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Was hält die Familie zusammen?

Vom liebevollen Umgang miteinander über gemeinsame Urlaubserlebnisse bis hin zum Entschluss für ein Eigenheim: Erzählen Sie uns, was die Familie zu einem Nest macht, in das man sich gerne fallen lässt.

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Patricia Kelly, Sängerin und Songwriterin

Starke Gemeinschaft

Man spürt etwas Besonderes bei Familienmitgliedern. Die gleiche DNS, das gleiche Blut, Zugehörigkeit – es ist ein unbewusster Pakt, den man mit ihnen abschließt: „Wir gemeinsam gegen die Welt“. Mir ist bei Familien mit starkem Zusammenhalt aufgefallen, dass es meist eine Person gibt, die ein gewisses Charisma, eine herzliche, bindende Art hat und sich mehr für die anderen als sich selbst interessiert. Ihr ist Familie wichtig und sie setzt sich für sie ein. Oft ist es die Mutter oder die Oma. Ich habe beobachtet, dass, wenn diese Person stirbt, die Familie auseinanderbrechen kann. Vor kurzem hat mir ein Freund meines Sohnes etwas gesagt, das mir im Kopf geblieben ist. Ich fragte, was starke Familien ausmacht. Er antwortete: „Ich glaube, dass jede Familie die gleichen Probleme hat, aber in starken Familien wird so lange gebohrt, bis eine Lösung gefunden ist.“ Darin steckt viel Wahrheit. In unserem Fall, den Kellys, gibt es außerdem den Aspekt, gemeinsam etwas zu erschaffen und zu erleben. Unsere Gemeinsamkeit war die Musik. Sie wurde mit den Jahren zu einer Verbindung, die uns immer wieder zusammenbrachte. Heute zahlen Firmen tausende Euro für Teambildungsseminare, um eine „künstliche Familie“ zu erschaffen, Gemeinschaft und Teamgeist zu erzeugen. Ich betrachte das nicht negativ, aber muss sagen, dass die Natur es besser macht. Sie hat es auf den Punkt gebracht und die Familie erschaffen. Sie ist der Kern der Gesellschaft.

Daniel Reimann, Leser


Liebe deinen Nächsten

Blut ist dicker als Wasser, so heißt es. Ich stelle mir zugleich die Frage, ob ich eine Grenze ziehen soll und, wenn ja, wo sie gezogen wird? Ich bin zu dem Entschluss gekommen, jeden aus meiner Familie wie meinen besten Freund oder meine beste Freundin zu behandeln und meine Freunde wie meine eigene Familie. Ich habe mich auf die Gefühle konzentriert, die ich vermitteln wollte. Sagenhafte Erfahrungen spielten sich im Zwischenmenschlichen ab und vieles wurde auf den Kopf gestellt, aber die Zukunft sah harmonischer aus. Meiner Meinung nach setzen wir von unserer Familie viel zu viel voraus. Nur weil es die Familie ist, sind sie nicht durch die gleichen Erfahrungen gegangen wie man selbst. Schwierig ist es, bei sich selbst anzufangen. Wir kennen den Satz mit der eigenen Nase, an die man sich selbst fassen soll. Gesagt, getan.


Annalena Thielemann, Leserin


Leben teilen

Ich habe das Gefühl, dass es darum geht, den Menschen wieder wahrzunehmen. Wenn wir füreinander sorgen, an guten und schlechten Tagen, in heiteren und traurigen Zeiten, haben wir eine funktionierende Familie und den dazugehörigen Zusammenhalt. Gegenseitiges Verständnis und Fürsorge, Akzeptanz und Toleranz lassen die Familie weltweit zu einem positiven Gefüge werden. So stelle ich mir das zumindest vor.


Klaus Zeh, Präsident Deutscher Familienverband

Fundament unserer Gesellschaft

Es stellt sich zunächst die Frage: Gibt es „die“ Familie denn überhaupt noch? Ja! Familien sind heutzutage zwar vielfältiger denn je, aber eines hält sie alle zusammen: In der Familie tragen Menschen über Generationen hinweg dauerhaft füreinander Verantwortung. Verantwortung von Eltern für ihre Kinder, später von Kindern für ihre Eltern und oft auch Großeltern für ihre Enkel und Enkel für ihre Großeltern. Die Familie bildet einen Schutzraum, der unabhängig von Trends oder Leistungsansprüchen besteht. Im Säuglingsalter machen Kinder in der natürlichen Zuordnung zu ihren Eltern die Erfahrung von Geborgenheit, Schutz und Fürsorge. Das bewirkt langanhaltende Bindung und die Ausbildung von Grundwerten, die unser Zusammenleben in der Gesellschaft erst ermöglichen. Ohne diese kann kein Staat existieren. Das ist die Einübung von Solidarität, soziales Miteinander und gemeinschaftliche Handlungsfähigkeit. Dies alles wird in der Familie grundgelegt. Ohne das Erlebnis nach bedingungsloser Liebe, Geborgenheit und Sicherheit in der Kindheit laufen Kinder oft ihr ganzes Leben der entgangenen Liebe nach. Für mich ist Familie die kleinste Zelle jeder menschlichen Gemeinschaft und sie bleibt es. Selbst wenn mancher diese Familie nicht erreichen kann, bleibt seine Sehnsucht danach bestehen. Familie hält unsere Gemeinschaft zusammen. Daher bleibt Familie für mich unersetzlich.

Clemens Maier, Urenkel des Gründers des Spieleverlags Ravensburger

Gemeinsam spielen

Spielen wir es mal durch: Ziehen Sie von Ihrem 24-Stunden-Tag die Zeit ab, die schon verplant ist, also für Schlafen, Job und Schule, Haushalt und so weiter. Übrig bleibt oft nur ein ziemlich kleines Fenster für die Familie. Es ist Qualitätszeit, in der wir frei entscheiden können, was wir zusammen anfangen wollen. Und die wird tendenziell immer kürzer. Ich habe in einer Umfrage gelesen, dass Deutsche ihre Freizeit größtenteils mit Geräten verbringen: mit Fernsehen, Surfen im Internet, Telefonieren. Man kann sich so entspannen, man kann aber auch diese knappe Zeit totschlagen. Gleichzeitig werden persönliche Begegnungen seltener, und die Befragten bedauern, zu wenig Zeit mit der Familie zu verbringen. Dabei gibt es eine inspirierende Art, diese Banden zu pflegen: durch gemeinsames Spielen. Laden Sie Ihre Familie zu einer Runde Brettspiel ein, dann wird es lebhaft am Tisch: Gelächter, Ärger, Trost, man experimentiert, paktiert und diskutiert. Es ist die unmittelbare menschliche Erfahrung – und am Ende gewinnen alle. Selten werden Sie mit so viel Spaß andere und sich selbst kennenlernen und intensiv erleben wie bei einem gemeinsamen Spiel. Mir sind noch viele lustige und spannende Spieleabende im Gedächtnis. Das gleiche kann ich von Fernsehabenden nicht immer behaupten. Ich glaube, dass diese gemeinsamen Erlebnisse ganz wichtig für den Zusammenhalt einer Familie sind.

Annette Böttcher, Diplom-Psychologin und -Pädagogin

Wegweiser zum Wir-Gefühl

In der Familie haben Rituale, also wiederkehrende Handlungen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen, eine große Bedeutung. So spricht man auch von Familientraditionen als eine Spielart des Rituals. Anders als Gewohnheiten haben sie für den oder die betreffenden Personen einen hohen Symbolcharakter, verbunden mit Gefühlen von Glück, Zufriedenheit und Freude. Rituale entlasten, stabilisieren und strukturieren unseren Alltag. Sie schaffen Nähe und Vertrauen zu anderen und führen damit auch zum Wir-Gefühl. Die Gute-Nacht-Geschichte bei kleineren Kindern gehört genauso dazu wie der morgendliche Abschiedskuss und auch das Gläschen Wein in abendlicher Stimmung bei Kerzenschein. Rituale erzeugen Gefühle und sind deshalb so wichtig für uns. Rituale müssen freiwillig erfolgen, sie dürfen nicht starr werden und einen Selbstzweck erfüllen. Der Symbolcharakter muss erhalten, immer wieder hinterfragt und neuen Gegebenheiten angepasst werden. Dazu gehört dann auch das Gespräch mit den beteiligten Personen. Lässt das Gefühl bei einem Ritual nach, wird es höchste Zeit, es zu ändern.


Anne Huster, Leserin

Immer an meiner Seite

Für mich ist meine Familie ein spürbarer Anker, der mich immer durchs Leben begleiten wird. Ich habe drei Brüder und Eltern, bei denen ich weiß, dass ich sie jederzeit anrufen kann, und umgekehrt. Wir stehen füreinander ein, wenn wir einander brauchen, egal was ist. Und dann sind die alljährlichen Prügeleien, die beim Doppelkopfspiel an Weihnachten entstehen, auch nicht mehr ganz so dramatisch.

Fredy Knie junior, Verwaltungspräsident und ehemaliger Direktor, National-Zirkus Knie

Gemeinsam für den Erfolg

Uns hält die Faszination für den Zirkus und für unser Unternehmen zusammen. Der Schweizer National-Circus Knie ist ein Familienunternehmen. Mittlerweile hält bereits die siebente Generation der Knies das Zepter in der Hand: meine Tochter Géraldine sowie meine Nichte Doris und mein Neffe Franco junior. Auch die achte Generation steht mit Ivan Frédéric, Chanel Marie und Chris Rui bereits in der Manege – nur Baby Maycol junior ist dazu noch zu klein. Wir sind als Familie acht Monate pro Jahr zusammen auf Tournee quer durch die ganze Schweiz. Im Winter arbeiten wir Büro an Büro im Winterquartier in Rapperswil am Zürichsee. Uns alle eint die Begeisterung für den Zirkus – der Zirkus und die Tiere sind unser Leben, unsere Arbeit, unser Hobby. Wichtig ist mir aber auch der gegenseitige Respekt und das Berücksichtigen der Fähigkeiten jedes einzelnen Familienmitglieds. So ergänzen wir uns als Familie wunderbar. Wir haben das Privileg, unseren Traumjob ausüben zu dürfen und gleichzeitig als Familie jeden Tag eng miteinander zu arbeiten. Wer sieht schon seine Kinder und Enkel jeden Tag? Im Unternehmen haben wir im Zug des Generationenwechsels alle Aufgaben neu verteilt, jeder hat seinen Bereich. Ich und mein Cousin Franco senior sind noch beratend im Hintergrund tätig. Wir arbeiten eng zusammen, aber die Jungen müssen jetzt ran.

Beate und Olaf Hofmann, Autoren, Redner, Resilienz-Coaches

Innig verbunden

Als wir vor sieben Jahren unsere sicheren Jobs kündigten, die Wohnung aufgaben und einen Großteil unseres Hausstandes verkauften, um uns den Traum von einem Sabbatjahr in der Wildnis Westkanadas zu erfüllen, waren unsere drei Kinder die größten Rückenwindgeber. Sie haben uns Mut gemacht, uns selbst treu zu bleiben und Träume nicht auf irgendwann zu verschieben. Die jüngste Tochter konnte mit uns reisen, die beiden Älteren blieben in Deutschland, um zu studieren. Deshalb war das beste Weihnachtsgeschenk für uns der Besuch der beiden Großen und drei unvergessliche gemeinsame Wochen, die wir im Blockhaus in Kanada erlebt haben. Wir haben erfahren, dass es zusammenhält, einander von seinen Sehnsüchten zu erzählen, jederzeit ein offenes Ohr für den anderen zu haben, sich zu ermutigen und die Stärken des anderen zu benennen. Darüber hinaus ist es wichtig, sich als Eltern und Kinder wertschätzend, aufrichtig und auf Augenhöhe zu begegnen. Es kommt nicht so sehr darauf an, räumlich in der Nähe zu sein. Wichtiger ist es, sich innerlich nahe zu sein. Welche Werte und Lebensvorstellungen teilen wir? Was gibt uns Halt in Krisen? Solche Fragen zu stellen, gute Gespräche zu führen und gemeinsame Abenteuer zu erleben, das bewirkt einen starken Zusammenhalt und ermöglicht gleichzeitig, seinen eigenen Weg zu gehen. Verbundenheit und Freiheit – für uns gehört das untrennbar zusammen.

Sine Olsen, Leserin

Okay, ich glaube nicht mehr an die Kernfamilie an sich, in der zum Beispiel alle zusammen in den Urlaub fahren. Diese konstruierte traditionelle Idee von Familie ist meiner Meinung schon Vergangenheit. Wir leben in einer sehr individuellen Zeit, in der der Kreativität des Einzelnen oder der Gemeinschaft keine Grenzen gesetzt werden, eine ganz eigene Form von Familie zu kreieren. Eine Familie kann viele unterschiedliche Formen annehmen und in der Zukunft werden wir noch vielfältiger strukturierte Familien sehen. Ich glaube, dass eine Familie, egal in welcher Form, von Vertrauen, Liebe, unbedingter Hilfe, aber auch von Konflikten zusammengehalten wird.


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