, dieses Gefühl auch zu erleben. Ich kann mir nur wenige Dinge vorstellen, die lohnender wären, als Kinder an das Lesen von Büchern heranzuführen. Denn Literatur kann mehr als Freude zu vermitteln und Vorstellungskraft zu entfachen. Ich bin davon überzeugt, dass sie bei Kindern auch den Glauben an die eigenen Instinkte und Fähigkeiten stärkt. Sie gibt ihnen eine Vorstellung davon, selbst auch handlungsfähig zu sein, gehört zu werden und die eigene Realität mitgestalten zu können. Ich denke, dass es in einer Zeit, in der Kinder immer häufiger auf Bildschirme starren, wichtiger denn je ist, als Familie zusammenzusitzen, sich gegenseitig etwas vorzulesen und über die Geschichten, die man gelesen hat, zu sprechen. Als ich begann, mein neuestes Buch „The Snow Sister“ zu schreiben, hatte ich die Intention, eine Geschichte zu erschaffen, die ich auch meinen Kindern vorlesen würde. Ich glaube, dass diese gemeinsamen Momente, wenn wir ihnen etwas vorlesen, Kinder glücklich machen. Sie vermitteln ihnen das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Sie fühlen sich verbunden, nicht nur mit ihrer Familie, sondern auch mit der Geschichte selbst. Und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist sehr wichtig für das Glücklichsein – bei Kindern wie auch bei uns Erwachsenen.

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Warum friert warmes Wasser schneller als Kaltes?

Aus Gründen.

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Wie alt werden wir?

jininububzbzbzbzbb znubunu  hnunununh  hbznunbu hnznunjnzn u  unnunznu

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@seinsartmagazin, Leser_In

Wir alle fragen uns: #Wiealtwerdenwir https://t.co/i2QaHiEPf7

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Wie schmeckt Verlassenwerden?

Marzipan ist meine Alternative. Am besten setzen Sie sich mit einer Grippeimpfung in Verbindung.

Foto: Jasmin Bürkler
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Was mache ich mit meinem Geld?

Das klassische Sparbuch hat wohl ausgedient: Die Nullzinspolitik verändert unseren Umgang mit Geld? Gegen was tauschen Sie die Ziffern auf Ihrem Konto ein?

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Wolfgang Scherf, Leser_In

Die aktuelle Nullzinspolitik dient nach dem Selbstverständnis der Europäischen Zentralbank EZB dazu, der Gefahr einer Deflation, also eines sinkenden Preisniveaus, zu begegnen. Konsumenten, die fallende Preise erwarten, könnten ihre Ausgaben einschränken und damit negative Konjunktureffekte erzeugen. Allerdings steigen die Konsumentenpreise derzeit wegen der niedrigen Ölpreise nicht um die gewünschten zwei Prozent, was jedoch keine Deflation im Inland signalisiert. Zudem verfehlt die Geldpolitik die beabsichtigten Wirkungen. Niedrigzinsen sollen die Kreditnachfrage der Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen ankurbeln und damit die Wirtschaft aus der Krise führen. Tatsächlich gelingt das in der Eurozone nicht, denn der Zinsimpuls kommt auf den Gütermärkten gar nicht an, weil die Investoren keine entsprechende Absatzperspektive erkennen. Wie schon Karl Schiller wusste: „Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber saufen müssen sie selber.“ Stattdessen führen die Niedrigzinsen zu Blasen auf den Vermögensmärkten, wo die Anleger händeringend Renditechancen suchen und so die Aktienkurse und Immobilienpreise nach oben treiben. Zudem überdehnt die EZB mit dem massiven Ankauf von Staatspapieren ihr Mandat und vermindert den Reformdruck in den überschuldeten Krisenländern. Aber die Bankenrettung durch den Abkauf fauler Staatspapiere war ohnehin das eigentliche Ziel der EZB. Verlierer sind die deutschen Sparer und Steuerzahler.

Dirk Müller, Leser_In

Ein niedriger Realzins, der Sparzins abzüglich Inflationsrate, ist für Sparer seit Jahrzehnten normal. In der Hälfte der Zeit seit 1967 waren die Realzinsen sogar negativ. Aber die jetzt so augenfällige „Null“ zwingt den Sparer zu erkennen, was er seit Jahren erfolgreich verdrängt. Die sinnvolle Alternative in der Vergangenheit und heute ist die Beteiligung an der langfristig – wenn auch unter Schwankungen – stets wachsenden Gesamtwirtschaft durch den Kauf von Aktien starker Unternehmen. Hier sind bei langjähriger Anlagedauer ordentliche und verlässliche Renditen zu erzielen. Die weltwirtschaftliche Entwicklung besteht wie nahezu alle Elemente des Lebens aus zwei Schritten vor und einem zurück. Wer sich darüber im Klaren ist, dem ist auch nicht Bange vor Aktien und möglichen temporären Kursrückgängen. Da der deutsche Anleger jedoch besonders sicherheitsorientiert ist und mit Rückschlägen nur ungern umgehen möchte, empfiehlt sich ein Aktiendepot mit einer Absicherung gegen allzu starke Kursrückgänge. Das kostet ein wenig langfristige Rendite, lässt aber bei noch immer guten Erträgen gut schlafen. In einer Zeit, in der Geld nach Belieben gedruckt wird und sogar verschenkt werden soll – Stichwort Helikoptergeld –, sollte jedem klar sein, dass Geld bald kaum noch etwas wert sein wird. In einer solchen Zeit sind Sachwerte wie Aktien vermutlich die bessere Wahl als jene für sicher gehaltenen Anleihen und Festgelder.

Lothar Behrens, Leser_In

Klar ärgern sich Sparer, dass die Zinsen von Herrn Draghi abgeschafft wurden. Bei klassischen Anlagen verliert der Bankkunde eher Geld, als dass er Vermögen aufbaut. Sogar Verbraucherschützer raten von Sparbuch und Festgeld ab. Doch deswegen sein Geld in Konsum zu stecken, ist keine Lösung. Oder glauben Sie, dass die gesetzliche Rente ausreichen wird, um den Lebensabend angenehm bestreiten zu können? Das Ersparte unter dem Kopfkissen zu horten, ist keine Lösung. Ein wenig Gold ist sicher eine gute Idee, aber auch das gehört eher ins Bankschließfach. 
Ich selbst investiere am liebsten breit gefächert in Investmentfonds und Aktien, in Sachwerte also. Damit bin ich Miteigentümer an einem Unternehmen, einer Immobilie oder einem Objekt. Wer ein eher zurückhaltender Typ ist, ist mit Fonds gut beraten. Unter circa 7.000 Fonds findet jeder Kunde garantiert einen Fonds, der seinen persönlichen Vorstellungen und Neigungen entspricht. Mit Fondsanlagen kann auch der Einsteiger international und branchenübergreifend investieren. Irgendwo auf der Welt oder in einem Sektor boomt es immer! Wer hier etwas mehr Risiko wagt, investiert direkt in Aktien. Auch hier ist eine breite Streuung, Diversifizierung genannt, ratsam. „Nicht alle Eier in einen Korb und nicht zum gleichen Zeitpunkt“ – das ist die Losung. Auch Wertpapiere unterliegen Schwankungen. Aber in Unternehmen zu investieren ist auf längere Sicht die rentabelste Anlageform.

Robert Geiss, Leser_In

Nach dem Verkauf von „Uncle Sam“ musste ich erstmal überlegen, was ich mit dem Geld überhaupt anfangen soll. Natürlich wollte ich meiner Frau und mir nach den harten Business-Jahren und all den Entbehrungen etwas gönnen, ein paar Wochen im Hotel de Paris zum Beispiel, um unsere neue Wohnung in Monaco einzurichten. Aber ich war natürlich viel zu vernünftig, um beispielsweise im Casino alles auf Rot zu setzen. Klar verreise ich gerne und leiste mir einen gewissen Luxus, das soll auch so bleiben. Aber: Geld auszugeben ist immer leichter als es zu verdienen. Ich achte darauf, klug zu investieren und entwickle ständig neue Geschäftsideen – Mode, Immobilien, Hotellerie, um nur einige zu nennen. Den Großteil unseres Geldes habe ich konservativ angelegt. Bei Investitionen setze ich nie alles auf eine Karte, dafür bin ich viel zu misstrauisch. Vor allem bei Aktien kann es manchmal sehr schnell gehen und man verliert eine Menge. Ich halte mich lieber an Immobilien. Zumindest an der Côte d’Azur kann dabei nicht allzu viel schief gehen, denn es wird immer Menschen geben, die dort Urlaub machen wollen, wo es besonders schön ist. Und die Sonne wird in Südfrankreich auch in vielen Jahren noch zuverlässig scheinen. Ich habe nie blind irgendwelchen Beratern vertraut, sondern mich immer auf mein Bauchgefühl verlassen und mit der Zeit selbst ein Gespür dafür entwickelt, wie sich Dinge langfristig entwickeln. Denn von nix kommt nix!

Anselm Grün, Leser_In

Mit meinem Geld kann ich in der Gesellschaft etwas bewirken. Wenn ich ethische Aktien kaufe oder Aktien, die nachhaltig wirtschaften, dann bringe ich in der Welt der Finanzen etwas in Bewegung. Es gibt heute genügend Research-Firmen, die Firmen daraufhin untersuchen, ob sie nachhaltig wirtschaften und ethischen Standards entsprechen. Und diese Research-Firmen empfehlen nur Aktien von Firmen, die diesen Standards entsprechen. Das zwingt die Firmen, nicht nur aus ethischen Gesichtspunkten heraus nachhaltig zu wirtschaften, sondern auch schon aus rein wirtschaftlichen Gründen. Denn wenn sie den ethischen Standards nicht entsprechen, wird über kurz oder lang niemand mehr ihre Aktien kaufen. Geld lege ich nicht nur in Aktien an. Ich kann selbst nachhaltig wirtschaften, indem ich in meinem Haushalt Energiesparlampen anschaffe, die Wände dämme, Dreifachfenster einbaue oder Solarzellen auf das Dach montiere. Und ich kann überlegen, wie ich das Auto energiesparender fahren kann. Es gibt viele Gelegenheiten, selbst nachhaltig zu wirtschaften. Es braucht Fantasie, Kreativität und den Mut, kleine Schritte auch wirklich zu gehen. Es genügt nicht, andere anzuklagen, die zu wenig für die Nachhaltigkeit tun. Wir selbst können anfangen und kreative Ideen entwickeln, wie für uns selbst nachhaltigeres Wirtschaften möglich ist. Diese Ideen sollen Spaß machen und nicht nur ein schlechtes Gewissen beruhigen.

Dietrich Mattausch, Leser_In

Der Beruf des Schauspielers ist ein ganz wunderbarer. Aber er bringt es mit sich, dass man mit der Unsicherheit eines unregelmäßigen Einkommens leben muss. Am Theater verdient man extrem wenig Geld, ist finanziell erpressbar, weil man unbedingt spielen will. Als ich aber zum Fernsehen kam, hatte ich für zehn bis 15 Jahre ein gutes Einkommen und wollte es für mein Alter gewinnbringend anlegen. Mein damaliger Bankberater empfahl mir, auch aufgrund der damals möglichen Steuerabschreibung, einen geschlossenen Fond. Diese geschlossenen Fonds sind jedoch nicht durchschaubar, sie sind wie ein Glücksspiel. Das Geld war weg, weil der Fond nicht mehr liquide war und aufgelöst werden musste. Das Gericht, das den Fall übernahm, war der Ansicht, man hätte das Risiko aus dem Prospekt verstehen müssen. Es ist mir eine Lehre geworden misstrauisch zu sein, wenn es um Geldanlagen geht: Man sollte nicht in etwas anlegen, was man nicht versteht. Spätere, gute Bankberater haben mich dabei unterstützt, mein Geld sicherer anzulegen. Heute bin ich glücklich, dass ich trotz der damaligen Verluste durch den geschlossenen Fond im Alter gut leben kann. Ich empfehle aber allen Kollegen, stetig in die normale und in die zwei für Schauspieler relevanten Pensionskassen einzuzahlen und auch sich beständig von einem Theater fest anstellen zu lassen. Die Auszahlungen daraus sollten mindestens den Sockel für die spätere Rente bilden.

Sandra Navidi, Leser_In

Geld ist das Blut im Kreislauf unseres Finanzsystems, unserer Märkte und unserer Wirtschaft. Kommt der Geldfluss zum Erliegen, besteht die Gefahr eines systemischen Zusammenbruchs. Die grundlegende Bedeutung von Geld für die Gestaltung unserer Gesellschaft und Kultur verleiht den Chefs der Zentralbanken, Banken und anderer Finanzinstitute eine besondere Macht. Ihre Entscheidungen über Geldschöpfung, Kapitalflüsse und Investitionen haben direkte Auswirkungen auf das Leben eines jeden einzelnen von uns. Sie bestimmen, welche Firmen Kredite bekommen, wo Arbeitsplätze abgebaut werden und wie viel unser Erspartes bringt. Geld schafft und vertieft ihre Beziehungen und auf der Grundlage generieren sie wiederum neuen Geldfluss. In ihrem persönlichen Mikrokosmos ist Geld vor allem ein sozialer Statusmarker. Die Globalisierung, Technologisierung und Finanzialisierung hat den Wohlstand zunehmend in der Hand einer kleinen internationalen Super-Elite konzentriert, die mehr miteinander gemeinsam hat, als mit den Menschen in ihren jeweiligen Heimatländern. Sie können aufgrund ihrer Netzwerke und Nähe zum Geld im Verhältnis zum Rest der Gesellschaft überproportional mehr Geld generieren, was ihre Position und die verzerrte Dynamik des Systems weiter perpetuiert. Wenn nicht baldmöglichst längst überfällige Regulationsmechanismen aktiviert werden, wird die Schere zwischen Arm und Reich auch weiterhin immer größer werden.

Günter Woltmann-Zeitler, Leser_In

Ich nehme „überschüssiges“ Geld her, um möglichst erfolgreich währungswissenschaftlichen Sachverstand zu verbreiten, mit dessen Hilfe dann in besagter Publikation von Professor Hans-Werner Sinn geforderte „Aktionsbündnisse“ unsere Zentralbank nachdrücklich zwingen sollten, deren derzeitige einerseits nutzlose, anderseits für sparende Anleger und Versicherungen mordsgefährliche Null-Zins-Politik umgehend einzustellen. Dazu: Die EZB gewährt augenblicklich deshalb spektakulär Null-Zins-Kredite, da Banken und Produktionsunternehmen zinsteurere Kredite nicht weiterverleihen bzw. vernünftig investieren können, weil wiederum sich aus zunehmenden Investitionen ergebende Produktionen wegen Kaufkraftmangels nicht in ausreichendem Maße auf dem Verkäufermarkt absetzbar sind. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Draghi beabsichtigt deshalb einmal, per Null-Zins-Angebot den Geschäftsbanken ausreichend viel an für diese existenzwichtigen Verleihgeschäften zu ermöglichen, und er hofft gleichzeitig, auf diese Weise dem Käufermarkt indirekt mehr Kaufkraft zuzuführen, damit Nachfrage und Absatz konjunkturfördernd steigen können. Die gutgemeine Absicht Draghis kann aber nur Erfolg haben, wenn der Italiener erkennt, weil ihn kompetente „Aktionsbündnisse“ Entsprechendes erklärt haben, daß Geldemissionen der Zentralbank nicht – angebotsorientiert – über die Geschäftsbanken eingeführt werden dürfen, sondern nur - nachfrageorientiert – direkt an die Käuferseite. Und das dann niemals als Kredite (man kann Blut nicht verleihen, und Geld ist das Blut der Wirtschaft; und wer läßt sich per Transfusion notwendiges Blut leihen, wenn er dieses irgendwann als Schuld wieder zurückgeben muß ?), vielmehr nur als endgültige Kaufkraft-Geld-Vermehrung. Dieses zusätzliche Geld muß den Bürgern, den Käufern, von der EZB – über den Weg: Auszahlung an die Staatskasse, von der aus Weiterleitung per Steuerabschlag – zur Verfügung gestellt werden.

Hans-Werner Sinn, Leser_In

Wer heute Geld hat, sollte damit politische Aktionsbündnisse finanzieren, die den Widerstand gegen die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank organisieren und in der Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass diese Politik nicht im deutschen Interesse liegt, weil Deutschland dank seiner Exportüberschüsse das zweitgrößte Nettoauslandsvermögen auf der Welt nach Japan hat. Bekanntlich leiden Gläubiger unter hohen Zinsen, während Schuldner profitieren. Hätte Deutschland in den Krisenjahren seit 2008 noch die gleichen prozentualen Kapitalerträge auf sein Nettoauslandsvermögen erzielt wie 2007, so hätte es bis Ende 2015 insgesamt 326 Milliarden Euro mehr an Zinserträgen erwirtschaftet. Die Nullzinspolitik dient dazu, überschuldete und konkursreife Staaten in Südeuropa zu retten, doch geht sie zu Lasten der deutschen Renten. Lebensversicherungsverträge und sauer verdiente Ersparnisse bringen nicht mehr das, was einem früher versprochen wurde. Wem soviel politische Aktion nicht gefällt und wer lieber sein eigenes Schäfchen ins Trockene bringen möchte, der sollte Aktien kaufen, die Augen verschließen, damit er die Kursverluste bei einer Normalisierung der Zinsen nicht sieht, und sich an den Dividenden erfreuen. Die werden fließen, ganz unabhängig davon, wie sich die Kurse entwickeln. Und gegen Änderungen des Preisniveaus ist er auch noch geschützt, weil die Dividenden in Proportion dazu steigen oder fallen werden.

Brüsika, Leser_In

...wenn Gläubiger unter hohen Zinsen leiden und Schuldner profitieren - wie im Beitrag von Hans-Werner Sinn beschrieben - gäbe es keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Nullzinspolitik.

Günter Woltmann-Zeitler, Leser_In

Günter Woltmann-Zeitler Währungswissenschaftler Schluß mit dem Null-Zins-Unsinn ! Ich nehme „überschüssiges“ Geld her, um im Volk währungswissenschaftlichen Sachverstand zu verbreiten, mit dessen Hilfe dann vom Kollegen Sinn geforderte „Aktionsbündnisse“ unsere EZB nachdrücklich zwingen sollten, deren derzeitige einerseits nutzlose, anderseits für sparende Anleger und Versicherungen gefährlich schädliche Null-Zins-Politik umgehend einzustellen. Die EZB gewährt augenblicklich deshalb spektakulär Null-Zins-Kredite, da Banken und Produktionsunternehmen – insbesondere - zinsteurere Kredite nicht weitergeben bzw. vernünftig investieren können, weil wiederum sich aus zunehmenden Investitionen ergebende Produktionen wegen Kaufkraftmangels nicht in ausreichendem Maße auf dem Verkäufermarkt absetzbar sind. Draghi beabsichtige deshalb einmal, per Null-Zinsangebot den Geschäftsbanken ausreichend viel an für diese existenzwichtigen Verleihgeschäften zu ermöglichen, und hofft gleichzeitig auch, auf diese Weise dem Käufermarkt indirekt mehr Kaufkraft zuzuführen, damit Nachfrage und Absatz konjunkturfördernd steigen können. Die gutgemeine Absicht EZB-Draghis kann aber nur Erfolg haben, wenn der Italiener begreift, weil ihn kompetente „Aktionsbündnisse“ Entsprechendes beigebracht haben, daß Geldemissionen der Zentralbank nicht – angebotsorientiert – über die Geschäftsbanken eingeführt werden dürfen, sondern - - nachfrageorientiert – direkt an die Käuferseite. Und das dann nicht als Kredite – man kann Blut nicht verleihen, und Geld ist das Blut der Wirtschaft; und wer läßt sich per Transfusion ausreichend weil notwendig viel Blut leihen, wenn er es zur Zeit als Schuld zurückgeben muß ? - vielmehr nur als endgültige Kaufkraft-Geld-Vermehrung. Und diese kann den Bürgern von der EZB indirekt – Auszahlung an die Staatskasse, von der aus Weiterleitung per Steuerabschlag an die Bürger – zugeführt werden.

Hermann-Josef Tenhagen, Leser_In

Die Kunden der Deutschen Bank haben fast 100 Milliarden Euro auf tagesfälligen Konten liegen. Bei Kunden der ostdeutschen Sparkassen sind es rund 80 Milliarden Euro. Das ist nicht clever. Denn sie bekommen für ihr Erspartes oft nur 0,01 Prozent Zinsen oder gar keine. Dabei könnten die Verbraucher bei deutschen Töchtern französischer Banken bis zu ein Prozent Zinsen bekommen – 100 Mal so viel (www.finanztip.de/tagesgeld/). Zusammen verschenken sie 1,5 Milliarden Euro – ganz ohne Zwang. Ungefähr die gleiche Konstellation prägt das Angebot für Festgeldzinsen. Deutsche Institute bieten ihren Kunden für drei Jahre 0,15 Prozent Zinsen, deutsche Töchter niederländischer oder französischer Banken zahlen 1,3 oder gar 1,4 Prozent. (www.finanztip.de/festgeld/) Nicht mal bei den Aktienanlagen sind die Standardangebote vieler deutscher Institute konkurrenzfähig. Statt ihren Kunde zu sagen, dass man heute an der Börse standardisierte Körbe mit vielen Aktien, sogenannte Indexfonds oder ETFs, zu niedrigen Kosten kaufen kann www.finanztip.de/indexfonds-etf/), schwatzen sie den Verbrauchern nur Fonds auf, bei denen die Bank erstmal hohe Ausgabeaufschläge abzweigt und dann das Fondsmanagement Jahr für Jahr hohe Gebühren kassiert. Diesmal liegt die Alternative noch näher, Sparkassen und Banken bauen für anspruchsvolle Kunden selber solche ETFs, verkaufen sie aber nur ungern, weil die Bank daran nichts verdient. Die Rendite des Kunden steht hintenan. Liebe Geldanleger, kaufen sie französisch, oder doch mindestens anders.

Eberhart Brinkmann, Leser_In

Warum spare ich mein Geld eigentlich? Ich bin jetzt 65 und seit 2 Jahren beziehe ich Rente. Mit 30 Jahren habe ich angefangen jeden Monat 100 Mark in eine Lebensversicherung einzuzahlen. Jetzt bekomme ich davon zwar eine schöne Auszahlung, kann aber das Geld leider nicht mehr in vollen Zügen genießen, da mein Körper nicht mehr mitspielt. Rückblickend betrachtet hätte ich mir lieber früher was von dem gesparten Geld gönnen sollen. Mein Apell: Genießt das Leben jeden Tag, aber mit Bedacht und passt auf euch auf. Euer Eberhart

Sonja Morgenroth, Leser_In

Sparen und Ausgeben! Essen, trinken, feiern, leben und wie ich die Sache sehe, das ganze am liebsten auf Reisen. Nullzinspolitik, Negativzinsen etc. Wir machen uns Gedanken wie wir es schaffen können aus Geld mehr Geld zu machen. Aber warum? Zu früheren Zeiten und auf großen Teilen der Welt bis heute, wurde getauscht was benötigt wurde. Nur wer zu viel Geld hat, kann sich mit Dingen belasten, die für viele Menschen nicht nachvollziehbar sind. Sollte mich tatsächlich das Glück ereilen, einmal nicht zu wissen was ich mit meinem Geld mache, dann hoffe ich den \"richtigen\" Menschen damit helfen zu können.

Frank Saibling, Leser_In

Soll ich mein Geld nicht einfach auf ein Tagesgeldkonto packen und abwarten, bis die Zinsen wieder steigen? So zu handeln finde ich ist nicht besonders pfiffig. Die Banken, Sparkassen und Raiffeisenbanken bieten als Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher nicht mal mehr 0,8 Prozent. Wer so anlegt, kann jeden Tag sehen, wie sein Geld an Kaufkraft verliert. Allerdings gibt es noch durchaus Banken, die ein bisschen mehr bieten. Aber Vorsicht!!! Auf das Kleingedruckte kommt es dann an. Denn meistens sind die hohen Zinsen nach 6 Monaten vorbei. Bankenhopping ist angesagt.

Alexander Faust, Leser_In

Geld soll arbeiten, das tut es derzeit jedoch nicht. Man könnte heute nicht einmal mehr von einem Lottogewinn sein Leben bestreiten. Früher hätte man von den Zinsen ein anständiges Leben führen können. Jetzt sind wir also schon unserer Träume beraubt.

Thomas Grester, Leser_In

Bei mir hat die Zinspolitik völlig gewirkt. Wir geben unser Geld wirklich einfach aus und ich fange an, dieses Leben zu genießen. Jeden Freitag entdecken wir ein neues Restaurant, sparen nicht an teuren Weinen, der Kleiderschrank ist voll und die Wände zieren schöne Arbeiten deutscher Maler. Wir haben sogar schon über einen Pool nachgedacht.

Leonie Fischer, Leser_In

In Zeiten, in denen ein Minuszins auch für Kleinsparer nicht ausgeschlossen ist, habe ich das einzig richtige gemacht. Ich habe meinen Job gekündigt, werde mein Geld für meine täglichen Dinge ausgeben und endlich das machen, wovon ich die letzten zehn Jahre geträumt habe: Ich werde endlich in Vollzeit Keramiken herstellen und sie in einem kleinen Lädchen verkaufen.

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Glutenfrei im Recycling-Eigenheim, als Fashion-Hipster in der Rentner-WG oder als digitaler Nomade im Mehr-Generationen-Haus? Schreiben Sie uns, wie Sie sich unsere Zukunft vorstellen.

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Axel Haverich, Leser_In

Unsere demographische Entwicklung gepaart mit den sich ständig verbessernden Ergebnissen der Transplantation bei Älteren steigert den Bedarf an Transplantaten stetig. Demgegenüber kann die Organspende nicht gesteigert werden. Das entstehende Defizit in der Versorgung von Kranken mit nicht reversiblem Organausfall wächst daher kontinuierlich. Überbrückende technische Verfahren wie die Dialyse und Kunstherzen bleiben bei Überlebensraten und Lebensqualität abgeschlagen hinter den Ergebnissen der Organtransplantation zurück. In vielen Forschungszentren werden daher Alternativen zur Transplantation gesucht, die man unter dem Stichwort Biofabrikation zusammenfassen kann. Hierbei geht es um bio-artefiziell hergestellte Gewebe basierend auf Stammzell-Verfahren, die erkrankte Organe reparieren oder ersetzen. Beispiele hierfür sind die Reparatur einer Lunge mittels Austausch erkrankter Zellen durch gesunde, außerhalb des Körpers in Bioreaktoren. Hier erhält der Kranke das Organ nach Reparatur zurück. De novo erstellte Gewebe aus gezüchteten Zellen, kombiniert mit dem Einsatz gedruckter, zellfreier Gerüststrukturen sind der zweite Weg, auf dem ein Organversagen demnächst patienten-spezifisch therapiert wird. Heute noch in tierexperimenteller Erprobung, werden dies Behandlungsmethoden der Zukunft sein. Falls sicher genug, werden wir sie auch als Teilersatz in frühen Krankheitsstadien einsetzen, bestimmt aber in jenen Kranken, die durch ein komplettes Organversagen bedroht sind.

Mara Hintz, Leser_In

Ich möchte mich von der Sonne bescheinen lassen. Im Sommer blühe ich jedes Mal auf, wenn sich meine Haut erwärmt. Doch die eiskalten Winter rauben mir jedes Mal meine Lebensfreude. Ich möchte daher, sobald ich von meinen Arbeitsort ungebunden bin, in einem südlichen, europäischen Land leben.

Werner Spraeßer, Leser_In

Meist sind es die runden Geburtstage, an denen man Revue passieren lässt, was man sich für sein Leben vorgestellt hat und was man tatsächlich erreicht hat. Ganz klassisch waren das bei mir der Bildungsweg, der Job, eine Familie, eigener Besitz. Doch bei jeder Nullung habe ich auch feststellen müssen, das meine Leben anders verlaufen ist, als ich es mir gedacht hatte. Manchen Vorsatz konnte ich umsetzen, doch immer wieder musste ich mich mit Umständen auseinandersetzen – positiv wie negativ – die unverhofft in mein Leben traten und mich komplett anders handeln lassen mussten. Deswegen lasse ich mich jetzt einfach überraschen, was das weitere Leben so bringen wird.

Berthold Hermann, Leser_In

Mein Traum wäre das Leben auf einem französischen Weingut. Die schwere körperliche Arbeit dürfen auch gerne die Arbeiter auf dem Weinberg machen, ich kümmere mich um die Weinproben mit den Händlern. Dabei dürfte ich selbst auch nicht zu kurz kommen. Savoir-vivre!

Sebastian Friedrich, Leser_In

Ich wünsche mir für meine Zukunft, mein Leben immer noch mit dem Menschen teilen zu können, den ich über alles liebe: Mit meiner wunderbaren Frau.

Irene Schwartzer, Leser_In

Ich hoffe doch, gesund und munter noch im spätesten Lebensherbst. Auch meine Verwandtschaft kann beachtliche Lebensalter vorweisen. Aber wenn der liebenswerte Freundeskreis schon weggestorben ist und ich die 100 überschritten haben sollte, ich nur noch auf Hilfe angewiesen bin und auf ein glückliches und zufriedenes Leben zurückblicken kann, ich denke, dann reicht mir dies sicherlich auch.

Harry Hintermann, Leser_In

Ich musste früh Arbeiten gehen, weil meine Tante, bei der ich aufwuchs, nicht viel Geld hatte. Aber wenn ich bald in Rente gehe, möchte ich mir endlich meinen Lebenstraum erfüllen und doch noch studieren. Am liebsten Kunstgeschichte oder Philosophie.

Heike Trappe, Leser_In

Unsere Lebenserwartung steigt und nach Aussagen von Demografen ist kein Ende dieses Trends in Sicht. Die verlängerte Lebenszeit hat Auswirkungen auf unser Familienleben. Entscheidungen für verbindliche Partnerschaften oder für eine Elternschaft werden tendenziell später getroffen, so dass vorher mehr Zeit für das Erproben verschiedener Lebensformen bleibt. Assistierte Reproduktionstechnologien werden vermutlich auch künftig nicht dazu führen, dass biologische Grenzen der menschlichen Reproduktion gänzlich an Bedeutung verlieren. Sie werden jedoch dazu beitragen, dass sich die reproduktive Lebensspanne verlängert, beispielsweise durch „Social Freezing“. Im Anschluss an eine Trennung oder den Verlust eines Partners begünstigt die verlängerte Lebenszeit auch im höheren Lebensalter das erneute Eingehen einer Partnerschaft, die soziale oder biologische Übernahme von Elternverantwortung und damit die Zunahme komplexer Familienkonstellationen. Veränderte Erwartungen an Großeltern, die prinzipiell mehr gemeinsame Lebenszeit mit ihren Enkeln teilen als jemals zuvor, gehen damit einher. Herausforderungen für ein gelingendes Familienleben stellen sich in jeder Lebensphase neu. Während bislang der öffentliche Diskurs und die Familienpolitik überwiegend auf die Lebensphase mit kleinen Kindern ausgerichtet sind, sollte künftig eine faire Aufteilung von Erwerbsarbeit, Freizeit und Fürsorgetätigkeiten über die gesamte Lebensspanne angestrebt werden.

Frank Swiaczny, Leser_In

In Deutschland erleben wir derzeit einen demografischen Wandel und machen uns Sorgen um die Zukunft. Die Bevölkerung wird immer älter und ohne Zuwanderung schrumpft sie. In manchen Regionen wandern junge Menschen ab, weil das Leben an einem anderen Ort attraktiver erscheint und eine bessere Zukunft verspricht. Neue Zuwanderergruppen tragen in Deutschland seit Jahrzehnten dazu bei, dass die Bevölkerung heterogener wird und viele zweifeln, ob ihre Integration auch künftig gelingt. Manche befürchten, dass uns Veränderungen erwarten, denen wir nicht gewachsen sein könnten und die unser Bedürfnis nach Kontinuität und Sicherheit beeinträchtigen. Im demografischen Wandel scheinen sich all die aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen und Risiken zu bündeln, von denen wir unsere Zukunft bedroht sehen. Mit einer stabilen Bevölkerung, so die Hoffnung, werde es einfacher, Wohlstand und Lebensqualität auf dem gewohnten Niveau zu erhalten. Historisch haben sich Bevölkerungen aber stets verändert und der aktuelle demografische Wandel ist dabei keine Ausnahme. Seine Ursachen stellen vielmehr große Errungenschaften dar: Frei darüber entscheiden zu können, wie viele Kinder wir haben und wo wir leben wollen und vor allem die Chance auf ein langes Leben in guter Gesundheit. Grundlagen, die unsere Zukunft prägen werden und auf die auch eine noch immer wachsende Weltbevölkerung ihre Hoffnungen setzt.

Elke Pahl-Weber, Leser_In

Überwiegend lassen wir uns in Städten nieder. Klimawandel und ein intelligenter Kreislauf von Ressourcen haben unser Leben verändert. Städte sind viel ruhiger als früher, die Luft ist sauberer, das Wasser klarer, die Gebäude aus neuen Materialien gebaut, die unsere Bewohner zu Prosumenten in der Energie machen. Sie sind geprägt durch die Integration verschiedener Kulturen und Lebensstile. Diese Vielfalt prägt auch die Stadtplanung. Weil unsere persönliche Wohnfläche um gut ein Viertel gesunken ist, verbrauchen wir für notwendige Neubauten deutlich weniger Raum. Nahe Grünflächen und Gemeinschaftseinrichtungen werden ehrenamtlich organisiert und professionell unterstützt. Der Anteil der regenerativen Energien ist auf 70 Prozent gestiegen, wir haben Erfahrung in der flexiblen Steuerung der Energieverteilung und des Energieverbrauchs, hocheffiziente Speicher ergänzen. Mit unseren Smartphones können wir unseren Energiebedarf anmelden und in einem Zeitfenster abrufen. Die Planung unserer Städte hat sich früh darauf eingestellt und mit einem urbanen Koproduktionsprozess mit Stadt- und Fachplanung, mit Bürgern und Interessenvertretern, mit Unternehmen, Politik und Wissenschaft das Leben von morgen vorbereitet. Weniger Ressourcenverbrauch und doch mehr Lebensqualität. Anstatt Fly-overs mit Cablecars und utopischen Wolkenkratzern haben wir ein System, das gut ineinander greift und den Raum immer wieder neu nutzen und gestalten lässt.

Barbara Mundel und Veit Arlt, Leser_In

Die zwei kleinen Jungs aus dem neuen Containerwohnheim schräg gegenüber stehen am Gartentor. Sie schauen in den Garten und fragen den Jungen, der auf dem Rasen steht: „Was ist das?“ „Das ist ein Rasensprenkler“, erwidert der Junge. „Was, Sprenkler? ... Ah, gucke, das ist ein Fußball, wollen wir Fußball spielen?“ Sie öffnen das Gartentor, der Junge wird unruhig. Er sagt: „Ich muss erst meine Eltern fragen.“ Es stellt sich die Frage, wen wir in Zukunft um Erlaubnis fragen. Derzeit gibt es sehr rege bürgerschaftliche Bewegungen. Kulturinstitutionen wie ein Stadttheater vernetzen und vermitteln hierbei, sie können Denkräume öffnen und erweitern, wo gerade gedankliche Engführungen oder Abgrenzungen als vermeintlicher Garant für Sicherheit oder den Erhalt der Werte beschrieben werden. Mit Mitteln der Kunst können Wirklichkeiten erweitert werden, wobei wir uns oftmals auf unsicheres Gelände wagen: Patenschaften mit Wohnheimen, Frauenabende, Diskurse, Themenschwerpunkte. Hinzu kommen theatrale Auseinandersetzungen über seit der Antike tradierte Prinzipien des Gastrechtes und der Gastfreundschaft. Dieses Gastrecht wird derzeit auf individueller alltäglicher Ebene ausgeübt, ohne dass jemand eine Erlaubnis erteilt hat. Hier werden ernsthafte, zweifelhafte oder außergewöhnliche Begegnungen ermöglicht – wenn wir bereit sind, das Gartentor zu öffnen. Möglicherweise ist dann der Fußball weg, möglicherweise hat der Junge neue Freunde gewonnen.

Reinhold Messner, Leser_In

Niemand kann vorhersagen, wie wir in Zukunft leben werden, vor 20 Jahren wusste auch niemand, wie wir heute leben. Europa wird dazu von anderen Themen beherrscht als Afrika. Für die USA und Europa sehe ich als größtes Problem den aufkeimenden Nationalismus. Was aber unsere Region angeht, stellen sich die Fragen nach dem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Naturschutz und Naturnutzung. Naturlandschaften bleiben nur wertvoll, wenn man sie in Ruhe lässt, schützt. Die Kulturlandschaft hingegen muss weiter nachhaltig genutzt werden. Nur dies garantiert eine hohe Lebensqualität. In den Bergen ist über Jahrhunderte eine Kultur entstanden, die es verstand, den tiefer gelegenen Bergraum landwirtschaftlich zu nutzen, ohne dass er dauerhaft beschädigt worden wäre. Heute spielt vor allem der alpine Tourismus eine große Rolle wirtschaftlich. Dazu muss eine feinfühlige, hintergründige Diskussion geführt werden. Ich bin kein Fundamentalist, der gegen das Fällen jedes Baumes ist. Auf der anderen Seite sollte auch nicht auf jedem Hügel eine Seilbahn gebaut werden, damit Städter ihr romantisches Bild der Alpen erhaschen und ohne Anstrengung Gipfel erreichen, ohne zu begreifen, was ein Berg eigentlich ist. Über die Zukunft der Alpen sollten meiner Meinung nach auch die 16 Million Alpenbewohner entscheiden, nicht die über 60 Million Menschen, die im EU-Alpengroßraum wohnen und die Berge ausschließlich zur Erholung nutzen. Dies käme einem Diktat der Stadtkultur über die Bergkultur gleich.

Matthias Horx, Leser_In

Wenn Menschen „in der Zukunft wohnen“, wird das meist in blauen und technischen Farben gezeigt – Männer in Business-Suits oder schöne Ladys steuern mit dem Finger ihre Wohnungen elektronisch. Dass nennt sich dann das „Smarte Haus der Zukunft“. Aber dahinter steckt ein Missverständnis über das, was das menschliche Leben ausmacht. Technologie mag helfen, Komfort und Design der Architektur zu verbessern. Aber Alltagsleben ist immer auch Beschäftigung mit dem Psychischen, Haptischen, Lebendigen, Sozialen. Wohnen wird auch in Zukunft „Höhlenleben“ bleiben. Wir brauchen eine gewisse Portion Chaos, um uns wohlzufühlen. Dabei spielen Design und Material eine größere Rolle als Technik: Das Comeback von Holz als Bau- und Möbelstoff, die Renaissance natürlicher Materialien, die Aufwertung von Beton als formbarer Werkstoff, der Trend zum Natürlichen und Organischen. Selbstverständlich werden 3-D-gedruckte Möbel in Zukunft in unseren Wohnzimmern stehen, aber vermutlich werden sie organische Formen annehmen, um uns mit der Natur und dem Natürlichen zu verbinden. In unserem „Future Evolution House“ (www.Zukunftshaus.at) versuchen wir, in einen Dialog mit einer humanen Architektur-Zukunft einzutreten. Es soll die individuellen Bedürfnisse der Bewohner erfüllen und gleichzeitig ein lebendiges Familienleben ermöglichen. Je mehr Technik, desto mehr Naturbezug: Wir sind digitale Nomaden, die sich in eine fühlbare Welt rückkoppeln wollen.

Attila Hildmann, Leser_In

Wir leben im Zeitalter der Massentierhaltung und des unbändigen Fleischhungers – und das, obwohl die WHO kürzlich Fleisch in die selbe Gruppe Karzinogene eingeordnet hat, in der auch Tabak oder Plutonium stehen. Ich habe früher selbst mit Genuss Steak und Schnitzel gegessen. Aber Dinge verändern sich. Durch den immensen Ressourcenverbrauch in der Fleischproduktion, die oft perversen Zustände in den Massentierhaltungsanlagen und den Raubbau an der Natur entziehen wir uns selbst die Lebensgrundlage. Ich frage mich: Wie sollen in Zukunft neun Milliarden Menschen satt werden? Wie lösen wir unsere gesundheitlichen Probleme und den ethischen Konflikt in Bezug auf den Umgang mit Tieren? Und warum essen wir überhaupt Tiere? Die einen streicheln wir, die anderen sperren wir in enge Käfige und degradieren sie zu reinen Fleischproduzenten. Man kann nicht über die Esskultur in China lästern, während wir Kälber zu Wiener Schnitzel weichklopfen. Eine halbe Million Deutsche stirbt pro Jahr an ernährungsbedingten Krankheiten. Dabei können schon kleine Schritte helfen: Eine vegane Mahlzeit pro Woche oder Tag macht hochgerechnet auf 80 Millionen Deutsche einen immensen Unterschied. Hunderttausende haben die Vegan-for-Youth-Triät gemacht und schwärmen vom gesteigerten Wohlbefinden durch den Verzicht auf tierische Produkte. Nicht nur das Wohlbefinden der Tiere profitiert davon – auch die Menschen haben global gesehen eine bessere Perspektive!

Daniel Reis, Leser_In

Wenn wir in die Zukunft schauen, stellen sich mir diese Fragen: Wird der technische Fortschritt den immer mehr anschwellenden Erfolgsdruck im Alltag ausgleichen oder werden die Anforderungen für nachfolgende Generationen dadurch nur höher? Lebt der Mensch in 1.000 Jahren mit der Technik in Symbiose? Ich würde mir wünschen, dass es so ist. Doch die immer knapper werdenden Ressourcen und der von uns in Bewegung gesetzte Klimawandel zeichnen eine andere Zukunft in meinem Kopf. Wir sollten unseren technischen Fortschritt mehr nutzen, um unseren Planeten mehr zu schützen. Selbst namenhafte Autohersteller setzen lieber auf Manipulationen bei der Motorsteuerung, anstatt in Elektrofahrzeuge zu investieren, was für mich das genaue Gegenteil ist. Die Menschen in Großstädten würden dankbar sein um jedes Elektroauto in ihrer Stadt. Weiterhin sehe ich den Trend zur urbanen Landwirtschaft. Die Menschen erschaffen sich grüne Rückzugspunkte in Parks, Kleingärten und auf Dachgärten. Selbst die Architektur wird sich dahin verändern.

Kevin Dreyler, Leser_In

Ein mögliches Szenario wäre folgendes: Der Brexit leitet den Zerfall der Europäische Union ein. Die EU-kritischen Stimmen fühlen sich europaweit bestärkt. Die Ansicht, dass die EU nur ein zum Scheitern verurteiltes Eliteprojekt ist, das die Interessen der Reichen verteidigt und die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter aufreißt, hat an Boden gewonnen. Die Mittelschicht fühlt sich zunehmend unter Druck. Die Polarisierung setzt sich mit erhöhter Geschwindigkeit fort. Die Flüchtlingskrise stellt den Schengenraum vor eine Zerreißprobe, Grenzkontrollen werden vermehrt angesetzt. Nationale Interessen gewinnen immer mehr an Zuspruch auf Kosten der europäischen Solidarität. Eine gemeinsame Finanzpolitik wird zunehmend unwahrscheinlicher. Der Euro gerät unter Druck und droht zu scheitern. Ein anderes denkbares Szenario wäre, dass der Brexit eine Rückbesinnung auf die europäische Idee hervorruft. Er wird zur Stunde europäischer Führungspersönlichkeiten, die weitere Schritte zur europäischen Integration, beispielsweise in der Finanzpolitik, anstoßen. Der Euro wird gestärkt und die europäische Solidarität als Grundlage des gemeinsamen Wohlstandes und einer gemeinsamen weltpolitischen Relevanz erkannt. Es bleibt zu hoffen, dass es für dieses Szenario eines Ereignisses wie des Brexits nicht bedarf.

Ulrich Winninger, Leser_In

Nicht mehr im Denken von veralteten Geschlechterbildern. Was männlich ist und was weiblich wird sich dann zeigen, wenn alle die Freiheit haben, sich für ihre eigenen Stärken zu entscheiden, ohne althergebrachte Rollenklischees erfüllen zu wollen.

Thomas Schrader, Leser_In

Ich finde es einen wunderschönen Gedanken, mit meiner Frau und meinen Kindern in ein Haus mit Garten zu ziehen. In einen Vorort, wo die Nachbarn ebenfalls Kinder haben, mit Planschbecken und Trampolin auf dem Rasen. Aber letztendlich wäre das nur für die nächsten zehn Jahre für alle attraktiv, dann ist es den inzwischen Jugendlichen zu spießig und langweilig, sofern der Bahnanschluss in die Stadt fehlt. Und wenn sie ganz ausgezogen sind, was will man dann mit dem großen Haus? Aber abbezahlen muss man nicht zehn Jahre, sondern zwanzig. Oder es kommt wie bei so vielen, man trennt sich noch vor dem Auszug der Kinder, muss das Haus schnell verkaufen und macht Verluste. Gut wären viel flexiblere Wohnprojekte. Nicht mehr das Denken in Eigenheim, sondern bezahlbare Mietshäuser.

Gerhard Glotz, Leser_In

Wir leben in Deutschland seit über 70 Jahren ohne Krieg und das ist auch das wichtigste, was ich mir hier für das Leben von morgen erhoffe: das wir weiter in Frieden leben. Aber auch Menschen in anderen Ländern müssen in Sicherheit leben können, ohne Folter, mit Einhaltung der Menschenrechte und Löhnen, von denen man leben kann. Wichtig ist, Menschen zu helfen, die aus Krisengebieten kommen, aber genauso dringend ist es, sich dafür einzusetzen, dass es an anderen Orten wieder lebenswert wird.

Mechthild Redlinger, Leser_In

Erstmals wandern mehr Menschen in Ostdeutschland zu als ab. Neben den Tourismusregionen wird vor allem das Studieren in ostdeutschen Universitätsstädten attraktiv. Warum auch nicht? Es gibt günstigeren Wohnraum als beispielsweise in München oder Hamburg und die Städte sind attraktiv. Warum sollte ein Erwachsener bei Mutti wohnen bleiben, nur weil er sich in seiner Heimat keine Wohnung leisten kann, wo es doch an anderen Orten bezahlbar ist. Ich gehe davon aus, dass gerade die junge Generation, die sehr reiseaffin ist, für bestimmte Zeitabschnitte – ob zum Studieren oder zum Arbeiten – viel flexibler mit dem Wohnort umgehen wird. Es muss nicht gleich China als erste Station sein nach dem Auszug bei den Eltern, es kann auch erst einmal eine ganz andere Ecke Deutschlands sein.

Marianne Ebeler, Leser_In

Ich kann mir wunderbar vorstellen, meinen Lebensabend gemeinsam mit meinen Freunden in einem großen Haus zu verbringen. Jeder hat eine eigene Wohnung, aber man lebt nah mit vertrauten Menschen. Je nach Lust kann man gemeinsam kochen oder auch getrennt, sich gegenseitig auf einen Wein besuchen, aber jeder ist schnell zu Hause in seinem eigenen Bett. Inzwischen lassen sich die meisten Paare aus meinem Freundeskreis scheiden, so dass das Model, als Paar gemeinsam zu altern, am aussterben ist. Aber über Jahrzehnte gewachsene Freundschaften können aber auch einen Halt im Alter bieten. Man kennt die Stärken und Schwächen seiner Liebsten und kann sich auf eine größere Gemeinschaft verlassen.

Christian Rutsatz, Leser_In

Ich glaube an eine Zukunft für Rentnerschwämme. Diese sind eine Weiterentwicklung für vermeintlich nicht mehr zeitgemäße, aber doch existierende Zeitgenossen. Das Produkt recycelt eine herabwürdigende Bezeichnung, die zweifelhafte Berühmtheit als \"Unwort des Jahres\" erlangte. Produkt und das Wort erlangen durch marginale Veränderungen sinnstiftende Modernität. Technisch erhält der Schwamm durch die Befestigung einer Schlaufe die Möglichkeit, am Handgelenk getragen zu werden. Dies enthebt seinen Nutzer - gleich welchen Alters - der Gefahr ihn zu verlieren und bei der Suche und Wiedererlangung in Dusche oder Wanne zu stürzen. Die heilen Knochen, Muskeln und Gelenke der Menschen werden es den Rentnerschwämmen ebenso danken, wie die entlasteten Krankenkassen.

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Was wird das nächste große Ding?

Das Rad hat die Distanz zwischen Menschen verringert, das Internet hat sie nahezu aufgelöst. Welcher Geistesblitz verändert die Welt als nächstes? Was ist Ihre Idee?

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Jan Wörner, Leser_In

Wettlauf wurde durch die Landung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin von den Amerikanern gewonnen. Aber auch danach gab es immer wieder spektakuläre Missionen mit Astronauten oder robotischen Systemen. Im Moment ist der Mars in den Mittelpunkt gerückt, die Amerikaner haben das Konzept „Journey to Mars“ aufgesetzt, nach dem innerhalb der nächsten 30 Jahre Astronauten unseren Nachbarplaneten besuchen sollen. Europa, oder besser die Europäische Raumfahrtagentur ESA will den Mars hinsichtlich des Vorhandenseins von Leben untersuchen. Dazu sind zwei Missionen geplant: Exomars 1 soll die Atmosphäre des Mars hinsichtlich eventueller Spurengase von Leben untersuchen, Exomars 2 wird einen Rover auf der Oberfläche absetzen, der mit Hilfe eines Bohrers bis zu 2 Meter tief in die Marsoberfläche eindringt. Innerhalb unseres Sonnensystems hat der Mars eine für die Existenz von Leben besondere Position: Der Mars hatte früher eine viel lebensfreundlichere Situation als heute, deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leben entsprechend unserer Vorstellung entwickeln konnte nicht gering. Temperatur und Atmosphäre waren prinzipiell für die Entwicklung von Leben geeignet. Und auch die Tatsache, dass Wasser auf dem Mars gefunden wurde, ist als Grundlage von Bedeutung. Die Reise zum Mars ist allerdings sehr aufwändig, eine Strecke dauert über ein halbes Jahr.

Thomas von Unwerth, Leser_In

Nachdem nun auch die Bundesregierung die Elektromobilität mit Subventionen beim Kauf eines Fahrzeuges unterstützt, nimmt die Diskussion um die Vor- und Nachteile der aktuell zur Verfügung stehenden Technologien wieder Fahrt auf. Sind die batteriebetriebenen Fahrzeuge mit ihren eingeschränkten Reichweiten und langen Ladezeiten eher für urbane Mobilität geeignet und sind Hybridfahrzeuge prinzipbedingt nicht vollkommen emmissionsfrei, so rücken Brennstoffzellenfahrzeuge wieder ins Licht der Debatte. Mit Wasserstoff onboard, der sich durchaus auch aus regenerativen Quellen darstellen lässt, benutzen diese Autos einen chemischen Energieträger, der diese Nachteile nicht besitzt. Reichweiten von 500 bis 700 Kilometern können bereits von gegenwärtigen Modellen wie dem Toyota Mirai dargestellt werden, eine Schnellbetankung ist in drei Minuten erledigt. Um den japanischen Herstellern nun nicht zu viel Technikvorsprung zu gewähren, sind auch die deutschen Marken um Daimler, BMW, Audi und VW nachhaltig daran, die automotive Brennstoffzelle zur Serienreife zu entwickeln. Hier gilt es in erster Linie, die Systemkomplexität zu reduzieren, die Systeme noch zuverlässiger zu gestalten und Produktionsprozesse für neue Komponenten zu etablieren. Sobald dann vor allem das Kostenziel für diese Brennstoffzellenfahrzeugsysteme erreicht ist, haben sie das Potenzial für das nächste „große Ding“.

Bianca Schuchardt, Leser_In

Einfach abheben und losfliegen! Fast jeder Autofahrer, der im Stau auf der Autobahn bereits einmal verzweifelt ist, hat davon schon geträumt. Damit dies in Zukunft kein Traum mehr bleibt, arbeiten die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in einem europäischen Projekt mit weiteren Forschungseinrichtungen zusammen, um den Individualverkehr in die dritte Dimension zu heben. Das Personal Aerial Vehicle (PAV) soll die Grenzen der Straßen aufheben. Die Ultraleichtbauweise bietet Platz für den Piloten und sein Gepäck oder einen Mitreisenden. Trassen müssen nicht gebaut werden, sondern werden virtuell durch ein Navigationsgerät im Display oder sogar direkt vor das Auge des Piloten projiziert. Durch die relativ niedrige Flughöhe wird der reguläre Flugverkehr nicht beeinflusst. Eine Überwachung ist dennoch nötig, auch wenn das autonome Fliegen mit Autopilot auf lange Sicht gesehen ein Ziel ist. Noch ist der Traum vom privaten Flugobjekt in der Garage weit entfernt, aber Probanden im Simulator des PAVs erlernen das Fliegen schnell. Denn anders als etwa beim heutigen Hubschrauber, der mit Pedalen und Steuerknüppeln bedient werden muss, kann das PAV mit einem Lenkrad gesteuert werden. So schön der Gedanke auch ist, sich täglich losgelöst von der Erde zur Arbeit zu bewegen, auf einen Prototyp wurde bewusst verzichtet. Das Projekt „myCopter“ widmete sich der Erforschung ausgewählter Technologien, die für den Einsatz von PAVs essentiell sind, ohne sich von den Einschränkungen eines konkreten Fluggeräts behindern zu lassen.

Pauline Schäfer, Leser_In

Olympia ist das große Ziel aller Sportler. Seit ich ein kleines Mädchen war, verfolge ich das Ziel, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Nun ist der Traum zum Greifen nah. Es ist unglaublich zu erkennen, dass man es bereits soweit geschafft hat. Tag für Tag, Training für Training bereitet man sich auf diesen einen Moment vor. Die Anspannung ist enorm und der Druck ist groß, aber alle Strapazen, die der Weg des Leistungssports mit sich bringt, lohnen sich. Es ist immer wieder spannend, wie man im Training voran kommt. Neue Elemente, viele Übungen, Krafttraining und alles andere was dazu gehört. Die vorolympischen Spiele waren schon etwas Besonderes und dort war unser großes Ziel, die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu holen. Ein Wettkampf voller Anspannung, Nervosität und ein Wechselbad der Gefühle war das. Obwohl ich mein Ticket für Rio bereits bei den Weltmeisterschaften gelöst hatte, war es mir umso wichtiger, das Team beim Testevent zu unterstützen. Wir wurden mit dem zweiten Platz und somit der Teilnahme an den Olympischen Spielen belohnt. Aber die Olympischen Spiele bedeuten nicht nur ein Ergebnis des Trainings. Olympia ist weitaus mehr! Es bedeutet, die besten Sportler aus aller Welt zu treffen und gemeinsam um olympisches Edelmetall zu kämpfen. Es bedeutet Erfolg und sich für die jahrelange Arbeit zu belohnen. Ein Kindheitstraum wird erfüllt und zeigt mir, das ich alles richtig gemacht habe.

Moritz Avenarius, Leser_In

Arbeit ist gefährlich. Sie produziert Sachen, die vermeintlich niemand braucht, Smartphones etwa. Sie verleitet uns merkwürdige Dinge zu tun, beispielsweise unsere Wohnungen an fremde Menschen zu vermieten. Und seit neustem tut sie so, als wär sie gar keine Arbeits-, sondern selbstbestimmte Lebenszeit. Deshalb musste sie lange lange durch hierarchische Organisationen hochkontrolliert werden. Nicht auszudenken, welche beunruhigenden Abweichungen sie sonst hervorgebracht hätte. Doch diese vertraute Organisation der Arbeit gerät aktuell ins Wanken. Dank Internet und hierauf basierenden digitalen Plattformen verbinden sich Menschen in nie dagewesener Geschwindigkeit, interagieren auf unvorhergesehene Art und Weise, betreiben Geschäfte und Wertschöpfung. Vorbei an klassischen Gatekeepern, aka Rekrutern, finden etwa auf upwork.com Projektaufträge zu passenden Personen. Etablierte Branchengrenzen und einst einträgliche Geschäftsmodelle verschwinden quasi über Nacht. Und so durchdringt diese Vernetzungsdynamik mehr und mehr die tradierten Organisationsmauern. Derweil etablieren sich in ihrem Innern die smarten Kollaborationstools, mit denen Mitarbeiter selbstorganisiert erledigen, was ansteht – ob nun mit den Kollegen oder Freelancern. Das nächste große Ding ist daher keine Frage von Technik, sondern die Antwort auf „Wer ist Wir?“ in einer hochvernetzen Wirtschaftswelt, die Arbeit mehr denn je von der Kette lässt.

Ulrich Jumar, Leser_In

Ob sie die Größe eines Smartphones, Tablets oder TV haben, haptische Bildschirme könnten nicht nur für Menschen mit Sehbehinderung ein „großes Ding“ sein. Berührungssensitive Displays haben einen festen Platz in unserem Leben. Das Fehlen haptischer oder taktiler Informationen auf der Bildschirmoberfläche beschränkt aber die Bedienbarkeit. Rückmeldungen durch Töne oder insgesamt vibrierende Geräte genügen nicht immer. Interessant sind Verfahren, die auf der Grundlage der Umkehrbarkeit einer strukturelastischen Welle zeitlich und lokal begrenzte Vibrationszentren auf einer Bildschirmoberfläche erzeugen. Durch den Wechsel vibrierender und nicht vibrierender Flächen ist die Rückkopplung bei Interaktionen, wie dem Berühren eines Tastenfeldes, möglich. Die Anwendung akustischer Wellen hierfür ist Gegenstand der Forschung. Ziel ist es, mit möglichst wenigen akusto-elektrischen Wandlern am Rand eines Displays auszukommen und die Mehrpfadausbreitung elastischer Wellen für die Fokussierung zu nutzen. Eine Anregung im Frequenzbereich von 300 Hz entspricht der maximalen Fühlempfindlichkeit und erfordert die geringste Energie. In einer Studie mit zunächst 70 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts konnte die „blinde“ Erkennung vibrierender Fokuspunkte bereits erfolgreich nachgewiesen werden. Ein entsprechendes Projekt wurde vom Bundesforschungsministerium unter dem Kennzeichen 16SV7104 gefördert.

Manuel Kleinschmidt, Leser_In

Was ich für sinnvoll erachte, wäre eigentlich nur eine kleine Erfindung für den alltäglichen Gebrauch. Aber da es so vielen Menschen so geht, wäre auch dies ein großes Ding. Ich spreche von wirklich sicheren Fahrradschlössern.

Beate Rosstro, Leser_In

Höher, schneller, weiter! Immer mehr technische Rafinessen, ständige Erreichbarkeit, Kontroll-Apps für den Nachwuchs und Plattformen, die eine unentwegte Inszenierung des Egos für ein anonymes Publikum anbieten. Das waren die letzten großen Dinge, aber wäre nicht eine ganz bewusste Kommunikation 1.0 inzwischen der Fortschritt schlechthin? Sich Zeit nehmen für einen lieben Menschen, zuhören, ohne parallel den Tweets zu folgen, sich in die Augen schauen, anstatt auf das Display, erzählen, wie es einem wirklich geht anstatt zu kontrollieren, ob dadurch das Image als lustige YouTuberin im Beautybereich leiden könnte. Wäre es nicht ein wirklich großes Ding, wenn Jugendliche, die Generation der Smobies, sich auch einfach wieder küssen würde?!

Lex Regis, Leser_In

Das nächste große Ding wäre, wenn wir uns auf uns selbst besinnen und dafür einstehen woran wir glauben. Das fängt im Kleinen an, bei uns selbst und spiegelt sich auch in der Politik wider. Nur weil ein Despot eines unserer Nachbarländer sich beleidigt fühlt, wenn auch bestimmt zurecht, hat er kein Recht sich in unser Rechtssystem einzumischen!

Monika Menzel, Leser_In

Beim Internet der Dinge jagt ja ein „Geistesblitz“ den nächsten. Demnächst gibt es für etwa 70Euo einen smart-umbrella, der registriert, wann es wo wieviel regnet. Er soll helfen, Wettervorhersagen zu verbessern und mich morgens bei drohendem Regen daran erinnern, nicht ohne ihn das Haus zu verlassen. Was wird das nächste große Ding sein? Das wahre nächste große Ding für mich wäre, dass ich mich nicht durch das Stiftung-Warentest-Heft lesen muss, weil es selbstverständlich würde, dass Augentropfen keine Konservierungsstoffe enthalten, die eben diese Augen bzw. die Hornhaut angreifen. Dass ich mich nicht durch Seiten und Seiten im Internet klicken muss auf der Suche nach fairer und nachhaltiger Kleidung, weil es sich von selbst verstehen würde, dass beim Kauf einer Markenjeans die Näherin in Asien einen angemessenen Lohn dafür enthält. Das nächste große Ding wäre, Menschen in größter Not nicht die zu Hilfe verwehren indem Obergrenzen definiert oder Zäune errichtet werden. Das richtig große Ding? Dass uns Geschichte klug macht und wir Menschen endlich das tun, was uns ausmachen könnte: menschlich sein.

Juliane Delkeskamp, Leser_In

Das nächste große Ding wird sein, dass endlich herausgefunden ist, wie jener menschliche Sinn geformt ist, der Gedankenübertragung ermöglicht. Wir verstehen dann endlich das bislang erstaunliche Phänomen der Gleichzeitigkeit von Gedanken, Gefühlen und Handlungen von Menschen über weite Distanzen hinweg und müssen es nicht nur kopfschüttelnd und ein wenig ehrfürchtig zur Kenntnis nehmen. Wir wissen dann um die “Biochemie des Vibration-Beschleunigers”, der Gedachtes “verstofflicht” und zu einer versendbaren Nachricht werden lässt. Und wir erkennen wie und wodurch unsere phänomenalen Hirnzellen und weitere “noch-unbenannt-Zellen” Zeit und Raum zwischen Menschen überwinden. Wir wissen dann um die atmosphärischen Details, die Sender und Empfänger in ein gemeinsames Hier und Jetzt noch über tausende von Kilometern hinweg bringen. Noch sind wir im übertragenen Sinne so gut wie blind und taub dafür, ahnen und spüren nur – aber sicherlich nicht mehr lang. Und dann? Was das auslöst, können wir erst dann beginnen zu erahnen, wenn es beginnt.

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Welche Krankheiten sind jetzt heilbar?

Mediziner forschen mit großem Erfolg an neuen Behandlungs- methoden gegen Krankheiten. Doch mancher Durchbruch ist gar nicht wirklich bekannt. Tragen Sie mit uns Erfolgsgeschichten von jetzt heilbaren Krankheiten zusammen. 

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Regina Pfännle, Leser_In

Sport ist ein fantastisches Medikament, es hilft gegen viele Krankheiten. Als Sporttherapeutin kam ich mit diversen Arbeitsgruppen in Kontakt. Nicht jede Sportart ist geeignet und Sport ist auch nicht die einzige Therapieform, aber viele nutzen diese Möglichkeit einfach lieber und bleiben dabei. Bei psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen hat es positive Effekte, aber auch nach vielen Operationen setzt man inzwischen mehr auf Sport als auf Schonung.

Friedemann Trabenhalt, Leser_In

Alternative Therapien können mehr Krankheiten heilen als man denkt. Johanniskraut ist ein gutes Beispiel für ein wirksames Mittel aus der Pflanzenheilkunde, aber auch Techniken wie Akupunktur können Schmerzen lindern. Doch wenn man deswegen zum Heilpraktiker geht, sollte man wissen, dass diese Berufsbezeichnung nichts über die Ausbildung aussagt. Eine Heilpraktikerprüfung stellt nur fest, dass bei der Ausübung keine Gefahr für die Gesundheit des Patienten besteht und er rechtzeitig an einen Schularzt überwiesen wird.

Jörg Klernow, Leser_In

Manchmal lassen sich Rückenschmerzen ganz simpel heilen: Nämlich durch ein neues Kopfkissen! Ich rate jedem, einfach mal auf einem anderen Kissen zu schlafen, wenn der Nacken weh tut. Bei mir lag es tatsächlich daran.

Christian Hellbach, Leser_In

So viele Krankheiten werden erforscht, ich wünschte, eines Tages wird auch der Heuschnupfen heilbar sein. Er schränkt die Lebensqualität ungemein ein und betrifft schon die Kinder. Ich selbst bin auf dem Land aufgewachsen und habe es als Kind mit Sensibilisierung probiert, es hat nichts geholfen. Ich musste die schönen Sommer im Haus verbringen. Und heute wollen mir die Ärzte immer nur Schabernack für viel Geld andrehen. Kann nicht die Pharmaindustrie hier einmal ein wirksames Medikament entwickeln?

Gudrun Spiegler, Leser_In

Adipositas ist eine Krankheit, die man in vielen Fällen vermeiden und auch wieder heilen kann. Durch eine Umstellung der Ernährung und durch Bewegung. In schwerwiegenden Fällen muss wohl auch eine Operation dazukommen. Dass die Ernährungsweise und Sport die Säulen sind, weiß eigentlich jeder. Aber die Umsetzung ist das schwierige. Es geht darum, den Willen zu entwickeln, seine Lebensweise zwar langsam, aber dann für immer zu ändern. Eingespielte Essensriten, die auch oft den Augenblick schöner machen, zu ändern. Beispielsweise sollte man unterlassen, abends noch vor dem Fernseher zu knabbern, auch wenn es wahnsinnig gemütlich ist. Auch der Kuchen nachmittags führt zu mehr unnötigen Pfunden. Es ist weit verbreitet, seinen eigenen Körper nicht zu mögen, aber ihm Gutes zu tun, das ist eben mit Arbeit und Verzicht verbunden. Aber selbst wenn man sich wirklich redlich bemüht, gesund zu essen, kann man ganz schön hereinfallen. Neulich hatte ich im Bioladen ein Müsli gekauft, das so süß war, dass man es höchstens als Nachtisch, nicht als Malzeit verwenden konnte. Zu Plätzchen hätte man es auch weiterverarbeiten können. Für solche Lebensmittel fände ich die Idee mit der Ernährungsampel gar nicht so schlecht!

Nina Hirt, Leser_In

Ich kenne kein deutsches Wort für „man flu“, aber das Phänomen: Auch mein Freund leidet unglaublich, wenn er eine Erkältung hat und hält das bisschen Husten und Schnupfen gleich für eine Grippe. Er will dann ganz besonders viel Pflege und am besten die Tapferkeitsmedaille für das Ertragen der Krankheit. Dagegen hilft meist schon zu sagen, nur gesunde Menschen dürften abends ein Bier trinken. Spätestens aber, wenn ich erzähle, dass bei unseren Nachbarn im Februar schon angegrillt wird, hält auch er sich für gesund genug, wieder das Bett zu verlassen.

Viola Trauter, Leser_In

Mein Vertrauen in meinen Hausarzt ist nicht sehr hoch. Wie soll er Krankheiten heilen, wenn es sie noch nicht einmal erkennen kann? Ich habe das Gefühl, er muss sie erst noch googeln und Antibiotikum wird prophylaktisch empfohlen und ich soll dann so nach Gefühl entscheiden, ob ich es nehmen will. Natürlich ist ein junger Arzt noch nicht so erfahren wie ein älterer. Trotzdem würde ich mir von meinem Arzt wünschen, dass er sich dann mehr Zeit nimmt und sich intensiver mit den Symptomen auseinandersetzt. Sie fragen, warum ich den Arzt dann nicht wechsle? Er ist fußläufig erreichbar und schreibt mir unkompliziert ein Attest, wenn ich eins benötige.

Gottfried Almenau, Leser_In

Beschwerden durch Krampfadern kann man immer noch nach dem altbewährten Rezept der Kneippkur lindern. Und immer mal barfuß gehen!

Alexa Steiger, Leser_In

Schaut man im Internet nach Krankheiten und deren Impfungen, stößt man an vorderster Front nicht auf medizinische Fachliteratur, sondern erst einmal auf Impfkritikseiten. Natürlich kann eine Impfung für Kinder, die auf Fieber heftiger reagieren als andere, schlimm sein und man würde das Leiden seinem Kind gerne ersparen. Aber durch die Impfung wird die Krankheit nur im Kleinen durchlebt. Wird sie in voller Heftigkeit durchgemacht, ist sie nun einmal viel gefährlicher. Und es gibt Kinder, die sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht impfen lassen können. Man sollte bedenken, dass man diese Kinder mit gefährdet, weil die Krankheit sich durch unterlassene Impfung weiter verbreiten kann. Wer denkt, es sei gut für ein Kind, dass es eine Kinderkrankheit einmal mitmachen sollte, dem sei gesagt, es gibt definitiv noch genug Kinderkrankheiten, gegen die man sich nicht impfen lassen kann. Ihr Kind wird also in jedem Fall noch oft genug krank werden!

Hans-Werner Rohrspecht, Leser_In

Mehrere Menschen in meinem Freundeskreis leiden unter Flugangst. Von außen wirkt das ganz süß, wenn sie sich vor dem Start an meinen Arm klammern und ständig Fragen stellen, ob dieses oder jenes Geräusch normal sei. Natürlich biete ich ihnen gerne meinen starken Arm als Sicherheit an. Aber für die Betroffenen selbst ist dies gar nicht lustig, sondern eine ernstzunehmende Krankheit: Aviophobie. Bei denjenigen, bei denen es nicht so ausgeprägt ist, reichen meist Beruhigungstabletten, guter Zuspruch und vor allem Sicherheit ausstrahlen. Sie wissen auch selbst, dass die Angst völlig übertrieben ist und Flugzeugabstürze sehr selten vorkommen. Aber auch ich kann die Angst nachvollziehen, weil man in einer Notsituation nichts tun könnte, man völlig ausgeliefert wäre. Wahrscheinlich wird nur wegen der Flugangst vor dem Start immer erklärt, wie toll man ins Wasser rutschen könnte, wenn das Flugzeug dort eine Bruchlandung macht. Bei härteren Fällen der Aviophobie, also bei denjenigen, die nicht einmal ein Flugzeug besteigen würden, wenn es um beruflich relevante Reisen geht, hilft nur eine Therapie. Es geht in der Therapie darum, dass die Angst erst gar nicht entsteht und man mit viel mehr Gelassenheit in den Flieger steigt. Ich kann nur von einer Bekannten sprechen, die solch eine Therapie gemacht hat, aber bei ihr hat es geholfen. Sie hat danach tatsächlich einen Flieger bestiegen, einfach um einmal Urlaub zu machen.

Ruth Lümmering, Leser_In

Gelbsucht klingt erst einmal schlimm. Diese Krankheit haben aber über die Hälfte der Neugeborenen, meine Tochter war darunter. Diese Kinder sehen seltsamerweise immer besonders gesund aus, so gebräunt, das liegt an einem gelben Gallenfarbstoff. Da wir nach der Entbindung noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben mussten, war meine Tochter auch immer gut unter Beobachtung und die Ärzte meinten, es würde trotz des gräulichen Winterwetters ausreichen, wenn ich mich zum Stillen ans Fenster setze. Sonneneinstrahlung hilft gegen Gelbsucht, genauso wie Stillen. Nach zwei Wochen sollte die Gesichtsfärbung verschwunden sein und die Kinder wieder käsebleich aussehen. Wichtig ist, besonders wenn man direkt nach der Geburt das Krankenhaus verlässt, dass man zusammen mit der nachbehandelnden Hebamme die Gelbsucht im Blick behält. Denn zu hohe Werte können zu Schäden im Nervengewebe führen. Ich weiß auch von Freunden, dass deren Kinder mit Gelbsucht nach der Geburt mehrmals in einen Kasten zur Bestrahlung mussten, zu einer Lichttherapie. Auch dies ist nicht weiter schlimm für die Kinder. Sie bekommen eine Schutzbrille für die Augen und werden mit blauem Licht bestrahlt. Das Licht dient dazu, dass das Bilirubin, also der gelbe Gallenstoff, ausgeschieden wird. Es handelt sich bei Neugeborenen also um eine sehr unkompliziert heilbare Krankheit, man muss sie nur ernst nehmen und behandeln.

Kirsten Wendler, Leser_In

Ich schreibe jetzt einmal ganz frei von der Leber weg, obwohl ich nicht weiß, ob man Läuse offiziell zu den Krankheiten zählt. Aber da wir ständig die E-Mail „Läusealarm“ aus der Schule erhalten, ist das Thema zumindest in bestimmten Kreisen extrem verbreitet. Was sind das für Kreise? Vor allem Jungs im Grundschulalter, die sich die ganze Zeit kappeln und Körperkontakt mit anderen Kindern haben. Und seit Schulen anfingen, eine Matratze in den Klassenraum zu legen, eigentlich, damit sich müde Kinder darauf ausruhen können, liegen dort bis zu zehn Jungs eben mal aufeinender und messen ihre Kräfte. Ein Übertragungsparadies für Läuse! Selbstverständlich krabbeln die Läuse nach einigen Stunden zu Hause auch auf die Köpfe sämtlicher Familienmitglieder, die angekuschelt werden. Sie gehen übrigens auch lieber auf gewaschenes Haar. Beim ersten Läusealarm habe ich mich noch krank gemeldet, habe in die Apotheke Läusemittel gekauft, alles gewaschen und in Plastiktüten gepackt. Inzwischen sind wir ganz cool geworden. Wenn es mal wieder juckt, frag ich einfach denjenigen, der gerade da ist, ob er eben mal hinter meinem Ohr nach weißen Punkten gucken könnte und hau mir einfach die Packung Läusemittel ins Haar, die wir inzwischen immer vorrätig da haben. Das müssen natürlich alle Familienmitglieder machen. Kopfkissen wasche ich noch, aber alles in Tüten packen, muss man meiner Meinung nach nicht, um von Läusen geheilt zu bleiben.

Rebecca Mardier, Leser_In

Seit Monaten habe ich eingerissene Mundwinkel und wusste nicht, woran es liegt. Meine Ärztin meinte heute, es könne ein Vitamin-D3-Mangel sein. Das wäre ja einfach zu heilen, ich probiere jetzt einmal Kapseln.

Rosi Graupner, Leser_In

Ich habe Angst vor Ärzten. Als Gegenmittel belohne ich mich immer nach einem Arztbesuch: Ich gehe schön Essen oder kaufe mir etwas Hübsches zum Anziehen. Schon auf dem Weg zum Arzt versuche ich nur an die Belohnung zu denken, drücke mich dadurch vor keiner Untersuchung und beuge so den Krankheiten vor.

Sebastian K., Leser_In

Karies ist heilbar. Sie kann nur teuer werden, wenn man hochwertige Materialien verarbeiten lässt. Ich habe bereits den Wert eines Kleinwagens ausgegeben.

Femke Redelsbach, Leser_In

Scharlach ist heilbar, interessanterweise ist die Heilungsdauer aber abhängig davon, in welchem Bundesland man wohnt. Oder wie erklärt sich sonst, dass mein Berliner Sohn drei Tage früher wieder in die Kita durfte als der Sohn meiner besten Freundin in Niedersachsen?

Mara Heinzberg, Leser_In

Viele Krankheiten sind heute glücklicherweise einfach durch ein Antibiotikum heilbar. Man sollte es nicht ständig nehmen, vielleicht nicht einmal so oft wie es verschrieben wird und dann in jedem Fall auch bis zu Ende. Aber wer auch schon einmal an einer Blasenentzündung gelitten hat, diese Schmerzen hatte, und die Blasenentzündung wurde auch durch Literweise Teetrinken und warm einpacken nicht besser, der weiß, wie dankbar man für dieses schnell wirksame Medikament ist.

Hannelore Magnas, Leser_In

Viele – besonders wenn man auf sein Recht auf eine Behandlung pocht oder die Angehörigen Druck machen, dass eine Therapie auch eingeleitet wird und der Patient nicht abgeschrieben wird.

Uta Reinicke, Leser_In

Bei uns in der Familie haben gerade alle mit einer Erkältung zu kämpfen. Daher möchte ich hier gleich einmal meine Tipps für ein besseres Abheilen weitergeben: Was bei mir am besten hilft, ist Inhalieren. Dazu bereite ich Kamillentee aus getrockneten Blüten in einer Schüssel zu, halte den Kopf mit einem Handtuch darüber und atme tief ein und aus. Die heißen Kamillenteedämpfe brennen ein wenig in der Nase, aber danach ist die Nase tatsächlich für einige Zeit wieder frei und man kann die wohltuenden Prozedur auch gerne mehrmals am Tag wiederholen. Bei kleinen Kindern muss allerdings ein Erwachsener assistieren und sollte auch aufpassen, dass sich das Kind nicht verbrüht. Abends hilft, Brust und Rücken mit ätherischen Salben einzureiben. Eine heiße Zitrone oder frisch gepresster Orangensaft schmecken sogar noch lecker, viel frische Luft tut ebenfalls gut, solange kein Fieber dazu kommt. Bei Kindern ist ganz wichtig, dass sie richtig Naseputzen üben! Da die Verbindung zwischen Nasenraum und Paukenhöhle bei Kindern kürzer ist, kommt es bei Schnupfen und falschem Naseputzen häufig zur Mittelohrentzündung. Und da gilt es im Vorfeld zu vermeiden, dass diese schlimmen Schmerzen entstehen.

Sandra Kellermann, Leser_In

Viele Krankheiten sind dann heilbar, wenn man sie frühzeitig erkennt. Als mein Vater noch ein Kind war, wäre er fast an einer Blinddarmentzündung gestorben, weil die Ärzte die Krankheit zunächst nicht erkannt hatten. Sein Hausarzt hat ihm dann das Leben gerettet, weil er den Blinddarm in Betracht zog. Es war dann bereits ein eiternder Blinddarmdurchbruch. Deshalb lasse ich meinen Sohn bei Bauchschmerzen als kleinen Test auch immer auf dem rechten Bein hüpfen und gucke, ob die Schmerzen dann größer werden. Ich will sicher gehen, dass es keine Blinddarmentzündung ist.

Sara Schreiber, Leser_In

Was die Medizin heute vollbringen kann, grenzt schon an Wunder. Nichts ist berührender als Kinder, die heute ein uneingeschränktes Leben führen können, obwohl sie früher an einer Fehlbildung gestorben wären. Die Untersuchungen während der Schwangerschaft sind inzwischen so genau, dass oftmals Kinder direkt nach der Geburt operiert werden können, was ihre Chancen wesentlich erhöht. Nicht alle Krankheiten können geheilt werden, aber ich kenne ein Kind, das jetzt vollkommen gesund ist und allein wegen dieses Kindes gilt dem Können der Ärzte heute meine ganze Bewunderung.

Reinhard Feldle, Leser_In

Ob Krankheiten jetzt auch geheilt werden können, darüber entscheiden nicht nur der medizinische Fortschritt oder die finanziellen Möglichkeiten, sondern hier in Deutschland auch politische Regelungen die sich an ethischen Fragen orientieren sollen. Viele Krankheiten ließen sich heilen, Menschenleben könnten gerettet werden, wenn es genügend Spenderorgane geben würde. Aber in Deutschland herrscht die sogenannte Entscheidungslösung für Organentnahmen. Das bedeutet, dass man sich entscheiden kann, nach dem Tod Organe zu spenden, man muss sich aber nicht entscheiden und letztendlich treffen nur 22 Prozent der Deutschen überhaupt eine Entscheidung. Dabei hätte die Mehrheit der Deutschen gar nichts dagegen, dass Ihnen nach dem Tod Organe entnommen werden. Aber der Schritt, sich einen Organspendeausweis auszudrucken und auszufüllen, ist eben für die meisten ein Schritt zuviel. In Österreich hingegen herrscht die Widerspruchsregel, das bedeutet, dass jedem nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, der nicht widersprochen hat. Damit ist die Spenderquote wesentlich höher, obwohl Deutschland und Österreich wenig kulturelle Unterschiede aufweisen. Mit rein ethischen Fragen hängt es also kaum zusammenhängen, wohl eher mit der gesetzlichen Regelung.

Michael S., Leser_In

Tragische Lebensgeschichten mit gutem Ende fördern positive Gedanken. Ich würde mir wünschen an solchen teilzuhaben, um selber wieder positiv in die Welt zu blicken.

familie-polke@web.de, Leser_In

Herpes

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Was verbindet uns?

Wir gegen die – dass ist das altbekannte Muster. Warum fokussieren wir eigentlich immer zuerst die Unterschiede? Welche Gemeinsamkeit haben Sie mit Ihnen persönlich völlig Fremden?

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Donata Hogel, Leser_In

Wir müssen den Mut aufbringen, den Menschen aufrichtig in die Augen zu sehen und uns nicht wegzuducken.

Thomas Kollmann, Leser_In

Kulturübergreifend ist man mit den Menschen verbunden, die sich für das Gleiche engagieren. Das kann der Erhalt des Regenwaldes sein, der Einsatz Menschen medizinische Hilfe in Krisenregionen zu gewähren oder auch im Wohnviertel ein Projekt zu starten. Wenn Menschen zusammenkommen, ob physisch oder virtuell, um gemeinsam an einer Sache zu arbeiten, Zeit in etwas investieren, an deren Sinn sie glauben, dann verbindet dies weit mehr als eine gemeinsame Sprache oder das gleiche Herkunftsland.

Melanie Müller, Leser_In

Was verbindet mehr als das gemeinsame Lachen? Eine ulkige Situation, dann dieser Blick zwischen zwei Menschen und plötzlich können sie man nicht mehr und müssen sich krümmen und laut losprusten. Bei Jugendlichen findet man das ganz häufig, aber glücklicherweise auch noch bei Erwachsenen. Tränen in den Augen vor Lachen, sie wollen aufhören, weil es sich nicht schickt, aber es geht nicht. Immer wieder kommt das Lachen raus, alles ist so todwitzig. Und es kann sogar soweit gehen, dass danach eine für sich alleine noch an die Situation denkt und mitten auf der Straße loslachen muss, doch ist man dabei mit der Person verbunden, mit der man gelacht hat.

Frauke Zerwich, Leser_In

Es sind die gemeinsamen Erlebnisse, die einen mit anderen Menschen verbinden. Wenn man einmal gemeinsam auf einer Skitour unterwegs war, die Gruppe hat sich verfahren und man muss den Berg wieder hinauf. Keiner hat mehr Kraft, doch im Wechsel legt man die Spur und jeder aktiviert noch einmal alle Energiereserven. Die Gruppe quält sich hoch und erreicht am Abend sicher die Hütte. Solche Tage verbinden für immer.

Nicolas Schulz, Leser_In

Uns verbindet, dass wir alle Menschen sind. Ich bin stolz, dass Deutschland viel Kraft aufbringt um Menschen zu helfen die Hilfe benötigen. Ebenso ziehe ich den Hut vor den Menschen die selbstlos immernoch jeden Tag diese Hilfe leisten. Ich würde mir wünschen, dass dieser Kurs weiter aufrecht erhalten wird.

Merlot, Leser_In

\"Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 100-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Dezember 2014 (BGBl. I S. 2438) geändert worden ist\" Art 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Polke, Leser_In

Glaube Liebe Hoffnung Toleranz

David Lambrecht, Leser_In

Gemeinsamkeiten ergeben sich mit Menschen aus scheinbar völlig fremden Kulturkreisen, und wenn es nur das beiderseitige Interesse am Dialog ist. Gespräche mit Afghanen und Indern erweitern nicht nur den eigenen Horizont, wenn sie uns Deutschen von ihren Heimatländern erzählen. Man erfährt zugleich, wie die eigene Heimat in den Augen der Fremden aussieht. Ein Blickwinkel, der sensibilisieren und auf Defizite in unserer Gesellschaft aufmerksam machen kann. So berichtete mir ein Inder, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt, dass die Menschen, denen er auf der Straße begegnet, so freudlos wirkten, als ob sie eine Last mit sich herumtrügen. Verbindend wirkte hier vielleicht schon ein (erwiedertes) Lächeln. Alle Menschen verbindet, sofern die materiellen Grundbedürfnisse befriedigt sind, der Wunsch nach Respekt und Anerkennung. Verbindend und verbindlich sein sollte weltweit - unabhängig Kultur und Religion - Immanuel Kants Kategorischer Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Karsten Holzner, Leser_In

Jeder Mensch auf dieser Erde möchte glücklich und zufrieden leben.

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Wie viel Arbeit ist gesund?

Yoga-Wohlfühl-Arbeitsstil mit Balance prallt auf 60-Stunden-Woche mit Leistungsdruck. Die Arbeitswelt scheint gespalten in zwei Denkschulen. Was ist zu wenig, was zu viel Einsatz für den Arbeitsplatz?

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Anna-Maria Kunze, Leser_In

Wenn die Arbeit Spaß macht, kann ich auch ein Wochenende durcharbeiten. Ich mache aber schlapp, wenn ich 17 Tage keinen freien Tag haben konnte.

Marco Herdenfeld, Leser_In

Was ich immer noch nicht verstanden habe, ist die Berechnung des Renteneintrittsalters. Frauen leben gesünder und werden älter. Warum müssen vor 1952 geborene Frauen dann nicht mindestens genauso lange arbeiten wie Männer?

Natascha Grubinger, Leser_In

Die wenigsten Deutschen können wegen physischer Beschwerden nicht mehr arbeiten. Der Rücken leidet durch das ständige Sitzen vor dem Computer, aber auch in der Freizeit.

Horst Sägenhein, Leser_In

Ich habe vor 32 Jahren ein Firma gegründet und würde nun, mit 70, gerne meinen wohlverdienten Ruhestand einläuten. Aber keines meiner Kinder wollte die Firma übernehmen und es ist nicht leicht, in einer Kleinstadt einen geeigneten Nachfolger zu finden. So muss ich wohl, obwohl meine Gesundheit nach mehr Urlaub und kürzeren Arbeitszeiten verlangt, weiter arbeiten, bis sich eine Lösung findet. Denn mein Lebenswerk einfach wegwerfen, das will ich auch nicht.

Samira Drosster, Leser_In

Ich wünsche mir eine gerechtere Aufteilung der Arbeitsjahre zwischen den Generationen. Wenn der Jahrgang derjenigen, die wie ich in den 1980er-Jahren geboren wurden, noch 50 Jahre Arbeitsleben vor sich hat, dann graut mir nur noch vor der Arbeit. Früher haben sich die Menschen noch auf die Rente gefreut. Wenn sie in so weite Ferne gerückt ist, sucht man sich andere Möglichkeiten, dem Arbeitsalltag zu entfliehen.

Matthias Wagner, Leser_In

Es hängt vor allem damit zusammen, was wir arbeiten. Obwohl, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass man bei einem Aushilfsjob auf dem Bau, ohne es zu wissen, mit Asbest gearbeitet hat, war jede Minute zu viel!

Hilde Fröhlbach, Leser_In

Wie viel, das hängt meist von unseren Lebensumständen ab, wie beispielsweise ob wir noch Verwandte pflegen oder Kinder großziehen. Aber Arbeit dient auch unserem Selbstwertgefühl, wir bekommen Anerkennung durch den Beruf, wir sind in den meisten Berufen im Austausch mir anderen Menschen und das tut uns gut.

Max Springer, Leser_In

In Deutschland definieren sich immer noch die meisten durch ihren Job. Dabei lebt es sich auch ganz wunderbar, wenn man andere Schwerpunkte setzt und im Beruf nur soviel Energie einsetzt, damit man seinen Unterhalt bestreitet kann. Denn was hat man davon, wenn die Zeit fremdbestimmt ist und man als Entschädigung Geld bekommt, das die meisten dann doch für Konsumgüter ausgeben. Und diese schaden letztendlich auch noch unserer Erde. Soll ständiges Konsumieren für unsere Gesellschaft also wirklich besser sein? Immer noch erfährt der teure Kurztrip in die Südsee mehr Anerkennung als viele lange Spaziergänge im heimischen Wald. Das kann ich nicht nachvollziehen. Man könnte behaupten, jemand, der wenig arbeitet, würde seine Energien verschwenden, weil er sie nicht bis zum Anschlag hergibt. Aber würde man über diejenigen Indianer, die nur so viele Büffel getötet haben, wie sie tatsächlich zum Leben brauchten, auch sagen, sie seien Faulpelze? Hier bewundern wir plötzlich den Willen, sich einzuschränken, sehen es als nachhaltig an. Und das Arbeit selten einen tieferen Sinn gibt als Freundschaft und Liebe, wie alles, was man sonst nur erfahren kann, wenn man auch Zeit dafür hat, haben zum Glück dann doch die meisten gemerkt.

Tadde, Leser_In

Der Druck ist da, ja. Und es ist schwer sich dem zu entziehen. Dennoch wir können uns glücklich schätzen, dass wir so leben können wie wir es. tun. Hier kann jeder jederzeit sagen: \"Ich kündige, ich mache jetzt was neues.\"

SchülerInnen der LG IV Oberstufe, Jahrgänge 8 bis 10 an der Montessori-Schule im Olympiapark, München, Leser_In

Ich glaube, wir werden teilweise ziemlich überlastet. Auch, wenn man denkt: „Ach, das passt schon mit sechs, sieben Stunden pro Tag.“ Denn letztendlich ist es in der Gesamtsumme schon viel und das könne wir nicht sehen, weil wir so in unserem „zu wenig Geld“, „keine gute Leistung“, … vertieft sind. So denke zumindest ich. Für mich persönlich sind 60 Arbeitsstunden pro Woche zu viel. Zu wenig gibt’s nicht wirklich, zumindest nicht so deutlich, wie zu viel Arbeit. Dass ich selber zu viel arbeite, erkenne ich, wenn ich irgendwann genervt, müde und total kirre bin. Irgendwann bekomme ich kaum noch was von außen mit. Wenn ich zu wenig arbeite, habe ich einfach ein schlechtes Gewissen und denke mir: „Oh Mist, ich muss noch so viel machen. Verdammt!“ Dann mache ich mir Stress und nehme mir mehr vor. Ich selber brauche keinen Druck von außen, um zu arbeiten. Mich z. B. motiviert der Spaß an der Arbeit, oder dass ich mich auf etwas freue, wenn ich fertig bin oder so. Da gibt es viele Möglichkeiten. Ich denke, wir könnten total ohne Druck auskommen, wenn wir mal nach unseren Wünschen gehen würden und nicht danach, wie viel man verdient oder so. L. Sch. Ich denke, zu wenig Einsatz ist, wenn man z. B. eine Arztpraxis hat und nach zehn Patienten an einem Tag Urlaub macht. Zu viel ist, wenn man am Tag 60 Patienten behandelt und dann höchstens am Sonntag mal frei hat. Ich merke, dass ich zu wenig arbeite daran, dass mir langweilig ist und wenn ich zu viel arbeite, werde ich gestresst. Ich glaube, ich brauche keinen Druck von außen, um zu arbeiten, Ohne Druck hat man weniger Stress und mich motiviert, dass ich für mich selber lerne. L.B. Ich denke, man sollte so viel arbeiten, damit man gut mit dem verdienten Geld leben kann. Aber man sollte beachten, dass man genug Zeit für Freundin, Freunde und Familie hat. Außerdem sollte man sich nicht zu viel stressen und sich auch \'mal eine Auszeit gönnen. Ob ich zu viel oder zu wenig arbeite, erkenne ich daran, ob ich genug Zeit mit meinen Freunden verbringe. Außerdem schaue ich, ob ich mit meiner Arbeit hinten dran oder vorne weg bin. Ich denke, Menschen brauchen keinen Druck, um zu arbeiten. Mich motivieren Langeweile und dass ich Geld verdiene, mit dem ich Dinge kaufen kann. Es gibt genügend Menschen, die auch z. B. ehrenamtlich arbeiten, um anderen zu helfen. L. Sch. Zuviel Arbeit ist, wenn man jeden Tag voll konzentriert arbeitet, keine Pause macht, aber viele Überstunden. Zu wenig Arbeit ist, wenn man keine Lust hat, etwas zu tun und manchmal die Arbeit schwänzt. Man findet heraus, ob man zu viel oder zu wenig arbeitet, indem man sich anschaut, was man schaffen wollte oder sollte und was man davon tatsächlich geschafft hat. Manche Menschen brauchen vielleicht ein wenig Druck. Mich persönlich motiviert, wenn ich überlege, was ich später \'mal erreichen will. M. P. Zu viel ist es, wenn man keine einzige andere Beschäftigung (Freizeit) hat außer dem Arbeiten. Und zu wenig ist es, wenn man mit allem in der Arbeit nicht hinterher kommt. In der Schule erkennt man, ob man zu viel oder zu wenig arbeitet an den Testergebnissen. Mich motiviert die Vorstellung meines späteren Lebens, denn alles, was ich später machen möchte, setzt einen Abschluss voraus. Q. H.

Polke, Leser_In

Auf Arbeitnehmer wird immer mehr Druck ausgeübt Leistung zu bringen und ersetzbar zu sein. Die Wertschätzung des einzelnen sinkt im modernen Führubgsstil dramatisch, da ausschließlich kurzfristige Ziel zählen.

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Wo bleibt der Genuss?

Selten geben wir und mit allen Sinne etwas hin. Dagegen wird ein Genussmittel allzu (mehr …)

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Peter Burgard, Leser_In

Auf der Strecke der Jagd nach viel und billig.

Brigitte Bonifer, Leser_In

Der Genuss bleibt nicht auf der Strecke: er ist nah und gehört zum Alltag: Selber kochen, viele Gemüse, frische Zutaten und ich weiß, was drin ist! Dazu ein leckeres Glas Wein, Genuss im Alltag!

Franziska Wolffheim, Leser_In

Man kann Schokolade sehr langsam essen, sozusagen in Zeitlupe. Man lässt ein Stück auf der Zunge zergehen, wartet ab, wie es langsam schmilzt, schmeckt immer wieder hin und versucht, möglichst genau den Geschmack zu bestimmen. Blumig, nussig, karamellig, würzig? Wie hoch ist der Kakaogehalt? Probiert man erst ein Stück mit 35 und danach eines mit 75 Prozent Kakao, ist das wie Wechselduschen: Der Unterschied ist krass. Die Spanne zwischen süß und bitter erweist sich als immens. Man könnte sogar über den Geschmack von Schokolade meditieren, ganz fokussiert, ohne währenddessen andere Reize aufzunehmen. Dabei verstreichen die Minuten, die Schokolade gibt den Takt vor, man braucht eben so lange, bis sie geschmolzen ist. In dieser Zeit hätte man auch eine ganze Tafel Schokolade essen können oder sogar zwei. Aber warum? So ist es doch viel schöner, und der Magen ist kaum gestört in seiner meditativen Ruhe.

Stephan Averdung, Leser_In

Der Genuss bleibt da, wo ich genieße, mit der Familie Ruhe und Zeit zu haben.

Monika Menzel, Leser_In

Alles hat zwei Seiten, von denen aus man die Dinge betrachten kann. Das bekannte halb leere oder halb volle Glas. Ein tiefsinniger, intellektueller Mann? – Der kann doch nicht mal einen Witz erzählen! Was hat das mit Genießen zu tun? Es ist Abend und meine Kinder liegen im Ehebett rechts und links neben mir, ich in der Besucherritze. Die Vorlesezeit ist gerade vorbei und es beginnt unser Einschlafritual. Wie jeden Abend vergräbt mein Sohn seine Hand in meinen Haaren, zieht an einer Strähne, die er sich um den Finger gewickelt hat. Meine Tochter greift mein Ohrläppchen und knubbelt sich so in den Schlaf. Das kann schon mal dauern. Ich könnte jetzt mit der Tagesschau etwas für meine Bildung tun. „Mein Abend ist mir heilig. Es ist der einzige Moment am Tag, an dem ich für mich Zeit habe.“ Ich habe auch lange so gedacht. Mittlerweile bin ich ganz in diesem Moment, im Hier und Jetzt. Ich konzentriere mich mit allen Sinnen auf die Nähe zu meinen Kindern, auf die weichen Haarstoppeln meines Sohnes, den Geruch, das Schmatzen meiner Tochter. Ich mag es, zu hören, wie ihr Atem gleichmäßiger wird und die Kinder in den Schlaf gleiten. Wie der Griff sich vom Ohrläppchen und aus meinen Haaren löst. Den Beginn des Tatorts habe ich auch verpasst, reinschauen lohnt jetzt nicht mehr. Doch der Tatort läuft auch noch in 10 Jahren und die Tagesschau hole ich morgen früh im Auto mit der Presseschau nach. Die Zeit mit den Kindern ist kostbar. Oxytocin ist mein Rauschmittel.

Nessa Altura, Leser_In

Wo bleibt der Genuss? Der höchste Genuss ist das, was auf das Ausschalten von permanenter Anregung folgt. Letztere nämlich macht die Sinne stumpf. Langeweile ist der Auslöser von Kreativität. Und die zulassen zu können ist Genuss.

Anonym, Leser_In

Ich genieße, wenn ich mit nahe stehenden Menschen etwas ganz alleine genießen kann: Das Baden in einem stillen menschenleeren Moorsee, der Besuch von Museen, wenn wenn so gut wie keine Besucher sich in den Ausstellungen befinden, die drängeln laut kommentieren und einfach nur stören, oder Wanderrn in den Bergen und die Gipfel und Fernsicht genießen, ein gutes Essen mit Freunden und Freundinnen mit raffinierten Zutaten, deren Aromen nachgespürt werden kann, etc.

Claudia Heinrich, Leser_In

Schon Paracelsius sprach von der richtigen Ration der Dinge. Genussmittel...? Heute nur noch in extremen Sprachwendungen zu finden: Saufen, Quarzen und eh alles Sucht!

Claudia Heinrich, Leser_In

Der Genuss bleibt meistens versagt und er wird gesellschaftlich gerade abgeschafft. Es gibt nur noch Arbeit, Karriere,Fitness und Gesundheitswahn und das Altern wird verzögert, solange, bis der Tod heilbar ist. Darüber wird das LEBEN und der Genuss dessen und aller Dinge, die das LLEBEN ausmacht völlig vergessen. Schade, aber auch gut, dass ich der Generation angehöre, die noch genießen kann!

Klaus Katzenberger, Leser_In

Ganz individuell, mit anderen etwas schönes teilen, ein Erlebnis, ein Essen gemeinsam zubereiten und verzehren. Dabei spielt schon auch ein entspanntes Zeitverständnis eine große Rolle.

Markus Klemenz, Leser_In

Slow food, vegan leben und/oder Fleisch vom Bauern deines Vertrauens, heimischen Wein geniessen, wandern vor der Haustür (wir leben an einem Mittelgebirge), kochen mit Freunden und Kindern. Aber bitte: Küssen mit der (seit 20 Jahren) Liebsten ist immer noch Rausch, und mehr…

Erika Altmann, Leser_In

Da ich nicht mehr berufstätig bin, genieße ich, daß ich gesund bin und sehr gut meine Grenzen wahrnehmen kann was Alkohol und Essen betrifft. Der Verzicht gibt mehr Raum für Muße.

Karsten Holzner, Leser_In

Ich mache regelmäßig einen Termin mit mir selbst! Denke nach was gut, was schlecht läuft, setze negativen Gedanken gezielt positive entgegen und genieße diese. Einmal die Woche gönne ich mir etwas Besonderes: Lieblings-Café, Konzert, Theater oder Einkaufsbummel.

Sven Kaatz, Leser_In

Genießen ist immer subjektiv. Ich für meinen Teil genieße es, wenn ich Zeit finde, zur Ruhe zu kommen und den Alltag Alltag sein zu lassen. Dabei kann ich mich erden und mir bewußt machen, was ich eigentlich im Leben anstrebe. Danach habe ich wieder Kraft für neue Herausforderungen. Wenn das kein Genuß ist.

Heiner Kausch, Leser_In

Wohl dem, der eine Passion, eine Leidenschaft hat, oder sogar zwei, vielleicht sogar drei. Ich kann auch mit 70+ Jahren noch genießen, wenn ich aktiv die Augen schließe und dann passiv mich in oder von meiner Lieblingsmusik versenken lasse. Oder wenn ich mein Segelboot so getrimmt habe, dass ich - jetzt ohne in der Tiefsee zu versinken - von der Naturgewalt Wind über die Ostsee getrieben auf den Wellen ins Gleiten gerate. Da rauscht dann nicht nur das Meer, da rauscht`s auch in mir. Genuss stellt sich bei mir dann ein, wenn ich durch eine meiner Leidenshaften in eine Trance gerate, die mich für einen Zeitraum aus dem Alltag entführt und meine Genusssaiten in Schwingungen versetzen. Da hab ich ihn dann, den Genuss, der über die Trance hinaus ein wenig weiter wirkt und mich motiviert, meine Leidenschaften auch jetzt noch (im Alter) zu pflegen, sowei ich dazu in der Lage bin.

Rainer Baudermann, Leser_In

Für mich ist mein Fahrrad und seine Betätigung immer wieder ein Genuss. Selbst wenn ich mal weniger Lust und Motivation habe: Sobald ich aufgestiegen bin und die ersten Kilometer hinter mir habe, wird mir warm und auch an stressigen Tagen kommt automatisch ein Wohlgefühl auf – und die Erkenntnis: (Körperliche) Anstrengung und seelischer Genuss liegen oft nah beieinander.

Jürgen Simon, Leser_In

Genuss ist für mich mit Zeit und Hingabe verbunden. Bin ich allein im Wald oder in der Natur, gebe ich mich mit allen Sinnen hin, sehe, höre, rieche und staune. Außer dem Genuß der Stille genieße ich aber auch immer wieder Musik, weil ich auch beim Musikhören wunderbar zur Ruhe und zum Ineehalten komme.

Herberrt, Leser_In

Die Frage macht mir bewusst: Dümmer dich um das Genießen.

Wolfgang Unglaub, Leser_In

Wer auch immer gesagt hat \'Wer nicht zu genießen vermag, der wird ungenießbar\', er hat definitiv recht. Genießen hat viel mit Muse, mit Innehalten, mit Konzentration, mit Abkehr vom Alltag zu tun. Dazu sind viele Menschen nicht (mehr) fähig. Ein Verlust, der mit dem Verlust von Lebensqualität einher geht...

Dieter Burghaus, Leser_In

Genuss setzt die Kenntnis der Grenze zwischen Großzügigkeit und Verschwendung voraus.

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Was definiert unseren Stil?

Der Architekt in schwarz gekleidet, der Boxer vollkörpertätowiert und der Mittsechziger im Rausch seiner Jugendmusik. Alles nur Klischees? Verraten Sie uns, was Ihren Stil prägt.

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Merel Biebel, Leser_In

Stil hat vor allem etwas mit der eigenen inneren Haltung zu einem selbst zu tun. Stil zu haben bedeutet sich selbst zu kennen und erfordert persönliche Reife, dann überträgt sich diese Haltung auch nach außen. Guter Stil drückt aus, wie man sich selbst nach außen hin präsentiert, auch wie man sich zu artikulieren vermag, aber ebenso welche Entscheidungen man sich traut zu treffen und wie bewusst man sich zu eben diesen bekennt. Sich zu zutrauen individuell und eigen zu sein, selbstbestimmt und präsent zu sein. Stilvolle Menschen, die mich vor allem im Heranwachsen beeindruckten, waren durch ihre Ausstrahlung und ihr Verhalten oftmals anders als die Masse und in ihrem \"in-sich-ruhen\" auf eine unbeängstigende Art überlegen, da es ihnen unwichtig erschien, wie andere urteilen. Ein schöner Ausdruck von Stil ist Mode, Design, Kunst, Musik, Essen und Sprache und die Neugierde diese immer wieder und in verschiedenen Kulturkreisen neu für sich zu entdecken und zu interpretieren. Mode, eine für mich wichtige Ausdrucksform ist wie Musik, nicht jedes Stück passt zu jeder Stimmung und zu jedem Anlass. Stil erfordert die Wahl und eben auch das Selbstbewusstsein sich mit der nicht optimalen Wahl im Einklang zu befinden und sich offensichtlich damit gut zu fühlen.

Peter Burgard, Leser_In

Dass wir ihn verloren, den Verlust noch nicht bemerkt haben, folglich auch noch nicht auf dem Fundbüro waren.

Brigitte Bonifer, Leser_In

Unser Stil? Meinen Stil definiere ich selbst und weiß, denke ich, inzwischen recht gut, was ich will und was zu mir passt. Anders fühle ich mich nicht wohl und das wäre schlecht!

Beate Martin, Leser_In

Mein Stil ist geprägt durch Form, Farbe, Funktion und ob mich etwas ästhetisch anspricht. Mein modischer Stil ist auch geprägt durch die Qualität des Materials und der Verarbeitung. Manchmal ist es aber auch ein Bauchgefühl, das nicht so einfach zu erklären ist, z.B. in der Kunstbetrachtung. Da folge ich nicht der Maxime \"Kunst kommt von Können\".

Lena Dietz, Leser_In

Ich versuche nicht jeder neuen Mode hinterher zu rennen, sondern das zu finden, was meiner Persönlichkeit entspricht und sie positiv unterstreicht. Mode soll zu mir passen und mich schöner machen. Den eigenen Stil zu finden, ist nicht einfach. Was hab ich nur als junges Mädchen alles ausprobiert auf der Suche nach meinem Stil – ganz furchtbare Dinge, z.B. schulterfreies Kleidchen mit Stöckelschuhen, Stilmix mit DocMartins und Minirock, etc… Das optimale Ergebnis – also der Stil, der zu einem passt und uns glücklich macht – ist oft jahrelanges mühseliges Ausprobieren. Erkennen, was zu einem passt und was nicht, ohne sich verstellen zu müssen – das ist es, was einen guten Stil ausmacht.

anonym, Leser_In

Stil bedeutet, sich frei zu machen von externen Zwängen und schöne bzw. praktische Dinge ungezwungen und modisch zu kombinieren.

Nessa Altura, Leser_In

Was definiert unseren Stil? Der erste und der letzte Eindruck seien entscheidend, heißt es. Der erste ist wahrscheinlich optisch - da zähle ich auf den kleinen, feinen Stilbruch in der Gesamterscheinung. Und der letzte? Zum Stil gehören auch Manieren, Takt und Ton. Die nehmen Bezug auf das Gegenüber.

Anonym, Leser_In

Elegant und schlicht, reduziert. Nicht grell sondern stimulierend und harmonisch mit einem kleinen Widerspruch.

Eva Lücke, Leser_In

Ich denke, unser Stil wird, ob nun mit oder ohne Absicht von der jeweiligen Moderichtung beeinflußt. Schließlich kleidet sich ja niemand mehr so, wie in den goldenen 20er Jahren. - Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen und fast solange, wie ich zur Schule ging (bis 16/17 Jahre) hat meine Mutter, die Schneidermeisterin war, für mich genäht. Ich hatte mich also daran gewöhnt, \'Einzelstücke\' zu tragen. Darauf habe ich auch später Wert gelegt, soweit es mein Konto zuließ. Natürlich ziehe ich auch heute als Rentnerin noch Jeans und T-Shirts an, aber wenn ich eingeladen bin oder ausgehe, achte ich immer darauf, dass ich meinen bevorzugten Stil \'schlichter Eleganz\' einhalte, auf jeden Fall meinem Alter entsprechend gekleidet bin, nicht unmodisch oder farblos, jedoch nicht etwa mit Super-Minirock oder hauteng oder durchsichtig. Das war auch früher nicht so meine Richtung. Gern habe ich aber jede Mode mitgemacht, sofern sie mir gefallen hat.

Klaus Katzenberger, Leser_In

Bitte keine Schubladen mehr wie in Ihrer Frage. Stil ist individuell, ja auch 60 jährige hören R and B die Musik der eigenen Kinder. Warum nicht? Schließlich haben die Kinder ja auch mit der Musik der Eltern zu hören begonnen. Auch Rentner tragen Farben, nur gut dass die grau, beigen Damen und Herren immer weniger werden. Also bei Stil Mut zum eigenen Geschmack ein ganzes Leben lang. Damit ist sicher auch Wolfgang J. einverstanden.

Markus Klemenz, Leser_In

Stil ist bewusst kleiden, lesen und politisch bilden, mit Freunden Politik diskutieren, Musik hören und tolerieren, tolerante Ideale bilden und vorleben, kritik äussern und vertreten.

Erika Altmann, Leser_In

Mein eigener Stil wird durch innere Haltung geprägt. Da ist kein Platz für Klischees.

Heiner Kausch, Leser_In

Das frag ic h mich selber des öfteren, was denn mein Stil ist.. Eine Stilikone bin ich ganz sicher nicht, zumindest wüsste ich nicht, für was bzw. wen. Allenfalls für Gleichaltrige um die 70 Jahre, die es ebenfalls als etwas daneben erachten, sich als \"Berufsjugendliche\" zu gebärden. Nein, aber sicher keine Ikone! Das bedeutet für mich andrereseits nicht, dass ich mein Alter überbetone. Also: Ich lege Wert auf gepflegtes Aussehen, eher zeitlose, klassische Kleidung. In Gesprächen etwas \"weise\" wirken (Lebenserfahrung!) und ruhig mich zu beteiligen. Sicher understatement, was meine materiellen Attribute ( z.B. Auto, Wohnsituation und Einrichtung ) betrifft. Meine narzistischen Stilmerkmale, die ich gerne bei Gelegenheit \"anbringe\", beziehen sich auf Gebiete wie Internationalität ( relativ viel Übersee-Erfahrung), Literaturkenntnisse, zumindest Basisfakten bürgerlicher und politischer Bildung. Damit will ich punkten. Ob es mir gelingt, nicht angeberisch zu wirken? Darauf achte ich zumindest und hoffe auf Selbstkontrolle. Zusammengefasst: Stil äußerlich eher unauffällig, also kein besonderer. Im Auftreten Versuch weltmännisch - gebildet - vielseitig interessiert zu wirken. Und (noch) nicht zum Alten Eisen zu gehören, auch körperlich entsprechend noch konfiguriert. Halt ein typischer neuer 70er, der wie ein früherer 50er wirken möchte. Kann man das als Stil bezeichnen?

Dr. Michael Gläser, Leser_In

„Stil“ kann mehreres bedeuten: mein Aussehen, mein Verhalten, meine Art zu schreiben und vielleicht noch anderes. Nehmen wir mal mein Aussehen, wenn ich meine Wohnung verlasse oder zu Hause Gäste habe. Im Laufe meines Lebens hat es sich natürlich geändert. Je älter ich wurde, desto bewusster habe ich auf mein Aussehen geachtet. Das heißt aber nicht, dass ich mich immer raffinierter gestylt habe. Ich fange mal mit dem rein Körperlichen an. In den sechziger Jahren fühlte ich mich mit den Anhängern der Studentenrevolte verbunden und ließ mir einen Bart wachsen. Meinem Vater gefiel das überhaupt nicht, also musste der Bart wieder runter. Erst als ich dann mein erstes Geld verdiente und von ihm unabhängig war, ließ ich ihn wieder wachsen. Zuerst war es ein mittellanger Vollbart. Für kurze Zeit habe ich die Backen frei rasiert, es dann aber wieder wachsen lassen. Dahinter stand auch eine gewisse Bequemlichkeit, die mich vom täglichen Rasieren befreite. Dagegen stand allerdings die Pflicht, den Bart sauber zu halten. In den 80er Jahren – ich lebte damals in Frankreich – sah ich einen französischen Minister mit einem sehr kurz gehaltenen Vollbart, vielleicht 5, höchstens 10 Millimeter. Er sah damit verdammt gut aus. Das war für mich der Anlass, mir einen elektrischen Bartschneider zu kaufen und meinen Bart einmal wöchentlich auf ebendiese Länge zu stutzen – bis heute. Erst wenige Jahre später kam die Mode des Drei-Tage-Barts auf, die ich jedoch nicht kopieren wollte. Einen Modestil zu kopieren hasse ich eigentlich. Nun die Haare: In meiner Studentenzeit (60er Jahre) ließ ich mir die Haare lang wachsen, zunächst noch mit Scheitel. Als sich mein oberes Haar beträchtlich lichtete, entschloss ich mich für den Mittelscheitel. Die Art mancher Zeitgenossen, sich die Haare von dem immer weiter zur Seite rutschenden Scheitel über die Glatze zu kämmen, fand ich aberwitzig und abgrundhässlich. Als ich dann den Bart auf 5 bis 10 mm stutzte, habe ich mit dem Bartschneider auch gleich die verbleibenden Kopfhaare auf dieselbe Länge gekürzt – bis vor kurzem. Seit einem Monat lass ich die Haare wieder wachsen und warte ab, wie das vielleicht in ½ oder einem Jahr aussehen wird. Harald Schmid hat das ja auch mal gemacht. Falls es bei mir wie bei Guildo Horn aussehen wird, könnte es vielleicht so bleiben. Auf meiner letzten Pauschalreise (Rom) war eine Frau mit Haaren, die bis zu ihrem Gesäß reichten. Ich fragte sie, wie lange sie darauf warten musste, weil ich das auch vorhabe. Sie wusste es nicht, meinte aber, nach 10 Jahren könnte ich ja mal nachmessen. Der Rest des Körperlichen wären die Fingernägel. Seit ich ein Haus mit Garten besitze bzw. bearbeite, schneide ich sie immer sehr kurz und kontrolliere sie täglich auf ihre Sauberkeit. Das ist nun wohl schon viel zu lang für das +3 Magazin. Aber die Kleidung muss auch her. Auch mein Stil, mich zu kleiden, hat sich im Laufe meines Lebens gewandelt. Ich war natürlich immer auf die im Handel verfügbaren Waren angewiesen wie zum Beispiel die albernen Schlaghosen in den 70ern. Aber ein wenig Spielraum verblieb mir dennoch. Schon in jungen Jahren hatte mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht, dass ein Hemd immer sehr gut aussieht, auch in der Freizeit. Eine Kravatte habe ich im Berufsleben nur dann getragen, wenn es nicht zu vermeiden war. Erst jetzt, im Ruhestand, trage ich auch öfter mal ein schwarzes Polohemd oder auch ein schwarzes Hemd. Aber letzteres kommt mir manchmal vor, wie eine Stilkopie von Architekten oder anderen Künstlern. Blue-Jeans trage ich schon lange nicht mehr, sondern nur noch schwarze Jeans, mit Vorliebe die ganz schmalen und elastischen. Das hat auch praktische Gründe, denn ich fahre oft und gerne Fahrrad. Als sich meine Haare lichteten, brauchte ich in der kalten Jahreszeit eine Kopfbedeckung. In den 70er Jahren war es eine Schiebermütze, über die sich damals manche lustig gemacht hatten. Sie war für mich auch ein Zeichen meiner politischen Einstellung. Bei einigen Kollegen nannte man mich deshalb Thälmann. Irgendwann war diese Zeit vorüber und ich trage seit Mitte der 80er Jahre einen richtigen, meist schwarzen Hut. Anfangs wollte man mich mit Udo Lindenberg vergleichen, der aber nicht gerade zu meinen Favoriten gehört. Nach der Wende im Osten, wollte mir einer meinen Hut abkaufen. Seit kurzem habe ich mich entschlossen – wieder aus praktischen Gründen – öfter auch eine Schirmkappe zu tragen. Sie schützt die Glatze vor Kälte und vor allem die Augen vor der Sonne. Inzwischen besitze ich rund 10 Stück in Schwarz, Grau und Rot, drei sogar mit Ohrenklappen für den Winter. Meine Hutsammlung umfasst übrigens ca. 50 Stück, von schwarz über braun, grün, rot, beige und weiß. Nun die Schuhe. Mit Schuhen habe ich das Problem, dass es von 33 Sorten mal eine gibt, die an meine Füße passen. So ist die stilistische Auswahl sehr eingeschränkt. Seit etwa 2 ½ Jahren trage ich ein preiswertes Modell, das das bequemste meines Lebens ist. Ich jogge damit und trage sie auch sonst fast täglich. Auf meinen letzten Reisen, bei denen ich oft den ganzen Tag herumgelaufen bin, trugen sie sich, ohne meine Füße auch nur im Geringsten zu drücken, einzuengen oder ihre natürliche Funktion irgendwie zu behindern. Nur bei Regen trage ich andere, da sie nicht wasserfest sind. Der Sohle habe ich bereits das Profil abgelaufen und Steine haben Löcher eingegraben. Je länger ich sie trage, umso bequemer werden sie. Wie sie aussehen? Gelbe, an den Seiten hochgezogene Sohle, oben dunkelgraues Kunstgewebe, schwarze Schnürsenkel. Zum Glück hatte ich damals ein zweites Paar gekauft für den Fall, dass das erste irgendwann auseinanderfällt. Für besondere Anlässe habe ich noch ein schwarzes, aber auch bequemes Paar aus Elchleder, mein teuerstes Stück. Diese Marke soll auch Altbundeskanzler Kohl getragen haben, aber das erfuhr ich erst später.

Herbert, Leser_In

Meine Person definiert meinen Stil. Es ist das Resultat der Umwelteinflüsse auf mich und meine eigenwillige Eigenart.

Wolfgang Unglaub, Leser_In

Unsere Aussendarstellung reflektiert unsere Innenwelt. Das nennen wir \'Stil\'. Sind wir uns unserer Innenwelt nicht bewusst, so müssen wir unsere Aussendarstellung inszenieren. Was manche dann für \'Stil\' halten, ist schlicht lediglich Inszenierung...

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Wie egal ist uns der Klimawandel?

„Hast du schon gehört, die Welt geht vielleicht unter?“ – „Ja, hab ich. Wollen wir heute essen bestellen? Ich hab keine Lust zu kochen.“ Stößt die drohende Klimakatastrophe auf taube Ohren?

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Albert Hartl, Leser_In

Der Klimawandel ist mir nicht egal. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten politisch auf Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer einzuwirken, dass sie nicht nur von Gegemaßnahmen reden, sondern ihre Unterstützung der fossilen Kraftwerke und die Blockadehaltung gegen die erneuerbaren Energien zurücknehmen.. Wer das als zu naiv sieht, sollte sich bei Nichtregierungsorganisationen und online-Portalen umsehen. Da engagieren sich immer mehr Menschen, denen der Klimawandel nicht egal ist.

Wolfgang Millauer, Leser_In

Ich beziehe mich auf den Kurzbeitrag von Mojib Latif \"Mathe lügt nicht\". Hierin wird die Behauptung aufgestellt, dass die einzige Unsicherheit in den Voraussagen über eine zu befürchtende globale Erwärmung in der Abschätzung der Menge der zu erwartenden CO2-Ausschüttung besteht. Genau das geht aber doch an der Wahrheit vollständig vorbei. Die Wahrheit ist, dass man bis heute den quantitativen Einfluss von CO2 auf die Erderwärmung, die sog. CO2-Sensitivität überhaupt nicht kennt. Alle Versuche diese über Modelle voraus zu berechnen, sind doch kläglich gescheitert. Kein Modell konnte den Erwärmungsstillstand, den wir nun schon seit vielen Jahren haben, vorhersagen. Vieles von dem, was da an Prognosen bisher in die Welt gesetzt wurde, zum Teil meist Panik erregend, musste doch schon korrigiert werden. Frühere Prognosen für Jahre, die inzwischen schon der Vergangenheit angehören konnte man doch klanglos in die Tonne treten. Die gesamte Atmosphärenphysik ist viel zu komplex und in vielen Details bis heute unverstanden um eine Temperaturentwicklung bis zum Ende des Jahrhunderts zu prognostizieren. Genau solche Veröffentlichungen wie diese hier sind es, die mich gegenüber dieser sog. Wissenschaft und auch gegenüber solchen Wissenschaftler so maßlos misstrauisch machen. Da glaub ich kein Wort mehr. Klar, \"Mathe lügt nicht\", Klimawissenschaft ist aber auch keine Mathematik.

Lena Petri, Leser_In

diesen Herbst bin ich aus der Nähe von Frankfurt am Main nach Berlin gezogen, um dort Nachhaltiges Management an der TU Berlin zu studieren. Mir ist der Klimaschutz unglaublich wichtig und es sollte meiner Meinung nach im Kopf eines jeden Bürgers verankert sein, auf seinen Konsum zu achten und den Klimawandel nicht noch weiter voran zu treiben. Umso enttäuschter bin ich deshalb von den meisten meiner Mitmenschen, sieht man doch auf den Straßen fast jeden mit umweltschädlichen Plastiktüten herum laufen und viele Leute selbst die kleinsten Strecken mit dem Auto fahren. Irgendetwas muss sich grundlegend in den Verhaltensweisen der Menschen verändern, sonst sehe ich schwarz für das Erreichen des 2-Grad-Ziels. Nicht nur auf großer Ebene, etwa mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, muss Klimaschutz geschehen, sondern auch bei jedem unserer Mitmenschen zuhause. Hoffentlich wird bald eingesehen, wie wichtig es für die nächsten Generationen ist, unsere Welt nicht noch weiter zu zerstören und es wird nicht mehr so egoistisch und rücksichtslos gehandelt. Ich finde es toll, dass Sie mit Ihren Veröffentlichungen die Menschen zum Denken anregen. Weiter so!

Rita Schäfer, Leser_In

Der Klimawandel ist mir keineswegs egal, weil seine Folgen bereits jetzt Menschen im südlichen Afrika vor große Herausforderungen stellen, wie die Informationsplattform Africanclimatevoices dokumentiert. http://africanclimatevoices.com/ Hier kommen Afrikanerinnen und Afrikaner unterschiedlicher Herkunft und aller Altersgruppen zu Wort.

Peter Burgard, Leser_In

Aber was soll man machen, wenn man sein Kind selbst im Sommer nur mit einem Geländewagen in den Kindergarten bringen kann?

Sigrid Schulze, Leser_In

Den Klimawandel zu ignorieren ist eine Frage der Bildung, d.h. des Wissens um Zusammenhänge der Natur. Zugleich ist es das Ergebnis dessen, die eigene Natur zu ignorieren. Dies ganz konkret verstanden - da sich die Menschen in Industrienationen kaum noch als ein Teil der Natur begreifen - und auch im übertragenen Sinn gemeint - da sich viele der eigenen Bequemlichkeiten und eigenen Muster, der eigenen \"Natur\" zu wenig bewusst sind. Wenn ich sage, dass es eine Frage der Bildung sei, den Klimawandel zu ignorieren, meine ich, dass nicht jeder in der Lage ist, sich mit einer gewissen selbstkritischen Distanz zu sehen, sich also auch in einen historischen bzw. in einen geografischen Vergleich zu setzen. Die Fragen danach, wie meine Urgroßeltern gelebt, sich ernährt, gekleidet, gepflegt haben und dabei ein für ihr Verständnis gutes, verantwortungsvolles Leben führten, kann ein Korrektiv für eigene Gewohnheiten sein. Das Gleiche gilt für die Frage, wie Menschen, die in einer anderen Klimazone als Mitteleuropa ein gutes, verantwortungsvolles Leben gestalten und sorgen und für Nachhaltigkeit sorgen? Das Verständnis für die Ökonomie der Natur und ihr Potential an Nachhaltigkeit ist uns weitgehend abhanden gekommen. Nur wenige leben noch in engem Kontakt mit den Pflanzen oder Tieren, dem Gebirge oder der See, den Wiesen oder dem Wald. Vielmehr verstehen wir den Menschen zunehmend als ein Objekt der Mode oder als Akteure der Geldwirtschaft, nicht als Teil einer zu respektierenden und zu schützenden Natur. Wer sich Essen bestellt, wer kochen lässt und liefern lässt, war früher ein mächtiger, reicher Mensch. Durch das Internet beschäftigen wir heute, ohne mächtig und reich zu sein, die ganze Welt zur Befriedigung unserer Bedürfnisse - essen, lesen, einer Melodie zuhören. Sind wir so weltbewegend? Natürlich nicht! Und trotzdem üben wir Macht aus, zerstören Ökonomien, betreiben enormen Aufwand mit uns! Wo bleibt die Phantasie, der Wille zur Freiheit, zur Unabhängkeit? Wo die Freude an Individualität, an Intimität?

Brigitte Bonifer, Leser_In

Mir ist der Klimawandel nicht egal - Daher versuche ich, da wo ich Einfluss nehmen kann, entsprechend zu handeln. Wenn das jeder an seinem Platz Tür, erreichen wir, dass uns der Klimawandel etwas angeht, ziemlich viel!

Gerhard Bachleitner, Leser_In

Das Leben ist in einem für heutige Verhältnisse grausamen Klima entstanden. Spätere Klimaänderungen, u.a. durch geologische Vorgänge, haben Evolutionsschübe (nach Auslöschung einiger Arten) hervorgerufen und zivilisatorische Fortschritte ermöglicht. Die letzte große Eiszeit vor 21.000-17.000 Jahren reduzierte den Meeresspiegel um ca. 120 m, Wasser, das ihn nach dem Ende der Eiszeit vor etwa 12000 Jahren natürlich wieder anhob. Damals hätten die heutigen Zeitgeistagenten des Katastrophismus neben ihren Iglus mit Transparenten gestanden \"Rettet die Eiszeit!\" \"Rettet die Landbrücke zwischen Asien und Amerika!\" \"Wein am Rhein - Niemals!\" Natur ist kein zu konservierender absoluter, ewig gültiger Bestand, sondern ein Sortiment wechselnder Gegebenheiten, die ebenso Anpassung heischen, wie sie Umwandlung freistellen. Es kann sinnvoll sein, bestimmten absehbaren Folgen anthropogener Klimaveränderung gegenzusteuern, aber nur nach Maßgabe technischer und ökonomischer Rationalität, was in erster Linie heißt: Verhältnismäßigkeit. Die hierzulande propagierten und politisch oktryierten Klima\"ziele\" sind extrem unverhältnismäßig. Mit exorbitantem Aufwand - Dämmwahn, ökologisch verteuerte Bau- und Industrienormen und Lebenshaltungskosten, teure Photovoltaik auf sonnenarmem Gebiet usw. - werden minimale Einsparungsziele erreicht, während im Rest der Welt vielfach größere Einsparungsziele gar nicht wahrgenommen werden. J. Lovelock rechnete 2007 beispielsweise vor, daß in China alle 5 Tage ein Kohlekraftwerk in Betrieb gehe. In den USA wird nach wie vor ein verlustreiches 110V-Versorgungsnetz betrieben, von der flächendeckenden Verbreitung energiehungriger Klimaanlagen gar nicht zu reden. Die hiesige Hexenjagd gegen \"Klimasünder\" spielt also für das Weltklima nicht die geringste Rolle, dient nur dem in Deutschland eingeübten Wahn (nutzloser) Selbstanklage. Die Deutschen verstehen sich als Selbstbezichtigungsgemeinschaft. Energieverbrauch ist Sünde und darf natürlich nicht nur keine Lust bereiten, sondern nicht einmal rational organisiert werden. Man kapriziert sich in irrationalen Stromsparexzessen. Würde in Deutschland ein Verfahren zur Lösung des Energieproblems gefunden - der grüne Zeitgeist wäre dagegen und würde weiterhin fordern: Energie muß teuer sein. Deutsche wollen die Energiefrage immer als Selbstbestrafung verstanden und behandelt wissen.

Ludger Stroeker, Leser_In

Wir wissen: die großen Einflussfaktoren sind das wirtschaftliche Verhalten von Industrie und Handel, sowie das des weltweiten Konsums, vom Übermaß in den reichen Ländern bis zur reinen Existenzsicherung in der dritten Welt. Steuern könnten die sog. Klimagipfel, bislang mit relativ wenigen konkreten Maßnahmen. Gründe genug, um zu resignieren. Doch individuell können Zeichen gesetzt werden. Beispiel: viele Nebenerwerbslandwirte oder Kleinbauern, die inzwischen ihre Flächen nicht mehr selbst bewirtschaften und an Großbauern verpachtet haben, können ihren Grund und Boden zumindest teilweise in Naturflächen zurückführen (Wald, Wallhecken, Biotope, Streuobstwiesen). Ich hab‘s gemacht und bin täglich froh über das „zurück zur Natur“.

anonym, Leser_In

Überhaupt nicht. Es gibt viel zu viele Dinge, bei denen man sich auf einfacher Weise gegen den Klimawandel einsetzen kann. Dies umfasst u.a. die Autonutzung, die Lebensmittelnutzung (soweit möglich aus der Region) sowie die menschenwürdige und gesunde Herstellung von Kleidung, Spielzeug und Technik. Ziel ist der verantwortliche Konsum.

Erwin Thoma, Leser_In

Irgendwie machen wir die Augen zu - vor Realitäten die längst ablaufen. Aber es wird nicht mehr lange dauern und wir haben keine Wahl des freien Handelns mehr. Der Umbau der Wirtschaft und Industrie in Richtung Kreislaufwirtschaft und CO2 Neutralität ist unaufschiebbar. Das nicht nur aus ökologischen oder philosophischen Gründen. Die Kosten des Klimawandels werden exponentiell steigen und somit unser Handeln in diese Richtung erzwingen.

Nessa Altura, Leser_In

Wie egal ist uns der Klimawandel? Er ist uns nicht egal, aber wir schaffen es nicht, langfristige Ziele zu verfolgen. Was sich nicht unmittelbar politisch auszahlt (die nächste Wahl kommt ganz gewiss), wird nicht gemacht. Aufhalten wird man den Klimawandel so nicht, aber man könnte sich zumindest um Notfallplanungen kümmern, vorbereitet sein, Organisationsstrukturen schaffen. Dass es daran hapert, hat man jetzt in der Flüchtlingsfrage gemerkt.

Anonym, Leser_In

Der Klimawandel ist ein glogales Problem. Eigenverantwortung und Lebensstil müssen subjektiv harmonisiert werden. Das Klima hat sich auf der Erde immer gewandelt und war dadurch der Motor für Veränderung, die Mensch, Tier und Pflanzen nachhaltig verändert haben. Wir können den Ist-Zustand nicht einfrieren, sollten aber auch nicht die Veränderung künstlich beschleunigen. In diesem Dilemma steht jede Entscheidung.

Reinhard Lindenhahn, Leser_In

Es hat schon etwas Widersinniges: Je wärmer es wird, desto dicker wird unser Fell gegen den drohenden Klimawandel. Kaum sind die Medien voll von irgendwelchen aktuellen Ereignissen, schon geraten die wirklich lebensbedrohlichen Entwicklungen auf dieser Erde aus dem Blickfeld. Es ist so bequem, in dem Sinne unmündig zu sein, dass man die Verantwortlichkeiten den Politikern und den multinationalen Konzernen gibt. Dabei gilt heute mehr denn je ein Satz von Bertrand Russell: \"Keiner machte je einen größeren Fehler als jener, der nichts tat, weil er nur wenig tun konnte\".

Karsten Pohl, Leser_In

Uns, also uns allen, so scheint mir, ist der Klimawandel zielmlich egal. Dem einen oder anderen Individuum mag er etwas bedeuten und auch zu verändertem Verhalten führen. Doch wo, bitte schön, bleibt denn der Druck, den wir alle auf die - scheinbar in einer anderen Welt lebenden - Entscheider in Politik und Wirtschaft ausüben können? Die Ursachen sind seit jahzehnten bekannt, doch der eigene Vorteil ist erstmal wichtiger. Ist ja bisher immer noch gut gegangen. Ich habe wenig Hoffung, dass sich generell etwas ändert, bevor es uns klimatisch richtig an den Kragen geht. Nur ein bisschen öfter Radfahren hilft da nicht.

Klaus Katzenberger, Leser_In

Leider sehr egal, dabei denke ich nicht an \"Otto Normalverbraucher\", sondern an die sogenannten Entscheider. Beispiel: VW Abgasskandal, alle Welt spricht von Rückruf, Betrug, Technik. Keiner , von den Entscheidern sagt ein einziges Wort darüber wie der Dreck wieder aus der Luft gereinigt wird. Z. B. könnte VW und die anderen Hersteller mal 100 Quadratkilomter Regenwald am Amazonas aufforsten, wär doch was, oder?

Dr.-Ing. Gerd Eisenbeiß, Leser_In

Mehrheitlich sicher so egal wie seit je her. Denn nie in den letzten hunderttausend Jahren musste der Mensch seine Kurzsichtigkeit in Raum und Zeit in Frage stellen. So hat sich eben sein Hirn und seine Kultur entwickelt. Nun müssten wir alle an ferne Länder und Zukünfte denken, ihnen zuliebe auf manches verzichten: das ist ein Bewusstseinsschock! Viele beginnen, das zu verstehen, aber bei nur wenigen führt das bereits zu Änderungen des Verhaltens. Bitter, aber verständlich.

Markus Klemenz, Leser_In

Garnicht egal: Kinder zum Stromsparen anhalten und erziehen, Energiesparlampen verwenden, Fahrrad statt Kurzstrecke mit dem Auto, Heizung 2°C runter drehen, Urlaub vor der Haustür, Fliegen vermeiden, 100 km/h langen auf der Autobahn, Haus dämmen, Bäume pflanzen, etc. …

Erika Altmann, Leser_In

Der Klimawandel und mit ihr Klimakatastrophe wird kommen, bzw. ist schon da. Jeder kann dazu beitragen, Radfahren, statt Autofahren, Elektroauto kaufen, das Fliegen einschränken. Die richtige Politik wählen.

Jörg Trojan, Leser_In

Klimawandel ist einer der Faktoren, die unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen werden. Wie genau, ist noch für keinen absehbar. Da der Klimawandel globale Folgen haben wird, ist aus meiner europäischen Sicht die Ignoranz mancher Industriestaaten (China, USA, u.v.a.) bedrückend. Trotzdem kann auch der Einzelne durch den persönlichen Konsum einen wichtigen Beitrag leisten.

Martina Witten, Leser_In

Von der drohenden Klimakatastrophe wird immer wieder gesprochen, aber aber es folgen kaum Handlungen. Das Sparen von Energie wird nicht belohnt. Im Gegenteil, je mehr Strom und Gas ein Haushalt verbraucht, desto günstiger ist der Tarif. Die offene Einkaufsmeile in unserem Leipziger Hauptbahnhof ist klimatisiert- im Sommer angenehm kühl, im Winter warm temperiert. Fassaden, Denkmäler und Straßen werden oft die ganze Nacht beleuchtet. In der Weihnachtszeit wetteifern auch noch viele private Haushalte mit mehr oder minder geschmackvoller Weihnachtsbeleuchtung, vom Lichtermeer des Einzelhandel ganz zu schweigen. Es ist schick im Straßenrestaurant im Freien zu dinieren - natürlich auch, wenn es dafür eigentlich zu kalt ist- dafür gibt es ja Heizpilze. Es ist auch billiger und bequemer, mit dem eigenen Auto zu fahren. Konsequent kostenloser engmaschiger Nahverkehr würde die Abgasemissionen in den Großstädten und Ballungszentren deutlich mindern. Leider hat in vielen Städten die gute alte Straßenbahn ausgedient. Elektroautos sind keine dauerhafte Lösung, schließlich muss der Strom auch produziert werden- was ebenfalls zu Umweltbelastungen führt. Es müssten in den Städten mehr Radwege und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden, damit die Radfahrer gefahrlos ihr Ziel erreichen. Viele Lebensmittel in den Supermärkten werden durch die ganze Bundesrepublik gekarrt, frisches Obst, exotische Früchte und Blumen gelangen als Luftfracht zu uns. Ist es nicht an der Zeit, dass mehr vor Ort produziert wird und wirklich regional vermarktet wird? Kritisch sehe ich auch, dass viele unserer alten Autos, die die Abgasnormen nicht mehr erfüllen, in ärmere Länder exportiert werden. Die veralteten Fahrzeuge sind aber keinesfalls nur aus Europa. So wird zum Beispiel ein Großteil des öffentlichen Busverkehrs in Guatemala von ausgemusterten amerikanischen und kanadischen Schulbussen abgedeckt, die mindesten schon 40 Betriebsjahre hinter sich haben und die gewaltige Rußwolken ausstoßen. Ist uns der Klimawandel wirklich egal? Ist eine intakte Natur nur vor unserer eigenen Haustür wichtig?

Heiner Kausch, Leser_In

Keineswegs, schon aus beruflichen (Medizin) und partnerschaftlichen (Meeresbiologie) Gründen frühzeitig von diesem Thema angefixt bzw. damit befasst. Wenn das allerdings bedeuten sollte, dass ich danach lebe, dann nur mit sündigen Lücken. \"Es gibt kein richtiges Leben im falschen\" (Teddy Adorno), aber sicherlich könnte ich selber mehr tun oder danach leben, wenn ich konsequenter wäre. Zumal ich zu der Schicht gehöre, die sich das finaziell leisten könnte. Shame on me! Also gehöre ich zu den widersprüchlichen Menschen mit Schere im Kopf. Ich glaube den Warnern. Egal ist`s mir überhaupt nicht. Deswegen tue ich, was ich kann, immer öfter, immer mehr, z.B. Segel- statt Motorboot, innerstädtisch konsequent Radl statt Auto (hab aber einen alten Diesel!), kaum Fleischkonsum, bewusst energiesparsam zuhause. Immerhin, oder? Über die Sünden schweige ich lieber, obwohl ich mich da in guter Gesellschaft wiederfinde.

anselm Heiß, Leser_In

Da wir ihn nicht aufhalten können, können wir uns nur mit den Folgen beschäftigen. Z.Z. gibt es für mich wichtigeres.

Herbert, Leser_In

Begriffen wird die Klimakatastrophe schon, nur das entsprechende Handeln fällt so schwer.

roland dopfer, Leser_In

die meisten menschen haben nicht erkannt oder wollen nicht realisieren, was für probleme da auf uns zukommen, betrifft uns ja nicht mehr, also machen wir so weiter wie bisher. die temperaturen dieses jahr, die wasserknappheit im moment könnten noch ein weilchen andauern, dass auch der letzte am eigenen körper verspürt, dass der klimawandel bereits voll im gang ist. vielleicht hilft es ja weiter, wenn es wieder einmal verbote gibt, den garten zu wässern und das auto zu waschen, wie in amerika bereits mehrfach praktiziert.

Dieter Burghaus, Leser_In

Was für ein Traumwetter im November!

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Wer ist digital souverän?

Ihr Geschmack wird selbstständig weitergedacht, der Inhalt Ihrer Mails ausgewertet, die AGB sind zu akzeptieren und (mehr …)

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Tomas Schelp, Leser_In

Der, der Whats App und FB Messenger deinstallieren kann und trotzdem im Kontakt bleibt.

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Was bewegt den Mittelstand?

Schnell fallen die Schlagworte Arbeitskräftemangel, Steuerpolitik, Digitalisierung.

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Ulli Vogel, Leser_In

Der Mittelstand wird vor allen Dingen von den Mitarbeiter/innen des jeweiligen Betriebes bewegt. Behandelt die Unternehmerspitze ihre lohnabhängig Beschäftigten gut, zahlt sich dieses aus. Diese Erkenntnis wird kaum erkannt und oft zu spät umgesetzt. Gewinnen werden jedoch nur die, die ihren Mitarbeiter/innen vertrauen; ernsthaft vertrauen!

Marcus Laube, Gründer und Geschäftsführer der crossinx GmbH, Leser_In

Der Mittelstand in Deutschland sollte sich mehr an den Prozessen großer Konzerne orientieren, vor allem was die Internationalisierung und die dieser zugrundeliegenden Umsetzung der Digitalisierung angeht. Die Digitalisierung macht auch vor dem Mittelstand nicht Halt und es reicht nicht, nur einzelne Aspekte aufzugreifen und die Digitalisierung im eigenen Unternehmen nur in Teilbereichen voranzutreiben. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und international zu punkten, muss nicht nur der Vertrieb sich weiterentwickeln und mit der Zeit gehen. Auch die Finanzprozesse im Unternehmen müssen zeitgemäß aufgestellt werden. E-Invoicing ist bei vielen KMU mittlerweile ein etablierter Prozess, aber im nächsten Schritt muss ein Verständnis dafür geschaffen werden, dass ein umfassenderes Management aller Rechnungs- und Bestelldokumente für eine Prozessoptimierung und Kostensenkung im Unternehmen sorgt. Nur so lässt sich der zukunftssichernde Schritt in den internationalen Markt auf ein solides Fundament stellen. Gleichzeitig sind in KMU die Mittel zur Finanzierung der Auslandsexpansion nicht in dem Maße vorhanden wie in Konzernen. Daher ist es wichtig, alternative Lösungen für ein verbessertes Working Capital Management nutzen zu können. Dies kann über E-Rechnungen oder die Finanzierung von Rechnungen, zum Beispiel per Financial Supply Chain Management-Lösungen, erfolgen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklung zu unterstützen und bieten unseren Kunden individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen an.

Jochen Toppe, Vice President Product Management bei CoreMedia, Leser_In

Der Mittelstand hat derzeit einige Baustellen, an denen er arbeiten wird oder gar muss. Zuallererst ist da die große, über allem schwebende Digitalisierung, die natürlich auch vor mittelständischen Unternehmen nicht Halt macht. Der regelmäßig erscheinende Bitkom Cloud-Monitor zeigt beispielsweise ganz klar, dass besonders der Mittelstand immer stärker auf die Cloud ausweicht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auch kleinere Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben müssen, auch mit den Global Playern ihrer jeweiligen Branche. Cloud-Technologien sind, je nach Auftragsvolumen, wesentlich flexibler einsetzbar. Auch die Kostenmodelle sind transparenter und lassen sich individueller gestalten. Damit fällt ein Sorgenpunkt weg, nämlich der ständig notwendige und kostenintensive IT-Support im Unternehmen. Big Data spielt ebenfalls eine immer größere Rolle im Mittelstand. Kunden erwarten heutzutage, beispielsweise auch im Internet eine persönliche Beratung und individuellen Service zu erhalten. Daher müssen mittelständische Unternehmen lernen, wie sie ihre Kundendaten einsetzen, um herauszufinden, was ihre Kunden eigentlich wollen. Erst wenn sie ihre Zielgruppe wirklich verstehen, können sie die Geschäftsprozesse dementsprechend optimieren. Dies führt letztendlich zur dritten Thematik im Mittelstand: die Rekrutierung von passenden Fachkräften. Unternehmen, die wirklich verstanden haben, dass ohne eine digitale Transformation heute langfristig gar nichts mehr geht, benötigen qualifizierte Mitarbeiter, die Themen wie Cloud und Big Data verstehen und technisch umsetzen können. Es ist schwierig, die richtigen Leute für diesen Job zu finden, da die Nachfrage aktuell das Angebot übersteigt.

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Wie entsteht Nachhaltigkeit?

Es gibt viele Ansätze, wie verantwortungsvoll mit Ressourcen umgegangen  

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Walter Henle, Leser_In

Nachhaltig ist nur die Subsistzenzwirtschaft - jeder lebt von dem, was er von seinem Boden gewinnt. Sie wird entstehen, wenn alle Boden- schätze ausgebeutet sind. Dann hat die Industrie keine Rohstoffe mehr, sie bricht zusammen. Das wird das Ende der Zivilisation sein. Wann wird das sein? Schwer zu sagen, der Markt spielt da eine Rolle: Knappe Ressourcen sind teuer, dann wird manches Rohstoffvorkommen doch noch rentabel und wird ausgebeutet. Nicht vergessen: Altstoffe können verwendet werden, der Maschinenschrott des Zeitalters der Vergeudung wird lange für handwerkliches Werkzeug gut sein. Ich neige zu der Ansicht, dass schon im kommen nächsten Jahrhundert die Preise für Konsum- und Gebrauchsartikel steigen werden, z.T. exorbitant. So um das Jahr 3000 herum, da werden unsere Nachfahren wohl nachhaltig leben.

Carl-A. Fechner, Regisseur, Leser_In

Nachhaltigkeit entsteht durch die Erkenntnis: Jeder Mensch kann eine neue Energiewelt mitaufbauen und von ihr profitieren, jeder kann sich heute entscheiden, Energie zu sparen, seinen Stromanbieter zu wechseln und weniger Auto zu fahren. Jeder kann sich im Alltag zu nachhaltigem Handeln bekennen und sich dem Diktat der Kohle-, Öl- und Atom-Lobbyisten widersetzen. Gerade vor der UN-Klimakonferenz in Paris wollen wir visionäre Ideen vorstellen von Menschen, die heute schon an der Energieversorgung der Zukunft arbeiten. Mit der Verbreitung von Informationen, Geschichten und bewegenden Bildern können wir zeigen, wie eine nachhaltige Energieversorgung gelingt. Dieser Aufgabe habe ich mich als Journalist und Filmemacher verschrieben. So machen wir erlebbar, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen kann. Und wecken Mut einzutreten für die Botschaft: „Wir brauchen – und zwar jetzt – einen radikalen Umbau hin zur dezentralen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen.“ Carl-A. Fechner, Regisseur des Kino-Dokumentarfilms Power To Change – Die EnergieRebellion.

Indra Enterlein, Referentin für Umweltpolitik NABU, Leser_In

Nachhaltigkeit hat etwas mit uns selbst zu tun und ist gleichzeitig ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess. Es ist eine Einstellung, eine Idee wie wir gerne die Welt begreifen möchten. Ich würde mir mehr Mut vonseiten der Politik wünschen, hierfür einen sinnvollen Handlungsrahmen zu setzen. Unternehmen könnten durch kleine und große Veränderungen riesige Hebel bewegen. Bei der Abfallvermeidung sind aber auch wir Konsumenten gefragt. Da geht es auch nicht nur um Verpackungsmüll, an den man als erstes denkt. Auch wie viele Dinge wir produzieren und kaufen, wie wir sie nutzen und wie schnell sie im Müll landen, ist Gradmesser unserer Nachhaltigkeitsengagements. Denn Abfallvermeidung ist auch eine Einstellung. Zunächst hört sich das einfach an: Ich vermeide Abfall. Aber die Natur kennt keinen Abfall, sie lebt in Kreisläufen, bei dem aus genutztem Material wieder Neues entstehen kann. Bei einer gelebten Abfallvermeidung ist das Produktdesign der Anfang eines Prozesses. Die eingesetzten Materialien sind lange haltbar, gut reparierbar, natürlich schadstofffrei und werden am Schluss recycelt – und zwar so gut, dass sie wieder Ausgangsprodukt für etwas Neues sind. Die Nutzungsdauer und die schiere Menge an gekauften Produkten hat etwas mit uns zu tun. Mit unserem Lebensstil und der Art und Weise, wie wir Dinge benutzen. Ganz kurz und knapp sind meine Tipps: Kaufen Sie weniger, kaufen Sie hochwertig Kleidung, Geräte etc. und nutzen sie diese lange. Teilen sie Gegenstände, entweder in ihrer Nachbarschaft oder auf Mietbasis. Spenden oder verschenken und verkaufen Sie ausgemusterte Dinge, damit diese weiter genutzt werden können.

Christoph-D. Teusch, Leser_In

Nachhaltigkeit ist wie ein Würfel - alle haben ihn im Blick, sehen aber häufig doch etwas verschiedenes. Das ist aber nicht weiter tragisch, sondern sogar sehr gut. Jeder Mensch (und jede Organisation) muss für sich reflektieren, welche Themen für seine aktuelle Situation, für sein Milieu, für seine Lebensphase relevant sind. Das fängt beimWohnen an, geht über Mobilität und Reisen bis zum alltäglichen Konsum oder Konsumalternativen. Peter, 50 Jahre, 2 Kinder wird sicher andere Prioritäten und somit Verbesserungspotenziale haben (z. B. Mobilität: Hohe CO2-Emissionen durch tägliche Autonutzung) als, Lisa 19, Single, WG (Mobilität ist kein wesentliches Thema, da sie Fahrrad fährt).

Ilma Monßen, Leser_In

Nein so einfach ist es in dieser Zeit nicht mehr. Der Autor hat auch mit Sicherheit etwas anderes gemeint. Monumente zu erschaffen erzeugt keine Nachhaltigkeit sonder nur das Verhalten jedes Einzelnen wie er mit der Natur und deren Geschenke umgeht.

Peter Jagusch, Leser_In

Nachhaltigkeit können wir nur erreichen durch - Verlustfreie Rohstoffgewinnung: Eine Entnahme von Rohstoffen aus der Natur darf dort keine dauerhaften Schäden verursachen. - vollkommen geschlossene Wirtschaftskreisläufe: Ein Produkt muss am Ende seiner \"Lebensdauer\" wieder in die Stoffe zerlegt werden können, aus denen es produziert wurde. Oder es muss komplett \"erneuert\" werden können. - Ausschließliche Verwendung erneuerbarer Energien. Wer glaubt, das ginge nicht, der irrt. Wer glaubt, das sei zu teuer, der hat noch nicht verstanden, dass in einer endlichen Welt Wachstum auf Dauer nur nachhaltig funktionieren kann.

Gabi Köhler, Leser_In

Nachhaltigkeit entsteht von ganz alleine, indem wir Menschen uns weiter entwickeln, indem wir Monumente errichten, indem wir Werke schaffen, die unvergessen bleiben...indem wir einfach auf dieser Erde existieren und unsere \"Male\" hinterlassen.

Carsten Veller, Leser_In

Inne halten. Entschleunigen. Reflektieren. Kreisläufe beachten. Bekannte Wirtschaftsweisen über Bord werfen. Kreativ sein. Gemeinsam aktiv werden. An morgen denken.

Dr. Heidje Duhme, Leser_In

Sie entsteht zuallerst auf der Basis individueller Erfahrung des Einzelnen, indem er seine individuellen körperlichen, emotionalen und mentalen Resourcen erforscht. In „Bewusstheit durch Bewegung“ kann er die universell gültigen Grundlagen des Bio - logischen in sich entdecken und sein Potential entfalten. Das ökologische und ökonomische „Betriebsgeheimnis der Natur“ wird als plausibel und nachhaltig in der Wirkung erkannt und umgesetzt. Die Regenerationsfähigkeit eines /des biologischen Systems wird als Basis für Kreativität und Schonung von Resourcen subjektiv erforscht, vernetztes Denken angeregt und in Beziehung zu den Phänomenen der Umgebung gesetzt.

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Was bewegt uns fortschrittlich?

Befeuert von neuen Technologien und einem gewachsenen gruenen Bewusstsein ist die

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Sebastian Thissen, Leser_In

Mein Smartphone bewegt mich fortschrittlich! Ohne hohe Fixkosten für ein eigenes Auto kann ich über das Handy schauen, wo das nächste freie Auto steht, dass ich sogar ohne Schlüssel nur mit dem Daumen auf dem Display öffnen kann. Auf dem Weg zur Arbeit schaue ich in eine andere App, ob die Straßenbahn pünktlich ist oder ich den Kaffee noch in Ruhe austrinken kann. Selbst in der tiefsten Pampa finde ich so sicher den Weg zum Ziel. Das einzige Problem was man hier noch hat, ist die daraus resultierende Abhängigkeit vom Akku. Ohne Handy ist der moderne Mensch dann nicht mehr so smart und gefühlt wieder in die Steinzeit versetzt.

Gerd Heinemann, Leser_In

Je nach Berechnungsweise sind in Deutschland aktuell 1 bis 1,2 Millionen Verbraucher bei den 150 Anbietern von Carsharing angemeldet. Unsere Prognose zeigt, dass bis 2020 durchaus drei Millionen erreicht werden können. Dann würden etwa 50.000 kommerziell angebotene Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung stehen, gerade einmal 0,11 Prozent aller zugelassenen Autos. Chancen für eine positive Entwicklung sehen wir, wenn die Anmeldung einfach ist und Carsharing in andere Mobilitätskonzepte eingebunden wird. Das starke bisherige und das zu erwartende Wachstum bei den Nutzerzahlen zeigt auch, dass Carsharing absolut im Trend liegt und mehr ist als eine vorübergehende Modeerscheinung. Dieses Angebot passt in die Lebenswelt der onlineaffinen Menschen. Das Angebot funktioniert aber nicht überall und ist so insbesondere ein Thema für die dicht besiedelten Ballungsräume. Die Menschen wollen weiterhin ein eigenes Auto, das gilt auch für Großstädte, wo die Fahrzeugbestände immer noch wachsen. Auch wenn junge Leute weniger autoverliebt sind, bei veränderter beruflicher oder familiärer Situation tendieren diese weiterhin zum eigenen Auto. Ein kurzer Blick über 2020 hinaus zeigt: Technologisch ist es denkbar, dass dann selbstfahrende und alternativ angetriebene Fahrzeuge „On Demand“ zum Kunden kommen. Das muss dann nicht das eigene Auto sein. Und unsere Prognosen könnten dann schon ganz andere Nutzerzahlen für Carsharing kommen sehen.

Andreas Keßler, Leser_In

Die Bosse der Autoindustrie sagen in Sonntagsreden, daß der „deutsche Fahrzeugbestand schnell umweltfreundlich erneuert werden“ muß und meinen damit den Absatz von neuen, noch „saubereren“ oder gar elektrischen Fahrzeugen ihrer jeweiligen Marke. Der potentielle Käufer hört das nicht gern, zieht aber zähneknirschend mit. Was bleibt ihm auch übrig, wenn er weiter individuell mobil sein will und nicht an der Grenze der nächsten Umweltzone anhalten kann? Die Politik folgt diesem Weg ergeben, sichert er doch Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Das sie damit aber alles andere als fortschrittlich ist, wird nie öffentlich gesagt. Fortschrittliche Mobilitätspolitik allein am Schadstoffausstoß von Autos festzumachen, ist geradezu rückschrittlich! In Deutschland und den meisten EU-Ländern gibt es nämlich im Zusammenhang mit Autos längst kein Schadstoffproblem mehr (die Abgase von Euro5-Fahrzeugen enthalten deutlich weniger Schadstoffe als die vom Motor angesaugte Verbrennungsluft!), dafür aber ein Platzproblem! Die meisten Autos stehen von den 24 Stunden des Tages 23 nur herum und vergeuden wertvollsten Innenstadtplatz, der von den dort lebenden und arbeitenden Menschen nicht benutzt werden kann. Wer von „fortschrittlicher Mobilität“ spricht, muß sämtliche zur Verfügung stehenden Mobilitätskonzepte intelligent (!) miteinander verknüpfen, damit überhaupt von Verkehrspolitik gesprochen werden kann. Das wäre fortschrittlich!

Susanne Heimfelder, Leser_In

Der öffentliche Nahverkehr müsste deutlich verbessert werden, das wäre ein Fortschritt! Umweltfreundlich scheint er ja zu sein, aber ich sage nur das unsägliche Wort „Schienenersatzverkehr“! Der scheint ja nicht Ausnahme, sondern eher die Regel zu sein – jedenfalls immer, wenn ich fahre. Und der fährt auch nie da los, wo man ihn vermutet. Dann sind an kalten und regnerischen Tagen alle Straßenbahnen überfüllt, als ob es in der Planung nicht vorgesehen ist, dass es mal regnet. Grippeansteckung vorprogrammiert. Wenigstens sehe ich Fortschritte bei der Aufzugsituation der S-Bahnen, aber darauf verlassen kann man sich auch nicht. Ich würde mir eine Planung wünschen, die nicht auf Kante gestrickt ist, sondern die einen Puffer beinhaltet – ein unfassbarer Fortschritt! Unvorhersagbares passiert noch genug.

Wolfgang Aichinger, Leser_In

In den 50er Jahren stellte man sich den Verkehr der Zukunft laut- und schwerelos vor, mit Menschen in Kapseln, die durch die Städte fliegen. Gekommen sind dagegen sechs Jahrzehnte autogerechte Stadtplanung, einhergehend mit einer Hochmotorisierung der Pkw. Fortschritte im Sinne der Nachhaltigkeit brauchten dagegen immer wieder massiven politischen Druck. So haben erst Umweltvorgaben alternative Antriebe auf das Tableau geholt. Und den Blick noch weiter geöffnet auf die Wahl der Fortbewegungsmittel insgesamt, ist es immer stärker die Bevölkerung, die ein lebenswertes Umfeld sucht und damit antreibt. 

Beim Ausblick auf die nächsten Jahrzehnte sollte nicht vergessen werden, dass wir bereits heute alles Nötige für eine fortschrittliche – also ökologische, sozial gerechte und gesunde – Mobilität haben. Mit Fahrrädern, sauberen Bussen und Straßenbahnen und unseren eigenen Beinen sind wir bestens für den Stadtverkehr der Zukunft gerüstet. Außerdem machen neue Technologien wie das Smartphone das Nutzen und Bezahlen unterschiedlicher Verkehrsmittel immer einfacher. Beginnen wir die umweltverträglichen Verkehrsmittel zu kombinieren, und schaffen wir Platz für das Zufußgehen und Radfahren. Dann wird das Auto in der Stadt nicht nur überflüssig – sondern der Weg wird frei, für eine menschgerechte und somit fortschrittliche Mobilität.

Hans-Peter Kollmeier, Leser_In

Der Verbrennungsmotor wird im Bereich von mobilen Antriebssystemen in den nächsten Jahrzehnten weiter eine zentrale Rolle spielen. Im Personenverkehr haben Elektrofahrzeuge auf Grund der geringen Energiedichte der elektrischen Speicher nur begrenzte Reichweiten. Für Nutzfahrzeuge gibt es wegen hohen Energiedichten der in Frage kommenden Kraftstoffe keine Alternative zum Verbrennungsmotor. Nichtsdestotrotz ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Antriebe sinnvoll und notwendig. Besonders spannend ist die Optimierung in unterschiedlichen Bereichen des konventionellen Antriebes. Ein Punkt ist die weitere Reduzierung des Gewichts des Motors und Antriebsstranges, denn das Fahrzeuggewicht hat einen erheblichen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Leichtbau, Downsizing oder Optimierung des Packagings sind hier wichtige Stichworte die für zukünftige Entwicklungen maßgeblich sind. Wir forschen auch an Kunststoff-Metall-Hybridbauweisen, die das Gewicht eines Zylindergehäuses bis zu 20% reduzieren kann. Das Verfahren zur Herstellung derartiger Bauteile ist zudem großserientauglich und die Fertigung nicht wesentlich teurer als die von konventionellen Motorblöcken. Parallel befassen wir uns auch mit Restwärmenutzung. Zum Beispiel über einen Rankine-Prozess wird abgasseitige Wärmeenergie in mechanische Energie gewandelt, die dem Antriebsstrang wieder zugeführt oder in elektrische Energie gewandelt werden kann.

Pascale Ehrenfreund, Leser_In

Waren es in den letzten fast 125 Jahren – seit Otto Lilienthal den ersten großen Sprung wagte – vor allem technische und technologischen Grenzen, die bei der Entwicklung der Luftfahrt überwunden werden mussten, so gilt es bereits heute, ökologische Verantwortung zu übernehmen. In den kommenden zwei Jahrzehnten wird eine Verdopplung der weltweit verfügbaren Anzahl an Passagierflugzeugen erwartet. In Anbetracht dieser Entwicklung müssen sich alle am Luftverkehr Beteiligten mit den Konsequenzen des eigenen Handelns auseinandersetzen. Das zukünftige System Luftverkehr sollte ökoeffizient ausgelegt werden, damit Mobilität und Umwelt im Einklang zueinander stehen. In den nächsten Jahrzehnten wird sich zeigen, wie sich die Luftfahrt den wachsenden gesellschaftlichen und den daraus folgenden technologischen Herausforderungen stellen wird und welche neuen Innovationen sich demzufolge im weltweiten Luftverkehr durchsetzen werden. Ziel muss es sein, unter anderem durch die Senkung der Lärm- und Schadstoffemissionen, ein Luftverkehrssystem zu entwickeln, das den gesellschaftlichen Anforderungen nach wachsender Mobilität, verbunden mit einem hohen Umweltbewusstsein, folgt. Wissenschaft und Wirtschaft können und müssen dabei von Beginn an gemeinsame Wege beschreiten und die gesellschaftlichen Bedürfnisse, Sorgen und Ansichten berücksichtigen.

Matthias Wissmann, Leser_In

Deutsche Autos sind der Inbegriff von fortschrittlicher Bewegung. Die Faszination, die sie auf Menschen in allen Erdteilen ausüben, beruht auf der Summe aller Eigenschaften, die Autos deutscher Hersteller auszeichnet: beste Langzeitqualität und Effizienz im Verbrauch, höchste Sicherheitsstandards, herausragender Komfort, wegweisendes Design und – neuerdings – modernste Vernetzung. Dieser Anspruch wird vom Kunden erkannt: Der Pkw-Weltmarktanteil der deutschen Konzernmarken liegt bei einem Fünftel, im Premiumsegment sind es sogar knapp 80 Prozent. Das Geheimnis des Erfolgs? Sicher deutsche Ingenieurskunst. Aber eben nicht nur: In den Unternehmen – bei Herstellern wie Zulieferern – ist eine Leidenschaft für das Produkt zu spüren, die weit über technisch-wirtschaftliche Vorgaben hinausreicht. Management und Mitarbeiter „leben die Marke“. Sie wissen, dass der Vorsprung, den sie sich weltweit erarbeitet haben, jeden Tag aufs Neue verteidigt und ausgebaut werden muss. Dazu gehört eine hohe Innovationsgeschwindigkeit: 30 Milliarden Euro investiert die deutsche Automobilindustrie jährlich in Forschung und Entwicklung. Und dazu gehört die weltweite Präsenz: Gut 60 Prozent der 15 Millionen Autos, die die deutschen Hersteller weltweit produzieren, werden im Ausland gefertigt – mit ebenso hohem Qualitätsanspruch wie in den Werken in Deutschland.

Thomas von Unwerth, Leser_In

Der Vorteil von brennstoffzellen- im Vergleich zu batterie-elektrischen Fahrzeugen liegt in der chemischen Energiespeicherung. Wie für einen Verbrennungsmotor wird ein Energieträger – hier in Form von Wasserstoff – verwendet. Erstens bringt dieser eine relativ hohe Energiedichte mit sich, ermöglicht also große Reichweiten, die mit aktuellen Batterietechnologien nicht darstellbar sind. Zweitens lässt sich ein Fahrzeug in nur wenigen Minuten mit Wasserstoff betanken, während sich die Batterieaufladung eher im Bereich von Stunden bewegt. Drittens muss der Aufbau einer benötigten Tankstelleninfrastruktur nur einmalig erfolgen und kann damit aus Kostensicht günstiger ausfallen als eine Ladeinfrastruktur, die für nahezu jedes Batterieelektrofahrzeug aufgrund der Ladezeiten eine weitere Lademöglichkeit vorsehen muss. Darüber hinaus kann Wasserstoff als Sekundärenergieträger mit Hilfe aller Primärenergien erzeugt werden, etwa mittels Windkraftelektrolyse aus Wasser oder Dampfreformierung aus Erdgas. So besteht die Möglichkeit, Wasserstoff aus unterschiedlich „sauberer“ Produktion und damit zu unterschiedlichen Preisen zu wählen. Die sukzessive Substitution des Verbrennungsmotors durch Brennstoffzellen ist damit die zielführendste Option hin zu einer CO2-freien Mobilität. Die langjährigen Tests von Brennstoffzellenfahrzeugen zeigen, dass auch notwendige Sicherheits- und Kostenziele für Serienfahrzeuge erreicht werden können.

Daniel Göhring, Leser_In

Das Forschungsfeld der selbstfahrenden Fahrzeuge reicht bereits einige Jahrzehnte zurück. In den letzten Jahren konnten große Fortschritte erzielt werden, jedoch sind viele Fragen noch offen – sowohl auf technischer wie auch auf rechtlicher und ethischer Seite. Sollen künftig die Fahrzeugcomputer Entscheidungen zur Unfallvermeidung treffen können, kollidieren sie zum Beispiel eher mit einem LKW anstatt mit einem PKW? Wie viel Zeit muss man den Passagieren geben, um im Notfall eingreifen zu können oder ist es denkbar, dass Fahrzeuge überhaupt kein Lenkrad mehr besitzen? Was wäre dann mit den Jobs der Taxifahrer? Wie sicher gegenüber Ausfällen und Fehlern müssen Systeme arbeiten – muss jede elektronische Einheit im Fahrzeug mehrfach vorhanden sein? Wie kann man Fahrzeuge sicher vor Hackerangriffen machen oder brauchen Autos der Zukunft regelmäßige Updates wie die heutigen Betriebssysteme? Zudem sind schon für die heutigen Assistenzsysteme viele Testfahrten erforderlich. Die Frage ist, wie viele werden es für zukünftige Systeme sein? Sollte es Ziel der Forschung sein, Autos ähnlich wie Menschen fahren zu lassen, oder wie stark sollte man die Infrastruktur erweitern, zum Beispiel mit eigenen Spuren für autonome Fahrzeuge sowie kommunizierenden Ampeln und Fahrzeugen? Trotz des enormen Fortschritts bei selbstfahrenden Fahrzeugprototypen ist es noch ein langer Weg, bis autonome Fahrzeuge käuflich zu erwerben sein werden.

Martin Haltstedt, Leser_In

Ein ICE ohne Witterungsprobleme wäre fortschrittlich. Aber auch TGV und Shinkansen werden sicherlich im Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge noch einiges leisten können.

Gunnar Fehlau, Leser_In

Selbst konservativ geschätzt, fahren in Deutschland rund 1,5 Millionen Pedelecs, Fahrräder mit E-Motor. Die E-Autos gibt es dagegen nur in homöopathischen Dosen. Schauen wir auf den Firmenparkplatz: Früher kam mit dem Rad, wer Öko-Fundi war, sich keinen Wagen leisten konnte oder den Lappen dem Alkohol geopfert hatte. Heute gelten Radfahrer als gesünder, schneller, ökologischer und cleverer: Sie verbinden alltägliche Mobilitätspflichten mit Spaß. Der Erfolg des Pedelecs ist indes kein Erfolg einer Branche oder planvoller Politik. Das Pedelec ist trotz und nicht wegen Fahrradbranche und Politik ein Erfolg: Es waren keine politischen Maßnahmen, die es erfolgreich gemacht haben, vielmehr zeigte sich das Pedelec schlicht resistenter gegen die Auswirkungen politischer Aktivitäten als andere neue Formen der Mobilität. Wie anders verhält sich dazu das E-Auto: Es ist langsamer, bietet weniger Zuladung und Reichweite, zudem kostet es viel mehr Geld. Das Pedelec ist ideal für den bewegungsaffinen Otto-Normalbürger, der nicht schwitzen möchte: Es ist schneller als das Normalrad und erlaubt mehr Zuladung. Es hat mehr Reichweite und fährt sich spritziger, vor allem am Berg und im Gegenwind. In faktisch allen Kategorien schlägt es das normale Fahrrad. Lassen wir Preis, Gewicht und umfassendere Technik einmal außen vor: Da wundert es kaum, dass gut 20 Prozent aller verkauften vernünftigen Alltagsräder heute bereits Pedelecs sind.

Benedikt Bauersachs, Leser_In

Als studentischer Verein entwickelten wir einen elektrischen Formel-Rennwagen, angetrieben von vier Elektromotoren. Im Juli stellten wir damit den Beschleunigungsweltrekord für Elektrofahrzeuge von 0 auf 100 km/h mit nur 1,779 Sekunden auf. Unser Rennwagen ist keine Blaupause für zukünftige kommerzielle Fahrzeuge. Allerdings weckt das Projekt Begeisterung und Kreativität bei jungen Ingenieuren. Die gelebte Kreativität hilft uns, bestehende Entwicklungen zu hinterfragen und zu beeinflussen. Denn es ist nicht die Frage, ob die Elektromobilität ein Erfolg wird, sondern wann. Die Vorteile von Elektroautos werden in vielen Einsatzgebieten überwiegen, Subventionen hin oder her. Die Fahrzeuge sind aufgrund der Leistungsdichte, des gewaltigen Drehmoments und des tiefen Schwerpunkts äußerst sportlich zu fahren – ohne Quittung an der Zapfsäule. Dem Fahrzeugarchitekten bieten sie den Freiraum für völlig neue Konzepte. Die Emissions- und Geräuschfreiheit wird die Lebensqualität in den Ballungsräumen steigern. In einer vernetzten Welt werden Elektroautos die Pufferspeicher für Sonnen- und Windenergie bilden und somit zur Energiewende beitragen. Mit unseren ersten Rennboliden fuhren wir den Verbrennern in der Formula Student hinterher. Sechs Jahre und sechs Entwicklungszyklen später steht unser Elektroflitzer auf der Pole-Position. Geben Sie der Entwicklung Zeit und eine Chance – Sie werden begeistert sein!

Dr. Bruno Kolb, Leser_In

Elektromobilität macht nur Sinn wenn der Strom aus erneuerbarer Energie stammt, aber davon wird es niemals soviel geben dass für Eletroautos auch noch was übrig bleibt. Stammt dann der Strom von einem Gaskraftwerk ist der Unsinn offensichtlich. Statt Erdags direkt in Erdgasautos einzusetzen, wird Erdgas erst mit einem Wirkungsgrad von 45 % verbrannt und der Rest geht als Abwärme nutzlos in die Luft, aber man hätte diese Wärme gerne im Auto, denn das halbe Jahr fährt man hier mit Heizung. In einem Erdgasauto hat man die ideale Kraft/Wärmekopplung. Erdgasautos fahren bereits völlig unproblematisch und die Infrastruktur ist vorhanden und muß nicht komplett neu errichtet werden wie bei Elektro- oder Brennstoffzellenautos. Übrigens ist die Energiedicht dreimal so groß wie bei Wasserstoff. Elektromobilität, abgesehen von E-bikes, ist ein übler Öko-Schwindel.

Hauke Friedrichs, Leser_In

Alle Transportmittel, bei denen man gleichzeitig digital arbeiten kann, sind meiner Meinung nach auch zukunftsfähig. In einer Welt, in der es um Erreichbarkeit geht, können es sich die wenigsten erlauben, sechs Stunden am Steuer zu sitzen und nicht gleichzeitig E-Mails zu schreiben oder an einer Video-Konferenz teilnehmen zu können. Daher macht es bei solchen Strecken derzeit für viele Sinn, wenigstens im Flieger offline zu arbeiten oder mit der Bahn und Laptop zu reisen. Aber hier sollte mit dem Ausbau der Internetverbindungen und Telefonnetze schnellstens mehr getan werden. Generell sollte also nicht nur darum gehen, in kürzester Zeit von A nach B zu kommen, sondern eine Reiseform zu ermöglichen, bei der man gleichzeitig die Zeit vernünftig nutzen kann.

Monika Winder, Leser_In

Die Zukunft der innerstädtischen Fortbewegungsmittel sollte das Fahrrad sein. Im Gegensatz zu Vespas, E-Rädern oder Motorrollern verbraucht das Fahrrad keine weitere Energie und man hat während des Weges gleichzeitig sein Sportprogramm absolviert. Es gibt keine Abgase, keinen Stau, man benötigt keine großen Parkplätze und ein Radweg nimmt nicht so viel Raum ein wie eine KFZ-Straße. Deswegen sollte es doch in aller Interesse sein, den Ausbau gerade von innerstädtischen Radwegen zu fördern. Zwar hat sich hier in den letzten Jahren schon einiges getan, aber es würden viel mehr zum Rad greifen, wenn die Sicherheit durch entsprechende bauliche Maßnahmen für Radler gewährleistet wäre. Heute lernen dadurch, dass sich Laufräder bei Kleinkindern durchgesetzt haben, Kinder meist schon mit vier Jahren Rad fahren und können mit sechs schon gut und gerne 30 km Strecken zurücklegen – wenn es die Laune mitmacht. Nur bei der Sicherheit gibt es bedenken, denn Kinder können den Verkehr noch nicht wie ein Jugendlicher oder Erwachsener einschätzen. Es geht also nur mit sicheren Radwegen, aber nicht auf der Straße. Dabei ist jetzt die Chance da, die neue Generation mit dem Rad als alltäglichem Verkehrsmittel aufwachsen zu lassen.

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Wie lernen wir morgen?

Chinesischkurse im Kindergarten, Schüler mit Tablets und online abrufbare

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Carsten Busch, Leser_In

Die erfolgreichsten digitalen Lernangebote weltweit? Google, Minecraft, World of Warcraft, Youtube, Facebook, Grand Theft Auto etc. Man darf zweifeln, ob alles sinnvoll ist, was hier gelernt wird – aber dies gilt auch für Schul- oder Hochschulunterricht. Unzweifelhaft sind dagegen die immensen Nutzerzahlen und die Tatsache, dass immer mehr Menschen immer mehr digital lernen. Das überrascht kaum: Neugier und Lerninteresse zählen zu den stärksten menschlichen Trieben. Vielleicht macht der lebenslange Lerntrieb den Menschen erst zum Menschen. Und er wird ausgelebt, wo und wie es nur geht. Natürlich auch digital. Nimmt man einen zweiten elementaren Trieb hinzu, den des Spielens, ist der Megatrend der Zukunft schon benannt: spielerisches Lernen. 98 Prozent der Deutschen spielen zumindest gelegentlich, mehr als 50 Prozent spielen digital. Lange zwangen technische Beschränkungen digitale Spieler dazu, überwiegend allein zu agieren und limitierte Spielkonzepte zu erdulden. Mittlerweile bietet das Internet ausreichende Bandbreiten für weltweite hochkomplexe Plattformen, mobile Endgeräte kommunizieren miteinander, innovative Sensorik kann Gesten und Bewegungen mehrerer Nutzer gleichzeitig erkennen, virtuelle 3-D-Anwendungen sprießen überall. Die Technik ist schon weit; wir brauchen nur noch bessere didaktische und spielerische Konzepte, damit wir Spiel- und Lerntrieb gut verbinden können. Wie lernen wir morgen? Spielend und digital!

Mario Ohoven, Leser_In

Wir erleben eine radikale Veränderung der Lernkultur in Deutschland. Dabei gewinnt Fort- und Weiterbildung immer mehr an Bedeutung. Geht es um die Digitalisierung des Lernens, besteht jedoch Handlungsbedarf für die staatliche Bildungsförderung. Bei einer dynamischen Weiterbildungsstrategie nimmt der Mittelstand eine Vorreiterrolle ein: 86 Prozent aller Unternehmen bieten Fortbildung an, insgesamt 33,5 Milliarden Euro jährlich investieren sie in ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeder Mitarbeiter nimmt im Schnitt 33 Stunden pro Jahr an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil, ein Drittel davon in der Freizeit. Damit ist die Wirtschaft sehr viel weiter als Bund und Länder. Zudem hängen (zu) viele Bildungspolitiker dem Irrglauben an, nur mit verordnetem Bildungsurlaub ließen sich Fortschritte erreichen. Der Mittelstand erwartet, dass der Staat seine Anstrengungen gerade für jüngere Arbeitnehmer ohne Qualifikation, für ältere Beschäftigte und für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund deutlich verstärkt. Die Tatsache, dass wir 7,5 Millionen funktionale Analphabeten in Deutschland haben, darf uns nicht ruhen lassen. Fort- und Weiterbildung innerhalb des Betriebes sowie E- und Blendid-Learning sind im Mittelstand längst Realität. Jetzt kommt es darauf an, auch in der Schule mehr digitales Lernen zu erreichen und endlich die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln, wie Wirtschaft funktioniert: Schule 4.0 ist überfällig.

Roland Riempp, Leser_In

E-Learning ist ein Trend unserer Zeit. Die Entkopplung des Lernens von der Notwendigkeit zur persönlichen Präsenz am Lehrort, die so entstehende zeitliche Flexibilität für den Lernenden und die Möglichkeit zur Kollaboration mit anderen Lernenden und der Lehrperson über digitale Medien lassen E-Learning sehr attraktiv erscheinen. Weil die Erstellung schnell geht und die Autoren damit häufig am besten vertraut sind, bestehen die Inhalte der Lektionen oft nur aus geschriebenem Wort und stehendem Bild, gekoppelt mit einfachen Formen der Interaktivität. So weit, so gut. Befragungen haben jedoch gezeigt, dass diese Form der Darbietung von vielen Lernenden als eher trocken und kaum faszinierend erlebt wird. Im Kontrast dazu stehen anregende Darstellungsformen im Bereich der Unterhaltung wie Kino, Fernsehen und Computerspiele. Meine Vision eines neuen E-Learnings besteht darin, durch den Einsatz multimedialer Learning Nuggets motivierendere Darstellungsformen erzeugen zu können. Diese Nuggets bestehen über geschriebenen Text und Standbild hinaus aus einer gekonnten und integriert konzipierten Medienkombination unter Einbeziehung auch von Bewegtbild und Audio auf professionellem Niveau. Durch positive Anmutungseffekte und mediale Faszination wird und bleibt der Lernende besser motiviert. Für diese Annahme gibt es wissenschaftliche Belege und gute Beispiele.

Bastian Eichenberger, Leser_In

Kann ich beantworten, wie man lernen sollte? Nein, ich weiß es nicht. Denn Lernen gehört für mich zum Alltag wie Essen oder Zähneputzen. Ich lerne überall und immer, oder besser, ich entdecke. Die Welt ist voller spannender Dinge. Die Neugierde für etwas zu wecken, finde ich das wichtigste beim Lernen. Sobald dies geschehen ist, sollte der Stoff vielseitig präsentiert werden – ein Teil durchaus als Frontalunterricht. Die Person, die den Unterricht gestaltet, muss aber zwingend Experte in ihrem Gebiet sein. Meine Sprachen lernte ich zum Beispiel alle mit Native Speakern. Zum Lernen helfen Bücher, aber auch im Internet verfügbare Unterlagen wie Filme oder Animationen. Immer hilfreich sind praktische Übungen und Learning by Doing. Unnötig sind zu viele Wiederholungen. Einmal gut erklärt, befasse ich mich gerne selber noch einmal mit dem Stoff, um die Informationen zu bekommen, die mir noch fehlen. Schwierig finde ich schriftliche Prüfungen. Oft sind Fragen unklar gestellt und lassen Platz für Interpretationen. Die Prüfer haben aber oft ihre vorgefertigte Antwort im Kopf. Zudem muss man für Klausuren oft einfach nur fleißig sein und gut auswendig lernen. Mündliche Prüfungen, wo das wirkliche Wissen gezeigt werden könnte, wären für mich spannender und effizienter. Oder als Lehrer könnte man schauen, wie viel die Schüler während der Stunde verstehen und so ganz ohne Prüfungen Noten vergeben. Ich freue mich, weiter zu entdecken.

Reiner Nagel, Leser_In

Während wir viele Alltagsorte oberflächlich wahrnehmen oder vergessen, erinnert sich jeder Mensch noch an seine Schule. Erst prägt gebaute Umwelt junge Menschen, dann gestalten so aufgewachsene Menschen die Welt. Wenn heute Bildung die Ressource der Zukunft ist, sind Bildungsbauten Träger dieser Zukunft. Für modernen Schulbau muss die Planung im Dialog stattfinden: zwischen Bauherren, Architekten, Ingenieuren und den Nutzern, also Schülern und Lehrern. Schon bei der Bedarfsermittlung beginnt die Konzeptplanung. Sie ist Startpunkt für einen offenen, dialogorientierten Planungs- und Bauprozess. Dabei ist die architektonische Gestaltung zentral, um pädagogischen Konzepten und deren räumlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Räume sollten sich im Laufe ihrer Nutzungsdauer möglichst flexibel anpassen lassen. Dazu gehören langlebige, modulare und hochwertige Materialien, denn kluge Bauherren betrachten den Lebenszyklus eines Gebäudes. Schule der Zukunft ist auch ein Ort, an dem Baukultur in den Schulunterricht einbezogen werden muss: nicht nur als Baugeschichte, sondern als Wahrnehmungslehre, um einen Sinn dafür zu entwickeln, welche Bedeutung Räume für unser Wohlbefinden haben und wie sich dies durch Gestaltung beeinflussen lässt. Wenn Kinder schon in der Schule lernen, wie wichtig der qualitätsvolle Umgang mit Gebäuden und Freiräumen ist, wird baukulturelle Bildung zu einem Hoffnungsträger für eine gute gebaute Umwelt.

Ruth Tobias, Leser_In

Die Kenntnis von Fremdsprachen wird in unserer globalisierten Welt eine zunehmende Rolle spielen. Alle Ansätze, die existierende Sprachenvielfalt durch eine gemeinsame, vermeintlich einfachere Sprache zu ersetzen, sind bisher nicht von Erfolg gekrönt. Sprache strukturiert Denken und schafft Identität. Die Vermittlung von Sprachen ist somit eine Investition in die Zukunft unseres Handelns. Drei Faktoren werden in Zukunft das Lernen von Sprachen bestimmen: Erstens die wissenschaftliche Forschung, die Wesen, Struktur und Funktion von Sprache beschreibt und sprachliche Lernprozesse erklärt. Zweitens die Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, damit Sprachenlerner in immer größerem Maße Strategien entwickeln können, ihren Lernprozess selbst zu strukturieren. Drittens gesellschaftspolitische Faktoren, da Sprache und die Kenntnis der jeweiligen Kultur eine entscheidende Rolle in einer zusammenwachsenden Welt spielen – sei es durch die Öffnung von Arbeitsmärkten, durch Migrationsströme oder durch wachsende Möglichkeiten, durch Reisen die Welt kennenzulernen. Für viele Menschen ist der Begriff der Muttersprache nicht mehr eindeutig zu definieren, da sie mit mehreren Sprachen aufgewachsen sind. Diese Tatsache als Ressource nicht nur für das Sprachenlernen zu sehen, sondern auch als Chance für ein wachsendes Verständnis über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg, ist eine der Herausforderungen unserer Zeit.

Brigitte Bonifer, Leser_In

In jedem Falle intuitiver!

Alfred Dubois, Leser_In

Das Lernen der Zukunft wird ersetzt werden durch einen unter die Haut implantierten, in direkte Verbindung mit dem Gehirn tretenden Chip mit entsprechender elektro-chemischer Funktionsprogrammierung und – bereitschaft. Die Chips werden nach Bedarf und Verfügbarkeit käuflich zu erwerben sein, eine Hierarchie wie bei den deutschen Automobilherstellern (von Porsche bis Dacia) wird zum Vorbild erhoben. Das kapitalistische System wird jeden erfassen, beurteilen, ihm seinen Platz in den fest gefügten, irreversiblen Gesellschaften und Schichten zuweisen. Ob letztendlich Google oder chinesische Systeme die Herren der Erde sein werden, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Die digitale Revolution wird auf Grund unkritischer und oberflächlicher Zeitgenossen weltweit sich aller Gesellschaften bemächtigen, dabei frei nach „panem et circenses“ den Zugriff auf alles und jeden steuern. Mächtige „Clouds“ werden schneller als jede Opposition das Lernen steuern, so wie der Bedarf der jeweiligen Gruppen nach deren Bedürfnissen geregelt werden muss, um die Macht zu erhalten.

Andrea Glapa, Leser_In

Der Blick zurück Obwohl ein Klischee, erinnere ich mich bei dieser Frage an die Phrase „Fürs Leben lernen“. Es wäre ein heilsamer Segen für unsere Bildungswelt, wenn dies wieder mehr in den Vordergrund treten würde. Anstatt der unmittelbaren Zweckgebundenheit von Lehrinhalten, dem Drang, große Zusammenhänge in überprüfbare Häppchen zu zerlegen und dem Einzug der Effizienz in den Schul- und Universitätsalltag , sollten wir Bildung als Grundbedürfnis eines jeden Menschen ansehen und zum Ziel haben, das Ideal des mündigen, aufgeklärten, verantwortungsbewussten und entscheidungsfähigen Menschen durch Bildung wiederzuerlangen.

Rainald Pabst, Leser_In

Genauso wie früher: durch Versuch und Irrtum. Das aber weniger faktenbasiert sondern mehr verknüpfungsbasiert. Fakten oder Informationen sind durch den allseits möglichen Zugang zu Internet und Co überall und jederzeit verfügbar. Sie müssen nur richtig verknüpft werden- das ist dann Wissen.

Dr. Klaus Fischer, Leser_In

Ohne Schiefertafel – bestimmt! Digitale Methoden, von Mensch zu Mensch, mit Lehrer und Professor, Buch, Computer, Tablet sind Grundlage. Der Mix wird es sein müssen, denn die soziale Komponente kann nicht ausseracht gelassen werden (Teamarbeit beim Lernen). Schoen, wenn Ergebnisse und Recherchen schnell uebertragbar sind, allen Institutionen und Beteiligten zugaenglich gemacht werden koennen. Die Zeitersparnis durch wegfallende Buerokratie und Laufzeiten wird die Effizienz des Lernens erhoehen koennen.

Nicolas Philipps, Leser_In

Beliebtestes Lernmittel in Deutschlands Schulen sind Bücher und Arbeitsblätter. Die Schüler schreiben ab, was zuvor an der Tafel angeschrieben wurde - klingt nach 19. Jahrhundert, ist aber noch immer die Realität in unseren Klassenzimmern. Vom Trend der iPads, Smartboards und Laptops kommt in der Schule nur wenig an. Wo in anderen Ländern, wie den USA, das Arbeiten mit Tablets im Unterricht an der Tagesordnung steht, quält sich die Mehrheit der deutschen Schüler allenfalls mit langsamen PCs in Computerräumen herum. Eine starke Wirtschaftsnation wie Deutschland darf sich so etwas nicht erlauben! Wenn wir langfristig aus dem grauen Mittelfeld der PISA-Studien herauskommen möchten, sind dringend mehr Investitionen in die bessere technische Ausstattung von Bildungseinrichtungen nötig, um auch hier im 21. Jahrhundert anzukommen. Nur so können deutsche Schüler gegen internationale Konkurrenz bestehen und genügend auf das spätere Arbeitsleben vorbereitet werden. Die Möglichkeiten dafür sind nicht zu knapp, an der Umsetzung scheitert es bis jetzt jedoch noch viel zu häufig - am Geld und auch an der Politik!

Karoline Schuhmacher, Leser_In

Unser Schulsystem hat derzeit noch an vielem zu beißen: G8 vor und zurück. JÜL vor und zurück. Einschulung mit 5 vor und zurück. Eine vom UN-Ausschuss als mangelhaft bewertete Inklusive in Deutschland Ständig wechselnde Schulsysteme. Es wäre schön, wenn dies erst einmal im Griff wäre und nicht jede Generation aufs neue Experimenten ausgesetzt werden würde.

Antonia Alkan, Leser_In

Onlinevorlesungen unterbrochen durch kurze Meetings/ Seminare.

Werner Mohnert, Leser_In

Wie schon heute, werden sich die Menschen Lernwege suchen, die Ihnen am besten entsprechen. Die ganz Kleinen werden -wie schon immer- von Eltern, Großeltern, Geschwistern und Spielkameraden durch zuschauen lernen. Später werden sie zunächst gezwungen sein, die Lehrmethoden ihrer Lehrer zu akzeptieren, d.h. zu lernen, wie die Lehrer selbst gelernt haben. Ansonsten werden sich künftig die verwendeten Lernmethoden stärker als in der Vergangenheit an den zu lernenden Inhalten orientieren. Vieles wird sich am Computer abspielen (z.B. Spracherwerb über Skype), aber es wird auch notwendig sein im Zusammenspiel mit anderen Menschen -von Angesicht zu Angesicht- zu lernen (Teamtraining).

Franz Jung, Leser_In

Da eine wesentliche menschliche Eigenschaft immer mehr verloren geht, nämlich das Hören, und immer mehr nur zupackende Maschinen Ergebnisse herzaubern, ohne dass gelernt wurde, fände ich es Not-wendig, wieder Hören zu lernen, durch Hören zu verstehen im Studium, in der Lehre im Gespräch mit dem Partner. Dann ist im Fortgang das Lesen dran. Hören ist eine Grundbedingung mensclicher Kommunikaiion, und die fehlt anscheinend im Zeitalter maschinellen lernens...

Harald Anger, Leser_In

Wir Deutschen sollten unsere Ausbildung an ausländischen Schulen verstärken.

Monika Rößler, Leser_In

Als ich anfing zu arbeiten, hatten wir Zuhause noch nicht mal ein Telefon, heute bin ich 67 und schreibe Ihnen per Smartphone - man muß nur einfach bereit sein, alles Neue kennen zu lernen. Das braucht keine besondere Bildung nur einfach Lust aufs Leben.

Rainer Baudermann, Leser_In

Während meiner Abi-Zeit habe ich 1986 ein Praktikum in einer Zeitungsredaktion gemacht. Ich lernte dort als grobe Orientierung für beinah jeden Texteinstieg die bekannten „W-Fragen“: Wer, was, wann, wo, und vertiefend: warum.“ Heute habe ich oft wichtige, weil teure, Verhandlungen zu führen. Diese Fragen leiten mich beim Lernen über mein Gegenüber und beim Lernen im Alltag immer noch. Meine Botschaft ist: Die Medien, mit denen und über die wir lernen, unterliegen Trends und der technischen Weiterentwicklung. Der „große Kompass“ der „W-Fragen“ als Lernmedium bleibt (mir) jedoch erhalten.

Karsten Holzner, Leser_In

hoffentlich ganz altmodisch primär von anderen Menschen

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Warum heizen wir den Planeten?

Industrie und Gewerbe haben ihren Energieverbrauch seit 1990 um jeweils mehr als 10 Prozent gesenkt. Der der Haushalte ist im gleichen Zeitraum wiederum weiter angestiegen. Wir wollen wissen: Warum sanieren deutsche Hauseigentümer ihren Besitz nicht?

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Brigitte Bonifer, Leser_In

Weil uns die Achtsamkeit ihm gegenüber abhanden gekommen ist und die Einstellung \"alles nicht so schlimm\" überwiegt.

Klaus Brunhard, Leser_In

Für jeden Neubau gibt es eine Wärmeschutzverordnung und in diesem Jahr wird es eine neue geben. Sie schreibt auf komplizierte Art den Endverbrauch an Energie für Gebäude anhand eines Musterhauses fest. Mit anderen Worten, wie viel Energie wird pro qm verbraucht. Und hier wird es spannend, denn keiner weiß, wohin die Reise geht. Früher wurde für jedes Bauteil ein Wärmedurchgangswert berechnet. Jetzt gilt dieser Wert für das gesamte Haus und man kann beliebig umschichten, wo Energie gespart wird oder ob man das Mindestmaß von 20 % an erneuerbaren Energien weit übertrifft. Eine schlechte Isolierung kann durch einen Mehrwert an erneuerbaren Energien ausgeglichen werden. Aber so können auch Innovationen entstehen, die Systeme können untereinander konkurrieren und kreative Lösungen umgesetzt werden. Vielleicht werden sogar eines Tages die großen Windanlagen überflüssig, wenn es von zu Hause gelingt, den Anteil an erneuerbaren Energien zu generieren.

Christine Hartmann, Leser_In

Natürlich können wir alles auf den neusten Stand bringen, aber wir können auch darüber nachdenken, ob wir wirklich alles ständig beheizen müssen. Muss das Gäste-WC wirklich so warm sein? Oder das Schlafzimmer geheizt? Warum nicht mal aufstehen und ein paar Liegestütze machen, wenn man friert? In mollige Hausschuhe investieren? Die gute alte Thermoskanne mit heißem Tee? Es ist eben so einfach, durch einen kleinen Dreh die Temperatur hochzufahren. Erst wenn die Jahresabrechnung kommt, ärgert man sich, warum man vor dem Urlaub nicht wirklich alle Heizkörper auf Aus gestellt hatte.

Sybille Koch, Leser_In

Geblenden von den unschlagbar günstigen Mietpreisen bis in die Nullerjahre in einigen Berliner Vierteln, hatte wohl kaum ein Student daran gedacht, wie stark die Kohleofenwohnungen die Umwelt verpesten. Und gerade für Menschen mit wenig Geld sind unsanierte Wohnungen immer noch attraktiv. Welcher Mieter fragt schon freiwillig, ob einem die Miete erhöht werden kann, damit eine Wärmedämmung oder ein neues Heizsystem eingebaut werden kann. Hier müsste noch viel im Kopf passieren. Vielleicht würde eine Kampagne von Bundesumweltamt etwas bringen?

Roland Lange, Leser_In

Guten Tag, in allen Antworten vermisse ich einen Hinweis auf die effektivste Methode, Treibhausgase schnell und umfassend einzusparen. Diese Lösung präsentieren Sie netterweise in einer ganzseitigen Anzeige auf Seite 5 der SZ, der »+3« diesen Freitag beigefügt war: »Unglaublich, aber fleischfrei« Jeder Klimaforscher kennt die Zahlen und wird bestätigen können: Mit der Nutztierhaltung wird gegenüber dem Verbrennen fossiler Stoffe ein Vielfaches an klimawirksamen Gasen erzeugt. Hier (auch) anzusetzen, würde bei erheblich geringerem Aufwand viel mehr Ergebnis bringen! Wenn man denn will.... Und ich weiß, dass genau das der Knackpunkt an der Sache ist ... leider! Im privaten Kreis provoziere ich schon mal ganz gerne mit dem ketzerischen Spruch, dass mir ein Vegetarier, der im 300-PS-SUV die 100 Meter zum Briefkasten fährt, lieber ist, als der »radfahrende Öko«, der aber dafür jeden Tag seine Wurst und Schnitzel benötigt... aber im Grunde trifft dieser Vergleich ja sogar zu ;-) Dies nur mal als Gedankenanstoß zur Ergänzung der im Grundsatz sicherlich zu befürwortenden Maßnahmen der energetischen Sanierung. MfG Roland Lange

Andreas Kühl, Leser_In

Der Fokus der Energiewende liegt bislang auf dem Strommarkt. Dort konnte der Anteil an erneuerbaren Energien auf rund 27 Prozent gesteigert werden. Allerdings passt es nicht zusammen, Ökostrom selbst zu erzeugen oder aus dem Netz zu beziehen und dann fossile Energien wie Öl oder Gas für die Heizung zu verwenden. Heizenergie hat im Haushalt einen höheren Anteil als die elektrische Energie. Daher muss auch im Gebäudesektor mehr getan werden für den Klimaschutz. Erneuerbare Energien im Wärmemarkt liegen gerade einmal bei knapp 10 Prozent. Ein Schritt, um mehr erneuerbare Energien im Wärmemarkt zu ermöglichen, ist die Verringerung des Heizenergiebedarfs. Bei einem geringeren Wärmebedarf muss weniger Energie zwischengespeichert werden. Das Passivhaus, bei dem man theoretisch auf die Heizung verzichten kann, hat sich leider nicht in der Praxis durchsetzen können. Daher geht die Entwicklung heute in Richtung Plusenergie- oder Aktivhaus. Das sind Häuser, die selbst Energie erzeugen. Im Idealfall produzieren sie in einer Jahresbilanz mehr Energie als sie verbrauchen. Gebäude übernehmen somit in der Verknüpfung der Energiebereiche Strom, Wärme und Mobilität eine wichtige Aufgabe. Sie erzeugen einen Teil der selbst benötigten Energie, speichern Energie, bieten Energie im Netz an wie auch Speicherdienstleistungen und beziehen Energie aus dem Netz. Die Energie wird für Anwendungen in Strom, Wärme und Mobilität gleichermaßen genutzt.

Andreas K., Leser_In

Wichtig ist, die Grundwärme einer Wohnung niedrig zu halten – keine 21 Grad Innenraumtemperatur.

Günter Vornholz, Leser_In

Bei der Diskussion um die Sinnhaftigkeit von energetischen Gebäudesanierungen werden Amortisationsrechnungen durchgeführt, um den Erfolg einer Investition zu berechnen. Die Kosten der Sanierung, die aufgrund der Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs wie der Dämmung oder der Erneuerung von Heizungsanlagen anfallen, werden mit den längerfristigen Kosteneinsparungen verglichen. Die eingesparten Energiekosten werden jedoch nur langfristig realisiert und daher bei den Berechnungen abgezinst berücksichtigt. Bei diesen Rechnungen finden aber häufig die übergeordneten gesellschaftlichen Ziele der Maßnahmen, wenn überhaupt, nur unzureichend Beachtung. Energetische Gebäudesanierungen sind vor dem Hintergrund der drohenden Klimakatastrophe zu beurteilen. Der Klimawandel wird durch die Emission von treibhausrelevanten Gasen wie CO2 verursacht, die unter anderem durch die Nutzung fossiler Energieträger für das Heizen von Wohnungen entstehen. Die Folgen der Klimaveränderungen wie Tornados in Deutschland oder weltweite Überschwemmungen und Hitzewellen sind schon heute vermehrt festzustellen. Die dadurch verursachten globalen volkswirtschaftlichen Kosten werden jedoch bei den Amortisationsrechnungen, die nur die Kosten und Kosteneinsparungen der einzelnen Maßnahmen einschließen, nicht berücksichtigt. Maßnahmen zur Verhinderung einer zu starken Klimaerwärmung wie der Wärmedämmung sind nicht ohne ver- mehrte Kosten zu erreichen.

Ulf Sieberg, Leser_In

Mit der Effizienzwende verhält es sich wie mit der Bildung: Alle wollen sie. Keine politische Sonntagsrede, ohne dass ihre Potenziale, vor allem im Gebäudebereich, betont werden. Für Arbeitsplätze, faire Wohnkosten, eine naturverträgliche Energiewende. Aber weder will ein(Politik)er etwas für sie tun noch für sie bezahlen. Gehoben werden die Potenziale so nicht. Noch im Juni hat die angebliche Klimakanzlerin auf dem G7-Gipfel die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft zum Ziel aller Ziele erklärt. Nur mit einer Abkehr von Erdöl, Kohle und auch Erdgas wird das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, Erfolg haben, werden die Lebensbedingungen erträglich bleiben, werden bis zu zehn Milliarden Menschen auf der Erde existenzfähig sein. Dazu braucht es auch einen klimaneutralen Gebäudebestand! Nicht ein paar neu gebaute Häuschen auf Niedrig- oder Plusener- giehaus-Standard, sondern über alle vorhandenen 20 Millionen Gebäude in Deutschland hinweg. Die Wärmewende ist nur zu schaffen, wenn weniger endlich mehr wird: Ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasser, die Nutzung von EE-Strom im Wärmemarkt und mehr Energieeffizienz. Das Zeitfenster für den Klimaschutz schließt sich. Wer mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen will, muss jetzt handeln. Sonst geht es irgendwann nur noch um die Bewältigung der Folgen, ums Überleben. But: How long is now?

Klaus Sedlbauer, Leser_In

Ein nicht unerheblicher Teil des Gases Kohlendioxid entsteht in Deutschland bei der Wärme- und Stromversorgung von Gebäuden. Besonders bei der Beheizung von Gebäuden liegt ein großes Potenzial, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken, denn aktuell werden knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser in Gebäuden aufgewendet. Über 500.000 Gebäude müssten in Deutschland jährlich energetisch umfassend saniert werden, um die Kli- maschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Tatsächlich ist die Sanierungsquote derzeit nicht einmal halb so groß. Dabei könnten Dämmmaßnahmen und Umweltenergie nutzende Heizungsanlagen erheblich Energie einsparen, damit die CO2-Emissionen senken und darüber hinaus das Raumklima und die Beleuchtung ressourcenschonend, nutzer- und nutzungsorientiert gestalten. Wie unsere Forschungsprojekte zeigen, können Gebäude bereits heute als Plusenergiehäuser ausgeführt werden, die in der Jahressumme mehr Energie produzieren, als sie im Betrieb benötigen. Dies ist sowohl beim Neubau als auch bei Sanierungen möglich. Diese Gebäude können dank smarter Vernetzung auch noch umliegende Gebäude oder das eigene Elektroauto mit Energie versorgen. Durch deutlich gesteigerte und ambitionierte Sanierungsaktivitäten sowie erhöhte Anforderungen an den Neubau können so bis 2020 die Klimaschutzziele doch noch avisiert und das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 erreicht werden.

Reiner Wild, Leser_In

In Deutschlands Gebäuden werden 40 Prozent der gesamten Endenergie verbraucht. Der Gebäudebestand soll bis spätestens 2050 klimaneutral werden. Doch der Erfolg der Bundesregierung bei mehr Energieeffizienz in Gebäuden ist bescheiden. Die Sanierungsrate dümpelt bei unter einem Prozent. Es fehlt ein vernünftiges Konzept aus Fordern, Fördern und Informieren. In Ballungsgebieten klagen immer mehr Haushalte über die Verdrängung durch energetische Gebäudesanierung, weil das Mietrecht geschäftstüchtigen Vermietern attraktive Renditen verspricht. Je teurer gebaut wird, desto höher steigt die Miete. Der Möglichkeit, elf Prozent der Investitionskosten auf die Miete draufzuschlagen, stehen Zins und Tilgungslasten von unter fünf Prozent gegenüber. Einspruchsrechte für Mieter stehen nur auf dem Papier, in der Praxis müssen viele weichen. Bitter auch für die verbleibenden Mieter. Denn mit ökologisch zumeist bedenklichen Dämmbaustoffen reduzieren sich die Heizkosten nicht mal um ein Drittel der Mietsteigerung. Statt den effizienteren Heizungstausch vorzuziehen, wird mit schlechter Bauausführung oft der Wohnwert verringert. So geht es nicht. Viele Vermieter warten daher mit Klimaschutzmaßnahmen. Doch die Mieter stehen wegen des Heizkostenanstiegs „an der Wand“. Wann endlich geht die Bundesregierung das Problem an? Ein erstes wäre die Abschaffung der renditeträchtigen Mieterhöhungsmöglichkeiten, weg mit den elf Prozent!

Stephan Weil, Leser_In

Die klimafreundlichste Energie ist die Energie, die gar nicht erst verbraucht wird. Wärmeerzeugung macht immer noch 40 Prozent unseres Energieverbrauchs aus. Eine erfolgreiche Energiewende muss auch eine „Wärmewende“ sein und den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich verringern. Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen sind schlafende Riesen, die wir dringend wecken müssen. Allein bei den privaten Heizungen ist das Potenzial riesig. Nicht einmal ein Viertel der rund 18 Millionen Feuerungsanlagen in Deutschland ist auch nur ansatzweise auf dem Stand der Technik. Würden alle alten Heizkessel durch aktuell auf dem Markt befindliche Modelle ersetzt, ließe sich eine Energiemenge einsparen, die in etwa dem gesamten Erdgasimport Deutschlands aus Russland entspricht. Dadurch ließen sind etwa 70 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Aber die bisherigen An- reize zur Gebäudesanierung reichen offenbar nicht aus. Es gibt einen fatalen Sanierungsstau. Die gute Haushaltslage auf Bundesebene würde mehr staatliche Förderungen und bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten ermöglichen. Wann, wenn nicht jetzt? Die „Wärmewende“ hat auch handfeste ökonomische Vorteile: Jeder eingesetzte Euro würde etwa sechs Euro zusätzliche Investitionen auslösen, die unmittelbar bei vielen Herstellern aus Deutschland und beim Handwerk ankämen. Und auch für Hausbesitzer hat sich die Modernisierung meist nach fünf bis acht Jahren bereits gelohnt.

Carsten Müller, Leser_In

Nicht Kohlekraftwerke, Schwerindustrie, Haushalte oder Massenverkehr sind per se schuld am Klimawandel. Es ist vor allem unsere immense Energieverschwendung. Zwischen Öl- quelle, Gasfeld oder Kohlemine über Pipelines, Meiler und Netze bis zum Verbraucher werden bis zu 80 Prozent der Energie vergeudet. Dabei könte dies weitgehend ohne Komfortverluste geändert werden. Durch effizientere Stromerzeugung, bei der Abwärme zur Beheizung von Gebäuden genutzt wird, moderne Elektromotoren, LED- Technik, Gebäude, die fast keine Energie mehr zum Heizen brauchen oder intelligente Verkehrssysteme und Energiemanagement in Haushalten, Bürogebäuden und Fabriken. Dass wir den Planeten „verheizen“ liegt vor allem darin begründet, dass alle Welt über neue Kraftwerke, ob erneuerbar oder konventionell, Flüssiggasterminals und Stromtrassen spricht, kaum jemand aber über ihre Vermeidung. Fossile Energieträger allein durch Solar, Wind und Co. zu ersetzen wird langwierig, teuer, stößt zunehmend auf Akzeptanzprobleme und wird darum unmöglich sein. Es wird darum Zeit, Energieeffizienz endlich als Energiequelle zu verstehen. Tatsächlich ist sie laut der Internationalen Energieagentur IEA bereits jetzt unsere wichtigste: Ohne bisherige Erfolge wäre unser Verbrauch heute 65 Prozent höher! Klimapolitik bedeutet für mich darum zuallererst Energie- effizienzpolitik. Deutschland und die EU sollten hierbei eine Führungsrolle einnehmen.

Bernd Eller, Leser_In

Das klingt verlockend - Umwelt schützen und Heizkosten sparen und noch staatliche Förderung durch die KfW. Das ist der Anreiz, den viele Hauseigentümer dazu verleitet das Haus mit einer Wärmedämmung zu versehen. Die Kalkulation hat allerdings einen Haken, insbesondere dann, wenn man den Einzelfall betrachtet. Bei einem Einfamilienhaus aus den 70er Jahren muss der Eigentümer mindestens 40 Jahre warten, bis sich die 40.000,00 teure Dämmung rechnet. Wenn der Bewohner dann noch ím Rentenalter steht, wird es gänzlich uninteressant bis der Betrag wieder über die Heizkostenersparnis hereingekommen ist. Ich kann nur empfehlen, den Austausch der Heizung und der Fenster vorzunehmen. Dies rechnet sich in 15 Jahren. Auf jeden Fall sollte die obere Geschoßdecke wärmegedämmt werden. Hier ist eine Ersparnis bei den Heizkosten schon nach Fertigstellung zu verzeichnen und die Mieter sind auch bereit, dafür einen kleinen Aufschlag zur Miete zu entrichten. Weiter Sanierungsmaßnahmen sollten mit einem Energieberater besprochen werden, ob sich eine solche Maßnahme lohnt.

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Wie wird Beruf zur Berufung?

Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre? Diese Frage wird von Beratern und Co. gerne angewandt, um vom „ich würde“ zum „ich möchte“ zu wechseln. Lässt sich beides verbinden? Ist Ihr Beruf auch Ihre Berufung? Oder nur Brotbringer? Erzählen Sie uns Ihre Erfahrungen, wir drucken Sie!

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Dr. Sven Grotendiek, Leser_In

Manche Menschen bekommen Mut und folgen bereits bei der Auswahl ihres Berufes der Stimme ihres Herzens. In meinem Leben gab es ein solches Geschenk, allerdings im Abstand von nahezu 20 Jahren, gleich zweimal: Zuerst Anwalt, Strafverteidiger. Und gegen alle damaligen Unkenrufe – trockene Paragrafen, zu viele Juristen, „Ganoven“ haben kein Geld usw. – eine echte Berufung, denn an wohl kaum etwas Anderem hätte ich seinerzeit mehr Freude gehabt. Dann die Zäsur meines Lebens: der Tod meines ältesten Sohnes. Von da an ganz neue Wege: Mit über 50 noch einmal eine Ausbildung zum Altenpfleger, die bis 2016 andauert. Ohne diesen geschenkten Mut würde das gewiss nicht gehen; nein, nicht ohne diesen neuen Mut, jetzt der ganz anderen Stimme meines Herzens zu folgen. Und so lebe ich sie wieder: meine Berufung. Täglich.

Gudrun Rehmann, Leser_In

Ich lese immer „Beruf“ und „mein Beruf“?! Alle, die sich geäußert haben, füllten also lebenslang e i n e n Beruf aus?! Das ist vielen Menschen nicht vergönnt (oder zugemutet). Ich bin nacheinander Lehrerin, Krankenpflegerin (meine Mutter wurde bettlägerig) gewesen, habe dann für die örtliche Zeitung Konzerte besprochen und nebenher Orgelunterricht genommen, um Organistin zu werden, womit ich bis heute (mit 75) in einer Kirchengemeinde angestellt bin, Was verband diese Berufe und könnte als „Berufung“ aufgefasst werden? Ich vermute, es war überall die Aufgeschlossenheit für andere Menschen, denen ich etwas vermitteln wollte, was die bereicherte. Dazu fühle ich mich aufgerufen, das macht mich glücklich und leistungsfähig.

Rita Schilke, Leser_In

Meine Berufung zum Aufräumcoach – Professionelles Aufräumen als Berufung Noch zu DDR-Zeiten machte ich eine Ausbildung als „Facharbeiterin für Umschlagprozesse und Lagerwirtschaft“, in deren Folge ich erste Berufserfahrungen u.a. in Logistik sammelte. Später wechselte ich in die mobile Hauskrankenpflege und lernte, wie viel Freude es mir macht, mich auf unterschiedliche Menschen mit ihren jeweils ganz persönlichen Bedürfnissen einzustellen und ihnen in ihrem Alltag behilflich zu sein. Nicht zuletzt der seelische Beistand, den ich dabei – fast wie nebenher gab – ist ein so wichtiger und leider oft vernachlässigter Aspekt dieser Arbeit. Aber erst, als ich über einen Zeitungsartikel, auf mein jetziges Aufgabengebiet als Aufräumcoach aufmerksam wurde, spürte ich, dass ich meine Berufung gefunden habe. Als Aufräumcoach verbinde ich in für mich idealer Weise meine bisherigen beruflichen Erfahrungen mit meinem aus mir selbst kommenden starken Bedürfnis nach Struktur, Ordnung und Harmonie. Dass ich dabei den unterschiedlichsten Menschen aus allen Altersgruppen in den verschiedensten Lebenslagen zur Seite stehen und sie bei ihrem speziellen Aufräumproblem unterstützen kann, macht mich immer wieder aufs Neue glücklich und zufrieden. Kontinuierlich mache ich dabei die Erfahrung: Aufräumen ist gut für die Seele. Und ein wenig stolz bin ich daneben auch, dieses für viele immer noch neue Berufsbild mit meiner Persönlichkeit prägen und gestalten, d.h. also meine Berufung auf diese Art leben zu können.

Carolin Silbernagl, Leser_In

Es begann damit, dass ein Freund mir von seinem Einfall erzählte, eine neue Domain-Endung einzurichten. Statt kommerziellen Endungen wie .com oder .hotel eine gemeinnützige Endung, die Spenden generiert. „Ich weiß nicht, wie es mit der Idee weitergehen soll“, sagte er. „Hast du eine Idee?“ Ich hatte 1.000 Ideen und konnte danach drei Nächte lang nicht schlafen. Die Arbeit an dem Projekt, das mir so in den Schoß gefallen ist, nimmt sehr viel Zeit ein. Ich bin gerade in Elternzeit und trotzdem sehr viel mit dem Projekt beschäftigt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Ort gibt, an dem ich mehr bewirken und mehr wachsen könnte. Dazu beizutragen, dass die Freiheit von existenziellen Sorgen, die wir in den reichen Ländern genießen, so viele Menschen wie möglich erreicht, hat mich schon immer viel mehr gereizt und angetrieben als die Zahl auf dem Gehaltscheck. Gemessen an meiner Ausbildung und der Arbeitsbelastung verdiene ich nicht viel. Natürlich hat meine Einsatzbereitschaft auch Grenzen, ich bin keine Märtyrin – wenn das Projekt richtig läuft, möchte ich angemessen entlohnt werden. Es gab auch Durststrecken, da habe ich viel eingesetzt und wenig zurückbekommen. Aber ich glaube an die Idee und treffe immer wieder Menschen, die davon genauso begeistert sind wie ich. Das gibt Kraft. Und mein Team und ich waren erfolgreich: Im Juli gehen die ersten .hiv-Domains online.

Maren Heinzerling, Leser_In

Wer weiß schon mit 18 Jahren, was ihn ein Leben lang interessieren wird, was er besonders gut kann und an welcher Stelle er nützlich wäre? Man möchte ja gebraucht werden. Ich studierte Allgemeinen Maschinenbau, weil mein Bruder und mein Vater Ingenieure waren – ohne ein genaues Bild davon zu haben, was mich dabei erwartete. Wegen meines kleinen Sohnes arbeitete ich anfangs als Teilzeitkraft. Ich konnte keine Personalverantwortung übernehmen und wurde an den Stellen eingesetzt, wo es brannte. Technik ist spannend, denn es gibt unendlich vielfältige Menschen und Aufgaben. Erst weiß man nicht, wie man das Problem angehen soll. Doch man ist nicht allein: Man arbeitet im Team, liest sich ein – und plötzlich ist die Lösung da. Als Eisenbahningenieurin habe ich geholfen, Nahverkehrssysteme in fernen Ländern zu realisieren und in unserem Land zu optimieren. Ich reiste, arbeitete mit Menschen aus anderen Kulturen, lernte ständig dazu und wurde zunehmend um Rat gefragt. Mein Selbstvertrauen wuchs und mein Beruf wurde mein bester Freund, der nie langweilig war und auf den ich mich stets verlassen konnte. Jetzt bin ich 75 Jahre alt; meine Arbeitskraft als Ingenieurin wird nicht mehr gebraucht. Aber ich möchte viele junge Menschen für diesen spannenden Beruf gewinnen. Wie? Mit meinen Projekten „Zauberhafte Physik in Grundschulen“ und „Zauberhafte Physik mit Lesekisten“. Natürlich glaube ich an den Erfolg meines Tuns!

Frank Hauser, Leser_In

Ein wichtiger Hinweis, dass man es im Leben an die richtige Stelle geschafft hat, ist, dass man dort Erfolg hat. Eigene Fähigkeiten anzuwenden und wirksam werden zu können ist einer der Mega-Motivatoren im Leben. Dennoch spüren immer mehr Menschen, dass Erfolg im Beruf alleine nicht glücklich macht. Woher kommt das? Der notwendige Einsatz ist hoch, Ziele entsprechen oft nicht den eigenen, stetiger Wandel verlangt das Ertragen von Unsicherheit. Erfolgreiche Arbeit fordert hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität, Kompetenz und Kreativität, Risiko- und Verantwortungsbereitschaft. Dies funktioniert auf Dauer nur, wenn sich der Mensch als Ganzer einbringen kann. Neben der Suche nach Wirksamkeit tritt daher die Sehnsucht nach mehr Sinnhaftigkeit im Beruf. Ziele, die zu erreichen sind, sollen zu den eigenen passen. Ebenso die Werte und Prinzipien, die der Arbeit zugrunde liegen. Hier ist das Feld, in dem Beruf zur Berufung werden kann. Ist dies realistisch zu erreichen? Ja! Unternehmen sind auf engagierte Mitarbeiter angewiesen, nie war der Einzelne so wichtig für den Erfolg. Arbeitgeber lernen das. Sie gestalten die Arbeit flexibler und individueller um die Anforderungen ihrer Beschäftigten herum. Dies ist eine Chance, die genutzt werden sollte. Für den Einzelnen gilt es, sowohl seine Stärken als auch seine Werte und Leidenschaften zu erkennen und in den Beruf einzubringen. So entsteht sinnvoller Erfolg, der uns der Berufung nahe bringt.

Schwester Anna, Leser_In

Grundsätzlich ist die Entscheidung, ins Kloster einzutreten, eine Antwort auf den Anruf Gottes. „Der Ruf“, wie er gern genannt wird, oder eben „die Berufung“. Wenn man diesen Ruf hört, wird alles andere nebensächlich, es ist einem klar, welchen Weg man in seinem Leben gehen möchte. Dem einen fällt die Antwort auf diesen Ruf leichter als dem anderen, z.B. der Verzicht auf eine eigene Familie oder ein komplett selbstbestimmtes Leben. Dem einen fällt es leicht, sich ins Klosterleben einzugewöhnen, andere suchen jahrelang nach dem „richtigen“ Orden bzw. Kloster. Dem Ruf zu folgen bedeutet also immer noch, den Einklang von persönlichen Eigenschaften und den Lebensvorstellungen des Ordens zu finden. Denn letztlich ist auch jeder Lebensweg so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Manche treten direkt nach dem Schulabschluss ein, manche absolvieren erst noch ein Studium oder eine Ausbildung. Je nach Anforderung des Klosters. Folgen Sie dem Ruf, ist es ist ein ganz neuer Start; ein ganz anderes Leben. Ordensleben ist so vielfältig, Berufung so vielschichtig, dass wenige Sätze dafür nicht ausreichen. Als Ordensleute wollen wir die Vielfalt auch nach außen hin erlebbar machen. Natürlich bedeutet dieser Raum für viele Ordensmenschen auch Ruhe und intensive Stille, aber Veranstaltungen wie der „Tag der offenen Klöster“ (findet dieses Jahr am 10. Mai statt) sind Beispiele für eine Öffnung der einzelnen Gemeinschaften und Lebensräume.

Dr. Michael Bebenek, Leser_In

Ein Job, der einen erfüllt, der einen Sinn hat, das macht für mich einen Beruf zur Berufung. Ein solcher Job sollte neben der geistigen auch die körperliche Gesundheit kultivieren! Die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt beeinflussen nämlich unser Bewegungsverhalten und damit unsere Gesundheit maßgeblich. Besonders Berufsgruppen mit geringem körperlichen Aktivitätsgrad zeigen ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko für Diabetes, Rückenleiden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zeitgleich führt eine hohe Arbeitsdichte, Zeitdruck oder das Ausführen monotoner Tätigkeiten immer häufiger zu einer vermehrten Stressbelastung im Beruf – eine gefährliche Kombination. Bewegung als Therapeutikum ist absolut empfehlenswert! Sie besitzt ein breites physiologisches Wirkungsspektrum und beeinflusst nahezu alle Organsysteme günstig. Werden Belastungsreize und -inhalte richtig gewählt, können konditionelle und psychosoziale Gesundheitsressourcen bedeutsam gestärkt werden. Untersuchungen zu Arbeitsplatzprogrammen belegen nachweislich die positive Wirkung von körperlichem Training auf die Arbeitsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und den Krankenstand. Auch wenn es nicht auf den ersten Blick ins Auge fällt, bin ich persönlich der Überzeugung, dass die körperliche Anregung einer Arbeit, diese ebenso zur Berufung machen kann. Und nebenbei lernen Sie beispielsweise bei gemeinsamen Sportpausen noch Ihre Kollegen besser kennen.

Nick Melekian, Leser_In

Im Wort ‚Berufung‘ steckt der Begriff ‚Ruf‘. Wer berufen ist, folgt einem inneren Ruf, der nicht rational erklärbar ist. Einem tiefen inneren Gefühl, einer Herzenssache. Der Berufene weiß, dass das, was er tut, genau richtig ist und so sein soll. Eine Berufung hat den Charakter eines Auftrages, welcher oft verflochten ist mit idealistischen Werten oder eigenen Talenten. Nicht verwunderlich ist also, dass von Berufung oft gesprochen wird, wenn es sich um Berufe im sozialen, gemeinnützigen oder religiösen Bereich handelt. Vielen dieser Berufe ist gemein, dass deren Entlohnung oft weit unter der einer Tätigkeit in Wirtschaft oder Industrie liegt. Das erhärtet die Einschätzung, es mit Berufen zu tun zu haben, die von einer starken idealistischen Komponente geprägt sind. Warum sonst sollte sich ein Mensch für einen weniger gut bezahlten Job entscheiden, wenn er als Industriearbeiter viel mehr verdienen könnte? Offensichtlich geht mit manchen Berufen eine größere Erfüllung einher als mit anderen. Besonders augenfällig ist dies bei Menschen, die ihren Beruf aufgrund einer besonders ausgeprägten Begabung wählen, wie es zum Beispiel bei Künstlern, Sportlern oder Wissenschaftlern der Fall ist. Ganz gleich wie Berufung definiert wird – sie steht für höchste Arbeitsmotivation, die selbst schwierige Arbeitsbedingungen erträglicher werden lässt. Wer einen inneren Ruf, eine Berufung hin zu einer bestimmten Tätigkeit verspürt, hat also eine mächtige, tief erfüllende Motivation, dieser zu folgen. Meine persönliche Erfahrung zeigt allerdings, dass sehr viele Menschen bereits froh sind, wenn sie überhaupt einen Sinn in ihrer Arbeit erkennen können und einfach nur ein halbwegs erfülltes Berufsleben führen. Die Tätigkeit, die sie ausüben, ist – wenn auch nicht beliebig - austauschbar, so lange akzeptable Rahmenbedingungen gegeben sind, insbesondere hinsichtlich des Einkommens, der Jobsicherheit und der Arbeitszeiten. Ganz gemäß Abraham Maslows Modell der Bedürfnishierarchie: Erst wenn unsere Grundbedürfnisse nach Überleben, Sicherheit und sozialem Rückhalt gesichert sind, widmet sich Maslows Theorie gemäß der Mensch dem Streben nach Anerkennung oder Selbstverwirklichung. Doch diese Bedürfnishierarchie kann aus meiner Sicht von Personen auf den Kopf gestellt werden, die sehr ausgeprägte ideelle Werte haben oder große Talente verspüren. Von Menschen, die einen Auftrag verspüren und ihrer Berufung unbedingt nachgehen wollen. Ihr Bedürfnis danach ist so stark, dass sie zumindest zeitweise bereit sind, ihre Grundbedürfnisse einzuschränken. Könnte jeder Beruf auch zur Berufung werden? Könnte beispielsweise der Job eines schlecht bezahlten und unter hohem Zeitdruck stehenden Paketauslieferers aus einer inneren Berufung heraus ausgeübt werden wollen? Schwer vorstellbar. Aber wenn es gelingt, die Tätigkeit als sinnhaft zu empfinden, gepaart mit akzeptablen Arbeitsbedingungen, kann sich auch in einer solchen Arbeit zumindest eine Berufszufriedenheit einstellen. Nichtsdestotrotz können bestimmte Lebensumstände oder Jobs im Laufe der Zeit die Erkenntnis reifen lassen, einer Berufung folgen zu wollen, und die Suche nach einer passenden Tätigkeit anstoßen.

Doch ist es überhaupt ein erstrebenswertes Ziel, einer Berufung zu folgen? Reicht es nicht einfach nur aus, nach einem erfüllten Berufsleben zu streben? Und ist es für das innere Erleben des berufstätigen Menschen letztendlich nicht belanglos, ob dieser Zustand durch Berufung, sekundärer Bedürfnisbefriedigungen wie Anerkennung und Macht oder aber durch passende Arbeitsbedingungen zustande kommt?

Nick Melekian (Coach, Autor des Buches Berufsgschichten und Inhaber des Internetportals Joobz)

Ein Benediktinermönch, Leser_In

Ich war zweiundzwanzig, als ich noch einmal von vorne begonnen habe, also nach der Bundeswehrzeit, das war eine sehr lange Ausbildungsphase. Während dieser Zeit habe ich immer wieder verschiedene Besuche gemacht, in Klöstern und in anderen kirchlichen Einrichtungen, um mir genau zu überlegen, was der eigentliche, wir sagen von Gott intendierte Auftrag ist, sodass es hoffentlich nicht nur meine, sondern auch eine Entscheidung ist, die Gott an mich herangetragen hat. Obwohl man Beruf und Berufung nicht unbedingt voneinander trennen kann, würde ich rein gewichtsmäßig von einer Berufung sprechen, zumal ich vorher einen Beruf hatte. Ich hatte zunächst einmal einen Lehrberuf, ich war Augenoptiker, hatte dann aber eine Berufung gespürt und habe daher noch einmal umgesattelt und den priesterlichen Dienst angefangen. Ich würde eher von einem Dienst als von einem Beruf im Sinne des Broterwerbs sprechen. Ein Dienst für die Menschen und für die Kirche. Ich kann mich gut erinnern, dass ich als Augenoptiker oft Schwierigkeiten hatte, aus dem Bett zu kommen, da die Motivation eine ganz andere war. Da ging es vor allen Dingen darum, dass ich eine existenzielle Sicherung brauchte und Geld verdienen musste. Es hat mir auch als Augenoptiker Freude gemacht, aber das war dennoch eine ganz andere Motivation. Als Priester weiß ich, dass Menschen mich in einer anderen Weise brauchen, als der Augenoptiker gebraucht wird. Quelle: www.berufsgeschichten.de

Bea, Leser_In

Zum Einen das regelmäßige reflektieren der eigenen Fähigkeiten, Neigungen, Ziele und Wünsche, um darauf basierend seinen Weg weiterzugehen und gegebenenfalls die notwenidigen Schritte einzuleiten. Und gerade von den Umwegen nimmt man oft am meisten mit. Zum Anderen denke ich ist es wichtig, dass man selbst in seiner Tätigkeit eine Wertschöpfung für sich und die Gemeinschaft sieht. Es ist wie es ist: Niemand wird von jemand zu etwas berufen. Das können wir nur mit uns selbst ausmachen, inwieweit wir uns mit unserer Tätigkeit identifizieren und diese wollen. Jeder Beruf wird auch Zeiten haben, die unangenehm und ätzend sind - und da kann man schon mal wirklich stöhnen und meckern, aber anschließend immernoch sagen können: \"Ja, ich bin auf dem richtigen, auf meinem Weg.\"

Ansgar Albers, Leser_In

Die Antwort auf diese Frage entspricht einer modernen Binsenweisheit: Selbstverwirklichung und Leidenschaft sind wertvoller als Geld. Dieser Aussage widerspreche ich nicht, jedoch führt sie ganz im Sinne der allseits beliebten Glücksforschung zu dem ständigen Zweifel, ob der aktuelle Beruf die eigene Zufriedenheit maximiert. In der Konsequenz steigen die Ansprüche in das Unerreichbare, das Bedürfnis nach dem perfekten Job erzeugt Leid und man vergisst seine derzeitige berufliche Tätigkeit zu schätzen.

Bernd Hillebrecht, Leser_In

Wegen einer \"oberflächigen Beratung\" vor ca. 50 (!) Jahren habe ich einen Beruf erlernt, der nicht meine Leidenschaft (die Elektrotechnik), jedoch auch einen Handwerksberuf beinhaltet. Das erlernte Wissen meines Berufes mit der Kombination zu der Elektrotechnik ergibt eine Befriedigung. Ob dies schon Berufung ist?

Jan Bosse, Leser_In

Genau nicht über ein dickes Ego, nackten Ehrgeiz und Ellbogen - sondern indem man immer auch den Zweifel zulässt, den Selbstzweifel und den von außen, indem man Selbstkritik und die eigene Kritikfähigkeit wachhält, sich und seine Tätigkeit immer wieder in Frage stellt statt sich selbstgefällig zu feiern - und indem man sich immer wieder klarmacht, dass man nicht auf Kosten anderer gut, erfolgreich und glücklich mit seinem Beruf werden kann - sondern nur im Team.

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Wann wird Benzin überflüssig?

Erdöl wird es noch eine ganze Weile geben. Nur zu einem viel höheren Preis. Grund genug sich über alternative Kraftstoffe Gedanken zu machen?

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Helmuth Meixner, Leser_In

Wenn die Mineralöl- und Autoindustrie zustimmt! Es gäbe längst alternative Treibstoffe, wenn man die entsprechende Infrastruktur aufgebaut hätte, aber man räumt die allerletzten Claims noch ab, bis hin zum Fracking mit dem man die letzten Tropfen wertvoller Ölressoursen aus dem Boden quetscht. Nach uns die Sintflut, so könnte man meinen. Nur einige große Firmen sorgen sich momentan um die Zukunft und gehen einen konsequenten Entwicklungsweg über Hybridantriebe zur Brennstoffzellentechnologie. Wenn man nur möchte, wäre sehr Vieles möglich.

Klaus-Olaf Zehle, Leser_In

im Moment gibt es noch ein paar Hürden: Hier mal zwei typische Fragen, die mir als Fahrer eines Elektrofahrzeugs immer wieder gestellt werden, zeigen auf, wo die Hindernisse liegen. 1. Wie ist das mit der Reichweite? Hier gibt z.B. das Tesla Model S mit realistischen 350 km die Antwort. Wenn ich zurückfrage, wie oft denn mein Gegenüber im letzten Jahr mehr als 200 km an einem Tag gefahren ist, wird es in der Regel ziemlich still. Ich habe inzwischen Strecken von 1.000 km/Tage mit entsprechender Planung schon entspannt zurückgelegt. 2. Wo kann ich Strom tanken? Die heimische Steckdose liegt nahe für Personen, die über einen eigenen Stellplatz mit Stromanschluss verfügen. Schwierig wird es für alle anderen und auf Reisen. Obwohl wir für Strom die am besten ausgebaute Infrastruktur haben, fehlt es hier. Und auf langen Strecken musste ich schon häufiger auf Lademöglichkeiten außerhalb der eigenen Garage zurückgreifen. Es gibt zwar in Deutschland inzwischen ein gut ausgebautes Stromtankstellennetz, aber: Entweder die Säule ist von einem Benziner zugeparkt, denn eine entsprechende gesetzliche Regelung fehlt noch, obwohl diese gerade in Planung ist oder ich könnte zwar Strom laden aber darf es nicht, weil der Energiebetreiber es nicht zulässt. Wir haben bei den Energiebetreibern derzeit eine Kleinstaaterei wie im 18. Jahrhundert. In Münster z.B. dürfen nur Kunden der Stadtwerk Münster laden. In anderen Städten haben sich Energiebetreiber zusammengetan und erlauben ihren Kunden gegenseitig das Laden, aber eben nur Ihren Kunden. So können z.B. Kunden der Energieversorgung Sylt bei den Ladesäulen der Stadtwerke München tanken, einem Vattenfall-Kunden aus Hamburg oder Berlin wird das verwehrt. Und dann gibt es noch Städte wie z.B. Lübeck, in denen es nicht eine einzige öffentliche Ladesäule gibt. Es muss noch was passieren, um die Akzeptanz zu steigern.

Louis Palmer, Leser_In

Müssen wir wirklich nach immer mehr Schieferöl, Arktisöl und Wüstenöl graben, weil uns sonst das Erdöl ausgeht? Sind wir den fossilen Treibstoffen wirklich dermaßen ausgeliefert? Sollte die Frage nicht heißen: Wann werden wir unsere Häuser nur noch mit Sonnenstrom versorgen (wie die Deutschen) und die Häuser nur noch mit Erdsonden heizen (wie die Schweizer), und wann werden wir nur noch Autos fahren, die mit Wind- und Sonnenstrom fahren (wie die Kalifornier)? Wann wird Erdöl überflüssig, weil es günstigere Energiequellen gibt? Dass es in Realität in diese Richtung geht, beweisen nicht nur die Verkaufszahlen der kalifornischen Elektroautoschmiede Tesla in den USA: Im Hochpreissegment hat Tesla dort die Hersteller von BMW bis Audi alle schon überholt. Das neue Tesla Model S führt die Statistik der meistverkauften Auto-Modelle (in Norwegen) schon an. Teslas Aktienkurse schießen durch die Decke. Und in wenigen Jahren werden Batterien für Elektrofahrzeuge (dank den Chinesen) so günstig sein, dass es keinen Preisunterschied mehr zwischen Benzin- und Elektrofahrzeugen geben wird. Die Frage nach dem letzten Tropfen Erdöl wird die Menschheit am Schluss gar nicht mehr groß kümmern. Ganz ehrlich: Who cares, wann der letzte Tropfen Erdöl gefördert wird. Es ist schön zu wissen, dass wir diesen letzten Tropfen gar nicht mehr brauchen werden. Diese Frage kann uns eigentlich total egal sein. Die Zeit ohne Erdöl hat eh schon begonnen.

Gerhard Roiss, Leser_In

Der Anteil von dem aus wertvollem Erdöl hergestellten Benzin am gesamten Treibstoffverbrauch nimmt aus mehreren Gründen laufend ab. Die Otto-Motoren werden immer sparsamer, der Anteil von Diesel-PKW und auch von alternativen Treibstoffen und Antriebssystemen nimmt zu. Wir sollten uns aber darauf einstellen, dass Benzin- und Verbrennungsmotoren nicht rasch und vermutlich auch nicht vollständig überflüssig werden. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zunächst die Versorgungs- und Betriebssicherheit: Bis heute kommt kein alternativer Treibstoff an die Verlässlichkeit und Verfügbarkeit von Benzin heran. Dann Energiedichte und Reichweite: Es gibt noch keine ernsthaften Alternativen zu den Flüssigtreibstoffen der Mineralölindustrie, die derartige Höchstleistungen zustande bringen. Außerdem globaler Wohlstand und Mobilität: Der Zugang zu leistbarer Energie ist eine Voraussetzung für höheren Lebensstandard und globalen Wohlstand. Vor allem Asien, Südamerika und Afrika sind da noch große Wachstumsgebiete. Und die Zukunft? Ich denke, sie gehört langfristig der Brennstoffzelle und dem Wasserstoff. Damit wird sich in den kommenden Jahrzehnten auch das Erscheinungsbild von Tankstellen ändern. Die Konsumenten werden aus einer Vielfalt an Fahrzeugmodellen, Antriebsarten und Treibstoffen wählen können. Und Benzin wird auch noch in den kommenden Jahrzehnten an der Zapfsäule zu haben sein.

Nora Fanderl, Leser_In

Auf diese Frage gibt es eine einfache Antwort: sobald wir in unserer Gesellschaft eine neue saubere Energiequelle als gesamtwirtschaftliche Grundlage erschließen, verarbeiten und speichern können. Momentan leiden aktuelle Entwicklungen wie Biogas-Methanisierung, Power-to-Gas, elektrische Speicher oder auch wasserstoffbasierte Technologien daran, dass sie eher Insellösungen im Gesamtenergiesystem darstellen und relativ unabhängig voneinander entstehen. Bei historischer Betrachtung ist interessant, welche Synergien sich durch die Etablierung der Elektrizität als neues branchenübergreifendes Energiesystem ergeben haben: Elektrizitätswerke entstanden Ende des 19. Jahrhunderts oft gleichzeitig mit elektrischer Straßenbeleuchtung, Infrastrukturen für elektrische Straßenbahnen und energieintensiven Industriestätten. Das heißt, solange Erdöl unter den heutigen Marktbedingungen weiter gefördert wird, wird auch Benzin seine Rolle als dominanter Mobilitätstreibstoff behalten. Was wir dringend brauchen, damit Benzin als Treibstoff überflüssig wird, ist ein neues komplementäres Energiesystem als Blaupause für die Städte der Zukunft, welches die dort anfallende Biomasse in Energie umwandelt, Algen zur solaren Wasserstofferzeugung im großen Maßstab einsetzt, Abwärme aus urbanen Produktionsstätten bei der Beheizung von Quartieren verwertet und verschiedenste Energiespeicher als ein virtuelles Verbundkraftwerk nutzt.

Oliver Stahl, Leser_In

Ein Leben ohne den Sprit, der durch die Venen unserer Welt schießt, ist nicht mehr vorstellbar und doch unvermeidbar. Allem Anschein nach wird die Menschheit eines Tages den kalten Öl- und damit Benzin-Entzug antreten müssen. Bestrebungen, die Unabhängigkeit von Erdöl-Produkten voranzutreiben wurden lange belächelt, dann halbherzig oder unter großem Widerstand angestossen und letztendlich aufgegeben. Das Ende des Erdölzeitalters stellt Gefahren für unsere eingefahrenen Wirtschaftskreisläufe und Denkmuster dar und wird jene belohnen, die sich rechtzeitig ernsthaft mit der Zukunft der Energie beschäftigt haben. Wann dieser Tag kommen wird? Vielleicht in 50, 70 oder erst 100 Jahren. Die Zeit wird es zeigen und unsere Gesellschaft wird sich darauf einstellen. Die Opfer werden groß sein und vermutlich die am härtesten treffen, die es ohnehin am schwersten haben. Und es wird eine gute Generalprobe für die Verteilungskrisen der Zukunft um Wasser, Sauerstoff und Nahrung sein.

Thomas Gemmrich, Leser_In

Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass zuallererst die Transportkosten, die weltweit viel zu niedrig sind, den realen Kosten angepasst werden. Dann kann wieder verstärkt dort produziert werden, wo die Waren auch verwendet und konsumiert werden. Dies führt im Ergebnis zu einer erheblichen Einsparung von Erdöl, so dass die vorhandene, begrenzte Ressource viel länger reicht. Im europäischen Rahmen kann dies auch durch eine Beaufschlagung des Benzins mit einer Steuer (statt LKW- oder PKW-Maut) erfolgen, lange Transportwege werden so teurer, und regionaler Verbrauch günstiger. Dadurch wird ein erheblicher Anreiz (und Druck) zur Entwicklung wesentlich wirtschaftlicher Verbrennungsmotoren geschaffen. Gleichzeitig wird auch die Entwicklung alternativer Kraftstoffe bzw. alternativer Antriebsysteme vorangetrieben.

Alfred Mayer, Leser_In

Wenn die Menschheit so weiter macht, wird Benzin bzw der Grundstoff Erdöl erst dann überflüssig sein, sobald der letzte Tropfen verbrannt und vertan sein wird. Dann auch noch die Kohle zu verprassen, wird der Menschheit allerdings nicht gelingen, weil die Erde mittendrin für menschliches Leben unbewohnbar sein wird. Die Reichen und Superreichen, die in ihrer Egozentrik dafür verantwortlich sein werden, hoffen allem Anschein nach, auf eine bis dahin entdeckte Ersatzerde in mindestens 100 Lichtjahre Entfernung auswandern zu können. Drum die heftig betriebene Weltraumerforschung. Ich hoffe auf den Aufstand der Nachdenklichen, der überhaupt nicht gewalttätig sein, aber bald kommen muß: www.demokratievonunten.blog.de

Ralph Schweng, Leser_In

In der Geschichte der Menschheit wurde schon oft Utopie zur Realität: - positiv wie Flüge ins All/zum Mond, vorher Flugzeuge, die andere Verkehrsmittel zwar nicht überflüssig machten,aber zu einer effektiven Alternative wurden - aber auch negativ, z.B. \"Big brother is watching you\" (George Orwell) oder Klimakatastrophen. Eines Tages wird eine Technik wie die des \"Beamens\" a` la \"Raumschiff Enterprise\" Benzin überflüssig machen...

Bernd Hillebrecht, Leser_In

Alle Antworten über die erforderliche Energieversorgung sind Das Benzin benötigt einen Ersatzstoff, der z. B. Strom oder Gas sein könnten. Gas hat viele Vorteile. Benzin kann durch Biogas substituiert werden. Die Verrottung von organischem Material erzeugt Methangas, welches ca. 30 mal schädlicher in unserer Atmosphäre ist als CO2. Verhindern tut dies die falsche Unterstützung von Maßnahmen zur Erzeugung von regenerativen Energien. Biogas ist ein Schlüsselergebnis wirtschaftlichen und ökonomischen und sogar ökologischen Überlegungen. Konsequent durchgeführt ersetzt dies Benzin und das Steigen des Meeresspiegels.

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Wie erreichen wir mehr Humanität?

Ist unsere Fähigkeit zur Empathie so zurückentwickelt, dass wir nur noch auf die größten Reize im Nachrichtenstrom reagieren? Wie lassen sich die Herzen öffnen, damit sich der Verstand austauschen kann? Ihre Antwort zählt und wird gedruckt.

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Henrik Lube, Leser_In

Jedes Individuum muss ein Vorbild fur andere sein. Jeder muss sich human und verantwortlich verhalten. So lassen sich andere dazu bewegen, ebenfalls human zu handeln.

Daniel, Leser_In

Indem wir die Frage \"Was bringt es MIR, wenn...?\" ersetzen durch den Grundsatz \"Wie kann ich dem ANDEREN in dieser Situation dienen?\" Indem wir Liebe zum Lebensprinzip machen und das nach den Worten von Jesus in der Bergpredigt auch denjenigen Personen gegenüber praktizieren, die sich uns gegenüber nicht wohlwollend verhalten. Indem wir Systeme verändern, die negative Verhaltensweisen verstärken und fördern - statt Egoismus und Konkurrenzdenken Kooperation belohnen. Indem wir anerkennen, dass jeder bei sich selbst anfangen muss und die Schuld nicht bei den Anderen oder irgendwelchen äußeren Einflüssen liegt. Indem wir heute anfangen, den Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld Gutes zu tun.

Sven, Leser_In

Es hat nie zuvor eine so weltumfassende Empathie gegeben wie heute. Dass man sich nicht allen Krisen gleichzeitig mit gleicher Intensität zuwenden kann, ist eher Aufmerksamkeits- und Kapazitätsproblem. Mehr Humanität entsteht durch Überwinden des falschen Dualismus von Gefühl und Verstand.

J.B. Haidinger, Leser_In

Die Herzen lassen sich öffnen. Der Festhalten an unser Ego, als unsere einzige Führungsinstanz, ist nicht genug. In der Dualität gibt es einen Gegenspieler, der uns die richtigen Wege aufzeigt. Wenn somit das Ego sich unterordnet, beginnt sich das Herz zu öffnen und lässt natürliches Mitgefühl entstehen. Alles was wir erleben, ist ein Spiegel unseres Selbst. Um die Wirklichkeit zu ändern, müssen wir mit unserem Selbst beginnen und nicht im Aussen.

Cornelia Brähler, Leser_In

Durch Menschlichkeit schon in der Familie: höflichen Umgang miteinander, schon Kindern gegenüber. Respektieren der individuellen Grenzen. Das ist der Grundstein für alles.

Stephan, Leser_In

\"Ich\", \"Ich\", \"Ich\"...das ist das Problem. Durch den Tag hetzen, keine Zeit mehr haben um zur Ruhe zu kommen, versuchen, für sich etwas zu tun, um dem täglichen Streß zu entkommen. Sich zu belohnen für die Arbeit, die man sich schließlich macht. Und dabei...ja, dabei vergessen, dass es viele Mitmenschen gibt, die unsere Hilfe benötigen würden. Der Focus muß vom eigenen \"Ich\" genommen werden. Wie man das erreicht? Eine Musterlösung gibt es nicht, aber vielleicht einen langen Weg.Wer laut redend oder mit mp3-player auf den Ohren durch den Wald geht, der wird nie die Vögel hören. Vielleicht ist man dann mit sich selbst zufrieden, aber unsere Umgebung wirklich mitbekomen haben wir nur durch einen Teil unserer Sinne. Erst wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen (\"zu zuhören\"), kann man die Empfindungen und Stimmen(...ungen) aufnehmen, die Bedürfnisse anderer erkennen.

Udo Goldstein, Leser_In

In dem das Wort \"Empathie\" schon in den Wortschatz der Kleinkinder (natürlich altersgemäß) bei jeder passenden Gelegenheit an praktischen Beispielen dargestellt wird. So dass sich dieses Bewusstsein im täglichen Alltag fortsetzt ohne das der Einzelne noch darüber nachdenken muss, sondern in seiner täglichen Kommunikation einfließen lässt.

Mathildis Schmitz, Leser_In

Indem wir uns wieder mehr wirklich für andere Menschen interessieren und nicht nur um uns selbst und unser eigenes Wohlbefinden und Fortkommen kreisen.

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