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Was lässt Kinderaugen strahlen?

Vom Märchen zum Einschlafen über spannende Ausflüge mit der ganzen Familie bis hin zu den geliebten Geschenken: Schreiben Sie uns, wie Sie Ihre Kinder glücklich machen.

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Armin Maiwald, Autor und Fernsehproduzent („Die Sendung mit der Maus“)

Versprechen trifft Neugierde

Letztendlich geht es immer um Versprechen, die man Kindern gegenüber einlösen muss. Kündigt man an, gemeinsam einen Ausflug in den Zoo zu machen oder Schwimmen zu gehen, ist es wichtig, sich an dieses Versprechen zu halten. Dann sieht man Kinderaugen auch strahlen. Man muss Kinder ernst nehmen und nicht die geplanten Aktivitäten plötzlich für andere Termine hintanstellen. Genauso ernst sollte man Kinder nehmen, wenn sie Fragen stellen. Bei unserer Sendung können Kinder Sachverhalten nachgehen, nach denen sich Erwachsene nicht mehr zu fragen trauen, wie etwa „Wie viel wiegt eine Wolke?“. Wenn man die Sache aufschlüsselt, ist man oft sogar als Erwachsener erstaunt. Diese Neugierde ist nicht nur in der Sendung unser wichtigster Verbündeter, auch im alltäglichen Leben ist sie enorm wichtig und sollte Kindern nie aberzogen werden durch ein „Dafür bist du noch zu klein!“. Kinder brauchen diese Neugierde, um die Welt zu entdecken, die Umgebung, Spielsachen, sogar die eigenen Eltern. Wir können selten miterleben, ob unsere Sendung, in der wir mit der Neugierde der Kinder arbeiten, ihre Augen auch zum Strahlen bringen. Denn Fernsehen ist immer eine Einbahnstraße. Aber wenn uns Briefe oder E-Mails erreichen, bekommen wir eine Idee davon, was die Kinder interessiert, was sie wissen wollen. Natürlich beantworten wir jeden Brief, denn ein Brief ist wie ein Versprechen auf ein „Antworte mir“. Und das wollen wir auch einlösen.

Alissa Leoni Ambrok, Leserin

Lust, nicht Last

Strahlende Kinderaugen vor einem Geschäft, in dessen Schaufenster sich die Spielzeuge türmen, schreiendes Gelächter, wenn der Postbote klingelt und ein Kind weiß, er bringt ein lang ersehntes Geschenk. Wenn nach einem langen Spaziergang die kalten Füße ins Warme kommen und eine Tasse heiße Schokolade auf dem Küchentisch wartet, die erste Umarmung am Morgen. Alles kann Kinderaugen zum Strahlen bringen: Es ist dabei vielleicht weniger das Ereignis an sich, als ein Gefühl, ein Verständnis von Geborgenheit; es braucht nur einen Moment des fröhlichen Miteinanders, der die Liebe zur Welt in all seinen Farben reflektiert. Das Strahlen in den Augen der Kinder beginnt mit unserer eigenen Hingabe, unserem Respekt allen Kindern gegenüber, unserer eigenen Freude an den Dingen. Ich sehe so viele junge Familien, die ihr Bestes geben, die mit der Tradition des perfekten Funktionierens brechen wollen, denen das Strahlen ihrer Kinder am Herzen liegt und eine alternde Gesellschaft, die mit viel Kritik und Häme und einem veralteten Regelsatz diesen Familien entgegentritt. Ich sehe Menschen, die ihre Augen verdrehen, wenn ein Kind an der Supermarktkasse nicht mehr funktionieren will. Doch ein strahlendes Kind, das eins ist mit dem, was es umgibt, setzt eine kinderfreundliche Gesellschaft voraus. In diesem Land haben wir viel dazuzulernen, was dies angeht, müssen lernen, Kinder so zu nehmen, wie sie sind, und ihnen mit Herzlichkeit begegnen.

Lina Larissa Strahl (LINA), Sängerin und Schauspielerin

Freude schenken

Strahlende Kinderaugen machen wohl fast jeden glücklich. Ich habe das wunderbare Los gezogen, denn ich kann demnächst jeden Tag in sehr viele, hoffentlich strahlende Augen sehen. Auf meiner diesjährigen Tour werde ich versuchen, meine Fans dazu zu bringen. Besonders schön ist es für mich, wenn ich etwa einem Mädchen in der ersten Reihe in die Augen schaue und sehen kann, wie sehr sie sich gerade freut. Oft reicht auch ein „Hallo, freust du dich auf heute Abend?“ beim Meet and Greet vor meinen Konzerten und der Tag scheint für die Kinder perfekt zu starten. Ich liebe das. Manchmal reicht sogar ein Lächeln. Ich denke, das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen. Ein Lächeln kann oft für jemand anderen den ganzen Tag verändern. Ich hatte einmal ein Erlebnis mit einem Mädchen. Sie war extra von ganz weit angereist, war aber nicht nur zu spät zum Konzert gekommen, sondern hatte auch noch das Meet and Greet verpasst. Sie war deswegen ganz traurig. Wir haben sie zum Trost nach dem Konzert zu mir hinter die Bühne geholt, um ihr Hallo sagen zu können, und dort fingen ihre Augen an zu strahlen. Wir haben uns unterhalten, Fotos gemacht und ich hatte selbst ein total gutes Gefühl. Ich glaube, jemand glücklich zu machen ist genauso wichtig wie glücklich zu sein. Beides zusammen ist noch toller. Wenn mich ein Kind fröhlich anlacht, muss ich automatisch grinsen und kriege ein wohliges Gefühl. Ich finde, man kann sowieso nie zu viel lachen.

Anja Schulze, Leserin

Großes Kino

Bei dem ersten „Herr der Ringe“-Film gibt es eine Szene, in der Bilbo Beutlin einer kleinen Gruppe Hobbitkindern von seinen Abenteuern erzählt. Alle lauschen gespannt und sind ganz gefesselt von seinen Geschichten von feuerspeienden Drachen, zu Stein erstarrten Riesen und funkelnden Goldschätzen. Ich glaube, dass schöne und auch schreckliche, aber auf jeden Fall fesselnde und fantastische Geschichten Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Annika Pfeiffer-Stein, Leserin

Parallelwelten

Bei uns ist Verkleiden ganz groß angesagt. Immer wenn meine Tochter Besuch hat, müssen Faschingskostüme und glitzernde Stoffe hervorgeholt werden und damit tauchen die Kinder ab in ihre Welt. Noch ein Zauberstab dazu, das Kinderzimmer wird zum Märchenschloss und der Kuscheltieresel ist plötzlich ein Einhorn. Und die Mädchen umgibt ein magisches Strahlen.

Shima Höffner, Leserin

Abenteuer Welt

Es ist die Zeit, die große Bedeutung hat. Meiner Meinung nach ist es am wichtigsten, dass Eltern viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Denn Kinder brauchen zum Glücklichsein die Unterstützung ihrer Familie. Will man glückliche Kinder erleben, muss man kein Geld ausgeben, sondern Zeit mit ihnen verbringen. Man ist dabei, wenn Kinder die Welt erleben, ob beim Krabbeln, Laufen, Rennen, Schwimmen oder auch beim Buddeln. Jedes Mal, wenn das Kind etwas Neues erlebt, wird es glücklich. Leider ist es zurzeit so, dass wir unseren Kindern mehr Spielzeuge schenken als Zeit. Und wir haben vergessen, dass man in der Welt genug interessante Sachen erleben kann. Wir können die Kinderaugen strahlen sehen, wenn wir bei jedem Erlebnis mit ihnen zusammen sind und ihnen erlauben, dass sie mit unserer Unterstützung die Welt selber erleben.

Petra Engel, Flüchtlingshelferin

Neue Lebensfreude

Noch vor drei Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, wie nah mir dieses Thema einmal sein würde. Inzwischen habe ich mit Beharrlichkeit und Glück Geflüchteten aus Syrien, zwei alleinerziehenden Müttern und einer Familie mit drei kleinen Kindern, in Berlin zu Wohnungen verholfen, ihr Ankommen begleitet. Ich erlebe fünf Kinder und drei Jugendliche, die sicher schreckliche Ängste überstanden. Ihre Erlebnisse sind nicht weg, sie scheinen nur nicht traumatisiert. Seit alle wieder ein Zuhause haben, wirken sie nicht mehr unruhig. Ihre Lebensfreude ist stark und wunderbar. Sie leben im Jetzt und schenken ihrer Zukunft grundsätzliches Vertrauen. Bei meinen Besuchen sehe ich strahlende Kinderaugen. Ich ernte Dankeschön für meine Kraft, meine Zeit und meine Nerven, die ich investiere. Die Kinder danken mit ehrlichen Blicken. Ich half ihren Liebsten, und die sind das Wichtigste für sie. Ich strahle zurück, kann mich mit ihnen freuen, zuschauen, wie sie sich die Welt erobern. Es war großartig, wie sie in der Krippe, in der Kita aufgenommen wurden. Wie sie schwierige Etappen in Willkommensklassen meisterten. Ich bin froh, sie fördern zu können, ihre Erfolgserlebnisse teilen zu dürfen. Mittel aus der spendenfinanzierten Stiftung Bildung ermöglichten mir, gebrauchte Fahrräder zu kaufen und den Mädchen Fahrradfahren beizubringen. Ein tolles Gefühl, sie so stolz und mobil zu erleben. Sie strahlen und ich fühle mich gewärmt. Ihre Erlebnisse sind nicht weg, sie müssen verarbeitet werden.

Anette Krause, Leserin

Meine Tochter strahlt immer, wenn ich sie lobe. Aber es muss ein ernstgemeintes Lob sein, in der sie meine Anerkennung spürt.

Flemming Bröckerbaum, Leser

Let’s party

Am allerliebsten bin ich mit meinen Freunden zusammen. Besonders gerne gehe ich auf ihre Partys. Auf Geburtstagspartys spielen wir etwa Fangen, Wattepusten oder Mord im Dunkeln und ganz viele Freunde kommen zusammen. Ganz toll war auch, als ich mal auf einer Zockerparty eingeladen war. Wir durften Gummibärchen essen und Online-Spiele zocken – und das sogar zwei Stunden lang. Toll sind auch die Übernachtungspartys. Hier schlafen alle in einem Zimmer, das ist bei einer Übernachtungsparty das Wichtigste, denn sonst weiß man nicht, wann der andere wach ist. Außerdem sind die Freunde morgens gleich da und man kann weiterspielen und mehr Zeit miteinander verbringen. Überhaupt ist es super, bei Freunden zu übernachten oder wenn sie bei mir schlafen dürfen. Dann tun wir so, als ob wir schlafen gehen, wenn meine Mama „Gute Nacht“ sagt. Aber dann lesen wir doch noch heimlich Comics und haben auch schon Mitternachtspartys gefeiert. Bei der Mitternachtsparty hören wir ganz leise eine CD, so dass keiner in der Wohnung davon aufwacht und uns erwischt. Wir sind auch schon einmal nachts aufgestanden und haben Chips gegessen, die noch im Wohnzimmer übrig waren. Ich versuche noch, meine Mama zu überzeugen, an meinem Geburtstag eine Übernachtungsparty zu feiern. Ich finde, hier könnten auch zwölf Freunde schlafen!

Klaus Marschall, Direktor Augsburger Puppenkiste

Mal es dir aus

Strahlende Kinderaugen, die gebannt in eine Geschichte eintauchen, sind gar nicht so schwer hervorzurufen. Die Kinder müssen nur bereit sein, die eigene Fantasie einzusetzen. Das gelingt bei einem Figurentheater besonders gut, weil man hier Geschichten in einem Tempo erzählen kann, dem Kinder auch folgen können. Dann kann das Theatererlebnis eine große Macht ausüben. Bei der Theaterinszenierung, die wir Weihnachten auch ins Kino gebracht hatten, haben wir wieder festgestellt, wie leicht sich Kinder vor Figuren fürchten können, wie dort vor den Nussknackern. Von Erwachsenen als harmlose Bilder angesehen, haben sie für Kinder schon eine große Dramatik. Deswegen müssen wir keine Bilderflut mit schnellen Schnitten anbieten, sondern Geschichten mit wirklichen Inhalten erzählen, in denen man mit den Figuren mitfiebert. Natürlich kann man für die Erwachsenen, die die Kinder begleiten, auch Kleinigkeiten einbauen, aber sie dürfen den Ablauf der Geschichte nicht stören. Viel schöner ist es, wenn man auch Erwachsene in die Kindlichkeit zurückholen kann. In unserem Museum erhalten wir immer wieder Rückmeldungen von Eltern, dass hier die Helden ihrer Kindheit stehen. Dabei waren „Urmel aus dem Eis“ oder „Jim Knopf“ nur an vier Adventssonntagen im Fernsehen zu sehen. Trotzdem haben sie diese Nachhaltigkeit hinterlassen. Ich glaube, es liegt daran, dass man damals die Fantasie beim Erleben der Geschichte mit einsetzen musste.

Kathrin Schneider, Leserin

Ins Herz geschlossen

Als mein Sohn drei Jahre alt wurde, hat er von Freunden einen roten Spielzeugbagger geschenkt bekommen. Er saß auf meinem Schoß, als er das Geschenk auspackte, und ich hatte meinen Arm um ihn gelegt. Daher merkte ich, wie plötzlich sein Herz anfing zu rasen – er war überglücklich. Ich hatte nie vor, ihm spezielles „Jungenspielzeug“ zu schenken, aber da musste ich einsehen, dass es ihn doch mehr zum Strahlen brachte, als es eine Puppe je gekonnt hätte. Bis heute durfte dieser Bagger nicht weiterverschenkt werden, auch sechs Jahre später nicht.

Rolando Villazón, Tenor und Clowndoctor

Freude überträgt sich

Seit Jahren bewundere ich die Arbeit der Roten Nasen Clowndoctors und trete selbst als „Dr. Rollo“ in Krankenhäusern und Flüchtlingsheimen auf. Die Clowndoctors bringen den Krankenhausalltag durcheinander und geben den kleinen Patienten ein wenig Freiheit. Es ist wunderbar, sie aus ihrer Umgebung entführen zu können – in eine magische Welt, wo einfach nur geträumt werden darf – mit Seifenblasen, einem Lied oder Poesie. So wird das Krankenhaus für kurze Zeit zu einem friedlichen und träumerischen Ort. Menschen zum Lachen zu bringen ist eine Kunst. Clowns sind die Meister dieser Kunst. Als Jugendlicher bin ich in Mexiko als Clown auf Geburtstagen aufgetreten. Es reicht aber nicht, sich bunte Kleider anzuziehen oder eine rote Nase aufzusetzen. Die Clowndoctors sind professionelle Künstler, Musiker, Zauberer. Im Zirkus oder auf der Bühne erwartet das Publikum eine Show, alles ist geplant. Im Krankenhaus ist die Situation direkter, emotionaler und sensibler, da hängt viel von Improvisation ab. Die Interaktion mit den Kindern, das Persönliche, ist wichtig. Wir geben ihnen das Gefühl, dass sie uns Clowns überlegen sind, dass sie stärker und klüger sind als wir. Das gibt ihnen Energie und Freude. Es ist wichtig, spontan und natürlich zu sein. Als Clown bist du frei. Diese Freiheit übertragen wir auf die Kinder. Durch Singen, Spielen, Rumalbern und Lachen bringen wir sie zum Strahlen und machen sie die Welt um sie herum für einen Moment vergessen.

Sarah Schäfer, Leserin

Cool Kids

Kinder brauchen andere Kinder. Besonders toll finden es kleinere Kinder, wenn sie mit größeren spielen. Dort lernen sie anders als von Erwachsenen und die Älteren sind natürlich voll cool! Leider finden nur die Älteren die Jüngeren nicht immer genauso cool. So bleibt es bei besonderen Momenten, die das Strahlen in den Augen der Jüngeren auf diese Weise hervorbringen.

Sebastian Mahler, Leser

Einfühlsam sein

Es ist sehr wichtig, schönen Momenten in der Familie bewusst Raum zu geben, damit Kinderaugen strahlen können. Der Alltag mit Hausaufgaben, Pflichten wie Zimmeraufräumen und Einhalten von Regeln kann auch schnell zu schlechter Stimmung führen. Besonders, wenn die Kinder am liebsten den ganzen Tag mit dem Handy oder Tablet spielen wollen und man immer wieder auf Verbote hinweist. Manchmal braucht es dann eine ganz behutsame Annäherung, um sich wieder in die Augen schauen zu können. Je größer die Kinder werden, je näher sie der Pubertät kommen, umso weniger lassen sie die Nähe zu und doch ist es wichtig, auch bei ihnen ein Strahlen hervorzurufen.

Johannes Vogel, Generaldirektor Museum für Naturkunde Berlin

Fenster in die Urzeit

Natur lässt alle Augen strahlen. Das gelingt, wenn man nicht belehrt, sondern fasziniert. Wir haben das Glück, Originale wie den Urvogel Archaeopteryx lithographica, den Tyrannosaurus rex Tristan Otto oder den Brachiosaurus brancai zeigen zu können. Wer je vor dem 13,27 Meter hohen Skelett des Brachiosaurus stand, dem größten montierten Dinosaurierskelett der Welt, wird erlebt haben, warum Dinosaurier und Co. so faszinieren. Nicht nur Kinder wirken klein im Gegensatz zu solch einer Riesenechse, auch Erwachsene. Die Besucherinnen und Besucher diskutieren angeregt, wie schwer er wohl war, wie er geatmet hat, was er gefressen hat und wie er sich bewegte. Die Reise in den Köpfen der kleinen und großen Besucher wird hier durch wissenschaftliche Forschungsergebnisse bereichert. Das Museum wird zum magischen Ort, an dem über die Rolle und die Verantwortung des Menschen für Natur nachgedacht wird, an dem gemeinsam und auf Augenhöhe neue Wege beschritten werden. Die Kinder können im Museum für Naturkunde Berlin selber forschen, experimentieren, mikroskopieren und kreativ werden. So machen wir neugierig auf Natur. Offenheit, Dialog, Partizipation und Engagement für Natur sind die großen Schlagworte, wie wir das umsetzen. Die Sammlung ist die Grundlage der Authentizität und Faszination – nicht nur für Kinder. Dinosaurier und Co. lassen eben nicht nur Kinderaugen strahlen.

Sylas Breier, Diplom-Pädagoge und Kitaleiter in Berlin-Neukölln

Schau, was ich schaffe

Die Lösung des Konflikts zwischen Autonomie und Fremdbestimmtheit ist eine der wichtigen Herausforderungen des Lebens mit Ursprung in der frühen Kindheit. Die positive Bewältigung dieses Konflikts bildet die Voraussetzung dafür, dass wir uns als glückliche Menschen empfinden. In meiner Kita haben wir daher die Räume so vorbereitet, dass die Kinder viele Möglichkeiten zum Selbstgestalten haben – ganz im Sinne einer „Lernwerkstatt“. Da wird etwa ein schlichter weißer Tisch zum Verkaufstresen oder mit ein paar aufgeklebten schwarzen Kreisen zum Herd. Es gibt kaum vorgefertigtes Spielzeug, sondern verschiedene Werkzeuge und Materialien. Das meiste davon sind kostenlose Verpackungsreste. Die Kinder erfahren beim Werken ihre Selbstwirksamkeit. Die schönsten Momente sind die strahlenden Kinderaugen, die wir nach intensiver Beschäftigung erleben. Das passiert etwa nach anstrengendem Sägen, wenn den Kindern schon die Hände schmerzen und sie immer wieder pausieren müssen, wenn sie schon mehrmals aufgeben wollen und darum bitten, man möge ihnen doch die anstrengende Arbeit abnehmen, und es dann letztlich doch alleine schaffen – und das Holzstück ist abgesägt. Diese Erfahrung von Autonomie ist elementar wichtig für die Manifestierung eines positiven Selbstkonzeptes. Oder mit anderen Worten: In diesem Moment bricht der ganze Stolz jubelnd aus ihnen hervor und sie wirken gleich um einiges größer.

Arabelle Hübner, Leser

Interesse ist für mich ein riesengroßes Wort in diesem Zusammenhang. Darauf folgt Aufmerksamkeit und Zuhören, was den noch jungen Menschen beschäftigt. Sich mit ihm beschäftigen und auseinandersetzen, das schweißt zusammen. Nun ist man älter und kann für das Kind ein Vorbild sein. Sind wir doch mal ehrlich zu uns selbst: Sind wir nicht alle Kinder in unserem Herzen?

Jana Sievers, Leserin

Das können ganz einfache Dinge sein wie kleine Steinchen oder gefundene Äste. Nur meine Augen strahlen nicht, wenn das alles unbedingt mit ins Haus soll.

Timo Hildebrand, ehemaliger Fußballtorwart und Kinderbuchautor

Lust auf Bewegung

Für Kinder ist es wichtig, dass sie einen großen Teil ihrer Zeit damit verbringen, sich zu bewegen und aktiv zu sein. Man sieht ihnen an, wie sie dabei strahlen. Denn dabei können sie sich weiterentwickeln, ihre Grenzen austesten. Bewegung macht ganz einfach glücklich. Das fängt schon beim Laufenlernen an und geht über spielerische Koordinationsabläufe, wie beim heißbegehrten Diabolo meines Sohnes Neo, bis hin zu speziellen Sportarten. Fußball steht bei Kindern wie Erwachsenen dabei ganz oben auf der Liste. Denn dort kann man seinem Bewegungsdrang nachgeben und die Regeln versteht schon jedes Kind: Man rennt dem Ball hinterher und versucht, ihn ins Tor zu schießen. Das hat auch jeder schon einmal im Fernsehen gesehen und vielleicht hat es der Papa auch schon gespielt. Zum anderen ist es eine Mannschaftssportart. Man kann dort mit seinen Freunden gemeinsam Spaß haben, ist sozial integriert. Der Trainer achtet darauf, dass die Gruppe als solche funktioniert und übernimmt zu Teilen das, was auch Aufgabe der Eltern ist: Selbstvertrauen geben. Daher war auch klar, dass es in meinem Kinderbuch – ein Abschiedsgeschenk für die Zeit auf Schalke – um die Frage gehen muss, wie man Kinder bestärkt. In der Geschichte bekommt ein Junge von seinem Vater Torwarthandschuhe geschenkt – Zauberhandschuhe. Sie motivieren ihn, an sich selbst zu glauben, machen Mut und schenken ihm Selbstvertrauen – und damit auch ein Strahlen.

Kirsten Wünneker, Leserin

Einfache Freuden

Ich bin Mutter von drei Jungen im Alter von sieben, neun und elf Jahren und ich kann nicht verleugnen, dass deren Augen strahlen, wenn ich ihnen erlaube, abends mal fernzusehen. Auch Laserschwerter oder diverse Sammelkartenkäufe lassen ihr Herz höher schlagen. Mich beruhigt aber auch immer wieder, wie ihre Augen durch ganz einfache Dinge zum Strahlen gebracht werden. So sind sie im Moment hellauf begeistert, wenn auf der Regentonne eine dicke Eisschicht schwimmt. Die muss dann rausgehoben und ganz gerecht aufgeteilt werden, damit jeder seinen „Schatz“ bestaunen kann. Schatzsuchen hat bei uns auch sonst eine große Bedeutung. So haben die Kinder die Angewohnheit, alte kaputte Sachen zu sammeln, die sie draußen finden. Das kann zum Beispiel eine zerbrochene Haarspange, ein fast verrotteter Rest eines Silvesterknallers oder ein plattgetretener Kronkorken sein. Mit leuchtenden Augen berichten sie mir dann von ihren Funden. Manchmal muss ich dann meinen Unmut über so viel „Schrott“ unterdrücken, denn eigentlich freue ich mich, dass ihre Augen noch durch so einfache und preisgünstige Gegenstände zum Strahlen gebracht werden.

Jens Schmitz, Leser

Sozial integriert

Wir haben großes Glück mit der Schulklasse. Die Augen meines Sohnes strahlen, wenn er aus der Schule kommt. Sie haben eine ganz herzliche Klassenlehrerin, einen sehr engagierten Erzieher und die ganze Klasse funktioniert super als Gruppe. Das ist nicht selbstverständlich. Aber ich glaube, dass die heutige Pädagogik in den Schulen viel dafür tut, dass kein Kind ausgegrenzt wird. So war ich ganz überrascht, als ich im Schulzeugnis las, dass „Teamfähigkeit“ und „Sozialverhalten“ beurteilt werden. Sicher ist die Schule nicht alles im Leben eines Kindes, aber viele Kinder sind heute bis 16 Uhr oder länger in der Grundschule. Und deswegen ist es noch viel wichtiger als früher, dass sich ein Kind dort wohl fühlt.

Jessika Franke, Leserin

Mein Sohn findet alles großartig, was mit Geschwindigkeit zu tun hat: Skifahren mit Speed, auf dem Bob die Wasserrutsche runter sausen oder mit dem Rad bergab Wettrennen fahren. Also alles – vielleicht bis auf die Wasserrutsche – wobei man sich auch verletzen kann. Meine Augen leuchten dann vor Angst und seine strahlen vor Freude.

Henni Klein, Leserin

Meine Tochter ist eine kleine Wasserratte. Am liebsten gehen wir im Sommer im See baden. Aber auch die Hallenbäder im Winter sind super, am besten die Spaßbäder mit Strudeln und Wellenbecken. Oft bekomme ich sie dann gar nicht mehr aus dem Wasser. Und abends schläft sie dann erschöpft und glücklich früh ein.

Frank Rosin, Fernsehkoch und Gastronom

Gemeinsam entdecken

Wie bringen wir Kinderaugen zum Strahlen? Das ist eigentlich ganz einfach. Ich glaube, dass Kinder die ganz natürlichen Dinge sehr ansprechen. Man kann zum Beispiel einfach alle möglichen Gemüsesorten auf den Tisch legen und die Kinder alles anfassen, aufbrechen, schneiden und auskundschaften lassen. Meist lieben sie Radieschen mit ihrer tollen Farbe, die man sogar ganz einfach auf der Fensterbank anbauen kann. Paprika knacken so schön, wenn man sie bricht, die Eltern wiederum lieben sie, weil sie viel Vitamin C enthalten. Oder nehmen Sie Artischocken, die haben einen ganz besonderen Reiz: Betrachten die Kinder sie genauer, entdecken sie, dass es eigentlich Blüten sind. Auch ist es wunderbar, mit Kindern gemeinsam Essen zuzubereiten. Wenn man das gemeinsame Kochen dann noch etwas zelebriert, haben die Kinder daran wirklich Spaß. Man kann zu Beginn eine Schürze umlegen und sollte dann nicht vorschreiben, was zu tun ist, sondern die Kinder Teil des Zubereitens sein lassen und ein gemeinsames Spiel daraus machen. Auch ein Restaurantbesuch kann Kinder so richtig zum Strahlen bringen – nicht nur um des Essens willen, sondern auch wegen der Atmosphäre und zum Kennenlernen der Küche. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, da mal reinzuspicken. Bei meinen drei Kindern ist all das ein ganz wichtiger Bestandteil des Alltags. Wir führen sie so ganz sanft und spielerisch an gute, gesunde Ernährung heran.

Christoph Henne, Leser

Faszinierende Kreaturen

Tiere lassen Kinderaugen strahlen. Wenn wir mit unseren beiden Kindern auf dem Bauernhof oder im Zoo sind, geht die Sonne auf. Am Anfang überwiegen die Angst und der Respekt, aber je länger die Kinder Auge in Auge mit den Kreaturen stehen, desto größer werden ihr Mut und der Spaß. Ich habe beobachtet, dass vor allem große Tiere wie Pferde eine unglaubliche Faszination auf Kinder ausüben. Wenn dann noch die Tiere gefüttert werden dürfen, ist das Glück perfekt.

Sabine Stern, Leserin

Kinder brauchen Freiheit und Schutz vor der Leistungsgesellschaft, damit sie strahlen können. Ein Fünfjähriger muss keine drei Sprachen sprechen.

Robin Wagner, Architekt für Spiel- und Sinnesräume

Wunschräume

Ein Spielplatz ist ein Ort, an dem das Leben von Kindern stattfindet, an dem sich Eltern aufhalten und der den Anwohnern gerecht werden muss. Deswegen ist es in der Planungsphase auch wichtig, die Menschen, die ihn nutzen, miteinzubeziehen. In erster Linie sind das natürlich die Kinder. In unseren Planungswerkstätten treffen wir uns gemeinsam und im Laufe der Zeit hat sich dafür ein Wort gefunden, dass diese Phase noch besser charakterisiert: Wir betreiben dort Wunschforschung. An erster Stelle wird immer wieder das Klettern genannt. Kinder wollen sich ausprobieren, ihre Grenzen austesten oder auch mal ein Risiko eingehen – sich ganz einfach bewegen. Aber auch der Rückzug ist wichtig. Kinder wollen Räume, die nicht von allen Seiten einsehbar sind, um dort alleine oder mit dem besten Freund Ruhe finden zu können. Aber auch der noch unbebaute Ort hat eine Identität, die man bei der Planung berücksichtigen sollte. Wenn man dann die Bedürfnisse der Menschen, vor alle der Kinder, noch künstlerisch umsetzen und nicht nach Katalog entwickeln muss, entstehen Räume, die große Akzeptanz erfahren. Ein gutes Konzept lässt auch leichter die Anwohner begeistern und Sponsorengelder fließen, mit denen man die Ideen auch umsetzen kann. So können die Kinder ihre Wünsche ausleben und ihre Augen werden zum Strahlen gebracht.

Nathalie Stehgreif, Leserin

Hier die Rangfolge meines Sohnes, was seine Augen strahlen lässt: sein Geburtstag, Weihnachten, Halloween, Nikolaus, Ostern und zum Schluss Fasching. Die Reihenfolge erklärt sich dadurch, wie viel Geschenke oder Süßigkeiten er zu welcher Gelegenheit erhält. So einfach ist das.

Mona Jensen, Leserin

Kleine Feiertage

Die Liebe zum eigenen Kind ist eine ganz besondere. Aber ein Kind zu erziehen heißt nicht, es ihm immer recht zu machen. Denn als Erwachsener weiß man, dass Dinge, die im kurzen Augenblick toll sind, sich langfristig nicht immer auszahlen. So verpasst man vielleicht so manche strahlenden Kinderaugen, weil es nicht jeden Tag Himbeereis zum Frühstück geben kann. Bricht man die Regeln einmal, versteht das Kind erst recht nicht, warum es am nächsten Tag nicht wieder die Regel brechen darf. Aber man kann Momente schaffen, auf die die Kinder dann auch hinfiebern können. Rituale, die für Ausnahmen vom Alltag stehen. Dann wird das Strahlen auch umso größer.

Hans Stifter, Leser

Ostern steht vor der Tür und ich finde es lustig, dass selbst mein elf Jahre alter Sohn noch gerne Ostereier suchen geht. Also natürlich nicht die gefärbten Hühnereier, die werden immer gleich an Opa weiterverschenkt. Aber die Schokoladeneier, das Fondant und natürlich der Hase werden intensiv gesucht

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