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Wie schmeckt das gute Gewissen?

Genuss und Nachhaltigkeit müssen keine Gegensätze sein. Man kann sie auch gleichzeitig leben. Berichten Sie uns von Ihrer Entdeckungstour nach Produkten und Konzepten für einen verantwortungsvollen Lebensstil.

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Rainer Froese, Meeresbiologe Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar)

Aus Fehlern lernen

Meeresfrüchte sind gesund und schmecken gut. Und sie können bei vernünftiger Nutzung einen dauerhaften Beitrag zur Ernährung der wachsenden Menschheit leisten. Aber leider siegt Gier immer wieder über Vernunft und so sind die meisten Bestände von Meeresfrüchten überfischt. Viele sind vom Zusammenbruch bedroht und einigen – zum Beispiel unserem Aal – droht sogar das Aussterben. Was kann man also tun, wenn man mit gutem Gewissen Meeresfrüchte essen will? Man muss sich informieren. Das weitverbreitete MSC-Siegel hält leider nur bedingt, was es verspricht: Überfischung ist ausdrücklich erlaubt, nur bei Fängen aus Beständen, die vom Zusammenbruch bedroht sind, wird das Siegel entzogen. Die Einkaufsratgeber von Greenpeace oder dem WWF sind da schon kritischer, aber es ist durchaus mühsam, im Kleingedruckten nach Ausnahmen von der Überfischung zu suchen. Die Auszeichnung auf den Verpackungen ist auch nicht sehr hilfreich: das Fanggebiet FAO 27 deckt zum Beispiel den ganzen Nordost-Atlantik ab, und da gibt es sowohl gesunde als auch zusammengebrochene Bestände von Hering und Co. Verantwortungsbewusste Handelsketten wären eine mögliche Lösung. Also Druck auf die großen Handelskonzerne ausüben, damit die nur Meeresfrüchte anbieten, die a) nicht überfischt werden, b) eine gute Bestandsgröße haben und c) schonend, also nicht mit Grundschleppnetzen gefangen werden. Dann kann es wieder heißen: „Butter bei die Fische.“

Leona Ritter von Stein, Leserin

Wissen, was man isst

Nachhaltigkeit und gutes Essen – für mich zwei Dinge, die sich wunderbar kombinieren lassen und gleichzeitig Raum für Bedachtheit und Entschleunigung schaffen. In der heutigen Zeit sind wir es gewohnt, ständig und überall auf Nahrungsmittel aus der ganzen Welt zuzugreifen. Das bedeutet nicht nur hohe Energiekosten für den Transport, sondern auch eine völlige Entfremdung von unseren Lebensmitteln. In unseren Fertigprodukten werden Inhaltsstoffe aus der ganzen Welt zusammengewürfelt. Oft wissen wir nicht, was da eigentlich drin ist. Für mich ist das kein Zustand. Ich freue mich darüber zu wissen, wo mein Essen herkommt und dass ich es ohne schlechtes Gewissen genießen kann. Einen Einkauf auf dem Wochenmarkt, wo ich meinen Gemüsebauern kenne, ziehe ich immer dem in Plastik eingepackten Gemüse aus dem Supermarktregal vor. Saisonal zu essen schafft wieder mehr Raum, sich den Jahreszeiten bewusst zu werden. Wenn man einen Balkon oder Garten hat, ist der eigene Anbau von Obst und Gemüse der beste Weg, sich wieder mit unseren Nahrungsmitteln auseinanderzusetzen. Die Arbeit und die Zeit, die hinter dem Wachsen und Reifen einer Tomate im eigenen Garten stecken, machen einem deutlich, wie wertvoll diese eigentlich ist. Mein gutes Gewissen habe ich im Genuss meiner eigens angebauten Tomaten wiederentdeckt. Und wenn ich dann einmal reise, freue ich mich umso mehr, dort die lokalen Gerichte und Geschmäcker zu erleben.

Christine Chemnitz, Referentin für Internationale Agrarpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung

Schätze dein Essen

320 Millionen Tonnen Fleisch wurden im Jahr 2016 weltweit produziert. Das ist ökologisch, sozial und auch ethisch nicht vertretbar. Das meiste Fleisch wird von Menschen in Industrieländern gegessen. Etwa 60 Kilogramm sind es pro Kopf und Jahr in Deutschland. Der Preis: Flächen, drei Mal so groß wie Deutschland, auf denen Gen-Soja als Futtermittel angebaut wird. Menschen, die dafür von ihrem Land vertrieben werden und dort keine Lebensmittel mehr produzieren können. Flüsse und Grundwässer, die von Gülle belastet sind. Gegen Antibiotika resistente Keime auf unserem Fleisch, weil Tiere unter schlechtesten Bedingungen gehalten und krank werden. Und nicht zuletzt Bauern, die ihre Landwirtschaft aufgeben müssen, weil sie von den Billigpreisen nicht leben können. Das gute Gewissen schmeckt anders: Es kommt nicht abgepackt aus dem Kühlregal. Fleisch verdient Wertschätzung. Dafür müssen Tiere artgerecht gehalten werden und Bauern fairere Preise erzielen. Tiere brauchen Platz und Gesellschaft. Wir brauchen eine Tierhaltung, die ohne Gentechnik und Antibiotika auskommt und die Böden und Biodiversität schützt. Das funktioniert nur mit einem deutlich geringeren Konsum und einer besseren Politik. Jeden Tag zwei Mal Fleisch zu essen ist kein Luxus, sondern Gedankenlosigkeit. Fast 90 Prozent der Menschen in Deutschland wollen eine bessere Tierhaltung – die Politik muss nun endlich liefern und die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Julia Rossteuscher, Leserin

Gesunde Mischung

Wenn man Helmut Schmidt diese Frage stellen könnte, würde er vielleicht antworten: „rauchig, mit einer leichten Mentholnote“. Wahrscheinlich würde er aber auch sagen: „Ich habe fast mein ganzes Leben geraucht, mein Gewissen hat sich aber nie damit belastet.“ Wenn man jeden Spaß und jeden Genuss auf die Goldwaage legt und es sich nur gutgehen lässt, wenn die CO2-Bilanz stimmt, läuft man Gefahr, zur verbiesterten Spaßbremse zu werden. Es läuft dann darauf hinaus, dass man zum Bilanzbuchhalter seines eigenen Lebensstils wird und darüber vergisst, was wirklich wichtig ist: für sich und die, die man liebt, das Beste aus der Zeit zu machen, die uns vergönnt ist. Wenn man dabei einen halbwegs nachhaltigen Lebensstil, gewürzt mit viel Spaß am Leben, zustande bringt, hat auch das Gewissen ein sanftes Ruhekissen, auf dem es sich ausruhen kann.

Alexa Iwan, Ernährungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin

Mach den Anfang

Mein gutes Gewissen schmeckt bio. Ich bin davon überzeugt, dass wir als Gesellschaft sowohl im Sinne der Nachhaltigkeit als auch der Krankheitsprävention zu natürlichen und unbehandelten Lebensmitteln zurückkehren müssen. Der überhöhte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Massentierhaltung sowie die technologische Verarbeitung von Lebensmitteln zu zum Teil völlig unnatürlichen Produkten laufen meinem persönlichen Verständnis von „gutem Essen“ zuwider. Das, was wir essen, hat enormes Potenzial, uns Menschen gesund und leistungsfähig zu halten. Ebenso trägt die ökologische Landwirtschaft dazu bei, unsere Böden auf Dauer fruchtbar zu halten und Nutztieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Ich möchte kein Fleisch von Tieren essen, die ihr Leben lang leiden mussten. Ich möchte keine Milch trinken, deren Fettmoleküle durch technologische Prozesse zerstört wurden, so dass mein Körper Substanzen aufnimmt, die es in der Natur gar nicht gibt. Ich möchte keinen Brokkoli essen, auf den Glyphosat gekippt wurde. Und ich möchte keinen Joghurt essen, dessen Geschmack aus dem Labor kommt. Deshalb bin ich sehr froh, dass sich in meinen Wohnort neben den üblichen Supermarktketten ein Bioladen angesiedelt hat. Dort kaufe ich alle Grundnahrungsmittel wie Gemüse, Obst, Milch, Käse, Eier, Brot und Öl. Den Rest hole ich je nach Bedarf und Saison auch woanders. Denn es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein – und um das Signal.

Andreas und Cornelia Wobar, Winzer

Verborgenes Potenzial

Genuss und Nachhaltigkeit sind für uns als Winzer Motivation für unsere tägliche Arbeit. Wir bauen ausschließlich sogenannte pilzwiderstandsfähige Sorten (PIWIS) an. Damit reduziert sich der Pflanzenschutzmitteleinsatz gegenüber traditionellen Rebsorten um bis zu 70 Prozent und es folgt daraus ein sparsamer Ressourceneinsatz: Wir fahren weniger oft mit dem Traktor in den Weinberg, haben weniger Bodenverdichtung in den Reihen und reduzieren den CO2 -Ausstoß gegenüber traditionellen Rebsorten, die sechs bis zehn Mal mit Fungiziden behandelt werden. Wir achten auf einen Stoffkreislauf, der Rebschnitt verbleibt als Biomasse im Weinberg. Unsere Weinlese ist Handlese, nur gesundes Lesegut kommt in den Keller als Voraussetzung für hochqualitative, reintönige und fruchtige Weine. Der umweltschonende Weinanbau mit PIWIS hat nur einen großen Nachteil: Die Sorten sind noch wenig bekannt. In Deutschland werden nur 2,5 Prozent der Rebfläche mit PIWIS angebaut. In Blindproben überraschen PIWI-Weine immer öfter renommierte Fachjuroren und Sommeliers. In unseren Weinbergführungen mit Weinproben sind unsere Gäste immer sehr von der hohen Qualität und vom Geschmack überrascht. Der Geschmack der Weine war für uns bei der Sortenwahl ein wichtiges Kriterium. Wir bauen drei PIWI-Weißweine und einen Rotwein trocken aus und legen einen Teil des Rotweins ins Barrique. Genuss und Nachhaltigkeit sind miteinander vereinbar – davon sind wir überzeugt.

Marco Heinzmann, Leser

Bio und fair

Süß, leicht nussig, mit einem Hauch Vanille, zart schmelzend auf der Zunge. So schmeckt das gute Gewissen in Form eines Stücks Schokolade. Wenn ich dieses genieße, habe ich gleichzeitig ein richtig gutes Gewissen, wenn ich weiß, dass der Kakao in der Schokolade fair und biologisch angebaut wurde.

Sabine Huber, Leserin

Platz für kleine Sünden

Ich muss mir oft Kommentare anhören, dass ich essen kann, was ich will, und trotzdem schlank bleibe. Das liegt angeblich an meinem tollen Stoffwechsel. Die Wahrheit sieht aber anders aus. Ich esse tatsächlich schon immer sehr gern und auch etwas mehr im Vergleich zu der einen oder anderen Freundin. Aber ich treibe seit jeher auch sehr viel Sport, sodass ich mir die eine oder andere „Sünde“ leisten kann. Nach dem Sport schmeckt die übrigens am besten.

Frank Ochmann, Insektenkoch

Gesundes Essen für alle

Ich bin seit 16 Jahren Insektenkoch und war damals lediglich auf der Suche nach neuer Küche. Seit etwa sieben Jahren ist das Thema Insektenküche sehr populär: als Alternative zu Fleisch, aber auch als Proteinlieferant in Fragen der Welternährung. Hier in Europa ist Insektenküche inzwischen hip. Viele Startups versuchen, auf den Zug aufzuspringen, sie wollen ihre Burger aus Mehlwürmern oder Maden vermarkten. Allerdings landen so am Ende meist Zusatzstoffe im Essen – so schmeckt bestimmt kein gutes Gewissen. Ich lege Wert auf gesunde Küche mit Eigengeschmack. Die Hemmschwelle gegenüber Insekten sinkt, aber viele haben noch immer eine zwiespältige Haltung. Ich versuche, das durch meine Streetfood-Aktivitäten zu ändern, die ich seit drei Jahren intensiv betreibe. Hier kann jeder für ein paar Euro probieren, wie Insekten schmecken. Wenn man eine Botschaft vermitteln will, muss man vor allem da sein. Ich bin das seit 16 Jahren. Es ist ein langsamer Weg, aber inzwischen berate ich sogar Universitäten, etwa bei Fragen der Züchtung oder der Möglichkeit, Insekten als Rinderfutter zu verwenden. Qualität braucht Zeit, setzt sich am Ende aber auch durch. Meine Mission ist – vor allem an junge Köche gerichtet – das Bewusstsein zu schärfen. Es geht um so viel mehr als um Kochen und Geschmack. Es geht um CO2-Emission, Massentierhaltung, gesundes Essen ohne Zusatzstoffe und Nahrung für alle.

Friederike Feil, Ernährungs- und Stoff- wechselexpertin und ehemalige Profisportlerin

Gut investiert

Jeder kennt es, das schlechte Gewissen, wenn man mal wieder mit der Torte, dem Burger oder der Packung Chips über die Stränge geschlagen hat. Das schlechte Gewissen schmeckt für die meisten nach unnötigen Kalorien. Andere bekommen ihr schlechtes Gewissen eher beim Verzehr von tierischen Produkten. Die einen stellen ihre Diät dann auf fettarm und kalorienreduziert um, die anderen mutieren zum Veganer. Was macht man nicht alles fürs gute Gewissen. Als Nährstoff- und Stoffwechselexpertin weiß ich jedoch, dass wir unserem Körper mit beiden Ernährungsformen nichts Gutes tun. Viele essenzielle Nährstoffe, die unser Körper braucht, um optimal zu funktionieren, nehmen wir vorwiegend über tierische Produkte zu uns. Das sind vor allem B-Vitamine, Zink, Eisen, Lysin, Omega-3-Fettsäuren und Eiweiß. Und durch eine fett- und kalorienreduzierte Ernährung kommt der Körper in einen gefährlichen Mangelzustand. Die größte Gefahr für das gute Gewissen beim Essen sind für mich die modernen hochbearbeiteten Lebensmittel – Massenvernichtungswaffen, die wir uns selber geschaffen haben. Wir kaufen gemäß dem Motto „Geiz ist geil“ und schenken den Lebensmitteln keine Achtsamkeit mehr. Für mich ist gutes, hochwertiges Essen ein Akt der Selbstliebe. Die Zeit und das Geld, die man in sein Essen investiert, egal ob beim Einkauf oder bei der Zubereitung, ist Zeit und Geld, das man in sich selber steckt. Dann kommt das gute Gewissen von ganz alleine.

Lars Degger, Leser

Viel zu viel Müll

Wenn die (Bio-)Lebensmittel in Supermärkten in Plastik verpackt sind, dann kann ich mich als Verbraucher nur ärgern. Als Konsument hat man Verantwortung, aber ich finde es nicht richtig, den Verzicht auf Plastik allein dem Verbraucher zu überlassen. Das müsste auf jeden Fall gesetzlich strenger geregelt werden. Bei dem, was an Plastik an der Obst- und Gemüsetheke mitverkauft wird, kann keiner ein gutes Gewissen haben.

Lars Degger, Leser

Viel zu viel Müll

Wenn die (Bio-)Lebensmittel in SupermärkteninPlastikverpacktsind, dann kann ich mich als Verbraucher nur ärgern. Als Konsument hat man Verantwortung, aber ich finde es nicht richtig, den Verzicht auf Plastik allein dem Verbraucher zu überlassen. Das müsste auf jeden Fall gesetzlich strenger geregelt werden. Bei dem, was an Plastik an der Obst- und Gemüsetheke mitverkauft wird, kann keiner ein gutes Gewissen haben.

Ilka Petersen, Referentin für nachhaltige Landnutzung und Biomasse, WWF Deutschland

Die nachhaltige Wahl

Auf Palmöl verzichten würde bedeuten, nie wieder Nutella und Co., keine Tütensuppen und Fertigpizzen mehr zu essen. Bye-bye Kekse und Knabberzeug, tschüss Lippenstift, Gesichtscreme und Waschmittel. Palmöl findet sich in etwa jedem zweiten Produkt im Supermarkt. Komplett zu verzichten ist daher schwer. Und Palmöl mit anderen Pflanzenölen auszutauschen, löst das Problem nicht. Denn Öle aus Soja, Kokos, Raps und Sonnenblume benötigen weitaus mehr Fläche. So würde das Problem nur verschoben – im Fall von Soja zum Beispiel nach Lateinamerika. Für die Fütterung von Schweinen, Rindern und Geflügel wird ebenfalls Palmöl genutzt. Das heißt für unser Gewissen: weniger aber dafür besseres Fleisch wie Bio oder Wild. Dazu stehen frische regionale Lebensmittel auf dem Speiseplan und weniger Süßes und Fettiges. Das gute Gewissen macht also auch schlank. Umso mehr, wenn wir auch noch in die Pedale treten, statt ins Auto zu steigen, denn etwa 41 Prozent der deutschen Palmöl-Importe gehen in die Bio-Energie und fließen damit in den Tank. Mit einem gesünderen und bewussteren Konsum und einem umweltfreundlichen Verkehrssystem könnten wir rund die Hälfte des Palmöl-Konsums in Deutschland einsparen. Und was ist mit dem Rest? Der muss nicht unbedingt boykottiert werden. Es kommt bei allen Pflanzenölen darauf an, dass sie nach hohen ökologischen und sozialen Standards hergestellt werden. Daher ist fair und bio die beste Wahl.

Edeltraut Färber, Leserin

Verirrte Geschmäcker

Ich befürchte, dass viele Menschen beim Essen und Trinken nicht nachdenken und ihnen ihr Gewissen egal ist. Ich bin immer wieder überrascht, was so mancher Mitmensch sich und seinen Geschmacksnerven zumutet und was an der Supermarktkasse den Weg aufs Band findet. Wenn man sich die Personen dazu ansieht, entsteht vor dem inneren Auge ein Bild, das wohl niemals Einzug in Feinschmeckermagazine finden wird. Leider haben viele Menschen den Bezug zum natürlichen Genuss verloren. Künstliche Aromen, Farbstoffe und Zucker gaukeln ein Geschmackserlebnis vor, das ein natürliches Lebensmittel so niemals bietet. Am schlimmsten ist, dass viele Kinder genau diese künstliche Geschmackswelt als normal wahrnehmen und dann irritiert sind, wenn sie natürliche Lebensmittel auf den Teller bekommen. Dabei ist es gar nicht schwer, sich gut und gesund zu ernähren. Viele Marken haben das mittlerweile erkannt und verzichten auf Zusatzstoffe oder bieten Alternativen aus biologischem Anbau an. Wenn man sich ein bisschen mit Nahrungsmitteln beschäftigt und weiß, wann welches Obst und Gemüse Saison hat, kann man sich frisch und gesund ernähren. Wenn man dann noch seinen Fleischkonsum einschränkt, hat das gute Gewissen wieder eine Chance.

Johannes Wildermuth, Leser

Das Einmaleins der Nachhaltigkeit

Das Einfachste ist das Nachhaltigste. Dafür braucht es keine Konzepte, sondern ein waches, praktisches Denken. Grüne Kiste, eine Lebensmittelkiste vom regionalen Biohof mit regionalen Produkten. Keine unnötige Verpackung, keine langen Transportwege. Hauptsächlich biologische Lebensmittel einkaufen, das schont die Erde. Mahlzeiten frisch zubereiten, das ist schön für die Sinne, macht Freude und sorgt für die Gesundheit der Kinder, was nachhaltig ist, da die Kinder unsere Zukunft sind. Essen wird nicht weggeschmissen, es wird weiterverwertet. Mit dem Bus in die Stadt, in der Stadt laufen. Maximal eine Autowäsche im Jahr. Biologische Reiniger im Haushalt verwenden. E-Bike statt Zweitwagen, welches auch in bergiger Region für ein rasches Vorankommen sorgt – also Einkäufe ohne Auto. Kleidung wird unter Bekannten weitergegeben, aus alten Kleidern entstehen neue Dinge. Möbel werden aufgearbeitet und verändert statt neu gekauft. Wasser wird niemals weggeschüttet, sondern aufgefangen und zum Blumengießen verwendet. Duschen maximal ein Mal die Woche für zwei Minuten, sonst Waschen mit Waschlappen. Seife statt Duschgel, weil keine Verpackung. Wäsche an der Luft trocknen, kein Trockner. Wenn es geht, Produkte im Glas kaufen. Produkte von Firmen mit nachhaltiger Firmenphilosophie kaufen – das ist nachhaltig für die Welt und für die Menschen. Pädagogik leben und ausüben, was körperliche und seelische Gesundheit schafft.

Martin Schmidt, Akademischer Direktor i.R. Forschungs- und Praxisstelle für Paar- und Familientherapie an der LMU München

Dicke Luft

Ich arbeite schon seit mehreren Jahren in Stuttgart und der Geschmack der Luft ist hier wirklich ein anderer als im ländlichen Baden-Württemberg, wo ich aufgewachsen bin. Nicht umsonst haben wir hier in Stuttgart die höchste Feinstaubbelastung in ganz Deutschland – und trotzdem regen sich die Autofahrer darüber auf, dass sie ihr Auto gelegentlich mal stehen lassen und mit der Bahn zum Arbeitsplatz fahren sollen. Natürlich liegt es auch an der Kessellage, dass die Luft hier so schlecht ist. Aber das kann und darf kein Freibrief für uns sein. Wenn ich meine Eltern besuche und endlich wieder tief durchatmen kann, dann weiß ich wieder, wie das gute Gewissen schmeckt. In den nächsten Jahren werde ich Stuttgart definitiv wieder verlassen, denn ich kann meine Kinder nicht reinen Gewissens mit diesem „Geschmack“ in der Luft aufwachsen lassen.

Annemarie Frenzel, Leserin

Mein Gewissen schmeckt nach meinem Garten. Hier habe ich frisches Gemüse, je nach Saison. Das ganze wird abgeschmeckt mit einer leckeren Soße und frisch geernteten Kräutern.

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