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Wie altert man in Würde?

Wir leben in einer Gesellschaft, die notwendige Vorkehrungen fürs Alter gerne beiseiteschiebt. Teilen Sie uns mit, wie sich ein Übermorgen voller Lebensfreude sichern.

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Walter Hömberg, Leser_In

Der Eintritt in den sogenannten Ruhestand ist ein großer Einschnitt. Die längste Phase im Leben war bestimmt vom Beruf – und diese ist jetzt offiziell abgeschlossen. Wenn man gesund ist und noch voller Energie, dann bedeutet die Verabschiedung in den „Ruhestand“ nicht selten auch eine narzisstische Kränkung. Wie geht man damit um? Hier lassen sich drei Typen beobachten: Der erste Typ ist der Weitermacher. Ein Onkel von mir, ein bedeutender Archäologe, ging auch jenseits der Achtzig noch jeden Tag in „sein“ Institut, er hielt Vorträge und schrieb Aufsätze über sein Fachgebiet – als wenn sich nichts geändert hätte. Der zweite Typ ist der Anknüpfer. Er knüpft an seine Erkenntnisse und Erfahrungen an, freut sich aber, dass er jetzt all die Pflicht-Übungen auf dem Eis der beruflichen Routinen nicht mehr laufen muss, sondern sich ganz der Kür widmen kann. Der dritte Typ ist der Neubeginner. Er beginnt vielleicht ein Liebhaberstudium in einem Orchideenfach. Oder er schultert den Rucksack und geht endlich auf die lange verschobene Weltreise. Ich versuche, Typ II und Typ III zu verbinden: anzuknüpfen an alte Erkenntnisse und Einsichten – und sie zu ergänzen durch neue Erfahrungen und durch Exkursionen in unbekanntes Land. Die Lebensfreude ist dabei wichtiger als die „Würde“.

Frank F., Leser_In

ich habe keine Riesterrente ich habe kein Vermögen das man erwähnen könnte und morgen ist ein neuer Tag, übermorgen der nächste, .......

Holger Pohl, Leser_In

Wir haben unser Haus vor 12 Jahren so geplant, dass wir durch den Einbau einer einzigen Wand zwei Wohnungen schaffen und die untere barrierefrei für uns im Alter nutzbar ist. Die verbliebene Wohnung ist von der Größe her ausreichend mit freiem Zugang in den Garten. Die obere Wohnung ist für eine Familie gross genug. Wir würden diese im Zweifel vermieten und die Einnahmen für Reisen nutzen - hoffen aber dass eines unserer Kinder später mal mit Ihrer Familie dort einziehen wird. Das ist allerdings Zukunftsmusik. Die Kinder sind 6 und 9 Jahre.

Matthias Haninger, Leser_In

Wie definiere ich altern ? Verhaltensweisen, Aussehen oder Lebensstile sind dafür nicht mehr geeignet, weil die Grenzen zwischen den Generationen zu fließend sind heutzutage. Aber wenn ich merke ich bin körperlich oder mental nicht mehr in der Lage etwas zu tun, obwohl ich es möchte hängt es mit dem Alter zusammen. Der Verzicht hierauf ohne Reue, das Bewusstsein zu haben das Fähigkeiten endlich sind und damit Dinge jetzt zu tun bevor es zu spät ist, bedeutet in Würde altern. Es ist vorwiegend eine Einstellung.

Rolf-Jürgen Simon, Leser_In

Ich versuche schon jetzt fit zu bleiben; geistig und körperlich. Natürlich ist auch fininazielle Sicherheit unabdingbar um lebensfroh zu altern. Für mich gehören auch Reisen, Wandern und gutes Essen dazu.

Karin Unkrig, Leser_In

Was ich mir für das Alter vorgenommen habe Nicht über Neues schimpfen, die «gute alte Zeit» ruhen lassen. Die Dinge nehmen ihren Lauf, wer weiß – vielleicht rückt Besseres nach? Nicht über Zipperlein klagen, es macht sie weder kleiner noch erträglicher. Junge Leute interessieren sich nicht dafür, ältere Semester kämpfen selber damit. Nicht Verlorenem nachtrauern, sondern etwas anbieten: Du hast zu viel Zeit, deine Kinder meist zu wenig Nicht in Sack und Asche gehen, in Popelinejacken und Beigegrau. Chic und Charme verblassen von allein, ehe du dich versiehst. Nicht unablässig vergleichen, mit Blick auf den eigenen Vorteil. Einer scheidet immer aus, Am Ende bist du es selbst. Nicht an Materiellem festhalten, du kannst es nicht hinüberretten, in die «andere Welt». Aber krachend verlieren, unterwegs.

Rainer Fassnacht, Leser_In

Würde ist das Bewusstsein des eigenen Wertes, daher gibt es hierfür keine gesellschaftliche Lösung sondern nur individuelle, ganz persönliche.

Roland Dopfer, Leser_In

indem man die einschränkungen des alters akzeptiert und nicht immer auf krampf versucht jung zu bleiben. lebenserfahrung ist ein wichtiges gut.

Harald Gruber, Leser_In

Weiterhin an der eigenen Bildung arbeiten

Oliver Breuer, Leser_In

Selbstbestimmt, aber nicht vereinsamt und – so gewünscht – mit Hilfestellungen.

Susanne Tyll, Leser_In

Die meisten – nicht nur älteren - Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Viele müssen das auch. Wohnumfelder sollten so gestaltet sein, dass sie diesen Bedürfnissen entsprechen. Weniger Barrieren bedeuten höheren Komfort für alle Menschen. Ältere Menschen bewegen sich viel zu Fuß, mit Fahrrad, Gehhilfen oder Rollator. Das direkte Wohnumfeld gewinnt mit steigendem Alter an Bedeutung. Der Bewegungsradius wird häufig kleinräumiger. Viele ältere, aber auch jüngere Menschen mit und ohne Mobilitätseinschrän-kungen (auch: Kinderwagen, schwere Einkaufstaschen etc.) tun sich mit Barrieren schwer. Die Wohnumgebung ist mit entscheidend für alltägliche Routinen: Rituale, Kontaktaufnahme, allgemeine Versorgung, Sicherheitsgefühl, Bewegungsmöglichkeiten und somit Gesund-heitsprävention, Selbstbestimmtheit und Selbständigkeit. ALLE Quartiere sind unterschiedlich. Die Bedürfnisse der jeweiligen Menschen sind verschieden, de-ren Beteiligung unabdingbar. Wünschenswert wäre ein flächendeckendes Angebot von professionel-len Wohnberatungsstellen mit kostenlosem und unabhängigem Beratungsangebot zu allen Fragen des Wohnens - präventiv und bei Mobilitätseinschränkungen. Das beschleunigt und unterstützt die Anpassung der vorhandenen Wohnungsbestände bzw. Quartiere an die individuellen Bedürfnisse. Ziel einer solchen Quartiersentwicklung ist auch, möglichst allen Menschen den Verbleib in ihrer vertrauten Wohnung dauerhaft zu ermöglichen oder zumindest individuellen „Ersatz“ wie z. B. Wohngemein-schaften in der Nachbarschaft anzubieten.

Alexander Held, Leser_In

Für mich stellt sich viel eher die Frage, wie ich „würdevoll“ in der Zukunft definiere. Was wird in 20, 30 Jahren für mich würdevoll sein? Wieviel brauche ich im Alter noch von dem, was ich im bisherigen Leben angehäuft habe? Sollte ich mich nicht eher von vielem befreien und „mit leichten Gepäck“ in den Endspurt gehen? Wenn ich sehe, wie meine Eltern sich um Ihren Besitz gesorgt haben, statt besser von dem zu leben, was sie Zeit ihres Lebens erwirtschaftet haben, stimmt mich das nachdenklich – derzeit denke ich, ich würde es gern anders machen. Schaffe ich es, den Verlust von Teilen meiner Freunde zu verkraften? Und gelingt es mir, neue Freundschaften zu bilden und mir die Neugierde auf mir unbekannte Menschen zu bewahren? Wo und wie werde ich diese neuen Freunde finden? Bestimmt wird das Leben im Alter entschieden besser sein, wenn man teilen und sich mitteilen kann! Ich lebe derzeit in einem Bauprojekt mit vielen Familien – dieses lebendige und soziale Miteinander würde ich gern behalten. Ich hoffe auf eine stabile Gesundheit, die es mir erlaubt, in Würde und selbstbestimmt zu altern. Denn leider muss ich aus Erfahrung davon ausgehen, dass auch zukünftig die Würde des Alters an der Kante des Krankenbetts enden wird.

Wolf Allihn, Leser_In

Da ich bei dieser Frage sagen darf und muss, dass ich 85 Jahre alt bin, kann ich sie nicht nur theoretisch, sondern aus der gelebten Erfahrung eines ‚Alterns in Würde‘ heraus beantworten. Ich bin rundum gesund und munter, freue mich des Lebens und denke diesen Zustand noch lange beibehalten zu können (kleinere Wehwehchen, wie ich sie auch schon vor 50 Jahren hatte, werden behandelt und müssen hier nicht erwähnt werden). --- Natürlich muss dieser Zustand erarbeitet und ‚verdient‘ sein. Ich zähle kurz auf, was ich dabei für besonders förderlich halte: Das Wichtigste ist, dass man beim Eintritt in den Ruhestand schnell eine Aufgabe findet, die einen ausfüllt – Selbständige haben damit weniger Probleme, da sie einfach ihren Betrieb weiterführen. Arbeitnehmer müssen da herangeführt werden bzw. sich selbst auf diese Aufgabe schon während ihrer Berufstätigkeit vorbereiten. Herumsitzen und auf den nächsten Frühschoppen warten bedeutet Konservierung von Leere. Die zahllosen Möglichkeiten muss ich nicht aufzählen, das Hobby z. B. kann man zum 2. Beruf machen, eine ehrenamtliche oder Sozialhelfer-Tätigkeit kann übernommen werden. Das macht Sinn, kann erfüllend sein und gibt im Erfolgsfall Lebenssinn, und darauf kann der Mensch nicht verzichten. Die Versorgung der Enkel allein wird das nicht leisten können, auch Reisen dienen mehr dem Müßiggang als wirklicher Fortbildung und dem Erreichen von Zielen selbstgestellter Aufgaben. Zur Erhaltung der körperlichen Frische ist Bewegung wichtig, und zwar als sportliches Training. Übliche Gartenarbeit oder Spaziergänge mit dem Hund leisten das meist nicht, da v. a. die Organe (Herz u. Kreislauf!) durch Übung heftig in Gang gebracht werden müssen, damit sie in Form bleiben. Das können alle Sportarten leisten. Herzklopfen und Schwitzen sind die Gradmesser - wo, wie beim Schwimmen, Schweißbildung auf der Haut nicht möglich ist, sollte die Sauna für Ausgleich sorgen. Hinzu kommt: Sport ist schon an sich Lebensfreude. - Meine Situation, das gebe ich zu, war und ist extrem günstig, da ich im Beruf auch Sportlehrer war, und sportliche Bewegung ist bis heute für mich quasi Lebenselixier. Wer solches nicht vorweisen kann, sollte sich im jugendlichen und mittleren Alter darauf vorbereiten, einer älteren Dame oder dem bejahrten Herrn fällt es schwer, noch den richtigen Dreh zu kriegen. Als weiterer essentieller Punkt gilt: Die geistige Aktivität muss erhalten, gepflegt, fortgebildet und möglichst zu neuen Einsichten geführt werden. Lesen, Schachspielen, Kreuzworträtsel raten, Schreiben, sich neue kulturelle Welten erarbeiten usw. halten wach und frisch und verzögern die Demenz-Entwicklung. Wichtig ist die denkerische Anstrengung bei der Tätigkeit, die am Ende auch befriedigend ist. Verführerisch, aber nivellierend sind die meisten Unterhaltungsveranstaltungen, da sie immer dieselben Denk- und Verstehensmuster ansprechen und die Großhirnzellen nicht stimulieren und ihnen Reaktionen abringen. Hierzu gehören zweifellos viele Fernsehsendungen, die ohnehin zur Passivität zwingen, vor allem auch reißerische oder seichte Filme. – Meine Situation ist gekennzeichnet durch vielerlei geisteswissenschaftliche Uni-Studien mit Abschlüssen einschl. Promotion und Berufstätigkeit. Da habe ich im ‚Ruhestand‘ weitergemacht, lese viel, schreibe Briefe und Belletristik, mache Musik und gebe privat akademische Autorenfortbildungs-Seminare. Schließlich ist es wichtig, das persönliche Lebens-Umfeld zu gestalten und selbst in Gang zu halten. Ob in Partnerschaft lebend oder als Single, der Haushalt muss weiterlaufen, vom Ordnung machen über das Einkaufen und Kochen (beides sind jetzt besonders freudvolle Tätigkeiten!), Schriftkram erledigen, Geburtstage von Angehörigen wahrnehmen, Gäste versorgen, Freundschaften pflegen, die Liebe nicht zu vergessen. Und so weiter. --- All dieses ist nicht nur als Spaß und Vergnügen zu betrachten, sondern als rhythmisch entspannende Abwechslung von den anderen, manchmal anstrengenden Aktivitäten. Es kann bewusst als Leben in Schönheit gestaltet werden, im achtsamem Umgang mit geistigen Inhalten, Blumen und Kunst.

Regina Scholten, Leser_In

Wenn ich(59J.) an das Alter denke, fallen mir zwei Begriffe ein. Respekt und Disziplin Ich wünsche mir, dass man mit mir im Alter, wenn ich auf andere Hilfe angewiesen bin,respektvoll umgeht. Respekt ist etwas, was ich von kleinauf in meinem Elternhaus gelernt habe. Man achtete die Eltern, Lehrer und älteren Personen. Und so haben auch wir unsere Eltern und Schwiegereltern bis zum Tode respektvoll begleitet. Ich kann mein Alter nicht planen, ob in einer WG, im Umfeld von unseren Kindern oder in einem Heim. Aber mit Disziplin versuche ich, möglichst lange gesund zu leben, (Sport, gesunde Ernährung,strukturierter Tagesablauf), um keinem zur Last zu fallen.

Markus H, Leser_In

indem man nicht peinlich versucht, immer noch so zu sein wie die Jungen.

Regine Wilms, Leser_In

In erster Linie, indem man zu seinem Alter steht und sich die Vorzüge klar macht. Jedes Alter hat seine eigenen Stärken. Ich werde gelassener, ich kann jedes Jahr besser Dinge an mir abperlen lassen, die mich in jüngeren Jahren in Aufruhr versetzt hätten. Ich steige nicht mehr auf jede Provokation ein, sondern auf die, die mir sehr am Herzen liegen. Da kann ich mich mit Maß und Leidenschaft und Zeit! Engagieren. Ich kann mich besser schützen gegen Überforderung, unausgesprochene Erwartungen und kann besser mit einem Lächeln Nein sagen. Im Alter kann man wesentlich besser unterscheiden, was man ändern kann und was nicht. Man wächst in den Luxus hinein, nur noch Dinge zu machen und Kontakte zu pflegen, hinter denen man steht und die Freude machen. \"Anstandshalber\" muss gar nichts mehr sein. Die Kleidung wird bequemer oder auch kühner, lange uneingestandene Wünsche erfüllt. Diese Alterswürde ist völlig unabhängig vom Gesundheitszustand oder Portemonnaie.

Thomas Sturm, Leser_In

Top 1 :Ein ständiger Kampf gegen den biologischen Prozess des Altern ist sinnlos und frustrierend - küssen wir lieber unsere Runzeln. Top 2 :Lasst die Erotik im Alter nicht sterben- auch im Alter machen Berührungen, Umarmungen, Sex noch Freude und erhalten Lebenslust und Sinnlichkeit. Top 3 : Werdet nicht zu Couch Potatoes - im Sarg könnt ihr noch lange genug liegen. Top 4 : Schöpft eure Potentiale aus - reist, macht Sport, geht Hobbies nach, lest, geht ins Theater und Kino, spielt ein Instrument (auch Spielen im Lazarettorchester macht Freude.. Top 5 : Akzeptiert Zipperlein wie ein schlechter werdendes Gedächtnis- solange ihr noch die Namen eurer Partner und euren eigenen Namen kennt, ist alles okay. Top 6 : Humor ist unglaublich wichtig um mit unseren nachlassenden Fähigkeiten witzig und damit entlastend umzugehen. Top 7 : Widerlegt das Vorurteil \" Alt und doof\". Redet mit , streitet mit, mischt euch politisch ein, kommuniziert ( das durchschnittliche deutsche Ehepaar spricht angeblich nur noch vier Minuten am Tag miteinender- z.B. \" noch vier Minuten am Tag miteinander z. B. \" Das Bier ist alle \") Top 8 : Dresst euch gut- spielt aber nicht den Berufsjugendlichen bis zum 90. Geburtstag. Hinweis an der Disco: \"Opa, der Friedhof ist 100 Meter weiter\". Wichtigste Prämisse für die Zukunft: Oben klar und unten dicht, dann ist alles okay !

Volker Siehr, Leser_In

Würde ist ein grosses Wort. Aber vielleicht kommt man dem würdevollen Altern am nächsten, indem man versucht ähnlich bewusst und verantwortungsvoll zu leben wie vorher auch nur dass sich möglicherweise die Schwerpunkte etwas verschieben: nicht so viel an sich zu denken, sondern für andere ob in der Familie oder der Gesellschaft da zu sein, die immer kostbarer werdende Zeit bewusst und sinnvoll nutzen, sich an den täglichen Dingen und der Natur erfreuen, durch Sport, Bewegung und ausgewogene Ernährung sich gesund erhalten und wenn es dann doch soweit kommen sollte, dass Krankheiten das Leben bstimmen, versuchen das Los anzunehmen und nicht zu erwarten, dass man im Mittelpunkt steht.

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