Antwort schreiben

Zum Voten von Antworten musst du angemeldet sein.

Logge dich ein oder registriere dich.

×

Wie smart kann Stadt sein?

Von selbstfahrenden Autos bis hin zur automatisierten Abfallentsorgung in einem Haus, in dem der Kühlschrank den nächsten Einkauf organisiert: Schreiben Sie uns, was Sie sich von der Stadt der Zukunft wünschen.

Antwort schreiben

Luis Muñoz, Direktor Labor für Netzplanung und mobile Kommunikation, Universität Cantabria (Spanien)

Wandlungsfähig

In weniger als 30 Jahren werden etwa 70 Prozent der Menschen in Städten leben. Daher muss es deren Aufgabe sein, städtische Dienstleistungen wesentlich effizienter zu gestalten und in die Zukunftsfähigkeit des städtischen Ökosystems zu investieren. In diesem Zusammenhang hat die spanische Stadt Santander im Jahr 2009 eine Initiative gestartet, um sich von einer traditionellen Touristenstadt in eine Technologiestadt zu wandeln. Ziel ist die Förderung neuer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die unter anderem Informations- und Kommunikationstechnologien in den Mittelpunkt stellen. Teil dieser Initiative ist der Einsatz von mehr als 15.000 „Internet-der-Dinge“-Geräten, mit denen städtische Dienstleistungen wie das Müll- und Verkehrsmanagement oder die Bewässerung von Parks überwacht und gesteuert werden. Das Hauptanliegen war jedoch die Einbeziehung aller städtischen Interessengruppen wie Bürgern, Unternehmen und der Forschungsgemeinschaft. Dabei setzte man von Anfang an auf den Einsatz verschiedener Apps. Über sie stellte man Informationen über Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten oder das kulturelle Leben zur Verfügung, andere sollten den Bürgern Anreize bieten, eine bessere Stadt für alle zu schaffen. Vor Kurzem startete eine Mitgestaltungs-Plattform, über die neue Ideen gemeinsam konzipiert, umgesetzt und überprüft werden können. Sie soll den Bürgern Nutzen bringen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Unternehmen eröffnen. Worldwide cities are playing a paramount role in social and economical transformation. Their continuous activity attracts more and more inhabitants to the point that in less than 30 years from now, around the 70% of the population will live in cities. For handling such demand, it is compulsory that managers and those responsible for cities conceive solutions aimed at making urban services much more efficient, facilitating the holistic sustainability of the urban ecosystem. Within this context, Santander pioneered, in 2009, a challenging initiative aimed at reshaping the traditional tourist city model into a technological one, fostering the consolidation of a new economic framework in which knowledge and skills related to information and communications technologies are one of its characteristics. As part of this initiative, more than 15,000 Internet-of-Things devices were deployed throughout the city aimed at monitoring, and eventually actuating on, most of the urban services such waste and traffic management, or irrigation in parks and gardens. However, deploying technology was not the primary objective, but the intention was to involve the urban ecosystem stakeholders such the citizens, companies or the research community. To fulfil this aim, from the very beginning, several APPs were made available: some of them providing complete information about transport, shopping or cultural life and others aimed at incentivising the citizens to forge a better city for all. More recently, a co-creation platform has been made available for conceiving, designing, implementing and validating new ideas, which may benefit other citizens, whilst setting up new opportunities in terms of business.

Viola Schwarz, Leserin


Summe seiner Bewohner


Von der Stadt der Zukunft wünsche ich mir vor allem mehr Miteinander und weniger Anonymität. Während eines einmonatigen Aufenthalts auf Sizilien ist mir zum ersten Mal in vollem Ausmaß bewusst geworden, dass es die Menschen sind, ihr Bewusstsein, ihre Akzeptanz, die eine Stadt zu dem machen, was sie ist. Dort hatte ich festgestellt, dass – vor allem in Catania, wo ich mich den größten Teil der Zeit aufhielt – die Fassaden außen ranzig wirkten und sich niemand groß um die Häuser oder das Erscheinungsbild der Straßen zu scheren schien. Betrat man hingegen die Innenräume, fand man durchdesignte, gepflegte Wohnungen vor. Wie offen, fantasievoll, tolerant und umweltbewusst seine Einwohner sind, spiegelt sich im Erscheinungsbild einer Stadt unmittelbar wieder. Und das wünsche ich mir für die Stadt der Zukunft: mehr Offenheit für Neues, Streetart, Umweltprojekte, Grünflächen und vieles mehr. Ein besonders wichtiger Punkt ist meiner Meinung nach auch die Kostenfreiheit der öffentlichen Verkehrsmittel und den Ausbau der Nutzungsmöglichkeiten. Jeder sollte die Möglichkeit haben, innerhalb einer Stadt von A nach B zu kommen – und das möglichst grün. Fahrräder sollten allen gehören – Konzepte, die in Holland längst zur Realität gehören und sich hier noch stärker etablieren müssen.


Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Smart, aber geschützt

Das Erscheinungsbild einer smarten Stadt kann vielfältig sein. Beispielsweise durch eine intelligente Verkehrssteuerung, die flexibel auf das konkrete Verkehrsaufkommen reagiert, um Staus zu vermeiden. Oder durch smarte und dadurch energieeffiziente Häuser, die uns den Alltag erleichtern und gleichzeitig einen Beitrag leisten, die Umwelt zu schützen. Was sollte an diesem fast utopischen Szenario nicht zu mögen sein? Der gemeinsame Nenner einer smarten Stadt ist die Digitalisierung. Sie ermöglicht es, mehr Daten als je zuvor effizienter denn je zu verarbeiten. Doch genau hier besteht die Gefahr, dass die vermeintliche Utopie schnell ihren Glanz verliert. Denn wenn der Preis für den staufreien Arbeitsweg aussagekräftige individualisierbare Bewegungsprofile sind und anhand der Strom- und Heizungsnutzung festgestellt werden kann, wie viel Zeit man im Bad oder vor dem Fernseher verbringt, verwandelt sich die schöne smarte Welt schnell in die Dystopie des gläsernen Menschen. Städte können trotzdem so smart wie möglich werden, wenn man die Vorteile und Risiken in ein angemessenes Gleichgewicht bringt. Genau diese Aufgabe kann der Datenschutz vollbringen: Etwa durch „Privacy by Design/Default“, also „Datenschutz ab Werk“, oder durch Anonymisierung der Daten. Denn Datenschutz ist nichts weniger als der Schutz des Menschen in der digitalisierten Welt. Für eine smarte Stadt benötigen wir also auch einen starken Datenschutz.

Udo Goldstein, Leser

Der gläserne Bürger

„Wie smart kann Stadt sein?“ ist eine unvollständige Fragestellung. Sie muss lauten: Wie smart kann Stadt sein, unter dem Gesichtspunkt, dass alle verarbeiteten Daten ausschließlich dem Nutzer gehören? Das impliziert, dass die verarbeiteten Daten nur und ausschließlich jedem Nutzer gehören und er zu jeder Zeit uneingeschränkt über diese Daten verfügen kann, diese nur unter expliziter Genehmigung des Nutzers weiter verarbeitet werden dürfen beziehungsweise, um es auf die Spitze zu treiben, diese Daten vom Nutzer monetarisiert werden können. Das gilt sowohl für den privatrechtlichen wie aber auch den öffentlichen Sektor. Im Übrigen macht China gerade vor, wie die Gesellschaft über Apps „zivilisiert“ werden soll. Das dort eingeführte „Social Scoring“ ab dem Jahre 2020 – die permanente Bewertung der Konformität aller Bürger anhand zahlloser Daten über das Sozialverhalten – zeigt, wie weit ein Datenscreening in wenigen Jahren gehen wird.

Ruth Schneider, Leserin

Wenn man sich überlegt, was durch die Digitalisierung möglich wäre und wie noch die Realität aussieht, wenn man etwa einen Reisepass beantragen will, so denke ich, dass die Stadt noch viel smarter werde muss. Digitalisierung kann nicht damit aufhören, dass ich als Bürger online sehen kann, dass auf Wochen alle Behördentermine ausgebucht sind.

Florian Pfeiffer, Leser

Mehr als Effizienz

Ich stelle mir die Zukunft der Smart City ein bisschen so vor wie in einer Dystopie: alles scheint perfekt zu sein, das Leben ist viel einfacher und wir müssen uns um viele Dinge keine Gedanken mehr machen – die vernetzte Stadt regelt alles für uns. Sie sucht uns den besten Weg zur Arbeit, es gibt keinen lästigen Stau mehr und sobald ein Parkplatz in der Nähe unseres Wunschziels frei ist, werden wir dorthin navigiert. Die Straßen sind frei von Müll und Dreck, weil die Mülltonnen sofort geleert werden, sobald sie voll sind. Überfälle oder Schlägereien werden von Kameras aufgezeichnet und Polizisten treffen nur wenige Minuten später am Ort des Geschehens ein. Und sollte ein Straftätiger doch einmal flüchten können, sind Fahndungsfotos kein Problem mehr. Aber ist wirklich alles so perfekt? Denn mit allen Vorteilen geht auch unsere Anonymität immer mehr verloren. Jeder unserer Schritte wird aufgezeichnet und ausgewertet, damit wir alle noch effizienter funktionieren. Ertragen wir solch eine Überwachung tatsächlich, auch wenn sie für uns dann einen recht reibungsfreien, optimierten Alltag bringt? Und ist es nicht vielleicht manchmal auch Chaos und das Überraschungsmoment, das uns anzieht? Ein längerer umständlicherer Weg kann dabei nämlich unerwartet Schönes bringen: eine besondere Begegnung, die Entdeckung eines neuen Lieblingsortes oder eine neue Perspektive auf etwas Bekanntes.

Kai Singvogel, Leser

Erst die nächste Generation sieht’s.

Björn Rasten, Leser

Zu Hause von unterwegs

Wir sind immer und überall vernetzt. Dabei sind wir ständig zu erreichen und anscheinend auch in der Lage, Dinge an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit zu erledigen, was Zeit spart, aber auch Gefahren birgt.

Gerd Riedner, Leser

Bereit für alle Fälle

„Smart“ sehe ich eher im Sinne von attraktiv. In einer smarten Stadt würde ich gerne leben. Das heißt meine Stadt der Zukunft sollte mir in jedem Altersabschnitt im unmittelbaren Umfeld, also fußläufig, leicht erreichbar und gut gemischt Wohnen, Arbeit und Freizeit bieten. Eine smarte Technik kann dabei helfen, die Umgebung frei von Lärm, Geruch, Luft-, Wasser- und Erdverschmutzung zu halten, mit Arbeits-, Bedienungs-, Informations-, Kommunikations- und Transport-Assistenten meiner Bequemlichkeit „inhouse“ und „outdoor“ entgegenzukommen sowie Angebote und Möglichkeiten zu schaffen für meine verschiedensten spontanen und manchmal auch stark schwankenden Wünschen nach Geselligkeit, Genuss, Bewegung, Sport und sonstiger Aktivitäten, ohne damit andere zu stören.

David Baumann, Leser

Bring dich ein

Ich habe das Gefühl, dass der Trend zum kollektiven Denken immer stärker wird und sich manifestiert durch die jüngeren Generationen, die allmählich nachkommen. Mehr Reisen, mehr Teilen, mehr Sprachen, mehr Technologie, mehr Unterschiede, mehr Horizont – einfach mehr von allem. Nach der Überproduktion kam somit die Frage auf: Wohin mit all den Dingen? Wo kann ich sie einbringen? Somit entstehen neue Wege und Ideen für das Kollektiv – auch für die Stadt. Zum Beispiel Carsharing, Roller, die geteilt werden, Hybrid Car to go, Haushaltsgemeinschaften, borge etwas aus und lerne deinen Nachbarn kennen und so weiter. Minimalismus und der Trend zum Sparen kristallisiert sich meiner Meinung nach immer mehr heraus. Die Stadt wird smarter, wenn der Einzelne sich bewusster wird, wo er mithelfen und sich einbringen kann. Selbstständigkeit und Organisation verbinden dich mit der Entwicklung.


Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Die Zukunft ist E

Der Kauf meines E-Autos war ein Abenteuer: „Meinen Sie das ernst?“, bekam ich in Autohäusern zu hören. Vor den ersten Fahrten sah ich mich nachts schon an Haustüren klingeln und nach Strom fragen. Knapp 25.000 Kilometer E-Fahren später kann ich sagen: alles Quatsch. Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist noch ein bisschen wie die Kleinstaaterei im Mittelalter, denn zumeist betreiben die jeweiligen Stadtwerke und Netzbetreiber die Säulen. Und da hat jeder seine Regeln, nur nicht die seiner Konkurrenz aus der Nachbarschaft. Aus jedem Geldautomaten bekomme ich heute mit jeder EC-Karte Bares, aber an jeder Ladesäule brauche ich immer ein anderes Equipment, um ein wenig Strom tanken zu können. Bis vor kurzem gab es nicht einmal eine Übersicht, wo die Ladesäulen stehen. Inzwischen veröffentlicht die Bundesnetzagentur eine Karte, die mir halbwegs vollständig erscheint. Stromtankstellen sind vor allem ein Ort der Kommunikation. Wenn man sein Kabel auspackt und anschließt, fragt fast immer jemand: „Funktioniert das wirklich mit Strom?“ Und oft enden die Gespräche mit dem Satz: „Beim nächsten Autokauf überleg´ ich mir das auch.“ Mit meiner E-Auto-Erfahrung bin ich überzeugt: Die Zukunft der individuellen Mobilität ist elektrisch und über die heutigen Debatten zur Reichweite und Ladeinfrastruktur werden wir in zehn Jahren nur müde lächeln. Ich bin sicher, bald werden wir mit Kindern über Benzintankstellen so reden wie heute über Telefonzellen.

Chirine Etezadzadeh, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Smart City e.V. (BVSC)

Orte der Lebendigkeit

Smarte Städte zeichnen sich durch eine technologische und soziale Vernetzung aus. Sie sind effizienter, nachhaltiger, kooperativer, resilienter und damit zukunftsfähiger als andere Städte. Die Smart-City-Bewegung betrifft große und kleine Städte, Städte in Ballungszentren und auf dem Land, wachsende und schrumpfende Kommunen und bezieht immer das sie umgebende Umland mit ein. Städte können sich als beherrschbare Einheiten im Vergleich zu Staaten zügig verändern. Sie haben die Chance, akuten Herausforderungen rasch zu begegnen und die Frage nach dem guten Leben individuell zu thematisieren. Eine Kommune, die gute Antworten liefert, wird erfolgreich sein. Sie wird auf ihre Region ausstrahlen und positive Entwicklungen in Gang setzen. Das ist smart. Einige smarte Städte werden unsere Wirtschaftsweise überdenken und nachhaltige urbane Ökonomien gestalten. Sie werden Stadtbewohner in sinnvoller Beschäftigung halten und aktiv in die Entwicklung der Stadt integrieren. So schaffen sie, neben einer sicheren Ver- und Entsorgung, Jobs, gesunde und erwünschte Lebensbedingungen, Sicherheit und kulturelle Resilienz. Die Digitalisierung wird uns, klug genutzt, Gegebenheiten und Prozesse wie die beschriebenen ermöglichen. Sie befähigt uns, gute Aspekte der Vergangenheit mit modernen Vorstellungen von Lebensqualität zu verbinden, auch ohne dabei das Menschliche technisch zu dominieren. Wenn Städten solche Entwicklungen gelingen, sind sie sehr smart.

Tim-Niklas Zimmer, Leser

Mobil im morgen

In einer smarten Stadt müsste der Verkehr neu organisiert sein. Ampelschaltungen sollten stärker aufeinander ausgerichtet sein, so dass der Verkehrsfluss ohne Stockungen läuft. Vereinfacht würde das durch selbstfahrende Autos, die in der Lage sind, Routen anhand von Verkehrsströmen zu wählen und mit den Ampelanlagen kommunizieren können. Außerdem könnte elektronisch angezeigt werden, wo derzeit Fahrzeuge fahren, die bereit sind, Mitfahrer mitzunehmen, so dass die Anzahl der Personen pro Auto deutlich erhöht werden könnte. Schwebende Fahrzeuge, die auf einer zweiten Ebene oberhalb der Straßen unterwegs sein könnten, würden den Verkehr zusätzlich entlasten.

Bibiana Beglau, Schauspielerin

Lebendiger Organismus

Städte sind für mich Orte der Freiheit. In Berlin habe ich durch die Stadt gelernt, dass Freiheit nicht bedeutet, die Auswahl zu haben, sondern eine zu treffen. Das könnte man unter smart verstehen. München ist eine Stadt, die einen einbezieht, aber auch mit einer Großzügigkeit in die Natur flüchten lässt, um am Abend wieder in den Schutz der Stadt zurückkehren zu können. Berlin lässt einen und wir bleiben immer Entdecker der eigenen Umgebung. Manchmal denke ich, Menschen sind wie Pflanzen: Sie wachsen nicht überall gleich gut an. Manche ernähren sich wie Luftwurzler aus den flüchtigen Momenten, wieder andere sind tief verwurzelt an einem Ort und brauchen die wohlige Wärme von viel Erde um sich. Eine Stadt stelle ich mir wie einen riesigen Urwaldbaum vor. Überall ist er besiedelt von verschiedensten Arten von Pflanzen und Tieren. Auf allen Ebenen passiert etwas anderes, unabhängig voneinander, und doch ist es ein riesiges Zusammenspiel aller Organismen. An manchen Ästen wächst und blüht es, an anderen schläft oder stirbt es. Man könnte Stadt auch als eine Art polymorphen Mehrzeller begreifen: Immer die Möglichkeit, sich andocken, sich verbinden, Anschluss finden zu können. Stadt bedeutet für mich eine Einladung zur Vielfältigkeit von Heimat und Kulturen. Es bedeutet, Möglichkeiten der Auswahl zu haben.

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer Deutscher Städtetag

Nutzen für die Menschen

Die smarte Stadt ist kein Selbstzweck und der Begriff „Smart City“ auch kein neues Leitbild für die Stadtentwicklung. Digitalisierung, Vernetzung und Technik sind wichtige Hilfsmittel auf dem Weg zur nachhaltigen und lebenswerten Stadt. Aber wir wollen dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die in unseren Städten leben. Deshalb müssen wir den Nutzen für die Allgemeinheit als Bewertungskriterium einbeziehen. Derzeit wird „Smart City“ noch allzu sehr von der technischen Seite her gedacht. Die Frage lautet oftmals, was technisch möglich ist und wie wir diese Technik einsetzen können. Doch nicht alles, was technisch möglich ist, ist letztlich sinnvoll und nachhaltig. Der Ansatz muss deshalb eher lauten: Was benötigen die Menschen in den Städten zur Verbesserung ihres Alltags? Was hilft ihnen, um ihre Lebensmodelle verwirklichen zu können? Und was benötigen die Städte, um sich nachhaltig und zukunftsfähig zu entwickeln? Da bieten Smart-City-Konzepte viel Potenzial. Mit gezielt verknüpften Daten lassen sich schwierige Entscheidungen präziser treffen und hochkomplexe Prozesse besser steuern. Kommunen können ihr Service- und Dienstleistungsangebot für die Bürger weiterentwickeln und die Effizienz der Prozesse in der Verwaltung im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern steigern. Das sind einige der Herausforderungen, denen sich die Städte tagtäglich und in Zukunft stellen.

Friederike Nitsch, Verein Straßenkinder e.V.

Alle mitnehmen

Digitaler Wandel bringt viele Gestaltungsmöglichkeiten für unsere Gesellschaft mit sich, um effizienter und zukunftsfähiger zu sein. Doch es gibt Menschen, die davon gänzlich abgehängt sind. In unserer Arbeit sind wir täglich mit existenziellen Nöten von Straßenjugendlichen konfrontiert, die aufgrund individueller Missstände scheitern, ihr Zuhause verlieren und auf der Straße landen. Berlin ist das Spiegelbild eines Landes, in welchem Wunsch und Wirklichkeit von Lebensentwürfen weit auseinandergehen. Die Mittelschicht kämpft um bezahlbaren Wohnraum, aber Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, werden aus dem öffentlichen Leben verdrängt und haben den Kampf um eigenen Wohnraum bereits verloren. Dabei können auch Anliegen von sozial ausgegrenzten und obdachlosen Menschen in Konzepten zu „Smart City“ ihren Platz finden. Wenn es beispielsweise um städtebauliche Veränderungen geht, die eine bewusste Durchmischung von Wohnquartieren fördern, die eine durchdachte Ausgestaltung von öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen beinhaltet, in denen gegen Ausgrenzung vorgegangen und den Bedürfnissen von obdachlosen Menschen mit Aufenthalts- und Duschmöglichkeiten Rechnung getragen wird. Andere Länder, wie Dänemark, gehen etwa mit dem „Housing-first-Programm“ beispielhaft gegen Obdachlosigkeit vor. Warum nicht bei uns Strategien initiieren, die Städtebau, soziale Arbeit und Politik vereinen. Wir finden, smart heißt eben auch, alle mitzunehmen.

Michael Denkel, Stadtplaner und Städtebauarchitekt

Organisiertes Leben

Die wachsende Urbanisierung stellt unsere Städte vor Herausforderungen: Luftverschmutzung, Wasserknappheit und ein andauernder Verkehrskollaps sind Überlastungserscheinungen. Aber das System Stadt ist nicht das Problem, sondern dessen Lösung. Nur hier können sehr viele Menschen auf kleiner Fläche und mit vertretbarem Ressourceneinsatz ihr Leben organisieren. Zunehmend helfen bei dieser Aufgabe eine ausgefeilte technische Infrastruktur und die Digitalisierung: Straßenlampen leuchten nur, wenn jemand in der Nähe ist; Detektoren melden freie Parkplätze; der Interneteinkauf wird per Drohne geliefert; Mobilitätssystem und Energieverbrauch werden durch umfassendes Monitoring in Echtzeit gesteuert. Unsere Städte werden „smart“. Die Smartness einer Stadt wächst aber nicht alleine mit der Menge verbauter Elektronik. Smart bedeutet auch hohe Lebensqualität bei geringem Ressourcenverbrauch. Smart ist die Stadt mit dem effektivsten Management. Es geht dabei auch um intelligente Verwaltungsstrukturen und eine offene Kommunikation mit den Bürgern über die elektronischen Kanäle. Und Digitalisierung ergänzt den Werkzeugkasten der Stadtplaner, so dass bereits deren Konzepte effizienter und menschengerechter werden sollten. Aber unzureichender Datenschutz, Verwundbarkeit der Systeme und die potenzielle Machtfülle der Konzerne bilden die andere Seite der Medaille. Augenmaß und maßgeschneiderte Gesetze werden hier unabdingbar.

Chris Janssen, Leser

Verkehr neu erfinden

Von einer smarten Stadt wünsche ich mir vor allem mit Blick auf Pkws ein besser organisiertes Transportsystem. Hier sollten die Straßen und Parkflächen durch flächendeckende Car-Sharing-Gebiete bis in den Speckgürtel hinein entlastet werden. Eine höhere Auslastung vorhandener Fahrzeuge ist unabdingbar, um modernen Mobilitätsanforderungen und dem ständigen Zuzug gerecht zu werden. Auch selbstfahrende Autos und Taxis, die durch smarte Realtime-Verarbeitung von Verkehrsdaten ebenso einen besseren Verkehrsfluss gewährleisten können, spielen hier eine Rolle. Weniger Autos, weniger Stau und schnellere Beförderung ans Ziel würden somit allen zugutekommen – mal abgesehen davon, dass Radwege und Begegnungszonen für Fußgänger dann ausgebaut werden könnten. Da sich die Autoindustrie vor allem für die Metropolen und die weniger materialistischen und besitzdenkenden Generationen neu erfinden muss, sehe ich hier großes Innovationspotenzial.


Antoine Fuchs, Leser

Smartes Vorbild

Spanien mag vor wenigen Jahren noch eines der Sorgenkinder der EU gewesen sein, mittlerweile ist es wieder auf dem Weg nach oben. Und in punkto Smart City kann eine Stadt im Norden des Landes dem Rest der Welt den Weg weisen: Santander. Sie ist so modern, dass sich Delegationen aus dem Ausland bereits vor Ort einen Eindruck davon verschaffen, wie eine Smart City der Zukunft auch in ihrer jeweiligen Heimat funktionieren könnte. Zum Beispiel sind die Abfallbehälter in Santander so „intelligent“, dass sie den Verantwortlichen melden, wenn sie eine Leerung für notwendig halten. Und mithilfe von LED-Anzeigen, die an strategischen Stellen der Stadt aufgestellt sind, sehen Autofahrer, ob in einer bestimmten Straße noch ein Parkplatz frei ist oder nicht.

Krischan Henne, Leser

Schöne neue Welt

Mein Traum von einer smarten Stadt ähnelt einem Science-Fiction-Szenario: Auf der Oberfläche erleben wir eine Idylle mit gutgelaunten Menschen, denen Maschinen die Arbeit abnehmen. Umweltprobleme gehören der Vergangenheit an, der Verkehr ist unter die Erde verbannt. Nahrungsmittel wachsen an jeder Ecke und Energie wird nachhaltig erzeugt. Die Überbevölkerung ist auch kein Problem mehr, es wird in die Höhe gebaut und die Ozeane werden besiedelt. Maschinen nehmen den Menschen immer mehr Tätigkeiten ab, Arbeit wird zunehmend zum Luxusartikel. Die breite Bevölkerung muss sich mit fragwürdigen Entertainmentangeboten, natürlich virtuell, die Zeit vertreiben. Die Entfremdung von der Natur und der Realität nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Allmählich verwandelt sich der Traum in einen Albtraum.

Nils Minck, Leser

Frei vom Ballast

Ich glaube, dass in erster Linie smarte Menschen eine smarte Stadt ausmachen, und dann erst kommt die smarte Nutzung von Technologie. Eine Stadt bewohnt von fünf Millionen miteinander vernetzten Smombies, die aber gar nichts mehr voneinander mitkriegen, weil sie nur noch mit der Steuerung der in ihren Smartwatches eingebauten Wasserfontäne beschäftigt sind, finde ich schon nicht besonders reizvoll, sondern geisterhaft und furchterregend. In meiner großen Vision einer smarten Stadt sehe ich vielmehr selige Menschen durch die Straße laufen, die sich an den schönen Dingen des Lebens erfreuen können und mehr Zeit haben, sich sinnvollen Aufgaben zu widmen, weil sie nicht den ganzen Tag Probleme mit dem legendären Paketboten haben müssen. Dann lieber Drohnen ranlassen.

Schreib' uns deine Antwort!

Welche Überschrift willst Du Deiner Antwort geben?

Welche Innovation verändert die Welt?

Vom neuen technischen Gadget, das den Alltag erleichtert, bis zur revolutionären Idee, die unsere ganze Lebensweise prägen könnte. Welche Innovation sollten wir Ihrer Meinung nach in der kommenden Ausgabe würdigen?

Antwort schreiben

Wolfgang Friedt, Leser_In

„Wo bleibt die Ethik“ fragt Katja GRUNNER mit Bezug auf die CRISPR/cas9 Technologie. Keine Frage: Bei neuen Techniken sind immer gewisse Zweifel angesagt, das ist nach Jahrzehnten des „technischen Fortschritts“ gut verständlich und nachvollziehbar. Eine Aussage der Leserin ist jedoch zu korrigieren, wenn sie feststellt: „Außerdem kann in der Pflanzenzüchtung das Verfahren genutzt werden, auf diese Weise Gene einzufügen, zu entfernen oder auszuschalten.“ Es trifft zu, Gene können „ausgeschaltet“ werden. Die Methode ist jedoch nicht dazu geeignet, neue Gene einzuführen; insofern handelt es sich also nicht um eine Technik, die der „Grünen Gentechnik“ zuzuordnen ist. Vielmehr handelt es sich um eine neue Technik der Mutationsauslösung (Mutagenese), also einer gezielten Veränderung körpereigener Gene mit dem Ziel der Erzeugung neuer Genvarianten (Allele).

Adi Hübel, Leser_In

Die Vorstellung, jeder Mensch auf der Welt kann leben, ohne sich in ein abhängiges Arbeitsverhältnis zu begeben, ist faszinierend. Sicher werden nur die wenigsten ihre Hände in den Schoß legen und gar nichts tun. Ulrike Plaggenborg hat Recht, die kreativen Leistungen der Menschen werden zunehmen, sie werden nicht nur zufriedener sein, sondern auch gesünder und weniger gestresst. Ob sie sich dann auch mehr um ihre Umwelt kümmern, wird man/frau sehen, Zeit und Muße hätten sie ja. Allerdings dürfte das Grundeinkommen nicht auf die BRD begrenzt sein.

Ranga Yogeshwar, Leser_In

Wir werden in den nächsten Jahren mit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz konfrontiert werden. Manche Anwendungen des Deep Learnings sind inzwischen ungeheuer leistungsfähig: Bei der Auswertung von Röntgenbildern, dem Auffinden von Tumoren oder dem Erkennen von Verkehrsschildern übertreffen neuronale Netze bereits heute den Menschen. Bei künstlicher Sprache ist es uns inzwischen kaum möglich zwischen Mensch und Maschine zu unterscheiden. Selbstlernende Systeme können auch bei der Vergabe von Bankkrediten bereits besser urteilen als Menschen. Die Folge: Immer häufiger entscheiden Algorithmen. Doch nach welchen moralischen Prinzipien fällen sie ihre Entscheidung? Warum zum Beispiel jemand keinen Kredit bekommt, lässt sich nicht mehr genau sagen. Diese neuronalen Systeme funktionieren zwar in der Summe vielleicht besser, doch ihre genauen Entscheidungsmuster entziehen sich der klassischen Logik. Wir erleben also einen Übergang von der Kausalität zur Korrelation. Das entspricht einem Bruch mit den grundlegenden Prinzipien der Aufklärung. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit wir diesen neuen intelligenten Systemen vertrauen können. Wie viel Verantwortung geben wir ab? Das Evolutionstempo ist rasant und somit verbessert sich ihre Leistungsfähigkeit zunehmend. Doch die gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Entwicklung sind enorm und es braucht eine breite Debatte, denn es geht um unsere Rolle in der Zukunft.

Dagmar Wöhrl, Leser_In

Auf Youtube habe ich vor wenigen Tagen eine Rede der Facebook-Chefin Sheryl Sandberg angeschaut. Darin hat sie vor Tausenden Zuhörern in den USA einen kleinen Erlebnisbauernhof in Baden-Württemberg präsentiert, der mit Hilfe von Facebook die Attraktion im Ländle geworden ist. Eine 21-jährige Unternehmerin, nebenbei auch noch Social-Media-Managerin, zeigt uns allen, was alles heute möglich ist: Irgendwo am Küchentisch wird eine Geschäftsidee entwickelt und kann dann mit Hilfe von Internet und Digitalisierung innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden. Die erforderlichen Strukturen können im und mit dem Internet aufgebaut werden; Möglichkeiten und Märkte auf der ganzen Welt werden leicht gefunden. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten? Startups bringen diese Dynamik mit, sie ist Teil ihrer DNA. Viele etablierte Unternehmen tun sich mit der Digitalisierung deutlich schwerer. Von manchen wird sie regelrecht als Bedrohung bestehender Strukturen und Abläufe empfunden. Nicht zu Unrecht, denn in den nächsten Jahren wird die Wirtschaft, wie wir sie kannten, auf den Kopf gestellt werden. Die digitale Transformation ist Chance und Herausforderung zugleich. Wir müssen unseren traditionellen Unternehmen die Ängste vor Innovationen nehmen. Für die Gründerinnen und Gründen brauchen wir optimale Bedingungen und keine überbordende Bürokratie. Nur dann wird aus Deutschland eine echte Gründerrepublik.

Bas van Abel, Leser_In

Leider verändern nachhaltige Erfindungen nicht die Welt, wenn wir sie nicht auch nachhaltig einsetzen. Echte Innovation inspiriert dazu, neue Nutzungs- und Verhaltensweisen zu entwickeln. Deswegen wird Nachhaltigkeit ebenso von Technologie wie von Gewohnheiten angetrieben. Ein modulares Smartphone, welches man leicht öffnen und reparieren kann, wäre zunächst einmal eine nachhaltige Idee. Es gibt den Nutzern die Möglichkeit, ihr Telefon länger zu behalten. Doch welchen Nutzen hätte das, wenn sich die Leute nach einem Jahr einfach ein neues kaufen? Wir müssen uns bewusster werden, wie Menschen Technologie einsetzen und auf welche Art und Weise sie mit ihr umgehen. Wir müssen den weiteren Kontext der Technologie verstehen. Wie wurde sie hergestellt? Wer hat sie hergestellt? Welche Konsequenzen hat es, sie auf eine bestimme Weise zu nutzen? Wenn wir für diese Fragen ein Bewusstsein schaffen und das Gerät mit der Geschichte verknüpfen, die es erzählen kann, können wir dauerhafte Veränderung schaffen. Nachhaltigkeit dreht sich dann nicht mehr nur um Technologie, sondern vielmehr darum, das System zu verändern. Echte Innovation entsteht durch Erfindungen, die Menschen zu mehr Nachhaltigkeit bewegen. Und genau das sind die Erfindungen, die die Welt verändern können.

Stephanie Mittermaier, Leser_In

Der zunehmende Wettbewerb um Anbauflächen und die anhaltende Steigerung der Weltbevölkerung gefährden die nachhaltige Versorgung mit sicheren, gesunden und gut schmeckenden Lebensmitteln. Dabei kommt dem Verzehr pflanzlicher Produkte als Alternative zu Fleisch, Eiern und Milch eine steigende Bedeutung zu. Allerdings kann der Verzehr tierischer Produkte nur gesenkt werden, wenn wohlschmeckende pflanzliche Lebensmittel mit vergleichbarem Mundgefühl entwickelt werden. Lebensmittelzutaten aus Lupinen können eine dieser Alternativen sein. Das Fraunhofer IVV hat hierzu Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, die störenden Geruchs- und Geschmackskomponenten der Hülsenfrüchte freizulegen und mit ausgewählten umweltverträglichen und für Lebensmittel zugelassenen Lösemitteln wie CO2 und Wasser abzutrennen. Das Ergebnis sind geschmacklich nahezu neutrale Lupinenproteine. Diese können dann als vielseitig einsetzbare Zutaten in der Herstellung von rein pflanzlichen Lebensmitteln verwendet werden. Von dieser Entwicklung profitieren heimische Landwirtschaftsbetriebe und die deutsche Ernährungsindustrie gleichermaßen. Für Landwirte eröffnen sich neue lukrative Absatzmöglichkeiten. Für die Ernährungswirtschaft stehen mit den nahezu neutral schmeckenden Lupinenproteinen innovative Zutaten für die Entwicklung rein pflanzlicher Produkte zur Verfügung, die zu einer breit akzeptierten Alternative zu tierischen Lebensmitteln werden können.

Mark Lenz, Leser_In

Es wäre schön, wenn man mit einer simplen Innovation die Meere vom Plastikmüll befreien könnte: indem man ihn einfach einsammelt. Nur ist das aus vielen Gründen nicht sinnvoll. Viele Menschen glauben, dass im Ozean riesige Inseln aus Müll schwimmen, aber diese Vorstellung ist falsch. Zwar gibt es Meeresgebiete, die sogenannten ozeanischen Strudel, in denen sich treibendes Material ansammelt, aber die Dichte an Meeresmüll ist dort zum Glück nicht so hoch, dass es sich lohnen würde, ihn einzusammeln. Die höchste bislang gemessene Dichte liegt bei einem Stück Plastik auf drei Quadratmetern. Und die Müllteile sind im Durchschnitt nur wenige Millimeter groß. Denn sobald der Müll von den Küsten wegtransportiert wird, beginnt er sich auf einer riesigen Fläche zu verteilen und er zerfällt dabei in immer kleinere Teile. Diesen Müll großflächig einzusammeln, wäre sehr energieaufwendig und ist, wie jede Form der Fischerei, mit Beifang verbunden. Letzterer würde immensen ökologischen Schaden verursachen, der den Nutzen der Reinigung bei Weitem übersteigt. Wir müssen uns daher damit abfinden, dass Plastikmüll, der einmal in den offenen Ozean gelangt ist, nie wieder zurückgeholt werden kann – auch nicht durch eine technische Innovation. Deswegen müssen wir vor allem verhindern, dass noch mehr Müll in die Meere gelangt. Dies kann global nur durch eine Reduktion der Müllmengen und durch ein besseres Müllmanagement erreicht werden.

Anton Kummert, Leser_In

Ist des Deutschen liebstes Kind bald erwachsen und damit autonom? Mobil sein und gleichzeitig Mails checken, lesen oder schlafen: All dies verspricht uns die autonome und vernetzte Mobilität. Zudem ist sie gut für die Umwelt, reduziert die Zahl von Unfällen und vermindert Staus auf unseren Straßen – alles Vorteile, die man auch dem Öffentlichen Nahverkehr zuschreiben könnte. Für die individuelle Mobilität ist diese Zukunftsvision jedoch eine Revolution, die allerdings in der Praxis eher als Evolution in fünf Stufen voranschreitet. Die Emotionalität der Debatte um das Für und Wider fußt auf Kontrollverlust, der Abgabe von Entscheidungen an die „Intelligenz“ und Zuverlässigkeit eines vernetzten, rollenden Computers. Für die Generation der Digital Natives kein Problem, jedoch eine Horrorvorstellung für ältere Menschen. Aber gerade letztere werden enorm profitieren, da ihnen Mobilität und Teilhabe bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Für die Wirtschaft eröffnen sich neue Geschäftsmodelle, allerdings mit dramatischen Folgen – ähnlich jenen der digitalen Transformation – für zahlreiche Branchen wie Logistik, Automobilhersteller und Zulieferer. Die rechtlichen Konsequenzen der autonomen Mobilität sind in den Griff zu bekommen, viel kritischer sind Hackerangriffe und Datenschutz. Ob nun im positiven Sinne für die einen oder im negativen für die anderen: Das selbstdenkende Auto wird unsere Lebenswelt tiefgreifend verändern.

Wolfgang M. Heckl, Leser_In

Die großen Dinge, die unser Leben verändert haben, sind alle schon erfunden und im Deutschen Museum zu sehen. Dampfmaschine, Auto, Flugzeug, Rakete, Computer. Meinetwegen auch die Waschmaschine. Was kann danach noch kommen? Wird es uns noch einmal gelingen, etwas Epochemachendes zu erfinden, und nicht nur Gadgets und Verbesserungen des Bestehenden, die, bei Lichte betrachtet, oft so richtig wichtig nicht sind? Ich glaube, ja. Wir brauchen Innovationen, denn wirkliche Innovationen lösen Menschheitsprobleme. Sie können zwar auch neue schaffen, aber Erfindungen müssen heute auch nachhaltig sein – sonst haben sie keine Aussicht auf Erfolg. Innovationen müssen daran gemessen werden, ob sie uns in Zukunft ein lebenswertes Leben ermöglichen. Ob sie allen Menschen zugänglich sind und ihnen zum Vorteil gereichen. Dabei ist die naturwissenschaftlich-technische Kultur die Basis für alle Erfindungen und Entdeckungen. Diese Erfindungen sind häufig dann am wirkungsvollsten und nachhaltigsten, wenn sie sich am größten Erfinder orientieren, den es überhaupt gibt: der Natur. Ich träume von einer großen Innovation: dem molekularen und atomaren Recycling. Was das ist? Das ist das, was die Natur bereits kann. Sie verwertet alles wieder, in dem sie es in kleinste Teilchen zerlegt und daraus neue Strukturen und Ressourcen schafft. Wenn wir das nicht auch hinbekommen, schaffen wir uns auf einer Erde mit endlichen Ressourcen selbst ab.

Ralf Bartenschlager, Leser_In

Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) sind ein weltweites Problem. Viele Menschen sind mit diesem Erreger chronisch infiziert, ohne es zu wissen, und haben trotzdem ein hohes Risiko für einen schweren Leberschaden, bis hin zum Leberzellkarzinom. Glücklicherweise lassen sich seit etwa zwei Jahren HCV-Infektionen in nahezu allen Fällen erfolgreich therapieren. Das wurde möglich durch die Entwicklung hochwirksamer Medikamente, die gezielt die Virusvermehrung blockieren. Die entsprechenden Wirkstoffe sind das Ergebnis intensiver Forschungsarbeiten vor allem in der pharmazeutischen Industrie, die möglich wurden, weil die akademische Forschung wichtige Grundlagen lieferte. Eine davon ist die Entwicklung von Zellsystemen, die in der Virusforschung unabdingbar sind, weil sich Viren ausschließlich in lebenden Zellen vermehren. Leider war die Vermehrung des HCV in Zellkulturen im Labor lange Zeit nicht möglich. Erst zehn Jahre nach der Entdeckung des Virus ist es meinen Mitarbeitern und mir gelungen, ein Zellkultursystem für das HCV zu entwickeln. Dieses System, ein Ergebnis von fünfjähriger Arbeit mit vielen Rückschlägen, war erstmalig robust genug, um Medikamente zu testen und neue Wirkstoffe zu suchen. Die Bedeutung des Systems für die Medikamentenentwicklung lässt sich vielleicht daran ablesen, dass alle neuen Wirkstoffe, die heute für die Therapie der HCV-Infektion eingesetzt werden, mit unserem System entwickelt wurden.

Denniz Bentra, Leser_In

Den Bau des Gotthard-Basistunnels halte ich für eine der ganz großen Innovationen in der Verkehrsgeschichte. Er ist mit seinen 57 Kilometern nicht nur der längste Tunnel der Welt, sondern ingenieurstechnisch eine Meisterleistung, ein Jahrhundertbauwerk. Er hat zwar nicht den Verkehr der ganzen Welt verändert, aber als Nord-Süd-Verbindung für Europa ist er von zentraler Bedeutung – und seit beim deutschen Rastatt die Züge nach der Gleisabsenkung durch die dortigen Tunnelbauarbeiten wieder rollen, kann die Verlängerung dieser Nord-Süd- Strecke auch wieder genutzt werden.

Katrin Schneider, Leser_In

Ich würde mir eine Innovation wünschen, bei der Textilfasern oder Sensoren in Kleidung auf die jeweilige Außentemperatur reagieren und dann entsprechend mehr oder weniger wärmen, damit Klimaanlagen oder überhitzte Räume erträglich werden. Als Gag soll es diese Kleidung schon geben, leider wärmen oder kühlen sie aber nicht entsprechend, sondern wechseln dann nur ihre Farbe. Auch Textilien, die Wasser und Schmutz abweisen, sollen schon hergestellt worden sein. Gäbe es die hier günstig zu kaufen, würde ich die auf jeden Fall schon einmal meinem Sohn auf dem Spielplatz anziehen.

Katja Grunner, Leser_In

Mit der Entdeckung der CRISPR-Sequenzen und der daraus entwickelten CRISPR/Cas-Methode ist der Genforschung jüngst ein Meilenstein gelungen. Dadurch verändern sich die medizinischen Möglichkeiten und es wird geforscht, wie weit sich die Methode therapeutisch bei verschiedenen Krankheiten einsetzen lässt. Diese Forschungsergebnisse und die wohl auch einfache Anwendbarkeit haben aber auch die Möglichkeit geschaffen, das Verfahren zumindest in China an Embryonen zu testen. Außerdem kann in der Pflanzenzüchtung das Verfahren genutzt werden, auf diese Weise Gene einzufügen, zu entfernen oder auszuschalten. Es zeigt sich also wieder, dass eine Innovation zwar die Welt verändern kann, aber ob wir diesen Weg dann ethisch vertreten können oder wir damit ungewollte Risiken eingehen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Justin Schneider, Leser_In

Eine große Innovation ist das Smart Home. Es vereinfacht unseren Alltag.

Mario Pericchini, Leser_In

Die Erfindung des Tablets wird eine Generation hervorbringen, die mit Sicherheit sehr digital-affin sein wird, die daraus resultierenden Nachteile kennen wir aber noch nicht. Denn erst mit dem I-Pad wurde das Tablet wirklich attraktiv, vor sieben Jahren. Und in der Bevölkerung massenhaft verbreitet hat es sich vielleicht vor vier oder höchstens fünf Jahren. Das Erstaunliche dabei ist: Es lässt sich problemlos von Kindern bedienen; sie lieben es mehr noch als Erwachsene. Guckt man sich die Apps an, sieht man, dass sich darauf hauptsächlich Spiele befinden. Immer wieder hört man den Satz: „Das Tablet ist der beste Babysitter.“ Man hört auch immer mehr kritische Stimmen: „Immer, wenn ein Kind vor einem Tablet sitzt, stirbt auf einem Baum ein Abenteuer.“ Und es wird ebenfalls kritisch als „digitaler Schnuller“ bezeichnet, vor allem, weil es so viel Zeit ist, die Kinder damit verbringen, sofern man sie lässt. Diese jetzt noch jungen Menschen werden also die erste Generation sein, die sich schon von kleinsten Kinderbeinen, teils im Kindergartenalter an die digitale Welt gewöhnt haben. Dies ist noch einmal eine Stufe weiter als bei den Digital Natives. Wie werden sehen, wie dies die Menschen in der Welt verändern wird.

Jens Brüggemann, Leser_In

Wir nutzen sie tagtäglich und sie ist aus unserem Leben wohl nicht mehr wegzudenken: die Kaffeemaschine. Dabei hat sie jetzt schon einige Entwicklungen durch. Nach vielen Varianten hat sich die in Deutschland erfundene Filterkaffeemaschine in den 1970er-Jahren großflächig durchgesetzt. Abgelöst wurde sie meist von umweltschädlichen Portionskaffeemaschinen, aber erstaunlicherweise sah man auch teure Gastronomiemaschinen plötzlich hier und da bei Freunden stehen. Ein richtiger Hype um die Kaffeebraukunst entstand – es ist verrückt, wer sich alles für einen großen Gourmet hält und meint, diese oder jene Variante würde noch ein I-Tüpfelchen besser schmecken. Aber da die meisten mehrmals am Tag Kaffee trinken und damit auch die Frage im Raum steht, wie er am besten aufgebrüht werden sollte, werden auch hier neue Innovationen auf uns zukommen, denn der Markt ist da. Und dann hoffe ich auf eine Variante, die weniger Müll als diese Kapseln produziert.

Alexej Koslow, Leser_In

Die nächsten großen Innovationen erwarte ich in der Automobilbranche, im digitalen Bereich und in der Medizin. Warum? Weil hier die Unternehmen sehr viel Geld in die Forschung stecken und ohne Forschungsgelder bleiben meist auch die Innovationen aus.

Esther Hullmann, Leser_In

Schluss mit der Verschwendung Wenn man sich überlegt, wie viel Lebensmittel jedes Jahr weggeworfen werden, wäre eine Innovation in dieser Richtung sicherlich sehr wertvoll für die Menschheit. Vielleicht sollte es keine Erweiterung von Konservierungsstoffen sein, die doch keiner im Essen haben will. Ich denke da an innovative Formen der Einlagerung. Schließlich haben die Dose und die Möglichkeit des Einfrierens auch die Essensversorgung revolutioniert.

Mira Müller, Leser_In

Ich denke, es kann zu großen Innovationen führen, wenn man altbekannte Werkstoffe in ganz neuen Bereichen einsetzt. Ich habe gerade gelesen, wie vielseitig sich Bambus einsetzen lässt, sogar im Hausbau, weil es nicht so leicht entzündlich ist wie Holz. Da sich Bambus auch nachhaltig anbauen lässt, ist es doch ein großer Zugewinn für die Menschheit.

Günther Lisbentoll, Leser_In

Ich wünsche mir einen größeren Willen für umweltfreundliche Innovationen im Öffentlichen Nahverkehr. Alle sprechen von emissionsbelasteten Innenstädten, doch die Busse des Nahverkehrs sind immer noch nicht auf Elektromobilität umgerüstet. Dabei sollte doch der Öffentliche Nahverkehr genau da ansetzen, eine Alternative zum umweltverschmutzenden Individualverkehr mit dem Pkw bieten. Würden sich E-Busse weltweit durchsetzen, würden auch die Städte wesentlich lebenswerter werden – man könnte wieder durchatmen. Wobei hier auch zu bemerken ist, dass beispielsweise Hamburg da schon weiter ist als etwa Berlin, das im Übrigen auch noch auf Kohlestrom zurückgreift. Und man fragt sich natürlich, wo der Innovationsgeist der deutschen Autoindustrie geblieben ist, wenn die Berliner E-Busse in Polen hergestellt werden, weil es keinen Hersteller solcher Busse in Deutschland gibt.

Herta Rosenberg, Leser_In

Schaut man sich die demografische Entwicklung an, müssen wohl in der Pflege dringend Innovationen entwickelt werden. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass mich einmal überwiegend ein Roboter pflegen wird, denn menschliche Wärme und Nähe werden mir immer wichtig bleiben.

Regine Moordorf, Leser_In

Was wir brauchen, ist keine weiteres Gadget oder neues digitales Gerät, keine smarte Uhr oder digitale Brille. Diese Geräte haben bereits die Welt und unser miteinander in einem Maße verändert, dass kaum noch Raum für echtes Aufeinanderzugehen bleibt. Wie soll ich jemanden in die Augen schauen, wenn ich parallel dazu noch die Daten meiner smarten Brille abfrage? Wie kann ich jemandem wirklich zuhören, wenn ich parallel meine SMS checke? Was wir brauchen, ist ein gesellschaftlich-innovatives Miteinander, das wieder den Menschen mit seinen direkten sozialen Bedürfnissen und nicht die digitalen Möglichkeiten in den Mittelpunkt rückt.

Dieter Serbtrag, Leser_In

Ich glaube, dass es die einzelnen kleinen Schritte sind, die alle zusammengenommen zu einer weltverändernden Innovation heranreifen müssen. Es ist nicht der eine Wissenschaftler, der plötzlich die zündende Idee hat und puff, ist die heilsbringende Maschine da. Es bedarf vielmehr einer oft jahrelangen und inzwischen auch mehr und mehr interdisziplinären Zusammenarbeit, um gemeinsam etwas hervorzubringen, das auch auf Dauer Bestand haben wird.

Ulrike Binning, Leser_In

Die Digitalfotografie hat nicht nur die zuvor bestehende Technologie mit Filmrollen komplett verdrängt, sondern auch unser ganzes Verhalten beim Fotografieren geändert. Wir inszenieren uns auf Instagram und Facebook mit einem attraktiven, unangreifbaren Image, weil wir einfach solange Bilder löschen, bis das Makellose von der Schokoladenseite übrig bleibt. Selfies haben sich durchgesetzt, weil wir uns beim Fotografieren direkt sehen und dann abdrücken, wenn wir uns besondern hübsch finden. Und von dieser Bilderflut sind wir jetzt umgeben, sobald wir täglich unsere Social-Media-Apps nutzen: von einem Sammelsurium belangloser, aber tausendfach vorhandener Fotos.

Sven Birken, Leser_In

Welche Innovation sich offensichtlich durchgesetzt hat und damit auch ein Stück weit die Welt verändert hat, sind meiner Meinung nach Videoanrufe. Ich höre es immer häufiger aus dem Bekanntenkreis, wer ein Bewerbungsgespräch darüber geführt hat und dann aus dem Ausland heraus seinen Job erhalten konnte, ohne anreisen zu müssen. Vielleicht verändert das nicht die ganze Welt, aber es verändert das Leben und somit die Welt derjenigen, die es nutzen und dadurch erfolgreich einen Job bekommen.

Mareike Fischer, Leser_In

Eine Innovation, die nicht nur meinem persönlichen Wohlbefinden dient, sondern wirklich die Welt verändert, kann ich mir nur in einem Bereich der Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen vorstellen. Denn erst wenn auch ein Umdenken in den Köpfen stattfindet, ein Aufeinanderzugehen, werden nationale Interessen zurückgestellt und wir können gemeinsam die Welt verändern.

Nadja Fresenhöfer, Leser_In

Alle reden vom 3-D-Drucker, denn er hat in der Medizin für unglaubliche Fortschritte gesorgt: Vom Zahnersatz bis zu Gelenkimplantaten gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Für Laien hatte er bisher meist nur einen spielerischen Nutzen, aber ich kann mir vorstellen, dass hier genauso wie beim Computer, bei dem man früher auch zuerst noch nicht wusste, wozu man einen zu Hause haben sollte, immer mehr Ideen und Vorlagen entstehen, wie man einen 3D-Drucker auch privat einsetzen könnte.

Sybille Grahlmann, Leser_In

Was sich in Zukunft sicherlich immer weiter durchsetzen wird, ist die Sharing Economy. Durch die technischen Voraussetzungen des Internets konnten sich bereits Menschen zusammenfinden, für die es Sinn macht, etwas zu teilen. Es brauchte aber auch einen Wandel in der Gesellschaft, weg von einem Besitzdenken. Aber wenn man sieht, wie weit sich dieses Verhalten alleine auf dem Ferienwohnungsmarkt durchgesetzt hat und welche Potenziale noch darin schlummern, und das trotz starkem wirtschaftlichen Interessenskonflikt mit Akteuren, die diese Bereiche zuvor besetzt hatten, lässt sich erahnen, wieweit Sharing Economy unseren Alltag in der kommenden Zeit verändern wird.

Michael Neven, Leser_In

Mein klarer Favorit kommt von einer Messe die gerade zu Ende gegangen ist: DAS BUCH! Ganz gleich zu welchem Thema und in welcher (auch immer gearteten) Qualität und Form birgt das Buch etwas, das alle Gadgets dieser Welt meiner Meinung nach nur bedingt bietet: die eigenen Erfahrungen mit dem eigenen Sein. in keinem anderen Medium ist es einfacher Notizen, Kommentare, Ein- und Ansichten, Gedanken zu erfassen. Kein anderes Medium bietet dieses konsequent notwendige Auseinandersetzung mit dem eigenen Geist. Man bleibt alleine mit sich und dem Inhalt. (16.10.2017)

Paulina C., Leser_In

Meiner Meinung nach verändert Smartphone unsere Welt und zwar leider nicht nur in positive Richtung! Heutzutage verbringen Jugendliche Ihre \"gemeinsame\" Zeit online: via Instagram, Whatsapp, Snapchat oder Facebook. Ich würde sogar sagen, dass Smartphones unsere Welt in die Reale und Virtuelle aufteilt. In der letztgenannten Welt sind wir meistens glücklicher, was leider nicht der Realität entspricht. Manche von uns leben und lieben den Schein und verpassen das wahre Leben, welches heute und jetzt stattfindet. Ich finde, dass Smartphone eine tolle Erfindung ist, jedoch sollte man darauf achten, dass es unsere Welt positiv verändert.

Thomas Schauf, Leser_In

Seit der Einführung des ersten iPhone haben wir einen Vorgeschmack bekommen, wie eine \"smarte Welt\" aussehen könnte. Digitalisierung und Technisierung sind die bedeutensten Megatrends zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Beide bedingen einander und führen zu einer steigenden Innovationsdynamisierung. In den kommenden Jahren wird die Geschwindigkeit mit der digitale und technologische Innovationen weiter zunehmen. Die Herausforderung wird dabei sein, dass vor allem gesellschaftlich wertvolle Innovationen gefördert werden und ethische Bedenken offen reflektiert werden. Aber in Summe lohnt sich eine offene Hinwendung zur Digitalisierung und Technisierung: Wir stehen an der Schwelle, dass eine Vielzahl gesamtgesellschaftlicher Probleme angegangen werden können - in den unterschiedlichsten Bereichen, wenn wir uns der gesellschaftlichen Dimension nur real vor Augen führen. So können fahrerlose Fahrzeuge, die vernetzt agieren, die Zahl der Verkehrsopfer deutlich veringern oder Medikamente und deren Wirkstoffkombinationen an digitalen Doppelgängern getestet werden, so dass Nebenwirkungen an realen Patienten minimiert werden können. Wir stehen an der Schwelle, dass mit Digitalisierung und Technisierung ein grundlegender Paradigmenwechsel in unseren Gesellschaften im positiven Sinne eingeleutet werden kann oder wir als Gesellschaft eher mit technofoben Argumenten diesen Prozess nicht durchdringen und somit eher ablehnen.

M. Ehrmann, Leser_In

die Kreditkarte

Christiane Wolf, Leser_In

Ich denke schon, dass das Smartphone die einschneidenste Veränderung der letzten Zeit ist und weiter bleiben wird. Es ist zwar ziemlich offensichtlich, kaum jemand würde wohl diese Veränderung verleugnen. Ich selbst liebe mein gut funktionierendes Smartphone und könnte mir, wie all die anderen auch, ein Leben im Alltag ohne es, kaum vorstellen. Es ist an so vielen Stellen hilfreich und sehr praktisch. Natürlich muss man sich über den Umgang mit den eigenen Daten Gedanken machen. In der Welt können Menschen mit einem Smartphone einen Zugang zu Information bekommen wie nie zuvor. Ich merke dass Leute, wenn sie keines besitzen dauernd an Grenzen stoßen, die man nicht mehr erwartet. Ich finde es richtig gut, wenn man alles Mögliche mit dem Smartphone erledigen kann, aber ich sehe auch, wie Menschen, die es nicht haben oder nicht bedienen können, oft ziemlich abgehängt wirken. Dennoch will auch ich mich selbst nicht abhängig machen.

Newvisions, Leser_In

Das iPhone

Ulrike Plaggenborg, Leser_In

Ein Blick in die – nicht allzu ferne – Zukunft: Das bedingungslose Grundeinkommen wird unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unser ganzes Leben grundlegend verändern. Da niemand mehr gezwungen sein wird, zu arbeiten um Geld zu haben, kann jeder selbst entscheiden, was er mit seinem Leben macht. Das erfordert ein hohes Maß an Selbst-Verantwortung, die in ganz neuen Schulen trainiert wird, deren Ziel es ist, die Potenziale und Talente zu fördern, denn Kreativität wird sich entfalten wie nie zuvor. Die Unternehmen sind gefordert, ihren Mitarbeitern Arbeitsplätze zu ermöglichen, in denen sich diese kreativ geschulten Menschen verwirklichen können. Da Gewinnmaximierung nicht mehr an erster Stelle steht, können sich alle darauf konzentrieren, die Umwelt endlich wirklich in den Blick zu nehmen und der Erde wieder zu ihrem natürlichen Leben zu verhelfen. Viele Menschen werden sich wieder mehr um ihre Mitmenschen kümmern wollen, die nun aber viel gesünder leben, weil enorm viel Stress wegfällt. Und natürlich: jeder arbeitet nur soviel wie es gefällt und wer gar nichts tun will, braucht es ja auch nicht. Lang ist es nicht mehr hin, dass der Mensch auch ohne Leistungsdruck und „höher – schneller – weiter“ sehr gute Arbeit leisten wird, ja, sogar viel effizienter, da selbstbestimmt. Ich freue mich drauf!

Erwin Gillessen, Leser_In

Meiner Meinung ist das Thema Elektromobilität ein Thema, dass unsere Lebensweise prägen wird. Dazu gehören die Themen wie: - Automobil/Fahren ohne dass er Mensch lenken muss, sondern nur noch sein Ziel einprogrammiert. Verbunden mit keine Parkplatzsuche, keine Staus, saubere Umwelt, angepasste Städteplanung, etc. - Ausweitung/Optimierung von E-Bikes: Optimierung des bisher bestehenden Leihsystem, z. B. über mehr Angebot von Apps (einfache Handhabung).

heinz-jürgen gross, Leser_In

Das Gerät zu beschreiben erscheint mir schwierig, die Technik wird – m.E. – aus dem Bereich der Anwendung der bekannten Komponenten der Quantenmechanik kommen. Es könnte die Umsetzung von Wellen/Bewegungen u.ä. die in der “Natur oder bekannten Physik vorkommen” in (elektrische?) dem Menschen in seiner Ausweitungs- und Konsumgier nutzbare Energie sein. Keine Frage ist dumm.. aber : auch dieses Gerät wird in der Gesamtbetrachtung das vorherrschenden System des “Produktions- und Konsumsklaventums” um eine neue Komponente erweitern. Richtig innovativ wäre ein Gerät das den Menschen zu Empathie oder zum Nachdenken zwingt, mein ich ernst, in der Individual wie auch Gesellschaftsbetrachtung. Wäre zwar sowas wie den Geist u.ä. ausrichten und würde Mißbrauch (Programmierung) Tür und Tor öffnen, aber die Logik zwingt mir ein solches Gerät geradezu auf. Die Welt ist wie die Welt ist, ob sie wirklich veränderbar ist? Die Realität fragt nicht wie Du sie anschaust.. sie ist wie sie ist!

Gerd Riedner, Leser_In

DNS-Analyse

Schreib' uns deine Antwort!

Welche Überschrift willst Du Deiner Antwort geben?