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Was lässt uns träumen?

Den einen bringt der Gedanke an ferne Länder zum Schwärmen, der nächste träumt von einer friedlichen Welt mit sauberer Luft – und nicht wenigen würde momentan wahrscheinlich schon reichen, endlich wieder ganz ohne Corona-Angst leben zu können. Verraten Sie uns, wovon Sie träumen.

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Robert Hofmann, Filmkritiker

Tor zu neuen Welten

Das Träumen ist etwas ganz Wunderbares. Egal, ob man dem Alltag entfliehen, sich Ziele und Wünsche vor Augen oder sich einfach einer anderen Welt hingeben möchte. Manchmal können Träume wahr werden, manchmal sind es Luftschlösser, durch die wir gerne wandeln, und manchmal sind es greifbare Abenteuer. Vielleicht habe ich mich deswegen dafür entschieden, beruflich in Traumwelten einzutauchen. Bereits als Kind haben Filme mich begeistert, sei es auf dem Rücken von Pumba zu erleben, wie Simba sich seiner Verantwortung stellt, einen Außerirdischen zu begleiten, wie er mit einem Jungen Freundschaft schließt und den Weg nach Hause sucht oder in einem Auto bei prasselndem Regen über eine tropischen Insel zu rasen, während ein T-Rex brüllend hinterherjagt und den Boden zum Beben bringt. Für mich waren das Grundsteine dafür, das Träumen zu lernen und zu lieben. Ich möchte es nie wieder ablegen. Jedes Mal, wenn das Licht aus und das Lichtspiel angeht, Spannung und Horror einem das Fürchten lehren, Action das Adrenalin durch die Adern pumpen lässt und Liebe und Romantik das Herz erobern, ist das Erleben von Welten, die Träumer für das Publikum erlebbar machen. Ich kann nur jedem Mutigen da draußen beipflichten, die Brücke über den Schlossgraben zum Luftschloss Stein für Stein zu bauen, denn es gibt nichts Schöneres als eigene Träume wahr werden zu lassen und anderen dabei zuzusehen, wie sie ihre verwirklichen. Ein Hoch auf alle Träumer!

Rolando Villazón, Opernsänger, Regisseur und Schriftsteller

Erhabene Unterhaltung

Ob die unkontrollierten Geschichten, die unser Unterbewusstsein während des Schlafs inszeniert, oder die langsam geformten Fantasien, die unser erwachter Geist entfaltet, wir träumen mit Elementen der Wirklichkeit. Und da die Wirklichkeit unsere Träume inspiriert, interessiere ich mich mehr für die mit offenen Augen Geborenen, für die Träume der Vernunft. Es ist erhabene Unterhaltung, zu träumen. Ob naiv oder tiefgründig, einfach oder ausgearbeitet, unsere Träume machen uns zu Schöpfern. Philosophische Konstruktionen, politische und wirtschaftliche Systeme, wissenschaftliche Theorien, künstlerische Ausdrucksformen – sie alle sind am Anfang Träume. Nur wenige haben genug Substanz, um das Bewusstsein zu erschließen und Einfluss auf die Realität zu nehmen. Ich denke an Montaigne in seinem Turm, an Descartes vor seinem Kamin, an Newton unter dem Baum, an Mozart, der in seiner Kutsche reist. Solch große Träumer sollten uns nicht einschüchtern, ebenso wenig die falsche Erwartung, unsere Träume müssten nützlich sein. So viele fertige Träume, die von anderen geträumt wurden, werden uns geschenkt. Aber keiner ist so erfüllend wie unsere ganz eigenen, verstörend aussehenden Spiegel des Wunderlandes, mit ihren dressierten spielerischen Geschöpfen. Und wer weiß, vielleicht wird eines dieser Geschöpfe am Ende zu einem Gedanken und einer Handlung in unserem Leben. Aber das wäre nur ein willkommener Zufall. Es reicht, aus Freude am Träumen zu träumen.

Kirsten Boie, Kinder- und Jugendbuchautorin

Traum aller Träume

Vor Corona habe ich häufig Schulklassen zu Lesungen besucht – besonders gerne in sogenannten benachteiligten Stadtteilen. Wenn ich dort beobachte, wie das türkischstämmige Mädchen mit der Klassenkameradin nigerianischer Herkunft kichert, der russlanddeutsche Junge mit dem syrischen über Bayern München diskutiert und das urhamburgische Kind mit dem aus dem Kosovo Fußballsticker tauscht, dann lässt mich das jedes Mal träumen: von einer Zukunft, in der alle Menschen in Deutschland zu einem gemeinsamen Wir gehören, in der nur eine Rolle spielt, was für ein Mitmensch ein Nachbar oder Arbeitskollege ist und religiöse, ethnische oder kulturelle Zugehörigkeit keine Rolle mehr spielen. Diese Grundschulkinder zu beobachten, macht mir jedes Mal Hoffnung. Aber mein Traum ist ja noch viel unverschämter: Zum großen Wir gehört für mich auch, dass die Chancen für alle Kinder viel gerechter verteilt sein müssen als bisher. Gerade jetzt, wo die notwendige Bekämpfung der Pandemie unendliche Steuermittel schluckt, scheint dieser Traum kühn. Aber: Für eine gelingende gemeinsame Zukunft müssten wir endlich begreifen, dass dieses Ziel nur zu erreichen ist, wenn wir mehr Lehrkräfte ausbilden und einstellen, wenn also die Bildung insgesamt bei den Haushaltsausgaben die Priorität bekommt, die sie in der Realität für unsere Leben immer schon hatte. Das klingt nicht träumerisch genug? Für mich ist dieser Traum die Grundlage für alle weiteren Träume.

Alexander Mann, Leser

Tag- und Nachtträume

Oft spielt die Familie eine Rolle in unseren Träumen. Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich mich mit meinem Zwillingsbruder auf einer idyllischen skandinavischen Insel treffe, wo wir uns mit einem Schiffskapitän, mit dem wir schon seit Ewigkeiten befreundet sind, angeregt über den Bau von Räucherkammern unterhalten haben. Mein Sohn hat letztens geträumt, wie er mit seinem Opa mit dem Unimog zur Schule seiner Schwester fährt und dort nonchalant einen Zaun plattwalzt. Es ist doch bezeichnend, dass die schönen und interessanten Träume oft mit den Menschen zu tun haben, die man liebt. Und genau davon träume ich auch, wenn meine Augen offen sind: dass alle, die man liebt, egal ob Mensch oder Tier, gesund und glücklich sind. Wenn dann auch noch viel Zeit miteinander verbracht werden kann, treten alle anderen Probleme in den Hintergrund. Das ist ein Gedanke, der uns auch Mut machen kann für die nächsten Wochen, in denen wir wieder mit notwendigen Kontaktbeschränkungen klarkommen müssen. Wenn jetzt alle zusammenhalten und vernünftig sind, kann bald jeder wieder seine Träume leben.

Norbert Elgert, Fußball-Lehrer

Gib alles, nur nie auf

Am Anfang steht immer der Traum. Die meisten jungen Fußballer haben den Traum, Fußballprofi zu werden. Aus dem Traum entsteht dann der brennende Wunsch, das Ziel und die dazugehörige Motivation. Für mich persönlich bedeutet Motivation Begeisterungsfähigkeit und Antrieb. Als Trainer ist es meine Aufgabe, Leistungs- und Begabungsreserven zu mobilisieren. Wer spitze sein will, muss wissen, was ihn motiviert. Auch Manuel Neuer und Leroy Sané, die ich zwei Jahre trainieren durfte, sind nur ganz nach oben gekommen, weil neben ihrem Talent Antrieb und Motivation groß genug waren. Eine Frage, die ich meinen Jungs gerne stelle: „Stehst du morgens auf, weil du musst oder weil du es nicht mehr erwarten kannst?“ Ziele sind wie Magneten. Um große Ziele zu erreichen braucht man maximale Motivation, Zeit und einen Plan. Deswegen empfehle ich immer, im Einzelgespräch wie in meinem Buch, sich Etappenziele zu setzen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Denn Erfolg braucht seine Vorlaufzeit und ein stabiles Fundament. Jeder, der es, egal auf welchem Gebiet, ganz nach oben schafft, hat irgendwann einmal auf der Erfolgsleiter ganz unten angefangen und sich dann Sprosse für Sprosse hochgekämpft. Was ich meinen Jungs immer wieder mit auf den Weg gebe: „Talent stellt euch nur in die Tür zum Profifußball, aber erst Einstellung, Einsatz und Durchhaltevermögen über einen langen Zeitraum bringen euch durch diese Tür.“

Mick Schumacher, Rennfahrer und Mitglied Ferrari Fahrer-Akademie

Ein Traum, ein Ziel

Den Geruch von verbranntem Gummi würden viele Menschen wahrscheinlich als Belästigung empfinden. Und der Sound eines Motors mit 1.000 PS wäre für einige wohl nicht mehr als nur ohrenbetäubender Lärm. Für mich ist das anders. Ich stamme aus einer Motorsport-Familie und seit ich mit drei Jahren zum ersten Mal in einem Go-Kart saß, ist der Rennfahrer-Funke auf mich übergesprungen. Seit diesem Moment ist im Laufe der Jahre in mir der Wunsch gereift, selbst erfolgreich im Motorsport zu werden. Und das nicht in irgendeiner Serie, sondern in der Königsklasse des Rennsports, der Formel 1. Bisher ist meine Karriere überaus gut verlaufen. Ich war Vizeweltmeister im Go-Kart, habe dann in der Formel 4 Rennen gewonnen, in der Formel 3 die Europameisterschaft geholt und stehe in der Formel 2 zwei Rennwochenenden vor Schluss auf Platz eins der Weltmeisterschaft. Doch der Gedanke, auch in der Formel 1 erfolgreich zu sein, ist, was mich anspornt. Ich stelle mir vor, wie ich mich mit den besten Fahrern der Welt messe, in den schnellsten Rennwagen sitze und am Ende ganz oben auf dem Podium stehe, die deutsche Nationalhymne ertönt und ich den Siegerpokal in die Höhe strecken darf. Dieses Gefühl, all das auch in der Formel 1 zu schaffen, muss gigantisch sein. Um dorthin zu kommen, arbeite ich hart an mir und versuche, mich immer weiter zu verbessern. Denn die Leidenschaft für diesen Sport hat dafür gesorgt, dass Rennfahrer genau das ist, wovon ich träume.

Christian Thiele, Schlafberater

So träumen sie besser

Abseits der Welt, die immer hektischer wird, wächst der Wunsch nach Ruhe, Geborgenheit und Muße zum Träumen. Wie schaffen wir uns den Raum für unsere Träume? 1) Gönnen Sie sich Zeit. Machen Sie regelmäßig Pausen, gehen Sie spazieren und atmen Sie bewusst tief in den Bauch. Terminieren Sie Ihre Aufgaben realistisch und blocken Sie Zeit für sich. 2) Entspannen Sie sich. Nutzen sie Entspannungstechniken wie Tai-Chi oder Meditation, um in Ruhe den Tag zu starten und zu beenden. Durch Worte und Gesten gegenüber Mitmenschen zeigen Sie Respekt und bekommen diesen auch zurück. Das entspannt und motiviert. 3) Seien Sie achtsam mit Ihrem Körper. Konzentrieren Sie sich auf positive Gedanken. Ändern Sie nach Möglichkeit die Dinge, die Sie belasten. Akzeptieren Sie auch, dass nicht alles gut sein kann. Ihre Ressource Energie ist endlich, achten Sie auf Ihre Balance. Schlaf ist Ihre Energiequelle. 4) Seien Sie es sich wert. Wir tun immer viel für andere, jetzt sind Sie dran. Gönnen Sie sich genussvolles Schlafen. Nehmen Sie sich Zeit, das richtige Traumequipment auszusuchen. Seien Sie sich bewusst, was das richtige Bett für Ihren Körper tun kann. Das passende Kissen für Ihren Nacken und die perfekt temperierte Zudecke können helfen, gut in den Tiefschlaf zu kommen, damit ihr Körper sich regenerieren kann. Dann sind Sie fit für den nächsten Tag und haben neue Kapazitäten fürs Träumen. Weitere Tipps finden Sie in meinem Schlaf-Blog: bit.ly/somnar

Gundi Günther, Leserin

Der lange Weg zurück

Mein Traum: der einst selbstverständliche spontane Umgang und die Begegnung mit Menschen, wann immer man Zeit und Lust dazu hat. Die CoronaKrise hat uns alle stark getroffen und fordert Tag für Tag immer mehr Aufmerksamkeit. Mein Traum ist realisierbar, wenn wir alle gemeinsam unseren Fokus auf mehr Achtsamkeit richten.

Markus Kamps, Schlafcoach und Fachdozent für Bettwaren

Mein Bett zu Hause – ich freu mich darauf

Für mich spielt guter Schlaf berufsbedingt eine große Rolle – denn nur der lässt uns gut träumen. Warum also nicht von gesundem Schlaf träumen? Meine Reisetätigkeit macht mir da jedoch einen Strich durch die Rechnung – im Hotel beginnen meine Träume von gutem Schlaf oft zu platzen. Obwohl ich mein Kissen und eine Decke mitnehme, ist der Schlaf unterwegs anders. Die Umgebung, Gedanken und Zeiten sind das eine, ein unpassendes Bett das andere. Hinzu kommt derzeit auch noch Covid-19 – da werden in einem fremden Bett Träume oft zu Albträumen. Schon zu Hause fällt es schwer, im Schlaf abzuschalten und sich nicht von dem Virus die schönen Träume rauben zu lassen. In einem fremden Bett ist für viele gar nicht an Schlaf zu denken. Und hier kommt mein übergeordneter Traum ins Spiel: Ich träume davon, dass jeder Mensch gut schlafen und träumen kann. Das bestimmt meine Arbeit beim Schlafcoaching und in der Bettberatung. Ein paar Tipps für alle, die wie ich von gutem Schlaf träumen: In ungewohnter Schlafumgebung reichen oft kleine Dinge – ähnliche Gerüche, das eigene Kissen, gewohnte Nachtwäsche, gekoppelt mit Routinen, um guten Schlaf zu finden. Zu Hause lässt mich mein zu mir passendes Bett träumen, bei dem Lattenrost, Matratze, Decke und Kissen genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt sind. Durch meinen Job und meine Vorliebe für gesunden Schlaf könnte man somit sagen: Ich lebe meine Träume.

Gerd Eisenbeiß, Leser

Menschlich werden

Allzu leichtfertig behaupten wir, wir seien ein Lebewesen, das die Bezeichnung Homo sapiens verdient. Ich träume von einer Zukunft, in der die Erde tatsächlich von wissenden, weisen Menschen bewohnt wird. Das wird keine Welt sein ohne Interessensgegensätze, aber eine Gesellschaft, in der vernünftig und friedlich argumentiert wird mit dem Ergebnis fairen Ausgleichs. Übrigens wird auch erst dann das Mittelalter in die Neuzeit übergegangen sein – denn solange wir Konflikte durch Gewalt und Mord zu lösen versuchen, unterscheiden wir uns vom 15. Jahrhundert nur durch die Art der Waffen.

Heinrich Weinberger, Leser

Auf den Hund kommen

Wenn ich einen Welpen adoptiere, diesen aufziehe und sehe, wie der kleine Racker wächst und die Welt kennenlernt, dann kenne ich die Antwort. Manche finden es vielleicht komisch, wenn man sich selbst als Hundepapa bezeichnet, aber das wäre mein Traum.

Markus Eisenbichler, Skispringer

Traum vom Fliegen

Die Berge haben im Winter ihr eigenes Flair. Die Landschaft mit der weißen Schneedecke, es sind weniger Leute dort oben – da kann ich perfekt abschalten. Ich habe viele Wintersportarten ausprobiert, mich dann instinktiv für Skispringen entschieden. In der Luft bist du auf dich gestellt: Das ist ein Nervenkitzel, der sich schwer beschreiben lässt. Vor manchen Riesenschanzen habe ich schon ein mulmiges Gefühl. Beim Sprung realisiert man die Höhe kaum. Es werden so viele Glückshormone ausgeschüttet, das ist die pure Zufriedenheit, das reine Glück. Ein Kick, den man immer wieder haben möchte, wie beim Wellenreiten oder wenn man schnell Auto fährt. Aber mit dem Alter lernt man auch, vorsichtig zu sein. Vom Skispringen träume ich nachts selten. Man stellt sich den Sprung vor dem Wettkampf bildlich vor, geht alles durch. Wenn du dann am Balken sitzt, versuchst du, nicht nachzudenken, vertraust deinem Instinkt. Ein Albtraum wäre es, zu stürzen und sich schwer zu verletzen, aber daran denke ich nicht. Wir trainieren viel, auch im Sommer auf Matten. Sportlich habe ich noch Träume, wie Gesamtweltcupsieger zu werden oder Skiflugweltmeister. Vor der neuen Saison ist die Vorfreude extrem, selbst wenn wegen der Corona-Auflagen weniger Zuschauer zugelassen werden. Skispringen kann man auch gut am Fernseher verfolgen. Nach der Karriere träume ich davon, mal wieder Silvester zu Hause zu feiern und Vierschanzentournee zu schauen. Doch das hat noch Zeit.

Roman Padiwy, Regisseur, Kameramann und Autor

Netzwerke der Tat

Mein Traum ist eine neue Kultur der Kooperation. Deshalb habe ich vor zehn Jahren das Potenziale-Netzwerk LIZA geschaffen. Bei diesem Netzwerk geht es nicht darum, dass wir uns der Technik anpassen. Sie unterstützt uns dabei, unsere Menschlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Die kleinen und großen Dinge, die uns ausmachen. Auf Basis dieser „Werte“ können wir die Talente und Potenziale anderer erkennen und besser nutzen. Ein Netzwerk der Tat. Gerade erleben wir Veränderungen in allen Bereichen. Scheinbar ausgelöst von einer aktuellen Krise. Doch die Krise war schon vorher da. Unser System wankt. Wir bekommen die Chance, es neu zusammenzusetzen. Die Kultur der Kooperation wird entscheiden, wie unsere Welt in Zukunft aussieht. Wenn wir damit anfangen, unsere eigene Definition von Erfolg zu finden, können wir Dinge tun, die uns Spaß machen. Wir werden private und wirtschaftliche Beziehungen finden, die zu uns passen, und auf Augenhöhe kooperieren. So werden Dinge und Projekte möglich, die bisher als undenkbar galten. Mit dem Kinofilm „Wie viele bist Du?“ haben wir eine erste Demonstration dessen geliefert, was aus LIZA möglich ist. Es gibt den Film, weil viele engagierte Kreative, die über LIZA zusammengefunden haben, kooperiert und eine Vision, einen Traum, verwirklicht haben. Es hat drei Jahre gedauert. Aber es hat sich gelohnt. Warum? Nichts ist inspirierender ist, als menschliche Potenziale weltweit verfügbar zu machen.

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Traumstrand, Traumhaus, Traumauto oder doch die große Liebe? Träume sind vielfältig und Ausdruck von Wünschen und Sehnsüchten. Erzählen Sie uns Ihre.

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Judith Adlhoch, Filmproduzentin und Fernsehmoderatorin

Kleine Traum-Quickies

Neulich, im Baumarkt, hatte ich wieder so einen Traum-Flash. In der Farbenabteilung. Ein Hauch von Terpentin, ein paar Acryl-Flaschen „Kobaltblau“ und schon bin ich in Mexiko City, in der Casa Azul, dem Haus von Frida Kahlo. Und weil es so schön ist, träume ich mich gleich weiter nach Marrakesch, in den Jardin Majorelle, auch dort dieses sagenhafte Fernweh-Blau. Farben machen das mit mir, genauso wie Gerüche, Licht, Drinks, ein Geschmack im Mund, Musik. All das lässt mich blitzartig abhauen, im Kopf. Das Duftbäumchen „Jasmin“ im Taxi beamt mich auf einen Markt in Tahiti, ein bestimmtes, klares Sonnenlicht am Morgen nach New Mexiko, die Musik von Sigur Rós in die Arktis. Die Körperwärme der Afrikanerin in der U-Bahn schickt mich für eine winzige Weile nach Tansania, das Patschuli-Öl im Vorbeigehen nach Goa und ein Blick in meinen Abfalleimer auf die Müllberge von Maputo. Sogar wenn ich im Stau stehe und mich der KFC-Mann mit seinen Hühnerfetzen anlacht, muss ich an Trotzki denken und Russland und eine schnelle Affäre und Wodka. Wie der Geruch von Sonnencreme Freibadgedanken und Sommer und Urlaubsgefühle auslöst, so funktioniert das bei mir auch mit vielen anderen Kleinigkeiten. Ich liebe diese Reise-Traum-Quickies. Als ich mal zwei Tage in einem Einbaum auf Borneo dahingetrieben bin, habe ich stundenlang in den Himmel geschaut. Ein himmelblauer Himmel mit kleinen weichen Wolken, wie in Bayern, wie zuhause. Ganz traumhaft.

Wolfgang Neisser, Leser

Flüchtiges Glück

Träumen im bewussten Zustand kann nichts anderes sein als Wünsche zu formulieren, die aus einem inneren Begehren einen aktuellen Zustand verändern sollen oder aus einem Mangel notwendig geworden sind. Unsere Gesellschaft kann die meisten Menschen relativ gut versorgen, sodass sie mit ihrem Leben zurechtkommen können. Die meisten Träume, die mit Konsum zu tun haben, sind meines Erachtens obsolet, solange ich mein Leben frei und ohne Not führen kann. Träume werden in der Marktwirtschaft durch Werbung und Marketing künstlich erzeugt, aber die freie Entfaltung des Menschen beinhaltet, dass er sich selbst in die Lage bringen kann, alles zu bekommen, was möglich ist. Diese Träume des Konsums haben immer etwas mit Geld zu tun, weil sich die meisten Menschen Nobelkarossen, Villen oder komfortable Hotels nicht leisten können. Für mein Selbstverständnis existieren keine Träume, allerdings gibt es Wünsche, und diese Wünsche sind immer immateriell. Gesundheit, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit. Oder auch Solidarität, Kosmopolitismus und Kreolisierung. Die Aufklärung hat uns gezeigt, dass die Menschheit diese Grundsätze dringend braucht und dass, wenn sie endlich erreicht werden würden, viele Träume und Wünsche überflüssig würden. Die Glücksindustrie ist maßgeblich daran beteiligt, dass sich Menschen Träume erfüllen wollen, um glücklich zu sein. Aber das Glück ist flüchtig und in den häufigsten Fällen nicht käuflich.

Alfred Wiater, Vorsitzender Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)

Hochaktiver Zustand

Der Traumschlaf wird üblicherweise mit dem REM-Schlaf gleichgesetzt. REM steht für „Rapid Eye Movements“ und bedeutet, dass diese Schlafphase durch schnelle unwillkürliche Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Wenn man einen Schlafenden in dieser Phase aufweckt, kann er meist darüber berichten, was er gerade geträumt hat. Die hirnelektrische Aktivität im REM-Schlaf gleicht derjenigen des Wachzustands – er ist also ein hochaktiver Zustand. Wir wissen aber, dass wir auch im Nicht-REM-Schlaf träumen. Diese Träume sind jedoch abstrakter, die REM-Schlaf-Träume dagegen sind bunt und szenenreich, manchmal auch von akustischen oder optischen Phänomenen begleitet. Er gilt als die Schlafphase, in der unser Körper wichtige Funktionen überprüft, auch in Bezug auf die Sexualfunktionen. Deshalb erleben wir sexuelle Erregungszustände im REM-Schlaf, die jedoch unabhängig von eventuellen Trauminhalten sind, denn diese stehen häufig in Beziehung zu Tageserlebnissen. Da wir im Schlaf das tagsüber Erlebte in unserem Langzeitgedächtnis abspeichern, können sich diese Erlebnisse im Traum mit zurückliegenden Ereignissen vermischen. Dabei können auch Konstrukte entstehen, die Erlebtes mit Unterbewusstem vermischen und dann zu Trauminhalten werden. Um unsere Hirnkapazität im Schlaf nicht überzustrapazieren, sollten wir darauf achten, unsere Reizeinwirkungen tagsüber zu dosieren – im Hinblick auf den zunehmenden Einfluss digitaler Medien eine gewaltige Herausforderung.

Momo Siebert, Leserin

Am Anfang war ein Traum

In dem Song „Sweet Dreams“ von Eurythmics – übrigens ein grandioser Ohrwurm – heißt es übersetzt: „Hieraus sind süße Träume gemacht. Wer bin ich, dem zu widersprechen? Ich bereise die Welt und die sieben Meere. Jeder ist auf der Suche nach irgendetwas.“ Ich denke, das trifft den sprichwörtlichen Nagel schon ganz gut auf den Kopf. Jeder träumt, weil jeder auf der Suche ist. Nach sich selbst, einem aufregenden Leben, einer besseren Zukunft oder der großen Liebe. Wenn ich als Kind einen schlimmen Alptraum hatte, tröstete meine Mutter mich und sagte: „Träume sind nur Schäume.“ Irgendwie mochte ich ihren Worten nie ganz glauben, auch wenn sie mich nur beruhigen wollte. Denn das würde auch heißen, dass meine Träumereien, meine Ziele und Ideen ebenfalls eines Tages platzen könnten. Träume sind wichtig. Sie geben uns die Basis für das, was wir im Leben wollen. Sie geben eine Richtung und unterstreichen unsere Gedanken, Gefühle und Wünsche. Stellen Sie sich nur einmal die große Rede von Martin Luther King mit den Worten „I have an idea“ vor – irgendwie langweilig oder? Er hatte einen Traum und diesen wollte er unbedingt Realität werden lassen. Dafür hat er gekämpft und das macht unsere Träume so wertvoll: die Vorstellung davon, dass sie eines Tages in Erfüllung gehen können. Wenn wir nur wollen. Zum Schluss heißt es bei Eurythmics ja auch: „Bleibe standhaft, lass dich nicht unterkriegen.“

Ingo Schmidt, Leser

Gruß vom Murmeltier

Jede Nacht der gleiche Traum: Ich stehe auf, fahre zur Arbeit, verschwende dort acht Stunden meiner Zeit, komme nach Hause, verspeise ein fades Essen vor dem TV und gehe erschöpft ins Bett. Dann wache ich schweißgebadet auf. Kurz bin ich erleichtert, stehe dann auf, fahre zur Arbeit, verschwende dort acht Stunden meiner Zeit …

Froonck, Hochzeitsplaner

Romantik pur

Die Hochzeit lässt uns träumen, sie ist ein Nimbus für das immerwährende, allgegenwärtige Glück, das dieser einzige Tag für uns Menschen greifbar machen soll. Sie soll, nein muss so wundervoll, perfekt, makellos werden, wie man – zuvorderst die Braut – sich das schon von klein auf erträumt hat, eben einfach traumhaft. Es soll das große Fest der Liebe, des gemeinsamen unbeschwerten Feierns und des Glückstaumels werden, eben all dessen, was man sich auch für seine Partnerschaft ersehnt. Nicht umsonst ist die Hochzeit als „der schönste Tag im Leben“ bekannt. Einmal möchte man auch wie ein Königspaar im Mittelpunkt stehen, die volle Aufmerksamkeit haben, verwöhnt werden oder gar Hof halten, sorgenfrei in vollen Zügen den endlosen Überfluss genießen. In vielen Kulturen werden deshalb Bräutigam und Braut auch als König und Königin behandelt, ausgestattet, geschmückt und platziert. Nicht zuletzt träumt man davon, dass dieser Bund für immer hält, dass man den einen Partner gefunden hat, der für immer bei einem bleibt, so dass man nie mehr allein durch die Welt irrt. Mit der Traumhochzeit ist diese große Hoffnung und Zuversicht verbunden, die einem Kraft gibt, nach vorne in eine ungewisse Zukunft zu schauen. Mit der Hochzeit bekunden wir, unsere „bessere Hälfte“, unser Gegenstück, unsere Ergänzung gefunden zu haben, und zelebrieren so auch die Einswerdung, der in Mozarts Zauberflöte göttlicher Status zugeschrieben wird.

Josef Engel, Leser

Verlorenes Paradies

Die Sterne am weiten Firmament. Denn die Sterne lügen nicht. Wir Menschen, im Zweifel, in entscheidungsträchtigen Situationen, in uns bedrängenden Gefühlen der Ohnmacht und der inneren Zerrissenheit, mitunter schon. Mich lässt auch der blaue Himmel mit seinen perfekt platzierten filigranen wie wuchtigen Wolkengebilden träumen. Wir Zweibeiner hingegen meinen, wir könnten ihn geflissentlich ignorieren, weil er uns in seinen Ausmaßen und in seinen Strukturen längst bekannt sei. Welch ein Irrtum! Zwar haben wir die Bahnen des Himmels vermessen und uns von ihm auf dieser Basis letztlich ein Bild gemacht. Das Fatale dabei: Aus diesem Planquadrat in Tusche sind alle Träume ausgewandert. Jetzt und auf der Stelle möchte ich ein Dauervisum beantragen für ihr neues Land.

Mogli, Musikerin und Filmemacherin

Folge deinem Traum

Ich bin Musikerin und Filmemacherin, ein absoluter Traumberuf – jedenfalls für mich. Trotzdem gehört auch jede Menge Alltag dazu. Zwischen zwei Touren, wenn gerade weder ein Albumrelease noch ein Kinofilm ansteht, sitze ich eigentlich hauptsächlich am Laptop und beantworte E-Mails, korrigiere Drehbücher, organisiere Konzerte. Im Winter 2016 ist mir das alles zu viel geworden. Ich hatte keine Lust mehr auf das wilde Berlin und Stunden vor dem Computer. Kurzerhand haben mein Freund und ich online einen alten amerikanischen Schulbus gekauft und sind drei Wochen später in die USA geflogen, um ihn selbst zu einem „Loft on Wheels“ umzubauen. Mit dabei meine Gitarre, mein Klavier und Kameras, um alles filmisch festzuhalten. Unsere „Expedition Happiness“, wie wir unser neues Projekt nannten, war geboren – völlig spontan und ohne jegliche Planung. Wir haben Kanada von Ost nach West durchquert und wollten dann südlich auf die Panamerikana, aber dann erschien uns Alaska auf einmal total nah. Faktisch waren es dann 6.000 Kilometer Umweg für einen Kindheitstraum. Es hat sich gelohnt, umgeben von 360 Grad Bergen und weit weg von der Zivilisation habe ich dort meinen Song „Alaska“ geschrieben. Noch immer bekomme ich täglich Nachrichten, dass er Menschen zum Träumen anregt. Auch unser Film hat viele Menschen dazu inspiriert, ihren Reisetraum zu verwirklichen. So konnte ich meinen Traum leben und gleichzeitig etwas davon weitergeben.

Marion J., Leserin

In Gedanken

Das passiert mir häufiger unfreiwillig bei längeren Vorträgen, Dankesreden oder monotonen Aufgaben. Plötzlich merke ich, dass ich die letzten Minuten nur körperlich anwesend war. Besonders peinlich wird es, wenn ich dann noch anfange, stille Selbstgespräche zu führen, die man mir aber offensichtlich an meiner Mimik ansieht.

Maria Kohl, Vorsitzende Kinderträume e.V.

Die Kraft des Möglichen

Das Ziel von Kinderträume e.V. ist es, lebensbedrohlich erkrankten Kindern durch die Erfüllung ihrer sehnlichsten Träume und Wünsche neue Kraft und neuen Lebensmut zu geben. Jeder weiß, welche enorme Kraft der Freude entspringen kann. Doch was diese Kraft für ein Leben bedeutet, das so jung schon massiv bedroht ist, ist unbeschreiblich. Die Diagnose Krebs, die Angst vor dem Tod, Kliniken, Therapien – diese Kinder denken an vieles. Nur die eigenen Träume werden ganz weit nach hinten gestellt. Diese Wünsche wieder hervorzulocken, ist unsere Aufgabe. Bei den Besuchen in den Kinderkliniken sprechen wir mit den Kindern, die zumeist genau wissen, was mit ihnen los ist. Sie entwickeln eine unglaubliche Reife. Doch gerade diese Reife, dieser Ernst und das Verantwortungsgefühl machen die Arbeit für uns oft schwierig. Häufig werden die Kinder von schweren Schuldgefühlen geplagt, weil sie sich dafür verantwortlich fühlen, dass sie ihren Familien so viel Kummer bereiten. Oft dauert es ein wenig, bis ein Kind weiß: „Genau das ist mein Traum!“ Ein Besuch im Disneyland, ein Treffen mit dem Lieblingsstar, ein Besuch auf dem Reiterhof. Und wenn wir dann diesen Traum erfüllen, strahlt das Kind so viel Glück und Freude aus, einfach überwältigend! Denn es geht bei den Wunscherfüllungen nicht um billigen Trost, falsche Hoffnungen oder um schlechte Geschenke. Es geht um das Vertrauen in eine Welt, in der das Unmögliche manchmal doch möglich wird.

Ernst Michael Schwarz, Leser

Stille Sehnsucht

Es sind diese einfachen Momente, Sonne, Ruhe und Erinnerungen, die guten und die nicht so guten. Das Auf und Ab des Lebens. Was bleibt, was ist wichtig und bringt einen weiter? Die große Liebe, Freunde und Erlebnisse – alles fügt sich zu einem Film, bestimmt einen Traum. An einem Sonntag auf einer Parkbank unter der großen Linde sitzen, über den See schauen und die Gedanken treiben lassen. Erst gehen sie zurück, dann immer weiter weg. Eine friedliche Welt liegt vor mir. Ich weiß, die Welt ist nicht so, jedenfalls nicht überall. Aber träumen darf man von der Welt ohne Konflikte, Krieg und Armut. Mir geht es gut, deshalb kann ich träumen, den Sonntag genießen. Das Meer, die Berge wechseln sich in meinen Träumen ab. Da ist kein Platz für Trübsal und schlechte Gedanken. Jetzt an Bord einer Jacht an der Reling stehen, im Arm den Menschen, den ich liebe, und der Sonne entgegenfahren. Im nächsten Moment ist es die Almhütte oben in den Bergen, dort wo mich der Himmel direkt berührt. Wie oft war ich hier, werde ich sie jemals wiedersehen? Langsam stehe ich auf, schaue noch einmal auf den See. Die Sonne steht jetzt ganz oben am blauen Himmel. Am Parkausgang sitzt er, der alte Mann mit seinem Gepäck. Ob er auch Träume hat? Sicher hatte er einmal sehr viele, jetzt nicht mehr. Wie immer setze ich mich für ein paar Minuten zu ihm, er lächelt mich an. Wir reden irgendwas, es hilft ihm und mir.

Gabriele Oettingen, Professorin für Pädagogische Psychologie und Motivation, Universität Hamburg

So werden Träume wahr

Positive Zukunftsträume entstehen aus ungestillten Bedürfnissen. Durstige Probanden fantasieren über sprudelnde Wasserhähne, einsame über gute Freunde. Positive Zukunftsträume rauben aber die Energie zur Wunscherfüllung. Je positiver sie waren, desto weniger Erfolg hatten unsere Probanden, zum Beispiel das ersehnte Gewicht, den Traumjob oder den Traumpartner zu erreichen. Was tun? Auf das positive Zukunftsträumen verzichten? Nein, es gibt dem Handeln die Richtung. Also müssen wir den positiven Zukunftsträumereien die Realität an die Seite stellen, sie mental kontrastieren. Beim mentalen Kontrastieren identifiziert man einen wichtigen und machbaren Wunsch (Wish), spezifiziert und imaginiert das schönste Ergebnis (Outcome), man fragt sich: Wie würde sich die Wunscherfüllung anfühlen? Und nun die Realität: Man identifiziert und imaginiert das innere, widerständige Hindernis (Obstacle) und spezifiziert einen Plan zu dessen Überwindung (Plan). WOOP – Wish, Outcome, Obstacle, Plan – ist eine vierstufige bewusste Imaginationstechnik, die über nicht-bewusste kognitive und motivationale Prozesse hilft, das Leben zu sortieren und Wünsche zu erfüllen. Fünf ungestörte Minuten mit WOOP und der Alltag wird klarer, man erspürt, was man wirklich will und wie man seinen Weg auch gehen kann. WOOP hilft bei kurz- und langfristigen, trivialen und lebensverändernden Wünschen. Es ist ein Freund fürs Leben.

Michael Schredl, Wissenschaftlicher Leiter Schlaflabor, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim

Spiegel des Lebens

Es ist verblüffend, wie unser Gehirn Nacht für Nacht Erlebenswelten entstehen lässt – ohne Input von außen und doch genauso real wie die Welt da draußen. Wenn Personen im Schlaflabor geweckt und nach Träumen befragt werden, ist die Erinnerungsrate sehr hoch: Sie liegt bei über 80 Prozent bei Weckungen aus dem traumintensiven REM-Schlaf und bei circa 50 Prozent bei Weckungen aus anderen Schlafstadien. Da beim Aufwachen der ein oder andere Traum verloren geht, gerade bei Weckungen aus dem Tiefschlaf, ist das eine sehr hohe Ausbeute. Viele Forscher nehmen an, dass die Fähigkeit des Gehirns, subjektives Erleben zu erzeugen, nicht nur im Wachzustand immer vorhanden ist, sondern auch im Schlaf. Das Bewusstsein schläft nicht. Doch von was wird geträumt? Emotional intensive Erlebnisse treten oft nach Jahren noch in den Träumen auf. Ein interessanter Aspekt ist, dass wir wesentlich häufiger von sozialen Interaktionen träumen als von hochgeistigen Dingen wie Arbeiten am Computer oder Lesen von Büchern. Deshalb hat eine finnische Forschergruppe die Hypothese formuliert, dass der Mensch in den Träumen seine Sozialkompetenzen trainiert, um besser überleben zu können – der Urmensch war darauf angewiesen, in einer Sippe zu leben. Auch wenn wir häufig von Themen träumen, die uns beschäftigen, sollte der kreative Aspekt nicht vergessen werden. Wir können im Traum fliegen oder andere Dinge tun, die wir im Wachen noch nie erlebt haben.

Fabian Holzheid, Leser

Kreatives Potenzial

Spannender als die Frage „Was lässt uns träumen?“ finde ich die Frage „Wie können wir träumen?“. Das Klarträumen, auch luzide Träumen genannt, ermöglicht es uns, im Traum bewusst zu erkennen, dass wir gerade träumen. Dadurch ist es dem Träumenden möglich, frei zu entscheiden und den Traum zu steuern. Ende der 1970er-Jahre gelang es dem britischen Psychologen Keith Hearne, dieses Phänomen im Schlaflabor nachzuweisen. Die Herausforderung war, mit einer schlafenden Person tatsächlich zu kommunizieren, während sie noch schlief. Das Klarträumen hat eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, die seit über 40 Jahren wissenschaftlich untersucht werden. Die Datenbank der nationalen medizinischen Bibliothek der Vereinigten Staaten (Pubmed) listet mittlerweile 95 Veröffentlichungen zur Anfrage „Lucid Dreaming“ auf. Die Fähigkeit, bewusst zu träumen, ist vielseitig einsetzbar. Man kann sehr nachhaltig Albträume bekämpfen oder das kreative Potenzial der Träume nutzen. Besonders Schriftsteller, Maler, Tänzer, Musiker können sehr profitieren. Sportler können schwierige motorische Abläufe in ihren Träumen trainieren und nicht zuletzt kann man sehr viel Spaß in seinen Träumen haben.

Till Heldt, Leser

Der Funke Hoffnung

Wenn ich in Momenten der Krankheit, Trauer, Unsicherheit oder Perspektivlosigkeit meinen Kopf auf die Brust meiner Partnerin lege, ihren ruhigen Herzschlag vernehme, von ihr sanft an Schulter und Kopf gestreichelt werde und dabei ihren gleichsam beruhigenden, liebevollen wie verliebten Blick empfangen darf, dann verspüre ich eine wohltuende Wärme und Geborgenheit, woraus ich neue Hoffnung und Mut schöpfe und dabei von einer Zukunft träume, für die es sich durchzuhalten und zu kämpfen lohnt.

Elsa Fuchs, Leserin

Ich habe einen Traum

Die Vorstellung von einer besseren Welt bringt jeden zum Träumen oder? Man stelle sich vor: Alle Menschen gehen gut miteinander um, man muss keine Angst mehr haben und kann einander Vertrauen. Klingt einfach traumhaft. Also packen wir es an.

Merle Sabrina Klein, Leserin

Kino im Kopf

Ich träume schon mein ganzes Leben viel und sehr intensiv. Manchmal ist der Inhalt dabei kurios und absurd, einige Träume sind wunderschön, andere erschreckend und gruselig. Es ist wie ein buntes Fernsehprogramm: Drama, Liebeskomödie, Horror, Abenteuer, Trickfilm oder auch mal eine Dokumentation. Die intensivsten Träume sind natürlich immer die, aus denen ich mit klopfendem Herzen erwache und noch nicht ganz in die Realität zurückgefunden habe. Ist der mutierte, zweiköpfige Axtmörder noch hinter mir her, frage ich mich dann für einen Moment völlig panisch. Bis mir so langsam dämmert: Gott sei Dank, es war nur ein Traum! Interessant ist auch, wie mich bestimmte Gefühle aus Träumen noch den ganzen Tag verfolgen. Wenn mein Freund mich beispielsweise im Traum mit meiner besten Freundin betrogen hat, bin ich sauer auf ihn – dabei weiß ich genau, dass er gar nichts getan hat und der Betrug nur in meinem Kopf stattfand. Und manchmal, extrem selten, gibt es diesen ganz besonderen Traum, der mich unglaublich beflügelt: der Traum vom Fliegen. Dabei laufe ich erst ein bisschen, werde immer schneller, bis ich renne. Ich strecke die Arme aus, stoße mich kraftvoll vom Boden ab und hebe ab. Immer höher in die Lüfte. Die Erde und alle Sorgen werden immer kleiner. Alles fühlt sich dann so leicht an und ich erwache selig und glücklich. Ich bin schon ganz gespannt, welches Programm mein Kopf heute Nacht für meine Unterhaltung zusammenstellt.

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